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Das Staatsbegräbnis für Generaloberst Ltdet

mar-

Ritterkreuzträger begleiten den mit der Reichskriegsflagge bleckten Sarg. Dorn rechts Major Lützow und links Oberstleutnant Galla nd. (Scherl-Bilherdienst-M.)

bahn verargen. Ebenso wie Dill tritt auch der gleichaltrige Oberbefehlshaber des westlichen Ver- teidigungsbezirks der britischen Insel, General Sir Robert G o r d o n-F i n l a y s o n, in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der bisherige Oberbefehls- Haber der britischen Truppen in Aegypten, General Sir James Marsha!-Cornwall, der übri­gens vier Jahre, von 1928 bis 1932, Militärattache in Berlin gewesen ist. In den Jahren vor dem Kriege war er im Kiegsministerium, wo er den Küstenschutz und die Luftabwehr bearbeitet hat. Dann kam er im Stabe General Wavells in den Vorderen Orient und übernahm im Juni dieses Jahres den Oberbefehl in Aegypten unter General Auchinleck, dem als Nachfolger Wavells die britischen Streitkräfte im Vorderen Orient unter- ^Die britische Presse kann sich kaum genug tun, den neuen Männern Vorschußlorbeeren zu zollen. Sie werden der Oeffentlichkeit als Männer der neuen Schule vorgestellt, mit d-»ren Ernennuna der Durchbruch der modernen Richtung im britischen Generalstab vollzogen sei. Manche Blätter, vor allem das Organ der Labour-Partei, derDaily Gerald", sind allerdings erheblich skeptischer und fragen Churchill direkt:Was steckt dahinter?" Aber im großen und ganzen kommt der Generals­schub wohl dem Wunsch der britischen Öffentlich- feit nach einer Intensivierung der Kriegführung ent- gegen. Um so erstaunlicher ist es, daß fast zur gleichen Zeit ein Mann seines Sonderkommandos enthoben worden ist, der zu den entschiedensten Fürsprechern einer offensiven Kriegführung gehört und in der britischen Oeffentlichkeit großes Ansehen als militärische Autorität ersten Ranges genießt. Es ist Großadmiral Sir Robert K e y e s , dem die Aus­bildung von Spezialtruppen für Lnndung«onera- Honen unterstellt war. Er war im Weltkrieg Stabs­chef der britischen Flotte, die zum Angriff auf die Dardanellen angesetzt worden mar, sväter leitete er den Angriff auf die deutsche U-Bootbasis Zeebrüaqe. Mährend des Norwegenfeldzuqes hatte er der Admiralität den Plan eines Angriffs auf Dränt- heim unterbreitet. Als er damit keinen Anklang fand, richtete er als Unterhausmitglied heftige An- griffe gegen Churchill, der damals noch Erster Lord der Admiralität war. Dann war er Derbindungs- Offizier bei König Leopold von Belgien und stellte sich schützend vor den König, als dieser in der bri­tischen Oeffentlichkeit unter Führung Churchills wegen her Knpitulation des belgischen fieeres in be­leidigender Weise angegriffen wurde. Churchill und Keyes standen allo nicht zum besten miteinander und wahrscheinlich wird auch die Enthebung des unbequemen Großadmirals von seinem Sonder- kommando auf Churchills Initiative zurückzuführen sein, her keine Männer um sich duldet, die eine eigene Meinung haben. Darüber hinaus zeugt der Generalsschub in England aber von der tiefen Un­ruhe die angesichts her Katoltroyh" des bollehewisti- scheu Derbünheten das britische Volk erfaßt hat. . Mitten im Strom wechselt man nicht die Pferde ist ein altes Wort Aber England sieht sich genötigt, während dieses Krieges nun schon den dritten Mann an die Spitze seines Generalstabes zu berufen, wahrlich fein Zeichen innerer Sicherheit unh Sieges- zuversicht. Dr. Fr. W. Lange.

olgt eine schwere Batterie der Lu chließt sich Vie La ette mit dem (

Neue Ausbruchsversuche aus Leningrad gescheitert.

B e r l i n, 21. Nov. (DNB.) Auch am 20. Novem­ber scheiterten alle Ausbruchsverfuche der in Lenin­grad eingeschlossenen Bolschewisten gegen den Ab­schnitt einer deutschen Infanteriedivision im zusam- mengefahten Feuer der deutschen Truppen. Drei Sowietpanzerfampfwagen wurden vernichtet. Die Artillerie hat daran hervorragenden Anteil. Ein niedersächsisches Artillerieregiment hat Ende Oktober seinen hunderttausendsten Schuß im Ostfeldzug aus seinen Rohren gejagt. Das bedeutet, daß das Regi­ment Tag für Tag durchschnittlich fast tausend Schuß und jedes Geschütz täglich etwa 35 Schuß abgegeben hat. Kampf, und Sturzkampfflugzeuge haben 15 mit Munition und Kampfgerät beladene Kraftfahr­zeuge zerstört und 20 weitere schwer beschädigt, auf einer von Süden nach Moskau führenden Eisen­bahnstrecke vier Transportzüge getroffen und die Gleise an mehreren Stellen unterbrochen. Acht Sow- jetslugzeuge wurden abgeschossen.

Einfälle zu haben, nannte Churchill den General Dill als entschiedenen Gegner jeder aktiven Stra- . tegie, der mit der Auffassung, daß der Krieg für England nur auf der Insel selbst gewonnen oder verloren werde, jedes Unternehmen auf dem Fest- : land als Abenteuer ablehnte. Cs ist also sehr

wohl möglich, daß Churchill selbst es war, der, um selbst der Kritik zu entgehen, den General Dill

jetzt über die Klinge springen ließ, wo in Eng­

land angesichts der Gefahr, mit dem militärischen Zusammenbruch der Sowjetunion den letzten brt- tischen Festlandshegen zerbrechen zu sehen, der Ruf nach einer offensiven, unternehmungsfreudigeren Kriegführung Immer lauter wird.

Sir John Dill, der also nun zum Jahresende von feinem Amt als Chef des britischen Reichs­generalstabes zurücktritt, war Im Weltkrieg während des Palästinafeldzuges Verbindungsmann zwischen General Allenby, dem britischen Oberbefehlshaber im mittleren Orient und dem bekannten Oberst Lawrence, dem politischen Hauptagenten Englands in ds« arabischen Ländern. Cr hatte dann im üb­lichen Wechsel verschiedene Frontkommandos und Generalstabsstellungen inne, darunter von 1929 bis 1930 auch in Indien, bis er 1936 Oberbefehlshaber der britischen Truppen In Palästina wurde, wo er sich beim Niederschlagen des Aufstandes der Araber, die ihre Heimat nicht den Juden ausgeliefert sehen wollten, durch brutale Härte unh Grausamkeit aus- zeichnete. Zu Kriegsbeginn erhielt Dill das erste Armeekorps, fein setziaer Nachfolger Brooke das zweite Armeekorps der in Nordfrankreich eingesetzten britischen Expeditionsarmee. Noch vor der Kata­strophe wurde Dill nach London zurückberufen, wo er erst stellvertretender und am 27. Mai 1940 Chef des Reichsgeneralstabes als Nachfolger Jronsides wurde. Jrn Juni suchte er im Auftrag Churchills die französische Heeresleitung zur Verteidigung von Paris zu verleiten. Die Franzosen waren vernünftig O, diesem menschenfreundlichen Rat, der die isische Hauptstadt allen Schrecken des modernen Krieges preisgegeben hätte, abzulehnen und Paris den anrückenden deutschen Armeen zu übergeben. Im Frühjahr wurde Dill oft genannt, als er zusammen mit Kriegsminister Eden von Kairo aus den Vorde­ren Orient und die Balkanhalbinsel abklapperte, um hier eine neue Front gegen die Achsenmächte zu errichten, von der aus Der im Norden so kläglich mißglückte Flankenstoh gegen das Reich nun von Süden her versucht werden sollte. Zu Beginn der deutschen Balkanoffensive, die den britischen Flanken- ftrateqen erneut die Karten aus der Hand schlug, war Dill mit Eden bereits nach London zurück- gekehrt, aber sein Name blieb mit den dann folgen­den Niederlagen der britischen Waffen in Griechen- (onb und Kreta verbunden. Wie sein Vorgänger als Chef des Reichsgeneralstabes, der General Jronside, über der Katastrophe auf den Schlachtfeldern Fl an- derns zu Fall kam, so mag dem General Dill die Verantwortung für das blamable Versagen tn Griechenland und auf Kreta zum Verderben ge­worden sein, wenn er auch noch länger als ein halbes Jahr auf feinem Posten belassen wurde, vielleicht um nach außen wenigstens das Dekor zu wahren. Aber für neue Aufgaben suchte man nach einem neuen Mann. Zudem galt Dill als ein sehr nüchterner Soldat von großer Vorsicht und Zurück- Haltung, und mit einem solchen konnte es für einen so phantasiereichen Dilettanten wie Churchill ttotz

aller gegenteiligen Beteuerungen nur schwer ein Zusammenarbeiten geben. Schon über das Balkan- abenteuer soll es zwijchen beiden zu heftigen Äon- ; litten gekommen sein. Nun, wo in der brilijdien Oeffentlichkeit, wie schon erwähnt, wiederum der Ruf nach größerer Aktivität laut wird, wobei hie Sowjetpropaganba in London alles tut, um her britischen Regierung hie Sporen in hie Weichen zu drücken, ergreift Churchill offenbar gern hie Ge­legenheit, um einen Mann los zu werben, her so wenig zu ihm paßt. Dill wirb nach Jnbien ab- geschoben, wo er seinen Äameraben Wavell trifft, her freilich, wenn auch bes Oberbefehls im Vorderen Orient enthoben, doch in Indien wieder eine be­deutende militärische Aufgabe erhalten hat, wah­rend Dill als Gouverneur von Bombay militärisch kaltgestellt ist. In her englischen Presse taucht daher auch die Frage auf, ob England über so viele stra­tegische Talente verfüge, daß es kaltherzig auf einen Mann wie Dill verzichten könne, dessen hohe mth- täri che Qualitäten gerade die Regierung, voran Herr Churchill, gar nicht genug habe rühmen kon- nen. Dill selbst erklärte, er scheide mit dem größten Bedauern, aber ohne jedes Gefühl her Bitterkeit. Das Bedürfnis nach Ruhe ober auch nur nach Ent- laftung ist also wohl kaum hie Ursache seines Ruck- tritt» gewesen. , m ,

Der neue Mann als Chef bes Reichsgeneral- stabes ist Sir Allan Brooke, bisher Oberkom­mandierender her Heimatstreitkräfte. Er entstammt wie Dill einer alten irischen Offiziersfamilie unh gehört her Artilleriewaffe an, währenb Dill In- fanterift war. Enbe bes Weltkrieges war er Bn- gabegeneral unh galt als einer her wenigen Spe- zialiften für hie mechanisierte Kriegführung. Zu Beginn bes Krieges erhielt er bas 2. Armeekorps der britischen Expeditionsarmee in Norbfrankreich. Er soll bie Rückzugspläne von Dünkirchen ausge­arbeitet haben, denen England es verdankt, daß wenigstens ein Bruchteil seiner über den Kanal entsandten Soldaten aus der flandrischen Kaia- strophe das nackte Leben retten konnte. Die Re­organisation dieser Trümmer und her Aufbau eines Derteihigüngslystems für die britische Insel war die nächste Ausgabe Sir Allan Brookes, dem die britische Presse große Energie und Schlagfertig­keit nachrühmt, dem gegenüber es wohl weniger chwer wiegt, daß er auch ein guter Schutze und Angler sein soll. Sein Nachfolger im Amt des Ober- kommandlerenden der Heimatstreitkräfte wird Ge­neralleutnant Paget, der sich während des Nor- wegenfeldzuges als Rückzugsstratege von Andalsnes nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat. Besonders beachtet wurde in England die Ernennung des erst 45 Jahre alten Generalmajors Nye zum Stell- vertretenden Chef des Reichsgeneralstabs an Stelle von General Sir Henry Pomnall, her für be- sondere Ausgaben vorgesehen Ist. Nye, der übrigens ebenfalls in Irland geboren ist, ist Sohn eines Un­teroffiziers und als einfacher Soldat in den Welt­krieg gezogen. Er rückte dann schnell auf und wurde 19,37 Oberst. Als Leiter der Stabsabteilung im Kriegsministerium sollen seine Fähigkeiten zum erstenmal in Erscheinung getreten sein. Vor allem i soll er die Zusammenarbeit zwischen Heer und Luft- waffe studiert haben. DieDaily Mail" vermutet in ihm bereits den kommenden Oberbefehlshaber aller britischen Streitkräfte, während andere Kreise i ihm seine Herkunft und seine ungewöhnliche Lauf­

denken konnte. Mit Licht und Freude erfülltest du uns, wenn wir dich sahen. Und du warst so ein eigener Mensch, uns allen so herzlichst verbunden. Nicht nur denen, mit denen du von Aanfang an zusammen warst, auch unseren Jungen, besonders unseren jungen Jagdfliegern warst hu immer bei ältere gute Kamerao. Unh wie stolz warst hu au sie, wenn sie ihre Erfolge errangen, wie stolz an jenem läge, als zum erstenmal die Zahl deiner Luftsiege überflügelt wurde. Da freute sich wohl niemand mehr als du selber. Und so war es immer: Bescheiden, vielleicht viel zu bescheiden bist du gewesen.

Noch wissen wir nicht, wie wir die Lücke, die du gelassen hast, ausfüllen sollen. Du warst ein so lebendiger Mensch, daß wir fast fühlen: du bist immer unter uns. Und alle haben wir nur einen Wunsch: Bleibe unter uns! Der Allmächtige hat dich abberufen, und nun kannst du zu den anderen gehen, die vor dir gefallen sind. Ich weih nicht, wie es sein wird, aber wenn bu sie sieht, dann kann t du ihnen melden, daß die neue Luftwaffe getreu dem Geist der Kämpfer des Weltkrieges stark geblieben ist, siegreicher geworden ist und der Garant des wieges fein wird, den auch du mit heißem Herzen in jeder Stunde erfleht hast. Mit der Sicherheit und Siegeszuversicht, mit der du gelebt hast, wollen wir weiter leben. Dein Tod soll uns Darin bestärken. Und nun kann ich als Letztes nur noch sagen: Mein bester Kamerad, leb wohl!

Nun erhob sich der Führer, Offiziere Der Luft­waffe tragen Den Kranz vor die Bahre, Den der Führer zu Füßen des Toten nieberlegt. Daneben

ten wird als her Inbegriff deutschen Kampfertums.

Hauptmann von Werra gefallen.

Berlin, 21. November. (DNB.) Im Kampf um die Freiheit des deutschen Volkes fand Haupt- mann von Werra als Jagdflieger den Heldentod. Er hat bewiesen, daß er in jeder Lage ein vor­bildlicher Soldat und unerschrockener Kämpfer war. Zwei mißglückte Fluchtversuche aus Gefangenen­lagern in England konnten ihn nicht entmutigen. Mit unbeirrbarer Zuversicht verfolgte er feine Pläne, bis es ihm im Januar auf kanadischem Boden glückte, seine Freiheit wieder zu erlangen. Auch den Weg in die Heimat fand er trotz mannig­facher Schwierigkeiten. Als Kommandeur einer Jagdgruppe führte er seinen Verband bis zu seinem Heldentod von Erfolg zu Erfolg und erhöhte die Zahl seiner Luftsiege auf 21. Er war Inhaber des Ritterkreuzes und wird der deutschen Jugend stets ein Vorbild für soldatischen Mut unh Kampfgeist sein.

Berlin, 21. Nov. (DNB.) Den Generaloberst Ernst Übet, Sieger in 62 Luftschlachten des Welt- krieges, Generalluftzeugmeister der nationalsozia­listischen Luftwaffe, ehrte der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht durch ein Staatsbe­gräbnis unh feine Anwesenheit beim Staatsakt im Ehrensaal bes Reichsluftfahrtministeriums. Die Generalität her Wehrmacht, Reichsminister, Reichs­leiter, Staatssekretäre, Gauleiter, Führer her Glie­derungen her Bewegung, ble Botschafter her ver- bünbeten und befreundeten Nationen, Männer der Wirtschaft, vor allem aus her Luftfahrtinhustrie, Vertreter des künstlerischen Lebens waren gekom­men, um hem Generalluftzeuameister Generaloberst Uhet bie letzte Ehre zu erweisen. In her Halle bes Ministeriums liegen hunderte von Kränzen, im Treppenhaus und auf der Empore weitere unge­zählte Kranzspenden. Im Ehrensaal ruht auf hem Katafalk, beherft von her Reichskriegsflagge, von Degen unh Helm des Verewigten, her Sarg mit ben sterblichen Resten des Generalluftzeugmeifters. Aus vier hohen schwarz umflorten, mit hem Eisernen Kreuz geschmückten Pylonen brennen bie Opfer- flammen. Acht Offiziere her Luftwaffe halten hie Ehrenwache. Neben sie treten die Adjutanten Des Generalobersten mit Den Ordenskissen. Acht Fahnen Der Luftwaffe schließen das Blickfelh ab. Dor her Bahre nahmen bie Mutter bes Generalobersten Uhet, feine nächsten Angehörigen unh Frau Göring Platz. Der F ü h r e r unb ber R e i ch s m a r s ch a l l grüßen ben toten Helden unb brücken her Mutter des Generalobersten bie Hanb. Inzwischen into­niert die Staatskapelle ben Trauermarsch aus her Götterbämmerung". Dann tritt Reichsmarschall Göring, ben Marfchallstab zum Gruß erhebend, vor ben Katafalk. In Worten herzlichster Anteil- nähme würdigte er Cl?arakter, Werk und unfterb- lichen Ruhm des Toten.

Oie Gedenkrede Görings.

Jetzt müssen wir Abschied nehmen, so sagt er. Unfaßbar ist uns her Gebaute, bah bu, mein lieber Uhet, nicht mehr unter uns weilst. Ich heute zurück vor 26 Jahren: ha waren wir beihe noch jung und Jagdflieger, unh bu warst ber fröhlichste unter uns. Unb hoch wie hart war dein Wille unb wie stahlklar bein Auge, wenn es galt, ben Feind zu vernichten! Nächst unserem Mausred von Richthofen warst bu ber siegreichste unter uns und hast in Jun­gen Jahren schon Ruhm auf Ruhm geerntet. Un- bc iegbär galtest bu uns, unb wo immer bu auf- tratest, wußten wir, daß ber Feind weichen mußte Und Dann zerbrach unsere herrliche Waffe, aber nicht bu unb nicht wir sinh hamals zerbrochen. Vom ersten Tage ihrer Zerstörung an warst du schon wieder tätig an ihrem Aufbau. Durch deine kühnen Flüge gabst bu hem Volk immer wieher Den Glauben an untere Luftwaffe. Ob über ben eisigen Gletschern Grdnlanbs ober ben tropenheihen Wüsten im Innern Afrikas, in Asien ober in Arne- rika - überall bliebst bu her siegreiche Flieger. Unb wie oft sprachen wir, daß mir den Tag er­lernten, da unsere Luftwaffe neu unb stark erstehen sollte! Und bieser Tag kam. Als ber Führer mir die ehrenvolle Aufgabe übertrug, bie neue Luft­waffe aufzubauen, ha rief Ich meine Kameraben von einst, und unter den ersten wie es gar nicht anders denkbar war warst du. Ich übertrug dir damals die Waffe, die du zum größten Sieg ge­führt hattest, Den Aufbau unserer Jagd-

fliegerei. Unh bann kam die Stunde hort drü­ben in meinem Arbeitszimmer, da wir im gegen­seitigen Gedankenaustausch eine neue Waffe schufen.Damals sprachst du zum ersten Male da- von, daß auch der Kampfstieger seine Bomben nicht aus unendlicher Höhe, sondern aus kürze­ster Entfernung und mit größter Kraftwirkung dem Feind entgegenschleudern müßte. Damals sprachst bu zum ersten Male vom Sturzkampffliegen. Aus diesen Gedanken erwuchs der Entschluß, eine neue Waffe zu schaffen. Diesen völlig neuen Weg konnte ich nur dir anver­trauen. Damit habe ich dir die Entwicklung der gesamten Technik unserer Waffe übertragen. Ein sechster Sinn befähigte dich, zu erkennen, welche Maschine die richtige war. Wo gab es wohl einen Ches des Technischen Amtes, der selbst jede neue Maschine ausprobierte? Zweimal mußtest bu beim Erproben einer technisch noch in ben ersten Anfän­gen befindlichen Maschine mit dem Fallschirm ab- springen. Wie glücklich waren wir damals alle, daß du damit uns dein wertvolles Leben erhalten hattest. Durch deinen persönlichen Einsatz gabst du unseren tapferen jungen Fliegern das gewaltige Vertrauen in ihre Waffen. Denn was du erdacht unb erflogen hast, das nahmen sie als selbstver­ständlich hin. Und unendlicher Stolz mußte dich erfüllen, wenn ich dir immer wieder sagen konnte, daß unsere Flugzeuge, wie wir immer wieder ver- gleichen konnten, die besten waren und besten sind, und kraft deiner Arbeit immer die besten bleiben werden.

Und neben deiner rastlosen Arbeit warst du uns immer Der beste Kamerab, wie man sich ihn

olgt ber lange Zug ber Trauergäste zum altehr­würdigen Soldaten riebhof Berlins, auf ben Jn- valibenfriebhof. Lorbeer unh Tannengrün schmücken hier schlicht bie Stätte, an der Ernst Uhet seine letzte Ruhe findet. Währenb sich hie Trauernben an her Grabstätte versammeln, wird ber Sarg unter ben Klängen eines Trauermarsches zur Gruft ge­tragen. Das Ehrenbataillon präsentiert. Wenige Augenblicke später krachen bie Ehrensalven einer schweren Flakbatterie. Noch einmal vereinen sich alle beim Liebe vom guten Kameraben im Gc- henken an ben Mann, besten Name immerbar leuch-

Von Peter zu Stalin.

Dierussische Gefahr" war in Europa seit Jahr- hunberten sprichwörtlich geworben. Sie wurde mit zunehmender Schärfe seit Peter dem Großen, be­sonders aber seit ben Napoleonischen Kriegen emp­funden. Auch Napoleon selbst, ber zeitweise mit dem Zaren Alexander I. oerbünbet war, hatte ein sehr seines Gefühl für den gewaltigen Druck, ber vom Osten Europas kam. Er war es auch, her eine Ab­schrift desTestamentes Peters bes Gro­ßen" sicherstellte. Unb cs ist charakteristisch, baß Alexanber I. 1814 beim Einzug her Verbündeten in Paris nach Abschluß her Befreiungskriege sofort hieses Dokument zu suchen unb auszuliefern be- ahl.

Fast um alle Testamente ist ein Gelehrtenstreit ausgebrochen, inwieweit sie ganz unh garauthen­tisch , also unmittelbar auf ihren Verfasser zurück- uführen. seien. Dieser Streit gehört zur historischen Philologie. Es ist genau so wie mit dem Testament iichelieus, auf bas ebenso wie auf bas Testament Zeters des Großen das Wort angewandt werden kann:An ihren Früchten sollt Ihr sie erkennen!"

Wer heute das Testament Peters I., den Die Moskowiter denGroßen" nennen, lieft, ist von der einen überwältigenden Tatsache beeindruckt, daß es den Gang der moskowitischen Geschichte b i s i n unsere läge genau vorzeichnet. Entscheidend ist, daß der Ton aufunseren Tagen" ruht. Denn in­zwischen ist ja das Zarentum in einer blutigen Katastrophe verschwunden. Aber das Moskowitertum ist geblieben unh hat in hem Bolschewismus einen bestimmten, klaren, sozusagenneuzeitlichen" Ausbruck gesunben.

Es liegt in her Natur ber Sache, baß ble Heber- einftimmung zwischen ben unmittelbar gegenständ­lichen Vorschriften bes Testaments und ben nach- folgenden Ereignissen am meisten die Phantasie gefangennimmt. Das Testament schreibt vor: Schwe­ben zu zerstückeln, Persien zur Ohnmacht zu verur­teilen, Polen aufzuteilen und bie Türkei zu er­obern. Das waren ble Nahziele Peters L Dar­über hinaus findet er, ber Grünber ber zaristischen Flottenpolitik, bie roeitgreifenbe Formulierung:Es ist ble beftänbige Ausbreitung im Norden längs der Ostsee unb im Süden längs des Schwarzen Meeres anzustreben." Diese Nah­ziele sind bereits im 18. Jahrhundert erreicht worden.

Was Peter L, der 1725 starb, begonnen hatte, vollendete sich in bet' Regierungszeit Kathari­nas II., die die Moskowiter ebenfalls hie Große nennen. Nicht umsonst hat Katharina II. bas be­rühmte Denkmal Peters bes Großen in Leningrad- Petersburg mit ber Aufschrift errichten lassen: Peter I. Katharina II." Das Reiterbild zeigt ben erstenrussischen" Kaiser Peter her Große hat überhaupt erst ben BegriffRußlanb" geprägt! einen Felsen hinansprengenb, bas Antlitz ber Newa zugewenbet und mit her kraftvoll erhobenen Rechten nach hem Schauplatz feiner Taten hinwei- senb. Unter ben Füßen bes Pferdes rolnbet sich eine von ben Hufen zertretene Schlange. Die Derbin- bung bes St. Georgs-Gebanfens ber Welterlösung mit ber Jbee des von Peter I. begrünbeten mos­kowitischen Kaisertums ist offenbar.

Das Testament Peters I. hatte aber auch Fern­ziele. Unter ihnen steht an erster Stelle die For-

wird ber Kranz Des Reichsmarschalls gelegt. Beide müßen xum letzten Mal ben Toten. Zu gleicher Zeit erklingt ble Weise vom guten Kameraden, hie Fahnen senken sich, ber Führer drückt ber Mutter des Generalobersten bie Hand. Nachdem auch der Reichsma schall her Mutter bes Verstorbenen und den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen hat, verläßt Der Führer ben Staatsakt. Die Variatio­nen über das Deutschlandlied von Joseph Haydn erfüllen ben Raum, während bie Kränze aus bem Raum getragen werben. Dann wird her Sarg vom Katafalk gehoben. Die Irauerparabe präsentiert bas Gewehr. Unter ben ernsten Klängen bes Musik­korps bes RegimentsGeneral Goring" wird der Sarg auf hie Lafette gehoben. Der Reichsmar- chall tritt hinter bie Lafette, unb nach ihm formiert ich ein schier endloser Zug. Die Trauerparade chiert an der Lafette mir dem Sarg vorüber. Es ......>ere Batterie ber Luftwaffe. An sie

... 2- * i Sarg, und nun

ge Zug her Trauergäste zum altehr- »baten riebhof Berlins, auf ben In-