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Unbilden der Witterung in feder Jahreszeit zu er­tragen. während mir in der Heimat uns diesen fast vollkommen entziehen können. Schon gegen die Hitze vermag sich die Front kaum zu schützen, gegen die Kälte kann thr nur die ganze Heimat helfen. Wer zu Hause wollte sich aber dem Ruf zu dieser Gemeinschaftshilfe entziehen?

Folgendes kann die Front vor allem not­wendig gebrauchen, folgendes müssen wir deshalb zur Verfügung stellen:

Ueberschuhe. nach Möglichkeit gefüttert oder mit Pelz ausgestattet, warme Wollfachen, Socken, Strümpfe, Vesten, Unterjacken oder Pullover und warmes, vor allem wollenes Un­terzeug, Unterhemden, Unterhosen, Leibbinden, Brust- und Lungenschüher, jede Art von kopf- schühern, Ohrenschühern, Pulswärmern und Kniewärmern, Pelze im weitesten Sinne des Wortes, Pelzjacken und'Pelzwesten, Pelzstiefel jeder Art und jeder Größe, Decken, vor allem Woll- und Pelzdecken, dicke warme Handschuhe, hier vor allem pelzgefütterte Lederhandschuhe oder Strickhandschuhe und Wollsäustlinge. Ueberhaupt alles aus Pelz wird an der Front dringend gebraucht und ist deshalb doppelt willkommen. Gewünscht werden ferner gesteppte oder gefütterte Unterwesten, wollene Schals und Halstücher, überhaupt alles, was dazu dient, den Kampf gegen die in diesem Jahr so früh eingebrochene Winterkälte erfolgreich zu führen^

Die Partei mit all ihren Beben- und Un­terorganisationen ist angewiesen, sich im Lause der angesehten Zeit zur Sammlung alt dieser an der Front dringend benötigten Wintersachen bereitzustellen. Die Sammlung beginnt am 27. Dezember 1941 und endet am Abend des 4. Januar 1942 und wird seitens der Partei von Haus zu Haus und von Wohnung zu Wohnung durchgeführt. Jeder Volksgenosse erleichtert den Sammlern wesentlich ihre Arbeit und hilft zur beschleunigten Durchführung dieser Sammlung in hervorragendem Maße mit, wenn er die von ihm zu spendenden Winkersachen persönlich an den näher bezeichneten Sammelstellen, die in den örtlichen Zeitungen bekanntgemacht werden, abliefert.

Mit den zuständigen Organen der Wehrmacht und unseres Transportwesens ist Vorsorge getrof­

fen, daß die gesammelten Gegenstände in kürzester Frist zum Abtransport gelangen und bis a n d i e vorder st e Front gebracht werden.

Das Fest, das in iyr ganzen Welt als das deut­scheste bekannt ist, steht vor der Tür. Zum dritten­mal in diesem Kriege bleibt unseren Soldaten zu Weihnachten die Rückkehr in die Heimat, ja sogar ein in größerem Umfang durchgeführter Urlaub nach Hause, versagt. Was liegt nun näher, als daß die Heimat über bloße Worte des Dankes hinaus der Frpnt in einer nationalsozialistischen Gemein­schaftshilfe großzügigster Art ihre Verbundenheit bekundet und dabei unseren Soldaten bewegten Herzens dankt? Ich möchte deshalb die Sammlung das Weihnachtsgeschenk des deutschen Volkes an die Ostfront nennen. Es gibt gewiß im ganzen Lande niemanden, der sich von diesem Weihnachtsgeschenk für unsere Soldaten aus­schließt. Ich habe vor einigen Wochen zu einer Schallplattensammlung für unsere Soldaten aufge- rusen. Dieser Aufruf hat im deutschen Volke einen Widerhall gefunden, der alle Erwartungen auch der kühnsten Optimisten weit in den Schatten stellte. Ich bin daher auch diesmal davon überzeugt, daß jeder zu Hause.bei der Sammlung von Winter­sachen für unsere Front alles hergeben wird, nicht nur was er entbehren kann, sondern auch was er selbst zwar noch nötig braucht, worauf unsere Soldaten aber mehr Anspruch erheben. können als er selbst.

Das deutsche Volk ist durch den Nationalsozialis­mus zum Gemeinschaftsgedanken erzogen worden. Wo aber wäre dieses Gemeinschaftsdenken mehr angebracht als im Verhältnis der Heimat zur Front? Die Heimat selbst können wir unseren Sol­daten noch nicht wiedergeben. Das wird erst der Fall sein, wenn wir durch den Sieg den Frieden in Händen haben. Dann sollen unsere Soldaten -in eine Heimat zurückkehren, an der sie auf Schritt und.Tritt feststellen können, wie sie zu ihnen ge­hört und wie sie ihr Opfer und Heldentum zu wür- tilgen weiß. Ein Stück Heimat aber können wir unseren Soldaten auch heute schon wieder neu zum Bewußtsein bringen. Mit Worten aber ist das nicht möglich einer Front gegenüber, die nur in ihren Taten lebt. So laßt uns ihr denn auch mit Zoten antworten! Gerade die Weihnachtszeit ist dazu am besten geeignet. Wenn also in der Woche nach Weihnachten die Sammler an Eure Türen klopfen, so haltet die Gegenstände für die Winterausrüstung für unsere Soldaten schon bereit. Begegnet den Sammlern freundlich und zuvorkommend, denn sie sind Sendboten unserer kämpfenden Soldaten. Gebt ihnen, was Ihr überhaupt entbehren könnt! Ihr helft damit der Front, den Sieg zu erkämpfen.

Das Geleitwort -es Führers.

Der Führer selbst hat dieser Sammlung ein Geleitwort mit auf den Weg gegeben, dar der Heimat zeigen soll, mit welchen hohen Erwartungen er ihrem Ergebnis entgegensieht. Wir wollen ihm zeigen, welchen Widerhall fein Appell in den Her­zen aller Deutschen findet. Der Führer sagt Euch:

Deutsches Volk! Während abgesehen von Luftangriffen die deutsche Heimat vom

Feinde unbedroht ist, stehen Millionen unserer Soldaten nach einem Jahr schwerster Kämpfe gegen einen zahlen- und auch materialmäßig weit überlegenen Feind an der Front. Siege, <o\e sie die Weltgeschichte bisher noch nie er­lebte, wurden dank der Führung und Tapfer­keit von Offizier und Mann erfochten. So hält und kämpft nunmehr die größte Front aller Zeiten vom Polargebiet bis zum Schwarzen Meer, von den finnischen Schneefeldern bis in die Berge des Balkans solange, bis dke Stunde der endgültigen Vernichtung des gefährlichsten Gegners wiederkommt. Wenn nun das deutsche Volk seinen Soldaten anläßlich des Weihnachts- festes ein Geschenk geben will, dann soll es auf

all das verzichten, was an wärmsten Beklei­dungsstücken vorhanden ist und während des Krieges entbehrt werden kann, später aber im Frieden jederzeit ohnehin wieder zu ersehen ist. Denn was auch die Führung der Wehrmacht und der einzelnen Waffen an Winteraus­rüstung vorgesehen haben, jeder Soldat würde um vieles mehr verdienen! hier kann die Hei­mat helfen! Der Soldat der Ostfront aber wird auch daraus ersehen, daß die Volksge­meinschaft, für die er kämpft, im nationalsozia­listischen Deutschland kein leerer Begriff ist.

gez. Adolf Hitler."

Unti nun, Volksgenossen, tut Eure Pflicht getreu dem Wort des Führers! Die Aktion, die wir hier durchführen, muß das Großzügigste fein, was wir auf diesem Gebiet bisher überhaupt geleistet haben.. Sie muß weiterhin in kurzer Frist erledigt werden. Jeder tue, was er überhaupt nur tun kann. Ich rufe Euch alle auf zur großen Samm­lung von Winterfachen für unsere Ostfront. Die Antwort des deutschen Volkes muß würdig sein der Siege, die sie für das ganze deutsche Volk und für des Reiches Zukunft erkämpft hat.

3m deutschen Abwehrfeuer zusammengebrochen.

Berlin, 21. Dez. (DNB.) In harten Kämpfen wehrten die deutschen Truppen die auch am 20. 12. anhaltenden starken Feindangriffe im mittleren Frontabschnitt ab. Trotz der Unbilden des scharfen Winterwetters setzten die deutschen Ver­bände dem anstürmenden Feind überall ein dichtes Abwehrfeuer entgegen, in dim sich die bolschewisti­schen Vorstöße festliesen. Der Gegner ließ an vielen Stellen dieses Frontteils viele Hunderte von Ge­fallenen auf dem Kampfraum zurück. Wo durch Boden- oder Luftaufklärung Bereitstellungen und Truppenansammlungen der Bolschewisten festgestellt wurden, griffen Artillerie und Kampfflieger ein und zersprengten diese.

Starkes Abwehrfeuer schlug an zahlreichen Stel­len des nördlichen Frontteils den angreifenden bolschewistischen Verbündeten entgegen. Im Kampf­raum um Leningrad rannte der Gegner mit stärkeren infanteristischen Kräften, die zum Teil durch Panzerkampfwagen unterstützt wurden, in breiter Front und in mehreren Wellen gegen die deutschen Stellungen an. Alle Angriffe liefen sich in den Hindernissen vor den deutschen Stellungen und unter der Wirkung des zusammengefaßten Feuers aller Waffen fest. Einer Gruppe von 16 feindlichen Panzern gelang es, dicht an die deut­schen Linien vorzustoßen, wo ihr Angriff im deut­schen Abwehrfeuer liegenblieb. An anderer Stelle wurden drei Panzer abgeschossen.

Erfolgreiches Geegefecht , im Mittelmeer.

Rom, 20. Dez. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Samstag meldete u. a.: Feindliche Panzer und motorisierte Einheiten unternahmen i n der Cyrenaika einen Massenangriff gegen unsere Stellungen im östlichen Dschebel. Die deutsch- italienischen Truppen, die tapfer und mit großer Geschicklichkeit kämpfend neue Stellungen westlich Derna bezogen, hinderten den Feind, sein Ziel zu erreichen. Der Flugplatz von Demo befindet sich in der Hand des Feindes. Wiederholte Angriffe feindlicher Panzerstreitkräfte gegen unsere Stellun­gen von Sollum und Bardia wurden zurückgewiesen.

Eines unserer Flottengeschwader, das im mittleren Mittelmeer 3um Schutz eines Geleitzuges kreuzte, stieß am 17. d. M. bei Sonnenuntergang auf ein aus Schlachtschiffen. Kreuzern und Zer­störern bestehendes englisches Geschwader. Nach einem kurzen Feuergefecht zog sich der Feind unter dem Schutz einer künstlichen Nebelwand in der Dunkelheit zurück, während die feindlichen Zer­störer einen Torpedoangriff versuchten, der

durch das Feuer unserer Einheiten und einen glän­zend durchgeführten Gegenangriff unserer Torvedo- flugzeugstaffeln vereitelt wurde. Eine leichte feind­liche Einheit wurde durch das Feuer versenkt, eine weitere vom Feuer unserer Zerstörer schwer getroffen und wahrscheinlich versenkt. Eine größere feindliche Einheit wurde durch das Feuer unserer größeren Einheiten getroffen. Keines unserer Schiffe rouröe getroffen oder beschädigt. In der Nacht .gog sich der Feind in der Richtung auf feine Stützpunkte zurück und unser Geleitzug gelangte trotz der An­griffe feindlicher Kampfmittel und Flugzeuge voll- zählich in die Bestimmungshäfen. Das Treffen fand nördlich des Golfs der Großen Syrte statt.

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Der italienische Wehrmachtbericht vom Sonntag meldet: Westlich von Derna, das von feindlichen Streitkräften besetzt wurde, hält der Druck gegen unsere Divisionen an. Bei Sollum und Bardia fan­den örtliche Kämpfe statt. Deutsche Luftwaffenver- bände führten mit sichtbarem Erfolg heftige. An­griffe auf militärische Ziele in Tobruk durch. Eine Flakbatterie wurde vernichtet.

Japanische Fortschritte an allen Fronten.

Tokio, 21. Dezember. (Europapreß.) Die ja­panische Wehrmacht hat nach Meldungen des kai­serlichen Hauptquartiers weitere große Erfolge er­rungen. Zehn feindliche U-Boot'e wur­den versenkt. Durch japanische Bombenflug­zeuge ist in der Bucht von Schum Schui ein bri­tisches Kanonenboot zerstört worden. Zwei andere, die zu flüchten versuchten, wurden wieder­holt angegriffen und haben sich später selbst ver­senkt. Ueber hundert Schiffe verschiedenster Art sind durch die Verschärfung der japanischen Blockade in Hongkong eingeschlossen. Durch Artilleriefeuer ober durch Selbstversenkung wurden mehr als die Hälfte vernichtet. Japanische U-Boote haben an der Westküste der Vereinigten Staaten den Tanker Agwiworld" (6771 BRT.) beschossen und den Tan­kerEmidiv" (6912 BRT.) torperdiert.

Bezeichnend für den Ernst der militärischen Lage auf den Philippinen ist ein hier aufgefange­ner drahtloser Hilferuf des Präsidenten der Phi­lippinen, Quezon. Er verlangt die sofortige Lie­ferung von Proviant und Kriegsmaterial aller Art durch die Vereinigten Staaten. Am Samstagmargen sind japanische Land- und Seestreitkräfte in Davao auf Mindanao gelandet. Der Vormarsch der japanischen Truppen entwickelt sich günstig. Heftige Kämpfe sind im Gange. Durch Luftangriffe auf

Der britische Ueberfall auf Timor.

Berlin, 20. Dezember. (DNB.) Der portugie- ische Ministerpräsident S a l a z a r schilderte vor der Nationalversammlung die Schritte, welche die por­tugiesische Regierung zum Schutz von Timor unternommen hatte, bis zur gewaltsamen Besetzung der Kolonie durch australisch-indische Truppen. Er gab Kenntnis von Verhandlungen mit der englischen Regierung über die Frage derVerteidigung Ti­mors im Falle eines japanischen Angriffs". Nach­dem bereits am 4.11. auf englische Anregung hin die Verhandlungen aufgenommen worden waren, habe am 11.12. die britische Regierung mitgeteilt, daß die britische Hilfe zur Verteidigung Timors im Falle eines plötzlichen Angriffs von australi- chen und holländischen Truppen geleistet würde. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen, habe die portugiesische Regierung wiederholt klargelegt, daß eine Zusammenarbeit mit ausländischen Truppen nur im Falle eines Angriffs in Frage komme und daß diese Zusammenarbeit keinen Prä- ventiocharakter haben könne. Nachdem bereits seit dem 9.12. verschiedentlich australische Flugzeuge Timor überflogen und die portugiesische Regierung in London hiergegen protestiert hatte, bestand am 17. Dezember morgens der britische Botschafter in Lissabon auf der Argumentierung, daß eine Zu­sammenarbeit mit den australischen und holländi­schen Truppen schon bei einer Bedrohung

stattfinden müsse. Aber diese Diskussion habe von der portugiesischen Regierung nicht fortgesetzt wer» den können, da sie einen Stand der Dinge voraus­gesetzt habe, der für die portugiesische Regierung unmöglich gewesen wäre: die Truppenlandung ge­gen Öen Willen d e r Regierung unter der Voraussetzung von Gefahren, die nicht bewiesen waren und sich auch nicht abzeichneten. Im gleichen Augenblick als der britische Botschafter in Lissabon noch versucht habe, die portugiesische Regierung zu überreden, ihre Zustimmung zu einem Einsatz fremder Truppen auch im Falle einer bloßen Be­drohung zu geben, seien in Timor bereits die an» gekündigten Protektionstruppen ausgeschifft worden. Der Gouverneur von Timor habe sich nach feinen Instruktionen gerichtet und die Landung ver­weigert, der er jedoch nach den bescheidenen Kräften keinen Widerstand entgegensetzen konnte.

Die Nationalversammlung billigte die Außenpoli­tik der Regierung und erklärte die portugiesische Souveränität über alle Teile des nationalen Terri­toriums als unantastbar. Sie drückte ihre Miß­billigung über den auf Timor gegen die jahr­hundertealte friedliche Souveränität Portugals ver­übten Anschlag aus und gab ihrem Vertrauen zur Aktion der Regierung für die Einigkeit des ganzen Landes Ausdruck.

Verärgerung in London und Sydney.

Genf, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) In der Londoner Presse wird weiterhin zum Teil scharfe bereitungen im Pazifik. Die Blätter beanstanden Kritik geübt an den englischen Verteidigungsoor- vor allem, daß die früheren Erklärungen des bri­tischen Ob er kommandierenden und Oberkommissars in Malakka irreführend gewesen seien. Dabei werden auch Prtzssestimmen aus Australien veröffentlicht, die eine gleiche Verärgerung erkennen lassen.

Aus Sydney berichtetDaily Telegraph", es komme jetzt heraus, daß man auf Malakka nicht über genügend Flugzeuge zur Verteidi­gung verfüge. Verantwortliche Männer hätten früher aber periodisch die Versicherung abgegeben, daß es um die Verteidigungsmaßnahmen auf. Ma­lakka sehr gut stehe.Sydney Daily Telegraph" frage, warum die australischen Truppen auf Ma­lakka vor dem an greifet eben Feind mit dem Aus­ruf weichen mußten:Wo sind unsere Kampfflugzeuge?" Seien sich die verant­wortlichen Männer früher bewußt gewesen, was sie mit all ihren optimistischen Erklärungen der Oeffentlichkeit weißzumachen versuchten? Wieviel Fehler müßten überhaupt hohe englische Offiziere machen, bevor man sie von ihren Posten entferne? Der Korrespondent derDimes" in Melbourne schreibt, die Anhänger des früheren australischen Premierministers Menzies erklärten jetzt, daß die augenblickliche Lage in Ostasien eine tragische R e chck f e rt igu n g des seinerzeit mißglückten Ver­suches Menzies' sei, eine stärkere Verteidi­gung Australiens in der Kriegsleitung des britischen Empires durchzusetzen. Insbesondere habe Menzies beabsichtigt gehabt, Australien einen ent- toeibenben Einfluß auf die britische Strategie im Stillen Ozean einzuräumen. Lordsiegelbewahrer Attlee erklärte im Unterhaus, daß Australien in dem Kriegsrat vertreten fein werde, in dem Duff Cooper, der neu ernannte Minister für fernöstliche Angelegenheiten in Singapur, den Vorsitz führe. Australien befindet sich in einer weit größeren Ge­fahr, als die meisten Australier annehmen", erklärte Premierminister Curtin. Die Kriegskosten gegen Japan betragen bereits mehr als 50 Millionen Pfund Sterling seit dem Kriegseintritt Japans. Die Regierung erließ einen Aufruf zur Bildung eines freiwilligen Küstenluftfchutzes, der die Beobachtung aller zum Landen geeigneten Plätze übernehmen soll. Die Evakuierung der als gefährdet betrachteten Zonen hat bereits begonnen. Auf den Golfplätzen und in den Sportklubs wurden provisorische Laza­

rette eingerichtet und in dem öffentlichen Park von Sydney bereits Luftschutzgräben angelegt.

Im Singapur-Bericht desTime s"-Korrespon» deuten heißt es, die Kampfhandlungen auf Malakka spielten sich zur Zeit hauptsächlich in den über« schwemmten Reisfeldern ab. Es falle der englischen Luftverteidigung sehr schwer, sich gegen den Feind zu halten, da die Japaner über viel mehr Flugzeuge verfügten. DieTimes" schreibt dazu, daß die Japaner augenblicklich eine gefährliche Bewegungsfreiheit besäßen und die Mög­lichkeit hätten, zuzuschlagen, wo es ihnen behage. Sicher würden die Japaner diese Möglichkeit bis zum äußersten ausnützen. Aber trotz der augenblick­lichen Lage seien die englischen und amerikanischen Flotten nicht untätig. Das Fehlen von Nachrichten über Operationen dürfe zu keinen Täuschungen An­laß geben. Die Japaner hätten ihre Streitkräfte über einen großen Raum verteilt, so daß sie Gegen­angriffen sehr stark ausgesetzt seien.Daily Mail" schreibt, daß der Krieg in Ostasien Fehler und Mängel zutage gefördert habe, die auch bei früheren Gelegenheiten bemerkt wurden und Deren Wiederholung in so großem Umfang wenige Beob­achter für möglich gehalten haben. Luftmarschall Brooke-Popham und der britische Oberkom­missar für Malakka, Sir Shenton Thomas, feien für die Derteidigungsvorbereitungen auf Malakka verantwortlich. Insbesondere der Oberkommissar habe noch vor einem Monat gesagt, Malakka sei stark. Heute hingegen säge er, die Dinge verliefen nicht so, wie man es wünsche, weil Thailand versagt habe. Hing tatsächlich, so fragt das Blatt, die Stärke Malakkas von der Armee Thailands ab? Das britische Volk wolle derart lahme Ent­schuldigungen nicht mehr hören.DailyTele- g r a p h" schreibt, durch die japanische Landung in Sarawak (Nord-Borneo) würden die über Ost- afien lastenden Schatten noch dunkles Der Verlust der Oelfelder sei ein folgenschwerer Schlag für die britischen und nordamerikanischen Kriegsreserven. Die Schnelligkeit, mit der die Japaner diesen Schlag hätten ausführen können, fei bezeichnend und deute auf« neue ernste Ereignisse hin. Im Geist von Singapur, das sowohl wirtschaftlich als auch stra­tegisch von unschätzbarem Wert für England und die USA. fei, gebe die militärische Lage zu großer Besorgnis Anlaß. Der Feind setze auf der Halb­insel in geradezu beängstigender Weise feinen Vor­marsch fort.

Flugplätze in der Nähe von Manila vernichtete die japanische Luftwaffe acht große Bomber und zer­störte eine große Zahl von Flugzeughallen. In Luft- kämpfen wurden sechs USA-Jäger abgeschossen.

Nach der bereits durch die Engländer bekannt- gegebenen Räumung der Insel Penang haben die auf Malaya operierenden japanischen Streitkräfte Freitagabend die Insel besetzt. Die ja­panischen Truppen setzen ihren Vormarsch nach Süden fort. Sie haben im Verlaufe ihrer Opera­tionen die g e f amte Provinz We11 esley auf der malaiischen Halbinsel beisetzt. Der Kriegs­berichterstatter vonNichi Nichi" meldet, daß die von den Japanern zerstörten Munitionslager und Brennstofftanks des Flugplatzes Kota Baru im Nordosten von Malaya noch immer in Flammen stünden. Auf den Rollfeldern, seien die ausge­brannten Trümmer von über zwölf englischen Jagd- und Bombenflugzeugen zu sehen. Die engli­schen Offiziere seien nach dem überraschenden ja­panischen Angriff in Unterstände geflüchtet und hätten es den indischen Soldaten überlassen sich zu verteidigen.

Oer Endkampf auf Hongkong.

Tokio, 21. Dez. (Europapreß.) Die siegreichen japanischen Truppen auf Hongkong sind damit de- schäftiat, die britischen Streitkräfte zu zerschlagen, die sich in schnell errichtete Befestigungen vom Fort Mount Davis im Westen bis zum Mount Sywan im Osten der Insel zurückgezogen haben. Englische Truppen, die aus der Stadt Victoria und der Sied­lung Stanley verdrängt wurden, leisten ebenfalls noch Widerstand im Bereich öes, Forts auf dem Victoria-Peak, das durch japanische Batterien un­unterbrochen beschossen wird. In der Stadt Victoria selbst sind große Brände entstanden. Die Geschütze des Forts Mount Davis sowie die sonstigen briti­schen Artilleriestellungen auf der Insel Hongkong waren bereits am Freitagabend beinahe restlos zum Schweigen gebracht. Die großen Oeltanks in der Nähe der Tiakoo-Docks brennen. In den Straßen von Hongkong zeigen sich nur wenige, übermüdet ausfehende Engländer. Diele Lastwagen mit ent­waffneten feindlichen Truppen fahren unter japa­nischer Flagge aus dem.Kampfgebiet durch die Stadt. Am Sonntag rückte eine starke japanische Streitmacht bis zu einem gewissen Hügel im Süden der Insel Honkong trotz des starken Sperrfeuers feindlicher Kanonenboote vor. Die Kanonenboote wurden durch Volltreffer zum Schweigen gebracht. Schwere Kämpfe finden noch in der Nähe des Rennplatzes bei Nappy Valley statt, der mittags von schwarzen Rauchwolken überlagert war. Bei ungewöhnlich gutem Wetter war die japanische Luft­waffe vom frühen Morgen an über der Insel tätig.

Neuer Flottenchef in den AGA.

Stockholm, 21. Dez. (DNB.) Roosevelt hat nun auch den Flottenchef, Admiral Richardson, abgesetzt und an seiner Stelle den Admiral Ernest King zum Befehlshaber der USA.-Flotte ernannt Admiral King, der bisher Chef des Atlantikge­schwaders war, ist 62 Jahre alt. 19141918 war er Stabsoffizier beim Atlantikgeschwader. Nach dem Weltkrieg widmete er sich der Marinefliegerei und wurde Chef des Aeronautischen Büros der Marine. Zum Chef des Atlanikgeschwaders wurde an Stelle von Admiral King Konteradmiral Ingersoll ernannt. Admiral King würde, wie Marineminister Knox mitteilte, lediglich ihm und dem Präsidenten Roosevelt verantwortlich fein.

Kleine politische Nachrichten.

Ein japanisch-thailändischer Bündnispakt wurde in Bangkok unterzeichnet. Der Pakt, der auf die gegenseitige Respektierung der Unabhängigkeit und Souveränität der beiden Länder begründet ist, sieht gegenseitige militärische und wirtschaftliche Hilfe für Öen Fall vor, daß einer der Vertragspartner in einen militärischen Konflikt verwickelt ist, und be­tont gleichzeitig, daß keiner der Vertragspartner ohne beiderseitige Uebereinstimmung gesondert Was« fenftillftanti oder Frieden abschließt.

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Außenminister Togo sandte an ditz Außenminister der vier neutralen südamerikanischen Länder Ar­gentinien, Brasilien, Chile und Peru Botschaften, in denen er die von der englisch-nord- amerikanischen Agitation aufgeftellten Behauptun­gen kategorisch dementiert, daß Japan irgendwelche gegen die südamerikanischen Nationen gerichteten Absichten habe. Die japanische Regierung verfolge die Politik, ihre freundschaftlichen Beziehungen zu diesen Ländern völlig unverändert beizubehalten.

Wie der japanische Justizminister befanntgab, wurden nach Kriegsausbruch aus Gründen der öffentlichen Sicherheit Kommunisten und andere umstürzlerische Elemente in ganz Japan in Ge­wahrsam gebracht. Auch sämtliche der Spionage verdächtigen Staatsangehörigen Englands und der USA. wurden festgesetzt.

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Im Geiste des im November 1938 unterzeichneten Abkommens über die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deuffchland und Japan wurde in Tokio ein Rundfunkvertrag geschlossen, der einen monat­lichen Austausch von Rundfunksendungen zwischeu Berlin und Tokio mit Vorträgen über alle Gebiete des völkischen und geistigen Lebenr stnv»