gterung zugenommen habe, und dies Dokument gipfelte in Der Forderung nach einem eisfreien Hafen am westlichen Ozean. Damit meinte Kuropat- fin das norwegische Narvik.
Diese ganze Linie hat auch der Bolschewismus ausgenommen. Kaum saß er in Petersburg im Sattel, so streckte er auch seine Krallen aus, um das Baltikum festzuhalten, wo der estnische und lettische Nationalismus sich regten und die deutschen Truppen die Düpa nordwärts überschritten hatten. Der Mordkeller in Dorpat und die Verschleppung Hunderter von deutschen Balten in schmutzstarrenden Viehwagen nach Sibirien bezeichnen dort s eine erste Spur. Unsere Soldaten jagten ihn aus dem Baltikum heraus. Es folgte Versailles, die Unfrigen rückten ab, und wieder füllten sich die Gefängnisse Rigas mit Schlachtopfern. Die kommunistischen Flintenweiber höynten die Unglücklichen und vergnügten sich mit dem Zuruf: Zielt nur immer auf die Beine, dann tanzen sie so schön! Ein Teil der Gefangenen wurde bei der Einnahme von Riga am 20. Mai 1919 durch die Baltische Landeswehr gerettet, aber zu Haufen lagen die Gemordeten im Gefängnishof und in den Straßengräben, in die sie beim Fluchttransport mit der Revolverkugel im Hinterkopf hineingeworfen waren.
Finnland hatte sich-aus der steigenden roten Flut durch deutsche Hilfe unter Mannerheim und von der Goltz noch während des Weltkrieges gerettet. Estlands, Lettlands und Litauens nationale Staatlichkeit wurde in den Friedensdiktaten anerkannt. Damit war das ganze Vorfeld des Baltischen Meeres für Moskau verloren. Die Bolschewisten aber dachten nicht daran, ihr Spiel aufzugeben. Die Kommunisten in den baltischen Randstaaten waren ihr heimlicher Stoßtrupp. 1925 versuchten sie in Reval einen Putsch, hinter dem die rote Sowjetmacht zum Einfall bereit lauerte. Er mißlang, das estnische Volk ist solide und nüchtern, das Moskauer Rot ist bei ihm nicht beliebt. Der Lette ist haltloser und unruhiger; in Lettland und auch in Litauen sanden die bolschewistischen Wühlereien besseren Boden; auch der lettische Außenminister Munters ließ sich zu einem Besuch im Kreml verleiten, wo man ihn mit der Versicherung uneigennütziger Sowjetfreundschaft köderte.
Da erhob sich im August 1939 die lang erhoffte Chance, wieder an die Ostsee vorzustoßen. Zuerst wurde Finland überfallen. Es wehrte sich so kräftig, daß es nicht überrannt werden konnte, aber es mußte Wiborg und Hangö, die Pforte zum Finnischen Meerbusen, ausliefern. Daß dies nur ein Vorspiel zur Bolschewisierung ganz Finlands sein sollte, trat bei Molotows Besuch in Berlin zutage. Die Finnen wußten, was sie taten, als sie über 400 000 Volksgenossen im abgetretenen Gebiet dem roten Mord und der Verschleppung nach Sibirien entzogen.
Estland, Lettland und Litauen wurde der Strick um den Hals erst halb, bann ganz zugezogen. Im Außenkommissariat in Moskau hängt eine Karte von Sibirien, auf der sind, nicht im fruchtbaren Ackerland, sondern in der wüsten, menschenleeren Taiga, der Waldregion diesseits der Tundren, die Stellen eingezeichnet, wohin Esten, Letten und Litauer „umgesiedelt" werden sollten! Erst wurde das nationale Militär der drei Randstaaten ins Innere der Sowjetunion abgeführt, die Offiziere, die sich nicht zur roten Fahne bekannten, erschossen. Dann wurden die politisch führenden Persönlichkeiten, die bürgerliche „Intelligenz", alles was irgendwie nach Besitz und Bildung schmeckte, eingekerkert, ermordet, verschleppt. Der Hauptschlag aber sollte erst noch kommen: Evakuierung des baltischen Randgebiets, Abtransport der Bevölkerung nach Sibirien und Auffüllung des leer gewordenen Raums mit Menschenmaterial aus der Sowjetunion.
Dann, wenn auch Finnland verschlungen war, hätte die Ostsee von Libau bis nahe an den Polarkreis ein durch und durch rotes Gestade umspült. Wie ärgerlich, baß Narvik in beutscher Hanb war! Aber gab ber Krieg in Europa nicht bie Hoffnung, auch einmal Deutschlanbs Kräfte erschöpft unb bamit die Weltrevolution ein entscheidendes Stück nähergebracht zu sehen? Niemand weiß besser als die Schweden unb Norweger, was ihnen geblüht hätte, wenn Moskau fein Stück hätte durchsetzen können. Nicht umsonst eilen bie schwebischen Freiwilligen jetzt Finnlanb zu Hilfe.
Die GpLl. übernimmt die innere Verwaltung.
Istanbul, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Wie aus Moskau berichtet wird, hat bas Präsidium des Obersten Rates der Sowjetunion am Sonntag die Vereinigung des Volkskornissariates des Innern mit Dem Volkskommissariat für Staatssicherheit (GPU.) KU einem einzigen Volkskommissariat beschlossen. Zum Volkskommissar wurde der bekannte GPU.-Möroer Berija ernannt, der auch eines ber Mitglieber des kürzlich eingesetzten „Derteibigungskomitees" ift. Die GPU. wirb also die gesamte innere Verwaltung bes bolschewistischen Reiches mit allen Behörden übernehmen — eine fürsorgliche Maßnahme Stalins, ber mit verstärktem Terror alle Schwierigkeiten, bie ihm aus ben Nieberlagen unb dem Zurückfluten der bolschewistischen Heerhaufen erwachsen, -u Überwinden versuchen will.
Gleichzeitig wird bekannt, daß der Erlaß über die Einsetzung von Kriegskommissaren auch auf die bolschewistische Kriegsflotte ausgedehnt wird. Auf allen Kriegsschiffen, bei den Stäben und allen Kommandostellen werden solche Antreiber eingesetzt, die mit ähnlichen Kontroll- und Strafbefugnissen ausgestattet sind roi1 die Kommissare bei der Armee. So werden Wehrmacht und Verwaltung also von ber GPU. unerbittlich ins Unglück getrieben.
GpLl.-Mord auchiuGmoleusk
Berlin, 19. Juli. (DNB.) Smolensk weist alle typischen Anzeichen einer von ben Bolschewisten zerstörten Stabt auf. Noch immer schwelen verkohlte Reste ber Häuser, die von flüchtenden Sowjetsoldaten ohne Rücksicht auf die Zivilbevölkerung in Brand gesteckt wurden. Aus dem Gefängnis strömen pestilenzartige Gerüche. Hier haben die Mordkommandos ber GPU. gearbeitet, bis der Sieg der deutschen Waffen ihrem grauenhaften Handwerk ein Ende bereitete. Zu Hunderten und aber Hunderten werden die grausam verstümmelten Opfer bolschewistischen Sadismus hinausgetragen, um zur letzten Ruhe gebettet zu werden. Durch die Straßen ziehen, an zerstörten bolschewistischen Panzern und Geschützen vorbei, in endlosen Reihen die gefangenen Sowjetsoldaten den Sammellagern zu. Die Zivilbevölkerung, die der Terror der GPU. in den Häusern gefangenaehalten hatte, wagt sich wieder frei auf den Straßen zu bewegen. An allen Straßenkreuzungen weisen bereits deutsche Straßenschilder den ununterbrochen ostwärts marschierenden und fahrenden deutschen Kolonnen den Weg. In Smolensk zieht deutsche Ordnung ein.
Roosevelts „schwarze Listen".
Entrüstetes Echo in Südamerika.
Buenos Aires, 20.Juli. (Europapreß.) Aus zahlreichen südamerikanischen Ländern liegen Erklärungen über Rückwirkungen der von den „USA. herausgegebenen Schwarzen Listen vor, die für die lateinamerikanischen Staaten eine schwere Wirt- schaftsschädiguna bedeuten. So erklärte der chilenische Finanzminifter, durch die Schwarzen Listen würden überall Schwierigkeiten im Handel entstehen. Deshalb müsse die chilenische Regierung in einer Reihe von Fällen eingreifen. Der chileniscke Außenminister Rosetti erklärte, Chile würde grundsätzlich keine Schwarzen Listen anerken- n e n. Bisher sei die chilenische Regierung noch nicht offiziell von ben neuen Listen in Kenntnis gesetzt; wenn sie offiziell unterrichtet fein werbe, werbe sie bie Maßnahmen treffen, die ihr notwendig erschienen. Der Sekretär der peruanischen Handelskammer in Lima betonte, bie Schwarzen Listen feien nur für bie amerikanischen Geschäftshäuser binbenb, keineswegs aber für die peruanischen. Besonders schwere Auswirkungen dürften die Schwarzen Listen auf dem Gebiet ber Kohle-, Metall- und Papierlieferungen haben. Die Veröffentlichung von Roosevelts
„Schwarzen Listen" hat besonders bei den zahlreichen Angestellten und Arbeitern der betroffenen chlleni- schen Firmen, denen somit bie Arbeitslosigkeit droht, einen schlechten Eindruck gemacht. Man schätzt, baß
I etwa 2000 chilenische Angestellte unb 20 000 chilenische Arbeiter durch bie Anwendung des Systems ber Schwarzen Listen geschädigt werden.
Auch in Argentinien stoßt das System der Schwarzen Listen, mit dem sich Roosevelt ein Handelsmonopol schaffen will, aus stärksten Widerspruch. „El Pampero" schreibt: „Die argentinische Regierung muß den neuen Yankee-Provokationen gebührend antworten." Die Herausgabe von Schwarzen Listen wird als ein Versuch bezeichnet, den freien Handel abzuwürgen. „El Pampero" fährt bann fort: „Die Bevölkerung Argentiniens fragt' sich, wieweit und wie lange noch bie wachsende USA.-Jntetventivn im wirtschaftlichen und voliti- schen Leben Argentiniens geduldet werden soll. Ein Herr Roosevelt bestimmt, baß wir freien, stolzen Argentinier aus unserer Mitte diejenigen ausstoßen, bie unter dem Schutz unserer Verfassung Handel treiben."
Das dritte Kabinett Konoye.
Die Persönlichkeit des neuen Außenministers.
Tokio, 19. Juli. (Europapreß.) Die Beurteilung ber Neubesetzung bes Außenministeriums unb ihre möglichen Auswirkungen auf bie Außenpolitik in ber japanischen Presse läßt erkennen, baß es noch zu früh ist, um sich ein klares Urteil zu bilden. Der neue Außenminister ist politisch ein verhältnismäßig neuer Mann und diplomatisch ein unbeschriebenes Blatt. Seine Ernennung kam, wie „Asahi Shirn- bun" feststellt, selbst ber Beamtenschaft des Außenamtes völlig überraschend. Er ist 56 Jahre alt und entstammt einer bekannten Familie aus der Provinz Wakayama. Noch verhältnismäßig jung wurde Toyoda Marineattachs in London und nahm später als Mitglied der japanischen Marinedelegatton an ber Abrüstungskonferenz in Genf teil. Dann übernahm er den Posten eines Direktors für Schiffsbauwesen im Marineministerium. 1940 war er Vizeminister biefes Ministeriums und lieferte als solcher Beweise großer Geschicklichkeit unb besonderen Weitblicks in einem kritischen Augenblick ber Beziehungen zwischen Japan unb ben USA. Im letzten Kabinett Konoye hatte ber jetzige Außenminister bas Amt eines Ministers für Industrie und Handel inne.
Der neue Außenminister selber erklärte ber Zeitung „Asahi Shimbun", er sei zur Zeit des Abschlusses des Dreimächtepaktes Vizemarineminister gewesen. Auf die Frage, ob der Dreimächtepakt unerschütterlich sei, antwortete Toyoda: „Wie Premierminister Konoye in seiner heutigen Erklärung barstellte, kann es keinen Wechsel in ber grundlegenden Politik Japans geben." Weiteren Fragen gegenüber blieb Toyoda ausweichend; er betonte aber, baß feiner Ansicht nach bie Außenpolitik dehnbar sein müsse. Die Auslassungen bes neuen Außenministers lassen barauf schließen, daß er sich nickt als Initiator einer eigenen Außenpolitik, sondern als Organ der Durchführung her Politik bes Gesamtkabinettes fühlt. So dürfte „Hochi Shimbun" Recht haben mit ber Feststellung: „Admiral Toyoda ist besonders deswegen zum Außenminister gemacht worden, um eine H arm o- nifierung zwischen der Diplomatje und ber Wehrmacht, zwischen ber Regierung unb ben Organen der Kriegführung zu sichern." Die Wehrmacht ist nunmehr durch drei Generale, Kriegsminister T o y o , Planungsminister Suzuki unb den Minister ohne Portefeuille Ya° nagama, sowie durch drei Admirale, Außenminister Toyoda, Marineminister O i k a w a , ben neuen Handelsminister Sakonyi unb drei Kabinettssekretäre mit Ministerrang vertreten.
Der wesentliche Kern ber neuen Kabinettsbildung dürfte am besten umschrieben sein in dem Artikel
von „Asahi Shimbun", der feststellt: „Die Wiederkehr von Barow H i r a n u m a bedeutet mit Unvermeidlichkeit, daß bie im Dezember bes letzten Jahres durch seinen Eintritt in das zweite Kabinett Konoye gebildete Achse Konoye—Hiranuma verstärkt wird. Die Ernennung von Harummichi T a n a b e, ber in einem befonberen Verhältnis zu Hiranuma steht, zum Innenminister bebeutet, baß Hiranuma im neuen Kabinett in ber Eigenschaft eines Dizepre- miers ist." Ein weiterer Charakterzug des neuen Kabinetts ist, daß Konoye anscheinend das Gleichgewicht der Kräfte zwischen den beiden Zweigen der japanischen Wehrmacht, Heer und Marine, im Auge hatte. Fürst Konoye erklärte, daß mit dem raschen Wechsel der internationalen Lage dieMis - fion Japans immer schwieriger werde unb es an bei* Zeit fei, baß bie gesamte Nation sich wie ein Mann Zusammenschlüsse. Die Politik Japans zur Meisterung ber schwierigen internationalen Lage fei bereits feftgelegt, unb man habe biefe Politik nunmehr rasch und entschlossen durchzuführen, deshalb müsse auch bie Innere Struktur bes Lanbes auf ber großen Linie ber Staatsführung aufgebaut werben.
Amerikanischer Vorstoß im Pazifik.
Tokio 19. Juli. (DNB.) „Japan Times and Advertisen' weist darauf hin, daß bie drei Pazifik- Inseln Mibway , John st on unb Palmyra amtlich zu Flotten - unb Luftstützpunkten ber Vereinigten Staaten erklärt worben finb. Das Blatt schreibt: In biefer Entwicklung kann man ben Versuch erblicken, bem USA.-Imperium Zufahrt- straßen und Ausfallwege gegen I a - pan zu schaffen. Diese drei Inseln bilden strategische Außenposten, welche die Grenzen der Vereinigten Staaten in ein Gebiet tragen, bas streng neutral sein sollte. Das ganze Vorgehen soll eine Reihe von Außenstellungen vorbereiten, bie in Japan mit Recht Besorgnis erregen müssen. Durch bas Verschicken von USA.-Waffen in ben Atlantik bis nach Island, Grönlanb, Westindien und Neufundland und bis an die Schwelle Asiens und der fernöstlichen Interessensphäre bestätigt Washington ausdrücklich seine imperialistischen Absichten, die als Verteidigung getarnt finb. Diese Einkreisung stellt für ben internationalen Frieben eine solche Gefahr bar, baß sie zu einem sehr bedenklichen Faktor wirb. Jetzt ist es Zeit, bah Japan in seinem eigenen Interesse kraftvolle Maßnahmen ergreift, bevor biefer Würgering zu stark und zu groß wirb.
„Moria" - Sieg Deutschlands an allen Ironien.
Der ganze europäische Kontinent steht im Zeichen ber V-Aktion: „Viktoria!" — Sieg Deutschlands an allen Fronten. Das Reich siegt gegen die Juden, bie Plutokraten, ben Bolschewismus. Viktoria für Europa!
Holland:
In allen Städten sind riesige Transparente und weiße Fahnen mit großem orangenem V zu sehen. Millionen von V-Streuzetteln werden durch Flugzeuge abgeworfen. Die Autos unb Fahrzeuge ber holländischen Behörden tragen gestanzte V als Zeichen bes Sieges. Hunberttaufenbe laufen mit An- fteefnabeln, einem orangefarbenen V, durch die Straßen. Die holländische Presse steht völlig im Zeichen des V. — Der tägliche Wehrmachtbericht wird in einem Kasten an der gleichen Stelle auffällig auf der ersten Seite gebracht. An der Spitze des Kastens wird die Losung in holländischer Sprache
„V — Deutschland siegt an allen Fronten!"
besonders herausgestellt. Die illustrierten Zeitungen bringen Photomontagen über den Sieg im Osten, bie in ber Mitte bas V tragen. Der Rundfunk gibt vor unb nach bem Wehrmachtbericht als Morsezeichen für V dreimal kurz, einmal lang. Der Sprecher erläutert dies: „Habt Ihr bas V-Zeichen gehört? Das V-Zeichen bebeutet: Viktoria, Sieg an allen Fronten!" — In ben Straßen finb bie Karten von Europa in Kästen ausgehängt. Alle bie Kästen tragen auf ber Umranbung die gleiche Parole. In sämtlichen Kinos von Den Haag und ben übrigen Städten sieht man Stanbbilber mit entsprechenden Texten.
Belgien:
Alle Autos und Lastwagen tragen heute einheitlich das V. Transparente stehen an ben markantesten Punkten aller Städte. Die Tender aller Lokomotiven tragen das V. An den Fenstern ber verfchie- benften Häuser ist bas gleiche Zeichen angebracht. Die gesamte Presse steht ebenfalls unter bem Siegeszeichen V. Die Wehrmachtderichte tragen bas Zeichen am Anfang. Felbpostkarten unb Siegelmarken mit bem V finb im Umlauf. Bei ber Anbringung ber Riefentransparente sieht man größere Menschenmengen.
Protektorat:
Lawinenartig hat bie V-Aktion auch im gesamten Protektorat eingesetzt. Das abenbliche Bild Prags ist beherrscht von bem riesigen strahlenden V auf dem Veitsberg, vom Pulverturm und von den Brückentürmen der Karlsbrücke, und vom Aussichtsberg des Laukenzberges sieht man große V-Fahnen wehen. Die größte und zugleich längste Geschäftsstraße Prags, die einstige Volksstraße, heißt heute Viktoriastraße. Das bekannte Bata-Hotel im Bezirk Zlin heißt heute „Viktoria-Hotel". Auf Straßen, Plätzen und an Gebäuden in Prag und' anderen Städten sieht man das V in rotweißen.Farben. Spruchbänder find an den deutschen Theatern und an ben vielen Verwaltungsgebäuben ber Filmateliers angebracht. Die Straßenbahnen tragen ein V. Lokomotiven finb mit einem großen V bemalt. Das größte Kino Prags nennt sich in Zukunft „Viktoria" unb trägt bereits feinen neuen Namen. Das Caf6 Slawia ist ebenfalls umgetauft in bas Caf6 Viktoria, bie Schilber finb bereits heute nacht angebracht worben. Gartenanlagen zeigen bas V sichtbar für jeben. Auf ber Molbau fuhren heute Ruberboote in V-Form, bie Autos ber Behörden tragen bas V umrahmt von einem Lorbeerkranz. Poststempel tragen ben Vermerk „Viktoria!" Alle be- beutenben Blätter finb feit gestern mit einem farbigen „V" überbrückt. Leitauffötze beginnen mit bem „V", alle Textfeiten tragen bas „V". Ueberall lieft man bas Motto „Viktoria'" —j „Der Sieg Groß- beutfchlanbs im Kriege ist der.Sieg Europas im Frieben!"
Generalgouvernement:
Auch hier sieht man Tracksparente, Plakate unb Klebezettel, Fluazeuge werfen Papierabzeichen mit bem V ab. Polnische Fahrer, bie bei der deutschen Wehrmacht beschäftigt finb, haben das V auf ihre Fahrzeuge gemalt. Lokomotiven und Straßenbahn- wagen tragen auck hier das V. Auf Straßen und Plätzen, an Hochhäusern und Türmen sogar in überbimenfionalen Größen. Aus bem Krakauer Rat- hausturm ist ein großes Transparent in 5 verschie- denen Farben sichtbar. An ben Litfaßsäulen prangen bie Plakate, Freilickttonkinoauffuhrungen, bie auch im Zeichen ber V-Aktion stehen, fanden vor mehr als 30 000 Zuschauern statt. Hier wurde die
Oie höchste TapferleitSauszeichnnng.
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Das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes mit Eichen- laub, Schwertern und Brillanten ist die höchste Tapferkeitsauszeichnung, bie jetzt vom Führer und Obersten Befehlshaber bem erfolgreichen Jagbflieger Oberstleutnant M ö l b e r s anläßlich seines 101. Abschusses verliehen worben ist. (Scherl-Bilberbienst-M.)
letzte Wochenschau gezeigt. Die Wochenschau tragt jetzt auch bas Zeichen bes V. Die Bevölkerung riß sich um bie aus Flugzeugen abgeworfenen V-Zei- chen, bie polnischen Text tragen.
Norwegen:
An allen Ecken in Oslo ist die V-Parole zu sehen. Der Ost- unb Westbahnhof sind mit großen Trans- parenten geschmückt. Neben ber Parole „Deutschland fiegt an allen Fronten" ist hier die Parole: „Deutschlands Sieg ist Norwegens Sieg" zu lesen. Die gesamten Zeitungen stehen im Zeichen des Buchstabens V. Sie bringen Leitartikel über den europäischen Sieg über den Bolschewismus. Der letzte Buchstabe biefer Leitartikel ist ein V. Große Karten der Ostfront tragen ein strahlendes V in ihrer Mitte. Plakate hängen über- all aus. Auf Straßen und auch an Häusern sind große V angemalt.
Frankreich:
Das Stadtbild von Paris wird beherrscht durch überdimensionale große Transparente unb Fahnentücher, bie am Eiffelturm unb an anberen markanten Gebäuden zu sehen finb. An ben Autos der Wehrmacht sieht man bas V auf ben Kotflügeln und an den Wagentüren. Die Auslandsorganisa- tion hat zahlreiche Flugblätter verteilt. Zusammen mit ber Auslandsgruppe de» faschistischen Partei finb auch Flugzettel ausgegeben worben, bie das V zusammen mit einer deutschen und italienischen Flagge tragen und darunter das Wort Viktoria. Am Sonntag fand eine Rote-Kreuz-Sammlung statt, auf ber Nachrichtenmäbel Anstecknadeln in Form eines V mit Lorbeerkranz vertrieben. Alle Provinzstädte beteiligten sich ebenfalls feit gestern an der V-Aktion.
Duff Cooper ausgeschifft.
Berlin, 21. Juli. (DNB. Funkspruch.) Reuter gibt bekannt, daß Brendan B r a ck e n, der seit mehreren Jahren parlamentarischer Sondersekretär Churchills war, zum Jnformationsminister ernannt worden ift. Der bisherige Inhaber dieses Postens, Duff Cooper, wird Kanzler des Herzogtums Lancaster und begibt sich in den Fernen Osten. Außerdem ist der parlamentarische Staatssekretär im britischen Außenamt, Butler, zum Erziehungsminister ernannt worden. Churchills Schwiegersohn Sandys wird Finanzsekretär im Kriegsministerium.
Diese Personalveränderungen zeigen, daß Churchill in Duff Cooper einen neuen Sündenbock gefunden hat, den erc ähnlich wie seinerzeit den Schiffahrtsminister Croß, der Oberkommissar von Australien wurde, aus England „fortbeförderte". Duff Cooper wird nach dem Fernen Osten verbannt, wo er, so heißt es, „im Auftrag des Kriegskabinetts die bestehenden Verhältnisse in ber gemeinsamen Planung und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen britischen Behörden zu überprüfen und bann bem Kriegskabinett unter Angabe von Hinweisen zu berichten hat".
Rumänien feiert die Rückkehr Bessarabiens. Bukarest, 20. Juli. (Europapreß.) Der Samstagvormittag ftanb in ganz Rumänien im Zeichen ber Feiern anläßlich ber Rückkehr Bessarabiens unb ber Nord-Bukowina zum Mutterland. Die Häuser der Hauptstadt waren mit rumänischen, deutschen und italienischen Flaggen festlich geschmückt. In der Kathedrale fand ebenso wie in allen übrigen Kirchen des Landes ein Dankgottesdienst statt. Vizeminister- Präsident Mihail Antonescu hielt im Rundfunk eine Rede, in ber er bie Bebeutung bes Kampfes gegen ben Bolschewismus hervorhob und den Stolz Rumäniens betonte, an diesem Kampfe an der Seite Deutschlands teilnehmen zu können.
Aus Anlaß des Einzuges rumänischer Truppen in Kischinew richtete General Antonescu an alle Bessaradier und Buchenländer einen Aufruf mit der Aufforderung' sich ber Gefallenen würbig zu erweisen unb sich selbst bas Vaterland zu verdienen. Sie hätten Gelegenheit gehabt, den Kommunismus am eigenen Leibe kennen zu lernen. Sie wüßten jetzt, daß ein Leden ohne Freiheit und Eigentum, ohne Gerechtigkeit und Familie schrecklicher fei als ber Tob. Die Vergangenheit werde nun ausgelöscht. Er selbst werde die Neuaufrichtung Bessarabiens unb bes Buchenlanbes in bie Hanb nehmen.
Oie ersten dänischen Freiwilligen in Hamburg.
Hamburg, 20. Juli. (DNB.) Sonntag vormittag traf bas erste Bataillon bes Freiwilligenkorps „Dänemark" in Hamburg ein. Unter Voran- tritt eines Musikkorps ber Schutzpolizei unb begleitet von einer Ehrenkompanie der Waffen-^ marschierte das Freiwilligenkorvs, an der Spitze sein Kommandeur, Oberstleutnant Kryßling, unter herzlicher Begrüßung und Anteilnahme ber Bevölkerung zu


