Einzelbild herunterladen

{91. Jahrgang llr. 278

Ericheun i a g h d) äuget Sonntage und feiertags

Beilagen:

Gießener r>amilienblätter Heimat miBild-DieScholle

Vezugsvreis:

Monatlich... RM1.80

Zustellgebühr.. ,, -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Aernivrechanichlust 2251 Drahtanschrift:,.Anzeiger" Postscheck 1168« Frankl j M

Samstag. 22. Sonntag. 25. November 1941

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Schriftleitung und Geschäftsstelle:

Gießen. Zchulstrahe 7-9

Druck und Verlag: vrühlscheUniverfitatrdruckereiS. Lauge

Annahme von Anzeigen für die Mttagsnummer biS8l/3Ubr deSVormittagS

Anzeigen-Breiie

Anzeigenteil 7 Rvi ie mm bei 22 mm Zeilenbreite, Wertteil 50 Rvt. »e mm bei 70 mm Zeilenbreite

Nachlasse:

Wiederholung Malstafsell Abschlüsse Aiengenstast'el B Platzvorichrift (vorherige Vereinbarung) 25°/0 mehr

-

' M ÄerGenemlSschubinEngland

Fünf Monate Ostfeldzug

100 km

»00

(Karte: Scherl- Bilderdienst-M.)

Inzwischen ist man angesichts des deutschen Wehr­machtberichtes etwas zurückhaltender geworden, und die Maulhelden Churchills müssen sich von einem militärischen Mitarbeiter der Neuyorker Zeitung PM." sagen lassen,man solle von der britischen 'Offensive in Libyen nicht zu viel erwarten." Es ist nicht das erstemal, daß die briüsche Maulosfensive der tatsächlicher, militärischen Lage um mehrere Pferdelängen vorauseilte, um nachher kleinlaut fest­zustellen, daß es so hätte sein können, wenn la wenn die deutschen Truppen nicht so verdammt gute Führer, hervorragende Waffen und unuber-

wurden schwer beschädigt. 119 Handelsschiffe mit einer Tonnage von 385650 BRT und 89 weitere Handelsschiffe, deren Tonnage nicht gemeldet wurde, wurden versenkt, 122 Handelsschiffe wurden schwer beschädigt. Dazu kommt der ungeheure Verlust an Lokomotiven, Eisenbahnzügen, Munitions-

Der plötzliche Wechsel in den höchsten Kom­mandostellen des britischen Heeres ist in der ganzen Welt als Sensation empfunden worden. Vor allem aber auch in England ist die Öffentlichkeit von die­sem neuen Generalsschub, schon dem zweiten seit

den, was nicht nur aus sentimentalen Gründen, sondern gerade auch im Hinblick auf den japanischen Führungsanspruch in Ostasien weiten Kreisen be­denklich erscheinen würde, wenngleich niemand die großen Schwierigkeiten verkennt, die das Beharren bei der traditionellen Schreibweise für die Fortent- wickluna eines hochindustriellen Landes in stetig zu­nehmendem Maße mit sich bringen muß.

Das sind so etwa die Sorgen, die man sich in dieser Frage in den führenden Schichten des be­freundeten Japan macht. Ich persönlich aber stehe noch immer vor der sehr viel einfacheren, aber für mich im Augenblick trotzdem sehr wichtigen Frage: Wie kann ich von einer noch so intelligenten Köchin

o

b=±=±

In engen Lücken liegen diese italienischen MG- Schützen, ständig bereit, jeden feindlichen Ausbruchs­versuch mit starker Feuerwirkung zu brechen. (Scherl-Bilderdienst sLucej.)

Der Wehrmachibericht.

DNB. Aus dem FührerhauplquarNer, 21. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bel den Kämpfen im Donezbogen und im mittleren Abschnitt der O st front wurden weitere Fortschritte erzielt.

Dor Leningrad brachen Ausbruchsversuche des Feindes in deutschem Abwehrfeuer zusammen.

Dor der britischen ft ü ft e griffen Schnellboote in der Nacht zum 20. November einen stark gesicher- ten Geleitzug au und v e r s e n k t e n z w e i f e i n d- tiche Handelsschiffe darunter einen Ian ker mit zusammen 9000 BEI., zwei weitere Dampfer wurden torpediert und wahrscheinlich ver­senkt. Bei einem erneuten Nachtangriff kam es zum Nahkampf mit britischen Bewachern und Schnell­booten. hierbei wurde ein deutsches Schnellboot | durch Zusammenstoß schwer beschädigt. Mitten im Kampf wurde es von anderen Schnellbooten in Schlepp genommen, mußte aber auf der Rückfahrt aufgegeben und versenkt werden. Nach erfolgreicher Abwehr eines feindlichen Luftangriffes in den Mor­genstunden kehrten alle übrigen Schnellboote in ihren Stützpunkt zurück.

ft a m p f f l u g z e u g e, die zu bewaffneter Auf­klärung eingesetzt waren, beschädigten bei Tage i m Seegebiet um England ein britisches Dor­postenboot durch Bombentreffer.

3n Nordafrika schreitet der Gegenan­griff der deutsch-italienischen Truppen fort. Deutsche Zerstörer- und Sturzkampfflugzeuge zer- sprenglen britische Panzer- und ftraftfahrzeugan- fammlungen an der libysch-ägyptischen Grenze. Bei Marsa Matruk wurden militärische Anlagen mit guter Wirkung bombardiert.

Der Feind verlor in Lnftkämpfen vier Flugzeuge.

Jn der Zeil vom 12. bis 18. November verlor die britische Luftwaffe 43 Flugzeuge. Während der gleichen Zeit gingen im Kampf gegen Großbritan­nien sechs eigene Flugzeuge verloren.

-Toto

Grosse

Sy rte

KasrNunn

Der deutsch-italienische Gegenangriff in Aordasrika

Von unserer Berliner Schristleitung.

zügen, Tankzügen und sonstiaen Transportmitteln wie z. B. mindestens 17 000 Lastkraftwagen.

Von solchen Verlusten kann sich keine Armee der Welt mehr erholen, auch die bolschewistische nicht, zumal da die Sowjetunion mit dem Verlust von 1,7 Millionen Quadratkilometer ihres Landes drei Viertel ihrer Industrie verlor. Die ganze Größe der gewaltigen Leistung der deutschen Wehrmacht während der fünf Monate des Ostfeldzuges wird sich in Zukunft zeigen, denn auch der schärfste Wi­dersacher des deutschen Kampfes gegen den Bolsche­wismus wird erkennen und zugeben müßen; daß der Bolschewismus während dieser fünf Monate vom deutschen Soldaten geschlagen worden ist.

verlangen, daß sie seit ihrer Schulzeit von Schriftzeichen behalten haben soll, noch aus einer fremden Sprache und einem fremden Kulturkreis entstammen, und von denen ausgerech­net einige in dem Extrablatt vorkommen, dessen Inhalt ich möglichst rasch kennenlernen möchte? Warum soll sie aerade zu den nur zehn Prozent niaen laaen'ein ladhoerftänbiaer* japanif^er^teunb I Sriegsbeginn? offenbar völlig überrasch, worden.

Sie «für diese Maßnahme, hinter der man fnmnlhierfe Beitraae der Taaesieitnnaen au lesen. I wohl die Regie Churchills vermuten dars sind Offenbar ist der Text ausgerechnet dieses Extra- schwer zu durchschauen Wenn in der amtlichen Les. blattes so ein tompfhierter Beitrag" Sein Wun- ->" der Wunsch nach Verjungung in den höchsten der ^also, wenn" nicht daraus wagten kaum bis I ^^ll-n der Generalität angegeben wird, (o Hingt

neuefUn Schachzug gegen die Neuordnung Ostasien- nun^um F°-dmarsihall^ au-^dem °k^ Diecht erlange. | Ruheposten erhält, ist kaum zwei Jahxe älter als

der zu seinem Nachfolger ausersehene, im 59. Le« bensiahr stehende General Sir Allan Brooke. Es müssen in Wahrheit also doch wohl andere Gründe maßgebend gewesen sein und es ist be­greiflich, daß man in England sehr lebhaft darüber diskutiert. Die einen meinen, die Abhalfterung

Der deutsche Wehrmachtberjcht vom 20. Novem­ber teilte mit, daß i n N o r d a f r i k a die seit Tagen in Bereitstellung südlich und südwestlich S i d d i Omar erkannten britischen Kräfte am 18. Novem­ber zu einem Vorstoß in Richtung auf Tobruk ange­treten, diese aber durch sofortige Gegenangriffe durch deutsch-italienische Verbände unter schweren Verlusten zurückgeworfen seien. Am 21. No­vember meldete das Oberkommando der Wehrmacht, daß der Gegenangriff der deutsch-italienischen Truppen in Nordafrika fortschreite. Aus diesen bei­den Mitteilungen des deutschen Oberkommandos er­gibt sich die militärische Lage in Nordafrika. Der seit langem vorbereitete und von der deutschen Auf­klärung festgestellte Vorstoß der britischen Streit­kräfte an der ägyptisch-libyschen Grenze kam somit den deutsch-italienischen Kommandostellen in Afrika nicht überraschend.

Die Engländer haben allerdings auf diesen Vor­stoß große Hoffnungen gesetzt. Mit dem Beginn ihrer Operationen setzte schlagartig eine umfassende Offensive ihres weitverzweigten Propagandaappa­rates ein. Sie fühlten sich ihrer Sache scheinbar so sicher, daß sie ihre operative Zielsetzung prvpagan- distisch bereits als militärische Tatsache in alle Welt hinausposaunten. Mehr noch, sie sprachen bereits von der politischen und militärischen Auswir­kung ihres erhofften Sieges, der ihre Armeen bis zur tunesischen Grenze führen soll und der die Ein- nähme nicht nur des libyschen Hafens Tripolis, fon- dern auch des tunesischen Hafens Bizerta heraus- stellt. Alle Schreiberlinge Londons auch der soge­nannten neutralen Länder beeilten sich, klarzu­machen, daß damit eine vollständige Wendung der militärischen Lage eingetreten sei.

Dills sei auf den Einfluß Lord ©orts zurückzu­führen, der gegen Dill geltend gemacht habe, daß dieser sich so ausschließlich auf die Maßnahmen zur Verteidigung der britischen Inseln konzentriert habe, daß ihm die Uebersicht verloren gegangen sei, die Feldzüge in Libyen und auf dem Balkan erfolg­reich zu organisieren, auch beherrsche er nicht die modernen Waffen und die auf ihrer Anwendung beruhenden neuen Kriegsmethoden. Es ist inter­essant, daß diese Kritik dem Lord ©ort zuge­schoben wird, der einst selbst bei der Verjüngungs­kur, die der inzwischen wieder in die Kulissen zu- rückgetretene jüdische Kriegsminister Hore-Be- lisha im Jahre 1937 dem britischen ©eneralstab angedeihen ließ mit 51^ Jahren unter Uebergehung

I einer Reihe älterer Generale Chef des Reichs­generalstabs geworden utar, freilich bald General I r o n f i d e weichen mußte, der seinerseits am 27. Mai 1940 durch General Dill abgelöst wurde. Lord Gort ist der Mann Hore-Belishas, und dessen außerordentliche Betriebsamkeit, die durch sein Aus­scheiden aus dem Kabinett eher neuen Auftrieb bekommen zu haben scheint, vermutet man auch hinter der Kaltstellung General Dills Lord B e a - verbrook, der bekannte Zeitungsmagnat und Minister für die Rüstungsindustrie, soll im 'Sinne Hore-Belishas bei Churchill vorstellig geworden sein. Ob es freilich dieser Initiative überhaupt be­durft hätte, erscheint manchen englischen Beobach­tern zweifelhaft Sie erinnern daran, daß der Mi­nisterpräsident vor nicht allzu langer Zeit den Ge­neral Dill als den hervorragendsten Kopf der bri­tischen Armee und ausdrücklich als denjenigen seiner militärischen Berater bezeichnete, dem er uneinge­schränktes Vertrauen entgegenbringe Diese Lobes- Hymne lieh Churchill in dem Augenblick laut wer­den, in dem der britischen Kriegführung Untätig­keit und Ideenarmut vorgeworfen wurde. Um sich selbst als Chef der Regierung und hemmungs­losestem Kriegstreiber vor dem Verdacht zu schützen, nicht genügend Initiative zu entwickeln und keine

Berlin, 21. November. (DNB.) Die fünf Mo­nate Ostfeldzug, die am 22.11. zu Ende gehen schließen mit einer stolzen Bilanz für die deutsche Wehrmacht ab. 1 700 000 Quadratkilometer wurden im Osten besetzt, 75 Millionen von den insgesamt 190 Millionen Bewohnern des gesamten Rußland wohnen in diesen besetzten Gebieten. Die sowje­tische Wehrmacht verlor bis zu den am 20.11. vor­liegenden Meldungen 3 792 600 Gefangene, 389 sowjetische Divisionen wurden zerschlagen und gingen mit ihrer Kampfkraft den Bolschewisten ver­loren. Die Sowjets haben mit einem Gesamt- ausfall von über 8 Millionen Svlda - t e n zu rechnen. Die R ü st u n g dieser Millionen­massen wurde entweder vernichtet oder geriet als Beute in deutsche Hand. Mehr als 22 000 P a n - zerkampf wagen, 27 452 Geschütze, 15 877 Flugzeuge wurden zerstört oder erbeutet. Die sowjetische Kriegs- und Handelsflotte in der Ostsee und im Schwarzen Meer wurde dezimiert. 47 Kriegsschiffe wurden versenkt, 54 Kriegsschiffe

Der italienische Bericht.

Rom, 21. Nov. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht meldet u. a.: Gestern entwickelte sich die Schlacht in der Marmarica weiter. Die italienischen und deutschen Panzertruppen gingen, nacl)- dem sie neuen Angriffen des Feindes hartnäckigen Widerstand geleistet hatten, zu Gegenangrif­fen über und schlugen die feindlichen Panzerver­bände zurück, wobei zahlreiche Panzerwagen ver­nichtet und Gefangene gemacht wurden. Die Luft­waffe der Achsenmächte nahm aktiv an den Kämp­fen teil.

In der vergangenen Nacht bombardierten bri­tische Flugzeuge von neuem Neapel, Brindisi und Messina. Es wurden Wohnhäuser getroffen. In Brindisi sind sechs Tote und fünf Verletzte zu beklagen, und in Messina, wo tue Bevölkerung bei­spielhafte Ruhe und Disziplin bewahrte, 26 Tote und 24 Verletzte. Jn Neapel keine Verluste Flak­artillerie schoß ein feindliches Flugzeug ab.

Vorgeschobener italienischer posten vor Tobruk.

Tokio, im Herbst 1941.

Auf der Straße klingelt es. Es muß der Zeitungs­mann fein, der feine Anwesenheit mit einem halben Dutzend mit Draht zusammengebundener Glöckchen ankündigt. In unsere ruhige Wohnstraße, wo jeder Haushalt seine Zeitung im festen Abonnement be­zieht, kommt für gewöhnlich kein Zeitungshändler Also muß es wohl ein Extrablatt sein. Bei dem Gedanken schrecke ich auf aus meiner Mittagsruhe, die in den Sommermonaten für den Ausländer in dem schwülen Klima Tokios eine unbedingte Not­wendigkeit ist. Das journalistische Gewissen erwacht Was mag das Extrablatt wohl melden? Mit ge­mischten Gefühlen betrachte ich das Fetzchen Druck­papier mit feinen fremdartigen chinesischen Charak­teren und japanischen Schriftzeichen. Es ist eine eigenartige Empfindung, wenn man als. erwachse­ner Mensch sich plötzlich wieder in die Rolle des Analphabeten zurückversetzt fühlen muß, denn das ist etwa der Eindruck, dem sich niemand entziehen kann, der ohne Kenntnis der japanischen Schrift nach Japan kommt. Das Schlimme aber ist, daß es erst durch viele Jahre intensiven Studiums mög­lich ist, auch nur soviel von der Schrift zu erlernen, um ein einfaches Extrablatt lesen zu können.

Es bleibt also nichts anderes übrig, als meine Köchin zu bitten, daß sie mir den Inhalt dieses Extrablattes übersetzt. Sie ist gern bereit, rückt die Brille zurecht und versucht zu lesen. Sie versucht . aber so schnell geht es nicht. Nur daß Präsident Roosevelt wieder irgendetwas für Japan Unfreund­liches unternommen hat, kann sie sofort feststellen. Im übrigen zieht sie das Hausmädchen heran und nun studieren sie beide gemeinsam das Blatt. Sie konsultieren eine Art von Wörterbuch, nicht etwa um die englische Bedeutung des ihnen auf Japanisch bereits verständlichen Textes festzustellen, nein, son-

Das Extrablatt. - Kleines Erlebnis in Tokio

Von unserem Dr. K. H. A.-Korrespondenten.

dem um die Bedeutung einer ganzen Anzahl von ihnen nicht ohne weiteres geläufigen Schriftzeichen ihrer eigenen Sprache zu ermitteln.

Der Leser glaube nun nicht etwa, daß es sich bei meinen beiden Hausgeistern um arme ungevil- dete Landpomeranzen handelt. Beide sind sehr in­telligent, sie verstehen recht gut Englisch (Englisch ift vorläufig noch die verbreitetste Fremdsprache in Japan, obgleich Deutsch neuerdings rasch in Auf­nahme kommt). Tadaki-San, die Köckin, spricht und schreibt sogar ein sehr gewandtes, saft fehlerfreies Englisch und führt ihr Haushaltsbuch in einer so mustergültig ordentlichen und übersichtlichen Form, daß sich mancher Portokassenrendant daran ein Bei­spiel nehmen könnte. Aber es ist für einen Japaner und eine Japanerin nicht so leicht wie für unser­eins, die Muttersprache zu Papier zu bringen oder in ihr gedruckte oder geschriebene Texte zu lesen.

Zwar gibt es eine Silbenschrift, Katakana ge­nannt, dienur" 48 Zeichen hat, aber sie reicht nicht aus, um mehr als das Allerprimitivste aus- zudrücken. Will man auch nur das einfachste Er­zeugnis der Tagesliteratur verstehen, muß man schon zwei- bis dreitausend Charaktere der aus dem Chinesischen übernommenen Schrift kennen. Bis zum Begreifen eines Leitartikels ober eines Zeit­schriftenaufsatzes langt auch solche Wissenschaft noch nicht, da mutz man wohl an die viertausend Zeichen beherrschen, und die Druckerei einer japanischen Ta­geszeitung besitzt Bleitypen fertig assortiert für rund zehntausend verschiedene Schriftzeichen. Es ist bewunderungswürdig, daß es unter diesen er­schwerenden Umständen gelingt, die großen Tokioter Zeitungen mit der gleichen Geschwindigkeit und mit genau fo bis auf die Minute aktuellem Nachrichten­teil herauszubringen, wie das die Zeitungen in Europa oder Amerika fertigbringen, -ine Leistung, die nur durch hervorragende Organisation und viel­fache Unterteilung des Satzes auf besonders ge­schulte Handsetzer erreicht werden kann.

Es wäre nun aber zuviel verlangt, wenn man erwarten wollte, daß jeder Japaner und jede Ja­panerin in der Lage fein sollte, mit der gleichen Geschwindigkeit das Gedruckte auch zu lejen und zu verstehen Bei den Handsetzern handelt es sich um besonders geschulte Fachleute, für die diese beson- bere Kenntnis und Fähigkeit Beruf und Brot be­deutet. Wie aber steht es mit dem Durchschnttts- bürger, dem Mann, der Frau aus dem Volke. Auf der Schule wird zwar eifrig gearbeitet. Der Bil- bunqsdrang im japanischen Volke ist ungeheuer le­bendig Der Staat fördert diesen Bildungstrieb mit allen erdenklichen Mitteln. Die Schulen sind durchweg gut eingerichtet Schon rein äußerlich fällt auf, daß die schönsten Gebäude m Stadt und Land gewöhnlich Schulen sind. Aber Jahre wert­voller Arbeit müssen darauf verwendet werden, um den Schülern lediglich das elementare Handwerks­zeug aller weiteren geistigen Fortbildung, die Schrift, beizubringen. Die Angehörigen geistiger Berufe, die Tag für Tag mit der Feder bzw. mit dem Schreibpinsel umgehen, behalten dann das Gelernte, ergänzen es wohl noch burd) regelmäßige Lektüre, obgleich auch bei ihnen vielleicht manchmal burch bie rein technische unb physische Anstrengung bes Lesens' bieser komplizierten Schrift ein unge­bührlich hoher Energieanteil in Anspruch genom­men wirb wenn ich von physischer Anstrengung spreche, so sei erwähnt, daß manche lapamschen Aerzte den ungewöhnlich hohen Prozentsatz; d Brillenträger in Japan dem Augenpulver der chine­sischen Schriftzeichen zuschreiben M

Bestrebungen zu einer Aenderung des bestehen den Zustandes, etwa im Sinne des Ueberg g zu einer Buchstabenschrift, gibt es wohl; aber ö Schwierigkeiten find nicht zu unterfdjafcen Zahl der gleichlautenden Worte, bei denen ledigl ch die verschiedenen Schrif Zeichen die beabsichtigte Be­deutung einwandfrei erkennen lassen, soll beisplel weise im Japanischen größer fein aIs m ibe^« ^lJc anderen Sprachen. Di- ganze Japans hängt auf bas engste mit ber djinefi djen zusammen. Der Verzicht auf bte von CAm über nommenen ©barattere rourbe bie ^ur"d schne - Soldaten hätten,

einer der Quellen der zapamschen Stultur aenajnei

- ~Wäila xj rgz£-*8arce v \ ßomba r Maarau^lonta/ \ e<ElAbiar ' Mesch Hix ___

xtfÄ K°srS°lamus \ T r \Sa/ueh ' TSciafa

Vuara C Ffi H 0 \ \ 5 ,d/

i<- /^ffiSSelghet ßjrScheferserf^ Angerein ''B.AbuZahk

______ X \ GobrdAgaba \ Schanzet, 'BirKamsi

Kudijd^=E=M&jfut& - V'ßirHueshku '^RadhirLaguos \ "adda lena'frßir Esch Schcgga

Kasr Tob^^KasrUgedMß c'»2 "♦HgUeb \ /

BirBesserte Sauono BirGibbehb~^rAcrQrna Z

El Agheila/ \ ' RahutesSceifh\ '. A V

AbuGreV Kosrzohobi. x

jTemuleshKaib \ ! BirBuMua Z.---