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Mehener Anzeiger

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Von unserem Dr. A-

Tokio, Mai 1941.

Flottenchef Admiral Lütjens. (Scherl-Bildarchiv.)

Oie Stärke der deutschen Kriegsschiffe

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10. Jahrgang ktr. 124 srirtieini lagiich. aufoei Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte VienenerIamilienblätt«7 tzeimatlmNild DieSckrc.ue RonatS-Be-ugsvreis: Nit 4 Beilagen ?RM. 1.95

tischen Empires errungen wurde, der im gesamten Machtbereich der Briten begangen wird, und zum Ueberflutz auch noch am 122. Geburtstag der Kö­nigin Viktoria. Ein großes amerikanisches Blatt betont u. a., die britischen Verluste bei Island seien nur mit den Verlusten Englands in der Skagerrak- Schlacht zu vergleichen. Ein anderes Blatt findet es rätselhaft, daß eine deutsche Granate in die Munitionskammer des britischen Schlachtkreuzers, also in das Innere des Schiffes eingedrungen fei. Diese Frage hat insofern eine gewisse Berechtigung,

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Elf britische Kreuzer im Mttelmeer versenkt.

Schwere Einbuße der britischen Mittetmeerflotte durch deutsch-italienische Zusammenarbeit. Oie Kämpfe auf Kreta weiter erfolgreich.

abgestellle Jagdflugzeuge und beschädigten sechs weitere schwer.

In Aordafrlka schwache Artillerietätigkeit vor Tobruk.

3m Seegebiel um England versenkten Kampf­flugzeuge zwei Frachter mit zusammen 2000 VRT. und beschädigten zwei große Handelsschiffe schwer. Bei Vorstößen deutscher Jäger gegen die eng­lische Südküste und bei Versuchen des Fein­des, am Tage in besetztes Gebiet und in die Deutsche Bucht einzufliegen, wurden in Luflkämpfen drei britische Jagdflugzeuge und drei Kampfflugzeuge abgeschossen. Außerdem schoß ein Vorpostenboot drei und Marineartillerie zwei britische Kampfflug­zeuge ab.

In das Reichsgebiet flqg der Feind weder bei Tage noch bei Rächt ein.

Oer italienische Bericht.

Rom, 26. Mai. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut:

In Nordafrika wurden im Verlauf einer Aktion von Spähtrupps an der Tobruk-Front Panzerabwehrgeschütze und andere automatische Waffen erbeutet.

Deutsche und italienische Flugzeuge haben im Sturzkampf feindliche Schiffe im Hafen von T o - brüt bombardiert. Vier Dampfer mit einer Ge- samttonnage von 11000 Tonnen wurden versenkt. Ein Kreuzer wurde getroffen und schwer beschädigt.

Unsere Luftoerbände haben wiederholt militä­rische Ziele der Insel Kreta bombardiert und mit Maschinengewehrfeuer belegt.

In Ostafrika haben unsere Truppen in der Gegend von Galla und Sidamo auf dem lin­ken Ufer des O m o - F l u s s e s Angriffe des Geg­ners siegreich abgeschlagen.

AmerikasNeutralität"

Von unserer Berliner Sch'riftleitung.

Am 21. April 1939, also noch vor dem von Eng­land und Frankreich angezettelten Aus-bruch des Krieges, brachte die nordamerikanische Zeitschrift ,,Liberation" eine Karikatur, die die Außenpolitik Roosevelts aufs schärfste angriff, ihn als Tobsüch­tigen charakterisierte, der brüllte:Ich will Krieg". Vor der Tür war dec Wagen der Irrenanstalt ge­kennzeichnet. Aehnliche Karikaturen, die Roosevelt als eisern entschlossen zeigten, für England zu kämpfen, brachten amerikanische Tageszeitungen. Abgesehen davon, daß der amerikanische Präsident damals schon durch seine Botschafter und Gesandten in Europa gegen Deutschland zum Krieg Hetzen ließ, hatten diese Äußerungen der amerikanischen Volks­meinung um so mehr Bedeutung, als sich barirj deutlich der Wille zur Neutralität bekundete, dem selbst Roosevelt, wenigstens in seinen Wahlversprechungen, im Vorjahr nachgeben mußte, als er feierlich dem amerikanischen Volke ver­sprach, cs vom Kriege fernzuhalten. Wenn heute die nächsten Mitarbeiter Roosevelts eine Aufhebung des amerikanischen Neutralitätsgesetzes und die sog. Freiheit der Meere fordern, dann fordern sie in Wirklichkeit damit einen Rooseveltschen W o r t - b r u cf), die direkte Unterstützung des zusammen­brechenden Englands durch amerikanische Kriegs- hilfe, und die Freiheit der Meere wird von chnen dahin ausgelegt, daß Europas Völker verhungern können, nur, damit die englische Plutokratie gerettet werde. In Wirklichkeit sind diese höllischen Prinzi­pien nicht nur direkt den Interessen des amerikani­schen Volkes gegensätzlich, sondern bilden auch die schärfste Verneinung alles dessen, was Amerika als politische Doktrin seit den Anfängen der USA be­folgte.

Die Freiheit der Meere ist eine Forderung, die 1609 der große europäische Völkerrechtslehrer Hugo Grotius in seiner SchriftMare liberum verfoch­ten hat und die im Jahre 1713 im Utrechter Frie­den als verpflichtendes Gesetz anerkannt wurde. Da-

Fahr. 'n Der« -gesamt 'de we. samt, verur- unb bie icht zu. en An-

Dienstag, 27. Mal Ml

Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Bormittags

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Änaeigenteil 7 Rpf. le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Terttell 50 Rvt. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite

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Der Wehrmachtbencht

Berlin, 26. Jliai. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

3m Kampf um Kreta erzielte die Luftwaffe wie durch Sondermeldung bekanntgegeben außergewöhnliche Erfolge gegen die britische Wittel- meerflotte. Unter Zusammenfassung der bisherigen Weldungen versenkten allein die deutschen Luftstreit­kräfte seit dem 20. Wai sieben feindliche Kreuzer oder Flakkreuzer und acht Zer­st ö r e r sowie ein Unterseeboot und fünf Schnellboote. Durch Vombenvolltrefser wur­den ferner ein Schlachtschiff sowie mehrere Kreuzer und Zerstörer schwer beschädigt.

Italienische See- und Luftstreitkräste versenkten in der gleichen Zeit vier feindliche Kreuzer und beschädigten mehrere Schiffseinheiten. Damit Hal die englische Seeherrschaft im östlichen Wlttel- meer durch die hervorragende Zusammenarbeit der See- und Luftstreitkräste der verbündeten Achsen­mächte eine schwere Einbuße erlitten.

Auf der Insel Kreta verlief der Kampf der dort eingesetzten Verbände der Luftwaffe und des Heeres unter ständiger Zuführung von Verstärkungen wei­terhin erfolgreich. Verbände der deutschen Luft­waffe griffen auch gestern wirksam in die Erdkämpfe auf der Insel ein, warfen brittsche Stützpunkte und Wunilionslager in Brand, vernichteten zwei größere Handelsschiffe und schossen in Luftkämpfen drei bri­tische Kampfflugzeuge und drei Jagdflugzeuge ab. Drei weitere feindliche Flugzeuge wurden am Boden zerstört. |

Auf der Insel Walia vernichteten deutsche Jä­ger durch Beschuß mit Bordwaffen vier am Boden |

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Schlachtschiffen beruht, deren erstes Opfer die von dem unvergeßlichen Prien versenkteRoyal Oak" war. In diesem Falle bei Island ist der Ausfall für England noch besonders empfindlich dadurch, daß es sich um ein neues Schlachtschiff handelt. Die Schiffe derKing-George"-Klasse, zu denen die Prince of Wales",King George V." (seit dem Amtsantritt des Botschafters Halifax drüben in Amerika),Duke of York" undBeatty" gehören, find neuesten Datums. Sie wurden erst 1939 auf Stapel gelegt, brauchen dreieinhalb Jahre bis zur Fertigstellung und sind erst unter Aufwand äußerster Beschleunigung mit zwei Schiffen in der Front vertreten. Es handelt sich um Schlachtschiffe von 35 000 Tonnen und 30 Seemeilen Geschwindig­keit. Sie haben 10 Geschütze von 35,6 Zentimeter (vielleicht auch schon 40,6 Zentimeter) als schwerste Artillerie, ferner 16 Geschütze von 13,2 Zentimeter Kaliber und 32 Flakgeschütze von 4 Zentimeter Kali­ber zu je 8 zusammengefaßt. Die Schiffe find mit 1500 Mann besetzt; sie haben eine Länge von 226 Meter, eine Breite von-31,4 Meter und einen Tief­gang von 8,5 Meter.

Für die amerikanische Presse bildet die kurze, für England so folgenschwere Seeschlacht bei Is­land die Sensation des Tages. Zahlreiche Blätter bringen halb- oder ganzseitige Bilder des vernich­teten britischen SchlachtkreuzersHood", enthalten sich aber bezeichnenderweise größerer Kommentare. Dafür weist man beispielsweise darauf hin, daß der deutsche Seesieg bet Island am Tage des Bri-

sich irgendwelche über das Notwendigste hinaus- aehende Nahrungs- und Genußmittel zu beschaffen. Auch macht es den Eindruck, als gehe es diesen Militärsiedlern nahe der Grenze materiell erheblich besser als der Bauernbevölkerung im Innern des Landes.

Wir nähern uns der Grenzstation Otpor (jen­seits der Grenze, schon auf mandschurischem Ge­biet, liegt Mandschuli). Im Speisewagen hat es heute nicht mehr recht geklappt. Es wird spät, erst gegen zehn Uhr abends erhalten wir unser Abend­brot. Der ,^Intourist"-Mann sagt geradeheraus, man wolle uns beschäftigen, damit wir nicht erst ins Bett gingen, denn bald nach Mitternacht ist die Grenzpolizei im Zuge zu erwarten; gegen zwei Uhr in der Frühe sollen wir in Otpor eintreffen. AberVollmond" hat keine rechte Lust mehr und die Mahlzeit, die uns für unsere fünf Mark (das ist der festgelegte Satz für eine Mahlzeit) aufgetischt wird, ist kaum geeignet, uns lange zu beschäftigen. Sie besteht nur aus zwei dünnen Scheibchen Jagd­wurst und zwei ebenso dünnen Scheiben Käse.

Ein Protest mit Worten hat keinen Erfolg. Als aber eine entschlossene Dame sich aus ihrem Abteil eine aus Deutschland für alle Fälle auf die Reise mitgenommene Wurst herbeiholt und unter den hungrigen Fahrtgenossen zu verteilen beginnt, da greift derJntourist"-Mann ein. Wenn wirklich die geschlosseneBelegschaft" unseres Wagens zu dieser Selbsthilfe schreiten würde, dann müßte das bedeuten, daß die Speisewagenvcrwaltung ihrGe­sicht verlieren" würde. Schließlich sind wir ja mitt­lerweile in Ostasien. So wird uns denn nach län­gerer Beratung verkündet man habe noch eine Gansgefunden", und diese werde uns in Kürze gut gebraten serviert werden Was denn auch so gegen Mitternacht geschieht. UndVollmond" macht gute Miene zum bösen Spiel und lächelt in unver­änderter Freundlichkeit auf uns herab. Er will uns nicht auf den Gedanken kommen lassen, daß er ärgerlich sei, weil er nun diese Gans nicht am näch­sten Tag, dem ersten Ruhetag nach zehntägiger Fahrt, selber verspeisen kann.

als die aus dem Baujahr 1918 stammendeHood" gerade auf Grund der britischen Erfahrungen mit der Durchschlagskraft der deutschen Granaten in der Skagerrak-Schlacht in den Jahren 1929/30 um­gebaut und mit einer stärkeren Panzerung ver­sehen wurde. Die Tatsache, daß die schweren Ge­schosse der Gefechtstürme unserer Schlachtschiffe auch diese Panzerung so zu durchschlagen vermochten, daß sie erst im Innern des Schiffes explodierten, besagt genug über den technischen und militärischen Wert unserer deutschen Kriegsschiffe.

Der Flottenoerband, der unter Führung des Flottenchefs, Admiral Südens, den Seesieg bei Island gegen schwere englische Seestreitkräfte er­kämpfte, war, freilich in anderer Zusammensetzung, schon einmal im Frühjahr zu Operationen in die Weite des Atlantik ausgelaufen. Damals gelang die Versenkung von 22 bewaffneten Handelsschiffen mit 116 000 t, und das britische Geschwätz von der meerbeherrschenden englischen Flotte war wieder einmal genau wie jetzt ad absurdum geführt. Die Seeschlacht von Island ist der erste große Kampf zwischen deutschen und britischen schweren Ein­heiten seit der Skagerrak-Schlacht. Es wirkt wie ein Symbol, wenn die Meldung über diesen Sieg am Tage des Flottennachrufes auf Günther Prien, den ersten Sieger über ein englisches Schlachtschiff in diesem Kriege, und gewissermaßen am Vorabend der 25. Wiederkehr des Skagerrak-Tages erschien.

Bismarck" wieder in schwerem Kampf.

Gegen feindliche Uebermacht.

Berlin, 27. Wai. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Das SchlachtschiffBismarck" steht seit Wonlagabend 21 Ahr wieder in einem schweren Kamps gegen eine feindliche lieber-, macht.

Hauptsache bleibt ja, daß die gebotene Kost gut und ausreichend ist. Ausreichend ist die Verpflegung im sibirischen Zuge bestimmt, und die Küche ist nicht K, allerdings für deutsche Begriffe reichlich.

md schwer. Leute mit zartbesaiteten Mägen tun deshalb gut, einmal einen Fasttag einzulegen, und wer die Reise nach dem Fernen Osten unter­nimmt, sollte nicht versäumen, Natron und Kohle­tabletten in seiner Reiseapotheke mitzunehmen, um ouftretenden Unpäßlichkeiten sofort entgegen­treten zu können.

Die Russen im Zuge nehmen von uns nicht viel Notiz. Meist sind es Offiziere und Soldaten, zum Teil in Begleitung von Frauen und Kindern, die sich hier bei reichlicher Verpflegung, Wodka, scha­lem Bier oder übersüßer Limonade gütlich tun. Es kommt kaum vor, daß sich einer von ihnen! an einen Tisch setzen würde, an dem wir Platz ge­nommen haben.

Je weiter wir nach Osten kommen, um so grö­ßere Bedeutung erhält der Speisewagen für die Bevölkerung längs der Bahn. Auf den kleinen Bahnhöfen in Dftbaifalien strömen Männer und Frauen der näheren und weiteren Umgebung her­bei, um im Speisewagen Leckerbissen einzukaufen, die sie in dieser gottverlassenen Gegend sonst nicht auftreiben können. Es sind zum großen Teil die hier in der Nähe der mandschurischen Grenze plan­mäßig angesiedelten Reservisten und ihre Frauen, aber auch Mongolen, Männer und Frauen kommen auf ihren struppigen Ponies von weither angetrabt, um im Speisewagen Kuchen, Obst, Konfekt, Ziga­retten und Limonade zu kaufen. Die Preise muten uns recht hoch an. Ein kümmerlicher kleiner Apfel kostet einen Rubel (etwa 50 Pf.), ein kleines Paket trockene Keks zwei Rubel 50 Kopeken. Aber schließ­lich haben die Leute hier sonst kaum Gelegenheit,

Der Sidirienexpreß fährt durch die Taiga, Irgendwo zwischen Krasnojarsk und Irkutsk. Es ist lüh am Morgen. Ich bin rechtzeitig aufgestanden, o nn wenn sich vier Personen verschiedenen Ge­flechts in ein kleines Waschabieil teilen müssen, einn muß schon rechtzeitig angefangen werden, pnn alle um die Frühstückszeit ihre Morgentoi- jitte beendet haben wollen. So sitze ich denn im lang auf einem der an der Wagenwand ange- ' t achten kleinen Klappsessel und sehe in die Land- |->aft hinaus. Mit ihrem lichten Baumbestand, reißens Birken, Föhren und hie und da Lärchen lid den weiten offenen Flächen dazwischen wirkt i fast wie ein großer Park; der Schnee ist größ- .nteils jetzt in der zweiten Aprilwoche schon ge- ;ut, nur hie und da auf den Hügeln liegt er noch t größeren Flächen. Dann und wann einmal ein

jon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

General-AnzeigerfurGberhefsen 5ch«lstratze^-y

jrf mit Feldern, welche Zeichen der vorjährigen $?|teUung zeigen, und mit Drehbrunnen. Auf den fjfen sieht man einzelne Frauen, die nod) dick rmummt gegen den leichten Frost sind, bei der :beit. Meininnerer Mensch" beginnt sich zu be= roeren, ick) habe Hunger. Aber noch hat derJn- trttrist"°Angestellte, der unseren Zug begleitet, nicht

,m Frühstück gerufen.

Der Zug fährt in einen kleinen Bahnhof ein Lif dem Bahnsteig laufen allerlei Einheimische rum. Neben den unvermeidlichen Polizisten oder nidarmen, die in ihren langen rotbraunen Mün­ir mit der blaß karmesinfarbenen Mütze oder der der gleichen Farbe besetzten Pelzkappe recht sol- ttisch und stramm aussehen, Bauern und Bäue- inen, meist in Baumwollkleidern unter schädigen Loli- ober Schafpelzmänteln, aber auch schon Man­ien in Nationaltracht mit ihren eigenartigen nitzmützen. Auf einem Verkaufstisch, der auf ! cihlen steht, die in die Erde gerammt sind, hat ie alte Bäuerin mit dicker Pelpkapuze zwei Fla- ren mit Milch zum Verkauf aufgestellt. Ein paar /Hhritte entfernt bietet eine jüngere Frau mit ichtend rotem Kopftuch aus einem großen Korbe tr an. Neben ihr aber steht eine andere junge fr au, die einen großen Globus emporhebt und o'enbar den Reisenden des Expreßzuges zum Ver- kcufe barbieten möchte. Jawohl, einen richtigen 1 Lchulglobus, ziemlich groß, auf einem schwarz- klierten Fuß, allem Anschein nach recht gut er­hellen. Sie hebt ihn mit ernster Miene empor, zcgt ihn nach rechts und nad) links, läßt ihn um fene Achse spinnen.

x Im Zuge aber scheint außer mir und den Be- flnteii noch alles zu schlafen. Weder für die Mild), Ilch für bie Eier, nod) für ben Globus finden sich ' iirbhaber. Ein Schaffner, der vorübergeht, scheint rire neckende Frage an bie Verkäuferin bes Globus : u richten, er selbst lacht herzlich auf, als er weiter «tzt, sie aber verzieht keine Miene unb bietet nach De vor bas seltsame Verkaufsobjekt nach allen bitten aus. Der alten Bäuerin wirb die Zeit zu twg, sie gibt es auf und zieht mit ihren beiben 1 faschen Milch ab. Auch die Frau im roten Kopf- ! fah verliert die Geduld und macht sich mit ihrem ! bdrkorb bavvn. Von ber Lokomotive ertönt der ; Here Schrei ber Sirene und langsam rollt ber jrg an. Die Frau mit bem Globus aber steht un= erroegt da, noch einmal hebt sie bie(en empor, «I: hoffe sie, noch in letzter Sekunbe einen ber fRifenbcn zum Kaufe zu bewegen Als ich sie zu- leit sehe, schaut sie mit unbewegtem Gesicht dem fto langsam entfernenben Zug nach. Ich mache mir Gebauten darüber, was wohl in ihrem Kopf w" gehen mag und wie oft sie wohl noch vergeblich iir dem Bahnsteig stehen wird, ehe sie einen Ab- etvmer für ben Globus, vielleicht ihr einziges Ver-

||!iflen5ftütf von Belang, finbet.

Über bann melbet sich roieber der Hunger bei mir. d sehe nach ber Uhr... nein, noch ist keine Aus- '41, baßVollmond" sich erweichen lassen konnte, c' Wolf, ber an meinen Eingeweiden nagt, zu item.Vollmond" ist ber Oberkellner in unserem

Englanb besitzt eine Waffe, ber Deutschland etwas Gleichwertiges nicht gegenüberstellen kann, bie aber ben Kamps entscheiden wirb. Sie heißt: See­macht!" So klang es am Samstag, 24. Mai, aus bem Lonboner Rundfunk in bie Welt hinaus. Wenige Stunden-später dröhnten bie Trommeln und schmetterten die Fanfaren der deutschen Sonder- meldung über bie Seeschlacht in den isländischen Gewässern unb über ben deutschen Sieg.

Nehmen wir gleich vorweg, baß ber Sieg bes beut- schen SchlachtschiffesCismar ck" über ben mehr als 7000 Tonnen größeren englischen Schlachtkreu­zer ,^oo b", bas größte Kriegsschiff der Welt, in nur fünf Minuten errungen würbe. Daraus geht hervor, daß schon bie ersten Salven ber schwe­ren Gefechtstürme berBismarck" gut deckend im Ziel gelegen haben müssen. Der riesige englische Koloß flog infolge eines schweren Treffers in die Munitionskammer in bie Luft, lieber diesem See­sieg unserer jungen Flotte darf der weitere, höchst bedeutsame Erfolg nicht vergessen werden, wonach außerdem eins der modernsten englischen Schlacht­schiffe berKing-George"-Klasse zum Abbrehen ge­zwungen wurde. Es hat sich beschleunigt dem ver­nichtenden Feuerbereich der schweren deutschen Schiffsartillerie entzogen, muß also schwere Beschä­digungen erlitten haben. Das ist innerhalb weniger Tage das dritte englische Schlachtschiff, das Infolge schwerer Beschädigungen ausscherbet, unb bas wiederum fällt insofern schwer ins Gewicht, als die Stärke der Kritischen Flotte ja gerade auf ihren

fiten, gewisse ung des Gesetzes Wfts. ne Aus, ung non Ja Zu Wochen- cs Eicke ir. Auch erreich- ordstuick. beachtet, tin. hier 349 noch den wei­hen und renburger iktie lag tanaftien luch Ma­ilich. Am rei etwas ) an, fiel ieber auf diese Se­

im ejTjj

hinten

zsisewagen. Ich habe ihn so getauft, denn er eit bem leudjtenben Nachtgestirn sprechend» ähn- d. Auch bie unnahbare Ruhe hat er mit dem 'eien Gefährten ber Mutter Erbe gemein, unb es itit ihn nicht im minbeften, als ich nun boch in er Speisewagen vorstoße, meinen Platz einnehme n> burch Gesten (ich spreche nicht Russisch und er ; it*t Deutsch) zu erkennen gebe, daß ich hungrig :r In aller Ruhe verzehrt er vor meinen nei- lltjen Augen zwei weich gekochte Eier. Er schlürft -ii sichtlichem Behagen die Dotter, trinkt sein Glas ||et nickt mir freunblich zu, aber weder er noch Jirie beiben Gehilfen, bie junge Kellnerin mit bem Inilen Lockenkopf und ben blutrot lackierten, aller- im Laufe der Reise immer mehr an Glanz Ewmßenben Fingernägeln und ber schwarzhaarige i-'mmpfiffige Pi'kkolo, denken daran, mir gegen lernen Hunger zu helfen. Noch sind sie daran, fei­ler recht ausgiebig zu frühstücken, und auch als sie j|ri:g sind, ruhen sie erst noch ein wenig aus, bis «r ,Lntourist"-Mann, ber enblich erscheint, bas Ritual zum Frühstück für bie Schlafwagengäste i |bL

Hann beginnen allmählich bie Vorbereitungen für unsere Atzung, nach unb nach erscheinen die- MZen, die klugerweise länger als ich im Bett ijttisgebalten haben, unb mir wird schließlich doch ersehnte Sättigung zuteil. Aber trotz dieses i&rtens gibt es keine Feindschaft zwischen uns unb s^cfllmonb". Wir Fahrgäste sehen ein, baß er unb fürs Gehilfen kein leichtes Leben Haden. Ohne Ab- Bling müssen die Drei während der ganzen Reise tttr Morgen bis spät in den Abend die Gäste des Ingen Zuges mit Speise und Trank versorgen, jMj man ihnen ein wenig Phlegma und Geruh- sttkeit nicht verübeln darf Zu ändern war daran [iils, und Jo mußte man sich daran gewöhnen

. "Vergleiche den ersten Reisebericht unseres Korre- f>3. benten in Nr. 113 vom 14. Mai 1941.

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