Das Bild des Tiefrufen.
Der französische Schlachtenmaler Edouard De» t a i l l e (1848—1912), der zu seiner Zeit bei seinen Landsleuten fast ein Ansehen genoß, wie bei uns etwa Menzel, saß in seinem Pariser Atelier und malte an einem Soldatendi'lde, als ein hunger Re- krut bei ihm eintrat. Als der Künstler fragte, was er wolle, sagte er etwas verlegen:
„Ich wollte mich mir erkundigen, ob der Herr Detaille nicht vielleicht so gut sein wollte, ein Bild oon mir zu malen, ich brauche eins."
„Wer hat Sie denn zu mir geschickt?"
„Ach, die Kameraden im Regiment haben mir gesagt, ich sollte mal zu Ihnen gehen, Sie mochten so gute Bilder, und die roärep auch ähnlich. Meine Eltern möchten so gern von mir ein Bild als Soldat haben. Was würden Sie wohl dafür berechnen?"
„Run, wieviel haben Sie denn in Ihrer Lasche?" fragte der Maler lächelnd, da er sah, welchen Scherz sich die Kameraden mit dem guten Jungen aus der Provinz gemacht batten.
„26 Franks ... , sagte der Rekrut zögernd, zog sein großes buntes Taschentuch heraus, knüpfte es auf und zählte dem Meister viele kleine Silbermünzen und Kupferstücke vor. Der Maler sah vergnügt zu, sagte aber kein Wort.
„Ist das vielleicht nicht genug?" fragte der Soldat schüchtern.
„Aber ja, durchaus genug", sagte der Maler beruhigend, „kommen Sie nur und setzen Sie sich dort hin!"
Der Rekrut mußte sich auf einen Stuhl setzen, der Maler nahm Stift und Pinsel und Palette, und mit schnellen Strichen entstand bald ein lebens- volles Bildnis des jungen Kriegers.
„Sie müssen mir aber auch mitteilen, ob Ihre Eltern mit dem Bilde zufrieden waren", sagte Detaille, als er fertig war.
„Oh, ich hoffe doch", meinte der Soldat und besah sich dann selbst sein Porträt, „es ist gar nicht so übel." Und er schickte sich an, den letzten Rest seiner kleinen Geldstücke aufzuzählen.
„Das behalten Sie bitte für sich", sagte der Maler und schob ihm die Münzen wieder zu, „aber ich stelle zwei Bedingungen: erstens müssen Sie dieses Geld auf mein Wohl vertrinken, und zweitens — schicken Sie mir ja keinen Kameraden oon Ihren Regiments" CK*
37000 BRT. im Mittelmeer versenkt
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Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter bet uptschriftleiterö: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politt! und
so ganz unrecht.
Insel. SeeffreUfräfte schossen drei britische Kampfflugzeuge ab.
Die brlllfche Luftwaffe erlitt auch gestern an der Kanalküste eine schwere Niederlage. Der Feind verlor 33 Flugzeuge, von denen 27 — darunter neun viermotorige Kampfflugzeuge - durch Jäger und sechs durch Flakartillerie abgeschossen wurden. Vier eigene Flugzeuge gingen verloren.
Britische Kampfflugzeuge warfen in der letzten Nacht im nordwestdeutfchen Küstengebiet Spreng- und Brandbomben. Die Zivilbevölkerung hatte Verluste an Toten und verletzten. Wehrwirtschaftlicher oder militärischer Schaden entstand nicht. Nachtjäger und Flakartillerie schossen zwei der angreifenden britischen Kampfflugzeuge ab.
feier mit der Rede des Ministers wird über alle deutschen Sender übertragen.
doch bern nicht dies Und nicht
König Michael und der Staatschef General Anto- pescu trafen in der Hauptstadt der Bukowina Czernowitz ein, wo sie von der Bevölkerung mit tiefer Freude empfangen wurden.
Oer Wehrmachtbericht.
DRV. Aus dem Führerhauptquartier, S. Juli. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt Irtannh
Die Operationen lm Osten schreiten auf Itt gesamten Front unter teilweise harten ? ämpfen planmäßig fort. Große Mengen von ßefangenen und Kriegsmaterial werden läglich ein- irbracht.
Einzelne Kampfflugzeuge belegten in der letzten Lacht militärische Anlagen im Ostteil der Stadt Moskau und nördlich des Kreml mit Bomben.
Im Kampfe gegen England bombardieren Flugzeuge, die zur bewaffneten Aufklärung ein- ,eseht waren, Hafenanlagen im Rordosten der
planmäßiger Fortgang der Operationen im Osten
Militärische Anlagen in Moskau erneut bombardiert. — Die schwere Niederlage der britischen Luftwaffe an der Kanalküste.
doch. Sie hatten Glück. Sie waren beide nicht dumm. Sie tarnen wieder zusammen, kühl beinahe bis ans Herz hinan zwar, aber sie kamen eben doch zusammen. Sie hatten gemerkt, daß sie einander vielleicht liebten, und wollten sehen, wie es beim anstünde. Dies und das und jenes gefällt mir an ihm, dachte sie, und jenes und das und möchte ich an ihr anders haben, dachte er. in manchem dachten beide, hat sie, hat er ja
Der neuernannte spanische Bots ch a fter ' sinat y Esriva de Romani,
Am Vorabend der Eröffnung empfing Reichs- Pressechef Dr. Dietrich im Hotel „Bier Jahres- Zeiten" die Vertreter der deutschen und ausländischen Presse. Außer dem Staatskommissar des Hauses der Deutschen Kunst, Gauleiter 2ldols Wag- ner, waren Professor Heinrich Hoffmann und Di- rettor Kolb vom Hause der Deutschen Kunst er- schienen.
Kleine politische Nachrichten.
Zearbeitung aller zwischen Algier und Frankreich chwebenden Wirtschaftsfragen beigegeben. Man er. ■ lieft in dieser Ernennung den Wunsch, die Wirt- chaft Nordafrikas mit der des Mutterlandes vor- ehmlich auf dem Gebiet der Versorgung enger zu lerflechten.
Französische Freiwilligen-Legion zum Kampfe gegen die Sowjets.
D i ch Y, 25. Juli. (DRB.) Der Zentralausschuß !er französischen Freiwilligen-Legion gegen den Bolschewismus, der in Vichy zusammentrat, gibt sie Gründung der französischen Freiwilligen-Legion lefannt. „Diese Legion", so heißt es in der Verlaut- lorung, „die in verschiedenen Einheiten organisiert oirb, hat bie Aufgabe, gegen bas bolschewistische Lußlanb zu kämpfen. In den Einheiten werden alle Waffengattungen vertreten fein.
Der neuernannte s p in Berlin, Don Iosö Fi.— - Graf von Mayalde, ist in der Reichshaupt- stabt eingetroffen.
Die Leiben des lettischen Volkes unter bem Sowjetregime sinb Oegenftanb eines ausführlichen Berichtes eines Rigaer Korrefponbenten von „Svenska Dagblabet". 80 bis 90 v. H. ber lettischen Intelligenz seien aus gerottet, heißt es in bte- fern Bericht.
Der französische Kriegsminister General Hunt- z i g e r hielt in Marseille anläßlich ber Rückkehr ber Fahnen ber Levante-Armee nach Frankreich eine Rebe, in ber er bie tapfere Haltung ber fron- zösischen Truppen in bem ungleichen Kampf gegen bie britischen Streitkräfte in Syrien hervvrhob.
Als erster finnischer Offizier in biefem Kriege ist Oberst Ernst Ruben Lague in Anerkennung feiner Tapferkeit vor bem Fembe zum Ritter des finnischenFreiheitskreuzes ernannt und mit bem Mannerheim-Kreuz II. Klaffe ausgezeichnet worben. Oberst Lague hat mit seinen . Truppen in hartem Kamps Schritt um Schritt einen bebeuten- den Teil von Ost-Karelien am Lagoda-See befreit und die finnische Grenze überschritten.
fiauptfdjrtftleiterö. ----- -------------- ; .
Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für da« Feuilleton: Dr. Han« Thyriot, für Stadt Gieren, Provinz, Wirtschaft u. Sport: Ernst Blumschetn.
Druck und Verlag: Brühlsche UniversitStSdruckeret «.Lange K.<8. Verlagsleiter: Dr.-Ina. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Han« Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.6.
Wie eine Liebesgeschichte?
Von Rudolf Schneider-Schelde.
Es hatte begonnen, wie es fast immer beginnt, tut Blicken und Blumen und scheuen Worten, mit Mnbebrüden und Briefen, und bann kam ein ln&. Dann kam ein Stellbichein und wieder em Inch. Sie sagten, daß sie einander liebten. Sieschr^- len es auch. Es kamen mehr und andere Kusse und refjr Blumen, bas heißt, bie Blumen kamen immer hin ihm, unb sie nahm sie an. Die Kusse kamen par auch von ihm, aber he 8^ sie ab und zu Z rück. Es war wie eine Liebesgeschichte. Sie hat- hn von Liebesgeschichten gehört und hatten Llebes- o schichten gelesen, und also begannen sie so, wie F genört und gelesen hatten, und wie es ihnen st'fiel unb auch natürlich vorkam. Sie sagten i« Leier, daß sie einander liebten. Es war sehr schon. 6ue empfanden, daß es sehr schön war unt> h* fctten es auch so gelesen. Es mar bie Lu^e, emp Mden sie. Sie waren beide sehr jung unö glaub- bn an bie Liebe, obwohl sie von ihr nur wußten, Das sie gehört und gelesen hatten. Sie waren siHer, daß es so bleiben würde.
Aber es blieb nicht so. Einmal kam ein Tag, va buchte er keine Blumen mit, einmal kam ein xag, t>: verstand sie nicht, was er in sich fühlte. Es kam Sein Tag, an dem sie stumm voreinander stanoen, ihb es war, als blicke aus jedem von ihnen em <r derer den andern an, einer, der anders war, als et bisher geschienen hatte, jemand, den man mcyi bsssen mochte. ,
Was war das? Wo war sie von gestern, wo inr ihr süßes Lächeln, wo war er, jener, der im- »>tr so ft oh mit Blumen gekommen war? Sie nev im einander doch? Es war doch wahr, daß sie [Mianber liebten? War es wahr? Sie forschten m Ity-er Erinnerung. Da waren die Liebesgeschichten, sie gelesen und gehört hatten, und war, daß 1\ Lander liebten, wie es in diesen Geschichten.stand.
Aber sie kannten einander nicht. Sie liebten ein- fluider, ohne viel voneinander zu wissen, sie nevt andern bas, was sie von ihm flüchtig -g^traum, kil.chtig gesehen, flüchtig gehört und fluchtig gesuhlt h^Mten, sein hübsches Aussehen, ihre reizende Ge- Mt, seinen redlichen Mick, ihre, zurückhaltende • Bärme, seine süßen Liebesworte, ihr seliges ui
Jäger mit ebenfalls mehreren Luftsiegen. Das stolze Gesamtergebnis eines 30ftstndigen Kampfes waren 87 abgeschosfene Briten. Darunter befand ich auch die Führermaschine eines vier- notorigen Verbandes, ber geschlossen an- 'log und von einem tollkühn angreifenben deutschen Feldwebel zersprengt wurde, nachdem er zuerst den Staffelführer abgeschossen hatte. Die aufgelöst nach Westen fliehenden Engländer verloren bann noch weitere 8 Maschinen, so bah nur drei Flugzeuge ber chweren Bomberstaffel sich durch die Flucht retten konnten.
Angriffsversuch auf Berlin. Fünf britische Kampfflugzeuge in der Nacht zum Samstag abgeschossen.
Berlin. 26. Iuli. (DBB. Funkfpruch.) In der Nacht znm 26. Juli flogen britische Kampfflugzeuge ins Reichsgebiet ein. Infolge der wirksamen Jagd- und Flakabwehr gelang es nur einzelnen britischen Flugzeugen, bis zur Reichshanpt- st a d t vorzuftohen. Sie konnten jedoch nicht bis zum Stadtkern vordringen. Einige Bomben fielen in den Außenbezirken auf Wohnviertel. ohne militärischen oder wehrwirtschaftlichen Schaden anzurichlen. Einige Personen sind getötet und verletzt worden. Bei den Angriffsversuchen aufs Reichsgebiet wurden fünf britische Kampfflugzeuge abgeschossen.
Das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Berlin. 25. Juli. (DRV.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh dem Kommodore Major Freiherrn von Malt- z a h n das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes und sandte ihm folgendes Telegramm: „In dankbarer Würdigung Ihres heldenhaften Einsatzes im Kampf für die Zukunft unseres Volkes verleihe ich Ihnen zu Ihrem 40. Cuflfieg als 29. Offizier der deutschen Wehrmacht das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes."
Glückwunsch des Führers an den Gauleiter.
3X5(6. Frankfurt a. M.. 25. Iuli. Der Führer sandle an Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger anläßlich seines 57. Geburtstages nachstehendes Telegramm: „Führerhauptquartier. 24. Juli. Rehmen Sie zn Ihrem Geburtstag meine herzlichsten Glückwünsche entgegen. Adolf Hiller."
Eröffnung
der Großen Deutschen Kunstausstellung
Berlin. 25. Juli. (DRV.) Reichsminister Dr. Goebbels wird am Samstag, 26. Juli, vormittags 10.30 Ahr. zur Eröffnung der Großen Deutschen Kunstausstellung 1941 im Haus der Deutschen Kunst i n M ü n ch e n f p r e ch e n. Die Eroffnungs-
„Man hatte uns erzählt.
Ein gefangener brittscher Pilot berichtet.
Von Kriegsberichter W. Höphner-Flatow.
Schwedische Freiwillige zur Verteidigung der Freiheit des Tiordens
Stockholm, 25. Juli. (DRB.) Zur (Entfenbung fchwebifcher Freiwilliger zum Kampf gegen den Bolschewismus veröffentlicht der Arbeitsausschuß bes Verbandes bes schwedischen Freiwilligenkorps eine Verlautbarung, in ber es heißt, baß sich viele frühere Mitglieber des Korps für den finnischen Kriegsdienst gemelbet hätten. Diese hofften, bah immer mehr ihrem Beispiel folgen würben. In ber gegenwärtigen Lage gäbe es keinen anderen Weg, auf bem schwedische Männer bie Sache Finnlanbs unb bie Verteidigung ber Freiheit bes Nordens besser fördern könnten. Weiter berichtet bie Stockholmer Presse, baß sich eine Reihe von Offizieren als Freiwillige gemelbet hätten, die teilweise b e - reits nach Finnland abgereift seien.
Kreuzer, der auf der Rückfahrt nach Gibraltar begriffen war, wurde von unseren Flugzeugen torpe» biert. Ein weiteres Kriegsschiff großer Tonnage würbe mit Bomben von 500 Kilo getroffen. Aus weiteren Nachrichten ergibt sich, baß am 23. Juli auch ein Flugzeugträger von unseren Bomben be- schädigt würbe unb einer ber getroffenen Dampfer gesunken ist. Die Zahl der vom Feind verlorenen Flugzeuge erhöht sich von sieben auf acht, die ber unseren von brei auf fünf.
Bei ber Torpebierungsaktion haben sich bte Mannschaften unter bem Kommanbo ber Flugzeugführer Hauptmann Moiolo, Leutnant Rivoli, Leutnant bi Bella unb bie Sturzkampfoerbände unter bem Befehl ber Hauptleute Zucconi unb Rizzi ausgezeichnet. v L
In Norbafrika würben an ber Tobruk- Front feindliche Abteilungen, bie sich einem unserer Stützpunkte genähert hatten, mit Verlusten zurückgeschlagen.
In Ostafrika Artillerietätigkeit in bem Abschnitt von Uolchefitunb C u l q u a b e r t ((Son- bar).
ter Gebauten gemacht über den wilden Zickzackkurs bes Schiffes unb bie zahllosen Begleitboote. Als uns bann aber alte, ordengefchmückte Piloten der RAF. erzählten, bah in den oon ben beutschen besetzten Gebieten im Westen einfach nichts mehr ba fei, glaubten wir tatsächlich, wir mürben nichts an« beres mehr zu tun haben, als mit ungefährlichen Spazierflügen die letzten Reste ber deutschen Wehrmacht in Holland, Belgien und Frankreich zu zertrümmern." , „,
„Aber bas ist boch ein geradezu verbrecherischer Leichtsinn", warf einer von uns ein, „jungen Fliegern ohne Fronterfahrung einen solchen Unfug zu erzählen. Ober hat bas einen besonderen Grunb?"
Der Mann lächelt bitter: „Ja, man sucht auch Dumme, die sich freiwillig zu Feindflügen melben. Denn bie alten Hasen, bie die Mwehrkraft unb den Angriffsgeist ber deutschen Luftwaffe am eigenen Leib tennengelernt haben, die fliegen nicht mehr! Sie behaupten, sich auffparen zu müssen für die Abwehr des großen Schlages gegen die Insel, von dem Hitler sprach, ©ie finb es, die mit ihrem Märchen von den Spazierflügen uns — b i e Freiwilligen aus ben Dominien, ober die letzten Franzosen und Polen — ins Feuer schicken, damit sie, bie die Furchtbarkeit unb Unfehl, barteit ber beutschen Luftwaffe zu spüren bekam- men unb sie fürchten gelernt haben, nicht mehr selbst ben Kopf Hinhalten müssen ...!"
87 Briten in 30 Stunden.
Berlin, 25.Juli. (DNB.) Bei den Luftkämpfen über dem Kanal am Mittwoch, 23., und Donners- tag, 24. Juli, entschied neben dem überlegenen beutschen Material insbefonbere ber A n - g r i f f s g e i ft und die vielseitige Erfahrung der deutschen Flieger ben erfolgreichen Ausgang. Unter den Siegern des Tages stehen z w e i O b e r - Leutnante mit je 6 Abschüssen an ber Spitze, ihnen folgen bekannte Namen unserer
Sie kamen wieder zusammen. Zuerst war es nicht so schön, wie es anfangs gewesen war. Der Glanz war fort. Sie flogen nicht mehr so hoch in ben Wolken, sie berührten, wenn auch nicht ganz, die Erbe. War das die Liebe? Sie erfuhren jetzt etwas mehr voneinander, weil sie etwas mehr Zu- frauen zueinander faßten. Sie konnten ruhig etwas mehr Zutrauen fassen, der Nimbus war fort. War bas die Liebe? Ihr Verhältnis wurde menschlicher; er gab sich nicht mehr wie ein junger Gott, bem bie Welt untertan ist, und sie stieg ein paar Stufen von dem Piebestal herab, auf dem sie hoheitsvoll geweilt hatte. War bas die Liebe? Jener andere im andern, der beide so erschreckt hatte, sah nicht mehr so furchtbar aus, feit die Maske gefallen war. Die Maske? Waren sie denn in Masken gewesen damals, als ihre Liebe wie eine Liebesgeschichte gewesen war? War bas bie Liebe: daß die Maske fallen kann?
Sie hatten Glück. Zufällig ober nicht zufällig liebten sie einander, und sie erfuhren es wirklich, als ihnen das Leben ein Bein stellte, wie es alTen ein Bein stellt. Jetzt kam auf einmal ein ganz neuer in beiden zum Vorschein, einer, den sie bisher überhaupt noch nicht im andern gesehen hatten, unb es war auch nicht viel Zeit zum Anschauen ba, aber dieser neue bewirkte, daß sie nur stolperten unb nicht fielen. Sie stolperten, aber siehe: Sie sanden anetnber Halt. War bas die Liebe? Jetzt hatte ihr Verhältnis fast gar keine Aehnlichkeit mehr mit einer Liebesgeschichte, wie sie sie aekfen und geträumt hatten, doch jetzt lernten sie allmählich erkennen, was bie Liebe war, unb manchmal, wenn sie einander sehr nah waren, dachten sie lächelnd und in einer Art Schreck daran, was aus ihnen geworden wäre, wenn es geblieben wäre, wie es begonnen f)attet wie es in Liebesgeschichten steht.
ftern. Eine ganze Welt? Eine Welt ber Liebesgeschichten. Es war nicht viel mehr, was sie voneinander wußten. Bisher war alles so glatt und gut gegangen, was war jetzt? War bas Leben anders? Jetzt blickte aus bem andern ein anderer her- vor, nicht immer, aber manchmal, wie ging bas zu war alles Lüge? War es Verstellung, wie fie gelächelt hatte, war es Abgefeimtheit, wodurch er so redlich erschienen war? Würde nun aus bem andern dieser andere, dieser fremde, dieser unge- liebte dieser, dem die Liebe, die man empfand, gar nicht gatt, immer mehr und immer weiter herauskommen, bis ein Mensch vor einem stand, von bem man nichts wissen wollte?
Was war dagegen zu tun? Die Liebesgeschichten gaben keine Auskunft. In ben Liebesgeschichten ging es glatt und gut weiter, und damit horten sie meistens auf. Die Erfahrung gab keine Auskunft. Was tun? Es war schwer, jemanden um Rat zu fragen. Es gab zwar Liebesgeschichten, bie eine gewisse, sehr unangenehme Auskunft gaben, es waren bie, bei benen alles mit ber Enttäuschung endet. War es also eine Enttäuichuna? Würde es also so geben, wie es in diesen häßlichen Enttauschungsae- schichten ging: Tränen unb aus bei ihr, unb bet ihm eine schlechte Meinung über bie Frauen?
Sie hatten beide Angst davor. Sie hatten Angst vor bem andern im andern und hatten Angst vor der Enttäuschung, wenn ber andere im andern sich als ber eigentliche entpuppen würbe, und darum versuchten sie die Augen zuzumachen. Ader es ging nickst. Die Folge war, daß sie gekünstelt, aefpannt, geladen unb gereizt waren, so oft sie zusammen- tarnen, unb dann kam eines Tages ber große Krach. Er warf ihr vor: Du bist nicht so, wie bu getan haft, unb sie warf ihm vor: Dann bist nur bu schuld, denn du bist erst recht nicht so. — Ich bin, wie ich bin, schrie er, und er schrie, weil es nicht ganz wahr war, unb sie schrie zwar nicht, fonbern fleibete es in die Form einer Frage: Darf ich denn nicht fein, wie ich bin?, aber sie meinte genau bas« clbe und es war ebenfalls nicht ganz wahr. Dann sagte jedes: Du hast mich nie geliebt! Sie wollte meinen, und er wollte eine schlechte Meinung über bie Frauen bekommen, und sie meinte auch, unb er bekam auch seine schlechte Meinung, aber beides dauerte nicht lange.
Zufällig oder nicht zufällig liebten sie ffnww.
Der neue spanische Generalkonsul in Gibraltar hat bem Militärgouoerneur der Festung, Lord Gort, seinen Antrittsbesuch abgestattet. In der nächsten Woche wirb sich der neue Befehlshaber ber spanischen Truppen im Vorfeld von Gibraltar, General Fernando Barron y Ortiz, der an die Stelle des jetzigen Kommandeurs der „Blauen Division", General Munoz Grande, getreten ist, nach Gibraltar begeben.
Oer italienische Bericht.
Rom, 25. Juli. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:
Der Geleitzug von 18 Dampfern und bas zahlreiche Geleit von Schiffen der britischen Kriegsmarine, bie sich ins mittlere Mi11elmeer jemagt unb bereits von unseren See- unb Luft- treitfräften schwere Schläge erhalten hatten, waren am gestrigen Tage wieberholten Angriffen unserer Luftwaffe ausgesetzt. Bomber, Sturzkampf- unb Torpedoflugzeuge haben in unermüdlichem Schwung die Reste ber englischen Einheiten, die durch ihre Aufteilung unb bie schlechten atmosphäri- chen Bebingungen sich bem Angriff zu entziehen hofften, ba die eigene Flotte zu einem wirksamen Schutz nicht mehr imstande war, zunächst zer- p r e n g t unb bann bis zur Grenze ihrer Reichweite verfolgt. Die Bomber haben einen Dampfer von 10 000 BRT. überrascht unb mit einem Volltreffer getroffen, fo baß er sank. Die Torpeboflug- zeuge haben zwei weitere Großschiffe getroffen unb versenkt, unb zwar einen Dampfer von 12 000 BRT. unb einen Tanker von 15 000 BRT. Auch ein
DNB......26. Juli. (PK.) Blaß, ein wenig
lerlegen unb unruhig faß er uns gegenüber, bie I reffen eines Wings-Commanber am Blusenärmel, mb zu seiner eleganten, gepflegten Erscheinung lafjte nur eins nicht recht: Sein rechter Fuß nackt inb ber linke nut mit einem zerrissenen Strumpf l-tleibet. Den anberen Strumpf unb ben Pelzstiefel litte ihm ber Fahrwind heruntergerissen, als er ns seiner brennenden Maschine aussteigen mußte, im irgendwo im besetzten Gebiet Frankreichs festen 5 oben zu gewinnen.
Drei ßanbfer, mit ihrem Lkw. ahnungslos ihres Steges ziehend, hatten ihn aufgefunben: Er kauerte remlich mitgenommen unb teilnahmslos in einem '('kraßengraben unb leistete ihrer fteunblichen Auf- jirberung, sie zu begleiten, ohne Widerrebe Folgen Li, er bot ihnen sogar Zigaretten an unb schien - nachbem er sich etwas erholt hatte — sehr zusieben mit seinem Schicksal. Später, in bem behag- Ich eingerichteten Zimmer bes Ortsfommanbanten, ab er unumwunben ben Grunb für seine Zu- - Ebenheit zu: Er hatte-den Krieg einfach ott! In Australien gehören unb mehr burch Zu- ill als burch fein eigenes Zutun zur Royal zur orce verschlagen, fühlte er sich von b e n Eng- Iq n b e r n betrogen unb im Stich gelassen, hb ba sie ihn gutwillig nicht mehr „ausfteigen letzen aus ihrem reizenben Krieg, war er fron, daß jir ihn Fliegen unb Kämpfen auf biefe Weise ein (mbe gefunben hatten. .
„Sehen Sie", so erzählte er, nachbenkttch dem l auen Rauch seiner Zigarette nachbttckend, „als tir vor fünf ober sechs Wochen in England langten, ba hatte man uns erzählt: Jetzt ist ber ganze hrieg für uns nur noch ein Äi ni> e r f p t e l. färing hat alles, was ihm zur Verfuaung stand, inch bem Osten, gegen ben Russen werfen müssen, letzt fliegen wir ein, wie wir sollen mb bringen bie ganze Sache in em paar Wochen ;i einem Ende, wie wir es wollen!
V Wir hatten uns zwar schon auf bem Transpor-


