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Die ganze Front in -er Wochenschau

bat

in

Gegen zwölsfache Llebermacht!

unsere zeigen,

Soldaten auf Skiern und im Schneehemd Szenen folgen, in denen der deutsche Sol- Afrika gegen die Fliegenplage kämpfen

Versorgung der im Mitte losten stehenden eng­lischen Truppen mit Material und Proviant ver­wandt werden müsse, und 'dabei sei zu bedenken, daß die Routen, die die Transporter jetzt um das Kap gehen müßten, hin und zurück 26000 Meilen betrügen.

Ein anderer wichtiger Faktor für die Ueberlastung der Handelsschiffahrt sei der Abbruch des Handels mit den heute von Deutschland besetzten Ländern. Heute müßten diese Waren, die man früher von diesen Ländern bezog, - auf viel weiteren

Gespräche mit Bruno."

Ein Buch des Duce zum Gedächtnis seines Sohnes

Voreilige Versprechungen.

Oie tlSA.-Hilfe unzureichend. England muß selbst mehr erzeugen.

Rom, 20.Nov. (DKD) Nicht als Epilog, viel­mehr als Synthese eines früh vollendeten fliege­rischen Lebens ist das BuchIch spreche mit Brun o" anzusehen, das d e r D u c e dem Gedächt­nis .feines zweiten Sohnes Bruno schrieb, der am 7 August bei Ausprobung eines neuen Flugzeug- baumuslers tödlich verunglückte. Ein Leben, das von früher Jugend auf nichts anderes wollte, als Hin­dernisse überwinden, seien es auch nur die selbst­geschaffenen des Sports, fand seinen Abschluß aus dem vollsten Dasein heraus. Mit liebevoll gezeich­neten Einzelheiten läßt der Duce das Bild seines Sohnes erstehen. Zahlreiche Berichte der Kameraden Brunos und der Presse runden bas Bild in objek­tiver Form ab. Vaterschmerz und Vaterstolz sprechen aus jedem einzelnen Satz dieses Buches des Duce über seinen Sohn, der durch sein Leben die von Mussolini erteilte WeisungGefahrvoll leben" in die Tat umsetzte.

Kampf war Brunos Leben. Nicht zum wenigsten der Kampf darum, nicht als Vatersöhnchen ange­sehen, sondern wegen eigener Tüchtigkeit geachtet zu werben. Für Bruno gab es kein Stillstehen und kein Ausruhen. Nach Beendigung des Krieges auf

dem Balkan gelang es ihm endlich, seinen schon bei Kriegsbeginn ausgesprochenen Wunsch, zu einem Verband von Langstreckenflugzeugen zu kommen, erfüllt zu sehen, deren neueste Baumuster durch ihn, den erfahrenen Flieger, auf» langen und Ozean­strecken überprüft werden sollten. Und hier fand sein Fliegerleben seinen Abschluß. Auf nie ganz auf­geklärte Weise sprangen die vier Motoren des großen neuen Flugzeuges nicht rechtzeitig an. Durch Geschwindigkeitsverlust wurde der Absturz unver­meidlich, den Bruno Mussolini bis zum letzten Augenblick klar erlebte und mit Verantwortungs- bewußtsein in seinen Folgen zu mildern trachtete. Seine letzten Worte galten dem Vater, als ob er ihm erkläre, warum das Unglück sich ereignet habe.

Flugzeugführer, mit 17 Jahren Teilnehmer am Aethiopienfeldzug, Mitkämpfer in der Luftwaffe der Legion im spanischen Bürgerkrieg, Ozeanslieger, Leiter der Jtalienisch-Südamerikanischen Luftlinie, Kampfflieger im gegenwärtigen Krieg, das war Bruno Mussolini, dessen Leben im Innersten nur die Lösung kannte: Immer höher ,immer weiter!

Herbert Lorenz.

sofort abwehrbereit zu sein. Und tatsächlich heben sich plötzlich wieder die Gestalten vom Boden, stür­men auf die dünne, deutsche Abwehrlinie zu. Wird sie standhalten können? Ein Regiment stürmt gegen eine Kompanie! Wieder ein rasendes Feuer, und wieder verschwindet der Feind, wie vom Boden verschluckt. Warten, warten und aufpassen, jeden Moment können sie wiederkommen, können in die deutschen Stellungen einbrechen, wenn man nur einen Augenblick die Aufmerksamkeit vernachlässigt. Die Minuten werden zu Stunden. Will sich der Nebel denn nicht endlich heben, daß man etwas sehen, daß man den Feind einfach zusammenschie­ßen kann? Die Sowjets greifen wieder an. So geht es noch viermal. Die Entfernung bis zum Gegner ist kurz. Nur ein kurzer Sprung genügt, um ihn an die deutschen Stellungen heranzubringen.

Noch einmal fluten die Massen des Gegners her­an, diesmal scheint er ohne Rücksicht auf Verluste den Durchbruch erzwingen zu wollen. Das Abwehr­feuer steigert sich bis zu seiner größten Kraft, doch immer näher kommen die grauen Gestalten, mit Urraa"-Gebrüll stürmen sie. Ein rasendes Feuer empfängt sie, die ersten Reihen fallen, doch immer

Stockholm, 21. November. (DNB. Funkspruch.) DerManchester Guardian" beschäftigt sich in wenig freundlicher Weise mit den Erfahrungen, die Eng­land mit der U5A.-Hilfe machen mutzte. Es heißt in dem Artikel: Im Laufe der letzten Monate stie­gen die Anforderungen an die 05^.-Erzeugung derart enorm, daß verschiedene wichtige Industrie­zweige erst einmal erheblich ausgebaut werden mußten, bevor sie die Urnen ^gewiesenen Kon­trakte erfüllen konnten. Das eigene Aufrüstungs- Programm, die Verpflichtungen aus dem Pacht- und Leihgesetz und schließlich die Notlage der Sowjet­union haben die industrielle Erzeugungsfähigkeit der Vereinigten Staaten auf eine schwere Probe gestellt. Verschiedene grobe Irrtümer, vor allem eine Überschätzung der Leistungsfähig- k ei t haben die Schwierigkeiten noch erhöht. Bis diese Schwierigkeiten überwunden sind, muß Ena- land wieder %us eigener Kraft soviel als möglich erzeugen. Verschiedenes Kriegsmaterial, das uns die Vereinigten Staaten im Frühjahr verspro­chen hatten, mutz jetzt auf Bitten Washingtons doch in England selbst hergestellt werden. Einige unserer amerikanischen Freunde haben etwas voreilige Versprechungen gemacht.

Das Blatt weist darauf hin, daß vor einiger Zeit beschlossen wurde, die meisten britischen Oel-Raf- f i n e r i e n zu schließen, weil die Vereinigten Staa­ten versprochen hätten, raffiniertes Oel zu liefern. Man hoffte, auf diese Weise viel Schiffsraum und Arbeitskraft zu sparen. Dieser Beschluß mußte jetzt widerrufen werden, weil man feststellte, daß die Leistungsfähigkeit der U8A.-Raffinerien l ä n g st nicht ausreicht, um die Bedürfnisse Groß­britanniens gleichzeitig mit den wachsenden Bedürf­nissen der Vereinigten Staaten zu befriedigen. Eng­land will nun in aller Eile fünfzig neue Raffinerie- Anlagen errichten, die sich vor allem mit der Er­zeugung von hochwertigen Flugzeugölen be­schäftigen sollen. Von der Arbeit dieser Raffinerien hänge sehr viel ab, da gerade die besten und für den modernen Krieg notwendigen Oele in den Ver­einigten Staaten niemals so knapp waren wie jetzt. Auf gewissen Gebieten seien die Bestände auf ein Drittel des vergangenen Jghres abgesunken.

Englands Handelstonnage äußerst angespannt.

G e n f, 21. Nov. (DNB. Funkspruch.) Der Schiff­fahrtskorrespondent derTimes" vom 15. November geht auf die Unzulänglichkeit der England noch ver­bliebenen Handelsschiffstonnage ein und stellt dazu fest, daß gleich zu Anfang des Krieges von der Admiralität und dem Kriegsministerium Handels­schiffe in großem Umfange requiriert wurden und dann als Hilfskreuzer, Minenleger, Transporter ober Hospitalschiffe eingesetzt wurden, besonders die großen und schnellen Schiffe, die mit Kühlanlagen versehen waren, fielen von An­fang des Krieges für den Transport von Lebens­mitteln aus Uebersee für die englische Zivilbevölke­rung aus. Weiter sei der Schiffsraum noch dadurch beschränkt worden, daß viele Tonnage jetzt zur

muß, und weiterhin Bilder von Zerstörern und Torpedobooten, welche zur Sicherung eines deut­schen Geleitzuges im Atlantik auslaufen. Englands Küste erhebt sich aus dem Meer, un­sere Flugzeuge können sie täglich bestreichen.

Eine Vielfalt von weiteren Schauplätzen ergänzt das Bild der letzten Kampftage. Leningrad, Moskau und die K r i in sind die markantesten Namen. Es ist den Kriegsberichtern gelungen, auch diesmal wieder eine Reihe von Schnappschüssen zu starten, die Glanzstücke des Filmens sind. Schuß und Treffer in einem Bild zu fassen, gehört zu die­sen Bravourleistungen; und wir danken ihnen, daß sie es uns möglich machten, in die Gesichter jener Soldaten zu schauen, denen Generaloberst Freiherr v. W e i ch s die hohen Auszeichnungen überreicht. Die Bilder, die wir da sehen, zeigen Offiziere und Unteroffiziere wahrscheinlich an dem schönsten Tag' ihres Lebens. Für uns ist ihr Anblick die schönste Stunde unseres Tages. H. H. G.

Wegen herangeführt werden, und die Schiffsverluste, die England durch feindliche Aktio­nen einbüße, seien äußerst ernst. Schiffe, die zur Reparatur gehen müßten, fielen auch dafür eine gewisse Zeit aus. Aber damit nicht genug, hinzu kämen noch andere Probleme, die sich aus der Not­wendigkeit ergäben, daß z. B. die Handelsschiffs­tonnage auch im großen Umfange für das aus den USA. kommende Kriegsmaterial notwendig wäre. Kurz gesagt, diese Tonnage komme also auch nicht der englischen Zivilbevölkerung zu ihrer Lebensmittelversorgung zugute. Dadurch, daß weiterer englischer Schiffsraum f ü r d i e H i l f e a n die Sowjetunion bereitgestellt werden müsse, werde die vorhandene Handelsschiffstonnage noch knapper. Abschließend bemerkt der Korrespon­dent dann noch, daß noch lange nicht so viel Kriegs­material aus den USA. nach England verschickt wor­den sei, als man ursprünglich ins Auge gefaßt habe. Wenn aber erst einmal die amerikanische Kriegs­produktion das Höchstmaß ihrer Kraft entfalte, dann sei es sehr wohl möglich, daß die für den Trans­port zur Verfügung stehende Tonnage nicht ausreiche.

England braucht Zeit für die Vor­bereitungen im Fernen Osten.

Schanghai, 20. Nov. (DNB.)Als Ziel müsse über der gemeinsamen englisch-amerikanischen Fern­ostaktion der Zeitgewinn stehen", erklärte Ge­neral Wavell, der Oberbefehlshaber der eng­lischen Streitkräfte in Indien, gelegentlich eines Be­suches in Rangoon. England und Amerika, so sagte Wavell, brauchten viel Zeit für die Anlage von Flugplätzen in Birma und auf Borneo, sowie für die Entsendung von Truppenoerstärkungen. Der Schiffsraummangel, so muß Wavell zu­geben, mache der Truppenverschiffung große Schwie­rigkeiten. Auch für den Ausbau der Rüungsindu- ftrie in Australien mache sich der große Aus­fall von Frachtschiffen störend bemerkbar. In Singapur traf eine beträchtliche Anzahl neuer australischer Truppen ein. Die neuen Truppenverbande bestehen aus Verstärkungen und Ersatz für die bereits in Singapur befindlichen australischen Kontingente, ferner aus technischem und Fliegerpersonal.

Das Hervorstechendste an der neuen Wochenschau sind die Bildberichte von der Versorgung un­serer Trupp en imOften. Wir sehen mit Be­friedigung, daß genügend Nahrungsmittel und Brennmaterial vorhanden sind. Aber auch für die Kleidung ist gesorgt. In riesigen Schafpelzen wer­den unsere Soldaten zu Eroberern nordischen Ge­präges. Der Nachschub rollt unaufhörlich über Straßen hinweg, an denen Einheiten des Ärbeits» dienstes zu schaffen, um sie gang» und fahrbar zu machen. Treibstoff für die Panzerwagen erreicht sein Ziel stber unwegsame Wälder sogar durch das Flugzeug. Auch mit geistiger Nahrung wird die Truppe versorgt. Die Frontzeitung ist zur Stelle.

Es ist erhebend, zu sehen, wie weit die Macht der deutschen Wehrmacht reicht, wenn auf Bilder, die

NSG. Im Zusammenhang mit den gegen­wärtig in unserem Gau stattfindenden An­nahme-Untersuchungen der Ergänzungsstelle der Waffen--- veröffentlichen wir einen PK.- Berichi über den Einsatz Der ---Männer.

---PK. Der Morgen graut. Noch liegt dichter Nebel auf den Wiesen vor der Stadt, die von un­seren Truppen besetzt, den äußersten Rand der Front bildet. Da heben sich aus den Erdlöchern die erdgrauen Gestalten der Sowjets, das ganze Feld ist mit ihnen übersät. Im Schutze des Nebels kom­men sie heran, man kann ihre Zahl noch gar nicht übersehen.

Es mag ungefähr ein Regiment sein, das an die­ser Stelle gegen den Abschnitt einer einzigen Kom­panie anrennt. Unsere ---Männer warten kühl das Herannahen des Gegners ab, um ihm einen ge­bührenden Empfang zu bereiten. Doch im Nebel haben sie kein Schußfeld, denn man sieht keine zehn Meter weit. Plötzlich sind die Sowjets da. Die ersten Salven krachen, die Maschinengewehre rat­tern weg ist der Feind, wie in die Erde ver­sunken. Wieder heißt es warten, warten auf den nächsten Angriff, mit allen Sinnen aufpassen, um

Karin Grunelius

Roman von Guiöo fi. brand

33. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Wie von einem elektrischen Schlag berührt, sah sie hoch, legte den Bleistift auf das Heft und strich sich unwillkürlich über das Haar. Eine jähe Röte überflog ihr Gesicht. Wie kam er plötzlich dazu, sie derart persönlich anzureden? Merkwürdigerweise aber schaute er sie gar nicht an, sondern mehr über sie hinweg oder ... jetzt spürte sie es ganz deutlich ... vielmehr durch sie hindurch, auch wenn die Rich­tung seines Blickes sie nur zu streifen schien.

Wunderbar ... wie das Licht auf Ihren Schei­tel fällt, wie es sich wohl zu fühlen scheint auf diesen weichen Windungen und Formen!" schwärmte er mit begleitenden Gesten seiner rechten Hand, als dringe in ihm der Maler wieder durch.

Entschuldigen Sie, wie ich das so sage. Sie werden es auch von selbst wissen. Auch ... daß Sie unbeschreibliche Augen haben. Ich habe mich schon oft gefragt, woran das liegt. Aber vielleicht ist es besser, man wird es nie ergründen. Wie? Sie staunen, daß ich mitten in diesem nüchternen Raum mich mit höchst unwissenschaftlichen Dingen beschäftige. Aber das ist es gar nicht. Die Wissen­schaft vom Menschen ist ja immer die interessanteste und zu jeder Zeit, an jedem Ort von Gewinn. Vielleicht protzte ich zu sehr mit einem Beruf, den ich zuerst einmal ergreifen wollte. Nehmen Sie es mir nicht übel und legen Sie es nicht als plumpe Vertraulichkeit aus. Die Antimonchloridreagenz geht in Ordnung?" bog Bröger das Gespräch ohne Uebergang ab.

Karin hatte mit wachsendem Erstaunen zugehört, ohne daß sie sich mehr beunruhigt fühlte als bei der ersten Begegnung. Eher wurde sie in der Gewißheit gestärkt, sich gegen ihn wehren zu müssen. Je mehr

sie sich aber darüber klar geworden war, um so schwerer fiel es ihr und wurde beinahe zur An­strengung.

Noch eine Frage übrigens ... würden Sie mit mir zusammen einmal in ein Konzert gehen? Ich weiß nicht, ob Sie die Musik lieben. Ihren Augen nach müßten Sie beinahe besessen sein von Leiden­schaft für Bach, Tschaikowsky, Bruckner. Sie werden sagen: der Mensch ist blödsinnig, diese drei neben­einanderzustellen. Aber es ist vielleicht doch so. Sie lieben die wunderbare Klarheit und Strenge Bachs, hinter denen eine unendliche Beherrschtheit leidenschaftlicher Gottgläubigkeit Zuflucht gefunden hat. Sie lieben Bruckner um seiner barocken Schwere willen, die nur in Kirchen und Domen in ihrer ganzen Tiefe erfaßt werden kann, und Tschaikowsky liegt Ihnen am Herzen, weil Sie die Tragik seiner Einsamkeit und die schöpferische Erfüllung natür­lich auf einer anderen Bühne an sich selbst ver­spüren ... ja, so ist es."

Thomas schwieg, versunken in sich selbst, als sei der ihn umgebende Raum die Unwirklichkeit selbst. Was für ein seltsamer Mensch war er! Sie schien gar nicht zu existieren für ihn, wenn er so sprach.

Die Stille, die sich zwischen den Gläsern und Re­torten breitmachte, wurde wie eine unergründliche Tiefe. Sie hätte auch gar nicht gewußt, was für eine Antwort sie ihm geben sollte. Unheimlich war ihr, daß Dr. Bröger, ohne daß sie jemals über Musik gesprochen hatten, ihre große Liebe erkannte, und unheimlich war es auch, daß jemand um sie war, der, ohne zu fragen, um ihre Geheimnisse wußte. Und sie hätte es nicht einmal leugnen können.

Wie ein Brausen aller Himmel war dann das Konzert gekommen, eines der letzten der Münchener Festwochen. Sie hatte ohne Zögern eine Zusage gegeben und hatte es nicht bereut, trotz des Auf­ruhrs in ihrem Herzen. Noch niemals in ihrem Leben wurde sie von der Musik so ollem Irdischen

enthoben, aller Zusammenhänge entrissen, durfte sie sich vergessen und verströmen und schwebend wiederfinden, wie an diesem Abend. Die Menschen in ihrer Nähe, Dr. Bröger einbegriffen, versanken hinter einem Wolkenhimmel, und die Musik erklang, unsichtbar gespielt, aus den Sphären. Mit geschlos­senen Augen hatte sie dagesessen, die Hände inein­andergepreßt, das Gesicht in stiller Demut zur Erde geneigt.

Erst als der Beifall dröhnend die letzten Töne verschlang, schien sie aufzuwachen, zuruckzukehren in die Wirklichkeit. Thomas hatte sie hin und wieder mit einem Blick gestreift und sich gewundert, wie sich ein Mensch so grenzenlos verlieren konnte. Er hätte es vielleicht eher begriffen, wenn sie Musik studiert oder irgendwie ausgeübt hätte. Aber je­mand, der am Hellen Tage sich mit C-Atomen und Hydroxylgruppen herumschlägt, der aus den Atom­anordnungen entscheiden kann, ob gewisse Grund- wasserstoffe hydrophob oder hydrophil sind und sie beide zu einem dramatischen Kampf bringen kann ... entweder war der ganze Mensch Musik und hüllte alles Lebendige, Organische und Anorganische darin ein, oder er war ein großer Schauspieler, der einen Ianuskops trug.

An ihren bittenden Augen hatte Thomas erkannt, daß sie sich nicht unterhalten wollte. Und wie der erste Teil, so verging der zweite, endete auch der Heimweg. Karin hatte sich abgeschlossen gegen bas Draußen, lief neben ihm her, als sei er eben nicht mehr als' ein Begleiter. Sie durfte niemand jene Grenze überschreiten lassen, hinter der Jie sich lang­sam wieder zurechtfand.

Ich danke Ihnen, Herr Bröger. Daß es so schön und so herrlich sein könnte, hätte ich nie ge­glaubt!" sagte sie etwas hastig und verabschiedete sich rasch.

Fräulein Grunelius", er hielt ihre Hand fest, ich bin sehr froh darüber. Ich hätte Ihnen noch sehr viel zu sagen. Aber ich sehe. Sie wollen nach Hause. Gute Nacht, Fräulein Äarin."

General Weygand in den Ruhestand getreten.

Vichy, 20. November. (DNB.) Wie am Don­nerstag um 20 Uhr amtlich mitgeteilt wird, ist der Generaldelegierte der französischen Regie­rung in Afrika, General W ey g a nd , in den Ruhestand getreten. Eine weitere amtliche Meldung besagt, daß der Posten des Generaldelegierten der französischen Regierung in Afrika aufaehoben und durch ein ftänbiges Generalsekreta­riat ersetzt wird, bas birekt ber Vizepräsibentschaft unterstellt ist und dessen Sitz sich in Algier befindet. Der ehemalige Mitarbeiter General Weygands, Vizeadmiral F e n a r b , wird zum Generalsekretär ernannt. In Französisch-Afrika wird ein Ober­kommando für Nordafrika geschaffen, bas dem bisherigen Oberbefehlshaber der Landstreit­kräfte in Marokko, General Iuin, anvertraut wird, bann ein Oberkommanbo für Französisch- Westafrika, bas bem bisherigen Oberbefehlshaber der Landstreitkräfte in Französisch-Westafrika, Ge­neral Barraud, übertragen wird.

Englische Verstärkungen in Westafrika

Stockholm, 21. Nov. (DNB. Funkspruch.) Mit einer gewissen Unruhe ist in Lissabon die eng­lische Verstärkung in Sierra Leone an ber Westküste Afrikas verzeichnet worben. Nach Nach­richten aus Portugiesisch-Guinea finb sechs wei­tere englische Kriegsschiffe im Hafen von Freetown eingetroffen, ferner 20 Bombenflug­zeuge sowie Bodenpersonal. Weitere Truppen werden in den nächsten Tagen erwartet. Sierra Leone wird von Portugiesisch-Guinea nur durch Französisch-Guinea getrennt, während im Norden Britisch-Gambia an die portugiesische Kolo­nie grenzt. Auch in Bathurst sind in letzter Zeit englische Verstärkungen eingetroffen, die in Portugal eine gewisse Nervosität Hervorrufen.

neue tauchen auf. Bald hilft sein Feuer mehr, sie sind schon zu nahe heran, bald ist auch die letzte Munition verschossen.

Da zerreißt auf einmal ein Knall die Luft. Dreck spritzt hoch, Granatsplitter sausen herum. Schon folgt der zweite. Unsere Artillerie nimmt den An« ' greifet unter Feuer. Es fällt ihm schwer, auf bem freien Felde in Deckung zu gehen. Er muß zurück, wenn er sein Leben retten will. Endlich hebt sich der Nebel. In regelloser Flucht sieht man die Reste des Regimentes zurück in die Ausgangsstellungen lagern Dahinein funkt immer noch die Artillerie und zer­sprengt den Rest des Angreifers.

Damit ist dieser Durchbruchsversuch der Sowjets abgewiesen. Eine Kompanie hat allein, bis die Artillerie eingreifen konnte, dem erdrückenden An­griff eines ganzen Regimentes standgehalten.

---Kriegsberichter W. v. Collungues.

Kleine politische Nachrichten.

Spanien beging den 5. Jahrestag ber Erschießung des Falangegründers Jos6 Antonie Primo be Ri­vera durch die Bolschewisten. In allen Städten wur­den Gedenkfeiern und Trauermessen abgehalten. Eine Gedenkfeier fand am Grabe Josä Antonie Primo de Riveras im Escorial statt, wohin die sterblichen Ueberreste vor einem Jahr aus Alicante übergeführt wurden.

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Reichsminister Dr. Goebbels hat bem Altmeister des brutschen Films, Oskar M e ß t e r, zur Voll- enbung seines 75. Lebensjahres seine herzlichsten Glückwüns.ye übermittelt.

*

Der Generalstab der kroatischen Armee forderte in einem Aufruf kroatische Freiwillige auf, sich zum Kampf gegen Kommunisten und Abtrünnige, die in einigen Teilen Bosniens die Ruhe und Ordnung stören, zu melden.

Aus aller Wett.

15 Insassen eines Aulobusses ertrunken.

In der Nähe der holländischen Ortschaft Capelle an der Jjssel fuhr ein Autobus, ber einen Verkehrs­dienst zwischen Krimpen an ber Jjssel unb Gouba unterhält, vom Fahrbamm in einen Äanal. Von den 30 Insassen sind 15 Personen, darunter der Fahrer des Kraftwagens und verschiedene Kinder, durch Ertrinken ums Leben gekommen.

Neue Werke von Hans Pfihner.

Hans Pfitzner vollendete zwei Männerchöre Wir geh'n dahin" auf einen Text von Hans Frank undDas Schifflein" nach Uhland. Die Werke sind * dem Kölner Männergefangverein gewidmet und werden von ihm Ende Aprll 1942 in Köln zur Uraufführung gebracht.

Erschrocken hatte sie ihre Hand zurückgezogen, konnte ihm aber ihren Gutenachtgruß nur nach- rufen. Thomas schritt bereits die graue Hauswand entlang.

Warum sie bann nicht schlafen konnte, wußte sie nicht. Lange lag sie noch mit überwachen Augen bis in ben Morgen hinein, aufgewühlt unb hilflos einer roilben Bewegung preisgegeben. Wirbelnd vermeng­ten sich die letzten Erlebnisse mit der toiebererroetften Vergangenheit, tausend Bilber überschnitten sich, die Gesichter Günthers und Thomas' überdeckten sich unb verloren sich roieber wie Schemen.

Sie brauchte einige Tage, bis sie biefe Besin­nungslosigkeit abgestreift hatte unb zurückfand in das tägliche Leben. In jäh aufkommendem Trotz häufte sie die Arbeiten, suchte in hundert Richtungen nach den Lösungen eines dunklen Problems unb wunderte sich, daß Doktor Bröger kaum Notiz von ihr nahm.

Sind Sie mir böse, daß ich auf dem Nachhause­weg nichts mit Ihnen gesprochen habe?" fragte sie einmal vorsichtig, bereute es aber, als sie ein leicht ironisches Lächeln auf seinem Gesicht bemerkte.

Ach, ganz und gar nicht. Ich verstehe es sehr gut, daß jemand von Musik besessen sein kann, und Sie waren es bestimmt. Aber ist es nicht gefährlich, sich so ganz ohne Hemmung auszugeben? Vielleicht konnten Sie einmal von ber Wirklichkeit so über- rafdjt werden, daß Sie sich nicht mehr darin zurecht- fänden? Wie? Haben Sie keine Angst davor?"

Was meinen Sie damit?" fragte sie, etwas ängst­lich geworden, zurück. Ihre Hand zitterte ein wenig, als sie die Pipette in den Halter zurücksteckte.

Muß ich Ihnen das sagen? Ich habe das Ge­fühl, daß Sie viel tiefer in die Geheimnisse der Zwischenspiele des Lebens und in die schwebenden Dinge zwischen ben Menschen schauen als irgenbein anberer. Das hat mit Talent nichts mehr zu tun, das ist eben selbst schon ein Geheimnis."

(Fortsetzung folgt)