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sident Ismet Pascha, der als Sieger über die Griechen in der Schlacht bei Jnönü seitdem diesen Namen trägt, den heutigen Besitzstand der Türkei und ihre Unabhängigkeit.

Daß damals über das Oelgebiet von Mossul keine Entscheidung getroffen wurde, lag allein am Wider­stand Englands, das zwar nachgegeben hatte, so­lange es im wesentlichen um die Interessen anderer Leute ging, sich aber äußerst hartnäckig zeigte, so­bald die Oelfrage zur Sprache kam. Entgegen den Bedingungen des Waffenstillstandes besetzte Eng­land das Mossulgebiet für seinen Schutzstaat Irak, bei dem es verblieb, weil Kemal nach den schweren Opfern der letzten Kriege eine militärische Ausein­andersetzung mit England scheute. Er erhielt ledig­lich das Zugeständnis, für 25 Jahre mit 10 v. H. am Ertrag der Oetgewinnung beteiligt zu werden. Der Verlust des Mossulgebietes, das in der Mehr­heit von Kurden und Türken bewohnt wird, ist um so schmerzlicher für die Türkei, als sie ohnehin nur über eine sehr schmale industrielle Basis verfügt und die Einnahmen aus der Oelgewinnung ihre Finanzen gestärkt hätten. Aber England wollte sich neben seinen Oelquellen im südlichen Iran auch das Mossulöl sichern. Auch das ist eine Erinnerung, die aktuelle Bedeutung hat. England war es auch, das sich am hartnäckigsten der Beseitigung der Fesseln widersetzte, die die Türkei in Lausanne mit Bezug auf die Meerengen hatte auf sich nehmen müssen. Als die Türkei 1935 in Genf den Antrag auf Auf­hebung der Entmilitarisierungsbestimmungen stellte, war es England, das Mr Ablehnung des Antrags sorgte. Erst als den Engländern während der Abessinien-Krise an der türkischen Freundschaft ge­legen war, gelang es der Türkei auf der Konferenz von Montreux im Juli 1936 das Recht aus Be­festigung der" Meerengen durchzusetzen. Erst mit der 'Wiedererlangung der vollen Herrschaft über die Meerengen hat die Türkei ihren europäischen Besitz ganz gesichert und ihre traditionelle Brückenstellung zwischen Europa und dem Nahen Orient wieder be­zogen.

Die Außenpolitik der Türkei war seit ihrer Wie­dererhebung konsequent auf Erhaltung des Friedens gerichtet, den die neue Türkei brauchte, um das auf lange Sicht hin ausgerichtete politische und kulturelle Reformwerk Atatürks und den wirtschaft­lichen Aufbau des Landes durchzuführen. Im Sinne dieser Politik lag einmal die Schaffung eines vor­derasiatischen Staatenblocks unter türkischer Füh­rung durch den Vertrag von Saaüabad vom 9. Juli 1937 zwischen der Türkei, Iran, Irak und Afghani­stan. Zum andern suchte die Türkei Verbindung mit ihren europäischen Nachbarn. Zuerst gelang das mit Griechenland, das seinen imperiali­stischen Traum mit seinen Hoffnungen auf Korn stantinopel und Smyrna inzwischen endgültig be­graben hatte. Noch im gleichen Jahr 1928 wurde das Verhältnis mit Italien geklärt, worauf Mufsoljni in seiner letzten Rede vor der faschisti­schen Kammer hingewiesen hat, wir werden dar­auf noch zu sprechen kommen. Die Eroberung Libyens und der Inselgruppe des Dodekanes durch die italienischen Waffen im Tripoliskrieg 1911 hatte das Verhältnis beider Mächte auf lange Zeit ge­trübt und auch in der neuen Türkei war das Miß­trauen lebendig geblieben, daß Italien vielleicht an seinen damaligen Eroberungen nicht Genüge fin­den könne. So zeugt es von ebensoviel diplomati­schem Geschick wie Vorurteilslosigkeit, daß es bei dem Zusammentreffen zwischen dem Duce und dem türkischen Außenminister in Mailand im Frühjahr 1928 gelang, jedes Mißverständnis zu beseitigen und die Grundlagen für einen Freundschaftsver­trag zu schaffen, der im Mai auf die Dauer von 5 Jahren abgeschlossen und beim Besuch des.türki­schen Ministerpräsidenten Ismet Pascha, des heuti­gen Staatspräsidenten Jnönü, in Rom 1932 er­neuert wurde. 1934 ging die Türkei mit Griechen­land, Jugoslawien und Rumänien den Balkanbund ein, der die Aufrechterhaltung des Status quo auf dem Balkan zum Ziel hatte. Im Frühjahr 1939 hatte sich die Türkei bestimmen lassen, mit Eng­land und Frankreich Abmachungen über gegen­seitigen Beistand im Kriegsfälle zu treffen, Ab­machungen, die sich zwar von den einseitigen Ga­rantien wesentlich unterschieden, die England sonst freigiebig ausgeteilt hatte, jedoch den Beginn eines für die Neutralität der Türkei nicht ungefährlichen Weges anzeigten.

So bezeichnete sich die Türkei bei Kriegsausbruch alsnichtkriegführender Staat", der feine Inter­essen mit denen der einen kriegführenden Partei, den Westdemokratien, eng verbunden hatte. Ende Oktober 1939 wurden die Frühjahrsabmachungen in ein förmliches Bündnis umgewandelt, aber es

Oer Sieger.

Von Hans Friedrich Blunck.

Ich habe einen langen Waldweg hinter mir und will auf einen Augenblick verschnaufen. Der Fuchs­berg, der oben auf der Kuppe den breiten Eichstubben trägt, scheint mir gut. Das junge Grün der Bäume hält noch die Wärme des Tages fest, auch ist der Hügel, wie der Name sagt, seit altersher voll von unterirdischen Bauten, einige Röhren scheinen mir begangen. Fuchsberg und Dachsberg liegen hüben und drüben des Baches. Es ist, als wüßten die Vettern von den Namen der beiden Hügel und hiel­ten auf Ordnung. Hier sah id) Jm letzten Herbst, wie Meister Grimbart nach einer wilden Beißerei aus der Röhre fuhr, Reineke hinter Ihm drein. Gut, daß die beiden meiner gewahr wurden, sie hätten sich, glaube ich, in aller Öffentlichkeit weiterge­schlagen.

Es sind immerhin Herren von Ansehen, die's lassen sollten; ein dicker Buntspecht, der über mir am Buchengeäst hämmerte, war ebenso verblüfft wie ich. Aber er Halls leichter, ihm fahren keine wüten­den Vettern zwischen die Knie.

Ich will zugeben, ich übertreibe, wenn ich sage, daß sie mir zwischen die Knie gefahren wären; aber bis ich die Büchse von der Schulter hatte, waren sie auf und davon. Sie machten mir auch nie wieder das Vergnügen, ich habe manche Weile ver­geblich auf Reineke gewartet. Denn daß er der Sieger gewesen war, schien mir nach der Art, wie der Dachs davonzog, außer Zweifel. Auch gehört es sich nun einmal so, daß die Füchse im Fuchsberg und die Dachse im Dachsberg wohnen.

Ich habe Reineke, so überlege ich auf meinem Eichstumpf, danach noch einige Male zm Winter ge­sehen. Um die Zeit, wo der Dachs schnarchend in seinem Bau liegt, wird der arme Rotrock von seinem leeren Magen getrieben und bellt vor Zorn über das Schneefeld. Dann, um die Zeit, wo die Dächsin wölft, im Spätwinter, wenn weithin das Land noch unter Eis und Schnee liegt, hat Reineke wieder mit seiner Unruhe zu tun. Ranzzeit ist's, stundenlang treibt es ihn rastlos über den Schnee, und wenn man nachts von., einem seltsamen heiseren Bellen

gelang im Mai 1940 zu Beginn der deutschen West- offenswe den Westmächten nicht, die Türkei zum Abbruch der Beziehungen zu den Achsenmächten zu bewegen. Als Italiens Kriegseintritt das Mittel­meer zum Kriegsgebiet machte, begann die britische Diplomatie ein verstärktes Trommelfeuer, um die türkische Regierung in den Krieg zu drängen. Aber die Ablehnung der britischen Pressionen entsprach durchaus dem Wunsch des türkischen Volkes, das keinen anderen Kriegsgrund anerkennen wollte, als den der Verteidigung des türkischen Staatsgebiets gegen einen Angriff. Auch der Konflikt zwischen Italien und dem mit der Türkei verbündeten Grie­chenland änderte an dieser grundsätzlichen Linie der türkischen Außenpolitik nichts. Die Türkei war entschlossen, außerhalb des Krieges zu bleiben, so­lange nicht ihre eigenen Grenzen einem Angriff ausgesetzt oder ihre Lebensinteressen bedroht sind. Mit dieser Auslegung mußte sich England zufrie­den geben, wenn auch gewisse türkische Preßorgane, je näher der Krieg den türkischen Grenzen rückte, in wachsender Nervosität die Regierung von Ankara zu Handlungen zu drängen suchten, die sie nicht verantworten zu können glaubte.

Englands Diplomatie und ihre Helfershelfer in Istanbul und Ankara haben in diesen spannungs­reichen Monaten sich darin nicht genug tun kön­nen, Deutschland als den schwarzen Mann hinzu- stellen, vor dessen Anschlägen auch die Freiheit und Unabhängigkeit der Türkei nicht sicher sei. Aber dieses selbe Deutschland hat die Türkei durch die Ereignisse selbst eindeutig davon überzeugen kön­nen, daß es auf dem Balkan wie seit jeher, keine territorialen und auch keine eigensüchtigen Inter­essen vertrat und lediglich an der Sicherung des Friedens in diesem Raum und engem wirtschaft­lichem Güteraustausch mit ihm interessiert war. Daß diese Erkenntnis von den so engbegrenzten deutschen Kriegszielen sich auch in Ankara durch­setzte gegen die Verleumdungskampagne der briti­schen Diplomatie, spricht für die realistische Auffas­sung der Lage durch die türkischen Staatsmänner, die wie der Führer in seiner letzten Reichstagsrede mit Befriedigung festgestellt hat, es verstanden, die Un­abhängigkeit des eigenen Entschlusses zu wahren. So blieb trotz zeitweiser Mißverständnisse und Ver­stimmungen eine Grundlage vorhanden, auf der die deutsche Diplomatie mit zäher Beharrlichkeit das deutsch-türkische Verhältnis zur alten Freundschaft zurücklenken konnte. Auch Mussolini hat in seiner letzten Kammerrede auf das Verhältnis Italiens zur Türkei angespielt und gesagt,, daß das Abkommen von 1928 immer noch Gegenwartswert besitze. Der Duce pries die Weisheit des türkischen Staats­präsidenten, der die Tragödie erkannt habe, die alle Völker erwarte, die sich England anoertrauten. So ist es selbstverständlich, daß der deutsch-türkische Freundschaftspakt in Rom mit vollster Sympathie ausgenommen worden ist. Er wird ein Element der Befriedung für den Nahen Osten bilden, in dem England nach der Niederlage in Griechenland und auf Kreta nun auch das wichtigste politische Ansatzstück für feine Kriegsausweitungspläne ver­loren hat. Dr. Fr. W. Lange.

Das Echo in Ankara.

Ankara, 20. Juni. (Europapreß.) In der offi­ziösen türkischen ZeitungUlus" stellt der Abgeord­nete Rifky Atay fest, daß hie Türkei und Deutsch­land nicht erst seit Mittwoch abend um 21 Uhr Freunde seien, sondern daß die nun erneuerte Freundschaft eine alte Tradition habe. Nie habe es direkte Differenzen zwischen dem Reich und der Türkei gegeben. Nach Abschluß des neuen Paktes ergebe sich Mr die Türkei folgende Situa­tion: Die Türkei bleibe weiter allen Komplikationen fern. Auch das bisher von der Türkei vertretene Prinzip der territorialen Unversehrtheit bleibe be­stehen. Die Türkei habe keinerlei Angriffsziel. Durch den neuen Pakt werde bestätigt, daß Ankara in fei­ner Politik der Erhaltung der Ordnung und des Friedens im türkischen Raum in keinem Gegensatz zu Deutschland stehe. Die neue Urkunde erkenne den türkischen Frieden an und schätze ihn, weshalb sie in der ganzen Türkei Zustimmung finde.

Washington völlig überrascht.

Washington, 20. Juni. (DNB.) Zum deutsch­türkischen Freundschaftsvertrag lehnte Unterstaats­sekretär Welles eine Stellungnahme mit der Be­gründung ab, er müsse den Vertrag erst genauer studieren, bevor er sich schlüssig werde, ob ein Kom­mentar angezeigt sei.Washington Post" meldet, die Nachricht vom Abschluß sei hier völlig uner-

überrascht wurde, das hier und da Antwort fand, war es wohl der alte Rüde, der den Dachs aus dem Bau getrieben hatte. Wäu, wäu es ist der Fuchs, der durch das Revier streift, es ist der sehnsüchtige Alte, der über den Schnee dahinzieht undwäu, wäu", antwortet ein anderer von fern, der ebenso herzkrank durch den Winter bellt.

Ob er die Fähe fand? Ich wünsche es ihm, denn es ist ein schlimmes Los, im Winter liebeskrank zu fein, und wenn man gar über Schnee und Eis suchen muß, kann die Sehnsucht zur bitteren Not werden. Da hat der Dachs es sich besser eingerichtet, er hält Hochzeit im Hochsommer ünd braucht nicht zu darben.

Der Wind, der mich umströmt, ist warm. Oder eigentlich ist es kein Wind, sondern immer noch die sonnenwarme Mittagsluft, die sich durch den Wald schiebt. Draußen ist der Abend schon eingefallen, etwas fröstelnd, wie es solch ein Frühling oft noch mit sich bringt. In den Kronen des jungen Holzes steht ein rötlicher Schein und verblaßt, auch vom Boden steigt es jetzt feuchter auf; wird wohl Zeit, den Weg weiterzusuchen. Und weil's die Tage sind, wo vielleicht gerade die Jungfüchse erscheinen der Winter war hart und lang will ich keine.Un­ruhe bringen. Vielleicht hat man unter meinen Füßen den Schritt gehört und spacht sich Sorgen.

Aber während ich noch einmal frierend an den Winter denke und den bellenden Fuchs über den weißen Schnee schnüren sehe, die Rute gesenkt, ja, während ich den Alten und seiner Fähe, auch wenn er mir ein böser Nachbar war, einige gute Tage wünsche, denn hat er sich den Bau nicht ehrlich erkämpft? da schnuppert zu meiner Verblüffung auf einmal eine schwarz und weiß gestreifte Nase aus der nächsten Nähre. Blitzschnell war sie da und weder fort, ehe ich den Blick recht hinübergewandt hafte. Was, zum Kuckuck, hatte das zu bedeuten? Mir fällt im gleichen Augenblick ein, daß ich schon lange nicht mehr am Bau war, daß mir neulich am Wege auffiel, daß der Boden nach Eckern und Eicheln ausgestochen war, wie etwa Vater Dachs den keimenden Samen untersucht. Ich lasse den Blick gleiten nach Fährte, nach Losung und hei, du lieber Himmel, da höre ich, wie noch in der Röhre Meister Grimbart sich polternb hen Sand aus dem Pelz schüttelt und dann hui fröhlich

des

Die USA. schädigen sich selbst

Dreimächtepaktes nachzukommen.

Amerikanisches U-Boot bei Tauchübungen gesunken

und unbekümmert ausfährt. Hat sich was mit dem Fuchs im Fuchsberg, der Dachs blieb der Sieger!

Aber dann kommt das Beste. Hinter ihm, ein, zwei, drei Jungdachse, die gleich Spielabend machen und bann, mit einem glücklichen Murren, Mutter hinterdrein.

Also, das hat mir der Frühling gebracht? Eine gesegnete Nachbarschaft, die wird nicht ein Fasan­gelege brüten, noch die Enten am Schilfrand aus­kommen lassen. Mit einem Knüppel möchte ich drein­fahren. Aber dann überwindet das Lachen allen Zorn. Wie der alte Dachsbär sich nämlich um- wendet und gerade eine wichtige Bemerkung machen will, ehe man ins Unterholz fährt, wird er meiner gewahr, wie eine Salzsäule sitze ich da. Und der vorsichtige Herr ist so verblüfft,'er schüttelt den Kopf, wahrhaftig, er schüttelt den Kopf vor Ueberraschung. Aber bann, mit einem fauchenden Knurren hat er sich wieder in der Gewalt. Blitz­schnell ist die Dächsin im Bau, tapveln die Kinder hinterdrein. Aber Grimbart über alle hinweg. Auf einmal ist ihm das Leben lieber als alle Vater­freude.

Oie LIGA. am Scheidewege.

To ki o, 20. Juni. (DNB.) Der Sprecher der In­formationsabteilung der Regierung, Koh I f ch i i, jagte vor dem Zentralrat der Taifei Pokusankai, im Weltkrieg fei es möglich gewesen, amerikanische Truppen direkt auf dem europäischen Kontinent zu landen und die Alliierten mit großen Mengen Krie>gsmaterial weitgehend zu versorgen. Heute sei die Lage jedoch völlig anders. Japan stehe als Part­ner des Dreimächtepaktes vorherrschend auf der an­deren Seite des Pazifiks und nötige die USA. zu gewichtigen Ueberlegungen. Unter diesen Umständen habe sich die Regierung der USA. zweimal zu über­legen, ob Amerika in den Krieg eintrete. Die letzte Serie der britischen Niederlagen auf dem Balkan und in Libyen habe diejenigen Amerikaner abge­kühlt, die optimistische Auffassungen hinsichtlich der Aussichten in diesem Krieg hatten. Die USA. seien heute am Scheidewege, wobei die Entscheidung von Roosevelt abhänge, b;er diktatorische Vollmachten in den Händen habe. Die Achsenmächte hätten ein un­geheueres Uebergewicht gegenüber dem Gegner be­wiesen. Die täglichen Versenkungen britischer Han­delsschiffe durch deutsche U-Boote und Flugzeuge seien schwerste Schläge für England. Gleichzeitig sei die Bombardierung Englands äußerst folgenschwer. Japan sei seit dem Abschluß des Dreierpaktes keinen Schritt von dem damit eingeschlagenen Weg abge­wichen. Japan habe hinsichtlich der Bereitschaft seiner Flotte nichts vernachlässigt, um notfalls im­stande zu sein, seinen Verpflichtungen auf Grund

Neuyork, 21. Juni. (DNB. Funkspruch.) Nach einer Mitteilung des Marinedepartements ist das U-BootO 9", das vor Portsmouth (USA.) Tauchübungen durchführte, überfällig. Man be­fürchtet, daß es verunglückt fei. Ein Rettungsschiff und mehrere Taucher versuchen mit dem gesunkenen Boot Verbindung aufzunehmen, um die Mannschaft 31t bergen. Das Unglück ereignete sich im gleichen Meeresgebiet, wo vor zwei 'Jahren das U-Boot S q u a l u s" gefunfen fei.

poriiisches Europa.

Von Dr. Paul Rohrbach.

Die Ereignisse dieses Krieges haben uns beit I griff des südosteuropäischen Raumes nahe gefta Er leitet uns über zu dem nächsten, oftroar-s

Skat im Löwenkäfig.

Ein italienischer Wanderzirkus in Modena bot seinem zahlreichen Publikum kürzlich eine besondere Sensation. Ein junger Buchdrucker, Piero Frcmcia, hatte sich erboten, mit dem Dompteur der Löwen­gruppe in Anwesenheit von dessen SckMtzlingen eine Partie Karten zu spielen. In den vergitterten Raum, in dem sich drei Wüstenkönige befanden, wurde ein Tiscb gestellt, an dem der Tierbändiger und fein Partner Platz nahmen. Der Bändiger gewann, aber nur dadurch, wie Francia sich nachttäglich be­schwerte, daß diekiebitzenden" Löwen jenem in unzulässiger Weise geholfen hätten. Die Tiere hatten sich nämlich in begreiflicher Neugier den Spielenden genähert, um sich vor allem den unbekannten Gast etwas genauer anzusehen. Daß diese? dabei nervös wurde und schlecht spielte, wird ihm niemand ver­übeln. Schließlich tranken beide noch in Gesellschaft der Raubtiere eine Flasche Wein, worauf der mutige Kartenspieler, vom Publikum lebhaft beklatscht, den Käsig verlief

wartet gekommen und habe in Amtskreisen Heber« raschung und Bestürzung sowie die Frage ausgelöst, welche Folgen sich für den Nahostraum daraus er­geben würden.

legenen Hroßraum unseres Erdteils, dem Po: fchen Europa. Der Pontus ist das Schwär Meer, in das der große Strom Südosteurvs die Donau, mündet. Die Griechen nannten M Meer zuerstAxeinos", das ungastliche, weil für sie anfangs weit draußen an den Grenzer,> bewohnten Erde lag und gefährliche Völker seinen Ufern wohnten. Weil es aber Sitte n Benennungen von übler Vorbedeutung nicht brauchen, so wandelte manAxeinos" in(En­no s" um, das gastliche, und nachdem erst ein Srd griechischer Kolonialstädte an seinen Ufern eirpj gewachsen war, brauchte das Beiwortgajilil auch nicht mehr als bloße Verhüllung eines köf Omens verstanden zu werden.

Die Donau ist der Arm, mit dem der bis in das Herz Deutschlands reicht. Donau=(M ist ein Raumbegriff, der Großdeutschland mit M garn, Kroatien, Serbien, Rumänien und Sulgoiil zu einem natürlichen Derkehrsgebiet verbind dessen Zusammenhang noch enger sein wird, fobJ der Rhein-Main-Donau Kanal zur Vollendung J kommen sein wird. Was ein großer schiffbarer W für den Versehr bedeuten kann, das sieht man i Rhein. Schon vor einem Jahrzehnt betrug der ä terverkehr im deutschen Rheingebiet über fünfj Prozent des gesamten deutschen Binnenverkehr Die Hälfte davon entfiel auf den Auslandsverkej der die deutsche Rheinstrecke passierte.

In diesem Kriege ist die Donau ein über« wichtiger Transportweg für die Güterbewrg« zwischen Deutschland und dem Südosten, dem Ile» gangsgebiet vom Mittleren zum Pontischen ti ropa, geworden. Vom Gestade des Schwär« Meeres kamen bereits die bessarabischen Deutschs die auf der Donau heim ins Reich Mhren. 'M Pontische Europa, das durch den Donauweg J uns zufammenhängt, umfaßt Bessarabien, i Ukraine und den Westflügel des Kaukasus. Ein i unterbrochener Wasserweg führt von Regenelnül wo gegenwärtig die Großschiffahrt auf der ?onj beginnt, bis nach Galatz und Braila, den bei« rumänischen Städten, die zugleich Donau- Schwarzmeerhäfen sind, und weiter bis nach ®arj und Burgas in Bulgarien, bis nach Odessa in Datum, wo die aus dem Oelgebiet von Baku ko«

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Äft! pW lAglinß' Vs fe»

Deutschland hat, wie schon berichtet wurde id den entsprechenden Maßnahmen g e a n tmorhi Wie ist nun die tatsächliche Lage? Die deufcha Exportguthaben in den Vereinigten Staaten fisl bis auf einen bescheidenen Rest ausgeglichen, |j Firmenbeteiligungen sind bereits feit längerer Ztj abgestoßen, Forderungen in Wertpapieren, ai Grundschulden und Hypotheken bestehen kaum gesamte Wert der in den Vereinigten Staaten eil gefrorenen Guthaben erreicht nicht rnehr all 12 0 Millionen Reichsmark. Die Lrnelf konischen Vermögenswerte in Deutschland ixicqfl sind rund vierzehnmal so groß, sie Eelri gen 1,7 Milliarden Reichsmark. Auch die italieM Bilanz ist günstig, die amerikanischen Guthaben i Italien dürften weit mehr als das Cop« pelte der italienischen Guthaben in Amerika» reichen. Man versteht also sehr gut, roarw- k seit längerer Zeit geforderte Sperre beim anwrli Nischen Staatsdepartement zunächst auf Zögern M stoßen ist. Wenn sich nunmehr die Vereinig Staaten doch entschlossen haben, zu der englisch! Wirtschaftsblockade so etwas wie eine Final blockade hinzuzufügen, so kann Deutschland aq diesem Tun mit Gelassenheit zusehen. Das ist in der weitaus günstigeren Lage, und e? 1 schließlich eine Angelegenheit der Vereinigten Gtal ten, mit welchen Mitteln sie ihre eigene PoM auf dem internationalen Finanzmarkt schädig wollen. Denn darüber müssen sich auch die Arnm kaner im klaren sein, daß eine geachtete girirj stellung in allererster Linie eine Sache des fl:i trauens ist und daß willkürliche Erschüttere^ dieses Vertrauens, die absichtliche Erzeugung « R§chtsunsicherheit von den betroffenen Lärm nicht so rasch vergessen werden.

OieDogeluhr".

In den Wochen des Brutgeschäftes in der Ar-l welt ist das Konzert der gefiederten Sänger in ft frühen Morgenstunden am allerschönsten, und m hat seit langem beobachtet, daß die einzelnen arten mit ihrem Gesang immer zu einer bestimm Stunde einsetzen, so daß man von einerVogelU- sprechen kann. Das Studium dieses Frühgestn.t hat die ornithologische Wissenschaft immer wtti beschäftigt; neuerdings hat Georg Scheer berl kenswerte Beobachtungen darüber^ Dcröffctdij über die in der Frankfurter Wochenschrift ,j)ie W schau" zusammenfassend berichtet wird. Wie gpn die Vogeluhr abläuft, konnte Scheer von tieuenui<1 stellen, als er regelmäßig folgende Vögel in 'M Frühgesang verhörte: Amsel, Buchfink, "grauer Tj genschnäpper, Gartenrotschwanz, Girlitz, ©riirrf« Hausrotschwanz, Haussperling, Kohlmeise, 3M segler, Star, Weidenlaubsänger und Wende».^ Verschiedene Vögel derselben Art, vor allem 2tnj beginnen ihren Gesang mit großer Genauigkeit^ zu derselben Zeit und damit auch bei fast her 5-j chen Helligkeit. Bei Sperling und Star kann R die einzelnen Vögel oft gar nicht voneinander^ terscheiden, da sie ihren Gesang-fast genau um selbe Minute beginnen. ' . J

Weiter war zu beobachten, rote sich Bügel' z gleichen Art gegenseitig aneifern. Viele weo;j während des Frühgesangs ihren Platz; nach >1 bestimmten Zeit fliegen sie weg, um an einer deren Stelle weiterzusingen, und auch dieser M wechsel erfolgt mit der größten Regelmöß> Manche Vögel wechseln ebenso gelegenttich Schlafplatz, besonders die Girlitze, aber auch 1 Grünfinken und Buchfinken. Die ersten Tönr j Vogelgesanges werden noch wie verschlafen hc^ gebracht, ein Beweis dafür, daß die Vögel unnoiV bar nach dem Aufwachen, ohne zunächst auf j Nahrungssuche zu gehen, mit ihrem Gesang ginnen. Regen, auch ganz leichter Regen, noch ttjl aber Gewitter, wirft bei allen Vögeln verspr auf den Beginn des Frühgesangs ein, wätz-li beim Abendgesang ein leichter Regen nach Tagen anregend zu wirken scheint. Der sang am Morgen ist abhängig von den. denen Helligkeitsgraden, verfällt gHo besmA ten physikalischen GssetzerL - " * s

Zur Sperre der deutschen und italienischen Gut­haben in USA. schreibt die Frankfurter Zeitung:

Auf den bisherigen Verlauf des Krieges in Europa hat Washington auf finanziellem Gebiet stets mit der gleichen Maßnahme reagiert. Wenn die deutschen Truppen ein Land besetzten, so hat man die Guthaben, die dieses Land in den Ver­einigten Staaten unterhielt, schleunigst gesperrt. Man hat sich dabei aber nicht nur auf die besetzten Länder beschränkt, sondern auch jene in die Sperre einbezogen, die man derAchsenfreundlichkeit" ver­dächtigte. Allmählich waren es so fünfzehn europä­ische Länder geworden, deren Derttauen auf die oft gerühmte Funktion der Vereinigten Staaten als eines'neutralen Bankiers" der Welt auf drastische und nachdrückliche Weise erschüttert wurde. Die Washingtoner Administration versuchte, was die besetzten Länder angeht, den Schein eines Rechtes zu wahren, indem sie etwa behauptete, die Sperre geschehe im Interesse dieser Länder, da man auf diese Weise die Guthaben der Verfügung der Achsenmächte entziehe. Völlig frei von solcher Ver­brämung ist aber die neue Verfügung Roosevelts, durch die sämtliche europäischen Guthaben gesperrt werden, also auch die deutschen und ita­lienischen. Hier handelt es sich um eine rein politische Maßnahme, um eine Kampfmaßnahme, um eine unzweideutige Diskriminierung der Achsen­mächte. Man hat sich damit bedenkenlos über die fundamentalen Regeln des zwischenstaatlichen Wirt­schaftsverkehrs hinweggefetzt und den deutsch- ameri­kanischen Handelsvertrag in einem seiner wichtig­sten Punkte verletzt, jenen nämlich, der im Rahmen der Gegenseitigkeit die Ausübung der geschäftlichen Tätigkeit freigibt und^die beliebige Verfügung über das bewegliche Vermögen gestattet.

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