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Giehener Anzeiger

Donnerstag, 25. Gttober 1941

Der Führer begrüßte den slowakischen Staatspräsidenten Dr. Tiso im Führerhauptquartier. In der Mitte der Chef des Protokolls, Gesandter Freiherr von Dörnberg. (Aufn.: Presse-Hof frncmn-M.)

inLes Nouveaur Temps", saat geradezu, der Mar­schall wolle dasgöttliche Recht" stipulieren, also ge-

(Hachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Paris, Oktober 1941.

Am 9. Juli 1941 sagte Marschall Pqtain nach einer Charakteristik der unzähligen Mischungen von autori­tativem und demokratischem Wesen in den zahlreichen Verfassungen Frankreichs seit der französischen Revo­lution, also nach einer Charakterisierung des absolut Negativen, der Begriff eines souveränen Volkes, das in vollster Verantwortungslosigkeit bisher absolute Rechte ausgeübt hätte, müsse ersetzt werden, denn

Partei könne das Vertrauen hergeftellt werden, in­dem das französische Volk mitwirkend und mitschöp­ferisch sich am neuen Staat betätige, denn sonst würde das Mißtrauen verewigt, das heute Frank­reich zerreiße, und ein anderer Kritiker, Crozet

jekte ausgearbeitet, ohne daß die Entscheidung end­gültig gefallen wäre, Danach werden die Wähler eingeteilt in je eine Hälfte von Erkorenen der gro­ßen öffentlichen Körperschaften,, wie den Vertretern der Familie, der Berufskörperschaften und der Le­gion der Frontkämpfer, zur anderen Hälfte werden die Mitglieder der Prooinzialräte, dieser kleinsten Gruppe des hierarchischen Aufbaus, von den Pro- oinzialgouoerneuren ernannt. Die Gemeinde, der alLerklssinste Körper, wird turd) die Stimmberechtig­ten der drei Gruppen gewählt. Je stärker sich die ein­zelnen Vewaltungs- oder Staatsorgane der Würde des Marschalls nähern, um so schroffer wird die Ausleseberechtigung der Regierung und um so ge­ringer die Mitwirkung des Volkes.

Rom, 23. Okt. (DRB.) Zu Ehren von Reichs­wirtschaftsminister Funk gab der italienische Autzenhandelsminister Riccardi am Mittwoch­abend im Wehrmachtkasino einen Empfang. Bei diesem Anlaß richtete

Außenhandelsminister Riccardi an den Reichswirtschaftsminister eine Ansprache, in der er u. a. sagte:

Der Besuch, den Sie und Ihre Mitarbeiter uns hier in Rom abstatten, , hat in allen Wirtschafts­kreisen unseres Landes die wärmste Sympathie und größte Genugtuung heroorgerufen. Nie­mand in der Welt wird die ungeheure Bedeutung verkennen, die dem wirtschaftlichen Faktor in jener neuen Ordnung zukommen wird, die die Führer unserer Revolutionen seit Jahren Stein für Stein «ufbauen. Die siegreichen und gewaltigen kriege­rischen Ereignisse dieser letzten Zeit haben nicht nur die wirklich riesenhafte Gefahr, die ganz Europa und die tausendjährige Zivilisation des alten Kon­tinents bedrohten und deren Umfang im Lichte der Tatsachen jeder erfassen konnte, immer weiter bis zu ihrer Vernichtung von uns weggerückt, son­dern sie haben auch dazu beigetragen,

der kontinentalen Solidarität, die die Grund­lage und die Voraussetzung der neuen wirt­schaftlichen und sozialen Ordnung ist, eine immer klarere Form und einen immer tiefe­ren Inhalt zu geben.

Wir begrüßen sowohl als Männer jener Revolu­tionen, die bestimmt sind, dem Jahrhundert, das sie hcrvorbrachte, ihren Namen aufzuprägen als auch als Europäer mit Begeisterung, Bewunderung und Dankbarkeit die heldenmütigen Kämpfer des großen und siegreichen antibolschewistischen Kreuzzuges, der einen großen Teil der europäischen Völker unter dem gleichen ideellen Banner vereinigt hat. Der Wirtschaftsaufbau des nationalsozialistischen Deut­schen Reiches, für dessen Festigung und Wider­standskraft Sie, Herr Minister, Ihre ganze Kraft und Fähigkeit eingesetzt haben, ist zu einem ent­scheidenden Element des Sieges geworden, demge­genüber die würgenden und unmenschlichen Waffen ^er Blockade in kläglicher Weise versagt haben und auch in Zukunft versagen werden. Wir Italiener haben seit langem der Gewißheit Ausdruck verliehen, daß die dritte, d. h, die wirtschaftliche Front den gegenwärtigen und künftigen Ereig - nissen gewachsen sein wird.

Die Zusammenarbeit der Achsenmächte und der Geist wirtschaftlicher Solidarität bürgen da­für, daß auf wirtschaftlichem Gebiet wenn auch mit den unabwendbaren Opfern und Be- I

Die Staatsreform Marschall Pstains geht von oben, nicht von unten aus. Sie will, wie der Mar­schall selbst sagte, autoritär und hierarchisch sein, also sich auf die Führung und auf die Untergebenen stützen. Das Volk muß den Männern vertrauen, die in den Zeiten des Niederbruchs die Fahne Frank­reichs hochhielten und die Konsequenz aus den un­heilvollen Ideen zogen, die feit der französischen Revolution in mehr oder weniger Abwandlung Frankreich reaiert haben.

Drei Grundlagen sollen nach dem Willen des Marschalls das neue Verfassungswerk bllden: Fa- mllie, Arbeft, Vaterland. Ins Konkrete übertragen: ständische Ordnung, Frontkämpfer­legion, persönliche Verantwortung. Das Ganze wird von einem mystischen Zug ver­klärt, denn, so roirb von Mitkämpfern des Mar­schalls ausgeführt: die Liebe zum Boden entspricht der Wesensart der Franzosen, die Familie ist der Kern des Staates, die berufliche Organisation das Prinzip der Leistung, und alle bret müssen im Staatsaufbau verankert werden.

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Nr. Tiso über seinen Besuch beim Führer.

Preßburg, 23. Okt. (Europapreß.) Die slowa­kischen Staatsmänner, an der Spitze Staatspräsi­dent Dr. Tiso, sind am Mittwochnachmittag wieder

(9b Jahrgang Nr. 252

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in der slowakischen Hauptstadt eingetroffen. Preß­burg hatte aus diesem Anlaß festlichen Flaggen­schmuck angelegt. Eine riesige Menschenmenge be­reitete den Staatsmännern vor dem Präsidenten­palais einen begeisterten Empfang.

Justizminister Dr. Fr i tz begrüßte die slowakischen Staatsmänner, worauf Dr. Tiso in einer kurzen Ansprache den außergewöhnlichen Eindruck schilderte, den sie im Führerhauptquartier, aus dem der Auf­bau ^oes neuen Europa hervorgehe, gewonnen hätten. Dr. Tiso erklärte:

Dir erhielten die Bestätigung, wie hoch man den heldenhaften Kampf unserer Soldaten an der Ostfront und unsere Arbeit daheim einschäht, die wir für das neue Europa leisten. Dir brin­gen die Versicherung heim, daß die Slowakei als ehrlicher Kampfgenosse und Verbündeter den entsprechenden Anteil am neuen Europa haben wird.

Wir konnten uns abermals von den Eigenschaften Adolf Hitlers überzeugen, von seiner hohen Menschlichkeit und seiner männlichen Standhaftig­keit. Wir werden auf der von uns eingeschlagenen Linie, uns selbst treu, vorwärtsschreiten und in allen Belangen unsere Aufgabe und die uns gestellte Sen­dung erfüllen in Treue zu der befreunde­ten Nation und zu Adolf Hitler."

von unten herauf, also aus dem Willen des Volkes, neu geboren, nicht, wie Vichy wolle, dem Volke auferlegt werden. Mit jenerclairte", die in Frankreich trotz des Zusammenbruchs nicht völlig verloren ging, sagt Deal, nur mit einer Einheits-

Sind die Pfeiler des neuen Frankreich ttagfahig?

Von unserem S.-Berichterstatter.

Nie Banner des Sieges auch wirtschaftlich gesichert

Oie Wirtschaft der Achsenmächte eine Einheit.

vrühsscheUnioerfitätrdruckeret 8. tauge General-Anzeiger für Gberhessen 6tef|ee.9Sd)iI8ra*e T-»

Oer enthüllte Hüll.

Roosevelt glaubt die Zeit gekommen, um zum offenen Kampf für den offenen Kriegseintritt der USA. aufzurufen. Er hatte dafür die, wie der 0SA.-Marineausschuß feststellte, bewiesene Un- Wahrheit behauptet, der amerikanische Zerstörer Greer" sei von einem deutschen U-Boot angegriffen worden. Er hatte ferner die mysteriöse Affäre des I7SA.-ZerstörersKearney" zum Druck auf die Abstimmung des Repräsentantenhauses über die Bewaffnung amerikanischer Handelsschiffe erfun­den, und jetzt hat er alle feine jüdischen Kriegs­treiber mobil gemacht, um die letzten Reste des Neutralitätsgesetzes zu beseitigen und offen seinen Judenkrieg gegen Europa zu fuhren.

Roosevelt glaubt, die widerspenstige Stimmung der USA.-Bevölkerung durch derart infame Lügen­mittel so umgewandelt und hysterisch gestaltet zu haben, daß der Kongreß endlich die letzten Hem­mungen gegen den Krieg beseitigen werde. Wendell Willkie, der Scheinkandidat gegen Roosevelts Kandidatur, der Befürworter des Friedens und nunmehr glühender Anhänger eines Krieges für England, ist von Roosevelt veranlaßt worden, an feine Anhänger im USA.-Parlament die Aufforde­rung zu' richten, das Neutralitätsgesetz fallen zu lassen. Marineminister Knox, der von Börsen­spekulation sehr viel, aber von Marinedingen noto­risch gar nichts versteht, hat schon seit Wochen die unverantwortlichsten Reden gehalten, der Kriegs­minister Stimson zog am gleichen Strang, und die jüdische Hetzpresse fordert immer schärfer zur Aus­merzung derer auf, die für die amerikanische Neu­tralität und für die Wünsche des amerikanischen Volkes sich auszusprechen wagen. Der Druck der gemachten Propaganda dieser Judenclique für den Krieg ist gewaltig. Jetzt hat im entscheidenden Augenblick auch der 70jährige Staatssekretär Cor- dell Hüll das Wort ergriffen, um in gänzlich un­qualifizierbarer Weise den Revanchekrieg des speku­lierenden Judentums und der amerikanischen Kriegs­gewinnler gegen Europa zu fordern. In einer Ge­heimsitzung des außenpolitischen Ausschusses des ÜlS^.-Senates forderte er nicht nur die Aufhebung des Artikels 6 des Neutralitätsgesetzes, das die Be­waffnung von USA.-Handelsfchiffen verbietet, son­dern auch die Abschaffung des Artikels 2, der den amerikanischen Schiffen das Anlaufen der Häfen kriegführender Staaten ausdrücklich untersagt.

Cordell Hüll weiß, daß das Völkerrecht ganz klar und unzweideutig die Bewaffnung von Handels­schiffen neutraler Staaten verbietet, daß ein krieg­führender Staat berechtigt ist, ja, der Sache, für die er kämpft, aus vitalstem Interesse zu dienen hat, wenn er Schiffe, die seinen Gegner mit Munition usw. unterstützen wollen, einfach torpediert. Dieses deutsche Recht ist unzweifelbar. Dies ist auch bisher wenigstens in der Theorie auf Grund des Neutrali- tätsgefetzes sogar von der Roosevelt-Clique aner­kannt worden. Was tut nun Hüll? Er behauptet.

teiligt gewesen sind, und drückte seine Freude dar­über aus, daß in den jetzt zum Abschluß kommen­den Verhandlungen die kriegswichtigen Wirtschafts­fragen in völliger Uebereinftimmung der Neigungen geklärt worden sind und eine Grundlage gefunden werden konnte, die im beiderseitigen Waren- und Verrechnungsverkehr eine noch gün­stigere Entwicklung sicherstellt, als sie schon bisher während des Krieges zu verzeichnen war.

Dir haben dieses Ergebnis erreicht in der übereinstimmenden Ansicht, daß die italie­nische und die deutsche Wirtschaft als eine Einheit betrachtet werden müssen. Da­bei konnten wir, gestützt auf die grandiosen Siege unserer verbündeten Truppen gegen den bolschewistischen Feind, bereits eine wirtschaft­liche Entwicklung in gewissem Umfange zu­grunde legen, die der Wirtschaft der Achsen­mächte einen neuen gewaltigenkräfte- ; u w a ch s bringen und die europäische Diri- schaftssolidarität auf Generationen hinaus sicherstellen wird.

In dieser Erkenntnis und beseelt von dem hohen Glücksgefühl, daß unsere beiden großen Führer aus den weltbewegenden Ereignissen dieser entschei­denden Schlacht heraus ein neues Europa schaffen und damit ihre wahrhaft europäische Mis­sion erfüllen, können auch die Wirtschaftsprobleme mit dem Blick in diese neue Epoche und mit der Aussicht auf die neuen Möglichkeiten angefaßt werden.

Es ist nicht entscheidend, daß im Kriege dieser oder jener Rohstoff vorübergehend einmal mangelt, oder das Volk dieses oder jenes entbehren muß. Entscheidend ist, daß wir auch den Wirt­schaftskrieg gewonnen haben, daß die eng­lische Blockade unwirksam geworden ist, und weil wir den Zeitpunkt bestimmen können, an welchem die wirtschaftlichen Probleme, die wir heute noch meistern müssen und meistern werden, überhaupt keine Probleme mehr sind.

Und daß wir die jetzt noch vorhandenen Pro­bleme meistern werden, dafür sind uns der beste Bürge der unerschütterliche Glauben an unsere Führer, die Disziplin des Volkes und insbesondere auch der Wirtschaft in unseren autoritären Staats­auffassungen die durchgreifendsten Mittel, die uns die autoritäre Staatsführung in die Hände gibt, und der kämpferische Geist, der aus der faschistischen und der nationalsozialistischen Revolution geboren ist, und unsere Völker gemeinsam bis zum Letzten durchdringt.

schränkungen, die den Preis des Erfolges dar- siellen die Banner des Sieges fest und sicher verankert sind.

Der Krieg sei er von kurzer oder langer Dauer verschiebt keinesfalls das wirtschaftliche Programm. Dieses ist vielmehr der politischen Rich­tung, die das Genie unserer Führer Europa geben wird, eng angepaßt und untergeordnet: Ein höhe­rer Lebensstandard der Völker dank einer Steigerung der Produktion, des Einkommens und des Verbrauchs, die dauernde Berücksichtigung der gemeinsamen Bedürfnisse im großen Rahmen der kontinentalen Wirtschaft, die Entwick­lung und Stärkung des Warenaustausches als Fak­tor eines größeren Wohlstandes der Völker, die Anwendung des Begriffes der nationalen Autarkie als festgelegte Tatsache im Wirtschafts­leben der Völker, die sie angewendet haben, die Ausdehnung der autarkischen Bestrebungen auf die kontinentale Selb st Versorgung, die monetäre Ordnung, die Entthronung des Goldes als absoluter Beherrscher des Handels, die Bewertung des Geldes auf Grund der produk­tiven Leistungsfähigkeit, der Arbeit und der poli­tischen und wirtschaftlichen Ordnung, die Preispoli­tik, die industrielle und landwirtschaftliche Zusam­menarbeit, die Wiederherstellung einer größeren Be- roegunasfreibeit auf dem Gebiete des Außenhandel- unter Berücksichtigung des Grundprinzips der na­tionalen Funktion des Außenhandels, die einer europäischen Wirtschaft angepaßten Zah­lungsmittel und -formen, der internationale Handel und ein womöglich größerer Umfang des Ueberfee= bandels: Dies sind kurz gesagt die großen und gewiß nicht mnfteriöfen Argumente, über welche mir völlig einig sind.

Unterdessen werden im Osten Europas durch den Heldenmut der Soldaten und die Tüchtigkeit der Führung neue umfanareiche wirtschaftliche Möalichkeiten erschloßen. Es sind neue Quellen der Arbeit und des Reichtums, die in endgültiger Weife in den Rahmen der neuen Ordnung ein­treten.

Der Friede der Gerechtigkeit, den unsere Führer erstreben und für den unsere Völker kämpfen, wird die Opfer an Blut und Gütern, die unsere Nationen in dieser unvergleichlich großen und ruhmreichen Stunde bringen, vergelten und belohnen.

Reichswirtschastsminister Funk

dankte in seiner Antwortrede zunächst Minister Riccardi und allen Mitarbeitern, Ministern und l Behördenvertretern, die an den Verhandlungen be-

etn Volk bestehe nicht aus Einzelindividuen, sondern sei eine Lebensgemeinschaft, aufgebaut auf der Fa­milie, dem Beruf und der gemeinsamen Verant­wortung. Damals sprach er davon, die A u t o r i t ä t solle die Werte im einzelnen nach ihrem Nutzen für die Allgemeinheit abschätzen, die Hierarchie da­gegen solle innerhalb der Nation eine Auswahl treffen, um so organisch die französische' Gemein­schaft aufzubauen. Das ist eigentlich alles, was zur verfassungsrechtlichen Zukunft Frankreichs gesagt wurde. Man wird eingestehen müssen, daß es nie­mand befriedigt.

Denn eins fehlt Frankreich: ein Sammelbecken, in dem sich alle neuen und revolutionären Kräfte zu- fammenftnden, dort ihre Klärung finden, um dann einheitlich mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Frankreich hat nicht, wie Deutschland und Italien, sich aus dem Parteien- und Meinungswirrwarr zu einer einheitlichen Partei und einer allgemeingül­tigen Ansicht durchgerungen. Die Jahre des Kamp­fes, die den Nationalsozialismus und den Faschis­mus befähigten, in den Stunden der Machtüber­nahme ein neues Staats-, Verwaltungs-, Wirt­schafts- und Kulturgebäude aus einem einheit­lichen Willen zu errichten, fehlen Frankreich. IDie Bestrebungen, eine solche Einheitspartei zu schäften, vertreten vor allem von Marcel D6at, der jetzt von den Folgen des kommunistischen Atten­tats wieder genesen ist, stoßen auf den Widerstand P s t a i n s und der Seinen. Deat sagt als Führer der Pariser Sammlungsbewegung, der Staat müsse

wissermaßen das Gottesgnadentum. Die drei Volks- gruppen, die nach Petain den Staat repräsentieren ollen, also die Familie, die Frontkämpferlegion und die Berufsgruppen, seien doch wirklich nicht als ab tioe Kräfte zu bezeichnen. Die Familie sei durch die Sorgen des Alltags in ihrem Bestände bedroht und gar nicht politisch-aktiv einzureihen, die Berufe seien iür die politische Rolle noch nicht organisiert, die Frontkämpferlegion verkörpere auch nur unzurei­chend die aktiven politischen Gewalten, die sich auch in anderen Lagern fänden. Alle drei Gruppen spiel- . len doch eigentlich nur die Rolle rethorischer Figuren in den Ueberlegungen der Vichy-Politiker, aber sie feien keine politischen Realitäten, wie es z. B. eine Einheitspartei fein könnte. Ob nun diese Einheits­partei sich konstruieren läßt, darüber sind wieder die Meinungen geteilt, denn, so sagen manche Kreise, ine Einheitspartei kann nur in Kampf er­wachsen, und einKampf" läßt sich jetzt nicht füh­len. Auch nicht gegen Vichy, das, man sage,was nan wolle, immerhin die Aufgabe erfülle, die Fran­zosen und Frankreich zusammenzuhalten^in diesen feiten nach der Katastrophe der alten Staatsver- I Raffung. . .

Wie sich nun Marschall Petain die neue Versai- fang Frankreichs denkt, läßt sich ^.gentlid) nur er­raten Zum Jahresbeginn erließ er eine Bertaf- ftngsurkunde, die in sieben Artikeln im wesentlichen s feststellte, daß die Minister, die hohen Würdentra- $er und die hohen Beamten des Staates nicht mehr fern Volke, sondern nur dem Staätschef v e r- f I i t e t seien,ihr Amt zum Wohle des Staates fiemäfc den Gesetzen der Ehre und Redlichkeit auszu- u5en". Verstöße dagegen werden allein vom staats- dief geahndet, der nach Artikel 3 das Gerichtsver­fahren selbst festlegen wird anscheinend von Fall 5-1 Fall und der bei solchen Vergehen nach Art. 2 über das Vermögen und die Person der Beschuldig- ! t-n entscheidet. Aus Grund einer Derfassungsakte ' Dam 4 Februar 1941 wurde dann Di.zeadmira 1 Marian zum Nachfolger durch den Marschall , sahst bestimmt. Weitere Dekrete befassen sich mit d?n Staatssekretären, die den Ministern beigeorönet ; sind, usw., aber damit wurde noch nichts über ote Jtaatsform selbst gesagt. Die Verfassungs- Immission des Nationalrates hat versd-iedene Pro-