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Der Reichskvmmissar für die Preis«

die Fürstin Augusta Dorothea von i-ArnstaDt, die zu Beginn des 18. Jahr-

Teil eine bri-

Oer Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem Führerhauplquartler, 22. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Im mittleren Abschnitt der O ft front scheiterten zahlreiche sowjetische Angriffe am zähen Widerstand unserer Truppen. Die Luftwaffe unter­stützte die harten Kämpfe des Heeres durch starken Einsatz gegen Feldstellungen. Panzeransammlungen. Fahrzeugkolonnen und Eisenbahnverbindungen des Feindes.

An der englischen Südostküste warfen Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht Bomben auf Hafenanlagen.

In Nordafrika fanden keine größeren Kampfhandlungen statt. 3n Luftkämpfen wurden sieben britische Jagdflugzeuge abgeschossen.

Auf der Insel Malta belegten Verbände der deutschen Luftwaffe bei Tage und bei Nacht Schiffsziele sowie Betriebsstoff- und Munitions­lager im Hafen von La Valetta mit Bomben schweren und schwersten Kalibers. Vier feindliche Jagdflugzeuge wurden ohne eigene Verluste ab­geschossen.

Bei wirkungslosen Angriffsversuchen einzelner britischer Kampfflugzeuge im Kanalgebiet und in der Deutschen Bucht verlor der Feind zwei Bomber.

Zahlreiche Gowjetangriffe im mittleren Abschnitt der Ostfront gescheitert.

Evakuierung

der sowjetischen Bevölkerung.

Helsinki, 22. Dez. (Europapreß.) Aus einer in der finnischen Presse aufgegrifsenen sowjetischen Meldung geht hervor, daß in der Sowjetunion große Schwierigkeiten bei der Evakuie­rung der Bevölkerung entstanden sind. Etwa 7 5 Millionen Menschen sollen von einem Ende der Sowjetunion nach dem an­deren abtransportiert werden, vor allem nach Sibirien, in Teile der Wolga gebiete und den Ural. Dabei ist offenbar das Bestreben vor- Händen, die Ingenieure und die industrielle Ar­beiterschaft besonders im Ural und in Swerdlowsk zu konzentrieren. Da man weih, in welcher Woh­nungsnot an sich schon die sowjetische Bevölkerung zu leben hat, kann man sich von dem Elend, das sie erwartet, eine Vorstellung machen. Dazu kommt, daß bei dem Lebensstandard der Bevölkerung eine Hilfe von Mensch zu Mensch nicht möglich ist. Man muß annehmen, daß auf diese Weise Tausende um­kommen werden.

Kleine politische Nachrichten

Churchills und des Rüstungsministers Bea- v e r b r o o k in den Vereinigten Staaten zu Be­sprechungen mit Roosevelt.

Oer Ausverkauf der englischen Auslandsguthaben.

Zinn zu beraub ek Auch hier zeigte sich Die britisch- amerikanische Plutokratie geschäftig, natürliche Zu­sammenhänge zu zerstören, denn Thailand war ein gutes Absatzgebiet für japanische Jndustriewaren, während Thailand den Ueberschuß feiner agrari­schen Erzeugung und feiner Minen nach Japan liefern konnte.

Monatelang haben die Thailänder diese englisch- amerikanischen Einwirkungen auf die Entschlüsse ihrer Regierung ertragen, bis am 8. Dezember die Bombe im Pazifik explodierte. Sofort nahm Thai­land Stellung. Während Churchill noch am gleichen Tage im Londoner Unterhaus verkündete, Thai­land sei mit einer englischen Garantie bedacht wor­den, hatte Thailand den I panern bereits das Durchmarschrecht gewährt. Der Minister­präsident Thailands, Pibul Songgram, teilte mit, daß die Thailänder die Japaner nicht als Feinde betrachtet hätten. Es sei unmöglich, gegen den Strom zu schwimmen, und deshalb sei ein Pakt mit Tokio abgeschlossen worden. Für die Krieg­führung hatte dieser Pakt eine besondere Bedeu­tung, denn er ermöglichte den Japanern, von Hip- Hong in Jndochina aus ihre Truppen mit der Eisenbahn und auf Landstraßen bis nach Bangkok zu bringen, von dort aus führt in Richtung Bri- tisch-Malaya eine weitere Eisenbahnlinie. Britisch- Malaya ist jetzt bereits zum größten Teil von den Japanern besetzt. Die britische Vorfeldpositton für Indien, Burma, ist bedroht, damit auch der letzte Verbindungsweg für England und die USA. nach Tschungking zum Lager Tschiangkaischeks. Den jetzt abgeschlossenen Bündnisvertrag hat der japanische Außenminister Togo ein epochemachendes Ereignis in der Geschichte Ostcrsiens genannt. Er durfte da­mit den Entschluß Thailands nicht zu gering be- wertet haben.

Japanische Offensive, gegen Tschiangkaischek.

Oer italienische Bericht.

Rom, 22. Dezember. (DRB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Montag hat folgenden Wort­laut: . Ä, , , , .

Gefechte örtlichen Charakters tm Dschebe l m der C y r e n a i k a, während die angeordnete Be- wegung unserer Truppen auf die neue Linie wei- ^Der^ Feind nahm die Stellungen von Ba r d i a unter starkes Artilleriefeuer und griff erfolglos die Stellungen von Sollum an. Ein vorgeschobener Posten, der zeitweilig vom Gegner besetzt worden war, wurde später von uns zurückerobert.

Unsere Flugzeuge und die unserer Der- bündeten waren unermüdlich tätig, bombardierten die feindlichen rückwärtigen Verbindungen und nahmen im Tiefflug in Marsch befindliche Truppen und Ansammlungen von Kraftfahrzeugen unter Ma­schinengewehrfeuer. ,e

Im Luftkampf wurden elf Flugzeuge abgeschossen, davon zehn von deutschen Ja- ^Feindliche Einflüge auf I r i p o 11 s, $ e n g a f l und Barke hatten einige Verwundete und einigen Schaden von nur geringer Bedeutung zur Folge. Ein von der Bodenabwehr von Bengasi getroffenes Flugzeug stürzte brennend ab.

Beträchtliche Verbände der deutschen Luftwaffe griffen Tag und Nacht mit guten Erfolgen vor Anker liegende Schiffe, Anlagen und Depots der I Insel Malta an.

Stockholm, 22. Dez. (DRB.) Der Ausverkauf der englischen Auslandsguthaben ist nicht nur, so- weit es sich um die n o r d a m e r i k a n i s ch e n Wertpapiere handelt, im Fortschreiten begriffen, er erfaßt in ^zunehmendem Maße auch die britischen Anlagen in I b e r o - A m e r i k a. In diesen Lan­dern muß England, da ihm kein helfendes Leih- und Pachtgesetz zur Seite steht,'seine Käufe bar in Devisen bezahlen. Um die nötigen Zah­lungsmittel für die zur Versorgung der Insel not- wendigen Zufuhren bereitzustellen, hat es sich ge- zwungen gesehen, die in englischer Privathand be- findlichen südamerikanischen Wert­papiere einzuziehen, um sich so einen der nötigen Valuten zu verschaffen. Jetzt ist Reihe argentinischer Wertpapiere vom tischen Schatzamt eingezogen worden.

Eine Massenversammlung des Freundschaftsver­bandes der Achsenmächte versammelte viele tausend Demonstranten in der großen Kiknya-Halle tn Tokio Rach Verlesung einer Sonderbotschast des Außenministers sprachen der deutsche, der italieni- che und der mandschurische Botschafter.

Rach einer Mitteilung des Londoner Rackrichten- dienstes gab das Marinedevartement in Washington am Montag bekannt, daß der USA.-Flottenstutz- mnkt Guam endgültig vom Feinde besetzt et.

Der Oberkommandierende der britischen Truppen in Indien, Wavell, hatte nach seiner Rückkehr von einer Inspektionsreise nach Singapur eine Bespie- chung mit dem Kommandanten der englischen Trup­pen in Ostindien.

Nach einer Funkmeldung aus Montevideo hat der brasilianische Staatspräsident Vargas die Befesti­gung der Insel San Fernando angeordnet.

Aus dem Neich.

Das HZ.-Weitrüsten.

In diesen Tagen wird das Wettrüsten der HI. für das Kriegs-Winterhilfswerk abgeschlossen. Sett zwei Monaten werkten die Jungen und Mädel der HI. Zehntausenden von Kindern, deren Vater an der Front stehen, hat die HI. eine Wechnachts- freude bereitet. Im Gebiet Hochland (München) konnte die HI. der NSV. für die Dolksweihnacht 58 000 Spielzeuge und Kinderbekleidungsstücke zur Verfügung stellen. Auf einem eigenen Weihnachts­markt in München wurden die verschiedenartigsten, Spielzeugarten, 300 Paar Hausschuhe und andere Kinderbekleidungsstücke der Oefsentlichkeit zum Kauf angeboten und dem KWHW. der Erlös von 50 000 RM. überwiesem Die kurhessische HI. hat 49 500 Arbeiten dem WHW. übergeben, wovon- 36 500 Spielzeuge verschiedenster Arten und 13 000 Gebrauchsgegenstände, u. a. Kinderwäsche, waren. Das Gebiet Franken hat 13 800 Wertarbeiten und 17 300 Kleidungsstücke dem KWHW. übergeben, während das Gebiet Oberdonau 40 000 Spielsachen abliefern konnte.

Senkung der Handelsaufschläge für Arbeiter-, Berufs- und Kinderschuhe.

Nanking, 22. Dezember. (Europapreß.) Das ' Hauptqaurtier der japanischen Streitkräfte in Zen- i tralchina gibt am Montagabend den Beginn einer 1 großangelegten Offensive gegen die Armeen der Tfchungking-Regierung in den Provinzen Tiche­ring, Anhwei, Kiangsi und Fukien bekannt. Em großer Verband japanischer Armeebomber unter- nahm am 22. Dezember einen Massenangrift aus Luschin, einen Stützpunkt der Tschungking-Trup- pen, 150 Kilometer südwestlich von Loyang, und warf Gebäude an dem Flughafen und Mumtions- hallen in Brand. Darüber hinaus entstand schwerer Schaden an anderen militärischen Anlagen. Samt- liche Flugzeuge sind unbeschädigt zu ihrem Stutz­punkt zurückgekehrt.

In Tschungking ist der Befehl ergangen, das gesamte Lager an Kriegsmaterial, das m Rangun, der Hauptstadt Burmas, liegt und für Tschungking bestimmt ist, beschleunigt ab zu - transportieren. Man befürchtet nämlich, daß Rangun ein Ziel japanischer Operationen von der Westgrenze Thailands aus fein konnte. Um den Abtransport so schnell wie möglich durchzufuhren, wurden alle Lastkraftwagen auf der Burmastrahe für den Kriegsmaterialtransport beschlagnahmt und die Burmastraße für den Privatverkehr gesperrt.

Schlußphase der Kämpfe auf Hongkong.

Tokio, 22. Dez. (Europapreß.) Nach Berichten der japanischen Presse nähern sich die Kämpfe auf Hongkong ihrem Abschluß. Durch wiederholte he- tige Bombenangriffe seiey die meisten Flakstel­lungen um Hongkong zum Schweigen ge­bracht worden. Die japanische Luftwaffe könne deshalb ihre Tätigkeit nahezu ungehindert für Die Unterstützung der Operationen der Landstreitkrafte einsetzen. Nach einem Frontbericht vonNichi Nicht" befinden sich in den zur Zeit noch von den Eng­ländern gehaltenen Stellungen etwa 20 000 Mann, darunter 3000 Mann reguläre englische Truppen und rund 4000 Kanadier. Seit Montag früh liegen die befestigten englischen Stellungen von der Ta- tambucht bis auf die Victoria-Höhe hinauf, in die sich die Engländer zurückgezogen haben, unter dem Feuer der japanischen Batterien und unter fort- gesetzten Bombenangriffen japanischer Luftge- schwader.

Churchill in Washington.

Stockholm, 23. Dez. (DNNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus Washington das Eintreffen

Landgemeinden die Aufschläge allgemein niedriger festgesetzt worden Weiter ist für Straßenschuhe mit ganzer oder geteilter Holzsohle eine Senkung der Handelsaufschläge vorgenommen worden.

Weihnachtspakete

für unsere Kriegsgefangenen.

Das Deutsche Rote Kreuz bereite! auch allen ihm bekanntgewordenen deutschen Wehrmacht- angehörigen, die in Kriegsgefangenschaft geraten sind, eine frohe Weihnachtsuberraschung: Ein jeder Soldat erhält aus Mitteln des DRK. als Weihnachtsgruß der deutsä)en Heimat em Weih­nachtspaket, das allerlei schmackhafte und "Mich« Dinge enthält. Der Inhalt besteht aus Fleisch, Fl ich. Oelsardinen, Tomatenmark, Schokolade, Nüssen und Backobst, Wand- und Taschenkalender, Blei- und Kopierstifte, Rasierklingen, Taschenspiegel, Taschew tücher, ein Unterhaltungsspiel oder Skatkarten, auch Zigaretten fehlen nicht. Ein Kerzenständer, em gro­ßes Licht und ein Tannenzweig werden unseren Kriegsgefangenen besondere Freude bereiten. In un- ermündlichem Einsatz haben ehrenamttiche Helfenn- nen Tausende solcher Pakete gepackt. Sie sind seit Oktober an die deutschen. Vertrauensleute der Kriegsgefangenenlager in England, Kanada, Aegypten und Australien unterwegs, so baß sie rechtzeitig zum Weihnachtsfest ankommen werden. Die Zustellung erfolgt durch die Delegierten des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Genf. , Ä _

Kunst und Wissenschaft.

Der Maler Professor Carl vanher f.

Der Altmeister der hessischen Maler, Prof. Carl Bantzer, ist im 85. Lebensjahre in Marburg (Lahn) gestorben.

zückt davon, daß er es, nachdem er die Herzogin und der ganze Hof genugsam damit gespielt hatten, in seine Kunstkammer stellte, wo es dann Demi großen Residenzbrand im Jahre 1674 ein Raub der Flammen wurde. Abbildungen dieses Hauses find leider nicht auf uns zugekommen, doch besitzen wir eine genaue Aufzählung aller goldenen, silber­nen, kupfernen Köstlichkeiten und aller Räume, die es enthielt, darunter einePadstuben, roortnnen baden die Frau im hauß sambt den Töcbtern, bei denen ein badtdirn". Von der Einrichtung des Bade­zimmers seien erwähntzway vergulte Balbier- kandl und zway vergulte zwagbeckhle (=? Aderlaß­becken! Derart bis in die kleinsten Kleinigkeiten

Oie Puppe und ihr Haus.

Von Elisabeth Behaghel.

Eine Kinderweihnacht ohne Puppe ist wohl un­denkbar! Darum kramten auch Die Mütter schon wochenlang vor dem Fest in Kisten und Kasten, und manche Puppe aus Großmutters Kindertagen feiert in diesem Kriegsjahr fröhliche Urständ. Aber mag solche Puppendame auch schon manches Jahr­zehnt hinter sich haben, so ist sie doch gar jung, mißt man ihr Alter an dem des ganzen Puppen- geschlechts, Denn Das ist sozusagen uralt. Schon vor etwa 3000 Jahren, im alten Aegypten, gab es Vertreter dieser Gattung, sogar schon Gelenkpüpp- chen, und in einem der ältesten indischen Werke sind Puppen aus Elfenbein erwähnt. Auch im alten Griechenland gab es neben den starren schon be- wegliche Gliederpuppen (und zwar spielten nicht nur die Mädchen mit chnen, sondern auch Die Jun­gen), die aus Ton oder Wachs hergestellt wurden. Es ist anzunehmen, daß eine Anzahl der zierlichen Tanagrasiguren Kinderspielzeug gewesen sind. Das römische Mädchen spielte ebenfalls mit derpuppa und opferte Das geliebte Spielzeug, wenn sie er­wachsen war. Der Venus. Doch war Die Puppe Den Alten nicht nur Spielwerk; im Grabe Tut-Ench- Amuns z. B. finden sich Opferpuppen, Die Griechen kannten Weihepuppen, die Puppen verbildlichten wohl auch hilfreiche kleine Geister, Die Glück brach­ten. Bei Den Grabungen in Pompeji und Hercula­neum wurden Leichen gefunDen, Die nichts als eine Puppe in Der Hand hielten.

Im Mittelalter war Dietocke eine Same, ge­kleidet völlig nach der Mode oft außerordentlich kostbar, Das blieb sie Durch Jahrhunderte hin- Durch und spiegelt so den Wechsel Der Mode im Wandel Der Zeit, ein unschätzbares Stück Kultur­geschichte. Uebrigens bezeichnete man früher mit Dem NamenDocke" auch Das Spielzeug Der Knaben, als Da sind Reiter, SolDctten, Hampel- männer usw. Den größten Puppenluxus trieb man wohl in Frankreich unter Ludwig XIII., XIV. unD XV. Puppen für 10 000, ja für 20 000 Mark waren keine Seltenheit, Doch Dienten sie nicht Dem KinDerspiel, sondern sie waren, hergestellt von ersten Künstlern, das galante Geschenk des Ka- paliers an Die Dame seines Herzens, Es gab in

schoß ab Die Fürstin Augusta Dorothea von Schwarzburg-ArnstaDt, Die zu Beginn Des 18. Jahr­hunderts gleich eine ganze Puppenstadt Montplaisier" errichten lieh: 26 Häuser umfaßte sie mit 84 Stuben, in Denen 411 Puppen wohnten. Auch hier ist, wie beim Puppenhaus Des Herzogs Albrecht, alles bis aufs Kleinste Der Wirklichkeit nachgebildet. Die Hoffchneider hatten Die Anzüge der Kavaliere verfertigt. Die Damen Des Hofes, bte für Die Damen. Neben Dem Residenzschloß gab es das Theater, den Marktplatz mit Kirche und Jahrmartt, Postmeisterei, Bürger- und Handwerkerhäuser, ja sogar ein Nonnenkloster samt den Zöglingen war vorhanden. Die Köpfe der Puppen sollen die Fran­ziskanerpater A. Einhorn und B. .Sauer geformt haben, am Klösterlein haben die Ursulinerinnen m Erfurt mitgewirkt. Nicht nur Kunstschreiner, Kup> ferschmiede und Zinngießer arbeiteten aufs Feinste, sogar die Porzellanfafrik rourbe,beschäftigt und lie­ferte die Ausstattung des prächtigen' PorzellankaM- nette und die Porzellane für die Zimmer.

In eine völlig andere Zeit fühlt man sich zurück­versetzt, durchwandert man die Säle Der Arnstedter ResÜ>enz in Denen Diese bezaubernde Puppenstadt ausgebaut ist. Wir betrachten mit Entzücken alle die kleinen Kunstwerke und werden gleichzeittg auf Die angenehmste Weise belehrt über Leben und Sitte der Damaligen. Wir belauschen die Hofgesellschaft beim Kartenspiel, die Dame bei der Toilette, neh' men teil an einer Vorstellung bei Hof, begleiten die Dame beim Besuch in der prunkvollen Wochenstube, wir schauen zu, wie dasGesinde" die Betten macht und vertiefen uns schließlich in die kleinen Wunder­werke des Porzellankabmetts. Ganze Spalten könnte man füllen, wollte man erzählen vom Mode- magazin mit seinen kostbaren Stoffen, vom lustige" Treiben des Jahrmarkts (auch hier jede Ware aufs feinste und echteste vom Handwerker ausgefuhrt, nirgendsGeschnas"), vom Nonnenkloster, der Hof' apotheke oder dem Hoftheater. Kaum vermag man sich zu trennen von all den Köstlichkeiten, und man betrachtet, heimgekehrt, recht schnell die aus einer Kiste selbstgebastelte Puppenstube mit dem SW garten und ist ganz beschämt, daß das Mädel über alles so ehrlich entzückt ist und geradezu jubelt über Den Gartenschirm mit Tisch, Der mit Kunst doch leider so ganz und gar nichts, desto mehr aber m» Pappe und Kretonne zu tun hat.

Carl Ludwig Noah Bantzer wurde 1857 in Ziegenhain als Sohn einer Marburger Familie ge­boren. Mit 18 Jahren bezog er Die Berliner Kunst- afaDemie, wurde Schüler von Thumann, Knille, Gussow und setzte seine Studien Dann in Dresden bei Pohle fort. Ein zweimaliger Aufenthalt in Pans örDerte sein künstlerisches Wachstum. Ende Der acht- ziger Jahre trat er mit feinen ersten Gemälden an die Oefsentlichkeit, kleinen Genrebildern, denen bald eine größere Komposition, das historische Stttenlnld Wallfahrer am Grabe der hl. Elisabeth in Mar- bürg" folgte. Bantzer war Heimatkünstler im besten Sinne und mit der hessischen Landschaft, dem Wesen des hessischen Bauern innig verwachsen. Bon Den zahlreichen Gruppenbildern, in Denen sich das Wesen des hessischen Menschen und seiner Umgebung ein­drucksvoll widerspiegelt, sind die bekanntestem Abendmahlsfeier in einer hessischen Dorfkirche (1899, Berliner Nationalgalerie), eine Der be- Deutenden Leistungen des Künstlers,Hochzetts- schmaus" (1904),Hessischer Bauerntanz"mit dem Wogen der faltigen Frauenröcke. Daneben war Bantzer ein feinsinniger Porträtist (Bildnis seiner Frau, Bildnis von Geheimrat Woexmann, für Die Universität Gießen schuf er die Bildnisse von Ge- heimerat Behaghel und Geheimrat Krüger, und der Maler stimmungsvoller, weltabgeschiedener Land- schäften. Obwohl er alljährlich mit einer Schar von Schülern nach dem hessischen Malerdorf Wil­lingshausen in der Schwalm zog, lag doch jahrzehntelang der Schwerpunkt seines Wirkens in Dresden, wo er seit 1896 als Professor an der Kunstakademie eine erfolgreiche Lehrtätigkeit aus- übte. 1918 kehrte er nach Marburg- zuruck, deren Universität ihm die Würde eines Ehrendoktors ver­liehen hat.

Goldenes Doktorjubllaum Johannes Hallers.

Der hervorragende Tübinger Geschichtsforscher und Geschichtsschreiber Prof. D. Dr. phil. Dr. jur. h. c. Johannes Haller beging sein goldenes Doktorjubiläum. Die Philosophische Fakultät Der Universität Heidelberg, die ihn ün Jahre , 1891 promovierte, wird das aus diesem Anlaß er­neuerte Diplom* durch ihren Dekan und einen Fach­vortreter dem Jubilar an seinem Wohnsitz m Stuttgart überreichen lassen. Haller der 1865 im Baltenland geboren wurde, lehrte von 1904 bis 1913 an der Universität Gießen. Seit 1932 ist er eremitiert. Eine Reihe seiner Schriften sind Der breitesten Öffentlichkeit bekannt geworben.

HauvNchriftleUer: Dr. Friedrich Wllbelm Lange. SteUverire^r ve« HauptschristleiterS: Dr. Hnns Tl)l>rtot. NerantworiUch lür Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange,- für das ^eutlleton^Dr. Hans Thyttot, fw Stadl Gieken, Provin,. Wirtichast u. --vort: Ernst Blumschetn.beuü.), t.B.: Dr.Hans Thyriok. , m M

Druck und Beriag: Brühlfche UnIversitätSdruckeret R. Lange K.S. Berlagsleiter: Dr.-Ing. Erich Hamann; 2Inrelgenle,ter: Han» Be«. verantwortlich für denFnbalt derAnxeigen:TheodorKümmel. Pi.NrL.

Paris eigene BekleiDungshäufer (noch bis 1850), Die nur Den Bedürfnissen Der Puppendamen dien­ten, wenn auch solche Verschwendung wie zur Zeit Des Rokokos nicht mehr getrieben wurde. Doch hatten noch Die Puppen unserer Großmütter einen richtigentrousseau mitToiletten" für alle Ta- geszetten und Gelegenheiten, zu einer jeden natür­lich die paffenden Schuhe oder Stiefelchen, Die Kopf­bedeckungen nicht zu vergessen.

Nach 1870 schlug Deutschland Frankreich auch auf Dem Gebiet Der Spielwerkerzeugung auf der ganzen Linie, und mit Recht hieß esNürnberger Tand geht Durch alle Land". Weltberühmtheit er- langte namentlich auch Die Puppenstadt Sonneberg in Thüringen. (Auch im Meininger Oberland waren mehr als 25 000 Menschen mit Der Herstellung von Puppen beschäftigt.) Trumpf war nun das Puppen- kind vom Säugling bis zum Schulmädel oder zum Schulbuben, in allen Größen, aus, dem verschieden- ften Material. Wurden die Puppen früher aus einer Teigmaffe geknetet, aus Lappen, Zucker oder Honig­kuchen hergestellt, waren sieaus tragantzeug ge­machte docken", so entstanden sie Dann aus Holz (namentlich Die schlichte, bäuerliche Puppe ist holz­geschnitzt), PappmaschL, Gummis Porzellan- Stoff, Zelluloid und so fort. Es gab nun Puppen, Die Die Augen schließen konnten, Die Papa unD Mama zu sagen vermochten, ja, sogar welche, Die laufen konn­ten. Besonders bekannt geworden sind die Puppen von Käte Kruse, von Marion Kaulitz, Margarete Steift und anderen. (Lotte Pritzel schuf mehr Zier- puppen für Erwachsene.)

Jünger als die Puppe selbst ist ihre Behausung, Die im Naturlexikon von Hübner also geschlldert wird:roortnnen alles, was zu einer Haushaltung, sowohl zur zierde, als zum pracht, als auch zur nothwendigkeit erfordert wird, sehr artig unD teils kostbar nachgemacht und geschicklich in den ge- mächern, zimmern, und daselbst befindlichen kästen und kisten, behältern und schränken eingetheilet und verwahret zu befinden". Das älteste Puppenhaus, von Dem wir wissen, ließ im Jahre 1558 Herzog Albrecht von Bayern durch Münchner und Augs­burger Mnstler und Handwerker unfertigen; Schnei­der und Kachelmaler,. Kunstschreiner und Gold- schmiede, Die Gobelinweber und viele andere hatten ihr Bestes getan, um ein wahres Wunderwerk zu schaffen, das eigenttich Der kleinen Prinzessin ge- , hören sollte. Der Herzog war Aber selbst so ent-

ahmte man Die Wirklichkeit nach.)

Wirklich volkstümlich aber wurde das Puppen­haus durch ein von der Jungfer Anna Köferlin in Nürnberg hergeftelltes Dockenhaus, zu dessen Be­sichtigung sie die Kinder der Stadt lud. Ja, sie veröffentlichte sogar ein FlugblattErzehlung, was in Dem von Anna Köferlin zu Nürnberg lang zu­sammengetragenen Kinderhaus, desgleichen nie ge­sehen, noch gemacht, anzutreffen 1631". Alle Welt war entzückt von diesem Haus, und jedermann wollte nun auch solch ein Dockenhaus besitzen, und zwar sollte es womöglich schöner und kostbarer sein, als das des lieben Nächsten: eine neue Mode war Da! Besonders kostbare Puppenhäuser gab es in Holland: fanden sich Dort doch sogar welche mit Sammlungen von chinesischen Porzellanen oder von winzigen Radierungen. Die Preise allerdings waren so gesalzen, daß Peter der Große das von ihm bestellte Puppenhaus nicht abnahm, sollte es Doch 20 000 Gulden kosten.

Im Germanischen Museum in Nürnbera, im Münchener National- und historischen Staotmu- seum, im Museum zu Gießen und in manch an­deren Sammlungen werden Puppenhäuser aufbe­wahrt, hei Denen uns immer wieder Die bis in jede Einzelheit künstlerische und gediegene Ausführung entzückt. Es ist auf kein Stück weniger Sorgfalt verwandt, als auf die Geräte. Der Menschenwoh­nung, in den Puppenküchen bewundern wir Die zahllosen kunstvollen Miniaturgefäße aus Kupfer, Zinn, Porzellan, die stets richtig sind in Den Grö- ßenverhältnissen: es wird nie vorkommen, daß wie in unseren heutigen Puppenhausern, etwa Brat­pfanne und Taschentuch fast gleich groß sind.

Den Vogel unter Puppenhaus-Erbauern aber-

Bei Dem nächtlichen Seegefecht mit bolschewisti­

schen Zerstörern in Der Burents-See wurde ** v .~ .-:* > ~r / n...

bekanntlich ein bolschewistischer Zerstörer versenkt, bilDung hat jetzt Die HandelsauMage für !Ar- ein zweiter schwer beschädigt. Inzwischen ift auch bette« unD Berufsschuhe s?wie für Ktnderschuhwerk dieser zweite beschäDigte Zerstörer versenkt roorDen. gesenkt. Darüber hinaus sinD für Heine StaDte und