Ausgabe 
23.8.1941
 
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2Z./24. August 1941

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)

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ruhige Gelassenheit über uns, die keine fata-

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Hgf fuhr der Kamerad davon wie zu froher Fahrt. 2'n ochsten Tage hörten wir, daß er gestorben war.

, :d)r er? Das ist gar kein Ausdruck." Und dann * er noch mit dem Lächeln auf den Zügen Mfk Richtung, wo der Feind und der Tod hockte.

Li fühlte ich mich an senen Zugmelder erinnert, Abschied von seinen Kameraden ich Wochen erlebt hatte. In der lächelnd vorgebrachten !Schwer?" war auch die gefaßte Heiterkeit , der in jeder Minute zum Sterben bereit ist, Ion im Leben über das Leben hinausgewachsen !chts von Ironie, Spott oder gar Galgenhumor «te ius dieser Frage geklungen. Mit allen seinen m aden da vorn stand dieser Sturmmann jen- ir ^glicher Angst, jenseits des Wunsches und Wil- s, as Leben zu erhalten, um des Lebens willen, tzdle lebten nur für den Befehl, und der lautete:

Stellung ist zu halten. Im Morgengrauen ijitas Bataillon zum Angriff an und wirft den M bis zum Bachgrund!"____________________

listische Ergebenheit war, sondern eben jene Heiter­keit, die jeden überkommt, wenn er nahe vor dem ewigen Tor steht, das sich jeden Augenblick öffnen kann. Die Grenze zwischen Tod und Leben, sonst auch in Gedanken peinlich gemieden, schwindet plötz­lich dahin.

Warum ich diese Beobachtungen und Gedanken mitteile? Um die Allzulauten stiller zu machen, um ihnen den billigen Mut zu nehmen, mit einem zur rechten Zeit sich einstellenden Wort Verständnis für das vorzutäuschen, wofür ihnen eigentlich die Be­griffe fehlen. Es gibt eine unzählige Weltkriegslite­ratur über das Thema vom Heimkehrer, der nicht 'heimfand in die Herzen und in das Leden der Da- heimgebliebenen. Manchem tat sich der Mund erst nach zwanzig Jahren auf, um vom Krieg zu sprechen. So lange hatte er gebraucht, um sich äußer­lich daran zu gewöhnen, daß es unschicklich sei, das Erlebnis des Todes, der Todesnähe und der Todes­bereitschaft so nahe bei sich zu tragen.

Verbaut euch nicht wie einst gegenüber den Weltkriegsteilnehmern das Verständnis für die Männer dieses Krieges, wenn sie heimkehren. Ueber- schüttet sie nicht mit Phrasen, versucht nicht, sie restlos zu verstehen". Erst gewinnt eine neue Ein­stellung zum Tode und zum Sterben. Begreift wirk­lich, was es heißt, daß die toten Kameradenim Geiste mitmarschieren". Lernt, daß der Tod Teil des Lebens ist wie die Geburt! Lernt, daß jeder Soldat das erfahren hat! Wenn ihr das gelernt habt, dann bedarf es keiner großen Worte mehr.

Dann werden wir uns alle in der gleichen Uner­schrockenheit zusammenfinden und ohne Furcht uns körperlich nahefühlenden toten Helden der jungen Nation". Nichts wird uns von ihnen trennen, sie werden Bestandteil unseres Lebens als Nation sein, so wie wir wissen, daß jeder seinen eigenen Tod als Tell seines Lebens in sich trägt als Teil seines Lebens für Führer und Volk.

die Fröhlichen einen Augenblick nachdenklich stimmt. Wenn es Ritter darauf ankam, den jungen deut­schen Kämpfer von seiner menschlichsten Seite zu zeigen, so ist ihm dies vor allem durch eine sehe fein abgetönte Individualisierung des Kameraden­kreises dieser Stukagruppe gelungen. Daß hier die unverblümte Sprache der Front herrscht, ist ebenso selbstverständlich wie die Strammheit des Dienstes mitten im zwanglos-kameradschaftlichen Zusammen­sein. Nicht ganz so selbstverständlich scheint uns der Brückenschlag zur Heimat gelungen zu sein. Einer der Stukaoffiziere kommt nach schwerem Absturz in ein Heimatlazarett und erlebt nun nach seiner Ge­nesung, ein Mann, der für die ernsten Musen bis­her nur ein Lächeln hatte, durch eine Wagner-Fest­aufführung in Bayreuth gleichsam eine seelische Wiedergeburt. Das ist nicht von der gleichen über­zeugenden Unmittelbarkeit des Geschehens wie die Frontepisoden, die einen wunderbar geschlossenen und starken Eindruck hinterlassen.

Chefarzt des Heimatlazaretts, Else ,

gut einfühlende Schwester. Sie alle vereinigen sich mit den vielen hier nicht Genannten zu einer Spiel-

Heine Ann? ächten sich v Bevölkerm engeren Lei Damm: zeigen in die- matzeitung,.

Gießener

Diese Männer waren frei geworden vom eigenen Ich bis zu einem solchen Maße, daß sie bereit waren, es fraglos und selbstverständlich hinzugeben. In solchen Augenblicken höchster Erfüllung des Lebens, da sich Tod und Leben engstens berühren, stirbt es sich leicht. .In solcher Bereitschaft aber sind alle, die heute den Angriff vortragen, morgen die Stel­lung halten gegen den aus der Umklammerung mit aller Kraft herausdrängenden Feind.

Es muß jedem aus eigener Erfahrung das Organ wachsen, mit dem er dies alles versteht. Ich hätte wohl nur die Worte gehört, nicht aber den mitschwin­genden, bestimmenden Unterton, hätte ich nicht jene 14 Stunden Artilleriefeuer hinter mir gehabt, die uns alle selbst nahe an die Schwelle zwischen Sein und Nichtsein brachten.

Wir lagen in einem kleinen Wäldchen, als uns plötzlich wütendes Artilleriefeuer der Sowjets über­fiel. Gewaltig widerhallten die Einschläge der schwe­ren Kaliber zwischen den Bäumen. Ohne daß ein Abschuß auszumachen gewesen wäre, hämmerten die Einschläge einer flankierend schießenden Kampf­wagenkanone in den Wald. Kaum für eine halbe Stunde konnten wir einmal aus unseren tiefen Löchern herausklettern und auf deren Rändern sitzen, schon trieb uns ein naher Einschlag oder ein heransausendes Pfeifen wieder hinein in den schützenden engen Schacht.

Von morgens 6 Uhr bis nach 20 Uhr dauerte der Beschuß. In unser aller Augen stand die gleiche große Frage, wenn nahebei wieder eine Granate krepierte und es durch die Zweige auf uns herab­rauschte von Splittern und abgeschlagenen Zweigen die Frage:Wo wird der nächste Einschlag sitzen? Trifft er uns alle hier, in diesem Loch, das dann unser gemeinsames Grab sein würde?"

Doch dann ging eine Wandlung mit uns vor, die mit dem Wort Gewöhnung nicht erklärt ist. Es kam

ninchen in grünlich grauem Pelz blickten ihn neu­gierig an, sie kannten keine Furcht.

Svenssons fiebrige Augen suchten den Horizont ab: nichts! Aber dort: ein Keuchen entrang sich seiner gequälten Kehle endlich Wasser. Ein kleiner Tümpel schimmerte hinter dichtem Gestrüpp. Svensson verließ die Bahnlinie und lief, ja er stürzte auf das blinkende Wasser zu. Plötzlich blieb er stehen, nur wenige Meter vom Wasser ent­fernt, seine Hand fuhr nach der Kehle, um den ent­setzten Schrei zu ersticken: ein Bär, ein großer, zot­tiger grauschwarzer Bär! Das Tier starrte ihn an, die weißen Zähne blinkten, die linke Dorderpratze hing halb erhoben in der Luft. Svensson hatte noch nie einen Bären gesehen,' der nicht durch ein Eisen- gitter von ihm getrennt war. Er taumelte, er rannte, sein Fuß, verfing sich in einer Wurzel, hart schlug sein Kopf irgendwo auf dann wurde es schwarz um ihn.

Der Bär kam langsam näher, sein Fell hing schlaff um den ausgezehrten Körper. Er hatte einen beißenden Hunger nach dem Winterschlaf. Und dort war etwas, was gerade für ihn richtig mar; ein riesiger Strauch, vollbesetzt mit eingetrockneten Wacholderbeeren! Sorgfältig kletterte der Bär über den ausgestreckten Menschenkörper hinweg. Seine Tatzen schaufelten die bitteren Beeren in seinen hungrigen Schlund ...

Erst sechs Stunden später fand der Lappe Gavaluu, der mit seiner Renntierherde vor­beikam, ganz zufällig den bewußtlosen Mantt. Ga­

valuu betrachtete aufmerksam die Bärenspur und wußte sofort, daß es sich um einen kräftigen, männ­lichen Bären handelte und er beschloß, sich das Fell zu sichern. Er hatte keine Angst, daß seiner Herde von dem Bären etwas geschehen könne, denn die finnischen Bären ---fressen nur Pflanzen!.,

Aber das ahnte Einar Svensson nicht es ging ihm erst viel, viel später auf, als er das furchtbare Erlebnis von seiner Begegnung als waffenloser Mensch mit dem Bär in der finnischen Ocdmark er­zählte. Man lachte, und riet, bei der nächsten Jagd­expedition ins Unbekannte eine Tüte Wacholder­beeren mitzunehmen...

eine arme Kreatur geworden, nach der keiner fragte. Kleine graue Vögel schossen über ihn hinweg, Ki

aie das Gefühl, schon eine Ewigkeit lang h: en, und es war kein Ende abzusehen.

i. er stieß der Zug so, daß es durch Mark unv

itotele ihm von den Verlusten, die eine andere Kom- (ijnie an diesem Tage gehabt hatte. Ich winkte ab: wollen uns nicht gegensetig das Leben schwerer nötig." Da lächelte der Sturmmann:

Jeder einzelne Feldzug dieses Krieges zeigt im­mer eindrucksvoller, was man im Jahrhundert der Technik am wenigsten für möglich gehalten hätte. Grade die kaum noch zu überbietende Motorisierung und Mechanisierung der modernen Heere hat, jeden­falls in der Hand des deutschen Soldaten und der deutschen Kriegführung, die Befreiung des Men­schen von dem dumpfen Druck eines stupiden, aus­weglosen Materialkampfes gebracht. Panzer- und Stukageschwader haben das ruhmreiche Erbe Ziethens und Seidlitzens, Laudons und Radetzkys angetreten. Panzer und Stukas sind so zu volks­tümlichen Symbolen eines Krieges geworden, in dem die Bewegung wieder zur alles beherrschenden operativen Idee erhoben werden konnte. Die Hei­mat und mit ihr viele alte Soldaten des Welt­krieges haben diese Wandlung in Wochenschauen und P.-K>Berichten bewundernd und ergriffen in bis dahin nie für denkbar gehaltener Anschaulich­keit miterleben dürfen. Freilich, das menschliche, das persönliche Erlebnis des Krieges konnten auch sie selten so unmittelbar vermitteln, wie es notwendig ist, um den Krieg von allen Seiten zu begreifen. Hier tritt der Spielfilm wieder in sein Recht, aber er darf es nur, wenn die Hand eines' Mannes ihn gestaltetz der wie Professo» Karl Ritter mit dem Blick und-Spürsinn des Künstlers die Haltung und das Verantwortungsgefühl des Soldaten ver­bindet. Ritter, selber Weltkriegsstieger und General­stabsoffizier, hat schon in seinen WerkenUnter­nehmen Michael",Urlaub auf Ehrenwort" und Pour le merite das Gesicht des Weltkrieges für den Film geschaffen und damit Eindrücke hinter­lassen, die unvergessen bleiben werden. So war er gewiß der rechte Mann für die nicht leichte Auf­gabe, dem deutschen Volk ein soldatisch wie mensch­lich gleich treffendes Bild vom Leben, Kämpfen und Sterben jener zu geben, die so glücklich sind, den schneidigen Angriffsgeist und die nimmermüde freu­dige Einsatzbereitschaft der Jugend in erster Linie zu verkörpern.

in ob. Ef-Ml Hause für 2 - 3 Tage A Zevtemb Schrift!. unt.3509D.ii-. | Gieh.ÄM'

'Das Drehbuch zu diesem mit den höchsten Prädi­katen ausgezeichneten Film schrieb Karl Ritter selbst zusammen mit Felix Lützkendorff. Es ist die knappe, unpathetische Sprache des schlichten Sol­daten, der Humor unfr schlagfertigen Witz an ihrer Stelle ebenso zu schätzen weiß, wie er auch rvieder mit zusammengebissenen Zähnen sein Letztes her­gibt, wenn es nottut, und im Eintreten für den andern selbstverständliche Kameradenpflicht steht. An der Kamera stand Heinz Ritter, der Sohn des Regisseurs, seine Bilder sind ungeheuer lebendig und wirklichkeitsnah. Die Musik schrieb Herbert Windt, sie hat, ohne sich vorzudrängen« etwas von den zündenden Rhythmen der Front, kennt aber auch die heiter auflockernden Töne froh* lichen Lagerlebens. Aus dem großen Ensemble, des* sen ausgezeichnetes Zusammenspiel als die beste Unterstützung der Absichten Ritters wir schon nann­ten, fällt Carl R a d d a tz als Gruppenkommandeur auf durch eine sympathisch überlegene Haltung, die seiner Gruppe Rückgrat und Vorbild ist. Hannes Stelzer ist ein burschikos forscher Oberleutnant, Ernst von Klip st ein nimmt mit guter Laune seine unendlich lange Pechsträhne, Otto Eduard Hasse spielt sehr warmherzig den Grup-

den Beamten ausfragte. Er konnte den Mann schlecht verstehen, er sprach nordfinnischen Dialekt, aber so etwas wieeine gute Stunde" schien er doch herausgehört zu haben. Das war ärgerlich, eine Stunde Aufenthalt hier mitten auf freier Strecke! Man konnte ein bißchen die Beine strecken, die Luft in dem eingeschlossenen Abteil war stickig und rauchig. Svensson beschloß auszusteigen und ein bißchen auf und ab zu gehen.

Keiner hätte später sagen können, warum Einar Svensson auf der linken Seite des Zuges ausftieg, und nicht dort, wo die anderen Passagiere herumstan­den. Auf jeden Fall befand er sich plötzlich allein auf dem Bahndamm, stieg über die niedrigen Draht­leitungen hinweg und ging ein paar Schritte über den weichen frühlingswarmen Grasboden. Es roch würzig und frisch, befreit atmete er auf, er fühlte sich plötzlich hineingewirbelt in eine Welt, die er nicht kannte: die große, weite, schweigende Natur. Doch wenn er sich umschaute, so sah er dicht hinter sich den braunen Leib des Expreßzuges stehen, und das beruhigte ihn. Ein Windstoß fegte heran und riß ihm den Hut vom Kopf, den neuen, teuren Hut, das einzig anständige Exemplar, das er in Abo hatte auftreiben können. Er stieß einen unterdrück­ten Fluch aus und rannte hinter dem Flüchtling her. Der kollerte, tanzte und hüpfte, aber dann hatte er ihn endlich gefaßt. Als er schwer atmend trocke­nes Moor und kleine Zweige abwischte, hörte er plötzlich einen gellen Pfiff: zu seinem unbeschreib­lichen Entsetzen setzte sich der Zug langsam in Be­wegung, eine weiße Dampfwolke quoll unter den Radern der Lokomotive hervor und hüllte die Gegend, wo er stand, in Nebel. Svensson stolperte vorwärts, er rief, ja, er brüllte aber vergebens, die Räder liefen schneller und schneller der Zug verschwand in der Ferne.

Zuerst lächelte Einar Svensson, ein dummes, ein­fältiges Lächeln, weil er überhaupt nicht wußte, was er tun sollte. Der Zug war weggefahren, zusammen mit seinen Koffern, feinen Ausweis- papieren, ja mit allem, was zu dem zivilisierten Menschen Einar Svensson gehörte.Das geht doch nia-t , murmelte er verstört,ich kann bo* nicht hier stehen bleiben, ich muß nach Rovaniemi und dann weiter nach Kittilä". Aber dann wurde ihm klar, daß er ganz allein war,..tg verlassen, ohne jede Möglichkeit, sich mit einem Menschen in Ver­bindung zu setzen. Aus dem Fahrplan wußte er, daß ein Gegenzug nicht vor dem nächsten Morgen zu erwarten war. Svensson beschloß, an der Bahn­linie entlang zu gehen, irgendwann mußte doch ein­mal ein Bahnwärterhaus kommen, Menschen, ein Telephon. Gab es überhaupt Menschen, die ohne

Stukas" ein Karl-Mer-Film der Ufa

Karl RittersS tu k a s" ist kein Spielfilm im landläufigen Sinne. Das ungeheuer Erregende dieses Films wird nicht durch eine kunstvoll drama­tisch zugespitzte Handlung erreicht, es gibt keine Rollen" in diesem Film, also auch keine Stars, wohl aber ein hervorragendes Ensemblespiel einer Mannschaft man kann es kaum anders nennen, die etwas vom Geist der Front verspürt hat und ihn der Heimat zu vermitteln vermag. Es sind ähn­lich wie schon in dem Heimkehrer-Film Karl Ritters lieber alles in der Welt" lose aneinandergereihte Szenen, in denen sich ein ungeheures Tempo und größte gegenwartsnahe Unmittelbarkeit ausdrücken. Eine Stukagruppe im Westfeldzug, wie es damals Hunderte in todesmutigem Einsatz und kurzen fröh­lich-übermütigen Ruhestunden gegeben haben mag, sehen wir in einer prachtvollen Kameradschaft, die die verschiedensten Charaktere und Temperamente ohne alle kleinlichen Gefühle der Rivalität zu äußerster Hingabe verbindet. Mit ihr erleben wir die vielfältigen Einsatzaufgaben der Stukawaffe. Bald gilt ihr Angriff der Zertrümmerung eines Forts, bald der Zerschlagung eines Panzerangriffs, bald der Vernichtung aus Dünkirchen fliehender britischer Transportdampfer im Kanal, bald der Störung des feindlichen Rückzuges auf den verstopf­ten Straßen Nordfrankreichs, auf denen die Stuka- Bomben einer geschlagenen Armee den letzten Widerstandswillen rauben. Es sind Bilder von do­kumentarischer Treue, die sich scharf einprägen und dadurch, daß sie als Erlebnis der Stukagruppe episodenhaft eingeflochten sind, außerordentlich lebendig werden. Jeder dieser Einsätze fordert von jedem Mann der Stukabesatzungen vom Gruppen­kommandeur bis zum Bordfunker höchste Anspan­nung aller Nerven, sie löst sich dann während der kurzen Kampfpausen in jungenhaft ausgelassenem Treiben, bei dem es keinen Spaßverderber gibt, wenn auch besinnlichere Naturen wie der Gruppen­kommandeur und der Arzt ihre Entspannung in ernster Musik finden und das Gedenken an manchen beim Feindflug gebliebenen lieben Kameraden auch

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Von Sickor SiganPiiän.

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aemeinschaft, der es unter Karl Ritters Regie gei hingen ist, die Welt der Stukas für uns Daheim^ gebliebene lebendig zu machen. (Gloria.)

Dr. Fr. W. Lange.

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Telephon leben konnten? Ja, da lief der Telephon­draht an der Bahnlinie entlang. Svensson siel die Ge|cyichte ein aus den australischen Wüstenstrecken, wo die Telephonlinie die einzige Rettung Verirrter ist. Man schneidet den Telephondraht durch, wartet an der Stelle, und wenige Stunden später ist schon eine Patrouille da, um ihn zu holen. So etwas ging hier wohl nicht, er hatte auch keinerlei Handwerks­zeug bei sich, um einen Draht durchzuschneiden. Eine Nagelfeile war alles, was er zufällig in der Manteltasche fand. Er stolperte die Schienen ent­lang. Endlos streckten sich die Schienen ins Weite, keinerlei Anzeichen irgendeiner menschlichen Woh­nung. Stunden vergingen. Svensson konnte auf dem Schotter und den Holzschwellen nicht mehr laufen. Die Sohlen seiner dünnen Stadtschuhe hingen in Fetzen. Die Zunge lag ihm wie Blei im Mund, er mußte irgend etwas trinken, wenn er nicht wahn­sinnig werden wollte. Aber er wußte, wenn er die Bahnlinie verließ, dann war es um ihn geschehen.

Aus dem gut rasierten, gepflegten Mann war

penarzt, der körperlich und seelisch seine Kameraden väterlich betreut. Albert Hehn, Herbert Wilk und Karl John sind in guten Abschattierungen weitere Stukaofsiziere, Beppo B r e m macht mit köstlich bajuvarischem Humor den Hauptfeldwebel Putzenlechner, Heinz W e m pe r den um seine Ma­schinen rührend besorgten Oberwerkmeister. Eduard r ' ist mit behaglicher Güte der aretts, Else Knott eine sich

sein können, der dem Leben schon wie einem Flennen, Fernen, Ueberwundenen gegenüberstand, bilrer. den Schritt durch das dunkle Tor ohne- IM5U tun. Da reichten Gedanken und Worte der fil'avr nicht mehr hin. Neue Aufgaben erstanden Ms MS noch an diesem selben Tage, an dem mit jungen Rottenführer Führer, Unterführer tänner der Kompanie von feindlichen Kugeln getroffen wurden.

hen später. Wieder liegt das Bataillon der in schwersten Gefechten. Meine Aufgabe üch am Gefechtsstand des Bataillons fest. Als eiwagenkraftrad Granatwerfermunition nach brachte, nahm ich die Gelegenheit wahr, mit- en in die vorderste Linie. Ein Sturmmann uns die Munition ab. Der B-Kradfahrer be-

ffl.2003roettes Blatt

W -: urtberte uns nicht, wir hatten es aus seinen v Hjfen herausgehört. So gelöst, so frei hatte nur

Zeitschriften.

Im August-Heft der MonatsschriftDie K u n st" (Verlag F. Bruckmann, München) berichtet Fritz Hellwag über die Künstlerpersönlichkeit des Malers Hasso von Hugo, Ulrich Christoffel spricht zu den plastischen Werken von Lothar Otto. Paul Clemen geht den Weg von Alfred Rethel, dem Schöpfer monumentaler Wandmalereien, der 1848 den Zy­klus von sechs großen HolzschnittenAuch, ein Totentanz" schuf, zu dem rheinischen Künstler Wer­ner Heuser, in dessen, aus neun großen Tafeln be­stehendenTotentanz", das bei den großen deut­schen Meistern vom Anfang des 16. Jahrhunderts komponierte ThemaTriumph des Todes" wieder auflebt. M. G. Sarneck weist auf den vielverspre­chenden, aus Nordbayern stammenden Maler Ulrich Ertl hin. Ulrich Christoffel -gedenkt des Malers Ludwig Bolgiano zu feinem' 75. Geburtstag. Zahl­reich find die Abbildungen von Werken der genann­ten Meister. Der zweite Teil des Heftes zeigt neue Möbel und Räume der Reiner K.--G., Berlin, die ein ausgezeichnetes handwerkliches Gefühl und einen formsicheren Gestaltungswillen verraten. Eins glückliche Hand verrät Architekt Reinhold Schulz, Goslar, mit dem aus einer Bauernhofanlage ge­stalteten Birkenhofwohnhaus. Eine gute städtebau­liche Lösung bildet das von Architekt Quante, Düs­seldorf, geschaffene Doppelhaus sowie einige Eigen­heime, deren angegebene Grundrisse und Erstel­lungskosten interessieren. Praktische Anregungen für Wasserbecken im Wohngarten gibt Architekt I. Schweizer, Glarus-Basel. Schließlich bringt das Hei! noch phantasievolle Plastiken von Michael Schilkin aus der größten europäischen Porzellan- und Fayencefabrik Arabia AG. in Helsinki und werkgerechte" schmiedeeiserne Arbeiten der Stol­berger Werkgemeinde.

Wschen Sein und Nichtsein.

Von Dr. Arthur Benn (^-PK.).

LDi hereinbrechender Dunkelheit hatten wir zu- ßjmlien ein Schützenloch gegraben, der als Zug- j-eli-T eingeteilte Rottenführer und ich. Als das Ach fertig war, fand sich der Zugführer noch zu As. Dicht aneinandergedrängt hockten wir drei in jjejcii Loch und warteten, durch heiß aufzischende Arien der Maschinengewehre immer wieder aus Ibm dünnen Schlaf gerissen, auf den jungen Tag. Jim .30 Uhr brachen wir zum befohlenen Angriff aus Asim Löchern. Nach zehnstündigem Gefecht war t;>r ieinb bis zur vorgesehenen Linie zurückgeworfen. Kilt andere Kompanie löste uns ab. Die Kompanie ihre Gefallenen und Verwundeten.

ßzMin hatte auch den Rottenführer gefunden, der Ml Vortage mit mir das Schützenloch grub. Der Zu- Ml sollte es, daß ich mit dem Zugführer zusammen Mtzch vor dem schwerverwundeten Rottenführer Kni Ein Geschoß war ihm durch den rechten Kiefer Aid wahrscheinlich in den Kopf gedrungen. Er blu- Ke tarf und verfiel sichtlich.

gpjeem drückte er die Hand, und jedem sprach er As seinem kranken Mund ein Abschiedswort zu. K lang wie ein Bedauern aus diesen Worten, daß M rin fortmüsse von all denen, die mit ihm zu- j mi en die Schicksalsgemeinschaft der Kompanie ge- Ml hatten.

titer dieser Abschied ließ noch, einen anderen Ton thrtiorechen, der klang so:Nun gehe ich auf eine K#! Reffe. Euch alle lasse ich zurück. Wer von uns tut 5 nun besser, ihr oder ich? Wer von uns geht K* rfimereren Wea? Seht, ich aehe den meinen

len

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x/ci xjuä ivu/iv ****'

SSnir: ßu f ch Stahl klirrend auf Stahl. Svensson hatte , vöH öie begriffe von Zeit und Raum verloren, In - * ä - ..... r ' - fnnrt

Wiul _ ______________

cing! Plötzlich^schlügen die Bremsen an, der O J rlangsamte die Fahrt, schlürfte und knirschte J W'hnb mit einem Ruck. Man hielt mitten auf dZt Strecke. Neugierige Passagiere steck en den Kchj rum Fenster hinaus, ein Bahnbeamter kam wl ! iiem Werkzeugkasten gelaufen und irgendwo be^,T den Rädern zu klopfen. Em dünner

i iuVl |utg an einer Wagenachse auf. Ewige ere stiegen aus, um neugierig zuzuschauen, w^i'1 iQi|,<T für die Unterbrechung der eintönigen

. Fcihi. . m

'y M M lange wird es dauern, haben wir Ver- ÄO i L lE'tini? Wann sind wir in Rovaniemi? Ewar jw[||r Snipun schaute ärgerlich auf die Uhr, wahrend er

Nur das »Saye»«-Kreuz auf einer Heilmitfelpackung kennzeichnet unverwechselbar alle 0a^et«-ArzneimiHel. Es ist ein Sinnbild wissenschaftlicher Ver­antwortung. »Sayet«- Arznei­mittel haben sich millionenfach in der ganzen Welt bewährt, überall gilt das - Kreuz BAYER) als Zeichen des Vertrauens l E J XJR y

Expreßzug hatte Kemijärvi verlassen und te sich nordwärts. Nun würden Stunden ver- KnflDf!' 9e W ehe man wieder an einen dieser kleinen , fii Hilgen Bahnhöfe im hohen Norden kam, die sich sZMk nüefo seltsam ähnlich sehen: ein breites Holzge- Zfutihit nie mit niedrigen Fenstern, einige Schuppen, der (?en Ä SSidfe behälter, wo die Lokomotive Wasser nahm kosten unböe rundgebaute Holzhütte für die menschlichen LandvE' nisse.

o28oij^> fintr Svensson, der hochgewachsene blonde - Y Maus Abo, dem man die schwedische Abstam-

o'nöl. von weitem ansah, obwohl seine Familie

kW «eit vier Generationen in Finnland saß, war Kn * c Uein im Abteil. Der Zug hatte nur wenige

lialig Elfterere, denn erst ganz langsam beginnt das

A aW im nördlichen Finnland nach den Wunden, ßVp bii? .'r letzte kurze, aber schwere Kampf gekostet v ^Unlieber aufzublühen. Einar Svensson blickte keNnE 6* nie Scheiben: draußen flog graugrünes Land » vockj Birken und niedriges Gestrüpp, dazwischen NÄB crJW< Strecken Heideland. Nun lag ber erste E l'- bchimner von Frühling über der Landschaft, und llUA/D feo Uir man weiter südlich schon ein ganzes S uck Ä 0 Mi'dn Sommer vorgerückt. In den vielen Wasser- Sfreff Mi. zurückgeblieben von der Schneeschmelze, spie- W*. 8e ü Ich ein beinah grünblauer Himmel. Ja, letzt e- schön hier oben in Lappmarken, nur ganz Beit später, und die blutgierigen Räuber, die er, stürzen sich mit ihrem Millionenheer über nschen. Der Zug keuchte und rasselte, ab und

gftitc, frei und gelassen ..." Nicht ich allein hörte Mtst' Ton aus den Abschiedsworten des Kameraden. Me, die dem Todgeweihten die Hand drückten, M aKEu- er zuwinkte, und die er mit erhobener Rechten Jg jfüf e, alle hörten diesen Ton, der halb von Schmerz

Mirdfcittert war, mehr jedoch in befreiter Heiterkeit T* < Mwg.

Verschieb

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