Mehener Anzeiger
l?hne Illustrierte Zustellgebühr..
1.80
Zustellgebühr.. „ -.25 tudn bei Nichterscheinen
Von unserem Dr. A-
Tokio, Mai 1941.
Flottenchef Admiral Lütjens. (Scherl-Bildarchiv.)
Oie Stärke der deutschen Kriegsschiffe
rage nach rot jedoch veränden, kam mich Material
und MH logijch l- x uns DOf' ie nicht bu
10. Jahrgang ktr. 124 srirtieini lagiich. aufoei Sonntags und feiertags Beilagen: Die Illustrierte VienenerIamilienblätt«7 tzeimatlmNild DieSckrc.ue RonatS-Be-ugsvreis: Nit 4 Beilagen ?RM. 1.95
tischen Empires errungen wurde, der im gesamten Machtbereich der Briten begangen wird, und zum Ueberflutz auch noch am 122. Geburtstag der Königin Viktoria. Ein großes amerikanisches Blatt betont u. a., die britischen Verluste bei Island seien nur mit den Verlusten Englands in der Skagerrak- Schlacht zu vergleichen. Ein anderes Blatt findet es rätselhaft, daß eine deutsche Granate in die Munitionskammer des britischen Schlachtkreuzers, also in das Innere des Schiffes eingedrungen fei. Diese Frage hat insofern eine gewisse Berechtigung,
>vre»ansrb>ui! 3251 »Nick Mldvtkl««:
SiwÄf9™ BrflMto.tortwrttätseraderda.teiy
Elf britische Kreuzer im Mttelmeer versenkt.
Schwere Einbuße der britischen Mittetmeerflotte durch deutsch-italienische Zusammenarbeit. — Oie Kämpfe auf Kreta weiter erfolgreich.
abgestellle Jagdflugzeuge und beschädigten sechs weitere schwer.
In Aordafrlka schwache Artillerietätigkeit vor Tobruk.
3m Seegebiel um England versenkten Kampfflugzeuge zwei Frachter mit zusammen 2000 VRT. und beschädigten zwei große Handelsschiffe schwer. Bei Vorstößen deutscher Jäger gegen die englische Südküste und bei Versuchen des Feindes, am Tage in besetztes Gebiet und in die Deutsche Bucht einzufliegen, wurden in Luflkämpfen drei britische Jagdflugzeuge und drei Kampfflugzeuge abgeschossen. Außerdem schoß ein Vorpostenboot drei und Marineartillerie zwei britische Kampfflugzeuge ab.
In das Reichsgebiet flqg der Feind weder bei Tage noch bei Rächt ein.
Oer italienische Bericht.
Rom, 26. Mai. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut:
In Nordafrika wurden im Verlauf einer Aktion von Spähtrupps an der Tobruk-Front Panzerabwehrgeschütze und andere automatische Waffen erbeutet.
Deutsche und italienische Flugzeuge haben im Sturzkampf feindliche Schiffe im Hafen von T o - brüt bombardiert. Vier Dampfer mit einer Ge- samttonnage von 11000 Tonnen wurden versenkt. Ein Kreuzer wurde getroffen und schwer beschädigt.
Unsere Luftoerbände haben wiederholt militärische Ziele der Insel Kreta bombardiert und mit Maschinengewehrfeuer belegt.
■ In Ostafrika haben unsere Truppen in der Gegend von Galla und Sidamo auf dem linken Ufer des O m o - F l u s s e s Angriffe des Gegners siegreich abgeschlagen.
Amerikas „Neutralität"
Von unserer Berliner Sch'riftleitung.
Am 21. April 1939, also noch vor dem von England und Frankreich angezettelten Aus-bruch des Krieges, brachte die nordamerikanische Zeitschrift ,,Liberation" eine Karikatur, die die Außenpolitik Roosevelts aufs schärfste angriff, ihn als Tobsüchtigen charakterisierte, der brüllte: „Ich will Krieg". Vor der Tür war dec Wagen der Irrenanstalt gekennzeichnet. Aehnliche Karikaturen, die Roosevelt als eisern entschlossen zeigten, für England zu kämpfen, brachten amerikanische Tageszeitungen. Abgesehen davon, daß der amerikanische Präsident damals schon durch seine Botschafter und Gesandten in Europa gegen Deutschland zum Krieg Hetzen ließ, hatten diese Äußerungen der amerikanischen Volksmeinung um so mehr Bedeutung, als sich barirj deutlich der Wille zur Neutralität bekundete, dem selbst Roosevelt, wenigstens in seinen Wahlversprechungen, im Vorjahr nachgeben mußte, als er feierlich dem amerikanischen Volke versprach, cs vom Kriege fernzuhalten. Wenn heute die nächsten Mitarbeiter Roosevelts eine Aufhebung des amerikanischen Neutralitätsgesetzes und die sog. Freiheit der Meere fordern, dann fordern sie in Wirklichkeit damit einen Rooseveltschen W o r t - b r u cf), die direkte Unterstützung des zusammenbrechenden Englands durch amerikanische Kriegs- hilfe, und die Freiheit der Meere wird von chnen dahin ausgelegt, daß Europas Völker verhungern können, nur, damit die englische Plutokratie gerettet werde. In Wirklichkeit sind diese höllischen Prinzipien nicht nur direkt den Interessen des amerikanischen Volkes gegensätzlich, sondern bilden auch die schärfste Verneinung alles dessen, was Amerika als politische Doktrin seit den Anfängen der USA befolgte.
Die Freiheit der Meere ist eine Forderung, die 1609 der große europäische Völkerrechtslehrer Hugo Grotius in seiner Schrift „Mare liberum“ verfochten hat und die im Jahre 1713 im Utrechter Frieden als verpflichtendes Gesetz anerkannt wurde. Da-
Fahr. 'n Der« -gesamt 'de we. samt, verur- unb bie icht zu. en An-
Dienstag, 27. Mal Ml
Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Bormittags
Anzetgen-Preiie-
Änaeigenteil 7 Rpf. le mm bei 22 mm Zeilenbreite, Terttell 50 Rvt. ie mm bei 70 mm Zeilenbreite
Nachlässe:
Wiederholung Malstaffel 1 Abschlüsse Mengenstaffel B Plavoorichrttt (vorherige Vereinbarung) 25"/v mehr
tierten jt 45,5 bis
4,5, b) 40 dis 44,5, ; 25, $ör- 56,5, d) 27 70, untere 50, d) 30 b- 40, dl i 40, c) 25, ;) 57,5, d) -knOlfe
^ben. eines "klage nnung is. an. Äe mbem ' beim '°dge- haben anbeit. ' einer n Mo. geklag-
Der Wehrmachtbencht
Berlin, 26. Jliai. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
3m Kampf um Kreta erzielte die Luftwaffe — wie durch Sondermeldung bekanntgegeben — außergewöhnliche Erfolge gegen die britische Wittel- meerflotte. Unter Zusammenfassung der bisherigen Weldungen versenkten allein die deutschen Luftstreitkräfte seit dem 20. Wai sieben feindliche Kreuzer oder Flakkreuzer und acht Zerst ö r e r sowie ein Unterseeboot und fünf Schnellboote. Durch Vombenvolltrefser wurden ferner ein Schlachtschiff sowie mehrere Kreuzer und Zerstörer schwer beschädigt.
Italienische See- und Luftstreitkräste versenkten in der gleichen Zeit vier feindliche Kreuzer und beschädigten mehrere Schiffseinheiten. Damit Hal die englische Seeherrschaft im östlichen Wlttel- meer durch die hervorragende Zusammenarbeit der See- und Luftstreitkräste der verbündeten Achsenmächte eine schwere Einbuße erlitten.
Auf der Insel Kreta verlief der Kampf der dort eingesetzten Verbände der Luftwaffe und des Heeres unter ständiger Zuführung von Verstärkungen weiterhin erfolgreich. Verbände der deutschen Luftwaffe griffen auch gestern wirksam in die Erdkämpfe auf der Insel ein, warfen brittsche Stützpunkte und Wunilionslager in Brand, vernichteten zwei größere Handelsschiffe und schossen in Luftkämpfen drei britische Kampfflugzeuge und drei Jagdflugzeuge ab. Drei weitere feindliche Flugzeuge wurden am Boden zerstört. |
Auf der Insel Walia vernichteten deutsche Jäger durch Beschuß mit Bordwaffen vier am Boden |
; biliaren nö f>Llr6 ‘
Schlachtschiffen beruht, deren erstes Opfer die von dem unvergeßlichen Prien versenkte „Royal Oak" war. In diesem Falle bei Island ist der Ausfall für England noch besonders empfindlich dadurch, daß es sich um ein neues Schlachtschiff handelt. Die Schiffe der „King-George"-Klasse, zu denen die „Prince of Wales", „King George V." (seit dem Amtsantritt des Botschafters Halifax drüben in Amerika), „Duke of York" und „Beatty" gehören, find neuesten Datums. Sie wurden erst 1939 auf Stapel gelegt, brauchen dreieinhalb Jahre bis zur Fertigstellung und sind erst unter Aufwand äußerster Beschleunigung mit zwei Schiffen in der Front vertreten. Es handelt sich um Schlachtschiffe von 35 000 Tonnen und 30 Seemeilen Geschwindigkeit. Sie haben 10 Geschütze von 35,6 Zentimeter (vielleicht auch schon 40,6 Zentimeter) als schwerste Artillerie, ferner 16 Geschütze von 13,2 Zentimeter Kaliber und 32 Flakgeschütze von 4 Zentimeter Kaliber zu je 8 zusammengefaßt. Die Schiffe find mit 1500 Mann besetzt; sie haben eine Länge von 226 Meter, eine Breite von-31,4 Meter und einen Tiefgang von 8,5 Meter.
Für die amerikanische Presse bildet die kurze, für England so folgenschwere Seeschlacht bei Island die Sensation des Tages. Zahlreiche Blätter bringen halb- oder ganzseitige Bilder des vernichteten britischen Schlachtkreuzers „Hood", enthalten sich aber bezeichnenderweise größerer Kommentare. Dafür weist man beispielsweise darauf hin, daß der deutsche Seesieg bet Island am Tage des Bri-
sich irgendwelche über das Notwendigste hinaus- aehende Nahrungs- und Genußmittel zu beschaffen. Auch macht es den Eindruck, als gehe es diesen Militärsiedlern nahe der Grenze materiell erheblich besser als der Bauernbevölkerung im Innern des Landes.
Wir nähern uns der Grenzstation Otpor (jenseits der Grenze, schon auf mandschurischem Gebiet, liegt Mandschuli). Im Speisewagen hat es heute nicht mehr recht geklappt. Es wird spät, erst gegen zehn Uhr abends erhalten wir unser Abendbrot. Der ,^Intourist"-Mann sagt geradeheraus, man wolle uns beschäftigen, damit wir nicht erst ins Bett gingen, denn bald nach Mitternacht ist die Grenzpolizei im Zuge zu erwarten; gegen zwei Uhr in der Frühe sollen wir in Otpor eintreffen. Aber „Vollmond" hat keine rechte Lust mehr und die Mahlzeit, die uns für unsere fünf Mark (das ist der festgelegte Satz für eine Mahlzeit) aufgetischt wird, ist kaum geeignet, uns lange zu beschäftigen. Sie besteht nur aus zwei dünnen Scheibchen Jagdwurst und zwei ebenso dünnen Scheiben Käse.
Ein Protest mit Worten hat keinen Erfolg. Als aber eine entschlossene Dame sich aus ihrem Abteil eine aus Deutschland für alle Fälle auf die Reise mitgenommene Wurst herbeiholt und unter den hungrigen Fahrtgenossen zu verteilen beginnt, da greift der „Jntourist"-Mann ein. Wenn wirklich die geschlossene „Belegschaft" unseres Wagens zu dieser Selbsthilfe schreiten würde, dann müßte das bedeuten, daß die Speisewagenvcrwaltung ihr „Gesicht verlieren" würde. Schließlich sind wir ja mittlerweile in Ostasien. So wird uns denn nach längerer Beratung verkündet man habe noch eine Gans „gefunden", und diese werde uns in Kürze gut gebraten serviert werden Was denn auch so gegen Mitternacht geschieht. Und „Vollmond" macht gute Miene zum bösen Spiel und lächelt in unveränderter Freundlichkeit auf uns herab. Er will uns nicht auf den Gedanken kommen lassen, daß er ärgerlich sei, weil er nun diese Gans nicht am nächsten Tag, dem ersten Ruhetag nach zehntägiger Fahrt, selber verspeisen kann.
als die aus dem Baujahr 1918 stammende „Hood" gerade auf Grund der britischen Erfahrungen mit der Durchschlagskraft der deutschen Granaten in der Skagerrak-Schlacht in den Jahren 1929/30 umgebaut und mit einer stärkeren Panzerung versehen wurde. Die Tatsache, daß die schweren Geschosse der Gefechtstürme unserer Schlachtschiffe auch diese Panzerung so zu durchschlagen vermochten, daß sie erst im Innern des Schiffes explodierten, besagt genug über den technischen und militärischen Wert unserer deutschen Kriegsschiffe.
Der Flottenoerband, der unter Führung des Flottenchefs, Admiral Südens, den Seesieg bei Island gegen schwere englische Seestreitkräfte erkämpfte, war, freilich in anderer Zusammensetzung, schon einmal im Frühjahr zu Operationen in die Weite des Atlantik ausgelaufen. Damals gelang die Versenkung von 22 bewaffneten Handelsschiffen mit 116 000 t, und das britische Geschwätz von der meerbeherrschenden englischen Flotte war wieder einmal genau wie jetzt ad absurdum geführt. Die Seeschlacht von Island ist der erste große Kampf zwischen deutschen und britischen schweren Einheiten seit der Skagerrak-Schlacht. Es wirkt wie ein Symbol, wenn die Meldung über diesen Sieg am Tage des Flottennachrufes auf Günther Prien, den ersten Sieger über ein englisches Schlachtschiff in diesem Kriege, und gewissermaßen am Vorabend der 25. Wiederkehr des Skagerrak-Tages erschien.
„Bismarck" wieder in schwerem Kampf.
Gegen feindliche Uebermacht.
Berlin, 27. Wai. (DNB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Das Schlachtschiff „Bismarck" steht seit Wonlagabend 21 Ahr wieder in einem schweren Kamps gegen eine feindliche lieber-, macht.
Hauptsache bleibt ja, daß die gebotene Kost gut und ausreichend ist. Ausreichend ist die Verpflegung im sibirischen Zuge bestimmt, und die Küche ist nicht K, allerdings für deutsche Begriffe reichlich.
md schwer. Leute mit zartbesaiteten Mägen tun deshalb gut, einmal einen Fasttag einzulegen, und wer die Reise nach dem Fernen Osten unternimmt, sollte nicht versäumen, Natron und Kohletabletten in seiner Reiseapotheke mitzunehmen, um ouftretenden Unpäßlichkeiten sofort entgegentreten zu können.
Die Russen im Zuge nehmen von uns nicht viel Notiz. Meist sind es Offiziere und Soldaten, zum Teil in Begleitung von Frauen und Kindern, die sich hier bei reichlicher Verpflegung, Wodka, schalem Bier oder übersüßer Limonade gütlich tun. Es kommt kaum vor, daß sich einer von ihnen! an einen Tisch setzen würde, an dem wir Platz genommen haben.
Je weiter wir nach Osten kommen, um so größere Bedeutung erhält der Speisewagen für die Bevölkerung längs der Bahn. Auf den kleinen Bahnhöfen in Dftbaifalien strömen Männer und Frauen der näheren und weiteren Umgebung herbei, um im Speisewagen Leckerbissen einzukaufen, die sie in dieser gottverlassenen Gegend sonst nicht auftreiben können. Es sind zum großen Teil die hier in der Nähe der mandschurischen Grenze planmäßig angesiedelten Reservisten und ihre Frauen, aber auch Mongolen, Männer und Frauen kommen auf ihren struppigen Ponies von weither angetrabt, um im Speisewagen Kuchen, Obst, Konfekt, Zigaretten und Limonade zu kaufen. Die Preise muten uns recht hoch an. Ein kümmerlicher kleiner Apfel kostet einen Rubel (etwa 50 Pf.), ein kleines Paket trockene Keks zwei Rubel 50 Kopeken. Aber schließlich haben die Leute hier sonst kaum Gelegenheit,
Der Sidirienexpreß fährt durch die Taiga, ’ Irgendwo zwischen Krasnojarsk und Irkutsk. Es ist lüh am Morgen. Ich bin rechtzeitig aufgestanden, o nn wenn sich vier Personen verschiedenen Geflechts in ein kleines Waschabieil teilen müssen, einn muß schon rechtzeitig angefangen werden, । pnn alle um die Frühstückszeit ihre Morgentoi- jitte beendet haben wollen. So sitze ich denn im lang auf einem der an der Wagenwand ange- ' t achten kleinen Klappsessel und sehe in die Land- |->aft hinaus. Mit ihrem lichten Baumbestand, reißens Birken, Föhren und hie und da Lärchen lid den weiten offenen Flächen dazwischen wirkt i fast wie ein großer Park; der Schnee ist größ- .nteils jetzt in der zweiten Aprilwoche schon ge- ;ut, nur hie und da auf den Hügeln liegt er noch t größeren Flächen. Dann und wann einmal ein
jon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
General-AnzeigerfurGberhefsen 5ch«lstratze^-y
jrf mit Feldern, welche Zeichen der vorjährigen $?|teUung zeigen, und mit Drehbrunnen. Auf den fjfen sieht man einzelne Frauen, die nod) dick rmummt gegen den leichten Frost sind, bei der :beit. Mein „innerer Mensch" beginnt sich zu be= roeren, ick) habe Hunger. Aber noch hat der „Jn- trttrist"°Angestellte, der unseren Zug begleitet, nicht
,m Frühstück gerufen.
Der Zug fährt in einen kleinen Bahnhof ein Lif dem Bahnsteig laufen allerlei Einheimische rum. Neben den unvermeidlichen Polizisten oder nidarmen, die in ihren langen rotbraunen Münir mit der blaß karmesinfarbenen Mütze oder der der gleichen Farbe besetzten Pelzkappe recht sol- ttisch und stramm aussehen, Bauern und Bäue- inen, meist in Baumwollkleidern unter schädigen Loli- ober Schafpelzmänteln, aber auch schon Manien in Nationaltracht mit ihren eigenartigen nitzmützen. Auf einem Verkaufstisch, der auf ! cihlen steht, die in die Erde gerammt sind, hat ie alte Bäuerin mit dicker Pelpkapuze zwei Fla- ren mit Milch zum Verkauf aufgestellt. Ein paar /Hhritte entfernt bietet eine jüngere Frau mit ichtend rotem Kopftuch aus einem großen Korbe tr an. Neben ihr aber steht eine andere junge fr au, die einen großen Globus emporhebt und o'enbar den Reisenden des Expreßzuges zum Ver- kcufe barbieten möchte. Jawohl, einen richtigen 1 Lchulglobus, ziemlich groß, auf einem schwarz- klierten Fuß, allem Anschein nach recht gut erhellen. Sie hebt ihn mit ernster Miene empor, zcgt ihn nach rechts und nad) links, läßt ihn um fene Achse spinnen.
x Im Zuge aber scheint außer mir und den Be- flnteii noch alles zu schlafen. Weder für die Mild), Ilch für bie Eier, nod) für ben Globus finden sich ' iirbhaber. Ein Schaffner, der vorübergeht, scheint rire neckende Frage an bie Verkäuferin bes Globus : u richten, er selbst lacht herzlich auf, als er weiter «tzt, sie aber verzieht keine Miene unb bietet nach De vor bas seltsame Verkaufsobjekt nach allen bitten aus. Der alten Bäuerin wirb die Zeit zu twg, sie gibt es auf und zieht mit ihren beiben 1 faschen Milch ab. Auch die Frau im roten Kopf- ! fah verliert die Geduld und macht sich mit ihrem ! bdrkorb bavvn. Von ber Lokomotive ertönt der ; Here Schrei ber Sirene und langsam rollt ber jrg an. Die Frau mit bem Globus aber steht un= erroegt da, noch einmal hebt sie bie(en empor, «I: hoffe sie, noch in letzter Sekunbe einen ber fRifenbcn zum Kaufe zu bewegen Als ich sie zu- leit sehe, schaut sie mit unbewegtem Gesicht dem fto langsam entfernenben Zug nach. Ich mache mir Gebauten darüber, was wohl in ihrem Kopf w" gehen mag und wie oft sie wohl noch vergeblich iir dem Bahnsteig stehen wird, ehe sie einen Ab- etvmer für ben Globus, vielleicht ihr einziges Ver-
||!iflen5ftütf von Belang, finbet.
Über bann melbet sich roieber der Hunger bei mir. d sehe nach ber Uhr... nein, noch ist keine Aus- '41, baß „Vollmond" sich erweichen lassen konnte, c' Wolf, ber an meinen Eingeweiden nagt, zu item. „Vollmond" ist ber Oberkellner in unserem
„Englanb besitzt eine Waffe, ber Deutschland etwas Gleichwertiges nicht gegenüberstellen kann, bie aber ben Kamps entscheiden wirb. Sie heißt: Seemacht!" So klang es am Samstag, 24. Mai, aus bem Lonboner Rundfunk in bie Welt hinaus. Wenige Stunden-später dröhnten bie Trommeln und schmetterten die Fanfaren der deutschen Sonder- meldung über bie Seeschlacht in den isländischen Gewässern unb über ben deutschen Sieg.
Nehmen wir gleich vorweg, baß ber Sieg bes beut- schen Schlachtschiffes „Cismar ck" über ben mehr als 7000 Tonnen größeren englischen Schlachtkreuzer ,^oo b", bas größte Kriegsschiff der Welt, in nur fünf Minuten errungen würbe. Daraus geht hervor, daß schon bie ersten Salven ber schweren Gefechtstürme ber „Bismarck" gut deckend im Ziel gelegen haben müssen. Der riesige englische Koloß flog infolge eines schweren Treffers in die Munitionskammer in bie Luft, lieber diesem Seesieg unserer jungen Flotte darf der weitere, höchst bedeutsame Erfolg nicht vergessen werden, wonach außerdem eins der modernsten englischen Schlachtschiffe ber „King-George"-Klasse zum Abbrehen gezwungen wurde. Es hat sich beschleunigt dem vernichtenden Feuerbereich der schweren deutschen Schiffsartillerie entzogen, muß also schwere Beschädigungen erlitten haben. Das ist innerhalb weniger Tage das dritte englische Schlachtschiff, das Infolge schwerer Beschädigungen ausscherbet, unb bas wiederum fällt insofern schwer ins Gewicht, als die Stärke der Kritischen Flotte ja gerade auf ihren
fiten, gewisse ung des Gesetzes Wfts. ne Aus, ung non Ja Zu Wochen- cs Eicke ir. Auch । erreich- ordstuick. beachtet, tin. hier 349 noch den weihen und renburger iktie lag tanaftien luch Mailich. Am rei etwas ) an, fiel ieber auf diese Se
im ejTjj
hinten ”
zsisewagen. Ich habe ihn so getauft, denn er eit bem leudjtenben Nachtgestirn sprechend» ähn- d. Auch bie unnahbare Ruhe hat er mit dem 'eien Gefährten ber Mutter Erbe gemein, unb es itit ihn nicht im minbeften, als ich nun boch in er Speisewagen vorstoße, meinen Platz einnehme n> burch Gesten (ich spreche nicht Russisch und er ; it*t Deutsch) zu erkennen gebe, daß ich hungrig :r In aller Ruhe verzehrt er vor meinen nei- lltjen Augen zwei weich gekochte Eier. Er schlürft -ii sichtlichem Behagen die Dotter, trinkt sein Glas ||et„ nickt mir freunblich zu, aber weder er noch Jirie beiben Gehilfen, bie junge Kellnerin mit bem Inilen Lockenkopf und ben blutrot lackierten, aller- im Laufe der Reise immer mehr an Glanz Ewmßenben Fingernägeln und ber schwarzhaarige i-'mmpfiffige Pi'kkolo, denken daran, mir gegen । lernen Hunger zu helfen. Noch sind sie daran, feiler recht ausgiebig zu frühstücken, und auch als sie j|ri:g sind, ruhen sie erst noch ein wenig aus, bis «r ,Lntourist"-Mann, ber enblich erscheint, bas Ritual zum Frühstück für bie Schlafwagengäste i |bL
Hann beginnen allmählich bie Vorbereitungen für unsere Atzung, nach unb nach erscheinen die- MZen, die klugerweise länger als ich im Bett ijttisgebalten haben, unb mir wird schließlich doch ersehnte Sättigung zuteil. Aber trotz dieses i&rtens gibt es keine Feindschaft zwischen uns unb s^cfllmonb". Wir Fahrgäste sehen ein, baß er unb fürs Gehilfen kein leichtes Leben Haden. Ohne Ab- Bling müssen die Drei während der ganzen Reise tttr Morgen bis spät in den Abend die Gäste des Ingen Zuges mit Speise und Trank versorgen, jMj man ihnen ein wenig Phlegma und Geruh- sttkeit nicht verübeln darf Zu ändern war daran [iils, und Jo mußte man sich daran gewöhnen
. "Vergleiche den ersten Reisebericht unseres Korre- f>3. benten in Nr. 113 vom 14. Mai 1941.
Eren, M5 '* ■
MNsmM :hc.upt sch° meine. der fof dese«
Möcht-« b )«n?' i.
)5 bie % ch unter *
arte, *1 nnerkop^


