Ausgabe 
27.2.1941
 
Einzelbild herunterladen

y* Kommt nicht häufig vor!

Auch MAGGI SUPPEN sind zur Zeit noch Würfel solcher Seltenheit.

gestiegen, und nun

Flabas

Consenroyi

Gremilty

Cincrey

~oameix

Moryemoultn

Facher^

iiaumi

HtrtufcvUle

^Verdun

Braquls

Fl RozeUier

F Haudainyille

Fresnes

Les Spanes qI \

nnbtes

Vamk/up9 §Uuf.*e

- von 30i/<

lommedieue

f^ulainville '^.£lani^e*

S£hät£fpur- Mogevllle 'iT^r'ßezonratir

o

FT Dpuaumont Dieppe

£ Brabant Maufn0*

Bethincourt

Malancourt ° >"265

. /*/ .^bebots":

Beaumont L.,> n£\ßrnes:

AW ^^Manheul^

)\ ' 1 Q'Chapive-.^fS

xxiu,, FTSouyiTle^ O*OF^

* *-5 tS >

®!wlllt Xaj PTavaAntti ^Ä,wr%H Hrchti v ö 0

Foroes*'''^ p>/nnV',x 1

. Curriieres -$ / - *''T

* * WC!

Ilr.49 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger tGeneral-Anzeiger für Oberheffen) Donnerstag, 27. Februar 1941

die Namen der ägyptischen Vizekönige damals stand das Nilland noch unter türkischer Ober­hoheit, unter denen der Bau ausgesührt wurden Die größte von ihnen ist Port Said am Nord­eingang des Kanals. Sie ist nach Said Pascha be­nannt, dem Lesseps seine Berufung und viel yoroe* rung beim Bau verdankte. In ihr befindet sich das große Verwaltungsgebäude der Kanalgesellschaft in der Gestalt eines maurischen Schlosses. Sonst ist das Aussehen der Stadt wenig freundlich. Sie ist: lediglich auf Zweckmäßigkeit abgestellt und beherbergt eine Bevölkerung von mehr als 100 000 Menschen aus aller Herren Länder.

Den Schiffen aus dem Mittelmeer zeigt das über­große Lessepsdenkmal auf der Hafenmole den Ein­gang zum Kanal. Ehe sie ihre Fahrt durch diesen antreten, müssen sich ihre Kapitäne verpflichten, bedingungslos ihr Schiff in die Luft 3U sprengen, wenn sie etwa festfahren sollten. Um das zu ver­meiden, fahren selbst die größten und schnellsten Schiffe nur 10 Kilometer in der Stunde, d. h. sie schleichen durch den Kanal. Nach dem Verlassen des Hafens sieht man zur Linken nur den eintönig gelben Sand der asiatischen Wüste. Rechts, nach Afrika hin, zeigen sich kleine Büsche, Schienenstränge der Eisenbahn von Port Said nach Kairo, die den Kanal fast die Hälfte seiner Länge begleitet und sich bei Ismailia nach Suez verzweigt, sowie die parallel gehende Landstraße. Wenn man den noch zum Nildelta gehörenden Menzalehsee mit den vielerlei Segelbooten hinter sich hat, erstreckt sich auf beiden Seiten nichts als Wüste. Ueberall Sand, feiner, glitzernder, rieselnder Sand. Dahinter gelbe Dünen, und irgendwo, weltenfern, ein rostfarbenes Band zwischen Himmel und Sand, der Horizont. Ab und zu bemerkt man eine Fellachenhutte, ein braunes Wesen kommt zum Wasserschöpfen, und dann die Häuschen der Kanalaufseher und Wächter inmitten einiger Mimosensträucher und anderen fah­len Grüns.

Auf der Straße gleitet eine Karawane von zehn bis zwölf Kamelen mit hockenden, verhüllten Araber­gestalten auf dem Rücken lautlos durch die Stille. Eine Kolonne von Eingeborenen ist unter Leitung von Kanalbeamten damit beschäftigt, die Uferbe­festigung .zu erneuern. Ueberhaupt fordert der Kanal dauernd Pflege. Herrscht Wind, gleichviel aus wel­cher Richtung, so weht unausgesetzt Sand in den Kanal. Um nicht das Schicksal der früheren Kanäle heraufzuführen, sind deshalb fortgesetzt gewaltige Bagger an der Arbeit, daß sie.die Fahrtrinne in der vorgeschriebenen Tiefe erhalten Schlimm ist natür­lich, wenn der Wind sich zum Sandsturm steigert und die feinen Körner durch alle Ritzen treibt sowie in alle Poren der Haut eindringen läßt. Aber noch schwerer erträglich ist die auf einen solchen Sturm folgende vollkommene Windstille Bei einer Tempe­ratur von 40 Grad im Schatten erstirbt dann alles Leben, man fühlt den Eingang zu der Hölle, die nachher das Rote Meer bringen wird. Mitten in dieser Wüstenwelt liegt die Stadt Ismailia am Timsahsee, benannt > nach dem Vizekönig Ismail Pascha, unter dem der Kanal vollendet wurde. Hier kommt vom Nil her der Süßwasserkanal heran, der den Hauptkanal bis Suez begleitet und an seinen Ufern das Wachsen kleiner Büsche ermöglicht Das genaue Ende des Kanals liegt etwas südöstlich von Suez dei Port T e w f i k, das seinen 'Namen von Tewfik Pascha, dem Nachfolger Ismails erhalten hat.

Die Führung der Schiffe durch den Kanal liegt Lotsen ob, die für diesen Dienst besonders ausge­bildet sind. Hauptsächlich sind es Griechen. Die Fahrt dauert 16 Stunden. Im allgemeinen können sich selbst große Dampfer ziemlich überall begegnen, nur die besonders tiefliegenden und breiten Tankschiffs für Erdöl und Wasser müssen an den vorgesehenen Ausweichestellen warten, um an einander vorbeizu­kommen, was auch nicht ganz ohne mühsame Ma­növer abgeht. Grundsätzlich haben die von Süden kommenden Schiffe das Vorfahrtsrecht. Der groge und kleine Bittersee eignen sich als solche nicht zum Ausweichen. Hier ist die Fahrrinne durch Pfähle ge­kennzeichnet, sie muß auch genau wie in den übrigen Teilen durch Bagger in der richtigen Tiefe gehalten werden. Bei ihren schon sprichwörtlich gewordenen Rieseneinnahmen fiel es der Kanalgesellschaft nicht schwer, alles nur Erdenkliche zu tun, um den Kanal in größter Leistungsfähigkeit zu erhalten. Darüber hinaus besann sie sich neuerdings auch auf soziale Verpflichtungen. Sie förderte die Kanalstädte durch die Anlage gemeinnütziger Werke und Einrichtungen, ja sogar öffentliche Parks und Gärten sind nach und nach entstanden.

Gerade durch diese Dinge wird der künstliche Cha­rakter des Kanalgebietes im Rahmen der gewaltigen Wüstenlandschaft noch mehr unterstrichen. Es ist ein unendlich feines Gebilde, das sich nur bei bester Pflege erhält. Die Entstehung des Bodens wie sein geschichtlicher Ablauf haben das nachdrücklich be­stätigt. Danach wird es verständlich, daß man sich im Weltkrieg vorZementschiffen" fürchtete, welche die Fahrrinne versperren könnten. Welches Zittern aber in die Kanalgesellschaft gefahren sein muß, als sie das Werk unserer Bomber verspürte, das auszu­malen bleibt der schweifenden Phantasie überlassen.

Azannes

Etain .

r

»km

Höhen in Metern

Die Karte wurde demNeuen Brockhaus", Allbuch des Verlages F. A. Brockhaus, Leipzig, entnommen.

colaiu

im

Seron O

L O

Amei

Schlacht bei Verdun

Maßstab V 300000

Bethelam rille o

Wüste erlag. Mehr als tausend Jahre verharrte er in diesem Zustande. Doch vergaß man ihn niemals.

Einen besonders interessanten Beitrag zu diesem Thema lieferte jüngst der Berliner Gelehrte Otto Quelle, der in dem Hofkammerarchiv zu Wien den Plan eines kurfürstlich pfälzischen Stadtratsassessors Carl August Heim in Heidelberg vom 19. März 1792 fand, in dem dieser dem deutschen Kaiser F r a n z II. (nicht wie Quelle meint Joseph II., da dieser schon 1790 verstarb) die Bedeutung des Suezkanals für den Handel Mitteleuropas darlegte. Dabei gelangte er zu dem Schluß, daß nach der Verwirklichung seines Planes der Hafen von Triest zu dem ersten in Europa, der ganze österreichische Staat aber zum blühendsten in der Welt werden würde. Die Zeit- Verhältnisse gestatteten jedoch kein Eingehen auf den Plan. Als sich Europa von den napoleonischen Krie­gen wieder erholt hatte, tauchte auch sogleich der Gedanke an den Suezkanal wieder auf. Er fand nun Verwirklichung, indem in den Jahren 1859 bis 1869 der Franzose Ferdinand von Lesseps den Bau nach den Plänen des Tirolers Alois Ne- g r e l l i durchführte.

Der Kanal ist 161 Kilometer lang, 11 Meter tief (für 9,45 Meter Tiefgang) und 80 bis 135 Meter breit (45 Meter an der Sohle). Er verläuft ziemlich genau nordsüdlich. Die Städte an ihm verewigen

mm» Ausgangsstellung

M e h Stellung am 23. Fehr. 1916 bis 27. Febr. erreichte Linie Stellung am 38.Juni 1916 x*x* * Ende Dez.1916

schlacht zur Einstellung der deutschen Angriffe.

Ob im Angriff oder m der Verteidigung, die nunmehr einsetzte: die Leistungen unserer Truppen sind in den folgenden Monaten und Jahren un­vergleichlich gewesen. Die Wegnahme der Festung war nicht gelungen, aber die französische Jugend hatte sich auf dem Schlachtfeld von Verdun verblutet. Freilich auch die deutschen Blutopfer waren sehr schwer. Eine Zusammenstellung der Truppenteile, die bei Verdun gekämpft haben, beweist das. Da ist das Alpenkorps, das allein 276 Offiziere und 13130 Mann verlor, da ist die 2. bayerische In­fanterie-Division, die bei Douaumont ebenfalls rund 10 000 Mann ließ. Auch die 1. Infanterie-Division mußte bei den Kämpfen unt Hardaumont den glei­chen Blutzoll zahlen. Wir können die einzelnen Divisionen nicht alle aufzählen, die ähnlich schwere Verluste an Offizieren und Mannschaften erlitten. Was Verdun bedeutet, das werden alle Mitkämpfer von damals nie vergessen,

Hier oben vom Marre-Rücken geht noch einmal der Blick auf die Stätten deutscher Tapferkeit. Da lag am Fumin - Wald die gefürchtete Kasemattenschlucht, die heute fast vollkom­men eingeebnet ist, und die damals unsere Reserven barg. Da lag unten im Grunde einst das Dorf V a u x. Heute erinnert nur ein Denkstein an diesen Ort. Westwärts davon liegt der Vaux-Teich, die einzige Wasserstelle stundenweit im Kampffeld. Zu ihr stiegen die deutschen Soldaten im heftigsten Artilleriefeuer hinab, um die nach Flüssigkeit lech­zende Zunge zu befriedigen. Was diese Stelle an Leid gesehen hat, ist ohne Beispiel, und noch heute fällt es dem alten Feldsoldaten schwer, davon zu sprechen. Jeder, der damals auf dieses Schlachtfeld tarn der stundenlang durch die öde Trichterhölle marschiert mar, den überfiel das Gefühl einer gren-

V März IS ie Srfjrofl H der j): tzen mit! -Linden s! lern bie i meincbefiü der M

imt in

'' o, MontierH!e

VerttopfgJ ^ernFrtJ isriJ 3g (fr. kJ tätteGhl

schi«1

I« änmeB ikeit.

Anzeiger.

H Regreß,

♦nuw,^6

Den Guezkanal entlang

Bon Dr. E. Waltam.

Verdun vor 25 Jahren und heute

Bon Karl Brammer.

Jüngst brachte der deutsche Wehrmachtbericht die Meldung, daß die deutschen Bomber im Suezkanal zwei Handelsschiffe zum Sinken gebracht hätten. Die Fahrtrinne sei gesperrt und dadurch eine schwere Stockung des Schiffsverkehrs entstanden. Die hier so offensichtlich in Erscheinung getretene Storung der wichtigsten Aufmarschstraße für die englische Kriegführung in Nordafrika gibt Veranlassuna, den Suezkanal einmal von der mehr technischen Se i t e zu betrachten, zumal seine wirtschaftliche und politische Bedeutung in letzter Zeit oft genug er­örtert worden ist. v e .

Der Suezkanal ist roemger das Werk eines ein­zelnen Menschen oder einer bestimmten Machtgruppe als eine gebieterische Forderung der Landesnatur und der geographischen Lage. Die Landenge von Suez, die im Tertiär, der jüngsten erdgeschichl- liehen Vergangenheit noch nicht vorhanden war, besteht aus jugendlichen Sandsteinen, Kalken und Sanden, die im Norden vom Mittelländischen Meer, in der Mitte vom Nil und im Süden vom Roten Meer abgelagert wurden und flachhügelige, vielfach von Dünen überwehte Hochflächen bilden Sie wird durch die nur 16 Meter hohe Schwelle El Gift (arabisch der Damm) in eine nördliche und südliche Abdachung geteilt und gliedert sich durch drei salzige Seebecken in drei Landstege, die meift nur wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen. Eine Landenge mit derartig geringen Höhenunter­schieden und außerdem noch eingelagerten Seen oer- fonnt nerabew nach einem Durchstich.

ei KtitifJ 3 haben1

Nr 9 bj die JBiijbi Erlegen] RitgliediJ r halten J > ermäCil Franeniti ilmat erbd ichtollglid - Angehd ten Kind 's. Sinder' igen zu «1

verbraucht wurde.

> Der Angriff auf dem linken Maasufer begann wer doch in den ersten Märztagen. Wichtige Stel­lungen kamen in unfern Besitz, aber schließlich anä die Schlacht doch in örtliche Emzelstoße über, in denen allerdings auch ungeheure Strome von Älut geopfert werden mußten Am 30. April uber- rahm General Nivelle die Verteidigung von Zerdun. Im Mai ging der Kampf am linken Maas- ifer besonders um die Höhe 304 und den Toten Mann, der schließlich von unseren tap- ftren Truppen besetzt wurde Immer wieder ver­suchten die Franzosen, in Gegenstößen Raum zu ceroinnen, immer wieder wurden sie zuruckge «

s-n. Im Juni wurde das Fort Vaux err id)t ; tos nach zäher Verteidigung durch den franzost chen I Major Raynal am 7. Juni kapitulieren muhte.

Mitte Juni erreichten wir das Fort Souü ne, ias war der äußerste Punkt, den wir ftmals er- L teidjen sollten. Von hier aus waren wir nur noch

4 Kilometer von Verdun entfernt, aber der Men I schenverlust und Materialverbrauch war ins unge

II.

Don der beherrschenden Höhe des Marre-Rückens eht der Blick weit auf das Schlachtfeld von , e r b u n zu beiden Seiten der Maas. In der 7erne nach Südosten zu liegen Vaux und Dou - umont, nördlich vor uns liegen die Wälder, i denen schwerste Kämpfe tobten, und beiderseits er Maas jene Höhen, um deren Besitz mehr Blut eflossen ist als jemals in allen Schlachten zuvor. $>a ist auf dem östlichen Maasufer die umstrittene j)ö I) e 3 4 4 und auf dem westlichen Maasuser die ) ö h e 3 0 4 und ber I o-t e Mann. Und hier vom Narre-Rücken geht auch ber Blick auf Verdun selbst inb auf die Voie Sacree, die Heilige Straße, die amals den einzigen Zugangsweg zur Festung Ver- un bildete, nachdem bie Bahnlinie von St. Mene- loulb zerstört worden war. Tag und Nacht wurden uf dieser Straße mit Kraftwagen Verstärkungen nd Munition herangebracht, denn die französische Rührung hatte nun doch erkannt, was dieser Kampf m Verdun bedeutete. Zunächst war man auf feinb- djer Seite nicht geneigt gewesen, dem Unternehm ien weitgehende operative Bedeutung beizulegen, bwohl der Kampf vor Verdun mit größter Wucht I »gesetzt hatte. Nur so ist es zu erklären, daß die Forts teilweise ohne Infanteriebesetzung geblieben baren. Sie hatten nur ihre Panzergeschütze samt Bedienung.

r Am 24. Februar aber, als bezweifelt werden Mißte, ob sich das rechte Maasuser noch werde lalten können, sah General I o s s r e die Lage ioch sehr viel ernster an, er wußte, daß der Ver- hft von Verdun oder auch nur des rechten Maas- ifers, sich auf die Kriegslage, auf die Stimmung fes französischen Volkes und bie Haltung ber Bun- lesgenossen in bedenklichster Weise auswirken stußte. Es konnte daher schwerlich einem Zweifel Interliegen, daß die Festung, wenn irgend möglich, Gehalten werden mußte. Nun kamen die strengen befehle, keinen Fußbreit zurückzugehen. Jeder Füh- Lr, der einen Rückzugsbefehl gab, sollte vor ein Kriegsgericht gestellt werden. In der kritischsten Etunbe erschien dann der Mann, der schließlich zum Fetter Verduns wurde, General Petain, der Mutige Staatschef Frankreichs. Er übernahm den befehl auf beiden Maasufern und organisierte bie Verteidigung. Die Schlacht um Verdun war zur kchicksalsschlacht für Frankreich geworden. Am 8. Februar 1916 rechnete man auf französischer ieite zwar immer noch mit einem Durchbruch der eutschen, aber die Lage hatte sich infolge ber Maß­ahmen des General Petain wesentlich gebessert, öeit der Krisis des 24. Februar war die Gesamt- f; ahl der bei Verdun auf französischer Seite fechten- en Divisionen von 9 auf mehr als 16 gestiegen. In Stelle der ursprünglich vorhandenen 164 schkve- ?n französischen Geschütze waren jetzt 500 in Wirk- timteit.

In diesen kritischsten Tagen hat bie Frage eines putschen Vorgehens auf dem westlichen j Qaasufer eine große Rolle gespielt. Hier stand ; ie französische Artillerie, die ja unseren Douaumont Kämpfern so viel zu schaffen machte, sie schädigte Ilie deutsche Infanterie bei ihrem Vorgehen in sehr fühlbarer Weise und hemmte mehrfach den Angriff es an bie Maas angelehnten rechten Flügels. Noch Nehr ft orte sie das Vorziehen der deutschen schweren LrtiUerie, bas an sich schon schwierig war bei ber frässe der wenigen schlechten und immer grundloser Werdenden Wege. Bei Nacht führte es vielfach in Stellungen, die vom Weftufer her zu erkennen und ftirksam zu fassen waren. Die Tragik auf deutscher Seite lag aber darin, daß die zur Verfügung ge­sellten Kräfte an Truppen und Artillerie nicht ü s r c i d) t e n, um neben dem Ostangriff zu- leich auch einen solchen auf dem Westufer zu be- ' treiben. Wenn auch Ende Februar an sich noch eine

Überlegenheit ber beutschen Artillerie bestand, so uuß doch darauf hingewiesen werden, daß Unsere Stärke im Steilfeuer lag, während die Franzosen in weitreichendes Flachfeuer wirksam werden ftßen. Demgegenüber mußte unser Steilfeuer auf größte Schußweite wirken, also mit größter Labung, mb das bedeutete eine vorzeitige Abnutzung ber beschütze Wie stark ber Munitionsverbrauch war, echt z. B. aus ber Tatsache hervor, baß bei den Äprilkämpfen am Toten Mann ber Inhalt von Mehr als 17 Munitionszügen an ejn em Tage

llSkUNsO bedroh!..' h dugefii? [werfen insbefo# i darf.

3 .Malancourt = Chattancourt

'Account s

zenlosen Trostlosigkeit. Hier war schließlich kein Quabratmeter Boben, ber nicht von Granaten zer­schlagen war. Nur hier und dort stand noch ein halbzerfetzter Baum und geringes Buschwerk. Aus grünen Wiesen war graue Wirrnis geworden. Alle Fruchtbarkeit des Bodens war dahin.

Wenn alle die Männer, Deutsche und Franzosen, die hier blutend und sterbend zu Boden sanken, sich erheben könnten, ganze Armeen ständen auf. Nirgendwo auf dieser Erde gibt es eine Stätte, die mehr Blut getrunken hat, die mehr Leid er­lebte, als der Boden von Verdun. Aber nirgendwo Haden sich auch Soldatenmut und Kameradschaft größer gezeigt als hier. Das Größte, was deutsche Soldaten leisten konnten, bas haben sie hier ge« leistet. Verbun war bie blutigste Schlacht ber Ge­schichte. Aber wenn man auch von der Hölle von Verdun sprach: Noch, heute ist das Herz vieler Soldaten von einst mit dieser Schicksalsstätte ver­bunden. Sie können Verdun nie vergessen, denn trotz Blut und Leid: es war ein Stück ihres Lebens. Heute, da die deutsche Kriegsflagge über der Stadt weht, gedenken wir nach 25 Jahren derer, die einst hier blieben. Schon glaubt man, eine Frühlings­ahnung zu verspüren, und die Verse des jungen Verbunkämpfers Dibelius kommen uns in den Sinn, der hier im Jahre 1916 bei Thiaumont fein Leben für das Vaterland gab:

So voll Glanz und Süße schien Nie mir deine Frühlingsstunde, So genoß ich nie dein Blühn, Selig in des Herzens Grunde. So mit sehnlicher Gewalt Zwangst du nie mich zu dir, Erde, Da ich ahne, daß ich bald

- Ganz zu dir gehören werde.

W'*' ; I» FromereviHf\

6ercourt o

iNontfäucon

Es ist daher nicht verwunderlich, daß schon ägyptischem Altertum ein solcher durchgeführt und in der römischen Kaiserzeit wiederhergestellt wurde, bis er im 8. Jahrhundert den Sandverwehungen der