Gletzener Anzeiger
vienrtaq. ?3 Dezember
Der Winter an der Ostfront
Mars besucht den weißen Radscha
Erbitterte Kämpfe im Dschungel Mlayas
sucht, Tanks einzusetzen, doch bestände für diese
heiratete. Baba iedoch übertraf ihre Schwestern bei weitem und wählte sich den Freistilrinaer Bob Gregory zum Lebensgefährten. Das Blut des Abenteuervorfahren scheint wieder durchgedrungen zu sein.
Sir Charles Brooke, wie ihn seine englischen Landsleute nennen, oder Seine Hoheit der Radscha von Sarawak, wie er bei seinen malaiischen Untertanen heißt, gedachte sein silbernes Jubiläum zusammen mit der 100. Wiederkehr des Tages zu feiern, an dem der Großonkel den Thron von Sa- rawak bestiegen hatte. Die jüngsten Nachrichten dürften nicht nur ihm, sondern auch der Negierung in London einige Zweifel an der Verwirklichung dieses Planes und an der Zukunft der britischen Herrschaft in Sarawak überhaupt eingeflößt haben.
Die Auswahl unter den modernen englischen Flugzeugträgern ist nicht groß. Bis zum Jahre 1936 verfügte die englische Flotte nur über sechs Flugzeugträger, die sämtlich zwischen 1916 und 1919 vom Stapel liefen oder umgebaut wurden. Das waren die ersten Cntwicklungsjahre der Flugzeugträger. Zwei von Liesen älteren Typen, der „Glorious" (22 500 Tonnen) und der „Courageous" (22 500 Wonnen) sind ebenfalls versenkt. Die anderen vier alten Flugzeugträger leiden entweder unter zu geringer Schnelligkeit oder Reichweite. Erst mit der „Arc Royal" wurde ein moderner Flugzeugträgertyp geschaffen. 9m Jahre 1939 liefen vier Flugzeugträger vom Stapel. Davon wurden der „Jllustrious" (23 000 Tonnen) und der „Formidable" (23 000 Tonnen) Ende 1940 in Dienst gestellt. Die „Jllustrious" wurde von deutschen Sturzbombern vom 10. bis 13. Januar zu einem Wrack zusammengeschlagen und liegt seither in einem amerikanischen Ausbesserungshafen. Auch der „Formidable" wurde schon einmal schwer beschädigt, aber ist vielleicht aus dringendster Notwendigkeit wieder in Dienst gestellt worden. Die beiden anderen 1939 vom Stapel gelaufenen Flugzeugträger sollten ursprünglich erst 1942 der Flotte einverleibt werden. Der Bau eines Flugzeugträgers ist ungemein langwierig und nimmt mehr Zeit in Anspruch als der eines Großkampfschiffes.
machte sich alsdann an die Regierung seines neuen Landes.
So weit geht die Geschichte des Privatmannes James Brooke, dieser erkannte aber bald, daß er aus die Dauer nicht Privatmann würde bleiben können und daß es seinen malaiischen Untertanen ebenso schnell wieder einfallen könnte, ihn abzusetzen, wie sie ihn eingesetzt hatten. Darum wandte er sich an seine Heimat mit der Bitte um Schutz, der ihm auch gewährt wurde. Zunächst allerdings betrachteten ihn die Engländer wohl mehr als einen der zahlreichen spleenigen Landsleute, die die Welt und ihre Meere unsicher machten. Im Laufe der Zeit aber gewann man Verständnis für Sarawak, und als schließlich dort Erdölquellen entdeckt wurden, pries man in London das Schicksal, weil es wieder einmal einen Sohn Albions zur rechten Zeit an die rechte Stelle geführt hatte.
erzeugenden Länder der Welt »nö stellt nur etwa ein Zehntel der rumänischen Produktion dar, aber das Del Sarawaks war für die Engländer so wichtig, weil es den Treibstoff für Flotte und Luftwaffe in Singapur, Indien und Australien lieferte. Trotzdem ist vielleicht sein Verlust für die Engländer nicht so wichtig wie sein Gewinn für die Japaner.
Noch heute sitzt auf dem Thron ein weißer Radscha, James Brooke, der erste Radscha . dieser Dynastie, zog sich, nachdem die Zukunft seines Besitzes durch die britische Anerkennung gesichert erschien, ins Privatleben zurück und übertrug die Herrschaft seinem Neffen Charles Brooke. Dieser regierte bis in den vorigen Weltkrieg hinein, und als er 1917 starb, trat sein Sohn Charles die Regierung an. Dieser hat vor allem durch seine Töchter einige Berühmtheit erlangt. Die drei hübschen und wohlhabenden Prinzessinnen von Sarawak, die auf die wohlklingenden Namen Gold,
ins. Aus dem Führerhaupkquarkler, ^.Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gic: bekannt: Ein im Atlantik operierendes Un- leiseeboot unter Führung von Kapitänleutnant g ig a l k torpedierte einen englischen Flugzeug. Ire ger. Das Schiff ist gesunken.
Malaya bewiesen, denn die britische Admiralität war nicht in der Lage, den Schlachtschiffen „Prince of Wales" und „Repulse" zur Luftsicherung einen Flugzeugträger mit nach Ostasien zu geben. Der neue Verlust eines so wichtigen Kriegsschiffes steigert daher die britischen Schwierigkeiten und trifft Englands Flotte somit besonders hart.
Tokio, 23. Dez. (Europapreß.) Die japanische Presse gibt ihrem Entsetzen Ausdruck über Einzelheiten, die von Massakern auf der südlichen Philip
Annahme von Anzeigen für die Mittaasnummer bis 8' 9 Ubr desBormittags
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Nachlässe:
Wiederholung Malstaffel I AbschlüneMengenstaffelK Platzvorschrift (vorherige Vereinbarung) 25"/»mehr
dniischer Flugzeugträger durch drei Torpedo- liefier vondeuischem Ll-Vootim MM versenkt
kleine bewegliche Festungen eingesetzt. Um sie herum hätten die Engländer Schützengräben und andere Verteidigungsanlagen gebaut, soweit die kurze Zeit des Rückzugs dieses zuließe. Das Feuer fei bei dem beschränkten Kampfraum äußerst dicht. Selbst die Truppen, die an den chinesischen Kämpfen teilgenommen hätten, hätten ein derartig konzentriertes Feuer noch nicht erlebt. Da Flankenangriffe oder Umgehungsmanöver gegen die feindlichen'Befestigungen im Dschungel unmöglich wären, seien die 'japanischen Truppen gezwungen, sich Schritt für Schritt schleichend an die feindlichen Stellungen heranzuarbeiten. Es gebe eben nur die Möglichkeit, entweder die Festungslinie zu erreichen oder zu fallen. Die bisherigen großen Erfolge der japanischen Truppen im Dschungel seien daher auch nur aus dem großen Kampfgeist und der Siegeszuversicht der Japaner zu erklären.
Massaker auf M ndanao.
Hif der Versenkung eines vierlen Flugzeugträger; hat die englische Kriegsmarine einen neuen Idjreren Verlust erlitten. Wie das DNB. zu der U des Kapitänleutnants Vigalk erfährt, spielte sich )er Angriff im Atlantik wie folgt ab: Das deutsche Il.ioot schoß auf den Flugzeugträger drei lor- Ie>o5 ab, die alle drei trafen. Der erste llflfeim Vorschiff, der zweite explodierte milk- Ich! ffs und der dritte im Achterschiff. Die
Treffer führten zum Untergang des großen Lil egsschiffes. Bereits kurze Zeit nach dem ttnriff versank der Flugzeugträger in den wellen >es Atlantik.
(uglands Flotte ist damit wieder um ein im Au- jeivlick für die Briten besonders wichtiges Kriegs- chff ärmer. Bei Kriegsausbruch besaß Großbri- tin-ien sieben Flugzeugträger, von denen meh- teri jedoch bereits veraltet und äußerst langsam tat sowie vier 1939 vom Stapel gelaufene Tteu* iallen. Von den über 22000 Tonnen großen Pqzeuglrägern sind drei — ..Courageous"^ ,6 orious" und „Ark Royal" — versenkt und f|l— „Iltustrious" und „Formidable" -)urch deutsche Fliegerbomben vor längerer Zeit iuf:r Gefecht gesetzt worden, wie einschneidend sich )i(v Einbußen auswirkten, hat die Katastrophe von
p'men-Insel Mindanao berichtet werden. Auf Mindanao fanden die japanischen Truppen, so berichtet ein Augenzeuge, japanische Zivilisten, die von Ge- schoßgarben der Maschinengewehre durchbohrt waren, die die fliehende „amerikanische Soldateska" auf die japanischen Einwohner von Mindanao richtete. Bisher wurden von etwa 1900 japanischen Einwohnern 1200 in militärischen Schutz genommen. Don den restlichen 700 wird befürchtet, daß sie von den fliehenden Amerikanern verschlept wurden und weiterhin dem Terror des amerikanischen Militärs ausgesetzt seien.
Der japanische Großangriff auf Luzon.
Schwere Kämpfe um den Lingahen-Golf.
S t o ck h o l m, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach USA.-Meldungen aus Manila sind die Japaner mit einer riesigen T r a n s p o r t f l o t t e von 80 Schiffen erschienen und haben Landungen durchgeführt. Man gibt zu, daß es sich dabei um eine der kühnsten Unternehmungen dieser Art in der neueren Geschichte handele. General Mac Arthur versuche durch Entsendung von Heeres- und Luftstreitkräften nach dem Lingayen- Golf die schwere Gefahr auszuschalten, die durch diesen Angriff der gesamten USA.-Stellung in Ost- asien drohe.
Eine Mitteilung des Washingtoner Kriegsdepartements spricht von heftigen Kämpfen im Lingayen-Golf, 240 Meilen nördlich von Manila. Die Stärke des japanischen Expeditionskorps wird auf sechs bis acht Divisionen geschätzt. Ach bei Davao auf Mindanao werde gekämpft. Der heftige Kampf, den die Japaner mit großen Kontingenten in Nord-Luzon eingeleitet hätten, dauere an. Durch die Landungen würden die Japaner Beherrscher der Küste Luzons von Aparri bis zum äußersten westlichen Punkt, dem Kap Bo- linao. Vier philippinische Schiffe von zusammen 13 188 Tonnen wurden versenkt.
Weiterer Rückzug der Briten in Nordmataya.
Schanghai, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Nach Berichten aus Singapur gehen die britischen Streitkräfte in Perak (Nord-Malaya) weiter nach Süden zurück. Sie versuchen jetzt, Stellungen b e i Kuala Kangsa einzunehmen, während die Japaner auf Flößen den Perak-Fluß hinunter Verstärkungen heranziehen. Kuala K a n g s a ist ein wichtiger Eisenbahn- und Straßenknotenpunkt 18 Kilometer nördlich von Ipo, das als nächstes japanisches Angriffsziel bezeichnet wird. In Ipo befinden sich bedeutende Zinnbergwerke.
.k.kio, 22. Dez. (DNB.) Einen anschaulichen ! Wt über die Kämpfe im Dschungel Malayas ili.'!dkr Sonderbßrichter von Tokio Asahi Schim- {ji.Cber aus dem malaiischen Operationsgebiet nach • wilfot zurückkehrte. — Die japanischen Truppen, I»iditoert der Berichterstatter, sammelten hier ihre Erfahrungen im Dschungelkrieg. Auf der In- jflfainan habe er zwar auch schon Dschungel ge- sü-r doch hielten diese auch nicht annähernd einen : »•‘fiieicf) mit den riesigen Urwäldern des malai- Gebietes aus, die so dicht seien, daß ein Durch-
*- j^-n einfach unmöglich wäre. Fast alle Kämpfe invLkelten sich darum auf den wenigen gelben, auf die man angewiesen sei. Hier be- ' tptm sich auch die feindlichen Befestigungen } w Widerstandsnester. A u f schmälstem Raum I n sich jeweils erbitterte Kämpfe ab.
■n der vordersten Linie des Feindes kämpften f -9 n i) e r, berichtet der japanische Korrespon- itet. Stellten die in der zweiten Linie kämpfenden j [■ tH ä n b e r fest, daß weiterer Widerstand aus- fei, so zerstörten sie hinter sich Brücken Straßen. In vielen Fällen sei dadurch den J^csrn der Rückweg abqeschnitten, so «§ne zu hoffnungslosem Widerstand gezwungen i Ptc wen sie sich nicht ergeben, ober im Dschungel 1 kirnen wollten. Zwar hätten die Engländer ver»
vrühlsche Univerfitätrdruckerei«. Lange General-Anzeiger für Oberhessen «ietzen.^chulstratze 7-9
besser, als im Frühjahr oder im Sommer. Die gefrorenen Wege und die Eisdecken der Flußläuse ermöglichen außerdem einen leichteren Ver - k e h r als im Frühjahr und in regnerischen Sommertagen. Sobald der Mensch sich mit seiner Kleidung dem Winterklima Rußlands angepaßt hat, ist das Winterklima durchaus zu ertragen, und dazu wird ba- deutsche Volk mit der nach den Feiertagen einsetzenden Sammlung von warmen Wintersachen seinen Soldaten der Ostfront die beste Hilfe leisten.
An das Heer.
Abschiedstagesbefehl des General- feldmarschalls von Branchitsch.
Berlin, 22.Dez. (DNB.Funkspruch.) Generalfeldmarschall von B r a u ch i l s ch hat sich mit folgendem Tagesbefehl von den Soldaten des Heeres verabschiedet:
Soldaten!
2Rif dem heutigen Tage hatderFührerper- s ö n l i ch die Führung des Heeres übernommen. Gleichzeitig hat er meiner vor einiger Zeit ausgesprochenen Bitte staltgegeben, mich wegen eines Herzleidens von der Führung des Heeres zu entbinden.
Soldaten! Fast vier Jahre habe ich als Euer Oberbefehlshaber das beste Heer der Welt geführt. Diese Jahre umfassen für Deutschland eine Fülle größter geschichtlicher Ereignisse und für das Heer größte soldatische Erfolge. Stolz und dankbar blicke ich auf diese Zeit zurück. Stolz auf Eure Leistungen, dankbar für Eure Treue.
Große Aufgaben sind erfüllt, große und schwere stehen noch bevor. Ich bin überzeugt, daß Ihr auch diese lösen werdet. Der Führer wird uns zum Siege führen. Stahlhart den Willen, vorwärts den Blick! Alles für Deutschland!
(gez.) von Brauchitsch, Generalfeldmarschall.
Hauptquartier, 19. Dezember 1941.
Thailand im ostasiatischen Ordnnngsblock.
Zwischen dem japanischen Botschafter und dem thailändischen Außenminister Songgram ist, wie schon kurz gemeldet, ein Schutz- und Trutz- bündnis auf der Grundlage der Unabhängigkeit und Souveränität Japans und Thailands für die Dauer von zehn Jahren geschlossen worden. Damit ist das Land zwischen Indien und China, Thailand, offiziell in den ostasiatischen Ordnungsblock ein» getreten. Die Lage zwischen Französisch-Jndochina und Birma an einer geographisch und strategisch gleichermaßen begünstigten Stelle hatte Thailand zu einem der wichtigsten Angelpunkte der großen internationalen Politik gemacht. England und die USA. hatten seit langem alles versucht, um die Thailänder in eine Einkreisungsfront gegen Japan zu treiben. Im letzten halben Jahr wurde Thailand durch plaffvoll ausgestreute Gerüchte über einen angeblichen feindlichen Einmarsch Japans schwer beunruhigt und einer Neroenkrise unterworfen, die durch wirtschaftliche Druckmittel ergänzt wurde. Die Thalländer haben diese Nervenkrise bestanden und die Folgerungen daraus gezogen.
Als im Vorjahre über die thailändische Forderung auf Rückgabe einiger von den Franzosen Jndochina angeschlossenen Gebiete ein Konflikt zwischen Bang- kok und der Vichy-Regierung drohte, witterten die englisch-amerikanischen Gangster Morgenluft. Dieser Konflikt aber wurde durch die besonnene Haltung Vichys und Thailands vermieden. Am 27. Juli 1941 marschierten thailändische Truppen in die beanspruchten Gebiete ein, am gleichen Tage trafen in Ausführung des Verteidigungsbündnisses zwischen Französisch-Jndochina und Japan japanische Truppen in Französisch-China ein. Durch Japans Schiedsspruch wurde der Gegenstand des Konfliktes aus der Welt geschafft. Die Vichy-Regierung und die Regierung von Bangkok unterwarfen sich dem gerechten und weisen Urteil Japans, das nicht darauf ausging, neue Konfliktstoffe zu schaffen, sondern die alten zu beseitigen. Das war eine diplomatisch entscheidende Niederlage Roosevelts und Churchills in Ostasien.
Solange allerdings Japan noch nicht im Krieg mit Roosevelt und Churchill stand, hielt der wirtschaftliche Druck von Singapur auf Bangkok an. Oel z. B. erhielt Thailand nur aus Singapur. Die thailändische Währung, der Tical, mußte sich dem englischen Pfund anschließen. Die Gummiplantagen und die Zinnminen im südlichen Thailand gerieten unter englischen Einfluß. Der britische Gesandte in Bangkok, Sir Josiah Croßby, wandte alle Mittel an, um Thailand aus der ostasiatischen Prosveri- tätssphäre zu lösen und Japan der hauptsächlichsten thailändischen Produkte wie Reis, Gummi und
-Korrespondent.
So entschloß sich England im Jahre 1864, Sarawak als unabhängigen Staat unter der örtlichen Monarchie der Familie Brooke anzuerkennen. Die Vereinigten Staaten haben wenig später ebenfalls Sarawak anerkannt. Heute bildet dieser Staat einen sehr wichtigen Bestandteil des Britischen Reiches in , Ostasien. Das Staatsgebiet ist seit dem Herrschaftsantritt des ersten weißen Radschas allmählich vergrößert worden und entspricht ziemlich genau dem Gebiet Griechenlands vor dem Kriege. Die Bevölkerung von 442 000 Köpfen geht'vielerlei Berufen nach, und die Erzeugnisse der Landes gehören der Landwirtschaft und dem Bergbau an. Am wichtigsten aber sind heute die Oelfelder oon Miri und B a f o n g , deren Zerstörung die Engländer jetzt gerade bekanntgegeben haben. Zwar stand die Produktion dieser Gebiete erst an 14. Stelle der öl-
Von unserem Li
Stockholm, Dezember 1941.
Die Landung japanischer Truppen an der Nordküste der Insel Borneo im Staate Sarawak weckt die Erinnerung an eine der merkwürdigsten und abenteuerlichsten Episoden in der Geschichte des britischen Weltreiches. Sarawak ist der M-a- laien-Staat mit europäischem Herrscher, dem weißen Radscha, der wohl hin und wieder in einem Reisebericht auftaucht, über dessen Vorgeschichte aber heute nur wenigen Menschen etwas bekannt ist.
Im Jahre 1825 begab sich ein junger. Engländer, James Brooke, auf die Suche Nach Abenteuern und Vermögen als Offizier der ostindischen Compagnie nach Ostasien. Schon nach wenigen Jahren wurde er bei einem Feldzug in Burma schwer verwundet und als kriegsuntauglich in die Heimat zurückgeschickt. Unverbesserliche Abenteuerlust ließ ihn aber nicht lange ruhen, und schon nach kurzer Zeit befand er sich wieder auf dem Wege nach Indien. Diesmal widmete er sich nicht dem Kriegshandwerk sondern er erwarb ein ansehnliches Vermögen, für das er sich, weil ihm das Ruhigsitzen in Handelskontoren nicht behagte, ein stattliches Schiff kaufte. Er rüstete es mit allem Notwendigen aus, bewaffnete es mit Kanonen und warb eine tüchtige Mannschaft an. Dann fetzte er Segel und begab sich in das Reich der malaiischen Inseln, das Parad'es der Freibeuter und Viraten.
Ein glücklicher Wind führte James Brooke an die Küste von Sarawak, als dort gerade ein Bürgerkrieg das Land verwüstete und Seeräuber die Küsten plünderten. Der Radscha Muda Kasim rief den weißen Fremdling um Hilfe an, die nur
i ’erlin, 22. Dez. (DNB.) Die Kämpfe an der frsttont sind feit einigen Wochen von dem russi- |d)n Winter bedingt. Der russische Winter ist nicht nil dem westeuropäischen Temperaturunterschied wichen den Jahreszeiten zu vergleichen. Das Klima b|Uropas wird nicht mehr vom Atlantik her und tin Golfstrom beeinflußt, sondern ist ausgesprochen h; t i n e n t a I: auf einen kurzen heißen Sommer folx ein langer Winter, zwischen beide Jahres- leitin schiebt sich ganz plötzlich, fast über Nacht, Itr Frühling mit einer schnellen Schneeschmelze.
1 e Ostfront dehnt sich vom Weißen Meer i ü zum Schwarzen Meer, vom 70. bis Breitengrad also vom Polarnorden bis |un Riviera-Süden fast in der Höhe Nea- ijfeis Der Winter ist infolgedessen auf dieser Strecke Ikhr verschieden. Am Weißen Meer herrscht sMHschnittlich an 180 Tagen Frosttemperaturen, L! eine Temperatur unter 0 Grad, in Moskau ttd Gorki an 150 Tagen, in Leningrad, Drei, Sta- irtrab an 120 Tagen, in Odessa und auf der Krim itei nur an 60 Tagen. Diesen Frosttemperaturen richt die Lage der Schneedecke. Während k n Gebiet des Ural 90 cm und nordöstlich tzer Ißo^a 50 cm wird, mißt sie ayf der Linie Char- lov—Krim 20 cm und in der Höhe Odessa—Rostow ’ Ocm. Sie bleibt in Archangelsk 180 Tage ge- khlllen liegen, in Gorki 160 und in Moskau 150, h Siem 90, in Rostow 60 und in Odessa 40 Tage.
9hn darf sich auch den mittleren Temperatur- i fort schnitt des russischen Winters nicht zu kalt vor- ’ Jtellin: normalerweise beträgt der Ianuardurch- ‘fct von Murmansk bis Stalingrad 10 Grad. Die > kältesten Nächte werden im fernen Nordosten, ' Mn die deutsche Front nicht gekommen ist, mit •Hb s 50 Grad gemessen. Tiefe Temperaturen von ! M :i5 30 Grad an der jetzigen deutschen Ostfront liornen nur vorübergehend vor.
Dis Kälte ist dabei für die Menschen nicht ganz IDe ipfinblicf) wie in Westeuropa, weil sie nicht in ferner, sondern in trockener Luft herrscht. ! $ Schneedecke übt eine wärmende Wirkung auf "l!-Behausungen aus. Dazu frieren alle Sümpfe i jj) Moraste zu. Die Luft wird rein und klar. ■ Quellen für Erkrankungen werden durch die ! Cif verringert. Darum ist der G e s u n d h e i t s - iin'ita n t) in Rußland während des Winters stets
|fl. Jahrgang Nr.M «scheint täglich, außer ßmntags und feiertags
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Bezugsvreis: monatlich ... RM.1.80 «l stell gebühr... „ -.25 Jd) bei Nichterscheinen einzelnen Nummern Aolge höherer Gewalt B,svrechanfchl»ß 2251 htanschrift: „Anzeiger" <
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,_____ v ' j zu bereitwillig gegeben wurde. Mit Hilfe seiner
Waste im Dschungel kaum irgendeine D p e51 Schiffskanonen und seiner Matrosen gelang es ,
rationsmöglichkeit. Die Briten hätten des-. Brooke bald, dem Bürgerkrieg ein Ende zu machen Pearl und Baba hören — augenscheinlich ist „Baba" halb die Tanks auf den Dschungelpfaden a l s und die Seeräuber zu vertreiben Einmal narf) j auf Sarawakisch etwas noch Kostbareres als G^ld 6 f -: w Ä Ax <x au u n o r. »in.rroiofai Sarawak gerufen, fiel es ihm aber nicht ein, wie- und Perle — haben nämlich etwas merkwürdige
der fortzugehen. Er verstand es, sich bei einem Teil Ehemänner gewählt. , Die Aelteste ehelichte zwar der Einaeborenenbevölkerung beliebt zu machen, so recht standes- und geldbeutelgemäß den Chef der daß schließlich der malaiische Radscha abgesetzt Cunard Line, Lord Inchcape, der kurz vor dem wurde. Den Thron übernahm James Brooke und Kriege starb. Pearl aber machte ihren Eltern Kum- 1 mer, als sie den Jazzbanddirigenten Harry Roy


