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Häfen einzuschließen, so kommt um so weniger Ja-

oan gegenüber eine solche Maßnahme in Frage für bie Vereinigten Staaten mit der unendlichen Weite

stosse werden dem Jnselreich über die wirtschaftliche Abschnürung hinweghelfen, die von seinem Gegner immer stärker durchgeführt wird. Was ihm weiter hauptsächlich fehlt, ist Oel, dessen Anlieferung aus Borneo ihm sowohl die Engländer wie die $)cb länder versagen. Daß Japan jetzt diesem Oelgebiet so naherückt, ist den Engländern ganz besonders schmerzlich.

Die Londoner Regierung hat mit energischen Maßnahmen gedroht. Sie will u. a. Thailand schützen", aber Vertreter der dortigen Regierung haben rundweg erklärt, daß sie sich durch die japa­nische Besetzuna Jndochinas in keiner Weise bedroht ühlen. Dann sollen die Besatzungen der Malaien- taate verstärkt werden, Australien, Neuseeland ollen neue Kontingente schicken. Vor allem aber ollen die Vereinigten Staat en helfen. Dor­tige rabiate Politiker sind gern bereit dazu. Man müsse die Japaner von der Erde vertilgen, hat der Abgeordnete Ellis erklärt, und der Senator Pepper machte den Vorschlag, die Vereinigten Staaten und die britische Flotte müßten die japanischen Kriegs­schiffe in ihren Häfen blockieren. So etwas ist leicht gesagt. Aber Japan verfügt nach dem Stande vom 1. November 1940 über eine Flotte von ungefähr 10 Schlachtschiffen, 11 Flugzeugträgern, 41 Kreu­zern, 112 Zerstörern, 60 Unterseebooten und den nötigen Hilfsschiffen. Eine solche Riesenflotte im Zeitalter der Unterseeboote und Bombenflugzeuge zu blockieren, ist ausgeschlossen. Wenn schon das der deutschen Küste so nahe England aus guten Grün­den nicht gewagt hat, unsere kleine Flotte in ihren

hrer rückwärtiaen Verbindungswege. Beträgt doch allein die Entfernung von Pearl Harbour, dem amerikanischen Flottenstützpunkt auf den Hawai-Jn- ieln, bis Yokohama mehr als 3000 Seemeilen, das st ungefähr so weit wie von Southampton bis Reupo'rt.

Noch phantastischer ist der amerikanische Dor- chlag, den Engländern Landungstruppen nach Sin­gapur zu schicken. Nach englischen Angaben gehören '.um Transport einer einzigen Infanterie-Division von 19 000 Mann mit Zubehör 31 Schifte mit 228 000 BRT. Das Gewicht des erforderlichen Nach- chubs wird auf monatlich 0,5 Tonnen je Mann ge- chätzt. Ein starkes amerikanisches Expeditionskorps würde also ganze Flotten von Handelsschiffen zum Transport und Nachschub benötigen. Diese Flotten müßten folgenden Weg zurücklegen: Don Pearl Har­bour bis zu den Philippinen 4000 Seemeilen, von den Philippinen bis Singapur 2000 weitere See­meilen.Auf der großen Entfernung zwischen Pearl ')arbour und den Philippinen sind zum Anlaufen lediglich die dürftigen Atolls einiger öder Korallen- nseln verfügbar und die Marianen-Jnsel Guam, hie jetzt befestigt wird, aber stets unsicher bleibt, da bie nahen übrigen Inseln dieser Gruppe ebenso wie die südlich davon liegenden Karolinen fest in japa­nischer Hand sind. Man versteht, daß japanische Fachleute amerikanische Pläne der geschilderten Art als völlig aussichtslos bezeichnen. Die japanische Regierung hat in loyaler Weise erklärt, daß sie Konflikte zu vermeiden wünsche. Sucht England Konflikte mit dem Jnselreich, so wird es sich im wesentlichen auf seine eigene Kraft verlassen müssen. Oie freie Entwicklung Japans Erklärungen des japanischenAußenministers

Tokio, 20. Okt. (DNB.)Die Ehre des Reiches des Tenno muß unter allen Umständen verteidigt werden", so erklärte am Montag in einer Rund­unkansprache Außenminister Togo. Das endgül- iqe Ziel liege in der Aufrechterhaltung und För- derun^ des Weltfriedens, so sagte Togo weiter, was ober die Existenz Japans und seine Ehre angehe, o müßten die Japaner äußerst entschlossen ihr Land Fis zum Tode verteidigen und ihre historische Mis- ion erfüllen. Japans Diplomatie müsse deshalb n einer Einheit zwischen Außen- und Lehrpolitik geführt werden und zum mter- pationalen Frieden beitragen. Aufgebaut auf Ge- echtigkeit und Realpolitik werde die japanische Uußenpolitik die freie Entwicklung Ja- P on 9 durchsetzen. Wenn Japan . die gegen­wärtigen Prüfungen bestehe, werde seine Zukunft troig sein. . . .

Der neue Marineminister Admiral S ch i m a o a rklärte in einer kurzen Rundfunkansprache an die Nation, daß die japanische Flotte bereit if, nicht nur den China-Zwischenfall zu regeln, son- lern auch jeder Veränderung in der Lage, vor die ich Japan gestellt sieht, Rechnung zu tragen.

Kann Grunelins

Roman von Guiöo Brant

6. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Zweimal hatten sie bis jetzt eine Zwischenlan. düng vorgenommen, um neuen Betriebsstoff, aufzu- tehmen, dem Motor eine Pause zu gönnen und im sich selbst zu erholen von den wie ein Sturm vuf sie eindringenden Stunden des Schauens und krlebens. Vom Meruberg, westlich des Kiliman- d'charoqebirqes über Nairobi, Jubale nach Khar- im war es ein Weg über rätselhafte Urwalderde tnb trostloseste Steppe, in Dämmerungen unklar- ier Sicht. Von Khartum aus hatten sie einen tfunü= l»ruch mit den italienischen Behörden m Kusra inb Tripolis gewechselt und auf IMT ihre schon seit lcngem angekündigte Ankunft gemeldet. Niemand ton den englischen Beamten konnte sich unter den seltsamen Kennbuchstaben K G 23 G M 28 etwas

torstellen -

Ein wissendes Lächeln umspielte Karins Lippen, c'9 Mr. Brewster sein fassungsloses Gesicht über bis Telegramm beugte, das er weiterleiten foule. Gr bat um Dechiffrierung.

Hören Sie gut zu, Mr. Brewster! erklärte Günther mit leichter Ironie.Kann Grunelms, d^eiundzwanzig Jahre alt, Günther Merck, achtun zwanzig. Das ist das ganze Geheimnis. Defnedigt Außerdem sind wir verlobt und gedenken nach> un» hrer Rückkehr zu heiraten. Wir hoffen Sie dann noch anzutreffen, was uns sehr freuen wur lliicht wahr, Karin?"

Sekundenlang ließ das Mädchen ihre schmalen Ginger auf Günthers Handrücken liegen, als muffe e- spüren, daß sie ihm durch einen ungeheuren Strom liebenden Gefühls danken wollte Anderseits toer suchte sie seine nervös-hernsche Art zu befans titzen. In dem gleichen Maße, in dem er tromsch nurde, verlor er seine Ruhe. Er trommelte schon erregt auf der kunstvoll geschnitzten Zedernholzplatte b-s Tisches den Takt eines Songs den draußen it der heißen Sonne ein englischer Soldat gelang.

"KÄÄ*

stmmung. Es war nicht so sehr die lange Der

Aus der Stadt Gießen.

Dollkornbrot ist Dolksbrot.

Bei schwarzem Brot leidet man keine Not", sagt ein altes Sprichwort, in dem, wie gewöhnlich, eine bewährte Erfahrung unserer Vorfahren steckt. Und Schrotbrot is gvd Brot", sagt man auf plattdeutsch. Schwarzbrot ist für den Magen, Weißbrot fürs Auge!" lautet eine andere Volksweisheit; und noch manch anderer Wahrspruch ließe sich aus unserem Sprichwörterschatz für die alte Erkenntnis anführen, daß vollwertig ausgenutztes Brotgetreide bestes Nährbrot bietet. Es ist eine in hygienischer und wirtschaftlicher Hinsicht nicht mehr gutzuheißende Mode man kann auch Unsitte sagen, das Korn allzufein auszumahlen. Dieses blütenweiße Aus­zugmehl mag sich für gewisse Kuchensorten, auch für Krankenkost gut eignen, aber für die Verwendung als tägliches Brot kommt es nach den Beobachtun­gen unserer Aerzte, die durchaus mit jenen alten Volkssprichwörtern übereinstimmen, nicht mehr in Betracht.

Der Hygieniker Professor Dr. Kollath beispiels­weise sagt lapidar:Je feiner das Mehl ausge­mahlen ist, desto unwirksamer ist es biologisch"; das bedeutet: desto weniger nutzbringend ist es für den Körperaufbau. Der Grund ist darin zu sehen, daß das weiße Auszugmehl viel ärmer an Eiweiß, Mi­neralien und Vitaminen ist als das stark kleiehaltige dunklere Grobmehl. Und der gleiche Hygieniker er­klärt als bemerkenswerte Tatsache knapp und klar: Bei Vermahlung des ganzen Kornes wird der serment- und vitaminreiche Keimling mitgemahlen und gelangt ins Mehl"; hingegen wird bei sorgfältig ausgeschiedenen Kleien eben der Wertteil des Ge­treides der menschlichen Nahrung entzogen und ge­langt als Kleie bestenfalls ins Viehfutter. Noch un­günstiger liegt es, wenn das Brotmehl nicht aus dem vollen Korn, sondern aus demgespitzten Korn" ermahlen wird.Gespitzt" nennt man solches Getreidekorn, dem in einem Vorverfahren der Keim­ling weggenommen wird; es geschieht das manch­mal, weil die Fermente des Keimlings das Mehl nicht allzulange lagerfähig erhalten, sondern zu früherem Verderb bringen. Dieser letztere Uebel- stand läßt sich aber sehr einfach dadurch abstellen, daß man eben nicht Mehl, sondern Korngetreide lagern und das benötigte Mehl aus dem Vorrats­getreide nicht allzulange vor dem Verbacken er­wählen läßt. Das ist auch deshalb zu empfehlen, weil Getreide in unseren neuzeitlichen Silos sich viel besser aufheben läßt als Mehl, das gegen Feuch­tigkeit und Gerüche empfindlich ist und leicht dumpf wird. Es empfiehlt sich also die altbewährte bäuer­liche Methode, Mehl kurz vor dem Verbacken nicht stark auszumahlen und ihm weitgehend die Kleie zu belassen. Dann erhält man ein nahrungswichtiges Brot, das mit Recht Vollkornbrot genannt wird. Vollkornbrot ist im besten Sinne des Wortes Voll­brot, weil es dem menschlichen Körper die vollwer­tige Brotnahrung darbietet.

Vollkornbrot ist aber auch Dollnutzbrot. Diese vollwertige Ausnutzung des Brotgetreides vermehrt nämlich unseren Ernteertrag mengenmäßig um viele Prozente. Also haben wir gerade im Kriege ein besonderes Interesse daran, Vollkornbrot zu verzehren. Das überfeine Ausmahlen hat ja nicht nur eine Minderung des Nährwertes der Brote zur Folge, sondern bedeutet geradezu eine Ver­schwendung des Mahlgutes! Wer also der Volks­gemeinschaft sparen helfen und zugleich kräftiger essen will, der sollte vorwiegend Vollkornbrot ver­zehren. Dann langt's noch länger!

In diesem Zusammenhänge ist auch darauf hinzu­weisen, daß allzu frisches Brot nicht in dem vollen Sinne nahrhaft, ja oft sogar unbekömmlich ist. Schon der Volksmund sagt:Altbrot bekommt god" und anderseitsNeubacken Brot ist auf der Hand ein Pfund und im Magen ein Lot"; denn eshält nicht vor". Auchverschneidet" es sich viel schneller als gelagertes Brot, und somit behält der alte Spruch seine Geltung, der da besagt:Alt Braut (Brot) un bröget (trockenes) Holt (Holz) helpen hushalten!" V. A.

Dornsstzen.

Tageskalender für Dienstag.

Stadttheater: 19 UhrLiebe in der Lerchengasse". Gloria-Palast, Seltersweg:Komödianten". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Siebe) Männer und Harpunen". Oberhessischer Kunstoerein: 17 bis 18 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.

zögerung der Verbindung mit Kufra und Tripolis, obgleich Karin Mr. Brewster in Verdacht hatte, die Verschleppung künstlich herbeigeführt zu haben. Günther ärgerte sich vielmehr über die Behandlung, die er von selten der Engländer erfuhr.

Es war gewiß nichts Alltägliches, wenn jemand feinen Weg aus dem Innern Afrikas über Khar­tum nahm, um nach Europa zu fliegen. Abgesehen von den Expeditionen, die sich schon monatelang vorher angesagt hatten, flogen Privatflugzeuge diese Station überhaupt nicht an. Günther hatte also wohl erwartet, man werde ihn mit stürmischer Be­geisterung empfangen. Aber über die formelle Begrüßung, die übliche luftpolizeiliche Formalität hinaus, nahm man kaum Notiz von ihm.

Karin hatte zwar bei dem einen ober anberen den Einbruch baß er gern ben Flug Mercks wenig­stens als sportliche Leistung gewertet hätte, baß ihn aber eine ausgezeichnete Regie baran hinberte, sich zu äußern.

In kurzen Abstänben schoben bie Männer die Shagpfeifen von einem Munbwinkel in ben anberen unb gelobten:Well! Wir werden für Sie tun, was ^Karin^hatte das Gefühl, daß der weiße Glast der Wüstd zu Eis erstarrte, als sie diese Begegnung sah.

In ihrer Feinfühligkeit, mit der sie in den Seelen anderer Menschen lesen konnte, entdeckte sie blitz­artig die große Enttäuschung Günthers und suchte ihn abzulenken. Dom technischen Personal her schien mehr Verständnis und Bewunderung zu kommen. Aber jetzt war es wiederum Günther, der die Hal­tung der englischen Offiziere durch frostige Unnah­barkeit und heftig fordernde Sprache übertrumpfte. ®r übersah bewußt, daß er bei den anderen nur einem starren, vom heißen Wüstensand ausgetrock­neten Lächeln begegnete. Vielleicht, weil er wußte, daß sie ihn tagelang mit Ausreden über klimatische Schwierigkeiten, erfundenen Nachrichten über Sand­stürme oder Heuschreckenschwärme, funktechnischem Versagen festhalten konnten. Die Strecke von Khar­tum über die libysche Wüste, innerhalb der es auf fast zwölfhundert Kilometer bei einem V-rsagen feiner Maschine keine Hilfe gab, also nur sicheren Tod bei einer erzwungenen Frühlandung, war ge­wiß keine Kleinigkeit.

Erst gegen Nachmittag kam die Verbindung zu­stande. Günther beschloß, kurz vor Sonnenuntergang

Germanische Schilde.

Zur 2. Reichsstraßensammlung für das Knegs-WHW. 1941/42.

Am kommenden Samstag und Sonn­tag, 26. Oktober 1941, wird die 2. Reichs- straßensammlung für das Kriegs-Winterhilfs- werk 1941/42 auch in unserem Gaugebiet durchgeführt. Es sammeln die Männer der SA., jf, des NSKK. und des NS.-Flieger- korps, unterstützt durch die Politischen Leiter. Zum Verkauf gelangen Abzeichen, die alte germanische Schilde darstellen.

Der Schild tritt schon bei den Urgermanen in der Bronzezeit auf, und zwar in kleiner, runder Gestalt, aus Holz oder Leder gearbeitet; aber nur wenn er mit einem Ueberzug aus Bronzeblech ver­sehen war, ist uns seine Form erhalten geblieben. Getriebe Buckel und Rippen dieser Bronzebleche zeigen die Darstellung der Sonnenbahn (Troja­burg), oder das vierspeichige Sonnenrad, ein Sinn­bild der Welt.

Neben diesen Rundschilden finden wir feit dem 1. Jahrtausend unserer Zeitrechnung auch rechteckige Schilde, wie sie die Gimbern bei ihren Schlittten- fahrten an den Alpenhängen benutzten, ovale, wie sie besonders für die Sweben nachweisbar sind, und sechseckige, wie sie aus den Darstellungen der Mar- kusfäule und der Halberstädter Elfenbeintafel aus dem 5. Jahrtausend unserer Zeitrechnung Vorkom­men. Jetzt, in der Eisenzeit, sind die Schilde aus LindenholH gefertigt und mit einem länglichen Holz­buckel versehen. Später werden die einzelnen Lin­denholzbretter durch einen eisernen Schildrand zu­sammengehalten, und auch der Schildbuckel wird aus Eisen und in runder Form mit einer scharfen Spitze zum Rammen des Feindes hergestellt.

Im Gegensatz zum länglichen westgermanischen Schild ist bei den Ostgermanen der runde Reiter­schild häufiger. Aber auch die Westgermanen ge­brauchen die runde Form. Wir finden sie im 7. Jahrhundert bei den Thüringern. Häufig werden die Spangen, die die einzelnen Schildbretter Zusam­

menhalten, in reizvollen Mustern angeordnet, wie wir das bei dem altschwedischen Schild von Vals- gärde sehen. Sie haben, wie die Muster der bronze­zeitlichen Schilde, sinnbildliche Bedeutung. Auch auf fränkischen, thüringischen und gotländischen Schil­den kommt das Hakenkreuz oder der Sonnenwirbel als Sinnbild der sich bewegenden, lebenspendenden Sonne vor. Ursprünglich waren diese Schilde bunt gemalt.

Jedes Geschlecht hatte ein besonderes Sinnbild auf seinem Schild, aus dem später das Wappen entstand. Deutlich wird diese Entwicklung gegen Ende der Wikingerzeit, als der Schild von der runden, vorgeschichtlichen Form zu der zugespitzten und heute als Wappen geläufigen Form überging. Mit solchen Schilden, die mit Greifen, Orbenskreu-

Derdunkelungszett

21. Oktober von 18.13 bis 7.55 Uhr.

zen und anderen Sinnbildern geschmückt waren, er­oberten die Normannen im Jahre 1066 England, wie die Darstellungen von Bayeux-Teppich zeigen. Im zwölften Jahrhundert finden wir zum ersten- mal in alten Bilderhandschriften den Schild mit dem Reichsadler als Symbol des Deutschen Reiches abgebildet.

Mit der nationalsozialistischen Revolution ist zu diesem alten Reichssymbol bas noch ältere germa­nische Sonnensymbol, das Hakenkreuz, getreten, das mir schon auf alten, germanischen Schilden finden.

Diese germanischen Schilde sollen uns bei der 2. Reichsstraßensammlung des KWHW. 1941/42 daran erinnern, daß wir für ein Jahrtausende altes Erbe Deutschlands und Europas kämpfen, das un­sere germanischen Vorfahren mit Schwert und Schild errungen und verteidigt haben.

Dem Andenken der Neuberin.

Oer Aavaria-Film »Komödianten'' im Gloria-Palast.

Was hier, mit hohen Prädikaten ausgezeichnet, als Spielfilm an uns vorüberzieht, darf zugleich, in besonderem Sinne, auch ein Kultur-Film genannt werden: er ehrt das Andenken einer Frau und Künstlerin, der das deutsche Theater bis auf den heutigen Tag zu tiefem Danke verpflichtet ist, der Karoline Friederike Neuber, geborenen Weißenborn, aus Reichenbach im Vogtland (1697 bis 1760). Was der Professor Gottsched in Leipzig (auch dessen Schat­ten wirb hier beschworen) für die deutsche Dichtung bedeutet, baran erinnert sich wohl der eine oder andere aus der Literaturgeschichte; was er rein theoretisch vertrat, hat die Neuberin praktisch ver­fochten und mit dem Einsatz ihrer ganzen starken Persönlichkeit ein Leben lang leidenschaftlich durch­gekämpft und endlich zum Siege geführt. Davon weiß ber Durchschnittstheaterbesucher heute in Deutschland nur noch wenig oder nichts. Dem Film gebührt das Verdienst, die fortwirkende Leistung der Neuberin dem Volke in einleuchtender Form vor Augen geführt zu haben. Sie hat, alsPrin- zipalin" der seinerzeit berühmten Neuberschen Theatertruppe oderBande", einen unbestechlich- hartnäckigen Kampf um die Reinheit und Würde der Schaubühne geführt, vor allem den pöbelhaft-un­flätigen Hanswurst aus ihren Stücken verbannt und symbolisch verbrannt, sie hat dem deutschen Theater, vornehmlich der deutschen Klassik die Wege geebnet. Das Motiv ist von Axel Eggebrecht, Walter von Hollander unb G. W. Pabst (nach dem RomanPhiline" von Olly B o e h e i m) ge­schickt gestaltet, würde aber an sich kaum für bie Handlung eines Films von solcher Länge ausgereicht haben: die Einführung der jungen Philine diente nun aber nicht nur als bequemes Zugeständnis und zur Belebung der Fabel mit einer Liebesgeschichte, sondern auch dazu, Fäden zur Herzogin Amalie von Weißenfels und zum Herzog Ernst Biron von Kurland zu spinnen. Wie weit dessen Be­ziehungen (der in der Geschichte Münnichs eine Rolle svielt) zur Neuberin historisch sind, bleibe dahingestellt; wesentlich erscheint aber, daß von hier aus die Bedeutung der Neuberin noch von einer an­

deren Seite her belichtet wird: der Film zeigt sehr handgreiflich die unmögliche soziale Bewertung der Komödianten" noch im 18. Jahrhundert und zeigt auch, was der deutsche Schauspielerstand wiederum der Neuberin und ihrem Eintreten für feine Würde und für seine soziale Gleichberechtigung verdankt.

Das kommt unter der kulturgeschichtlich farbig belebten, kräftig zupackenden Spielleitung von G. W. Pabst sehr schön und gemeinverständlich heraus; auch was-die Figur des Hanswurst, selbst im ernsten Drama, heute kaum noch vorstellbar, damals be­deutete. Käthe Dorsch ist die Neuberin: eine wundervolle Rolle für sie; sie gestaltet wirklich die große Frau und bie große Künstlerin, von der Biron einmal spricht, und sie gibt mit bem vollen Einsatz ihrer reichen, im edelsten Sinne komödian­tischen Mittel das Bild einer reifen, weiblich- kämpferischen Persönlichkeit, die mit hohem Können und reiner Leidenschaft dem deutschen Theater ge­dient hat. Hilde Krahl spielt klar und aufgeschlossen die junge Philine, Henny Porten fein und sym­pathisch die den Anschauungen ihrer Zeit und ihres Standes, aber auch der Einsicht ihres Herzens und ihrer Menschenkenntnis verpflichtete Herzogin. Lud­wig Schmitz ist, recht kennzeichnend, der derbe, in mehrfacher Hinsicht bebenfenlofe Hanswurst. Richard Häußler, sehr nobel als der junge Armin,

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zu starten und die Nacht im Blindflug zu ver­bringen. Die damit verbundene Anstrengung war ihm lieber, als noch ein paar Stunden Gemeinschaft mit den Engländern.

Mit einem heftigen Ruck nahm Günther seine Papiere, die man bis dahin aufbewahrt hatte, an sich. Für den Beamten hatte er weder ein Wort des Dankes noch des Abschieds übrig. Um aber die Situation einigermaßen zu retten, tat Karin etwas, was sich spielerisch unabsichtlich ausnahm, aber sehr berechnet war.

Erschrocken streifte sie seinen Arm und fragte mit kindlicher Verwunderung, ob er nicht wüßte, wo sie ihren Talisman, einen kleinen vergoldeten Buddha aus Ebenholz, hingetan hätte. Es schien in diesem Augenblick für sie die wichtigste Angelegenheit von der Welt zu sein. Günther sah sie an, als zweifelte er an ihrem Verstand. Fünfzehnhundert Kilometer von der Farm feines Vaters am Meru entfernt, zweitausend noch bis zur Küste Italiens, ein Weg, auf dem man einen Kontinent überquerte ... und ausgerechnet hier fragte sie nach diesem Stückchen Holz! Als ob es keine größeren Sorgen gäbe! Viel­leicht sollte man noch einmal zurückfliegen nach Merckhof, wie?

Karin preßte glücklich ihre Handtasche an sich, in der sie den Buddha wußte. Günthers Antwort, sein ironisches Lachen quittierte sie mit einer stummen dulderischen Geste, als sei sie überzeugt davon, daß sie sich dumm benommen hätte. Die Hauptsache für sie war, daß Günther von dem englischen Beamten abließ. Mit stürmischen Bewegungen verließ er bas gelbe Stationsaebäude. Kaum daß er den Vorüber­gehenden einGood bye" zurief oder auch nur Rück­sicht nahm auf Karin, die dem Monteur ein paar Schillinge in die Hano drückte.

Die Maschine glich einem großen, weißen, selt­samen Vogel. Der langgestreckte Motor nahm sich wie ein kühnes Gesicht aus, bas sich zwischen den beiden Flügeln wie zwischen Schultern vorreckte, lieber dem Boden flimmerte noch, schmerzhaft für unbewehrte Augen, bas Glühlicht ber Sonne. Die heiße Luft strömte sichtbar von ben kantenlosen Flächen ber Maschine auf, als züngelten Tausenbe von burchsichtigen Flammen über ihren Leib.

Mit verbissenem Munb, hemmungslos feinen 2Ierger zeigenb, bestieg Günther das Flugzeug. In

rasendem Sprung setzte der Propeller an. Der Motor lief bald auf höchsten Touren. Er zog die Glashaube mit einem knirschenden Ruck nach vorn und gab bas Zeichen, baß er bereit sei.

Die Startblöcke flogen zur Seite, ber Polizeioffi­zier senkte bie Flagge. 2)em Strom einer Winb» maschine gleich bog ber Propeller das nieder Gras des Flugplatzes und riß eine Wolke trockenen Sandes hoch, so daß bie wenigen Menschen unb bie Gebäube halb unsichtbar würben.

Die Stabt zerftel wie ein Banb hinter ihnen. Vor ihnen begann auf hundert Kilometer Sicht die un­endliche Wüste, die große Ungewißheit.

Wie in einem Traum schon verwischte sich dieser Start in Karin mit dem ersten Aufstieg in Merckhof. In immer durchsichtiger werdenden Gedanken und immer substanzloser sich bewegenden Vorstellungen, denen sie in ihrer Müdigkeit keinen Halt mehr geben konnte, schien bas grüne Leuchtzifferblatt ber Bord­uhr wie die rote Laterne hin und her zu schwingen, mit ber Kamante, ber schwarze Diener unb Betreuer bes Flugzeuges, bie Maschine aus ber kleinen Halle auf ben Startplatz lenkte. Ein aufgeregtes Geschrei, ein turbulenter Gesang erfüllten bas morgenbliche Dunkel. Dann brüllten bie Motoren auf, wie da­mals, als das Schicksal sie wie mit einem unzerreiß­bar scheinenden Band aneinanderschloß.

Karin mußte tatsächlich geschlafen haben. Die Mor­gendämmerung schien schon durch die Glashaube herein, als sie wie aus einem Traum aufwachte unb Günthers Hanb ganz warm auf ihrem Arm spürte. Verwirrt sah sie sich um und begegnete einem mitleidigen Lächeln in Günthers Gesicht. Guten Morgen, Karin! Gut geschlafen?"

Sei mir nicht böse, Günther!" bat sie. Ein leichtes Frösteln überlief sie. Morgendliche Kälte hatte einen zarten Hauch über bas gläserne Dach gelegt, lieber ihr ftanb ber Himmel noch in dunklen Farben, aber im Osten quoll wie aus einem Krater die Sonne hinter blutroten Wolken hervor. Kaum daß man auf der Erbe etwas erkennen konnte. Sie schwamm noch in violetten, bläulichgrünen Tönen bes auf- fommenben Tages, ber ihr hier oben schon ent­gegenstrahlte.

(Fortsetzung folgt.)