zu
(Nachdruck verboten.)
A. Fortsetzung.
Verdunkelungszeit:
23.12. von 17.09 bis 9.30 Uhr.
Im Beiprogramm läuft außer der Wochenschau ein naturkundlicher Kulturfilm* „Fliegende Früchte" mit interessanten Zeitraffer-Aufnahmen.
Hans Thyriot.
bis 16 Uhr das „Forellenquintett" von Franz Schubert. Ein buntes Unterhaltungsprogramm bringt Breslau von 16 bis 18 Uhr in seinem „Frohen Funk für alt und jung". Melodien aus der Märchenoper „Hänsel und Gretel" von Engelbert Humperdinck unter Leitung von Generalmusikdirektor Rudolf Schulz-Dornburg mit den Solisten Nata Tüscher, Carla Spletter, Lotte Schrader, Margarete Krii- mer-Bergau und Fritz Angermann werden von 18.10 bis 19 Uhr als Aufnahme aus einem öffentlichen Rundfunkkonzert gesendet. Den verbindenden Text spricht Käte Gold. Die Sendung „Du bist meine Lieblingsmelodie" von 19.15 bis 20 Uhr vereinigt wieder die ersten Orchester, die besten Solisten und namhafte Dirigenten zu einer bunten Folge schöner Melodien. „Das tönende Rundfunkbilderbuch" kommt von 20.20 mit einer Weihnachtsausgabe heraus und wird die beliebtesten Künstler von Rundfunk, Film, Oper und Kabarett bis 22 Uhr vorstellen.
Aus dem Programm des zweiten Weihnachtsfeiertages nennen wir das „Orgelkonzert aus der Marienkirche zu Danzig" von 8 bis 8.30 Uhr, die Aufführung des „Struwelpeter" von Norbert Schultze unter Leitung des Komponisten von 11.15 bis 12 Uhr. Anschließend werden „Wiener Bonbons" von den Wiener Philharmonikern unter Leitung von Franz LehLr, dem Unterhaltungsorchester des Reichssenders Wien und vieler Solisten dargeboten. Das Strub-Quartett spielt von 15 bis 16 Uhr Streichquartett F-dur, Werk 18, Nr. 1, von Ludwig van Beethoven und um 17.10 Uhr startet „Das glückhafte Schiff" zu einer Festtagsfahrt. Prof. Oswald Kabasta dirigiert von 18 bis 19 Uhr ein „Konzert der Münchener Philharmoniker" mit Werken von Weber, Schubert, Liszt und Beethoven. Don 19.15 bis 19.45 Uhr spielt Barnabas von Geczy. Das Abendprogramm bringt die Sendung „Wie es euch gefällt" mit ausgewählten Stücken aus dem „Zigeunerbaron" von Johann Strauß von 20.20 bis 21 Uhr. Die Solisten der Sendung sind: Tresi Rudolph, Marieluise Schilp, Marianne Lehmann, Aenne Maucher, Walther Ludwig, Hans Heinz Nissen, Georg Hann, Karl Wessely und Ernst Kurz. Die besten Kräfte der „Kleinen Kunst" bestreiten ein buntes Unterhaltungsprogramm von 21 bis 22 Uhr. „Flottes Tempo" und „Fröhlicher Ausklang" beschließen das Festprogramm um 2 Uhr nachts.
Weihnachtsfreude für Front und Heimat
Das Feiertagsprogramm des Großdeulfchen Rundfunks.
preußische Kadetten anno i760
Ein Ufa-Film Karl Ritters im Lichtspielhaus.
Explosion inRaumS
Roman von H.C. Hansen
CapyrigM by Prometheus-Verlag Dr.Eldiadcer, Gröbenzell b.MBndien
„Schießen Sie los!" forderte Kriminaldirektor Ball seinen späten Besucher auf, als er ihn ins Zimmer geleitet hatte.
Zch war heute abend bei der Familie Kabelt em- qeladen, und Fräulein Kabelt, die mir anfangs wegen ihrer ein bißchen scharfen Zunge etwas un- anqenehm vorkam, glaubte mich damit aus der Fassung bringen zu können, daß sie mir genau die gleichen Gedanken entwickelte, die Sie mit mir besprochen haben. Ich tat der jungen Dame den Ge- fallen und ließ sie bei dem Glauben, daß sie klüger gewesen sei als die ganze beteiligte Kriminalpolizei. Uebrigens ist es anerkennenswert, wie sicher sie die richtige Spur ausgenommen hat und klipp und klar von einem Doppelgänger, richtiger von einem maskierten Doppelgänger spricht. — Aber das hätte mich nicht dazu veranlassen können, Sie jetzt noch zu stören Als ich mit Fräulein Kobelt sprach, kam mir ein neuer Gedanke: Der einzige Mensch, der mit diesem Doppelgänger gesprochen hat, war die Sekretärin Aenne Barkow. Natürlich ist es durch-
Aus der Stadt Gießen.
Lärm im Kinderzunmer.
Brigitte ist sechs Jahre alt und Heinerle neun, folglich ist er schon „groß" und soll nachgeben. Da t später mal „Mann' sein wird, wird ihm außer- em nahegelegt, gegen Damen doppelt nachgiebig u sein. Und das sieht er nicht ein. Er ist jung vnd unverbildet. Und ich — um zu erklären, woher jch dies alles weiß — wohne hier zu Gast, ich bin lern Heinerle und der Brigitte gegenüber „der tnkel".
Anfangs, wenn ich allein mit ihnen war, still mein Buch las und mich in nichts mischte, waren fie noch zurückhaltend. Später, als sie sahen, daß i?r Onkel sich vollkommen zurückhielt, hielten sie reit weniger zurück, sie drangen vor, und da nun Brigitte Ansprüche hat auf die Katze Bussy, während
Der Großdeutsche Rundfunk hat für die Weihnachtsfeiertage ein besonders sorgfältig ausgewähltes Programm zusammengestellt, um den ungezählten Hörern an der Front und in der Heimat Unterhaltung, Erhebung und Freude zu bereiten. Aus der Programmfolge seien hier die wichtigsten Sendungen mitgeteilt. Sie beginnt am 2 4. Dezember um 15.30 Uhr mit weihnachtlicher Musik „Dor der Weihnachtstür". Don 17.10 bis 18 Uhr wird eine Weihnachtsfeier aus einem Berliner Lazarett übertragen. Grüße zwischen Front und Heimat, Grüße aus aller Welt vermittelt die Ring- sendung von 18 bis 19.30 Uhr. In einem „Festlichen Konzert" bringt die Berliner Staatskapelle unter Leitung von Staatskapellmeister Prof. Robert Heger Werke unserer großen Meister. Klingende Weihnachtsgaben „Unter dem Weih nachts bäum" werden von 22.15 bis 24 Uhr gesendet; an dem bunten Programm sind der Chor und das Orchester der Staatsoper München unter Leitung von Meinhard von Zollinger und viele namhaste Solisten beteiligt. Der Weihnachtsabend Hingt aus mit „Besinnlicher Musik aus deutscher Vergangenheit" von 0.05 bis 0.45 Uhr.
Das Programm des ersten Weihnachtsfeiertages beginnt um 6 Uhr mit dem Hafen» konzert. Weihnachtliche Tanzmusik und Volksweisen sind von 8 bis 8.30 Uhr zu hören. Ausschnitte aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebasttan Bach — in der Aufführung von Prof. Günther Ramin mit dem Thomanerchor und dem Stadt- und Gewandhausorchester Leipzig — werden von 9.30 bis 10 Uhr gesendet. Zu „Unvergänglichen Weisen" vereinigen sich von 10.10 bis 11.30 Uhr erste Orchester und Solisten. Chöre der Berliner Hitler-Jugend singen von 11.30 bis 12.00 Uhr neue und alte Weihnachtslieder. Don 12 bis 12.30 Uhr dirigiert Generalmusikdirektor Schulz-Dornburg ein „Festliches Konzert" mit Werken von Ludwig Stiel, Franz Schubert und Hans Pfitzner. Anschließend erklingt bis 14 Uhr „Das deutsche Volkskonzert". Die Kinder hören von 14.15 bis 15 Uhr das Märchenspiel „Tischlein deck' dich" in der Rundfunkbearbeitung von Eduard Reinacher mit Musik von Willi Maus, und am zweiten Weihnachtsfeiertag erzählt Wolter Richter in der gleichen Zeit (ab 14.30 Uhr) die Märchen „Dom Wolf und den sieben Geislein" und „Dom Pfannekuchen". Das Schneiderhan-Quartett und Friedrich Wührer (Klavier) spielen von 15.20
„Dann werde ich sofort alle Maßnahmen treffen und sie überraschend vorführen lassen. Ich gehe zum Präsidium und gebe entsprechende Anweisungen für eine Ueberwachung und Nachforschungen."
Auf dieser Basis einigten sie sich, und Kammin fuhr sofort zum Präsidium, um die Beamten aus- zuwählen, die Aenne Barkow 'auf Schritt und Tritt zu folgen hatten. Damit war alles getan, was an diesem Tage getan werden konnte. Kammin blickte nochmals auf die Uhr und fand, daß er nur eine Stunde gebraucht hatte. Es war halb elf Uhr. Ob hei Kobelts noch alles da war? Eher ja als nein. In S)a\t besorgte er sich eine Taxe und fuhr zu dem Haus zurück, das er vorzeitig verlassen hatte. Die Fenster im Erdgeschoß waren sämtlich erleuchtet. Er. leichtert aufatmend, klingelte der Kommissar und hörte von dem Mädchen, das öffnete, die Gäste seien noch vollzählig anwesend.
Als wäre er überhaupt nicht fortgewesen, betrat Theo Kammin den Salon und spähte umher, wo Karla steckte. „Da sind Sie ja wieder!" rief Kobelt erfreut. „Haben Sie den Verbrecher schon dingfest gemacht?"
„Nein", sagte Kammin gelassen. „So schnell geht es auch bei uns nicht. Aber ich denke, in einigen Tagen etwa haben wir wenigstens ein Mitglied der Bande in der Hand."
„Machen Sie keine Witze, Herr Kommisiar!" Kobelt wurde nervös. „Erst beschuldigen Sie unfern guten alten Möller der Fahrlässigkeit. Dann..."
„Möller war sozusagen nur ein Versuchsballon", berichtigte Kammin. ,<Ich wußte von Anfang an, daß er unschuldig fei."
„Um so schlimmer." Kobelt erhitzte sich. „Der Mann hat ausgehalten, als sei er wie ein Versuchskaninchen mit Pestbazillen geimpft worden. Und dann sperren Sie meinen Freund Kaspar ein. be» üchtigen ihn des Mordes, ließen ihn wieder laufen. Jetzt sprechen Sie sogar von einer Bande. Glauben Sie denn im Ernst, daß unser Betrieb non einer Derbrecherbande heimgesucht wurde?"
„Sehr im Ernst, Herr Kobelt." (Fortsetzung folgt.)
.Hallo!" schrie er bann, als sich am anderen Ende eine Stimme meldete. „Hier spricht Kommissar fommin. Ist Herr Kriminaldirektor Doktor Ball zu Me?" .
Die Antwort lautete bejahend, und m kürzester Frist meldete sich der Verlangte. „Wichtige Angelegenheit, Herr Kriminaldirektor. Kann ich Sie heute otenb noch sprechen? — Ja? Dann komme ich Jo- fort zu Ihnen. — Jawohl, Fall Wand."
„Verzeihen Sie, Fräulein Kobelt", fuhr Kammin fort, als er den Hörer wieder aufgelegt hatte. „Leider muß ich Ihre gemütliche Abendrunde verlassen. Der der Dienst ..." Er seufzte.
„Natürlich, verstehe ich vollkommen, außerdem Sii ich selbst an Ihrem vorzeitigen Aufbruch schuld. Darf ich eine Bitte an Sie richten?"
„Im voraus erfüllt." ..
„Sagen Sie Doktor Ball nichts davon, datz taj 5:e auf di« Idee gebracht habe."
,2lber warum denn nicht?" Er tat erstaunt. „Ich Iain mich doch nicht mit fremden Federn Ifynüden."
-Ich will es nicht, Herr Kommissar." Das klang IN!schieden. „Sie brauchen Doktor Ball ja nicht aus- dicklich zu sagen, daß Sie selbst darauf gekommen Wen. Dann ist eine Lüge vermieden." ..Unglaublich, die Frauen!" brummte er in sich Urein. Karla verstand es aber und wurde ein weites Mal rot.
„Aber nicht unbrauchbar, Herr Kammin." .Tatsächlich", gab er zu, betrachtete sie so genau, ds sehe er sie zum ersten Male, und begann Ab- W ed zu nehmen, wobei er überall auf Protest
iiin.
Entleerung von Güterwagen während der Weihnachtszeit.
Um den Umlauf der Transportmittel, vor allem dir Güterwagen, der Reichsbahn auch in der Weih- mchtszeit flüssig zu halten, müssen die Empfänger oon Sendungen aller Art an allen Tagen mit Aus- Ahme des ersten Weihnachtsfeiertages und des Reujahrstaaes die für sie eingetroffenen Güter- migen rechtzeitig entladen und sich bereitsten, ihnen zugerollte Güter in ihren Geschäfts- rcumen abzunehmen. ________________•
Wer nicht recht weiß, wie man einen Knielärmer, Brustschützer, Leibbinden, Kopfhauben und dergleichen mollige Dinge mehr für unsere Soldaten Ariden kann, der gehe nur zur nächsten Dienststelle Der NS.-Frauenschaft und des Deutschen Frauen- Werkes! Ihre Dienststellen sind längst im Besitz von Arbeitsanweisungen für die Herstellung aller nur erdenklichen und wärmenden Stücke. Sie sind überdies jederzeit gern und freudig bereit, unseren Frauen bei der Herstellung molliger Dinge ,ür unsere Soldaten mit besten Ratschlägen behilflich
-elnerle Eisenbahnmagnat ist, und das Pussy mit her Tatze losgeht,, wenn die schnurrende Lokomotive ihr als Maus erscheint, und da nun Pussy irigittchens Pussy ist, die Eisenbahn aber Heinerles jsenbayn, und da ich („der Dnfer) nur mein Buch se, so geht der Krach ynb Krieg haushoch und liaturhaft ungebänbigt.
Da kann man nur vorsichtig über bie Zeitung binwegsehen. Und da sehe ich sehr beruhigende finge, bie mir zeigen, baß bie Welt auch künftig hcht anders fein wird. Heinerle, wenn er wollte, tonnte Brigittchen rundweg an die Wand klappen, aber er klappt sie nur gegen das weiche Sofa, und Brigitte beißt ihn aus Rücksichtnahme nur ins jein, nicht in bie Hanb, unb höllisch machen sie ijren Krach babei, aber ebenso plötzlich lachen sie, unb unvermittelt beschließen sie, Pussy soll mit der Lokomotive Maus spielen und nun schreien sie nicht mehr um den Streit, sondern um die Freude, um den Jubel. Don unten aber kommt Mutti gelaufen, fie hat den Streitkrach gehört und weiß nicht, daß ^zwischen Iubelkrach an der Tagesordnung ist, und jtmit ist sie im Begriff, einen Justizirrtum zu begehen.
Da erhebt sich der Onkel hinter der Zeitung unb erläutert bie Sachlage. Don ba an sehen mich Bri- »ttchens süße Unschuldsaugen mit Staunen an, und Heinerle, aus feinen Halbstarren Augen als Iung- iranne, sieht mich bewundernd an, aber die Haus- hau sieht mich kurios an. „Denn wieso lassen Sie sch das gefallen?" sagt' sie. „Verbieten Sie doch i?n Kindern, und wenn sie nickt hören wollen, greifen Sie einfach energisch durch!"
0 — ich? Unb wen? Oder wie? Brigittchen? lööig ausgeschlossen. „Gnädige Frau", sage ich, joir waren alle nicht besser!" F. R.
Wintersachen für die Front.
Das können wir unseren Soldaten wärmendes schicken?
NSG. Diese Frage legt sich augenblicklich jede Frau und jedes Mädel in Deutschland vor. Da roer- in die Vorräte noch einmal nachgesehen, und es leigt sich daß da noch mancherlei auszubessern oder ü eine andere Form zu stricken unb zu nähen ist, was bisher unbenutzt gelegen hat. Zwar stehen uns dafür nur ein paar Tage zur Verfügung, aber das soll uns allen die schönste Beschäftigung an den Festtagen fein, wenn wir viele gute Wünsche in die Härmenden Sachen für unsere Soldaten 'linein- arbeiten können.
könne; bas ist richtig. Professor Ritter hat als Spielleiter der Episode eine in manchen Szenen fast schmerzhafte Spannung mitgeteilt, aber er hat, wie billigerweise ebenfalls bemerkt wurde, die Ballade des kindlichen Heroismus auch nicht überspannt; er zeigte neben Tapferkeit und Haltung auch die sehr menschliche Seite: er machte aus den Kadetten keineswegs lauter knabenhafte Kriegsgötter, man sieht sie auch ganz kindlich schluchzen und erschöpft zusammengebrochen; daß die früh an- erzogene Disziplin überwiegt, und daß die preußische Zucht mit der Wildheit der Kosakenhorde einen heftigen Kontrast bildet, entspricht der Grund- anlage dieses Films ebenso wie der sinnfällige Schluß, der Geist der jüngsten Jahrgänge von heute dürfe sich mit gutem Grunde auf friderizianische Vorbilder berufen.
Dem Drehbuche von Felix Lützkendorf und Professor Karl Ritter liegen, wie es in einer Vorbemerkung heißt, historische Tatbestände zugrunde, doch wird die Geschichte den meisten Besuchern kaum bekannt sein: während König Friedrich im fünften Winter des Siebenjährigen Krieges in Schlesien kämpft, fallen die Russen in das von wehrfähigen Männern entblößte Berlin ein. Aus einer Kadettenanstalt verschleppen Kosaken den jüngsten Jahrgang, hundert neun- bis zwölfjährige Knaben in preußischer Uniform, als Geiseln — und um den König künftiger Junker und Offiziere zu berauben. Die Kinder, jählings in den Wirbel der Kriegsfurie gerissen, reifen unter Strapazen unb Entbehrungen, verwundet, fallend und kämpfend, frühzeitig zu einer soldatischen Härte und Haltung heran, bte ihnen erst nach manchen Jahren zuge- bacht war. Der Zufall will es, daß ihnen bei den Russen der vormals preußische Rittmeister von Zülow begegnet, der aus Erbitterung über eine Ungerechtigkeit des Königs bei Kunersdorf zum Feinde überging. Das Schicksal der Kadetten und das des Rittmeisters verbinden sich auf merkwürdige Weise. Zülow, der selber einmal Kadett war wie diese Knaben, besinnt sich — wiederum aus empörtem Rechtsgefühl — angesichts der von den Russen mißhandelten Kadetten auf fein Preußentum, das er innerlich doch nie ganz losgeworben rft und verleugnen kann: er hilft den Jungen zur Flucht und verschanzt sich mit ihnen in einem verlassenen Fort, bas sie auf Tob und Leben gegen bie russische Uebermacht verteidigen; im Augenblick der höchsten Not opfert sich Zülow unb rettet die Kadetten. Die Russen ziehen ab, preußische Truppen entsetzen das Fort, die Jungens marschieren im Triumph in die Hauptstadt zurück ...
*
Es wurde nach der Berliner Aufführung darauf hingewiesen, daß man sich die Lösung dieses schicksalhaften Abenteuers auch etwas anders vorstellen
aus möglich, baß sie sich ebenso täuschen ließ wie Fräulein Eberhard und der Pförtner, die beide ihren Chef seit Jahren aut kennen. Aber das will mir nicht ganz in den Kopf. Es ist immerhin ein Unterschied, ob man einen Menschen nur an sich Vorbeigehen sieht oder direkt mit ihm spricht."
„Ganz recht", bestätigte Ball interessiert. „Haben Sie außer diesen rein theoretischen Erwägungen noch ein Moment, das gegen die Sekretärin spricht?"
„Eigentlich nicht", meinte Kammin zögernd. „Aber der Gedanke läßt mich nicht mehr los. Die Barkow war, wie Fräulein Eberhard sagte, in dem Zimmer oon Herrn Kaspar. Also muß sie mit dem Kerl, der als Kaspar auftrat, auch gesprochen haben, und wenn es nur ein paar Worte gewesen sind. Ein geübter Schauspieler kann das Aussehen eines Menschen vielleicht täuschend nachahmen, aber die Stimme, die muß ihn verraten."
„Richtig. Wenn der Doppelgänger sich aber auf ein einziges Wort beschränkt, kann jeder unbefangene Zuhörer glauben, er sei im Augenblick heiser oder sonst was. Und die Barkow war unbefangen, das müssen wir unterstellen, ebenso unbefangen wie Fräulein Eberhard und der Pförtner und sicher noch mehr Menschen, die den Doppelgänger im Fabrikgebäude gesehen haben."
„Ja das stimmt." Theo Kammin schüttelte miß- mutig den Kopf. „Natürlich, wenn jemand Jahre hindurch Sekretärin ist, denkt er nichts Böses beim Anblick eines Menschen, der dem Chef aufs Haar gleicht. Trotzdem, ich kann die Hoffnung nicht aufgeb enj daß hier eine Spur winkt. Der Kerl kann auch im Einvernehmen mit der Barkow gehandelt haben."
,Zch will Sie nicht von Ermitttungen femhalten, Herr Kammin, beileibe nicht. Nur bitte ich Sie, sich kein« allzu großen Hoffnungen zu machen."
„Ob wir die Barkow einmal vorladen?"
„Das könnte manches verderben. Ist sie beteiligt, bann wirb sie durch eine noch so harmlos aus- sehende Vorladung mißtrauisch und wappnet sich für alle Fälle."
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Schüler der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt Potsoam spielen bie Kabetten: eine Gemeinschaftsleistung von ungezwungen-selbstverständlicher lieber« zeugungskraft, im durchaus geschlossenen Gesamtbilde von individuellen Lichtern glaubhaft belebt. Die darstellerisch wesentlichste und entwicklungsfähigste Ausgabe hat Mathias W i e m a n , der den Rittmeister spielt: sehr preußisch in Haltung und Tonfall, friderizianischer Michael Kohlhaas mit einem Seydlitz-Gesicht. Ihm gegenüber Andrews Engelmann als Kosakenhetman Goroschew, ein Glatzkopf mit satanischer Fratze, zügellos, triebhaft, brutal. Carsta Löck umgibt die ganz mütterlich um ihre Kadetten besorgte „Klops-Karline" mit sympathischer Wärme. — Sehr gute Bilder von Günther Anders.
(Sperre für Feldpostpäckchen bis 4. Januar verlängert.
Die Derkehrslage macht es erforderlich, daß eine Verlängerung der Feldpostpäckchen» Sperre bis zum 4. Januar 19 4 2 ein tritt Private Feldpostbriefsendungen bis zum Höchstgewicht von 50 Gramm sind weiterhin zugelassen. Am 5. Januar 1942 treten die alten Bestimmungen des Feldpostverkehrs wieder in Kraft.
Neujahrswünsche der Post
Die Deutsche Reichspost bittet dringend, Neu- jahrsbriefsenbungen nicht am letzten Tage oder gar erst in letzter Stunde einzuliefern, damit die Glückwünsche nicht verspätet beim Empfänger eintreffen. Die Sendungen müssen die genaue Anschrift des Empfängers tragen, also Straße, Hausnummer, Gebäudeteil, Stockwerk usw., Sendungen nach Großstädten mit mehreren Postämtern außerdem die Nummer des Zustellpostamts, Sendungen an Untermieter auch stets den Namen des Woh° nungsgebers. Bekanntlich sind jetzt im Kriegs sehr viele Hilfskräfte als Postzusteller beschäftigt. Ihnen die schwere Aufgabe zu erleichem und vergebliche Wege zu ersparen, dient gleichzeitig dem Nutzen aller Postempfänger. Mit Stift geschriebene Anschriften verwischen leicht und werden unterwegs unleserlich; man nehme also hierfür nur Tinte. Die volle Anschrift des Absenders sollte nie fehlen, damit unzustellbare Sendungen wenigstens sogleich dem Absender zurückgegeben werden können. Empfohlen wird auch, die erforderlichen Marken nicht erst am letzen Tage zu kaufen, ba der stärkere Schalterverkehr dann leicht längere Wartezeit erfordert.
Wie behandelt man angefrorene Kartoffeln?
Der Winter bringt es leider mit sich, daß hin und wieder Kartoffeln, Gemüse und Obst Frostschäden ausweisen, sei es, daß wir eingelagerte Kartoffeln nicht rechtzeitig zugedeckt haben ober gekaufte Nahrungsmittel angefroren finb. Slngefrorene Kartoffeln find ebenso wie angefrorenes Gemüse und Obst nach einer kleinen Vorbehandlung durchaus Poch gut zu verwenden. Angefrorene Kartoffeln, die einen etwas süßlichen Geschmack haben, werden zunächst in kaltes Wasser gelegt, dem man einige Eßlöffel Essig ober etwas Salz zusetzen kann. Dadurch werden sie frostfrei, außerdem verliert sich der süßliche Geschmack weitgehend ober sogar ganz. Solche Kartoffeln werden wir vor allem zu Gerichten verwenden, bei denen ein etwa noch vorhandener süßer Geschmack nicht mehr stört, z. B. zu Kartoffelbrei mit einer süß-sauren Tunke. Sie lassen sich aber auch zu anderen Gerichten, wie zu Puffern oder Klößen verwenden. Dämpfen wir Pellkartoffeln als Beilage zu Gemüsegerichten, so können wir unten in das Wasser des Kochtopfes etwas Esstg zugeben, die Essigdämpfe beseittgen dann den noch vorhandenen süßen Geschmack. In bas Kochwasser von Kartoffeln dürfen wir allerdings keinen Essig gießen. Ist ein größerer Kartoffelvorvat erfroren, so läßt man die Kartoffeln bis zu ihrer Verwendung gefroren liegen, muß sie aber vor dem Eindringen weiteren Frostes schützen.
Aenderungen in der ßkrwiritoaff.
Die Hauptvereinigung der deutschen Eierwirtschaft hat zwei neue Anordnungen erlaßen. In der einen wird die Menge der vom Erzeuger je Huhn ober Ent« abzuliefernden Eier dahin geändert, daß die Eierwirtschaftsverbände sie von bisher 60 auf künftig 70 erhöhen können. — Weiter wird die bisherige Regelung dahin geändert, daß künftig der Erzeuger Eier nur an Verbraucher abgeben darf: an Nichtselbstversorger gegen Einbehaltung eines vom Ernährungsamt ausgestellten Berechtigungsscheines. Die Ausstellung des Berechtigungsscheines erfolgt auf Grund des vom Ernährungsamt einzubehaltenden Bestellscheines der
stieß und diesen mit dienstlichen Gründen abwehren mußte. , ,
„Als er herkam, wußte er doch von dienstlichen Gründen noch nichts", sagte Vater Kobelt zu seiner Tochter, sobald der Gast gegangen war. „Wie kam das denn so plötzlich?"
„Ach, wir haben über den Tod von Herrn Wand gesprochen, und da tarn ihm plötzlich ein neuer Gedanke. "
„Hat er schon wieder jemanden im Verdacht?"
„Ich glaube", lächelte sie zufrieden.
„Einen von uns?"
„Nein." Ihr Lachen wurde hell. ,^>aft du vielleicht ein schlechtes Gewissen? Papa?"
„Dummheiten! Wie kannst du nur so etwas sagen?!" Er war empört.
„Es war nur Spaß. Hauptsache, daß Herr Kammin den Mörder fängt."
Arthur Kobelt schüttelte verständnislos den Kopf. Der Kuckuck mochte sich bei einem Mädchen auskennen.


