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nach bem alten ©prfdjroorf doch etwas hängen bfeb den würde.

Wenn man auch auf Kreta feinen Sieg zu mel­den hatte, so hasste man In London dach, die Fülle der Slcgeanachrichten mürben sich In der Welt so ft art feststen, dich die Berichte des Dberfominan- das der Wehrmacht dann fchließlich erheblich abgc- schwächt, wenn nicht gar iw ersehen werden würden. Man sprach nicht nur wie der Oberbefehlshaber General Wavell in Kairo, davon, daßalle" deutschen Soldaten entweder getütet oder gefangen- genommen worden seien, sondern der englische Nach- richtendienst erklärte au herb em, bah die beutschen Truppen ,/Feine einzige Stellung hätten halten rön­nen". Meuter meldete gar, das; die Schlacht wieder einmalzu Englands Gunsten" verlause.

Der Kampf um die Insel Kreta, der den Angriff fortführen unb zum guten Ende bringen muh, wird fein leichter sein. Man wird ihn später sicher ein­mal zu den schwierigsten Operationen rechnen. Schwierigkeiten über Schwierigkeiten sind dabei zu überwinden. Diese größte griechische Insel, die 260 km lang und GO km breit Ist, Ist ah Bertel- digungsgelänbe geradezu Ideal. Die Berteidigungo- Positionen, die die Natur an sich schon bietet, sind natürlich von den Engländern, die bereits seit bem Herbst des vergangenen Jahres starke Verbände auf Kreta haben, durch alle Mittel der Fortlsika ttonskunst auogebaut und verstärkt morden, so baft man ruhig sagen kann, Kreta sei sowohl eine ein­zige Festung als auch ein Netz von Festungen. Daneben bildet die Insel Kreta einen guten An­griffspunkt für Luststreitkräfte, ganz gleiä)gültlg, ub sie von Flugzeugträgern aufsteigen ober von Eypern unb Aegypten her angreisen. Auch ble englische Flotte, ble bekanntlich Im östlichen Mittel- nie er sehr viele Einheiten zählt, hat Möglichkeiten in Hülle und Fülle, in den Kamps um Kreta ein» zugreifen. Schließlich darf man auch die Entschlos­senheit der Verteidiger zu ben erheblichen Kräf­ten. die England bereits im Herbst des vergangenen Iayres auf der Inlel Kreta stationiert yat, sind inzwischen noch verschiedene griechische Divisionen und starke 'Jlefte der englische» Grled)enland-Trup- pen, ble aus Gried-enland flüchten konnten, ge­kommen nicht unterschätzt werben. Hier stehen diesen Verteidigern keine Möglichkeiten zur Ver­fügung, Kreta einfach zu verlassen, wenn die deut- scheu Truppen In bedrohliche Nähe kommen: sie müssen hier ihren Mann stellen und kämpfen, unb sie werben das auch tun.

Die deutsche Wehrmacht hat aber in den ver­gangenen Monaten ble schwierigsten Situationen gemeistert. Sie wird auch diesmal siegreich aus dem harten Kampfe hervorgehen. Ist es ihr schon gelungen, über weite Meeresstrahen hinweg ble erste Bresche In ble Verteidigung der Insel Kreta zu schlagen, so dürfen mir zuversichtlich hoffen, bah sie auch hier in siegreichem Fortschreiten den Feind zertrümmert unb auf reibt.

Das ganze deutsche Volk ist in (Hebanfen bei feinen Soldaten, die wieder einmal ben Engländer in einem Schlupfwinkel aufgestöbert haben, wo er sich vor deutscher Bedrohung sicher fühlte. Mit un* ermeßüchem Stolz und ndi verwschenvei Dankbm feit nehmen wir an diesem Unternehmen teil, bao eine der kühnsten Taten der Kriegsgeschichte bar­stellt. Wir wissen, bah and) der Kamps um Kreta ein Teil unb nicht ber geringste jener großen Schlacht gegen Englanb ist, ble seht geschlagen wirb unb ble ben Weg In ble deutsche Äufünft srelmacht.

E.

Ehurchill verleumdet Fallschirmjäger.

Im Unterhaus verst'leg sid) Ehurchill zu einer Greuellilge, ble eo in sich bat. Man kennt die Art ber Briten, immer, wenn sie ober ihre Hllfonölker Prügel bezogen, die Ursache dieser Prügel in ber angeblichen Hinterlist der bösen Hunnen zu suchen, ble sich als Mönche, Nonnen nsw. verkleidet hätten, »in ble naiven britischen oder sonstigen Soldaten zu schlagen. Aber was Ehurchill im englischen 11 u tvrlMlv verzapfte, ist doch ber Mosel. Er behauptete, wir hätten nach einer intensiven Bombardierung auf Kreta 1600 Mann gelandet, ble n e u f e e l ä n bische Uniform getragen hätten. Churchill will damit ble englische Niederlage vertuschen unb die Maßnahmen bereits im voraus reä)tfertigen, die nvlber alles Kriegs recht ble geschlagenen Briten wohl gefangenen deutschen Soldaten angedeihen lassen möchten.

Nun ist eo klar, daß nach einem, wie Churdiill mgibt, intensiven Bombardement die beut|d)en Truppen nicht unerwartet gekommen sind. Dao Ueberraschungvmament fd)elbef also aus. Wenn die "Briten vis'lletcht trotzdem von dem plötzlichen Auf­treten unserer Truppen konsterniert waren, so hoben Hd> das die britischen Soldaten selbst zuzuichrel'en. Sie haben eben nicht genügend ausgepagl. Aber die Behauptung, diese Truppen hätten die Uniform ber Neuseeländer getragen, Ist so abgrundtief ge­mein, daß nur ein Churchill sie Vorbringen kann. 'Ukim er damit vielleicht anbeulen will, eo handele sich um die Uniform ber deutschen Fallschirmjäger, bann mutz man doch sagen, baß (Thurdyill sid) nucht derart vor dem englischen Unterhaus produzieren bars, denn die Uniform ber deutschen Fallschirm Higer ist sattsam bekannt. Bei ben Paraden ber Vor­kriegszeit haben ausländische, auch britische Milltär- atiad>ö» sehr genau auf diese ffliletruppc der deut­schen Luftwaffe und aus ihre Uniform gead)tet, sie haben selbslverstandlid) ihren Negierungen darüber Bericht erstattet, und da deMsche Fallschirmjäger ben Briten bereits bekannt sind, z. B. aus 'MoHer­born aber Korinth, ist die Ehurchlllsche Behauptung geradezu unverstänblich, wenn er damit nicht die Absicht hatte, eine neue Greuel lüge in die Welt zu setzen. Aber das war der Zweck. 0 burd)in m ollte ein neues Greuel Märchen erfinden

Demgegenüber erklären mir mit aller Deutlichkeit, baß ble F all] ch i r m t r u p p e n ein Teil » n lerer Luftwaffe find unb demgemäß krlego- rechtlich genau io zu behandeln find wie jeder an­dere Soldat. Wenn Ehurchill andeutel, es werde doch gejdjehen, bann erklären wir ihm mit aller Deutlichkeit unb mit dem nachdrücklichen Ernst: Für jeden deutschen Soldaten, dem widerrechtlich von ben Briten ein Haar m'kriimnit wird, stellen wir zehn gefangene Engländer an die Wand Wir halvn genug von ihnen, um unserer Warnung ben notwendigen Nachdruck wrheiben zu können. E. S

OchiffSfriebhiffe für (Stifllonö.

'-Berlin, 25. Mai. (DNB.) Deutsche Aufklä- rungsslugzeuge beobachteten am 24. Mal in einer Bucht von Kreta einen großen britischen Tanker, ber in Hellen Flammen stand. Mächtige Rauchentwicklung zeigte an, daß das Schiff wohl kaum noch zu retten ist. Außerdem wurden I gesunkene Iran » p o r t, d) 1 f f e sestgestellt, deren Masten neben anderen bereit» ver­senkten Dampfern aus dem Wasser ragten.

Der Sprung nach Kreta.

Bon Krieqsberlchter Mittler.

DNB. ..., (PK.) Einer Sandwüste glcidjt unser Feldflugplatz auf dem Peloponnes, so spärlich ist er bewachsen; die wenigen Halme vermögen den seinen Sand nicht zu binden, können ihn nicht festhalten, wenn ber heiße, trockene Winb darüber ylnweabläst unb ble von ber Hitze slimmernbe Lust mit diesem feinsten Staub ourchseht ist. So ist es aud) am heutigen Tag. Während Ich In einem ab­seits gelegenen Olivenhain sitze unb Im Schatten diesen Bericht schreibe, habe ich unseren Feldflug­platz vor mir liegen, über bem diese Sanbl-ust als stickige, brütenbe Schicht liegt. Als wir vor brei Stunben, just als die Sonne senkrecht über uns staub unb ihre Strahlen unbarmherzig herunter- sengen ließ, zum Start mit unseren Zerstorerflug^ zeugen rollten, war bleser Platz nächt roleber zu erkennen. Was der Winb noch nicht vermochte, lei- steteten die Propeller unserer Motoren. In eine einzige Staubwolke war da ber gesamte Platz ge­hüllt. Zelte uqb alles anbere verichwanben unter Ihrer braunen Mhsse. Selbst in der geschlossenen Kabine spürte td) diesen feinen Sand, wie er sich zwilchen die Lippen schob, zwischen den Zahnen aufknicschte. Die wenigen vom Bodenpersonal aber, ble nicht schnell genug in einem Zelt Deckung suchen konnten, waren erbarmungslos bMer Staubwolke vreiogegeben. Der Mann, ber am Start stand unb ble Maschinen einwinken sollte, hatte die eine Flagge um seinen Kopf geschlungen, wahrend er mit ber anberen seinen Winterdienst auoüotc.

Aus diesem Staub unb Dreck starteten mir in tiefem Augenblick zum Sprung nach Kreta. Wir freuten uns, als mir nach wenigen Minuten bereits eine größere Höhe erreicht hatten, wo es kühler mürbe, wo bas He mb nicht mehr am Kör­per klebte. Nun ist bic See unter uns, die See, nie fo 11e|i>iHii ist, «in Abbild des Himmels, der uns hier unten jeden Tag in der gleichen Farbe sein monotones Gesicht zeigt, an dem kaum ein paar Wolken durchkommen, die versprechen fönnten, daß einmal Regen auf dieses Land niederfällt. Wäh­rend der Blick in diesen langen Minuten auf diese glatte, sich kaum bewegende Wasserfläche gerichtet ist, wandern meine Gedanken nordwärts, sind bei den Kameraden, die vielleicht zur gleichen Stunde ebenfalls in einem Flugzeug sitzen, aber entgegen­gesetzten Kurs fliegen, den Kameraden, ble gegen ble Insel gestartet sind, ben Sprung über ben Kanal machen ober vielleicht in ber fommenben Nacht in ihren Maschinen sitzen, um über irgend

einem englischen Rüstungszentrum die töbliche Bom­benlast avzuwersen!

Jetzt sind wir auf Südkurs, gegen die größte griechische Insel, die von den Engländern als Bollwerk des Ollmittelmeerraumes mißbraucht wird. Die deutsche Luftwaffe im Norden und im Süden Europas, Kampf- und Iagdfliegergeschwader Im Angriff gegen den gleichen Feind an entfernten Fronten das find meine Gedanken, als ich in ben heißen Mittagsstunben in ber Me 110 sitze und nach der felsigen Küste Kretas Ausschau halte. In wenigen Minuten muß diese Insel aus dem leichten Bobendunisl auftaud)en, muß ber Flugplatz sichtbar werden, den wir heute angreifen sollen, dessen Flak­stellungen lohnende Ziele für unsere Bomben ab- geben. Nun zieht sich diesem graue Band der Küste ins Blickfeld, wird das selsenzerklüftete Steilufer sichtbar, sehen wir bas Ziel. Jetzt werden wir aus größerer Höhe hinunterstürzen, werden mit hem Flugzeug bas Äiel anvisieren, in das unsere dicken Brocken fallen sollen.

Wir stürzen, haarscharf haben die Augen dieses Ziel umkrallt, das nun größer und größer wirb, Formen annimmt, aus bem uns nun die ersten Flakgranaten entgegenschwirren. Ein kurzer Ruck erfdyuttert ben Ruinös, bie Bomben sind ge- löst fallen. Vor mir sehe ich die Einschläge von ben anderen Masclsinen, wie über gähnenden Trichtern schwarze Rauchwolken stehen. Dort, wo unsere Aufklärer die Flakstellungen ausge­macht haben, wo wir sie beim Abfangen der Ma- fdyinc nun deutlich erkennen, sind die schweren Bomben eingeschlagen. Im Abflug sehe ich, wie uns noch Schüsse nachgeschickt werben, wie zwei graue Wattebäusche weit hinter der Maschine stehen. Dann ist unten Schluß, wenn ble letzten Bomben ben Rest ber Geschützbedienungen unschädlich ge­macht haben. Noch lange schaue id) auf dem Rück­flug nach diesem Kreta, bis auch ber letzte Felsen entschwunden Ist.

Während wir fd)arf über die leichten Wellen­kämme dahinpresd)en, fliegen über uns Stukas auf Gegenkurs, unsere braven Iu 88-Maschinen, deren Bomben in wenigen Minuten ebenfalls auf wichtige Ziele dieser Imel fallen werden. Ein Bild der ungeheuren Schlagkraft unserer Luftwaffe, wie sid) hier über bem Mittelmeer weit von ber Heimat entfernt zwei deutsche Flieger- verbände begegnen. Für uns ist an diesem Tag ber Sprung getan.

Wir helfen den Fallschirmjägern.

Zerstörer greifen in den (SrNompf auf her Insel Kreta ein.

Von Kriegsberichter Wolfgang Küchler.

DNB.....24. Mol. (PK.) Die Schlacht um

Kreta Ist mit einer Härte unb Heftigkeit ohneglel- chen entbrannt Der kühne Vorstoß deutscher Fall­schirmjäger unb Lustlandtruvpen gegen ble Insel ist auf ben zähen und erbitterten Widerstand ber Briten gestoßen, bic bamit bic strategische Bedeu- tuna, ble Kreta für sie hat, bciillld) unterstreichen. Zwischen ben beutschen und britischen Truppen sind (d)iüerc Gefechte im Gangc. Ilm jeden Meter Boden, um jede kleine Anhöhe wird heftig gekämpft Un­sere Soldaten stehen einem zahlen- und material- mäßig überlegenen Gegner gegenüber, bem noch dazu bas unzugängliche, für die Verteidigung außer- orbcntlld) günstige Gelände als Verbündeter Aiir Seite ftcht. Um so höher ist der Heldenkarnpf der Fallschirmjäger und Luftlandetruppen einzuschätzen, die hier unter schwierigsten Bedingungen gegen eine starke Uebemiachi ihre Stellungen nicht nur halten, sondern täglich verbessern und v o r v e r - lege n.

Für uns gibt cs in dielen Tagen keine schönere Aufgabe, als ble Kameraden, die drüben so hart kämpfen müssen, zu unterstützen, wo es nur irgend geht. Mit bem Einsatz aller verfügbaren Flugzeuge werden die Tommleo immer unb Immer wieder an­gegriffen, werden ihre Stellungen plamnäßia durch Bomven unb MGs zerpflückt. Am blauen Himmel Kretas kreisen den ganzen Tag über die deutschen Flugzeuge. Der Tommi) hat in ben letzten Tagen versucht, diese unbeftrUtcnc deutsche Luftherrschaft über Kreta durch einen intensiven Einsatz seiner im Mittelmeer operierenden Flotte wettzumachen, aber and) hier hat bie beutschc Luftwaffe hart und un­erbittlich ziigesd;lagen. Der 22. Mai ist ein beson- bero schwerer Tag für ble Flotte Seiner Majestät gewesen. Vier Kreuzer unb vier Zer­st Ö r e r manberten auf ben Meeres- gründ, ein Schlachllchiff und vier weitere Kreu­zer wurden schwer beschädigt.

Auch unsere Zerstörergrupvc hat Einsätze auf Sd)iffvziele geflogen. Dabei hat ein Unteroffizier Volltreffer anuf einem englischen Kreuzer erzielt Dav Hauptgewicht unkt en G Image aber lag In der Un­terstützung der Fallschirmjäger unb Viiftlanbctrup- pen bet ihren Kämpfen auf ber Insel Kreta. In länblflen Feindflügen schipperten die Maschinen immer wieder nach Kreta hinüber. Besonders Ar­tilleriestellungen, ble unseren Männern drüben schwer zu sd)affen madjtcn, wurden bei ben Angriffen aufs Korn genommen. Zwei Maschinen bei Staffel landeten beim ersten Tageseinsatz auf dem von ben Fallschirmjägern genommenen Flug- vlatz, um zu erkunden, wo die Hilfe besonders dringend gebraudrt würde, denn von oben waren die feindlichen Stellungen nur schwer zu erkennen. Natürlich vermieden es die Tommleo zu schießen, solange sich deutsche Flugzeuge in der Nähe befan­den, um den Standort ihrer Geschütze nicht zu ner­raten. Erst als die Zerstörer sid) anschickten, aus dem Flugplatz zu landen, jagten sic wieder ihre Gefckmsse herüber, unb ben Weg zum Gesechtsstand muhten ble Flugzeugführer halb laufend, halb Hegend zurückiegen, so dicht fünfte die feindliche Artillerie dazwisd)en

In per'lönlldKr Fühlungnahme zwischen den Offi­zieren ber Gebirgsjäger und Lustlanbetnipven unb ben Fllegeroftizieren wurden die Ziele der kommen- bim Aiigidkfe festgeiegt und auf Skizzen genau der Standort ber fcinblidKii Stellungen vermerkt. So war es möglid), die britische Artillerie bei einem erneuten Angriff am Nachmittag vernich­tend z u treffen. Als am Abend des gleichen Tages unsere Flugzeuge wieder über Kreta erschie­nen, waren die feindlichen Stellungen bereits ge» nominen, und die Gebirgsiäger winkten begeiftert herauf.

Inzwischen hatten sich die anderen Flugzeuge der Stasfi-l englische Tanks vorgeknöpft, bie auf ber Straße westlich Eania vorgingem In kühnen Tiefangrlffci! eröffneten sie ein vernichtendes Feuer

mit Bordkanonen und MGs auf di es ei ndll chen Pan- Eicr. Tiefe mußten ihren Weitermarsch schon bald loippen, so wirkimigsooll waren sie getroffen tuor- cn. Nicht lange daraus züngelten die ersten Flam­men aus den Kampf wagen, unb beim Zurückkurven sahen die deutsd)en Flieger die Tanks bereits lich­terloh brenne n. Auch eine britische B e o b a ch t u n a s ste l le würbe angegriffen. Es ist bezeichnend für die Methoden der engllsdnn Krieg­führung, daß man diese Bcobachtungsftelle in elm? Kirche gelegt hatte. Die deutschen Flieger aber kamen trotzdem hinter diese niederträchtige Gemein­heit unb räucherten den Beobachtungsposten voll- kommen aus.

Am Abend dieses Tages starteten wir zur Insel hinüber, lieber der See und dem kahlen Gebirge Südgricd)enlands liegen bereits die bläulichen Sd)leier der Dämmerung, als wir nach Kreta hin- iiberkommen. Die Sicht ist schon ziemlich schleckst. Das aufblitzendc Mlindung»ftuer^ das gegen die deutschen Linien gerichtet ift, verrät uns deutlich, mohln wir zu hallen haben. Sck)on klappt die erste unserer brei Mes 110 im steilen Gleitflug nach unten ab. Rasend tacken die Kanonen. Wir sehen, wie sick> bie Leuchtspurmunition in die Gebüsche hineinnstihlt, in denen sich die feindlichen Geschütze versteckt halten. Das hat gesessen. Dann sind wir an der Reihe, nachdem auch Die zweite Maschine die Artillerie mit ihrem tödlichen Feuer bei) ar ft hat. Langsam drückt der FluMeugführer den Steuer­knüppel nach vorn. Immer schneller geht die Ma- schine nad) unten. Ganz fest wird man gegen den Sitz gepreßt, so daß man sid) kaum rühren kann. Und als mir dann schon ganz tief über bim Ge­schützen sind, drückt der Flugzeugführer auf die Knöpfe, und in Sekundenabständen speit die Schnauze unserer Maschine feurige Witze aus, die sid) verderbenbringend in die feind- 1 i d> c n Geschütz ist «llungen bohren. Von hier aus wirb man unsere Truppen wohl kaum uod) beschießen können.

2l(ß Unteroffizier M., ber Flugzeugführer, die Maschine rolebcr aufgezogen hat, sehe ich aus dem Rücksitz heraus, baß dort, wo unsere Kanonen- > a l v e n hineinprasselten, Gele blaue Raudstringel hodsttelgen. Mir haben gut getroffen.

Nach einigen Kurven hat unser Kettensiihrcr nod) eine weitere Artilleriestellung entdeckt, die auf einer beherrschenden Anhöhe eingerichtet ist. Auch diese Stellung wirb von unseren brei Ma Minen In mehrfachen Angriffen inibnaudibar ge­wacht. Diesmal gehen mir auch mit Bomben vor. Das ist diese wichtige Stellung, die ben Vor­marsch unserer Truppen aufhält, inert. Auch hier tzcigen wenig später viele graue Naud>pilze aus dem Berg, aud) hier wird sich ber Feind nicht mehr rühren können.

Dann halten mir weiter Ausschau nach lohnenden Zielen. Da ber Sprit nod) reicht, machen mir einen kleinen Abstecher In Richtung der Stabt E a n i a, die noch in der Hand des Gegners ist. Im Tief- sing huschen mir über Häuser, Bäume unb Wälder dahin, um genau beobachten zu können.

Bald haben mir auf ber von Canla westwärts führenben Straße auch ein fckstines Ziel entdeckt: Es find mehrere Lastkraftwagen, bie offenbar Nachschub in ble vorbere Linie bringen. Ansd)einenb haben mir einen guten Fang geniackst, denn aus zwei Wagen sckstcßeii, nad)b*mi wir sie ein paar- mal mit ben Bordkanonen bepflasterten, hellgelbe Stichflammen. Al» wir längst auf bem Rückflug über See find, sehen wir noch immer in gewissen Ab ständen kleine Flammen aufblitzen. Offenbar haben wir einen Munitionstransport er- wischt. Dem Tommi) sebenfalls wirb seine Labung bei den fommenben Kämpfen fehlen.

Tie .Dunkelheit liegt bereits über unserem Feib- ftngplatz, all- mir micber landen. Ein elnsahieicher Tag ist vorüber, und bic Staffel kann mit dem almflidjeii Gefühl in bic Unterkunft fahre», daß fic mit ihren Tief- unb Bombenangriffen wesent­

lich zur Unterstützung der auf Kreta kämpfendeß deutschen Truppen beigetragen hot.

Die italienische», Berichte

Rom, 24. Mai. (DNB.) Der italienische Weh» machtbericht vom Samstag hat folgenden Wortlaut:

In Norbafrika würbe an der Tobruk-Front in bem von ber Division Brescia gehaltenen Ab, schnitt ein feinbliches, von Panzern unterstütztes Sturmtruppunternehmen im Keime erstickt. Einige Panzer würben zerstört ober beschädigt. Oestlich Sollum würben zwei englische Panzer und einige Geschütze zerstört.

Ein feindlicher Luftangriff auf Bengasi verur, sachte einige Opfer unter ber muselmanischen Be­völkerung.

Im o st l i ch e n Mittelmeer hat das unter Befehl von Fregattenkapitän Francesco Mim- belli stehende Torpeboboot außer dem im gestri­gen Wehrmachtbericht erwähnten, in der Nacht zum 22. Mal torpedierten Kreuzer bei demselben Angriff einen zweiten Kreuzer der Dido-Klasse (5450 t) versenkt. Anschließend stieß ein unter bem Befehl von Oberleutnant z. S. Giuseppe (Eigala Fulgosi stehenbes italienisches Torpeboboot am Hellen Tag­aus einen englischen aus brei Kreuzern bestehenden Verband. Das Torpedoboot griff aus nächster Nähs ben Gegner an und torpebierte einen Kreuzer ber Leanber-Klasse (7270 t). Der feindliche Kreuzce würbe in ber Mitte getroffen, brach burch bic Ge­walt her Explosion auseinander unb versank.

Nad) den bisher vorliegenben Melbungen hat also ber Feind vom 20. bis 23. Mai vier Kreuzes verloren, von benen zwei von Torpedobooten und zwei von der Luftwaffe versenkt wurden. Weiter wurden zwei Kreuzer von unseren Schnellbooten schwer beschädigt unb ein Kreuzer von einem Tor« peboboot torpediert.

In Ostafrika verstärkt der Feind im Gebie- von Gala-Sidamo seinen Druck in Richtung auf Sobbu. Unsere tapferen Truppen leisten zähen Wiberstanb. In den Sübostgebieten von Amara leisten einige unserer isolierten, umzingelten unb von allen Selten von überlegenen Kräften ang?» griffenen Posten zähesten, heldenhaften Widerstand unb wiesen wiederholte Aufforderungen zur Er­gebung zurück.

EI» italienisches Unterseeboot unter bem Befehl von Ko-rvetteukapitän Giuseppe Vocatureo Hai im Atlantik einen 12000-Tonnen-Dampfcr versenkt.

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R o m , 25. Mai. (DNB.) Der italienische Wehr, machtbericht vom Sonntag hat folgenden Wortlauts

Unsere See unb Luftstreitkräfte kämpfen in enger Gemeinschaft mit ben beutschen Streitkräften seit ber Nacht auf ben 20. Mai im östlichen Mittel» ielmecr für bic Besetzung Kretas.

Unsere Torpeboboote haben die in den Wehr machtbcrichten vom Frcltaa gemeldeten Gefecht, flegreld) bestanden unb ber felnblichen Flott, schwere Verluste zugefügt. Bomben-, Jagd unb Aufklärungsflugzeuge kamen ununtcrbrochei zum Einsatz.

Bodenziele auf Kreta wurden wicberholt wirk­sam bombardiert.

Bei zahlreichen Angriffen gegen bie zum Schuha ber Insel eingesetzten feinblichen Flottencinheitcn warben bem Feind bic in den Wchrmachtbcrichteu vom Mittwod) und Freitag gemeldeten Verluste zugefügt.

Die englische Flotte mußte sich infolge ber ihr burch die Streitkräfte der Achse zugefügten Ver­luste nach ihren Stützpunkten zurückzichen.

Aus Norbafrika ist nichts von Belang zu melben.

Im 0 ft a f r i k a mürbe der Feind bei Kämpfen im nördlichen Teil bes Gebietes von Galla unb Sibamo zurückgewiesen, wobei er Verluste er­litten hat. In U o g g h i b i (Ammara) hat sich eine unter bem Befehl von Oberst Maraventano stehende isolierte Kolonne noch langem tapferen Wiberstanb unb nachdem ihr bie Lebensmittel und die Muni­tion aius.gcgangeuen waren, mit Waffenehre ergeben.

Eines unserer U-Boote unter bem Befehl von Korvettenkapitän Carl F c c a bi Casfato hat Im Atlantik brei Hanbcls-damvfer, barunter einen Tan­ker, mit zusammen 21 OOÖ BRT. versenkt und ein feinbllches Kriegsschiff, vermutlich einen Kreuzer, durch ein Torpebo getroffen.

Im mittleren Mi11elmeer haben unsere Sck)nellboote einen Gegenangriff gegen ein feind­liches Unterseeboot burchgeführt, bas versucht hatte, einen unserer Geleltzügc anzugreifen, und haben es versenkt.

Im Verlauf der Aktionen im östlichen Mi t- t e I in e c r haben wir einen Zerstörer unb ein Tor­pedoboot verloren: bie Besatzungen konnten fast vollstänbig gerettet werden.

Neue Träger des Ritterkreuzes

Berlin 24. Mai. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber ber Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers ber Kriegsmarine, Großadmiral Racdcr, das Ritterkreuz zum Eiser­nen Kreuz an Kapitänleutnant Georg Sche we, an Kapitänleutnant 5)erbert Ku ppi sch und Ka­pitänleutnant Herbert 28 o h l f a r t h.

Kapitänleutnant Sd)ewe hat als Äominanbant eines Unterseebootes bis jetzt 14 bewaffnete feind­liche Handelsschiffe mit insgesamt 96112 BRT. vor- enft. Zähigkeit und Ausdauer und Geschick sind Üe Eigenschaften, die ihm auf verschiedenen Feind- ährten diesen ausgezeichneten Erfolg einbrachten. Auch einzelne Sonberunternehmungen besonderer Art hat er mit Erfolg hurdjgeführt.

Kapitänleutnant Herbert Ku pplsch hatte als Untcrseebootskommanbaut 1 Zerstörer und 17 be­waffnete Handelsschiffe mit zusammen 90 260 BRT versenkt. Außerdem hat er Minenaufgaben bicht unter der englischen Küste mit Ruhe und Umsicht erfolgreich durchgeführt. Es gelang ihm, selbst auf größte Entfernungen auf Geleitzüge taktisch hervor- ragenb zu operieren und ben bekannten großen Erfolg zu erzielen.

Kapitänleutnant Herbert Wohlfarth hat als Unterseebootskommanbant insgesamt 22 bewaffnete fcinblid)e HanbelsschiffS mit 95 977 BRT., darunter ein Bewachungsfahrzeug, versenkt. 18 Handelsschiffe mit zusammen 75 477 BRT. versenkte er hiervon als Kommandant eines kleinen Bootes. Dieser Erfolg mit einem Boot dieses Ti)ps ist einmalig. Beson- bers gesdsicktem Operieren auf Geleitzüge unb ste­ter Entschlossenheit beim Angriff ist dieser Erfolg zu verdanken.

Hilfsschiff ber britischen Kriegsmarine versenkt.

Stockholm, 26. Mai. (DNB. Fimkspruch.) Wie die britische Admiralität bekanntgibt, ist die Jacht ,.V i n a i i", frühere Eigentümer T. 0. M. Sap- mich, die auf den Amerika-Pokal Anspruch erhob, al» Hilfsschrfs der britrschen Kriegsmarine ver* f cr>ft worden.