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die jedoch mit dem Wunsch der mit diesen Ur­teilen bedachten Völker, nach ihrer eigenen Fasson selig zu werden, schwer in Einklang zu bringen sind.

Heute handelt es sich freilich nicht mehr um Urteile, die wir als unverbindliche Meinungs­äußerungen eines amerikanischen Staatsmannes mit gleichmütigem Achselzucken hinnehmen könnten. Der Präsident ist längst von Reden zu Taten über­gegangen, die seine politische Linie eindeutig fest­legen und nichts anderes bezwecken, als jene be­stimmte Lage zu schaffen, die den Krieg unabwend­bar macht. Wenn er im Oktober 1937 noch davon sprach,jede geeignete Maßregel anzuwenden, um eine Verstrickung in den Krieg zu vermeiden", so bedeutet seine Politik seitdem in Wahrheit die voll­ständige Umkehrung dieses Wunsches. Von einer inneren Wandlung wird man trotzdem nicht sprechen dürfen. Damals mochte Roosevelt noch meinen, die durch Deutschland und Italien heraufgeführte Revision der europäischen Unordnung Versailler Gepräges ohne aktives Eingreifen der Vereinigten Staaten verhindern zu können. Man konnte es noch England und Frankreich überlassen, die Gegen­minen zu legen und durfte sich selbst auf die Er­teilung der Zensuren beschränken. Die innere Ein­stellung war damals schon die gleiche wie heute, nur die Mittel, ihr Geltung zu verschaffen, sind heute andere. Wir wissen heute, wie die offiziellen Botschafter der Vereinigten Staaten, wie die persön­lichen Vertrauensmänner Roosevelts, wann und wo auch immer, ob in London, Paris und Warschau, ob in Belgrad oder in Tschunaking, der Partei der Friedenssaboteure, der Scharfmacher und Unent­wegten den Rücken gestärkt haben. Heute begnügt man sich nicht mehr mit unverantwortlichen Rat­schlägen, mit leeren Versprechungen und Aufstache­lung aller Leidenschaften, sondern treibt längst schon eine eigene aktive Kriegspolitik.

Ob das dem amerikanischen Volk selbst schon voll bewußt geworden ist, muß bezweifelt werden. Roosevelt und seine Leute haben cs auf eine gerade­zu raffinierte Weise verstanden, die öffentliche Mei­nung der Vereinigten Staaten mit aller Vorsicht Schritt für Schritt an das WortKrieg" zu ge­wöhnen. Das amerikanische Volk, das in seiner großen Mehrheit vom Kriege nichts wissen wollte, weil jedenfalls die ältere Generation das Experi­ment Wilsons noch vor Augen hatte, das den Ver­einigten Staaten Tausende ihrer Söhne auf den europäischen Schlachtfeldern, eine schwere wirtschaft­liche Zerrüttung und eine Menge uneinbringbarer Forderungen gekostet hatte, dies Volk hatte die scharfe Neutralitätsgesetzgebung gutgeheißen, die jede Wiederholung des Wilsonschen Abenteuers einer Verwicklung in europäische Streitigkeiten zu verhüten schien, und hatte mit Argwohn jeden Schritt der Regierung betrachtet, der von diesem gradlinigen Wege abzuweichen schien. Trotzdem hat Roosevelts Propaganda es offenbar fertig ge­bracht, diesen Argwohn einzuschläfern und im ame­rikanischen Volk jene imperialistische Begehrlichheit zu wecken, die zumindest seit Beginn des vorigen Jahrhunderts ein charakteristisches Merkmal der amerikanischen Außenpolitik ist, verbrämt durch den mit großer innerer Ueberzeugung ver­kündeten, auf andere Völker zwar überheblich und anmaßend wirkenden Glauben an die besondere Sendung des amerikanischen Volkes, der übrigen Welt Vorbild zu sein und sie für die amerikanische Lebensform, die amerikanische Freiheit, das angeb­lich höchste Glück der Erdenkinder reif zu machen. Bei Roosevelt selbst mischt sich der ihm von seinen jüdischen Freunden eingeimpfte Haß gegen die auto­ritären Mächte mit dem Wunsch, die Enttäuschung über das Mißlingen seiner wirtschaftlichen Reform­pläne durch eine neue Wirtschaftsankurbelung ver­gessen zu machen, für die die Aufrüstung der Schritt­macher sein soll. Zudem kommt ein ungeheurer Ehrgeiz, in den großen weltpolitischen Ausein­andersetzungen die führende Rolle an sich zu reißen und die Verlockung, clus der Katastrophe des bri­tischen Empire ein amerikanisches Weltreich aufzu­bauen, das weit über den Kontinent hinaus die Meere beherrscht und auf die Gegenküste hinüber- greist.

Roosevelt spiegelt seinem Volke vor, seine Sicher­heit sei durch das Bemühen der autoritären Mächte um eine sinnvolle Neuordnung des euro­päischen und ostasiatischen Raumes bedroht. Mit dieser verlogenen Behauptung, die schon durch die unangreifbare geopolitische Lage des amerikanischen Kontinents ad absurdum geführt wird, begründete Roosevelt die Hilfe für England, die Einrichtung von militärischen Stützpunkten auf den atlanti­schen Besitzungen Englands von Neu­fundland über die Karibische See bis nach Trini­dad, die Einbeziehung Grönlands in diewestliche Hemisphäre" und schließlich die Besetzung Is­lands durch amerikanische Marinetruppen. Damit sind die Vereinigten Staaten schon auf dem euro­päischen Kriegsschauplatz selbst erschienen. Mit der Landung amerikanischer Truppen auf fremdem Boden ist eine weitere Möglichkeit gegeben, eine be­stimmte Lage zu schaffen, die einen Krieg unab­wendbar macht, um noch einmal mit dem anfangs angeführten Zitat amerikanischer Staatsrechtler zu sprechen. Aus Island sollen im Nordatlantik Nordirland und Schottland folgen, auf britische Empfindlichkeiten braucht man angesichts der prekären Lage Churchills anscheinend keine Rücksicht mehr zu nehmen. Schon lange ist der Blick Roosevelts auf die Azoren gefallen, obwohl Portugal durch Entsendung zahlreicher Truppen und jetzt durch die Reise seines Staatsoberhaupts mit aller Deutlichkeit sein unveräußerliches Besitz­recht auf die Inseln geltend gemacht hat. Die K a p- Verde-Inseln vor der nordwestafrikanischen Küste, ferner an dieser Küste selbst das französische Dakar und neuerdings auch das britische Sierra Leone und die von befreiten nordamerikanischen Negersklaven gegründete und von den Vereinigten Staaten abhängige Republik Liberia sind wei­tere Ansatzpunkte der amerikanischen Begehrlich­keit. Es sollen dies gleichsam die auf die Gegenküste vorgeschobenen Außenforts der strategischen Stel­lung sein, deren innere Linie durch die atlantischen Besitzungen Englands und weiter nach Süden ver­längert durch Stützpunkte an der brasiilianischen Küste und in Uruguay an der La-Plata-Mündung gebildet wird.

Der Pazifik wird über der Sorge, sich immer näher an den atlantisch-europäischen Kriegsschau­platz heranzuschieben, keineswegs aus den Augen gelassen. Hier ist e5 erheblich leichter, dem ameri­kanischen Volke angebliche militärische Notwendig­keiten plausibel zu machen, denn schon seit Jahr­zehnten stehen die USA. in einem latenten Gegen­satz zu Japan trotz der denkbar engsten wirtschaft­lichen Verflechtungen, die beiden Mächten nur Vorteile gebracht haben. Wenn es den Vereinigten Staaten gelungen war, auf der Flottenkonferenz von Washington im Jahre 1922 das durch das furchtbare Erdbeben schwer erschütterte japanische Reich noch einmal zurückzudrängen, so hat Japan

seitdem mit eiserner Zähigkeit und einer kaum faß­baren Geduld an seiner Wiedererhebung gearbeitet. Als es mit der Gründung Mandschukuos den ersten Schritt zur Neuordnung des ostasiatischen Raums tat, sand es in den Vereinigten Staaten seinen er­bittertsten Gegner und im chinesischen Krieg sind die USA. neben England und der Sowjetunion stets die stillen Verbündeten Tschiangkaischeks gewesen. Längst haben die Vereinigten Staaten ihre Stütz­punkte in der pazifischen Inselwelt über die einst verabredete Linie nach Westen vorgeschoben und seitdem England durch seine Inanspruchnahme im Atlantik und im Mittelmeer sich nicht mehr in der Lage sieht, seine pazifischen Stellungen aus eigener Kraft zu behaupten,, trifft Roosevelt alle Maß­nahmen, nun auch hier Fuß zu fassen. Nicht nur daß die aus ihre Unabhängigkeit wartenden Phi­lippinen wieder so fest wie jemals zuvor in ameri­kanischen Händen sind, wird bereits davon gespro­chen, Niederländisch-Jndien und Singapore, ja so­gar Australien durch Landung amerikanischer Trup­pen in ihrer Verteidigungskraft 3u stärken, ameri­kanische Militärflugzeuge sollen dort überall schon in großer Zahl vorhanden sein. Meldungen aus Paris und Tokio sprechen in diesen Tagen mit wachsender Eindringlichkeit von einer Bedrohung Französisch-Jndochinas durch die beiden angelsäch­sischen Mächte im Verein mit Tschiangkaischek von dem britischen Birma und der südchinesischen Pro­vinz Pünnan her, wobei gleichzeitig auf Thailand ein verstärkter Druck ausgeübt wird, um es von Japan zu lösen.

Gleichzeitig sorgt Roosevelt daheim durch die alarmierende Note, die er weiteren militärischen Forderungen gibt, dafür, daß das amerikanische Volk in den autoritären Mächten den Feind sieht, der im Begriff ist, sich auf den amerikanischen Kon­tinent zu stürzen, so absurd eine solche Annahme auch für seden ruhig denkenden Amerikaner sein mußte. In einer Botschaft an den Kongreß fordert der Präsident, daß sämtliche eingezogenen Reserve­

offiziere und Soldaten der amerikanischen Armee und Nationalgarde auf unbestimmte Zeit bei den Fahnen bleiben, weiter fordert er die Aufhebung der Beschränkung der Neueinstellungen auf eine be­stimmte Höchstzahl. Das bedeutet einmal die Schaf­fung des Kerns eines stehenden Heeres und zum anderen die unbeschränkte allgemeine Wehrpflicht. Da beides in den USA. sehr wenig populär ist, muß Deutschland, das Roosevelt als Feind der Sicherheit der USA. an die Wand malt, dazu her­halten, das Schreckgespenst sein, das die Amerika­ner wehrfreudiger machen soll. Mit allen Mitteln der Propaganda, die der Präsident selbst auf höchste Touren gebracht hat, soll dem Volke, das in diesen Maßnahmen einen Schritt zum Kriege sieht, ihre Notwendigkeit plausibel gemacht werden. Da wird vor keiner Verleumdung, vor keiner Lüge zurück­geschreckt, mag sie noch so plump und durchsichtig sein, wenn sie nur den Präsidenten und die jüdi­schen Drahtzieher des Weißen Hauses ihrem Zweck näherbringt, das amerikanische Volk in die Panik­stimmung zu versetzen, in der vom Kongreß alle Vollmachten für Roosevelt verlangt werden können. Dazu gehört auch die Forderung des neuen Achö- Milliarden-Rüstungskredits. So rundet sich das Bild einer Politik des Angriffs, die eine in ihrem Haß und ihrer Machtgier gleich hemmungslose kleine Clique von Juden und Freimaurern mit Roosevelt an der Spitze dem amerikanischen Volke aufzwingt, um eine ihren Weltherrschaftsplänen entgegen« stehende Neuordnung im europäischen und ostasiati­schen Raum durch die autoritären Mächte zu ver­hindern und ihrerseits die Vernichtung der jungen Völker nach dem schamlosen Rezept des Juden Kaufmann einzuleiten. Heute sorgt die jüdische Agitation in Presse und Rundfunk dafür, daß das amerikanische Volk diese inneren Zusammenhänge nicht zu durchschauen vermaa. Aber wir haben den Feind erkannt und werden ihm zu begegnen wissen.

Dr. Fr. W. Lange.

Gegen Roosevelts schwarze Listen.

Santiago de Chile, 26. Juli. (DNB. Funk­spruch.) Der Exekutivausschuß derFederacion de Comerciantes" veröffentlicht einen energischen Pro­test gegen Roosevelts Schwarze Listen, die eine schwere Schädigung der nationalen Wirtschaft und einen Eingriff in die nationale Souveränität der südamerikanischen Länder bedeuteten. Das Verfahren der USA. widerspreche der von Roosevelt stets ver­kündetenPolitik der guten Nachbar­schaf t". Angesichts der zu erwartenden üblen fol­gen für die nationale Wirtschaft und den Lebens­standard in Chile müsse die chilenische Regierung beim Weißen Haus um Entkräftung der Schwarzen Listen vorstellig werden.

Das bedeutendste chilenische HandelsblattMer­curio" schreibt, Roosevelts Schwarze Listen seien von der öffentlichen Meinung Südamerikas mit Ueberraschung auf genommen worden. Sie würden zweifellos ernste Schäden für die Wirtschaft zeiti­gen, die zu den als Folge des Krieges bereits er­littenen Schäden und Beschränkungen des neutra­len Handels hinzutreten. Auffallend fei, daß ein Entschluß von solcher Tragweite durchgeführt wor­den sei ohne vorherige Fühlungnahme mit den Regierungen der betroffenen Länder und ohne Beratung - durch die panamerikanischen Wirt­schafts- und Finanzausschüsse in Washington. Frühere interamerikanische Vereinbarungen hätten den USA. ein anderes Vorgehen zur Pflicht ge­macht. Die chilenische Regierung sei stets Gegner des Systems der Schwarzen Liften gewesen, so z. B. im Weltkrieg. Jetzt sei angesichts der vollen­deten Tatsache nur zu hoffen, daß die chilenische Regierung ihre traditionelle Stellungnahme auf­rechterhalte.

*

Der chilenische Innenminister antwortete auf eine ihm von der ZeitungNacion" wegen der Ver­öffentlichungen über einen angeblich geplanten Naziputsch" in Chile vorgelegte Frage, er halte es für seine Pflicht, solche Informationen zu dementieren. Es handle sich hier um eine Alarmkampagne, die durch keinerlei tatsäch­

liche Vorgänge oder offizielle Unterlagen gerecht­fertigt sei. Die einzige Folae dieser Kampagne sei die Schaffung einer Atmosphäre der Unsicherheit, die niemanden nutze.

Erregte Kammerdebatte in Buenos Aires.

Buenos Aires, 25. Juli. (Europapreß.) Ver­treter zahlreicher argentinischer Firmen unternah­men jetzt beim argentinischen Außenministerium Protestschritte gegen das System der Schwarzen Listen, das gegen die Zusicherung der Gleichberech­tigung bei der Geschäftsausübung in Argentinien, wie sie in der Verfassung festgelegt sei, verstoße.

Aus den gleichen Gründen protestierte der kon­servative Abgeordnete Didela Dorna (Regie­rungspartei) öffentlich vor der Kammer gegen die Schwarzen Listen der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Er verurteilte namentlich das Vor­gehen der USA.-Handelskammer in Buenos Aires, die zahlreichen argentinischen Firmen Frage­bogen gesandt und sie um genaue Auskunft über ihre Geschäftsbeziehungen, Bestellungen, Art der Lieferfirmen, Bestimmung der gelieferten Waren, Zusicherung keines Verkaufs an Schwarz-Listen-Firmen ufw. ersucht habe. Der Ab­geordnete betonte weiter, die kürzlich vom Parla­ment eingesetzte U n t e r s u ch u n g s - Ko m m i si- s i o n brauche sich nur an die U8A.-Handelskammer zu wenden, die ihr alle Untersuchungsarbeit in Ar­gentinien bereits abgenommen habe. Ferner betonte der Abgeordnete, daß die Schwarzen Listen einen starken Sektor des argentinischen Handels bekämpf­ten, weil dieser nicht den USA.-Jnteressen diene. Auf die Feststellungen des Abgeordneten Videla Dorna erfolgte in der Kammer eine lebhafte Auseinandersetzung mit Abgeordneten der Linken, die für eine engere Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten von Nordamerika ein­treten. G

LlGA.-Einmischung auch in Kernost.

Von unserer Berliner Schriftleitung.

Zwischen Tokio und Vichy ist eine Vereinbarung über eine japanisch-französische Zusammenarbeit für die Verteidigung Jndochinas ge­troffen worden. Die englischen Absichten auf die französische Kolonie erfahren damit eine sehr deut­liche Warnung. Javan und Frankreich sind aber gemeinsam entschlossen, ihre eigenen Interessen auf Grund sehr realistischer Erwägungen zu wahren. Diese Tatsache hat die Kriegshetzer und Aggressoren in den Vereinigten Staaten auf den Plan gerufen. Staatssekretär Hüll und Unterstaatssekretär Sumner Welles haben Erklärungen abge­geben, aus denen hervorgeht, daß die Vereinigten Staaten durch das erwähnte Abkommen eine Be­drohung ihrer Interessen erblicken. In diesem Sinne sind auch diplomatische Schritte von Washing­ton aus unternommen worden. Sumner Welles führte aus, daß die japanischen Stützpunkte in Jn- dochina die Beschaffung von Rohstoffen gefährden, die für die USA. sehr wesentlich seien, wie Zinn und Kautschuk. Diese Materialien seien sowohl für die normale Wirtschaft wie für die Rüstungen Ame­rikas notwendig. Die japanischen Schritte würden außerdem die Sicherheit der Philippinen bedrohen und damit die nationale Sicherheit der USA. ge­fährden.

Es ist eine unerhörte Anmaßung der Dollar-Politik, sich in die Angelegenheiten fast der ganzen Welt einzumischen und überall die Gefähr­dung amerikanischer Interessen ins Feld zu führen. Zuerst wurde Grönland besetzt, dann folgte der Schlag gegen Island, in ganz offener Weise wer­den die Azoren, die Kapverdischen Inseln, Liberia und Dakar als nordamerikanische Stützpunkte ge­fordert, die südamerikanischen Staaten werden wirt­schaftlich vergewaltigt aber die Kriegshetzer in Amerika stellen sich als die verfolgten Unschulds- lämmer hin, die sich bald von Deutschland ober von Italien und Japanbedroht fühlen". Erst hat Roosevelt, die westliche Hemisphäre als das eigenste Interessengebiet der Vereinigten Staaten hinge- stcllt, als er aber seine Absichten auf europäische Stützpunkte vertrat, erklärte er zynisch, man wisse nicht so genau, wo die eine Hemisphäre anfängt und die andere aufhört, sicher aber müsse Nordamerika alles tun, um jeder Bedrohung enthoben zu sein. Sumner Welles erklärte damals, daß die USA. nie­mals dulden würden, daß solche Stützpunkte wie die Azoren sich in anderen Händen befänden als in

denbefreundeter" Staaten. Nun wird mit der­selben Dreistigkeit der Versuch gemacht, die Ver­ständigung zwischen Japan und Frankreick) über Jndochina zu stören. Wenn die amerikanische Rü­stungsindustrie sich durch diese Vereinbarungen in ihrer Produktion gefährdet sehen sollte, so ist das eine lächerliche Uebertreibung, auf keinen Fall aber ein Grund zur Einmischung in die fernöstlichen Probleme, die zunächst einmal von den betei­ligten Staaten selbst zu regeln sind.

Man darf gespannt sein, ob die Dollar-Politiker auch diesmal das Schlagwort von derDemokratie" heranziehen werden, wenn sie ihre Drohungen gegen die Befriedung im Fernen Osten begründen, lieber dieses Thema hat gerade jetzt der bekannte Zei­tungsverleger Hearst imNew York Journal American" sehr lehrreiche Worte gefunden. Er hat den Demokratien Englands und Amerikas vorgehal­ten, welche Haltung sie gegenüber Finnland und den baltischen Staaten eingenommen haben, als diese sich gegen den sowjetischen Despotismus zur Wehr setzten. Die westlichen Demokratien hätten aber nur Versprechungen geliefert. Die einzige tatsächliche Hilfe hätten diese Staaten nur von Deutschland bekommen. Die Sowjets und Stalin hätten sich nicht geändert, aber die großen imperia­listischen Demokratien hätten sich von ihren an­geblichen hohen Idealen weit entfernt. Mit diesen Worten erinnert Hearst an die Tatsache, daß die amerikanische Demokratie nichts anderes ist, als der Deckmantel für die rein persönliche Politik Roose­velts, der seinerseits wieder von den Plutokraten, Freimaurern und Börsenjuden abhängig ist. Aus ihren Befehl tritt er als Friedensstörer auf und läuft dem Kriege nach, erst in Europa, jetzt auch im Fernen Osten.

Britischer Banngut-Transport für Tschunking.

Schanghai, 25. Juli. (DNB.) Der britische DampferHilda Moller" mit etwa 600 Tonnen Baumwollwaren und Maschinenteilen an Bord, die laut Zolldeklaration für Kalkutta und Ran­gun bestimmt waren, wurde von den japanischen Marinebehörden angehalten, als er aus Schanghai auslaufen wollte. Der Dampfer mußte die Ladung löschen, nachdem festgestellt worden war, daß sie tatsächlich Tschunkinger Eigentum und fiir

Gebet für das Gowjetbundnis

Der anglikanische Erzbischof von 9) forderte am 24. Juli zum Gebet fürdie rücksichtz,! lose Unterstützung des Bündnisses Englands mit btt Sowjetunion im Kampf gegen Deutschland" qu In dem Blatt seiner Kirchengemeinde schreibt tv. Wir dürfen uns nicht von bösen Ahnungen be­einflussen lassen, wenn wir uns mit Rußland vy, einigen, um den gemeinsamen Feind zu bekämpfi,.! Wir können hoffen, daß durch die Vereinigung nj uns die öffentliche Gottlosigkeit in der Sowjetunion nachlossen und letzten Endes aufhören wird." Dir Hinweis aufböse Ahnungen" deutet an, daß Mitglieder feines bischöflichen Sprengeis nicht ga» mit dieser Parole des anglikanischen Kirchenhirtkn einverstanden sind. Es ist derselbe Erzbischof von York, der im Jahre 1937 amerikanischen Presse­vertretern erklärte,. zur Begründung des Völker bundes müsse ein neuer Weltkrieg geführt werde,, da der erste Weltkrieg nicht alle wünschenswert^ Ergebnisse gebracht hat. Wenn ein deutscher Leser fragt, wie ein hoher Kirchenfürst zu solchen Aeuße. rungen kommt, so ist die Antwort einfach: die enz- liche Hochkirche ist die Gründung jenes Heu- rief) VIII., der sich vom Papst lossagte, um inj, gesamt sechs Frauen heiraten zu können. Drei vy ihnen endeten auf dem Schafott. Die anglikanisch Kirche ist nie des geistigen Einflusses dieses koni^ lichen Blaubarts verlustig gegangen.

Tschungking bestimmt war. Der Kapitän gab z,, daß die von den Japanern vorgeschriebene Unter- suchung der Ware vor Auslaufen des Schiffes vkr, den Engländern umgangen worden war.

Japan

läßt sich nicht einschüchtern.

T o k i o, 25. Juli. (DNB.) Mit der Haltung lands und der USA. gegenüber Japan, besonder; mit Rücksicht auf zahlreiche Meldungen über feine geplante wirtschaftliche Einkreisung, beschäftigt sih ein großer Teil der japanischen Presse. In Bezrg auf die Erklärung Roosevelts, daß die USA. daraus vorbereitet seien, bei einer Veränderung der Lage in Fern ost wirtschaftliche Sanktionen gegen Iopcn durchzuführen, erklärtTokio Nitfchi Nitschi":Die USA. irren f i ch gewaltig, wenn sie annes- men, daß derartige Gewaltakte Japan ein schlich« tern oder veranlassen könnten, sich der sogenann­ten Fernostpolitik der USA. zu unterwerfen.

Die dem Außenamt nahestende Zeitung Times and Advertiser" schreibt, die durch EnglaO, die USA. und Tschunking geschaffene Lage an bei Grenzen Französisch-Jndochinas bedrohe dir Sicherheit dieser Kolonie, die für eine friedliche Zusammenarbeit mit Japan pnd gleich zeitig auch für die Operationen Japans gegen chine­sische Kräfte in Südchina unerläßlich sei. Die ernst Lage, sowohl wirtschaftlich als auch militärisch, oer« lange deshalb eineprompte Aktion, M Mächten zuvorzukommen, die nicht nur Japan von Zufuhren aus* Französisch-Jndochina abschnei den wollten, sondern auch neue Wege zur Unterstützung Tschungkings zu finden suchten.

Das Interesse Frankreichs.

Vichy, 25. Juli. (DNB.) In Vichy wies men im Zusammenhang mit der chinesisch-englischen drohung Jndochinas auf die vertragliche An­erkennung Japans als meiftintereffieti Macht im Fernen Osten hin und findet es logisch, wenn Jndochina gemeinsam mit Japan vorbeu­gende Maßnahmen gegen diese Bedrohung treffen würde. Die Meldungen der japanischen Presse, daß es in Burma, Singapore und in o et Pünnan-Provinz zu englisch-chinesischen Bespre­chungen und Zusammenkünften gekommen ist, wirst den durch Meldungen aus Jndochina bestätig!. Eden hatte selbst am Mittwoch im Unterhaus amf eine militärische englisch-chinesische Vereinbarung hingewiesen. Man hat daher in Vichy volles 23er- ständnis dafür, daß Japan angesichts dieser Be­drohung im Fernen Osten beunruhigt ist. Das Oeuvre" erklärt, Frankreich suche mit Japan bis Grundlage eines Abkommens, um d-r Souveränität Jndochinas im Rahmen der durch Tokio gegebenen Garantien zu erhalten. DerM- tin" schreibt, über Jndochina stehe heute bat gleiche Drohung w i e über Syrien Dir zwei Monaten, diesmal richtete sich die Drohung aber nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen Japan. Jeder Versuch Englands, in 3i- dochina festen Feß fassen zu wollen, würde b'it Gegnerschaft Frankreichs und Japans bringen. Unb England werde diesmal weder den Vorteil b<r zahlenmäßigen Überlegenheit noch der überlegenen Stärke haben.

Irlands Witte zur Neutralität

Dublin, 25. Juli. (DNB.) Im irischen D-!l kam es am Donnerstag zu einer Aussprache, in b-et abermals deutlich unterstrichen wurde, daß Irland den unbedingten Willen hat, seine Neutrali' tat in jeder Beziehung zu wahren. Ein Vertreter der Opposition, der Abgeordnete Dillon, hat« vorgeschlagen, Irland solle doch seine Neutralität aufgeben und bis zur Grenze feiner Leistung fähigkeit mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten Zusammenarbeiten.

Diesen Aeußerungen Dillons trat der Opposition s> leiter Cosgrave in unmißverständlichen Worten entgegen. Ebenso unterstrich Ministerpräsident de Valero abermals, daß' Irland alles tun werde, um seine Neutralität zu wahren. Er erinnerte an das Versprechen Großbritanniens im Weltkriezt, das die Freiheit für die kleinen Nationen ffltf sichert hatte, dennoch aber die Teilung Irland vornahm. Die Neutralitätspolitik sei weder ein leichte noch eine feige Politik. Irland wolle leben und leben lassen.Jch hoffe, daß kein Irländer mit einer Freiheit zufrieden sein wird*die einem Te" Irlands zuteil wird, bis die ganze Nation als Jol(ft frei ist und in Freiheit von Vertretern des irischen Volkes regiert wird. Dies ist unser Ziel und folan$e wir es nicht erreicht haben, hat es keinen Zwea. über die großen Prinzipien zu reden, für die di« eine Seite angeblich kämpft, und die die andere Seite angeblich vernachlässigt."

General Weygand als Generalgouverneur von Algier. Vichy, 25. Juli. (Europapreß.) Der zum Gelie- ralgouDerneirr von Algier ernannte General Wely> ganb hat sein neues Amt angetreten. Er hielt an­läßlich seiner Amtsübernahme eine Ansprache, m der er erklärte, daß in Zukunft bei der Verwaltung die Interessen der Eingeborenen-Bevölkerung berii^1 sichtigt werden müssen. Der französische Wirtschafts­fachmann Gaillet wurde General Weygand