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S.Jt.-'fpoit

Gießener Siege bei der Offenbacher Ruder-Regatta. Auf der 21. Offenbacher Ruderregatta, verbunden mit einer reichsoffenen HJ.-Regatta, fah man eine Reihe spannender Rennen, bei denen die mainischen und westdeutschen Mannschaften die Hauptrolle spielten. In den erstklassigen Rennen kam die Frank­furter RG. Germania zu einem Doppelerfolg; sie gewann den Vierer o. St. und den Zweierohne". Im Kriegs-Achter war der ARC. Rhenus Bonn vor dem -Würzburger RV. erfolgreich. Aus der Ergeb­nisliste verzeichnen wir:

HI. -An f.-- Gig-Vierer m. St.: 1. 3t.: 1. Gießener R G., 3:32; 2. Wiking Offenbach, 3:35,2; 3. RTG. Groß-Auheim, 3,39; 2. 3t.: 1. Ger­mania Frankfurt, 3:32,4; 2. Weisenauer RV., 3:38,0; 3. Hanauer RG. 79, 3:39,8; 3. 3t.: 1. Mainz-Kasteler RG. Germania, 3:44,0; 2. Borussia Frankfurt, 3:47,8; 3. Frankfurter RG. Fechenheim, 3:54,6.

HI.-Z w e i t er° V i ere r m. St.: 1. 3t.: 1. Wi­king Offenbach, 3:37,0; 2. Offenbacher RV., 3:43,2; 2. 31: 1. Gießener 3t©., 3:37,8; 2. Hanauer RG., 3:37,8.

Fußball-Rundschau.

Die Fußball-Ausbeute war am gestrigen Sonntag nickt allzu groß. Im Tschammerpokalwettbewerb gab es noch einige zur ersten Schlußrunde zählende Begegnungen, die interessant verliefen. Rot-Weiß Frankfurt schaltete den Mittelrheinmeister VfL. 99 Köln im Wiederholungsspiel mit 3:0 (1:0) aus und wird nun in der nächsten Runde vom FV. Metz er­wartet. Der vorjährige Pokalsieger Dresdner SC. warf den LSV. Wurzen aus dem Rennen, der so bekannte Mannschaften wie VfB. Leipzig, Fortuna Leipzig und BC-Hartha ausgeschaltet hatte. Mit 4:1 (2:0) landete der D. SC. einen klaren Sieg. Das Wiederholungsspiel zwischen dem Niederrheinmeister TuS. Helene Essen und Westende Hamborn, die sich vor acht Tagen in Hamborn unentschieden getrennt

hatten, gewann Westende mit 4:2 (1:2), so daß nun 7 Bereichsmeister ausgeschieden sind.

Von den übrigen Spielen ist der Vergleichskampf zwischen Schlesien und Sudetenland in Bielitz zu erwähnen, den die Schlesier knapp mit 4:3 (2:2) ge­wannen. Schalke 04 bestritt in Braunschweig ein Freundschaftsspiel gegen dieEintracht" und ge­wann mit 8:0. Am kommenden Samstag sind die Knappen" bei der Frankfurter Eintracht zu Gast. Spannend verlief der Freundschaftskampf zwischen Dessau 05 und Dresdner SC., den der Sachsen- meister nur knapp mit 3:2 gewann.

Um den Aufstieg in Hessen.

Bei den Aufstiegskämpfen zur hessischen Fußball- Bereichsklasse hat sich in der Südgruppe Germania Nieder-Rodenbach eine klare Führung erkämpft, denn auch im zweiten Heimspiel, in dem Reichsbahn Bad Homburg der Gegner war, wurde mit 5:0 (2:0) ein sicherer Sieg errungen. In der Nordgruppe, wo sich SG. Petersberg und VfL. 1860 Marburg im Rück­spiel 3:3 (1:2) trennten, liegt weiter der BV. 06 Kassel in Front. Die Tabellen:

Gruppe Süd.

1. Germ. Nieder-Rodenbach 2

2. Wetzlar 05 1

3. Reichsbahn Bad Homburg 1 Gruppe Nord.

1. BV. 06 Kassel 2

2. VfL. 60 Marburg 3

3. SG. Petersberg 3

9:2 4:0

2:4 0:2

0:5 0:2

7:4 3:1

10:8 3:3

5:10 2:4

Wiener Fußballsieg in Paris.

Die Fußballelf der Wiener Luftwaffe fand am Sonntag in der Pariser Soldatenelf einen nur sehr schwer zu schlagenden Gegner. Dor 13 000 Zuschau­ern gab es im Prinzenparkstadion einen recht harten Kampf, den die Wiener knapv mit 4:3 (2:2) ge­wannen. Das Spiel war durchaus offen. Entschei­dend war, daß sich die Wiener stärker als ihre Gegner einsetzten.

Gebiets- und SbergauMisterschaflen von Heffen-Aaffa».

Gebiet unt> Obergau Hessen-Nassau richteten am Sonntag in Rüsselsheim ihre Meisterschaftskämpfe im Schwimmen aus. Unter guter Beteiligung wur­den in einigen Wettbewerben vielversprechende Lei­stungen erzielt. Der erfolgreichste Schwimmer war Gunter K a r o h (Bann 81/Frankfurt a. 3)1.), der sich neben den drei Kraulmeisterschaften auch den Sieg über 100-m-Rücken sicherte. Die Ergebnisse:

Hitle^r- Jugend: 100-m-Kraul: Gunter Ka- roß (Bann 81) 1:07,2; 200-m-Kraul: Karoß 2:49; 400-m-Kraul: Karoß 6:08,8; 100-m-Rücken: Karoß 1,21; 200-m-Brust: 1. Willi Werner (Bann 287) 3:08,3; 2. Horst Weickert (81) 3:12; 3. Günther Kund (287) 3:13,2; 100-m-Brust: 1. Willi Werner (287) 1:26,3; 2. G. Dams (118) 1:26,4; 3. G. Kund (287) 1:27; Kunstspringen: 1. Fritz Bug (Bann 81) 76,80; 2. ©Untermann (115) 72,21; 3. Schnell (81) 69,26; Turmspringen: 1. Fritz Brembach (81) 51,50; 2. Bug (81) 43,84; 4X100-m-Kraul: 1. Bann 118 5:15,1; 2. Bann 115 5:21,8; 4X200-m-Brust: 1. Bann 287 13:19,4; 2. Bann 116 13:59,8; Lagenstaffel: 1. Dann 81 5:56,5; 2.Bann 287 5:57; 3. Bann 118 6:06,4.

B D M.: 200-m-Brust: 1. Ingrid Nittka (Unter­

gau 98) 3:11,8; 2. Elli Werner (287) 3:28,6; BDM.° WerkGlaube und Schönheit": 1. Verane Wupper (115) 3:39,2; 2. Helga Fischer (80) 3:42,8; 100-m- Rücken: 1. Waltraud Engraf (115) 1:35,4; 2. Gisela Wagner (287) 1:36,6. BDM.-Werk: 1. Hilde Schmidt (81) 1:34,8; 100-m-Kraul: 1. Ulla Lehmann (118) 1:19,8; 2. Margot Keck (80) 1:22,6; 3. Gisela Wag­ner (287) 1:25; BDM.-Werk: 1. Hilde Schmidt (81) 1:21; 2. Liesel Winter (81) 1:30,6; 100-rn-Brust: 1. Ingrid Nittka (98) 1:29,4; 2. Ilse Runk (116) 1:36,8; 3. Ruth Küppers (166) 1:37,7; 400-m-Kraul: 1. Angelika Raedche (287) 6:12; Kunstspringen: 1. Hilde Voigt (81) 57,70 Pkt.; BDM.-Werk: 1. Helma Ott (166) 50,13.; 2. Ria Für­stenfeld (115) 46,44 Pkt. 3 X 100-m-Kraul: 1. Unter­gau 115 4:08,4; 400-m-Lagenstaffel: 1. Untergau 287 6:32,9 Min.

Am erfolgreichsten war somit Bann (Untergau) 81 Frankfurt mit 7 Gebiets- und 3 Obergau-Mei­sterschaften, vor Offenbach (287) mit zwei Gebiets- und 2 Obergaumeisterschasten, Darmstadt (115) mit einer Gebiets- und 3 Obergaumeisterschaften, Worms (118) mit je einer und Hanau (98) mit den zwei Meisterschaften von Ingrid Nittka.

Borussia Fulda in Gießen mit 4:1 geschlagen.

Die beiden Mannschaften liefen in den angekün­digten Aufstellungen mit nur geringen Abänderun­gen ein. Bei Gießen fehlten Harnisch, Kraft I., die durch Lutter und Fett ersetzt wurden. Bei Fulda fehlte Gärtner. Das Spiel wurde, wenn man die Mannschaftsleistungen der Fuldaer betrachtet, nicht allen Erwartungen gerecht, die man in es gesetzt hatte. Die Fuldaer Borussen hatten sich offenbar das Spiel in Gießen als einen Spaziergang vorgestellt. So kam es, daß sie chr wahres Können erst in der zweiten Halbzeit zeigten, zu einer Zeit jedoch, in der die Gießener Hintermannschaft zu einem unüber­windlichen Bollwerk zusammengewachsen war. Bei etwas mehr Glück hätte das Resulatat noch ungün­stiger für die Borussen ausfallen können. Die Mann­

schaft der Gäste hatte in Grämlich, dem linken Läufer, sowie Schaffert und Huber ihre besten Leute. Bei der Gießener Mannschaft überragte das Schluß- drsieck mit dem als Stopper spielenden Möbs. Die Außenläufer zerstörten gut, ließen'jedoch im Aufbau zu wünschen übrig. Der Gießener Sturm war sehr gefährlich und ließ bei allen Aktionen den nötigen Druck nicht vermissen. Schiedsrichter Best konnte gefallen.

Spielverlauf:

Zur allgemeinen Ueberraschung sind es nicht die Fuldaer, dtt das Spielgeschehen eindeutig an sich reißen können. Sie spielen wohl gut zu, laufen in Stellung, können sich jedoch bei der Hintermann­schaft nicht durchsetzen. Demgegenüber ist die Gie­

ßener Mannschaft, wenn auch im Zuspiel unterlegen, in ihrer Spielweise gefährlicher, da alle Spieler sich mit aller Energie einsetzen. Als der Fuldaer rechte Verteidiger eine Ecke verschuldet, tritt Fett diese gerade vor das Tor. Der Fuldaer Tormann kann den Ball nur noch berühren. Ehmann, der die Lage erkannt hat, köpft kurz entschlossen ein. Nach diesem Tor erwartet man, daß die Fuldaer mehr aus sich herausgehen, dies ist jedoch nicht der Fall. Als Lutter im Strafraum gehakt wird, kann Fett den verhängten Elfmeter verwandeln. Auf der Gegenseite bringen zwei Ecken für Fulda nickts ein. Als der Gießener Tormann beim Herauslaufen den Ball nicht an sich bringen kann, hat Huber eine klare Torgelegenheit. Durch sein Zögern kann Räcker ihm den Ball noch vom Kopf weg zur Ecke drücken. Die dritte Ecke für die Gießener sollte auch das dritte Tor bedeuten. Wieder kommt der Ball zu Ehmann, der kurz entschloffen einschießt und damit die Halbzeitführung herstellt.

Nach Wiederbeginn haben die Borussen sich etwas voraenommen. Verwirrend läuft der Ball durch ihre Reihen, und nur dem überragenden Können von Möbs ist es zu verdanken, daß die Fuldaer zu kei­nem Erfolg kommen. Als Schaffert wieder einmal die Verteidigung durchbrochen hat, schießt er un­

heimlich scharf auf das Tor. Der Ball springt von der Torlatte an den zurückeilenden Verteidiger und von dort ins Tor. Weiter greifen die Borussen an. Huber jagt einen Strafstoß mit unheimlicher Wucht über die Latte Räcker kann dreimal hintereinander mit äußerster Mühe klären. Der Gießener Sturm kommt nur noch mit Durchbrüchen durch. Hierbei schießt Fett an die Latte. Auf der anderen Seite prallt ein Schuß des Rechtsaußen ebenfalls an. der Torlatte ab. Ueberraschend fällt dann das vierte Tor. Ehmann gibt den Ball uneigennützig zu Dreier, der aus zwanzig Meter Entfernung unhaltbar in die Ecke schießt. Trotz dieses Erfolges kämpfen die Bo­russen unentwegt weiter. Bei dem Bemühen um eine Verbesserung des Resultates vernachlässigen sie die Deckung und bei weniger egoistischem Spiel von Lutter hätte jetzt das Resultat höher geschraubt wer­den können.

Als der Schiedsrichter abpfeift, hat die Stadt­mannschaft einen verdienten Sieg errungen und be­wiesen, daß sie in ihrer augenblicklichen Form durch­aus in der Lage ist, größere Aufgaben zu lösen. Der große Beifall der zahlreich erschienenen Zuschauer am Schluß des Spieles dankte beiden Mannschaften für ihr gutes Spiel.

Die große Schau der Leichlachleten.

Glanzleistungen im Olympiastadion.

Der erste Tag.

Schon am ersten Tage der deutschen Leichtathletik- Meisterschaften, denen nachmittags im Berliner Olympiastadion rund 10 000 Besucher beiwohnten, wurde erneut der Beweis erbracht, daß die deutsche Leichtachletik auch im Kriege ihren hohen Leistungs­stand behauptet hat.

Der Samstag brachte neben zahlreichen Vor- und Zwischenkämpfen bereits in 14 Wettbewerben die Entscheidungen. Davon entfielen zehn auf die Män­ner und vier auf die Frauen. Die Meisterliste lautet:

Männer.

200-m-Lauf: Scheuring (Stuttgart), 21,8 Sek. 5000-m-Lauf: Raff (Oberhausen), 14:39,8 Min. 3000-m-Hindernis: Seidenschnur (Kiel), 9:18,4 Min. 4X400-m-Staffel: LSV. Berlin, 3:17,5 Min. 3X1000-m-Staffel: LSV. Berlin, 7:39,6 Min.

Kugelstoßen: Wollte (Berlin), 15,14 m. Hammerwerfen: Storch (Arolsen), 53,49 m. Hochsprung: Nacke (Jena), 1,94 m.

Dreisprung: Scheibe (Halle), 14,71 m.

Stabhochsprung: Glötzner (Weiden), 4,10 m.

Frauen.

200-m-Lauf: Blask (Berlin), 25,6 Sek. 80-m-Hürden: Peter (Oppeln), 11,7 Sek. Weitsprung: Schulz (Münster), 5,90 m. Speerwerfen: Plank (Nürnberg), 43,72 m. Ihre Titel erfolreich verteidigten lediglich Seiden­schnur (Kiel) im 3000-m-Hindernislauf, Nacke (Jena) im Hochsprung, Glötzner (Weiden) im Stabhoch­sprung und der Luftwaffen-SV. Berlin in den Staf­felläufen über 4X400 m und 3X1000 m. In allen übrigen Wettbewerben gab es neue Meister.

Dr. Luh (Gießen) Dietter lm Kugelstoßen.

Im Kugelstoßen kam es zu einem Zweikampf zwischen den Polizisten W ö l l k e und Trippe, in dem sich diesmal Olympiasieger W ö l l k e mit einem Stoß von 15,14 m behauptete. Der Titelver­teidiger, der vor Jahresfrist 16,31 m schasste, mußte mit einer nur wenig schlechteren Leistung (15,12 m) mit dem zweiten Platz vorlieb nehmen. Bongen (Berlin) und Dr. Luh (Gießen) stießen je 14,76 m dank der besseren Vorkampfleistung kam der Berliner ^-Mann aus den dritten Rang. Er­gebnis: 1. Wöllke (Berlin), 15,14 m; 2. Trippe (Berlin), 15,12 m; 3. Bongen (Berlin), 14,76 m; 4 Dr. Luh (Gießen), 14,76 m; 5. Jansen (Köln), 14,36 m; 6. Lampert (Litzmannstadt), 13,86 m.

Der zweite Tag.

Lagen schon am Samstag die meisten Sieger- leistungen über denen des Vorjahres, so war diese Feststellung auch bei einigen Wettbewerben des Sonntags zu machen, so beispielsweise in den Läu­fen über 1500 Meter, 10 000 Meter und 110 Meter Hürden, ferner in der 4X 100-Meter-Staffel (Män- ner und Frauen) und im Speerwerfen, wo der Sieger Berg beinahe die 70-Meter-Marke gemeistert hätte.

Den Kämpfen des zweiten Tages wohnten im Olympiastadion rund 20 000 Besucher bei. Zur Ent­scheidung standen noch elf Wettbewerber der Männer und fünf der Frauen. Nur in sechs Fällen konnten die Vorjahrsmeister wieder siegreich bleiben, und zwar Weltrekordmann H a r b i g über 800 Mettr, der Wiener Wotapek im Diskuswerfen, der L o- stger Berg im Speerwerfen, K a i n d l (München) über 1500 Meter, Gisela Mauermayer (Mün-, chen) im Kugelstoßen und im Diskuswerfen der Frauen. Die am zweiten Tag ermittelten Meister sind.

Männer:

100-Meter-Laus: Scheurig (Stuttgart) 10,8 Sek. 400-Meter-Lauf: Ahrens (Berlin) 49,3 Sek.

800-Meter-Lauf: Harbig (Braunschw.) 1:54,0 Mn. 1500-Meter-Lauf: Kaindl (München) 3:55,0 Min. 10000-Meter-Lauf: Syring (Wittenb. )31:00,4 Min. 110-Meter-Hürden: Zepernick (Berlin) 15,3 Sek. 400-Meter-Hürden: Fromm (Bad Tölz) 55,6 Sek.

4 X 100-Meter-Stcrffel: LSV. Berlin 42,7 Sek. Diskuswerfen: Wotapek (Wien) 47,58 Meter. Speerwerfen: Berg (Leipzig) 69,36 Meter. Weitsprung:.Luther (Berlin) 7,20 Meter.

Frauen:

100-Meter-Lauf: Kühnel (München) 12,3 Sek. 4X100-Meter-Stcrffel: SC. Charlottenb. 49,6 Sek. Diskuswerfen: G. Mauermayer (Münch.) 43,83 m Kugelstoßen: G. Mauermayer (München) 12,94 m Hochsprung: Eckelt (München) 1,54 Meter.

Becker (Gießen) Fünfter bei 1500 Meter.

1500-Meter: 1. Kaindl (München) 3:55,2; 2. Dompert (Straßburg) 3:55,4; 3. Böttcher (Wittenberg) 3:57,8; 4. Rank (Posen) 3:58,2; 5 Becker (Gießen) 3:59,2; 6. Hochgeschurz (Oberhausen) 4:00,0.

Aücheriisch.

Friedrich Meier: Kriegsmarine am Feind. Ein Bildbericht vom deutschen Frei­heitskamps zur See. 240 Seiten. 4,50 RM. Verlag Erich Klinghammer, Berlin SW 68. (60) Das Buch will einen Gesamtüberblick über den bis­herigen Einsatz aller Teile unserer Kriegsmarine im gegenwärtigen Kriege geben. Der Nachdruck liegt aus den Bildern, über 400 dokumentarisch wirken­den, bisher kaum bekannten Aufnahmen. Dazu knapp erläuternde Texte, Einzelschilderungen und OKW.-Berichte. Alle Kriegsschauplätze sind berück­sichtigt: Danzig und Westerplatte, Narvik, Ostsee und Nordsee, Atlantik; die wesentlichen Aufgaben wie die Sicherung unserer Seewege und die Gegen­blockade gegen England; alle Waffengattungen: Schlachtschiffe, Kreuzer, Zerstörer, U-Boote, Minen­räumboote, Vorpostenboote, Marineartillerie. Das Ganze bildet einen imposanten und spannenden Bericht vom Kampf unserer Kriegsmarine um den Endsieg und Grohdeutschlands Zukunft. Großadmi­ral Raeder hat dem Werke ein wegweisendes Ge­leitwort mitgegeben. Hans Thyriot.

Die Dominiks.

Roman von Hellmuth M. Böttcher.

35. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Es kann lange dauern, bis man den Naturkräften ihre Geheimnisse so weit abgelauscht hat, daß der Mensch sie sich dienstbar machen kann. Fehlschläge sind da das tägliche Brot und der Erfolg das Gnadenge­schenk an ein Sonntagskind. Wenn man aber gar die noch nicht völlig in ihrem Wesen durchschauten Naturkräfte gleich der Technik dienstbar machen will, bann darf man nicht bloß auf das Sonntags­geschenk warten, da muß schon geradezu Sonntag und Weihnachten zusammenfallen. Und das ist nach dem Lauf dieser Weltordnung nun einmal bloß alle sieben Jahre der Fall.

Gegen diese Auffassung fträubt sich des alten Praktikers nüchterner Sinn.

Und alles, was Nissen oder Lietzendorf zu ihrer Rechtfertigung ansühren, das macht ihn nur weiter skeptisch.

Am besten wäre es schon, wenn man den Chef­ingenieur ganz aus diesem Arbeitskomplex um die U-Boot-Konstruktion hinausbugsieren könnte.

Schließlich ist er doch Betriebsleiter. Und auf dem Gebiet gibt's für einen tüchtigen Mann auf der Dominik-Werft so viel zu tun, daß der Arbeitstag dreimal so lang sein könnte, als er wirklich ist, und noch immer nicht zureicht.

Gewiß, Lietzendorf scheint entgegen der Ansicht des Aufsichtsrats nicht so sehr ein Praktiker zu fein, sondern mehr ein Tiftler, ein Theoretiker. Sein Feld ist das Büro, der Zeichentisch. Die Spintisie- rerei. Mit Menschen umzugehen, Menschen zu füh­ren und anzuleiten, das liegt ihm nicht.

Eigenllich könnte mir das nur recht sein", über­legte der alte Herr,wenn sich Linds Protektions- kind gerade aus den Arbeiten herauszieht, die ihm der da drüben zugedacht hat. Da brauche ich mich nicht mit ihm herumzuärgern."

Und es gibt doch, weiß Gott, genug zu tun. Ge­rade für die Tiftler.

Da sind zum Beispiel die Verhandlungen mit den Japanern,

_ Er sagt es in einer Heftigkeit und bringt es so überraschend heraus, daß Dominik verwundert aus­blickt, doch ehe er etwas fragen kann, hat der Jn-

gangen. Da dreht er sich nochmals um und ringt es sich ab:

Ich weiß, wie Sie über mich denken, Herr Direktor. Aber ich werde Ihnen beweisen, daß ich nicht bloß von Herrn Linds Gnaden bei Ihnen ar- betten darf. Ich danke Ihnen, daß Sie mir diese Spezialaufgabe anvertrauen, bei der ich Ihnen zeigen kann, daß ich etwas zu leisten vermag."

Dominik hat fein Lebtag schon oft genug Men­schen gegenübergeftanben, die mit einer plötzlichen Sinnesänderung zum Guten überraschten. Und das Leben hat ihn gelehrt, gerade in solchen Fällen ganz besonders vorsichtig zu fein. Stroh feuer brennt hell und hoch aber nicht lange. Außerdem ist es gefährlich. Es braucht andere Wege, auf denen der Mann sich bewährt.

Das kann er dem Ingenieur natürlich nichts ins Gesicht sagen. Aber er will ihm die Rüge dennoch nicht schenken. Darum meint er:Tja, Herr Lietzen­dorf, das ist ja sehr hübsch, was Sie mir da vor- tragen. Aber es kommt ein bißchen reichlich spät.

Der Chefingenieur knabbert an der Lippe.

Sie mögen recht haben, Herr Direktor. Aber bitte, halten Sie dies der überaus schwierigen Situation zugute, unter der ich vom Beginn meines Eintritts bei Ihnen leide."

Don einem Leiden habe ich Ihnen bisher nichts angesehen. Im Gegenteil, ich hatte den Eindruck, Sie fühlten sich in Ihrer Stellung ganz wohl. Sie kriegen ein hohes Gehalt und"

Lietzendorf ist sehr erregt.

Das ist ja gerade das Furchtbare. Das hält doch kein Mensch mit Nerven und Ehrgefühl aus. Dieser ewige, nie ausgesprochene, aber immer schwebende Widerstreit zwischen Ihnen und mir, zwischen Men­schen, die täglich, stündlich zusammen schaffen, zu­sammen^ sorgen. Jede Stunde fühlt man's: Du bist beargwöhnt, was du auch tun magst. Man sieht dich lieber gehen als kommen."

Und Sie meinen, daß Sie an dieser Sachlage unschuldig sind und also Grund haben, sich über mich und meine ungerechte Voreingenommenheit zu beschweren?" fragt Dominik bissig.

Dem Ingenieur fährt die Glut iif die Stirn. Aber

Die Japaner haben ihre besonderen Wünsche. Welche Kundschaft hätte das nicht?

Sie wollen ein mit einer Sauggasmafchine aus­gerüstetes Motorschiff. Das ist im Schiffsbau ein ziemliches Novum und es erfordert eine Reihe von Umkonstruktionen gegenüber den mit Dieselmotoren ober gar mit Dampfmaschinen ausgerüsteten Schif­fen.

Mag sich Lietzendorf daran die Zähne ausbeißen.

Er hat mit dem Chefingenieur eine längere Aus­sprache, in der er ihm fein neues Arbeitsfeld zu­meist.

Der hört schweigend zu. Alsa noch immer Miß­trauen! Das ist der erste Gedanke, den er aus Des Direktors Darlegungen entnimmt. Man kann sÄn Bestes geben, man kann sich selbst entäußern wenn Menschen eine vorgefaßte Meinung haben, dann wird man sie dennoch nicht überzeugen.

Am liebsten wiederholte er jetzt das, was er vor ein paar Monaten zu Nissen gefagt hat: Machen Sie endlich dieser gegenseitigen Quälerei ein Ende. Lassen Sie mich laufen. Ich will noch in dieser Stunde aufhören, wenn Sie es wünschen."

Er hat das Wort auf der Zunge.

Aber er schluckt es hinunter.

Warum?

Er könnte es selbst nicht sagen.

Vielleicht weil er fürchtet, damit bas Mißtrauen erst zu betätigen?

Vielleicht, weil er weiß, daß Nissen ihn braucht und er ihn nicht im Stich lassen darf? Denn das, was Nissen schafft, ist ja zugleich Geist von seinem Geist, Kraft von seiner Kraft, Tat von seine Tat.

Vielleicht, weil ihm die Dominik-Werft ttotz allem, was er hier erlitten hat, ans Herz gewachsen ist?

Wer blickt in feine eigene Seele so tief, daß er genau wüßte, warum er das eine tut und das an­dere läßt?

Lietzendorf ist nicht der Mensch, der sich so genau kennt.

Aber als der alte Herr mit seinem Vortrag zu Ende ist, da holt der Chefingenieur tief Atem und sagt:Einverstanden."

er bezwingt sich. Schließlich hat Dominik recht, und

. .4 . - - ----- .das hier ist die gerechte Strafe dafür, daß er einmal

gemeur sich bereits erhoben und ist zur Tur ge-1 bereit gewesen, sich zur Kreatur Linds hinzugeben.

Wenn er auch die Zusammenhänge damals nicht richtig überschaut hat und die Stellung auf der Dominik-Werft vor allem darum annahm, weil sie gut bezahlt war und ihn vorwärtsbrachte.

Sie haben für Ihren Argwohn keinen berechtig­ten Grund", verteidigte er sich darum und spricht etwas lauter als sonst.Aber ich bin mir meinerseits trotzdem nur zu sehr bewußt, in welcher schiefen Situation ich arbeite. Wenn Sie gerecht sind, Herr Direktor, dann werden Sie mir bestätigen, daß mein eigentliches Verschulden nur darin besteht, ein Schützling des Herrn Lind zu sein."

Hm!" Dominik fühlt sich unsicher werden.Wenn Sie mir den Beweis für Ihren guten Willen er­bringen wollen, dann haben Sie ja jetzt mit der Ihnen übertragenen Spezialaufgabe dazu reichlich Gelegenheit."

Damit ist die Unterredung zu Ende.

Wieder steht Lietzendorf an der Tür und hält die Hand auf der Klinke.

Es liegt mir daran, klar zu sehen", sagte er, und deshalb bitte ich Sie, mir noch einige Minuten Ihrer Zeit zu widmen."

Bitte!" antwortet Dominik und zeigt auf den Stuhl.Aber fassen Sie sich, wenn's geht, kurz."

Das will ich versuchen." Lietzendorf läßt seinen Blick eine Sekunde lang am Fußboden, um den rechten Anfang zu überlegen, dann hebt er wieder den Kopf.Es handelt sich um meine Erfindung", sagt er zögernd.

Um Ihre Erfindung?" Der alte Herr weiß nicht, worauf der andere hinaus will.

Um meine Ideen zur Funktion und Konstruktion einer Einheitsantriebsmaschine"

Und was ist damit?"

Ich möchte ein für allemal die Rechtslage klar- gestellt wissen."

Hm." Dominik zögert einen Augenblick.Also wieder neue Schwierigkeiten!" Seine Augen be­kommen den Glanz von Stahl.Es ist doch seltsam mit Ihnen. Herr Ingenieur Lietzendorf. Alles, was Sie betrifft, schafft Schwierigkeiten? Es liegt doch auf der Hand, daß diese Arbeiten, die Sie, ich weiß nicht, mit welchem Recht, als Ihre Ideen bezeichnen, der Dominik-Werft gehören." Er macht eine kleine Pause.Genau wie Arbeiten unserer übrigen In­genieure der Werft zustehen einschließlich der meines Sohnes selbstverständlich." (Forts, folgt.)