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Absage an
Südamerika und der LlSA.-KapitaliSmuS
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Duce untersteht, wird Zara sein. Das Dekret sieht ein besonderes Verwaltungssystem für Spalato und Curzvla vor. Giuseppe L a st i a n i n i ist zunr Gouverneur von Dalmatien ernannt worden. Ba- stianini war zuletzt italienischer Botschafter in London.
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USA. in den Krieg beseitigen wollen. Zuerst erhoffte man sich diese Wirkung
„Rettet die WeNwirts-ast!"
Die amerikanischen Kriegshetzer, an der Spitze Herr Roosevelt, sind wütend. Das kann man verstehen, denn in den letzten Taaen ist ihnen ihr Konzept nicht nur einmal, sondern gleich zweimal gründlich verdorben worden. Ihr ganzes Streben ist darauf gerichtet, irgendein fräftiges Schlagwort zu finden, mit dem sie die letzten Widerstände im amerikanischen Volk gegen ein aktiveres Eingreifen der
Oer Wehrmachtbericht.
Berlin, 20.Mai. (DJIB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:
Ein Unterseeboot unter Führung von Kapitänleutnant Lehmann-Willenbrock versenkte aus Geleitzügen britische Tankschiffe mit insgesamt 33 000 BRT.
Deutsche Kampffliegerverbände bombardierten unter Jagdschutz Schiffsziele in der Suda-Bucht und Flugplätze auf der Insel Kreta. Sie warfen einen Kreuzer der Hort-Klasse in Brand, zerstörten sechs Jagdflugzeuge vom Muster hurricane am Boden und setzten sechs Flakgeschütze außer Gefecht.
Im Seegebiet um England vernichteten Kampfflugzeuge südwestlich Weymouth ein britisches Unterseeboot und beschädigten in PNlford Haven ein großes Handelsschiff schwer.' Bei Dor- stößen gegen die englische Südküste schossen deutsche Jäger in Luftkämpfen sechs britische Jagdflugzeuge und ein Kampfflugzeug ab. 3n der letzten Nacht griffen Kampfflugzeuge Hafenanlagen an der Süd - und Südoftküste Englands an.
In Nordafrika beiderseitige Spähtrupptätigkeit.
Der Feind flog weder bd Tage noch bei Nacht in das Reichsgebiet ein.
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Nach dem gestrigen Wehrmachtsbericht hat sich der Verlust Englands an Tanker-Tonnage durch die kühne Tat eines U-Bootes, das aus einem Geleitzug insgesamt 33 000 Tonnen an Tankerraum heraus- jchoß, seit dem 1. Mai auf insgesamt 85000 Tonnen erhöht. Das ist angesichts der Versenkungen von Tankschiffen in der vorangegangenen Kriegszeit eine ungeheure Zahl, die die britische Oelversorgung aufs schmerzlichste trifft Legt man pro Tanker sechs Fahrten im Jahre zugrunde, so bedeutet die Versenkung bzw. schwere Beschädigung von insgesamt 85 000 Tonnen Tanker-Schiffsraum für England einen Gesamtverlust von 760 000 Tonnen oder 760 000 000 Liter Oel!
U-Boot versenkte britische Tankschiffe mit 33000 BRT.
Oer italienische Bericht.
Rom, 20. Mai. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Dienstag hat folgenden Wortlaut:
In Nordafrika haben wir an der Tobruk- Front kleine gegnerische Unternehmen im Keime erstickt und dabei Gefangene gemacht. Verbände unserer Luftwaffe haben Marsa Matruk und Tobruk bombardiert, wodurch ausgedehnte Brände hervorgerufen wurden. Der Feind hat einen Einflug auf Bengasi durchgeführt.
In O st a f r i k a hat im Abschnitt von G o n d a r ein eigener entschlossener Gegenangriff am 19. Mai den Feind aus den Stellungen geworfen, in denen er am 17. und 18. Mai hatte Fuß fassen können. Die dem Feind zugefügten Verluste sind beträchtlich, auch die eigenen sind empfindlich.
Gouvernement Dalmatien.
Rom, 20. Mai. (Europapreß.) Durch ein königliches Dekret ist das staatsrechtliche Verhältnis her zu Italien Hinzugekvmmenen Gebiete geregelt worden. Die an die Provinz Fiume angrenzenden neifen Gebiete sowie die Inseln Veglia und Arbe und die kleineren Inseln werden der Provinz Fiume angeschlossen. Die übrigen Gebiete und die dalmatmischen Inseln bilden zusammen mit der Provinz Zara das Gouvernement Dalmatien. Es besteht aus den Provinzen Zara, Spalato und Cattaro. Der Amtssitz des Gouverneurs^ der unmittelbar dem
mäßen" Angabe der englischen Schiffsoerluste (die freilich immer noch um 50 v. H. hinter der Wahrheit zurückblieb, weil Herr Churchill seinen lieben Engländern einfach nicht mehr zumuten konnte). Aber auch die Amerikaner haben offensichtlich die böse Pille von rund 500 000 BRT. Schiff sverlusten im April nicht recht verdauen können. Statt der erhofften Kriegsbegeisterung fragte man sich, ob denn unter diesen Umständen die Englandhilfe überhaupt noch lohne. Solches Nachdenken und Nachrechnen konnte gefährlich werden. Die ameritantschen Machthaber lieben es nicht, wenn das Volk denkt. Des* wegen mutzte schleunigst für Ablenkung gesorgt werden. Herr Roosevelt wollte eine Rede halten! Es ist bekannt, datz in dieser Rede viel von der Verteidigung der Freiheit vergewaltigter Völker, wie beispielsweise Frankreichs, die Rede sein sollte. Bevor aber diese Rede gehalten wurde, ertönten Stimmen aus Frankreich, die alles andere waren als amerikafreundlich, so daß ein recht lebhafter Streit zwischen Frankreich und den USA. im Gange ist, wer wem was vorzuwerfen habe. Dgmit war es also wiederum nichts. Die Rede wurde abgeblasen. Ein anderes Schlagwort mußte her. Und das hat Herr Roosevelt nun gefunden. In einer Botschaft anläßlich der amerikanischen Auhenhandelswvche erklärt er: „Die Vereinigten Staaten müßten d i e Weltwirts chast wieder aus dem Chaos aufbauen, in das rücksichtslose Angriffslust und aus Gier oder Furcht diktierte Handelsbeschränkungen sie gestürzt hätten ... Es sei sinnlos, überhaupt von einem künftigen Welthandel zu sprechen, sofern Amerika nicht bereit sei, die Grundsätze zu verteidigen, aus denen der Welthandel beruhe."
„Rettet die Weltwirtschaft", das ist also die Parole, die Roosevelt nunmehr ausgibt, um endlich die'er- wünschte Kriegsbegeisterung im amerikanischen Volke hervorzurufen. Die bösen Nazis haben die Weltwirtschaft ruiniert und in ein Chaos verwandelt, ausgerechnet Roosevelt ist nun berufen, sie zu retten. Ein billiges Argument, aber praktisch! Denn die Weltwirtschaft kann ja nicht gut widersprechen, so wie es Frankreich tat. Vor solchen Enttäuschungen ist man bei diesem Schlagwort sicher. Vielleicht zu sicher, denn auf der anderen Seite gibt es denn doch zu viele Tatsachen, die der Rooseveltschen Behauptung widersprechen. Das Gedächtnis der Welt ist zwar kurz, aber doch wiederum nicht so kurz, daß man nicht mehr wüßte, daß die Weltwirtschaft ihren entscheidenden Knacks im vorigen Welt- k ri e g erhalten hatte. 1918 sah die Welt ganz an« ders aus als 1914. Länder, die vordem Schuldnerländer gewesen waren, wie beispielsweise die USA., waren jetzt Gläubigerländer geworden, während umgekehrt Deutschland, das 1913 Auslandsforderungen im Bettage von 28 Mrd. Mark, darunter 18 Mrd. Mark ausländische Wertpapiere besaß, zum größten Schuldnerland der Welt geworden war. Rußland war so gut wie ganz ausgeschaltet. In verschiedenem Agrarstaaten hatte ein großzügiger
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Haft 2553: Betrag del Schätzung 2475,-
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Von unserem S.-Berichterstatter.
Mittwoch. 21. Utai |9«
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Gewiß, auch heute noch ist die Kalifatfrage eine sehr aktuelle in allen Ländern des Islams. Man hofft, daß bald wieder die Blicke aller Moslems auf einen Kalifen gerichtet sein werden, von dem der wieder aufsteigende Stern des Islams in alle Welt hinausstrahlt. Aber der Kalif soll, politisch ge- ehen, nur der Exponent der Gemeinschaft von Staaten sein, die in ihrer inneren Struktur und Verwaltung selbständig bleiben und die nicht, wie das ehemals der Fall war, der despotischen Laune eines Sultans in Konstantinopel unterstehen.
Seit dem Besuch des Schahs Reza Khan in der türkischen Hauptstadt und seit dem Abschluß des Paktes von Saadabad im iranischen Schloß — Ereignisse, bei denen konfessionelle Gegensätze des Islams keine Rolle spielten — hat die politische Schicksalsgemeinschaft der islamitischen Länder Vorderasiens immer mehr gefesttgt. Sie tritt immer
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Nationalfest der deutschen Fugend.
Zum fünften Male folgt die deutsche Jugend dem Aufruf zur Teilnahme am Reichssportwettkampf. Am Samstag, 24. und am Sonntag, 25. Mai, treten auf den Kampfbahnen und Sportplätzen Großdeutschlands alle Zungen und Mädel von 10 bis 18 Zähren an, um vor der ganzen Nation ihre Einsatzbereitschaft und körperliche Ertüchtigung zu beweisen.
Zweck des Reichssportwettkampfes ist es, in dieser zweitägigen Veranstaltung die ganze deutsche Zugend zu erfassen und auch in den weniger Veranlagten die Freude an körperlicher Betätigung, an Kampf, Sport und Spiel zu wecken. Aus diesem Grunde umfaßt der Reichssportwettkampf die einfachen und naturgemäßen Hebungen des Laufens, Springens und Werfens, die dem Altersunterschied entsprechend abgewandelt sind. Im Vordergrund des Wettbewerbs steht der Mannschaftskampf der kleinsten Einheiten der Hitler-Zugend, und die Gemeinschaftlichkeit des Wettkampfes macht den hohen Wert dieser Leistungsprüfung aus, deren Sinn die Heranbildung eines körperlich leistungsfähigen gefunden jungen Menschen, wie Festigung seines Charakters und die Stärkung feiner Wehrfähigkeit ist.
Die deutsche Zugend soll dem hohen Ideal einer Harmonie zwischen Körper, Geist und Seele nach- ftreben. Die zehn Besten in den Einheiten, die bei der ersten Auslese aus den Millionenzahlen unserer Zungen und Mädel am 24. und 25. ermittelt werden, bleiben als geschlossene Mannschaft in den weiteren Ausscheidungen im Bann und Gebiet und in der Reichsentscheidung um die höchste sportliche Auszeichnung, die Urkunde des Führers, beisammen. Bei der Wertung der Einzek- leiftungen erhalten die Besten die Siegernadel der Reichsjugendführung. So werden am 24. und 25. Mai mehr als fünf Millionen Jungen und Mädel das Nationalfest der deutschen Jugend begehen, um zu beweisen, daß sie fteudig dem Befehl des Führers folgen, der seine Zugend stark und gesund wissen will.
in den Vereinigten Staaten fast der doppelte sei. Die brasilianische Wirklichkeit sei, ihre Produktion billig und in entwerteter Währung zu verkaufen, dagegen teuer und in hochwertiger Währung zu kaufen. Mit Recht seien die südlichen Nachbarn der USA. allmählich skeptisch geworden gegenüber den Redereien vom guten Willen.
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Erscheint täglich, außer Sonntags und Jreiertags Beilage«: Die Illustrierte ®iefeenerftamilienbldttei Heimat unBild DieScholle Mouats-Bezugsvreis: Mil 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte • 1.80 Zustellgebühr... „ -.25 auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Fernfvrechanschlutz 2251 Drabtanschrift:„Anzeiger" Postscheck 11686 Franks ^M.
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Buenos Aires, 21. Mai (DNB. Funksvruch.) Für die Gedankengänge Hulls über die Wirtschafts- politik in der Nachkriegszeit bringt der Neuyorker Sonderkorr e spondent in der Zeitung „Nacio n" nur wenig Begeisterung aus. Niemand verstände, wieso die Vereinigten Staaten plötzlich ihre bisherigen Theorien über Bord würfen. Da aber seit vielen Jahren der k a u s m ä n n i s ch e R e i n g e - w i n n der Endzweck aller USA.-Politik gewesen ist, würde es auch bei dem neuen Programm nicht anders fein. Dem absurden Grundsatz, welchen Hüll entwickele, könnten die iberoamerikanischen Länder, welchen eine ganz untergeordnete Rolle zugedacht sei, in keiner Weise zustimmeK. Die Idee, Südamerika solle seine landwirtschaftliche Produktion umstellen, um nicht als Konkurrent für die Vereinigten Staaten aufzutreten, zeige die Rücksichts- losigkett gegenüber den südlichen Nachbarn. Argentinien, welches aber trotz aller Wirtschaftsnöte nicht so sehr geschwächt sei, daß es unbedingt vor den USA-Wünschen kapitulieren müsse, bleibe immer noch die Hoffnung, daß der ersehnte Frieden auch die internationalen Handelsbeziehungen umgestalten würde.
Auch die brasilianische Zettung ,Zmparcial" erkennt in Hulls Ausführungen einen starken Mangel an Verständnis für die wirtschaftliche Wirklichkeit Südamerikas. Die Wirklichkeit bestehe darin, daß nordamerikanische Autos im Werte von 850 Dollar in Brasilien für 1500 Dollar verkauft werden, daß für Rundfunkgeräte aus USA., die dort 10 Dollar kosten, in Brasilien 25 Dollar gefordert würden. Auf der anderen Sette feien Brasiliens Rohstoffe das Opfer unsinniger Spekulattonen. Was in den letzten Monaten mit Baumwolle vor sich gegangen fei, fei einst ch traurig. Das USA - Kapital habe für weniger als den Selbstkostenpreis eine Produktion auf getauft, deren wirklicher Wert
deutticher hervor und zeigt immer bestimmtere Formen. Gewiß, noch ist nicht alles ereidjt, noch versucht England den Spaltpilz in der all-islamitischen Bewegung zu züchten. Die Stellung Transjordaniens ist noch nicht geklärt, und noch herrscht englisches Militär im Nilland. Aber abgesehen von vereinzelten Rückschlägen, die eintreten können, ist der Vorstoß des All-Islams nicht mehr aufzuhalten, der Erfolg der Erhebung des Iraks, gegen "die britische Knechtschaft wird dafür ein Prüfstein sein.
Die Kämpfe im Irak.
Rom, 20. Mai. (Europapreß.) Aus Bagdad erfährt „Popolo di Roma", daß die irakischen Truppen in der Nähe von Basra 30 britische Panzerwagen vernichtet hätten, während die irakische Artillerie auf dem Schatt-el-Arab (Zusammenfluß von Euphrat und Tigris) südlich von Basra zwei feindliche Kanonenboote zum Rückzug gezwungen habe, die schwer beschädigt worden seien. Englische Flugzeuge überflogen wieder die Hauptstadt Bagdad und warfen einige Bomben auf das Lager Al Raschid ab, ohne jedoch Schäden zu verursachen.
Die vielseitige lähmende Wirkung solcher Verluste und Ausfälle für die britische Industrie, die britische Wehrmacht und vor allem für die britischen Flottenstreitkräfte liegt auf der Hand. Schon durch die Einstellung der Produktion des Jraköls ist die britische Admiralität hinsichtlich der Versorgung ihrer Mittelmeerstreitkräfte in erhebliche Schwierigkeiten geraten; man muß bedenken, daß das irakische Mossulgebiet jährlich 5 Millionen Tonnen Rohöl nach Haifa lieferte. Da aber gerade der Krieg im Mittelmeerbecken stärkste Anforderungen hinsichtlich des Oelbedarfes an die britischen Streitkräfte zu Wasser und zu Lande stellte, so waren diese mehr und mehr auf den langen Antransport des Oeles aus dem Persischen Golf, also um die ganze arabische Halbinsel herum, angewiesen. Diese Schwierigkeiten dürften sich noch steigern, sobald sich die schweren Verluste an Tankschiffen erst richtig auswirken, denn ein Ersatz für die verloren gegangenen Tankschiffe ist, da es sich um Spezialschiffe handelt, noch schwieriger als für gewöhnliche Handelsschiffe.
228 englische Panzer in Griechenland erbeutet.
Berlin, 20. Mai. (DNB ) Bei der Sichtung des von dem brittschen Expeditionskorps in Griechenland auf der Flucht zurückgelassenen Kriegs- gerate wurde als bisherige Kampstvagenbeute fest- gestellt 111 leichte Panzerkampswagen, 90 schwere Kreuzer-Pa-nzerwagen und 27 Panzerspäh- und Infanteriepanzer-Kampfwagen. Die Beutezahlen erreichen damit allein an Panzer kämpf wagen 228 Fahrzeuge. Es konnte 'bei der Sichtung der Beute festgestellt werden, daß mehrere englische Panzerverbände ihr gesamtes Kriegsgerät bis auf den letzten Kampfwagen im Kampf und auf der Flucht eingebüßt haben.
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In Haifa sind weitere Verbände des ehemaligen britischen Expeditionskorps in Griechenland gelandet und infolge Ueberfüllung Haifas mit britischem Militär nach Tel Aviv weitertrauspor- t i e r t worden. Hierunter befanden sich auch Einheiten des 1.enalischen Panzerregiments, die ohne schwere Waffenausgeschifft wurden. Das Regiment hat feine sämtliche Panzerwagen während der Flucht in Griechenland eingebußt.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Istaub ul, im Mai 1941.
Die Ereignisse im Irak haben der all-islamitischen Bewegung einen Auftrieb gegeben, dessen Tragweite sich scywerlich im voraus bestimmen läßt. Dabei ist zu beachten, daß der orientalische Nationalismus kein Nationalitätenproblem im Sinne europäischer Ideologie ist. lieber den islamitischen Nationalismen, die überall im mohammedanischen Raum als Kräfte staatlichen Neubaus zum Durchbruch kamen, wölbt sich einigend die islamitische Schicksalsgemeinschaft. Sie ist durch die Lebendigkeit, mit der man sie empfindet, stärker als die trennenden Tendenzen, die beim Neubau der einzelnen Staaten sich bemerkbar machten. Der Abwehrkampf, den der islamitische Orient in allen seinen Teilen in erster Linie gegen England führt, strahlt, weit stärkere Kräfte aus, als die Reibungen, die zu Konflikten politisch-staatlicher Art führen könnten.
Es ist im höchsten Grade bemerkenswert und ein Novum in der Geschichte des Islams, daß die Erhebung im Irak mit der gleichen Sympathie von den beiden Zweigen des Islams, von den Schiiten und von den Sunniten, begleitet wird, die im Laufe der Jahrhunderte oft in Fehde miteinander lagen und sich entfremdet hatten. Das Schisma stammt aus der Frühzeit des Islams, als der Kampf um die Nachfolge des Propheten entbrannte. Nach dem Tode des vierten Kalifen »Ali, des Schwiegersohnes Mohammeds, wurden die Söhne Alis bei Kerbala erschlagen, und die Ömajaben usurpierten das Kalifat. Dem schiitischen Dogma gemäß folgten Ali elf Jmame, d. h. Wissende. Der zwölfte Imam, Mohammed al Mun- tazir, zog sich in die Verborgenheit zurück und verkehrte mit den Gläubigen nur durch einen Mittler, durch einen Bab. Im Jahre 941 starb der letzte dieser Babs. Die Schiiten glauben nun, daß der letzte dieser zwölf Jmame spirituell in irgendeiner verborgenen Sphäre fortleben und eines Tages als Erlöser und Befreier wieder erscheinen werde.
Im Jahre 1844 trat nun ein gewisser Mirza Ali auf, der behauptete, in unmittelbarer Beziehung zu dem vor tausend Jahren verschwundenen zwölften Imam zu stehen, und daß er ihm auf Erden den Weg zu bereiten habe. Das Volk glaubte ihm, und im schiitischen Iran löste sich eine sehr starke Bewegung aus, die eine seltsame Parallele zum Abendland vor tausend Jahren bietet, als man die Wiederkehr Christ: erwartete. Die Babisten zählten bald mehrere Millionen Anhänger; sie waren Reformer, verwehrten der Frau den Schleier und predigten die Einehe; sie lehnten auch den „Dschihad", den Helli- gen Krieg, ab. Es entwickelte sich bald ein heftiger Kampf zwischen der reaktionären Kaste, die den Schah umgab und zwischen den Babisten. Der Bab wurde gefangen genommen und mit feinem treuesten Schüler in Täbris hingerichtet. Sein Nachfolger Mirza Yechia entfloh den Verfolgern und rettete sich nach Bagdad. Dorthin, zu den berühmten Wallfahrtsstätten in Kerbala und Nedschaf, ein wenig südlich von der Hauptstadt des Iraks gelegen, pilgern alljährlich zu Tausenden die Schiiten aus dem Iran, so daß auch heute noch der Verkehr zwischen den beiden Nachbarländern, verschiedener mohammedanischer Konfession ein sehr lebhafter ist.
Auch der orthodoxe Schiitismus hat sich im Laufe der Jahrhunderte gemausert, die konfessionellen Gegensätze haben sich abgeschliffen. Sie haben zum mindesten ihre trennenden Härten verloren und haben dem Gefühl einer islamitischen Schicksal s g e m e i n s ch a f t Platz gemacht. So erklärte z. B. der Scheich ul Islam, d. h. die höchste Spitze der sunnttischen Geisttichkeit, der zugleich der Rektor der Universität El-Azhar in Kairo ist, anläßlich der Heirat der Prinzessin Fawzia von Aegypten mit dem Kronprinzen des Iran, daß Allah der ^arm= herzige allen denen, die an ihn glauben, gleich geneigt bleibe, mögen sie auch unterschiedliche Riten in feiner Anbetung befolgen.
Die Bevölkerung des Iraks ist in ferner großen Mehrheit (zu 79 v. H.) Anhänger der sunnitischen Richtung des Islams, der Rets. Namentlich im Narben wohnen die Anhänger der schiitischen Richtung und stehen mit Teheran in näherer Verbindung. Aber das Schisma, dem früher eine große Bedeutung zugekommen wäre, spielt heute eine mindere Rolle, es ist im gemeinsamen Kampf gegen die «englischen Unterdrücker wesenlos geworden. Auch die isanatischen mohammedanischen Sekten, die ihre An- lhänger oft zu inneren Fehden verleiteten, haben ihre i Zwistigkeiten vergessen und haben sich dem Führer 6er Erhebung im Irak, A l i e 1 Kailani, bedingungslos zur Verfügung gestellt. Auch der Groß- mufti von Jerusalem, Emin el Hussein!, der nach schweren Verfolgungen durch die Engländer ! zuerst nach Syrien floh und dann in Bagdad em Asyl sand, hat ja in diesen Tagen einen Aufruf ruf an die Araber Palästinas und des Nahen I Ostens gerichtet, in dem er alle Gläubigen zum Kampf gegen England aufruft. Der arabische Geheimorden „M u s h e i k e l T a u r o w i e h , der in Palästina an der Spitze des Kampfes gegen bie britische Tyrannei steht und der Verzweigungen m allen arabischen Landern hat, fordert seine Mitglieder auf, unverzüglich an der Seite der Brüder üm Irak mit der Waffe in der Hand schonungslos Sie Engländer zu bekämpfen.
Aus dem staatlichen und politischen Trümmerfeld, Das der Weltkrieg im IRaum der islamitischen Welt hinterließ, reckt sich überall phönixgleich jene Abwehrkraft empor, die sich nicht mehr durch die ‘ brittschen Kolonialmethoden unterdrücken laßt. Diese Tinhett des Abwehrwillens unterscheidet sich merk- i ich von den panislamittschen Ideen des Sullan-Ka- 'iföi. Diese panislamitische Bewegung der Vorkrlegs- seit, die man ohne die inneren geistigen Voraus- etzungen und aus Zweckmäßigkeitsgründen zu ver- ebendigen versucht, ist heute erledigt. Religion und Nation sind heute kein getrennter Begriff mehr!
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Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
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