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Das Bauen im neuen Reich.

Lichtbildervortrag im Gießener Dortragsring.

Gustav D i e ß l (Biron), Friedrich D o m i n (91 eu« ber), Harry Langewisch (Gottsched) und Kurt M ü l l e r - G r a f als der junge Lessing seien vom Ensemble genannt. An der Kamera: Bruno Stephan. .

Im Vorprogramm läuft die neue Wochenschau, die wir bereits gewürdigt haben.

Hans Thyriot.

Gemeinschastsstunde der Turner.

Am Sonntag konnten der frühere Gau-Ehren- turnwart Wilhelm Will, Gießen, seinen 77. und der Bezirksturnwart Paul Schüler, Wetzlar, sei­nen 67. Geburtstag in bester Gesundheit und Frische begehen. Aus diesem Anlaß hatten sich Wetzlarer und Gießener Turnfreunde bei Turnkamerad B e p- ler, Bahnhofstraße, eingefunden, um mit den beiden alten bewährten Turnführern diesen Tag in engem Freundeskreise zu verleben. Dereinsführer W i e g a nd vom Tv. 1846 beglückwünschte die bei­den Geburtstagskinder und hob die Verdienste her­vor, die sich die beiden alten Turnkameraden um die Erziehung der deutschen Jugend erworben haben. Auch der frühere Kreis- und Gauvertreter des Mittelrheinkreises, Arthur Pfeiffer, Wetz­lar, war zu dem Geburtstage seiner beiden früheren Mitarbeiter erschienen. Ebenso waren Kreisführer Stein vom NSRL., der frühere Gauvertreter, der jetzige Oberstarzt Dr. Nau (Butzbach) und der Hauptmann der Luftwaffe Otto B o p f (früher Lereinsführer Tv. Groß-Eichen) zugegen. Beim Ge­sang alter Turnerlieder vergingen die Stunden des Zusammenseins sehr schnell. Manche Erinnerung wurde ausgetauscht und die Mitarbeit und der rest­lose Einsatz für die heute wichtigen Aufgaben im NSRL- zum Ausdruck gebracht und dies durch den Gruß an den Führer und die Kameraden der Wehr­macht versichert.

Für unsere Verwundeten.

Das Oberkommando der Wehrmacht veranstaltete dieser Tage durch die NS.-GemeinschaftKraft durch Freude" wieder einige unterhaltsame Darbietungen in Gießener Lazaretten. So erfreuten in der ver­gangenen Woche zwei Künstler mit ihrem Pro­gramm unter dem Motto100 lustige Minuten" die Verwundeten. Herr Otto Schuhmann als An­sager verstand es, mit seinen Geschichtchen Freude zu bereiten. Verblüffend war das Jonglieren mit großen Zahlenreihen und dieGedächtniskunst". Fräulein H. Keß bezauberte ihre Hörer mit dem Akkordeon. Ouvertüren und Lieder sanden reichen Beifall.

Gießener Dochenmarktpreise.

* Gießen, 21. Oft Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Markenbutter, Yi kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, 5 kg 40, Wiking, % kg 6 bis 10, Weißkraut 5 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 7 bis 10, rote Rüben 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 7, Zwiebeln 10, Lauch 17, Sellerie 15, Feldsalat, */io 10, Salat, das Stück 10 bis 12, Endivien 10 bis 15, Rettich 6 bis 10, Radieschen, das Bund 10 Rpf.

*

** Ein Siebzigjähriger. Reichsbahn-Stell­werksmeister i. R. Heinrich Mißler, Wetzlarer

Dr. Wilhelm Rüdiger hielt gestern abend in der Aula einen LichtbildervortragDas Bauen im neuen Reich", mit dem der Gießener Dor- tragsring sein Winterprogramm eröffnete. Oberbür­germeister Ritter hieß zu Beginn den Vortragen­den willkommen und gab seiner Freude über die zahlreiche Beteiligung Ausdruck. Der Vortrag be­handle ein interessantes Thema, das besonders will­kommen sei, weil nur die wenigsten unter uns die neuen Bauten des Führers aus eigner Anschauung kennten. Der Redner dürfe gewiß sein, bei uns einer kritischen, aber auch begeisterten Hörerschaft zu begegnen.

Dr. Rüdiger entwickelte einen fesselnden Ueber- blick über die Architektur unserer Zeit anhand sehr zahlreicher, geschickt gewählter Lichtbilder von aus­geführten Bauten (nicht Modellen oder Planungen). Er schilderte die aus neuer Baugesinnung entstan­denen Bauten im betonten Kontrast zu den Bau­normen der Zeit vor 1933, wobei sowohl Parallelen als auch Gegenbeispiele einleuchtend herangezogen wurden. Der,Wandel der Anschauungen und der dar­aus erwachsenen Stilweisen wurde, immer mit gutem Bildmaterial, an architektonischen Einzelproblemen erläutert, wie etwa dem des Verhältnisses von Or­nament und Baukörper ober dem der Fensterver­teilung in der Fassade. Es wurde die Sichtbarma­chung der inneren Struktur als natürliche Aufgabe des Ornamentes gekennzeichnet, aber auch betont, daß Schmucklosigkeit an sich (neue Sachlichkeit, Bau­haus-Stil, Le Corbusier) noch kein Oualitätsbeweis sei. Für die Bauten nach 1933, so wurde dargelegt, waren eine an klassischen Vorbildern geschulte Ord­nung und strenge Symmetrie des Baukörpers die Leitgedanken. Wegweisend für eine Architektur als politische Demonstration, wie sie in den Staatsbau­ten in Berlin, München, Weimar, Nürnberg usw.

Weg 65, begeht am 22. d. M. in geistiger Frische seinen 70. Geburtstag. Wir gratulieren.

** Grüße aus dem Osten sendet Gefreiter Gustav Klinket Es ist ein schönes Gefühl, so schreibt er, auch im Felde die regelmäßig nachge­sandte Zeitung zu erhalten und so an den Vorgän­gen in der Heimatstadt teilnehmen zu können.

Aus der engeren Heimat.

Landkreis Gießen.

4- Grünberg, 18. Okt. Durch Kreisfeuerwehr­führer Bouffier fand eine Besichtigung der Freiwilligen Feuerwehr nebst Hilfsmann­schaft statt. Der stellvertretende Wehrführer, Ober­truppführer Richard Jäckel, konnte 68 Mann melden. Der Kreisfeuerwehrführer hob in einer kurzen Ansprache hervor, daß gerade in der heu­tigen Zeit die stete Einsatzbereitschaft der Wehr un- bedingtes Erfordernis sei. Die anschließende Besich­tigung der Geräte ergab keine Beanstandungen. Der hierauf folgende Brandangriff legte Zeugnis ab von der Schlagkraft der Wehr. Er zeigte auch, daß die aus den neu hinzugekommenen Jahrgängen

entstand, waren die von dem verstorbenen Münchner Architekten P. L. Troost entwickelten Formen.

Der Redner verwies ferner, wieder rfrit Beispiel und Gegenbeispiel, auf die wechselnde Bedeutung und Funktion des Materials und auf den notwen­digen Ausgleich des Verhältnisses zwischen Baustoff und Bauzweck. Eine interessante historische Begrün­dung erfuhr die Erklärung von Funktion und Sym­bolik der Säule und des Pilasters vor allem tm repräsentativen Staatsbau. Der Vortragende zog ferner den Industriebau unserer Zeit in den Kreis der Betrachtung und kennzeichnete auch an ihm die wiedergewonnene Klarheit der Baugesinnuna. Das technische Bauwerk im weiteren Sinne (Fabrik, Bahnhof, Brücke, Stadion, Flughafen) hat, so führte Dr. Rüdiger aus, erst heute seine Gestalt gefun­den. ...

Ein wichtiges Problem des neuen Bauens ergibt sich aus seiner Beziehung zur Landschaft, der es, ohne mißverstandene Heimattümelei, organisch ein- gefügt sein müsse, wofür Autobahnbrücken und mel- sach vorbildliche Bauten der Wehrmacht gute Bei­spiele liefern. Der Vortragende schloß mit dem Hin­weis auf die erzieherische Aufgabe der Architektur und auf die Bedeutung des Raumes als menschen­formender Kraft; hier dienten neue Siedlungs- und Einzelwohnbauten als Beispiele. Insgesamt wur­den in dem lehrreichen Ueberblick an den verschie­denartigsten Bauformen die neugewonnene Bauge­sinnung unserer Gegenwart und die Wege zu einer neuen, natürlichen Ordnung unseres Lebensraumes anschaulich aufgewiesen.

Die Hörerschaft folgte sehr angeregt. Oberbürger­meister Ritter stattete dem Vortragenden namens der Veranstalter herzlichen Dank ab und schloß nach kurzem Ausblick in die große Gegenwart und ver- heißungsvolle Zukunst der Nation mit dem Gruß an den Führer.7

bestehende Hilfsmannschaft ihre Aufgabe voll erfüllt. In der anschließenden Besprechung sprach sich der Kreisfeuerwehrführer in anerkennenden Worten über den Stand der Wehr aus.

0 Laubach, 18. Okt. Der Untergau W e t - terau veranstaltete unter Leitung der Untergau führerin Inge Haack einen sechstägigen Schu­lungskurs, an dem JM.-Führerinnen aus Gie­ßen, Friedberg, Bad-Nauheim, Grünberg und an- deren Orten unseres Gebietes teilnahmen. Die vierzehn- bis sechzehnjährigen Mädels waren in der Laubacher Jugendherberge untergebracht. In froher Gemeinschaft gingen die Tage mit welt­anschaulicher Schulung, Werkarbeit, Singen und praktischen Hebungen in der Ausarbeitung von Ar­beitsgemeinschaften, Heimabenden und Kindernach­mittagen dahin. Breiten Raum nahm die sportliche Schulung ein. Denjenigen Mädels, die das Lei­stungsabzeichen noch nicht hatten, war Gelegenheit geboten, dies nachzuholen.

CD Laubach, 16. Oktober, lieberBerge und Menschen in Albanien" sprach Dipl.-Jng. L. Maz° zoni im Rahmen der Veranstaltungen der Lau- bacher Ku n st gemeinde. Der Redner hat

lange Jahre als Forscher und schließlich als Kriegs, fteiwilliger das in seinem nördlichen Teil noch un« erschlossene Land durchquert und seine Erlebnisse in einem aufschlußreichen Lichtbildvortrag zusam- mengefaßt. Es waren nicht nur die farbigen Licht­bilder, die die Vielgestaltigkeit der Landschaft und des albanischen Volkslebens vor den Augen und Ohren der zahlreich erschienenen Hörer erstehen lie- ßen, sondern es war vor allem die lebendige Art der Schilderung, die die Hörer eine Reise durch die Abgeschiedenheit des gewaltigen Gebirgsmassives und die üppige Vegetation des dichter besiedelten Südens unmittelbar miterleben ließ. Interessant war auch die Schilderung der Sitten und Gebräuche des Bauern- und Hirtenvolkes, das zu zwei Dritteln aus Mohammedanern besteht, und des Nebeneinan­ders von alter und neuer Zeit. Die Ausführungen wurden mit großem Interesse ausgenommen.

Schweinemarkt in Butzbach.

* Butzbach, 21. Oktober. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 283 Ferkel aufgetrie­ben. Es kosteten bis 6 Wochen alte Ferkel 10 bis 12 RM., 6 bis 8 Wochen alte 12 bis 15 RM., 8 bis 10 Wochen alte 15 bis 18 RM., über 10 Wachs, alte Tiere 18 bis 22 RM. das Stück. Es verblieb geringer Ueberstand.

Handball-Gaukiaffe.

Friedberg Luftwaffe Gießen 3:17 (2:6).

Der Start in der Gauklasse war für die Luftwaffe recht verheißungsvoll. Obwohl sie gegen denselben Gegner in Freundschaftsspielen Niederlagen hinneh- men mußte, gelang diesmal ein verdienter Sieg.

Durch eine neue Aufstellung zeigten die Soldaten diesmal ein Spiel, wie man es oon ihnen noch nicht sah. Kurz nach Spielbeginn eröffnete Oberlt. Wagler den Torreigen. Durch einen Strafwurf und einen weiteren Treffer sicherten sie sich schon einen Vorsprung, ehe Friedberg zum Gegentor kam. Wag­ler und der Linksaußen Sonnabend stellten das Halbzeitresultat her. Nach dem Wechsel gelang der Platzmannschaft ein weiteres Tor, welches auch das letzte bleiben sollte. Der Sturm der Gäste war in hervorragender Schußlaune. Die Hintermannschaft der Gastgeber konnte dem Druck der Soldaten nicht standhalten. Wiederum waren es Wagler und Sonn­abend, die am erfolgreichsten waren. Die wenigen Durchbrüche der Friedberger wurden von der Hin­termannschaft gestoppt, zumal der Gießener - Tor­wart die besten Schüsse hielt. Zeigt die Mannschaft weiterhin diese Leistung, so wird sie die Belange des Kreises Gießen gut vertreten.

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Die Beerdigung findet Mittwoch, 22. Oktober, um 14 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt.

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Gießen, Frankfurt a. M., 20. Oktober 1941.

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Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben, unver­geßlichen Mannes, unseres guten Vaters Wilhelm Schäfer, Schmiedemeister sagen wir hiermit herzlichen Dank. Besonders danken wir Herrn Pfarrer Ködding für die trostreichen Worte, der Kriegerkameradschaft und Schmiedeinnung für die letzte Ehrenbe­zeigung und all denen, die ihm die letzte Ehre erwiesen haben.

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Im blühenden Alter von 14% Jahren.

In tiefer Trauer:

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Friedrich Fehrund Frau Irmgard,geb.Becker Reinhard Plerechkalla u. Elfriede, geb. Becker Hans Becker, z.Z. im Felde

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, heute morgen 8 Uhr meinen lieben, unver­geßlichen Mann, unseren lieben Schwieger­vater, Schwager und Paten

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nach längerem Leiden im Alter von 71 Jahren in die Ewigkeit abzurufen.

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Gemeinsame Bekanntmachung der Landräte ber Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie des

Oberbürgermeisters der Stadt Gießen.

Vetr.: Die Abgabe von Bohnenkaffee.

In der 31. Zuteilungsperiode vom 15. Dezember 1941 bis 11. Januar 1942 werden die Derforgungs- berechtigten einschließlich Selbstversorger, die bis zum 16. November 1941 das 18. Lebensjahr vollendet haben, die Möglichkeit erhalten, an Stelle von 125 g Kaffee-Ersatz oder -Zusatzmitteln 60 g Bohnenkaffee zu beziehen.

Die Versorgungsberechtigten einschließlich Selbst­versorger, die von der Wahlmöglichkeit Gebrauch machen wollen, haben als Bestellschein die beiden Einzelabschnitte N 28 und N 29 der rosa und blauen Nährmittelkarten 29 für Normalverbraucher, die in der Zeit vom 20. Oktober bis 16. November 1941 Gültigkeit hat, zusammenhängend bei den Verteilern abzugeben, bei dem sie den Kaffee zu beziehen wünschen.

Die mit dem AufdruckJgd." versehenen Einzel­abschnitte der Nährmittelkarte für Jugendliche sind zur Vorbestellung von Bohnenkaffee nicht zu­gelassen.

Die Kleinoerteiler haben bei der Entgegennahme der Vorbestellungen den Stammabschnitt bet Nähr­mittelkarte 29 für Normalverbraucher (einschließlich Selbstversorger) mit ihrem Firmenstempel zu ver­sehen.

Die gesammelten zusammenhängenden Abschnitte N 28 und N 29 ber Nährmittelkarte 29 sind alsdann auf Bogen aufzukleben und bei der für sie zustän­digen Kartenstelle unverzüglich, spätestens bis zum 1. November 1941 einzureichen. Die Kartenausgabe­stelle stellt bis spätestens 8. November 1941 Bezug­scheine überKaffee" aus.

Die Verteiler haben durch Aushang darauf hin^u- weifen, daß Vorbestellungen bis zun» 25. Oktober 1941 bei ihnen entgegengenommen werden.

Gießen, den 18. Oktober 1941. 4341D

Für die Landräte der Landkreise Alsfeld, Büdingen, Friedberg, Gießen und Lauterbach sowie den Ober­bürgermeister der Stadt Gießen:

Der Landrat des Landkreises Gießen: Dr. Lotz.

Bekanntmachung.

Wegen Vorbereitungen zur Ausgabe der Dritten Reichs kl eiderkarte bleiben die Bezirksgeschäftsstellen des Wirtschaftsamtes für einige Tage geschlossen.

Anträge auf Ausstellung von Bezugscheinen tön« icn zur Zeit nicht entgegengenommen werden.

Gießen, den 21. Oktober 1941. 4355D

Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen.

Wirtschaftsamt.

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