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Agathe Holtorf, die hier ihre Urauffüh- rung erlebte, hat den Ablauf etwas vereinfacht, auch einige naheliegende Korrekturen im Nebenpersonal vorgenommen und im übrigen den altertüm* lichen Stil des Originals (ein Uebersetzer ist in der Ausgabe der „Dänischen Schaubühne", Kopenhagen und Leipzig 1771, nicht genannt) in ein modernes Alltags- und Lustspielkonoerfationsdeutsch verwandelt. Aus dem .Hacmay" wurde ein Diener, aus dem „Gesinde" Hausangestellte, aus „lustigen Jungfern" nette Käfer, aus der „Frau Mutter" die gnädige Frau, und aus „Ey, zum Henker" Himmel und Hölle. —
Herr Reuter hatte die Spielleitung-, seine Inszenierung war, wie sich aus der Durchsicht des Regiebuches ergab, sorgsam und fleißig vorbereitet. Statt des barocken Gewandes würde allerdings das Kostüm des 18. Jahrhunderts vorzuziehen sein, wie es Holberg entspricht, während sich so, zumal im Zusammenklang mit der durchaus neuzeitlich wirkenden Uebersetzung, eine Uneinheitlichkeit des Stils nicht vermeiden läßt. Die hübsche stumme Maskenszene am Ende des ersten Aktes wird wohl in der zweiten Aufführung zu sehen sein. Herr Löffler hatte ein behäbiges Bürger-Interieur und ein winterliches holländisches Straßenbild aufgebaut. Stimmungsvolle Begleitung gab die von Herr A p e l t geleitete Bühnenmusik von Muffat, Haydn und Philipp Emanuel Bach.
Gießener Gia-tcheaier
Ludwig von Holberg: „Maskerade^.
Abschiedsvorstellung für Waltraut G o e t t k e, Hans Bernd und Raoul La Porte, die mit reichen Blumenspenden bedacht wurden: Fräulein G o e t t k e und Herr Bernd spielten recht anmutig das galante und verliebte junge Paar, das auf so ungewöhnliche Weise sein Glück macht; Herr Laporte war der Jeronimus: er und Herr V o l ck als Leonhard waren zwei biedere, gutbürgerliche Hausväter von individuell gefärbtem Temperament. Die darstellerisch dankbarste und er. giebigste Rolle hatte Herr Kraß, der als der freche Bediente Heinrich im improvisatorischen Spiel der cowirpedia dell’arte die vielfältig komödiantischen Derwandlungsmöglichkeiten seines Parts beweglich ausschöpfte und zuletzt als krächzender und wild mauschelnder Hebräer einen Sonderapplaus erntete. Hella H e n z k y als tanzlustige Mama, Herr B o s n y als nichtsnutziger Hausknecht Arv und Editha T h o m a e als munteres Kammerkätzchen Pernille seien ferner vom Ensemble genannt. — Die erheiterten Zuschauer spendeten freundlichen Beifall. Hans Thyriot.
Achtung! Erfinderberatung!
Auf der Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront, Kreiswaltung Wetterau, Schanzenstraße 18, 1. Stock, Zimmer 15b werden 14tägig montags von 10 bis 12 Uhr Sprechstunden zur Erfinderberatung durchgeführt. Die Sprechstunden im 2. Vierteljahr finden statt am 30. 6.1941.
Besuch im Liebig-Museum.
Am gestrigen Mittwochnachmittag hatte das sonst so stille Liebig-Museum Besuch. Eine Anzahl dienst- lich hier weilender junger Mädels fanden sich int Hörsaal des Liebig-Laboratoriums ein, wo sie von dem Leiter des städtischen Verkehrsamtes, Schriftleiter Schuster, im Namen des durch Krankheit verhinderten Oberbürgermeisters und des ebenfalls durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Por- standsmitglied der Liebig-Museum-Gesellschaft, Prof. Dr. Behaghel, willkommen geheißen wurden. In seinen weiteren Ausführungen betonte der Leiter des Verkehrsamtes, daß Gießen ganz besonders vor anderen Städten einen Anspruch auf die Bezeichnung Liebig-Stadt erheben könne. Nachdem der Redner einen kurzen Rückblick auf das Leben Liebigs gegeben hatte, kam er auf die 28jährige Tätigkeit Liebigs in Gießen zu sprechen und stellte die auch, heute wieder aktuellen, von Liebig behandelten Themen der Volksernährung und der Intensivierung der Landwirtschaft heraus. Bei der Besichtigung des Liebig-Museums sei besonders darauf zu achten, unter welch bescheidenen Verhältnissen Liebig in damaliger Zeit arbeiten mußte. Liebig sei der erste gewesen, der den praktischen Chemie-Unterricht an der Hochschule eingeführt habe. Bis kurz vor dem Kriege seien viele Besucher, darunter auch eine An- zahl Ausländer, nach Gießen gekommen, um diese Weihestätte der chemischen Welt zu besuchen. Mit einem Wort Liebigs über seine Gießener Tätigkeit schloß der Vorttagende feixe Ausführungen. Anschließend unternahmen die Mädels einen Rundgang durch die verschiedenen Zimmer und Abteilungen des Liebig-Laboratoriums, wo die Museums-Wärterin noch Erklärungen gab.
Beim Rettungswerk tödlich verunglückt
An dem Bahnübergang beim Allendorfer Wäldchen der Strecke Gießen—Wetzlar ereignete sich am gestrigen Mittwochmittag ein folgenschwerer Unglücksfall. Ein »nit zwei Kühen bespanntes Fuhrwerk aus Allendorf'(Lahn) war in dem Augenblick auf den Bahnkörper gekommen, als ein Güterzug herannahte, der von dem Fuhrwerkslenker zunächst nicht bemerkt werden konnte. Der in den vierziger Jahren
fV'i • - Hansoplast-elostisch ist stets gebrauch sfer«
Kleine- tig! Im Nu angelegt, sitzt dieser praktische j./"*- rl/nt Schnellverband unverrückbar fest. Er wirkt blutstillend, keimtötend, heilungsfördernch
Kleine politische Nachrichten.
Die Reichspropagandnleijung der NSDAP, ver- aiftaltete für die Reichs- und Gauredner der Par- ht eine Arbeitstagung. In deren Verlauf sprachen u a. Reichsminister Funk über die deutsche Kriegswirtschaft und die Pläne einer wirtschaftlichen Neu- orbnung des europäischen Raumes, Staatssekretär Lacke über Deutschlands Ernährungslage, Mini- l^rialdirigent Fritzsche über die Kriegsaufgaben Ni deutschen Presse, Professor Dr. Hunke über bie Grundsätze deutscher Kulturarbeit im Ausland, sj -Brigadeführer G r e i f e l t über das große Auf- (i:beng€biet des SD. und Oberst von Wedel 3er Fragen der Wehrpolitik. Reichspropaganda- 'Iciter, Reichsminister Dr. Goebbels, gab den Red- mrn der Partei Richtlinien für ihre Tätigkeit.
Der Direktor im dänischen Außenministerium, Gesandter Otto Karl Mohr, ist zum deutschen Ge- fanbten in Berlin ernannt worden. Er war von B09 bis 1913 in der Ostasiatischen Compagnie tätig. U13 trat er in das Außenministerium und ist seit- bim tätig gewesen als Legationssekretär in Pans mb in Berlin, als Gesandter in Brasilien und in btr Türkei. 1931 wurde Mohr zum Chef der Wirt- !ctaftspolitifchen Abteilung des Außenministeriums
Kampf um Höhe X.
Von Kriegsberichter Helmut K. Hurich.
DNB.....25. Juni. (PK.) Die sternklare Nacht
iber uns.verspricht einen heißen Tag. Wir tasten ins vorsichtig, Schritt für Schritt, zur Grenze vor; ijemand weiß, was hinter der grünen, undurchdringlichen Mauer dieses endlosen Waldes auf uns ouert. Der Feind ober ein geräumtes Gebiet, eines wer ist klar, in der Nacht wird die fowjetruffifche Grenze überschritten. Der Bataillonskommandeur ist an der Spitze; er ist es, der den Draht durch- chneidet, der die Grenze zwischen der Sowjetunion mb Deutschland versinnbildlicht. Wir stehen zwi- chen den beiden Grenzpfählen und lauschen in die chweigsame Nacht.
Plötzlich heben sich vorn Schatten aus dem Moos. Lautlos folgen drei, vier--ein Spätrupp bil
det sich, der die Straße nach dem Forfthaus auf der j)öhe 3E erkunden foll. Im Osten dämmert schon der eue Tag, ein Sonntag, sagt einer leise neben nir. Der sandige Weg verschluckt jedes Geräusch; ebückt nach den beiden Flanken sichernd gehen ! lie Männer vor. Die Stille scheint verdächtig, aus !er Morgendämmerung schälen sich die Umrisse lines Hauses, das Forsthaus auf der Höhe I ist irreicht.
Aber eben als wir ansetzen, den freien Platz zu überqueren, peitschen uns die e r ft e n MG.° Gar - I e n entgegen. Automatisch läßt man sich nach vorn Willen, kauert sich hinter einem Baumstumpf, macht 'ch klein und drückt das Gesicht in den feuchten Lalddoden. Das hämmernde Tacken eines Mafchi- lengewehrs antwortet unseren gutgezielten Feuer- mßen. Langsam arbeitet sich der Stoßtrupp vor.
I Iber je weiter wir springend und kriechend den Blaß gewinnen, desto heftiger und genauer wird das ' lügnerische Feuer. Es sind Grenzer, sagt neben mir tmanb. Grenzer, gute Truppen, fügt er hinzu.
Wieder huscht der Feuerstrahl über unsere Köpfe, im Rande des Baumstumpfes splittert die Rinde. )ie Sowjetrussen haben uns erkannt und legen los Feuer so, daß wir nicht aus unserer Deckung : önnen. Da schallt aber auch schon die Stimme des Bataillonskommandeurs durch den Wald, kurz und happ sind die Befehle: Ein Gebirgsgeschütz Keran. Wir verfolgen die ruhigen, besonnenen Hand- . triffe der Bedienungsmannschaft, aber dann deutet , ler Richtkanonier auf uns, wir müssen weg, wir Kegen in der Schußrichtung. Jetzt weg, jetzt im un= Unterbrochenen Geschoßhagel? Mein Nebenmann B bringt zuerst, während die Garbe zum rechten Wold- [oinfel peitscht. Ich lasse das Surren über meinen jl'opf hinweggehen, sehe links die Einschläge, und pufe ... Stolpernd rutsche ich hinter eine'Bodenstelle, jemand klopft mir auf die Schulter, diesmal :ut gegangen, Kamerad.
Und schon sprechen die Gebirgsgeschutze, die Schüße 'egen genau, in wenigen Sekunden steht das Haus i Flammen, jetzt muß auch der Widerstand gebrochen fein, jetzt muß der Feind kapitulieren. Aber las MG. knattert weiter, unerbittlich, im ewig Zeichen Rhythmus. Nun wissen es alle, das da vorn t Fein harmloses Forsthaus, sondern eine be° estigte Stellung, ein System von Bunkern :nb Laufgräben.
Ein Umgehungsmanöver gelingt, die weiße Leucht- l?ur zeigt uns an, daß hinter dem Haus unsere Gruppen liegen; Flammenwerfer stehen be- T>it, in kurzen Sprüngen arbeiten sie sich vor, dann IÄt man nurmehr das dumpfe Zischen der lodern- *n Flammen. Die plötzlich eintretende -Stille läßt eile aufatmen. Erledigt! Da und dort heben sich töpfe hinter den Baumstrünken und Bodenwellen ieroor, spähen vorsichtig zu den brennenden Trüm- nern, aber schon hämmert die nächste Garbe Herrn. Das Haus brennt an allen Enden, aber der )6egner schießt, verschießt seinen letzten Gurt. Die ! Erbitterung wächst, schon eilen die Sanitäter hin | mb her, Helsen, verbinden, trösten, aber die Ge- 1 rgsjäger, die in Polen, Frankreich und Serbien len Feind in pausenlosen Märschen vor sich her- pjagt haben, dürfen bei einem befestigten Forst- hus nicht Halt machen.
Nun ist die Stellung von den Unseren ein g ereist. Immer wieder krepieren die kurzen Stiel- inbgronaten und hemmen das Vordringen unserer K?ute. Aus den Scharten blitzen die Maschinen- lstolen, wir haben uns auf dem Platz festgekrallt, frnmer wieder springen wagemutige Männer vor, verfen geballte Ladungen in die Gräben und Hschen wieder davon. Aber dann kommt uns die Artillerie zu Hilfe. Die ersten Granaten heulen pgen die schwarzgebrannten Ruinen, reißen die (feien Schlupfwinkel auseinander und bahnen un- ircn MG.-Schützen den Weg. Kein Mann ent- »mmt lebend aus dieser Hölle. Der Weg nach S. h frei.
Aus der Stadt Gießen.
Oer Straßenunfatthilfsdienst.
Der vom NSKK. federführend bearbeitete Verkehrshilfsdienst, in dessen Rahmen seit 1939 die Bereitschaften des Deutschen Roten Kreuzes den früher von ihnen allein wahrgenommenen Straßenunfall- Hilfsdienst durchführen, regelt sich nach folgenden Grundsätzen: Alle Straßen werden in Abschnitte von runö 50 Kilometer Länge unterteilt, in deren Verruf an geeigneter Stelle ein sorgfältig ausgewählter NSKK.-Angehöriger als „Zonenführer" eingesetzt ist. Dieser kann alle für feine Zone zuständigen Polizei- und Gendarmeriestellen, als zuverlässig befundene Vertreter des Kraftfahrzeuggewerbes (Abschleppdienst), Gliederungen des Deutschen Roten Kreuzes, Aerzte, Krankenwagen, Krankenhäuser, den Havariekommissar (für verunglücktes Frachtgut), die Feuerwehren, den Reichsarbeitsdienst, die Technische Nothilfe usw. jederzeit fernmündlich erreichen. Weiterhin sind längs der Landstraßen auf Entfernungen von je 4 bis 8 Kilometer jederzeit zugängliche Ruf-
verdunkelungszett
26. Juni von 21.49 bis 5.00 Uhr.
teilen (unter Ausnutzung der in Gasthäusern, Tanktellen, Forsthäusern usw. schon vorhandenen Fern- prechanlagen) eingerichtet, die durch Hinweistafeln gekennzeichnet sind. Ereignet sich ein Verkehrsunfall, so ist es die jedem Verkehrsteilnehmer bald geläufige Aufgabe, von der nächstgelegenen Rufstelle aus dem Zonenführer Ort und nähere Umstände des Unfalls fernmündlich (und gebührenfrei!) mitzuteilen. Der Zonenführer leitet die erforderlichen Hilfsmaßnahmen ein. Diese Handhabung bietet einmal die Gewähr, daß alle benötigten Hilfskräfte in kürzester Zeit nach der Unfallstelle in Marsch gesetzt werden können, daß ferner jede Doppelmeldung eines Unfalls mit einem stets zu Unzuträglichkeiten führenden Doppeleinsatz von Hilfskräften vermieden wird. — Im Laufe des Jahres 1939 ist der Verkehrshilfsdienst an den Reichsstraßen fast im gesamten Reichsgebiet eingerichtet worden, seine Durchführung auch an allen Nachgeordneten Verkehrs- ftraßen in Vorbereitung.
Vornotizen.
Tageskalenber für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: „Dreimal Hochzeit".— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Erste Liebe".
Oer Tag der Heckenrose.
Widerstandskraft, die Zähigkeit und die Opferbereitschaft eines Volkes bei kriegerischen Auseinandersetzungen entscheidend bestimmt. „Wie gewaltig ist die Kraft einer Weltanschauung, die den Gegebenheiten der Natur entspricht, biologisch richtig ist und schon aus diesen Gründen den Endsieg verbürgt." Ein Volk, das trotz aller Blutverluste bestehen blieb, das die Kraft hatte, wieder ein wachsendes Volk zu werden, das fo hohe Qualitäten besitzt wie bas deutsche und das dazu noch die Idee des Nationalsozialismus besitzt, hat damit eine Kraftreserve, der unsere Gegner nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen haben.
Herzlich dankten Hie Frauen dem Redner für seine lehrreichen Ausführungen, Gfs.
Kein verstärkter Ierienzugverkehr.
Die Reichsbahn ist mit Rücksicht auf die großen Aufgaben des Güterverkehrs, insbesondere der Kriegswirtschaft, nicht in der Lage, der Oeffentlich- keit wie im Frieden besondere Züge zur Erleichterung des Ferienverkehrs anzubieten, die Reisenden müssen sich also mit dem eingeschränkten Reisezugsahrplan abfinden. Während des Spitzenverkehrs zum Ferienbeginn werden wiederum nach näherer Bekanntgabe der Reichsbahndirektionen Zulassungskarten für bestimmte Tage, Bahnhöfe und Züge ausgegeben. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Besetzung der Züge verschieden stark ist. Im Interesse der Reisenden liegt es, die Ueberfüllung einzelner Züge zu vermeiden, solange in anderen Zügen vielleicht noch Platz vorhanden ist. Deshalb werden die Reisenden dringend gebeten, vor Antritt der Reise, spätestens beim Lösen einer Zulassungskarte, sich bei dön Fahrkartenausgaben oder Reisebüros zu erkundigen, welcher von den Zügen nach dem gewünschten Ziel am besten für sie geeignet ist.
Oberheffen-Vogelsberg-Dorlrag vor Tlachrichtenhelferinnen. •
Am Dienstagnachmittag hielt im Rahmen der Wehrmachtbetreuung des Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein-Main Oberstudiendirektor Philipps (Friedberg) vor einer großen Anzahl Nachrichtenhelferinnen einen interessanten Lichtbildervortrag über unser enges Heimatgebiet Oberhessen, den Vogelsberg und die Wetterau. In einer munteren Art und Weise führte der Redner seine Zuhörer im Geiste auf einer Reise, die in Frankfurt a. M. begann, über Friedberg, Butzbach nach Gießen und von hier zum Vogelsberg. Nach einer Fahrt durch die Wetterau schloß der Vortrag, nach einem Besuch in Bad-Nauheim, wieder am Ausgangspunkt in Frankfurt a. M. Leicht faßlich, unterstützt durch gute Schwarz-Weiß- und Farbenphotos, erhielten die Mädels Einblick in Land und Leute, Kultur und Brauchtum, und die landschaftliche Schönheit Oberhessens.
Holberg (1684 bis 1754), Professor der Geschichte und Metaphysik in Kopenhagen, begann seine literarische Laufbahn mit gelehrten Publikationen wie z. B. einer Reichsgeschichte und einer Einführung in das Natur- und Völkerrecht. Später erschien sein komisches Heldenepos „Peder Paars"; europäische Berühmtheit aber gewann er mit der zwischen 1722 und 1728 entstandenen Reihe seiner Lustspiele, unter denen ,Heppe vom Berge", „Der politische Kannegießer", „Ulysses von Ithaka", und „Herr Vielgeschrey" einige der bei uns bekanntesten sind. In diesen Stücken entfaltete sich Holbergs eigentliche Begabung: lebendige Menschendarstellung, Blick für Dolkstypen, Sinn für Humor und eine ausgesprochen satirische Ader. Die besten dieser mehr als dreißig Stücke trugen Holberg, der übrigens 1747 in den «Freiherrnstand erhoben wurde, die. Ehrennamen eines Dänischen- Moliere und Vaters des dänischeü Lustspiels ein.
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Minder bekannt wurde in Deutschland „Die Mas- queraben", ein Lustspiel „in drey Abhandlungen". Die Fabel baut sich auf einer schwankhaften Lustspielverwicklung auf: Leander und Leonora, von ihren Vätern Jeronimus und Leonard für einander zur Ehe bestimmt, haben sich auf dem Maskenball ineinander verliebt, ohne zu ahnen, daß sie nach dem Willen der Eltern bereits verlobt sind. Der Konflikt, der sich daraus entwickelt und zu hitzigen Steigerungen führt, besteht also nur in der Einbildung der vier Hauptbeteiligten und reicht eben für drei Akte aus. Aber es ist bemerkenswert, was Holberg aus dem an sich harmlosen Stoff gemacht hat. Auch hier bewähren sich jene Eigenschaften, denen er seinen dramatischen Ruhm verdankt: er hat es nicht nur auf den Szenen-Ulk mit Mummenschanz, Mißverständnis, List und Irreführung abgesehen, sondern zielt zugleich auf allgemein menschliche Laster ^nb Schwächen.
In ben Reflexionen, bie in ben Dialog eingestreut sind, sprechen zwar Moral unb Vernunft des aufgeklärten Jahrhunderts, dem Holberg angehört, aber Figuren wie die vergnügungssüchtige Mama, der ungeratene Sohn, der ungetreue Bediente sind unfehlbar wirksame und erprobte Lustspiel-Typen. Der dramatische Traktat über Freuden und Leiden, Nutzen und Schaden der Maskenbälle entwickelt sich mit einer gewissen Harmonie, indem die Szenen zwischen Vater und Sohn, Vater und Tochter, der Herrschaft und dem Gesinde, den beiden Vätern und den beiden Brautleuten einander entsprechen; außerdem hat Holberg so dankbare Einfälle wie die Geistererscheinung im ersten Akt und im zweiten die Szene des witzigen Bedienten, der dem jungen Herrn — Theater auf dem Theater — aus dem Stegreif eine Vorstellung mit verteilten Rollen (in einer, seiner Person) gibt, um ihm die Folgen der vermeintlichen neuen Äebschaft auszumalen.
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Der dritte Akt ist, zumal der Zuschauer mittlerweile gemerkt hat, was gespielt wird, etwas umständlich geraten. Die Uebersetzung von Hans und
Wenn am kommenden Samstag und Sonntag bie Männer unb Frauen bes Deutschen Roten Kreuzes unb ber Deutschen Arbeitsfront antreten, um im Rahmen bes 2. Kriegshilfswerkes für bas Deutsche Rote Kreuz bie hübschen Heckenrosenabzeichen zu verkaufen, wirb es keinen beutschen Volksgenossen geben, ber nicht freubigen Herzens sein Scherflein beisteuert, um bem Deutschen Roten Kreuz bie Mittel in bie Honb zu geben, unseren verwunbeten Solbaten bie Pflege unb Hilfe angebeihen zu lassen, bie ihr tobesmutiger Einsatz oerbient. — (Scherl-Bilberbienst-M.)
Voraussetzungen unseres Sieges.
Im Gemeinschaftsabenb bes. Deutschen Frauenwerkes ber Ortsgruppe Gießen-Süb sprach gestern Gauamtsleiter Prof. Dr. med. H. W. Kranz über bas Thema „Die Voraussetzungen unseres Sieges". Er führte etwa aus: Bei ber Besprechung bieses Themas ist es nie möglich, alle Fragen erschöpfenb zu behanbeln. Ich greife beshalb lediglich brei große Faktoren heraus, bie letzten Enbes entfcheibenb Mitwirken, wenn um bie Existenz eines Volkes gerungen wirb.
Zunächst spielt babei das Zahlenmäßige eine Rolle. Der Rebner gab eine Gegenüberstellung unseres Volkes unb ber Feinbmächte, vor allem auch im Vergleich zum Weltkriege. Heute ist Deutschlanb ein Volk von 90 Millionen, bem, nachdem Frankreich und Polen besiegt sind, England nur 47,5 Millionen gegenüberzustellen hat. Vor allem wichtig ist ber Lebenswille eines Volkes, ber in seiner Geburten- xiffer zum Ausbruck kommt. Währenb Frankreich unb Englanb fterbenbe Völker sind, hat Deutschland seit der Machtübernahme seine Geburtenziffer wieder erhöht, unb trotz Krieg ist diese Ziffer nicht wieher abgefallen.
Der zweite Faktor ist bas Qualitative, d. h. bie rassischen Erbanlagen eines Volkes. Der germanische Mensch war es, ber ben Sieg über ben Ur- malb errang unb bamit Gebiete zur menschlichen Sieblung bereit machte. Ein Beispiel hierfür ist Amerika, bas erst nach ber Einwanberung nordischer Menschen bas Lanb ber unbegrenzten Möglichkeiten würbe.
Als britten Machtfaktor bezeichnete ber Rebner bie « - ii a - seelifcke Grundhaltung, bie bie
Hansaplast


