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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Zürich. Mitte März 1941.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Die Umschaltung des politischen und wirtschaftlichen Denkens fällt besonders in der kleinen
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Angriffen in Mitleidenschaft gezogen war.
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Das Sauptangriffsgebiel unserer Flieger
rchrlfllettvng und Geschäftsstelle:
Lietzen, Zchulftratze 7-9
Großangriff auf London
Bon unserer Berliner 3cbnrtleitung.
„Nur noch verkohlte Skelette"
In den zerstörten Industriegebieten.
Versailles gelernt.
Wir haben von England gelernt, wie wir England bekämpfen müssen und handeln nach jenem Wort des Admirals Fisher. Die Schiffe, die nach England fahren, fahren bereits in den Tod. Die englischen Werften und Häfen, die englischen Pro- duktionswerkstätten für Munition, Tanks, Flugzeuge usw. sinken in Schutt und Asche, die Vorratskammern der Plutokratie, die Lagechäuser, in denen alle Schätze fremder Erdteile aufgespeichert find, fallen in wachsendem Umfange der Vernichtung anheim. Vergebens wehrt sich Der Brite. W i r haben die stärkeren Regimenter, die stärkeren Luftgeschwader und auch unermüdlich angreifende Kriegsmarine. Die Zahl der Stätten englischer Wehr ist im Laufe dieser Angriffe immer geringer und wird von Tag zu Tag immer geringer. Wie sagte Englands Admiral Fisher? „Schlage zuerst, schlage hart." W i r schlagen ...
Coventry ist zerstört, Manchester sehr schwer getroffen, Birmingham heimgesucht, Glasgow, der Hauptfitz der schottischen Rüstungs-
vnrck und Verlag: vrühlsche UntverMätrdruSereiS. Lange
kischen Botschafter gebeten, dem türkischen Staatspräsidenten seinen Dank für d i e Botschaft zu übermitteln.
Wie aus dem Wehrmachtbericht zu ersehen ist, wurden vor allem bie Hafen- und Dockanlagen, die in unserer Karte eingezeichnet sind, mit Sprengbomben aller Kaliber und mit zahlreichen Brandbomben belegt Der sechs Stunden lang rollende Angriff richtete schwerste Zerstörungen in den Royal- Viktoria-Docks, Royal-Albert-Docks und King-George-V.-Docks sowie in den Hafenanlagen des Themsebogens an. — (Karte: Scherl-Bilderdienst.)
getroffen. Drei Luxushäuser in einer vornehmen Straße seien durch Feuer vernichtet worden.
Ein weiterer Uniked-Preß-Vericht sagt, daß die Londoner Donnerstag früh mit roten Augen zur Arbeit gegangen seien. Müde Feuerwehrleute seien zu ihren Stationen zurückgekehrt und Luftschutzwarte taumelnd vor Erschöpfung zu ihren Revieren gegangen. Aufräumungs- und Sprengkolonnen hätten gefährliche Mauern getroffener Gebäude niedergelegl. Ganze Gebiete hätten wegen Einsturzgefahr abgesperrt werden müssen. Viele Verkehrsmittel seien auf der Strecke liegengeblieben, da die Straßen durch Trümmer versperrt waren. Zahlreiche Londoner hätten in den Morgenstunden feststen en müssen, daß ihre Arbeitsstätte beschädigt oder zerstört war und sie somit arbeitslos geworden waren. So sei ein großes Warenhaus völlig ausgebrannl. 3n einem anderen Stadtteil sei das Druckereigebäude einer
Amerikanische Augenzeugen berichten.
Beim Nachtangriff im Hafengebiet ganze Reihen von Gebäuden vernichtet.
Nerryork. 20.März. (DNB.) Vach dem schweren Schlag in der Nacht zum Donnerstag hatte London nach einer Meldung der Agentur Associated Preß In den Nachmittags st unden des Donnerstag erneut Luftatarm. Ferner hat die deutsche Luftwaffe, wie der Londoner Nachrichtendienst berichtet, im Laufe des Donnerstag je eine Stadt an der Südküfte sowie an der Südostküste angegriffen. Es seien „einige Verluste" zu beklagen, auch sei Sachschaden angerichlel worden.
Sämtliche Neuyorker Mittagsblätter bringen ausführliche Schilderungen über den Nachtan - griff auf London, der von der hiesigen presse allgemein als schwer st er des Jahres bezeichnet wird. Der Korrespondent von United Preß schreibt, dah am Donnerskagmorgen immer noch Bergungsmannschaften, unterstützt von Freiwilligen, fieberhaft die Trümmer der zerstörten Gebäude durchsucht hätten. Dellen deutscher Flugzeuge hätten während der Nacht Tausende von Bomben geworfen. Stundenlang habe das Gekrache der Bomben und das Gebelle der Flakartillerie die Stadt zu einem Inferno gemacht. Nur ab und zu habe man das Motorengeräusch briki- scher Jagdflieger hören können. Tausende von Brandbomben seien allein in ein bestimmtes Gebiet (bie Docks) gefallen. Die Brände, die ein Gebiet von 30 bis 40 Quadratmeilen erleuchtet hätten, feien schlimmer gewesen als irgendeiner seit dem Angriff vom 29. September. Das britische Luftfahrt- unb bas Innenministerium hätten zugegeben, dah bas Verkehrswesen sowie bie Gas-. Elektnzitats- unb Wasserversorgung „zeitweise beeinträchtigt" waren. Kur? nach dem Angriff sei der Himmel voller Leuchtfackeln, krepierender Granaten und Leuchtkugeln gewesen. Die Außenbezirke hätten die Hauptlast des Angriffes aus halten müssen. Line dichtbevölkerte Gegend (das Hafenviertel), die bereits früher Gegenstand von Massenangriffen war, sei schwer betroffen worden. Teilweise feien ganze Reihen von Gebäuden vernichtet worben. Vier Bomben hätten ein achtstöckiges Gebäude
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„Der Anfang eines herannahenden Sturms."
London in Erwartung der Intensivierung des Lustkrieges.
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Zeiten, hatte unter dem Jauchzen der britischen Jingopresse der Schöpfer der Dreadnoughts, Admiral Fisher, erklärt: „Auf der britischen Flotte ruht das britische Reich. Keiner unserer Soldaten kann irgendwohinkommen, wenn ihn nicht ein Matrose auf dem Rücken trägt. Meine Maxime ist: Schlage zuerst,, schlage hart, schlage irgendwo. Das Wesen des Krieges ist Gewalt, Mäßigung im Kriege ist Schwachsinn". Wir deutschen wußten seitdem, was wir von England zu erwarten hatten. Versailles war die Probe aufs Exempel und wir haben, worauf der Führer immer wieder hinweist, feit
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Ein zweites schroffes Mißtrauensvotum erhielt Ue Schweizer Regierung, ihre Parteien und ihre Treffe durch eine Volksabstimmung in Zürich über eine Gehaltserhöhung der städtischen Bedien- f-eteiL Bereits anfangs Dezember 1939 war m einer «Hgenössischen Volksabstimmung ein Gesetz zu Gun- t*n der Sanierung der Beamtenkaffen aus öffentlichen Mitteln verworfen worden, obwohl die osn- Selle Schweiz nachdrücklichst dafür eintrat Die Züricher Volksabstimmung hat dieses Mißtrauen Äermals bewiesen. Regierung und Parteien hatten fir die städtischen Angestellten und Beamten eine Kesoldungsvorlage für diese größte Stadt der Schweiz ausgearbeitet, die mit der Steigerung der Lebenshaltungskosten um ungefähr 20 bis 25 d. 20- lsgründet wurde. Run ist es Tatsache, daß unter r-r Teuerung alle Schichten leiden und Nicht nur tiie Festbesoideten. Gerade gegen die Beamten- lijaft macht sich aber schon lange eine Mihstimmung kmertbar da sie und die Parteien für Die wirt- sihastiiche Notlage oerantwortlich gemacht werden. S'ie Abstimmung am 9. Februar ergab eine oer- 'ichtende Niederlage der Beloldungsoor- hge. Nicht weniger als 47 467 Nem-Stimmen gegen mr 25 419 Ja-Stimmen wurden abgegeben, asio iie Vorlage mit einem Verhältnis von fast 2.1 '^ch^die |og. „Reval-Jnitiatioe". über
Jahrgang Rr.68 t^ricbeim lanlid). anbei Sonntags und feiertags Beilagen: DieUuftnet le NießenerFamilrenblätter Heimat unBild DieSctwlle Monats-BezunsvreiS: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte » 1.80 guitellgebübt » -.25 auch bei Nichterscheinen □on ein,einen Nummern mfolge höherer Gewalt »ernlvrechanschlust 2251 T^abtanschrist:,,Anzeiger" Voiticheck 116sn Tranks. M
„Gott ist für die, die sich der von ihm gegebenen Vernunft und Mittel bedienen", sagte der deutsche Patriot und Philosoph Leibniz in seiner „Geschwinden Kriegsversassung". Wenn Leibniz dann weiter sagt: „Gott ist für die besten Regimenter", so nahm er damit das Wort Friedrich des Großen vorweg, wonach Gott mit den stärksten Bataillonen sei. „England kann den Kriea nicht ohne Hilfe gewinnen", meinte dagegen Churchill, der England ins geglaubt hatte, Deutsch- Wort ins Mauseloch krie-
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diese Volksabstimmung gezeigt hat, daß Pläne, bie Alkoholgesetzgebung zu verschärfen, sicher abgelehnt würden, war eigentlich die Kernfrage zu Gunsten her Abänderungslustigen entschieden, so daß dieser Volksentscheid nicht etwa eine Zustimmung zu der demokratischen Bürokratie bedeutet.
Es ist bereits so weit gekommen, daß manche Gruppen unter der Flagge der Parteilosigkeit segeln und die schärfste Kritik an der herrschenden Inter- efsentenpolitik üben. Alle diese Bewegungen sind aber ziemlich formlos und nur der Verärgerung entsprungen. Wie groß die Verärgerung an sich ist, beweisen die Parteien, die sich, unbeschadet ihrer sonstigen weltanschaulichen Gegensätze, gegen die Volkstimmung defensiv zur Wehr setzen und durch die Bildung dieser zwangsläufigen Einheitsfront am deutlichsten beweisen, daß die Gärung groß und nicht unberechtigt ist.
Handschreiben des Staatspräsidenten Ismet Inönü an den Mbrer.
die am 9. März abgestimmt wurde, verlief unbefriedigend. 9m Fahre 1930 war durch Volksabstimmung die Schweizer Alkoholgesetzgebung einge- sührt worden, die den kleinen Obstbauern das Brennen verbot, weil man die Ueberfluttmg der Schweiz mit schlechtem Alkohol verhindern wollte. Gleichzeitig aber wurde dem Staat das Alkoholmonopol übertragen, d. h. er regelte von 1930 an die Obst- und Weinbrennerei und zog seine Alkoholsteuer ein. Die Volksbewegung verlangte nun die Wiederherstellung der alten Verfassungsbestimmung von 1885, die keine Regelung der Branntweinbrennerei und keine Besteuerung von Brennereierzeugnissen kannte. Selbstverständlich traten wieder einmal alle Gruppen der Schweiz, die die „historische" Demokratie zu verkörpern vorgeben, gegen das Volksbegehren auf. Sie wurden diesmal durch die Stimmen der Obstbauern verstärkt, die durch die Umstellung im Obstbau auf ihre Kosten gekommen find. Immerhin mar das Ergebnis der Abstimmung für die Regierung überraschend mager, denn das Referendum wurde nur mit 452 000 gegen 301 000 Stimmen abgelehnt, bezeichnend war, daß die Kantone Schwyz, Uri, Unterwalden, Luzern und Zug für die Abschaffung der Alkoholgesetzgebung eintraten. Da
worden, schreibt der Londoner Korrespondent von „Allehanda". Die Sachverständigen der englischen Luftwaffe hätten jedoch seit langem mit einer Inten- fioierung des Luftkrieges gerechnet und jeden Tag als Pause für die Vervollständigung ihrer Vorbereitungen willkommen geheißen. Als in der Nacht zum Donnerstag Welle auf Welle der deutschen Flugzeuge erschienen sei, habe ein so starkes Flakfeuer eingesetzt, wie man es selten gehört habe. Zeitweise habe die Flak Salven ohne Unterbrechung abgeschossen. Dazwischen sei Maschinengewehr- feuer englischer Nachtjäger und Motorengeräusch deutscher Bomber zu hören gewesen, die in größerer Anzahl als sonst gekommen seien. Aber selbst das stärkste Abwehrfeuer l)abe die deutschen Kampfmaschinen nicht daran hindern können, unablässig ihre Kreise über London zu ziehen. Während man versuchte, die in großen Mengen ab geworfenen Brandbomben zu löschen, sei ein wahrer Regen von Sprengbomben niedergegangen.
Stockholm, 20. März. (Europapreß.) Der deutsche Luftangriff auf London in der vorigen Nacht hat in. England ungeheuren Eindruck gemacht und zu mannigfachen KombinaKonen Anlaß gegeben. In einem Bericht des Londoner Korrespondenten einer schwedischen Zeitung wird gesagt, die deutsche Luftvffensive habe während der letzten Zeit sehr zugenommen. Die langen Verzeichnisse d e r Toten und Verwundeten nach den Angriffen auf die Städte des Clyde und des Mersey gäbc.i ein Bild von der Gewalt der Angriffe. Gleichzeitig werde bie Schlacht um den Nordatlantik intensiver. Man sei an die Bombenangriffe, die vor einem halben Jahr eine so große Sensation waren, gewöhnt und glaube jetzt, daß die letzten intensiven Bombenangriffe der Anfang eines herannahenden Stur- m e 5 seien und daß ein weit größerer Kampf bevorstehe. *
Die Londoner Bevölkerung sei von dem schweren Angriff der Nacht zum Donnerstag überrascht
Berlin, 20. März. (DNB.) Der türkische Bot- schafter Gerede hat dem Führer ein persönliches ist im Bann dieser Aggressivität. Einst, Handschreiben des türkischen Staatspräsidenten h
met Inönü überreicht. Der Führer hat den tüx
London bekommt keine Ruhe.
Neuer Alarm am Oonnersiagnachmiiiag. - Auch Städte an der Süd- und Südostküste unter der Wucht deutscher Lustangriffe.
Unglück stürzte, weil er land werde vor Englands____
chen. Nichts bezeichnet wohl klarer und schärfer die verzweifelte britische Lage als dieses Wort. Es faßt in sich den Zusammenbruch aller Hoffnungen der Briten, sich zu behaupten, es entlarvt die Faseleien derer, die von Englands Beherrschung der Meers und der Luft sprechen und legt zugleich von der Verzweiflungsstimmung Zeugnis ab, die sich John Bulls gegenüber der aggressiven Kriegführung ! Deutschlands bemächtigt hat. Die ganze Insel ' Aggressivität. Einst, in schöneren
Schweizer Volk gegen Schweizer Parteien
Bon unterem G.-Berichterstatter.
Stockholm, 20. März. (DNB.) Der Londoner Korrespondent des schwedischen Blattes „Svenska Dagbladet" unternahm in den letzten Tagen eine längere Automobil fahrt durch die von den schweren Schlägen der deutschen Luftwaffe hart mitgenommenen britischen Industriegebiete. Der Korrespondent besuchte vor allem die Städte am Mersey, die Jndustriebezirke in Lancashire und Äorkshire. ,Zch habe viele Fabriken gesehen", so fabelte er, „von denen nur noch das. verkohlte Skelett übrig geblieben ist. Ich habe Handelsschiffe gesehen, von denen nur noch die Schornsteine und Masten aus dem Wasser herausrag ten. Ich habe einen gewaltigen Getreidesilo gesehen, in dem noch drei Tage nach dem Einschlagen der deutschen Brand- und Sprengbomben bie Feuerwehr im schwersten Kampfe mit den Flammen —______ _______ , _ stand." In Manchester und Sheffield wur-
Zeitschrift getroffen worden, bie bereits bei anderen den die zentralen Teile der Stadt schwer mitgenom-
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i.en|1- üchen Denkens fällt besonders in der kleinen “tenn4 Schweiz sehr schwer. So hat das Land des typischen rIij gesitzbürgertums die Proklamation, die der schweize- ’lc M Äsche Bundespräsident am 24. Juni 1940 erließ und 'V n der gesagt wurde, die unerläßliche Wiederaufrich- ung erfordere gewaltige Anstrengungen, „bie sich, ' W; im wirksam zu sein, außerhalb veralteter [g armen zu betätigen haben werden", anscheinend ncht recht verstanden. Zwar hat die Aufforderung, !unstighin das reine Gelddenken zurückzustellen und *or der Wirtschaft dem Staat den Vorrang zu i<ben, ein tiefes Eindringen in bie Gedankengänge !<r sonst so verpönten autoritären Staaten notwendig gemacht. In der Praxis ersticken aber alle Maß- -ahmen nach wie vor in dem Brei des gewohnten fberaliftifdjen Denkens. Auch wirtschaftlich hat die Schweiz nicht den Anschluß an die Ideen gefunden, bie heute das Festland regieren. Man steht ireinenb beiseite und hofft insgeheim auf den Sieg ier plutokratischen Mächte, wobei vergessen wird, laß, schon rein wirtschaftlich gesehen, die Schweiz tom Festlande und nicht von England ober j«n USA. lebt Hat man sich in gewissen Kreisen Ier schweizerischen Politiker und Journalisten über» ’laupt einmal überlegt, was bie Folge wäre, wenn "lie großen Wirtschaftsmächte Europas die von gnen abhängige Schweiz so behandeln würden wie lie Engländer mit ihrem Aushungerungskrieg gegen -lie ihnen einst verbündeten Franzosen die Vichy- Üegierung, wenn die Nachsicht, die man dem Klein- :aat entgegenbringt und die so gar nicht durch die Konart der Presse und Politiker der Schweiz ge- t rechtfertigt wird, einmal aufhörte?
Die Schweiz ist heute wirtschaftlich und polthfd) poliert. Aus eigener Schuld. Bundesrat und BKarteien wissen das, aber sie tun nichts, um aus lieber Sackgasse herauszukommen. Dabei aber hat ch eine merkwürdige Erscheinung ergeben. Die Neuerung und alle Parteien von links bis rechts ampfen um ihre Vormachtstellung gegen bie Mas- : hn. Die Gleichrichtung der Interessen ber Regre- r- rung und ber Parteien, bie sich so gerne die „historischen" nennen, macht sich in einer Fülle von Verboten gegen bie nationalen Er- i euerungsideen bemerkbar, die Gesetze mer- len einseitig gegen diese Bewegungen ausgelegt, iie demokratische Freiheit steht auch in ber Schweiz jeute nur auf dem Papier. Die Presse hat daran lin gerüttelt Maß von Schuld, aber in einem «unkte sind Regierung, Parteien und Presse macht- bs gewesen. Das Volk hat in den verschieden- ten Volksabstimmungen ganz eindeutig, trotz einer 1 gewaltigen Bearbeitung ber öffentlichen Meinung lurtb Regierung, Parteien und Presse, Stellung tegen die offizielle Schweizer Poli- , j k genommen und damit seinem Mißmut gegen : ie überkommenen Gewalten Ausdruck gegeben. Diese sträuben sich vergeblich gegen den Groll ber Schweizer Staatsbürger und dagegen, daß der Schweizer von dem Ventil Gebrauch macht, durch .>»as er feine Unzufriedenheit mit dem Gang ber Dinge drastisch genug ausströmen lassen kann.
Abgesehen von ber Unzulänglichkeit der Ratio- lierungsmaßnahmen ist und bleibt es dem »ichtschweizer Beobachter der hiesigen Zustände igentlich unverständlich, wie ein Butter und Kose im Ueberfluß erzeugendes und ausführendes Land b°azu übergehen mußte, die Butter- und Käferation Io knapp zu bemessen, daß darüber alle Welt schrie. Die Mißstimmung gegen bie herrschenben Gewalten Inm sehr beuklich in der Volksabstimmung vom L Dezember 1940 über den vormilitärischen Unterricht zum Ausdruck. Vergebens hatten Regierung, Parteien und Presse die Notwendigkeit iiner solchen obligatorischen Unterrichtung in mili= irischen Dingen für die Jugend dem Volke klar in machen versucht. Die „Neue Berner Zeitung ichrieb, das Ausland könne aus einer Ablehnung in Versagen ber Demokratie herleiten, em Flugblatt sämtlicher politischen Parteien nef: „Willst Du bem Auslanb, bas auf uns blickt, beweisen, Satz Dir ein gereiftes und diszipliniertes Volk sind, das !?iner Freiheit und Rechte würdig ist, oder willst Du auf jene Unverantwortlichen hören, die an den Fundamenten unserer Landesverteidigung Wühl' arbeit leisten?" Die sozialdemokratische „Ardeiter- isitunq" sagte: „Das Ausland freut sich an einem Kein." Es half alles nichts. Mit 430 000 Nein- hegen 343 000 Ja-Stimmen, also mit einer Mehr- ieit von 87 000 Stimmen wurde die Vorlage ver-


