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Mllenslräger deutscher Wehrgemeinschast.

Von SA.-Hauptsturmführer Rehm.

Es ist eine merkwürdige Gruppe, die am Sonn­tagmorgen draußen auf einem freien Platz vor der Stadt sich versammelt. Soldaten sind es nicht, denn sie tragen keine einheitliche Uniform; der eine steckt in einem Sportanzug, der andere im blauen Ar­beitskittel, wieder andere in irgendwelchen abge­tragenen Kleidungsstücken. Das Ganze ein bunt zu­sammengewürfeltes Bild!

Wenn aber die ersten Kommandos erschallen, die Männer sich zusammenreißen und in Reih und Glied ausrichten, die ersten Wendungen und Schwenkungen gemacht werden, merkt man sofort, daß hier Männer stehen, deren Geist und Willen von einem Gedanken beseelt ist, gleich­viel in welchem Rock sie stecken, gleichviel welchem Beruf oder Stand sie angehören. Es sind Männer der verschiedensten Altersstufen, 40er neben 18jäh- rigen aber alle diese Unterschiede verblassen gegenüber dem einheitlichen Willen, der sie beseelt, der aus ihren Augen uns entgegentritt und in ihrem exakt ausgeführten Dienst sichtbar wird.

Hier übt eine der vielen SA.-W e h r m a na­sch a f t e n, die sich überall im Reich auf den Be­fehl des Führers gebildet haben, um sich unter der Leitung erfahrener SA.-Führer die Grund­lagen der militärischen Ausbildung anzueignen und darüber hinaus ihren Geist und ihren Willen wehrmäßig zu stählen.

Das Bild erinnert an die Kampfzeit der SA. vor 1933. Wie oft sah man damals während der langen Zeit des Uniformverbots ähnliche Formationen, äußerlich in ihrem Räuberzivil unansehnlich, aber in ihrer Haltung und ihrem Benehmen gestraffte Männlichkeit und uneigennützigen Einsatz offen­barend. So marschierte damals in der SA. die Auslese des deutschen Volkes, die das neue Reich erkämpfte so marschiert heute in den SA.-W'ehr- mannschaften wieder eine Auslese der Na­tion. Es sind diejenigen, denen es vorerst noch nicht vergönnt ist, mit der Waffe vor dem Feind zu stehen, die aber das ewige völkische Gesetz er­kannt haben und erfüllen, daß nur ein dauernd wehrbereites und wehr starkes Volk den Kampf um fein Dasein siegreich zu meistern m der Lage ist.

Der Dienst in den SA.-Wehrmannschaften ist ein Einsatz, der vor den Augen £er Oefsentlichkeit nicht besonders in Erscheinung tritt. Er bedeutet für die Männer, die jetzt während des Krieges sowieso ein Uebermaß von Arbeit leisten müssen, ein emp­findliches Opfer an Zeit und Kraft. Er ist das stolze Bekenntnis zum ewigen Ideal deutschen Soldatentums, zur Wehrhaftigkeit des deutschen Mannes nicht bloß während der Zeit seiner Ein­berufung zur Wehrmacht, sondern während des

ganzen Lebens; er ist die Bewährung der national­sozialistischen Weltanschauung in der Tat des per­sönlichen Einsatzes und des freiwilligen Opfers für das Ganze.

Die SA. war schon während der Kampfzeit die große Erziehungsschule für den neuen deutschen Menschen. SA.-Mann konnte schon damals nur sein, wer beides in sich verkörperte: die national­sozialistische Weltanschauung und den kämpferischen Einsatz für diese Weltanschauung. Das gleiche gilt auch vom SA.-Wehrmann. Wie einst in der Kampf­zeit der SA.-Mann sichtbarster Träger der national­sozialistischen Idee war, so soll dies in Zukunft neben dem SA.-Mann der SA.-Wehrmann sein im Kampf um die Erhaltung und Verankerung nationalsozialistischer Haltung im Volk.

Die einzigartigen Erfolge der deutschen Wehr­macht im gegenwärtigen Krieg sind u. a. mit dar­auf zurückzusühren, daß die in der SA. verkör­perten Kräfte der Einsatzbereitschaft, der Opfer­willigkeit, der Kameradschaft und des Gemein­schaftssinnes dem neuen deutschen Heer den Cha­rakter der nationalsozialistischen Wehrmacht und damit eine unüberwindliche innere und äußere Kraft gegeben haben.

Nun hat die SA. die Aufgabe, der Nation durch die Verwirklichung des nationalsozialistischen Ideals deutscher Männererziehung auf immer wehr­st a r k e Generationen heranzubilden und da­durch die Wehrgemeinschaft des deutschen Volkes zu sichern.

Die pflichtgemäße Zugehörigkeit zur SA.-Wehr- mannschaft bedeutet nach den nationalsozialistischen Grundsätzen nicht die erzwungene äußerliche geist­lose Ableistung einer Dienstverpflichtung. Sie soll vielmehr dazu dienen, in jedem Mann die Ueber- zeugung von dem alle Deutschen innerlich verpflich- tenden Gesetz der Wehrhaftigkeit zu wecken und zu verankern. Die SA.-Wehrmannschaft unterscheidet sich deshalb grundsätzlich von den militärischen Wehroerbänden der Nachkriegszeit und von den Milizen der meisten anderen Staaten. Der SA.- Wehrmann ist ein in der Wehrgeschichte neu ent­standener Typ, der seine Prägung vom politischen Soldatentum der SA. her erhält. Er ist der Träger und Künder des Wehrwillens, der Wehrfteudigteit und der Wehrkraft des Volkes.

Deshalb darf den SA.-Wehrmann, auch wenn in der Oefsentlichkeit von seinem Dienst nicht viel Aufhebens gemacht wird, ein freudiger Stolz er­füllen. Wer in den SA.-Wehrmannschaften steht, rückt in die Schar derjenigen Deutschen ein, die in Erkenntnis und Bejahung der geschichtlichen Sen­dung unseres Volkes zu allen Zeiten für das Reich kämpften.

Vor einem Lahr.

Am 26. Mai 1940 gelingt ein tiefer Einbruch in die feindliche Front bis dicht vor Ypern. Nach har­tem Kampf fällt Calais in deutsche Hand. Die Luft­waffe griff Dünkirchen mit nachhaltiger Wirkung an und fügte den Engländern, welche Teile ihrer eingeschlossenen Truppen über den Kanal zu retten versuchten, schwere Verluste zu. Die Hafenanlagen von Dünkirchen gingen in Flammen auf. Flug« . Plätze in der Umgegend von Paris, Verkehrsan­lagen südlich Reims und feindliche Truppenbewe­gungen wurden wirkungsvoll angegriffen. Der Feind verlor 73 Flugzeuge.

Am 27. Mai 1940 stehen wir 10 km vor Brügge und Thourout. Thielt wurde durchschritten. Nörd­lich Valenciennes die französischen Grenzbefestigun­gen durchbrochen, westlich der Scheldekanal über­schritten. Orchies und Douai genommen. La Basses, Merville, Hazebrouk, Bourbourg-Ville in deutscher Hand. An der unteren Somme 30 feindliche Panzer vernichtet.

Aus dem Reich.

Die Rechtsprechung.

Reichsminister Dr. Frank erklärt imDeutschen Recht", es sei leider Hebung geworden, daß an Beispielen manchmal wirklich bedenklichen Ver­sagens der Rechtsprechung eine Kritik des R i ch- tertums geübt werde, die auf die Dauer in einer rechtsbewußten völkischen Gemeinschaft nur mit Schaden für alle sich auswirken könne. Die dauernde Verunglimpfung des Juristenstandes sei nicht vereinbar mit den Notwendigkeiten der Rechts- übuna und der Rechtsfindung in unserem Volke. Das Richtertum könne man nicht beschimpfen, ohne dem Rechtsempfinden unseres Volkes ins Gesicht zu schlagen. So wie eine Gemeinschaft nicht büßen könne für Unwürdige, ebenso wenig könne auch der Rechtsstand ganz allgemein verunglimpft werden, weil einmal ein Urteil unter hunderttausend ande­ren Anlaß zur Kritik geben könne. Handle es sich jedoch bei der Kritik um ehrliches Bemühen um die Besserung des Rechtslebens unseres Volkes, dann fei sie willkommen. Daß in den Wahrem des Rechts das Bewußtsein des Dienstes an der Gemeinschaft sich verwirklicht, sei der Sinn der Gerechtigkeits- Übung des Dritten Reiches.

Soll die Frau studieren?

Ndz. Zu der Frage, ob das Hochschulstudium der geistigen oder seelischen Veranlagung der Frau ent­spreche, hat der Nationalsozialismus eine entschei­dende Klärung eingeleitet, so betont die Reichs­referentin der Arbeitsgemeinschaft Nationalsozia­listische Studentinnen (ANSt.), Dr. Aenne Kot­ten h o f f. Nur begabte, verantwortungsbewußte Mädel sollen den Weg zur Hochschule finden. Der Nationalsozialismus erkenne nicht nur der Frau die Berechtigung zu, in akademischen Berufen tätig zu werden, sondern der durch den Nationalsozialismus herbeigeführte Ausbau der deutschen Frauenarbeit erfordere geradezu Akademikerinnen. Die Anerken­nung der Frau in den akademischen Berufen hänge jedoch davon ab, in welchem Maße diese Frauen es verstehen werden,, ihr Frauentum zur Entfaltung zu bringen. Auch die Oefsentlichkeit habe heute die Mei­nung aufgegeben, daß die Studentin wegen'ihres. Studiums auf Ehe und Familie verzichte. Der Krieg zeige, wie notwendig es fei, daß wir genügend ge­schulte Frauen auf allen Berufsgebieten haben. Außerdem könnten auch innerhalb des Familien­lebens Umstünde eintreten, die es nötig machen, daß die Frau, obwohl schon Familienmutter, wieder in das Berufsleben zurückgehe. Aber auch, wenn eine Frau, nachdem sie eine Ehe eingegangen ist, nicht wieder Gelegenheit haben sollte, ihr fachliches Kön­nen berufsmäßig zu verwerten, gehe der Gewinn des Studiums doch niemals verloren.

Hautschonende Mittel statt Einheitsfeinseife.

Eine Anordnung der Reichsbeuustrn-Hten für In- dustrielle Fettversorgung läßt als Austausch- mittel von Feinseife, Einheftsfeinlseife und Kern­seife nun die hautschonenden Reinigungsmittel, z. B. Präoutan und Satina, die sich als solche Austausch­stoffe bewährt haben, zu. Bisher buchen sie nur gegen Be-scheimwmg des Betriebsarztes ausgegeben werden. Diese Bescheinigung ist nicht mehr erfor­derlich.

Vorübergehende Einschränkung im Eilzustelldienst der Reichspost.

Zur reibungslosen Durchfühmng vordringlicher kriegswichtiger Aufgaben hat die Reichspost den Anspruch auf Eilzustellung von Postsendungen vorübergehend a u f g e h o b e n. Es wird sich nur

um Fälle dringender Notwendigkeit an einzel­nen O r t.e n handeln. Sobald die Verhältnisse es gestatten, wird die Eilzustellung wieder ausgenom­men. Bei der (Einlieferung von Postsendungen wer­den Vorauszahlungen von Eilzustellgebühren nicht mehr entgegengenommen. Die Gebühren werden dort, wo die Sendungen noch besonders zugestellt werden, von den Empfängern eingezogen. Die Ein- liieferer sehen zweckmäßig auch vom Aufkleben von Freimarken auf den Sendungen und Paketkarten ab.

Au« aller Wett.

Gefährlicher Gewohnheitsverbrecher hingerichtet.

Am 24. Mai ist der am 4. Mai 1907 in Radzivn- kau geborene Johann S ch e n d z i e l o r z hin ge­richtet worden, den das Sondergericht in Kattowitz als Volksschädling zum Tode oerurteilt hat.

Schendzfelorz war ein vielfach vorbestrafter gcfäbr. licher Gewohnheitsverbrecher. Er hat unter Aus» Nutzung der Kriegsoerhältnifse zahlreiche $etrüge» reien begangen, wobei er unbefugt das Partei ad» zeigen und ^-Uniform trug.

Am 24. 5. 1941 ist der am 17. Januar 1919 in Muskau geborene Erwin Dreyhardt hingMchtst worden, den das ^ondergericht in Breslau als ge» fährlichen Gewohnheitsverbrecher, Volksfchädlinz und Gewaltverbrecher zum Tode verurteilt hat Dreyhardt war trotz seiner Jugend ein mit hohen Gefängnis- und Zuchthausstrafen vorbe. f traf ter Gewohnheitsverbrecher. Er entwich aus der Strafanstalt und hat, zum Teil unter Ausnutzung der Verdunkelung, zahlreiche Einbruchsdiebstähle be­gangen und wurde dabei mehrfach gegen feine Der» folger gewalttätig.

Zwei Millionen Flugkilometer zurückgelegt.

Flugkapitän Hans Lange der Deutschen Lust» Hansa legte jetzt bei einem Streckenflug seinen zwei» millionsten Kilometer im Luftverkehrsdienst zurück. Lange lernte vor 29 Jahren fliegen und gehört so« mit zu den ältesten Flugzeugführern.

heftige Erdstöße in der Türkei.

Aus Istanbul wird gemeldet: In den Bezirks von Denisli und Mugla in Westanatolien mürben in den letzten Tagen mehrere heftige Erbftöße Der« zeichnet. In Mugla ist die Wasserleitung undrauch» bar geworden. Ein Zehntel der Wohnhäuser der Bezirke sind vernichtet und ein Viertel der Wohn» Häuser sind unbrauchbar. Die Bevölkerung ist ins Freie geflüchtet.

12jcihriges Mädchen reitete zwei Menschenleben.

In Hersfeld hat im Auftrag des Führers der Re> gierungsprüsident der Schülerin Maria St em ar eine öffentliche Belobigung und Anerkennung aus gesprochen. Das Mädchen bewies am 5. Juni v. I in einem After von erst 12 Jahren eine beispielhaft« Hilfsbereitschaft und Entschlossenheit, indem es un< ter Einsatz seines Lebens zwei Schul käme« rabinnen aus der Haune rettete und sie so vor dem Tode des Crttinkens bewahrte. Der Bürger­meister überreichte der jungen Lebensretterin bi« Urkunde und teilte ihr mit, daß sie mit Erreichung des 18. Lebensjahres für die Verleihung der Ret­tungsmedaille am Bande vorge schlag en wird.

Bahnverbindung zwischen Biscaya- und Mittelmeerküste Spaniens.

Madrid, 22. Mai. (Europapreß.) Die Vollen, düng einer wichtigen spanischen Eisenbahnlinie ift durch einen Beschluß des Kabinettsrats gesicherte worden. Die Strecke soll die atlantische Nordküsüj des Landes mit der Mittelmeerküste verbinden. <5ieJ führt von Santander nach Saragossa, wo ein Anschluß an die Mittelmeerhäfen bereit« besteht. Das Kabinett bewilligte für das laufend« Jahr 47 Millionen Peseten, die Hälfte der Gesamt, kosten für die Fertigstellung der Bahnstrecke, die be­reits unter Primo de Rivera begonnen wurde. Die Arbeiten sollen an vier Abschnitten gleichzeitig be» ginnnen. Auf der Strecke ist auch die Anlage Dort sieben Tunnels nötig. In Santander und den übri­gen von der Eisenbahnlinie berührten Provinzen Burgos, Soria und Saragossa hat die Nachrichr über die Fertigstellung dieser für Nordspanien wich­tigen Eisenbahnlinie großen Jubel ausgelöst.

\ Schweinemarkt in Butzbach.

Bu-tzbach, 27. Mai. Mkf dem heuttgcn S chwe i n e m a r f t waren 28» Ferkel aufge- trieben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 18 bis 24 RM, 6 bis 8 Wochen alte 24 bis 28 RM., 8 bis 10 Wochen alte 28 bis 32 RM. pro Stück. Der Handel war flott, der Markt wurde geräumt.

\ Hauphchrtftletter: Dr. Webtid) Btiöel» Lauge Stellvertreter öd Hauptschrtftletters: Ernst Blum schein. Berantworllich für P olitll uni Bilder: Dr. Fr. W. Lange: für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für Stadt Gtetzen, Provtry, Wirtschaft u. Sport: Ernst Bllrmsche n.

Druck und Verlag: Brühlsche UniversttätSbruckerei R. Lange 8. <1, Verlagsletter: Dr.» Ing. Erich Hamann: Bnzeigenleiter: Haus Beck, verantwortlich für den Inhalt der Am eigen: TheodorSümme!

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