Sas macht man mit gefrorenen Lebensmitteln?
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Nicht wegtversen, sondern richtig auftauen und verwenden.
Nach schwerer Krankheit ist am Samstag der- ' . । m: . r. ... Kam hau
stärkerem frühere Leiter der Filiale Hetzen der Dresdner ,1 'RühP^ Bank. Bankdirektor a. D. Gustav M u l l e r. IM
bakterien angegriffen. Will man solche Eier noch in der Schale kochen, so ist besondere Vorsicht geboten.
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„Rosen in Tirol."
Ein Bolvary-Filrn im „Gloria".
Bun fast Singdrosselgröße ist auch der Wasser- Ichmätzer. von dessen dichtem dunklem Gefieder sich Kehle und Brust blendend weiß abheben. Dst ganze geschwungene Körperform, vom stumpfen Köpfchen mit dem langen spitzen Schnabel bis zum hoch auf- zestellten breiten Schwanz, erinnert an ein Boot. Zwar ist der Wasserschmätzer kein eigentlicher Schwimmer, aber dennoch ist seine Heimat das Was- er. und zwar der rasch fließende Gebirgsbach, in dessen Gesteinsritzen er haust, aus dessen Insekten- weit er sich seine Nahrung fängt, indem er sich kopf- iber in die Fluten stürzt, am Grunde des Baches n schiefer Haltung dahinläuft oder mit Beinen und Flügeln gegen den Strom rudert. Er ist ein kühner, lingriffslustiger kleiner Kerl, der auch nicht verzagt, wenn seine Brut einmal durch Hochwasser fortge- ipült wird, sondern sogleich wieder ein neues Nest cm derselben gefährlichen Stelle baut. Dieser kühne freudige Geist spricht auch aus seinem hellen schmetternden Gesangs den er sogar im härtesten Winter erschallen läßt. ' ,
Ein nur vorübergehender Gast bei uns, wie auch lonst überall, ist der Kreuzschnabel, der Vogel mit
Durchfrieren geschützt. Bei Möhren, roten Rüben, Kohlrabi und dergleichen genügt es, wenn man sic IVs bis 2 Stunden in kaltes Wasser zum Au stauen
legt; für Steckrüben und große Kohlköpse ist allerdings die doppelte Zeit erforderlich. Durch Einstechen mit spitzem Messer kann man feststellen, ob das Gemüse schon restlos aufgetaut ist! Man verarbeitet cs wie üblich; die Garzeit wird im allgemeinen kürzer
ein.
Gefrorene Eier legt man zum Austauen ein bis eineinhalb Stunden in kaltes Wasser (‘/s Liter Maser, 1 Eßlöffel Salz). Sie müssen nach dem Auftauen allerdings sogleich verbraucht werden; denn Eiweiß und Eigelb werden durch die poröse, oft auch rissige Schale ganz besonders gern von den Fäulnis.
Um das Auslaufen von Eiweiß durch die feinen Risse in der Schale zu verhüten, wickelt man die Eier zweckmäßig vor dem Kochen fest in weiches, weißes Papier ein und setzt sie mit kaltem Wasser
Das Programm sieht sowohl Einzellieder wie Duette vor Lieblichkeit und Innigkeit edelster deutscher Hausmusik werden dabei im Konzertsaal berufene Gestalter finden.
3anfi>iref(»r i. K Gustav Mütter f.
Verdunkelungszeit
22. Januar von 17.49 bis 9.19 Uhr.
Manchen Aerger über Verluste an Werten hat der Winter des vorigen Jahres durch seine starke anhaltende Kälte gebracht. Wie viele haben sich damals gesagt: „Das soll mir nicht wieder passieren." Nehmen wir also jetzt einmal ein Zimmerthermometer zur Hand und überprüfen die Temperaturen im Keller und in anderen Vorratsräumen. Die günstigste Temperatur in den Vorratsräumen liegt bei + 4 Grad Celsius. Sinkt sie auf 4- 2 Grad herab, so heißt es eingreifen. Mit Säcken und Zeitungs- papier deckt man die auf Brettern oder in Kisten ge- lagerten Kartoffeln ab. Die Einmachgläser können in größeren Gruppen mit mehreren Lagen Zeitungspapier umhüllt werden. Hat man noch einen kleinen Vorrat an Dauerobst, so packt man ihn ohne Zwischenmaterial in eine kleine Kiste oder ein Fäßchen und stellt es an einen kühlen, frostgeschützten Ort. Zur Sicherheit kann man noch Decken darum hüllen.
Und was machen wir, wenn durch besondere Zu- fälle der Schutz doch einmal nicht ausreicht? Sind gefrorene Lebensmittel noch zu verwenden? Gewiß! Man muß nur zweckmäßig damit verfahren und sie
Vornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Stadttheater: 19 bis 21.15 Uhr „Des Meeres und der Liebe Wellen". — Goethe-Bund Gießen und Volksbund für das Deutschtum im Auslande (VDA.): 19.15 Uhr in der Neuen Aula der Universität liest der Schweizer Bauerndichter Alfred Huggenberger aus eigenen Werken. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Rosen in Tirol". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Was will Brigitte?". — Oberhessischer Kunstverein: 17.30 bis 18.30 Uhr Ausstellung im Foyer des Stadttheaters.
bann, wie gesagt, auf den Tisch und sagte als Abschluß seiner Erlebnisse: „Mit die Komödi baldst mir net gehst!!"
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jruar M (g Lienen- in Gießen.
Ganz ähnlich verfährt man bei gefrorenenem Gemüse. Bis zu Verbrauch bleibt alles im kalten Raum und wird dort mit Stroh oder Papier vor
eng verbunden.
Neben dem Autofahren war er in seinen jungen Jahren ein passionierter Reiter in der Blütezeit des damaligen Reitsports in Gießen unter dem bekann« ten Stallmeister Balzer.
Das Andenken an diesen Bahnbrecher des Autosports in unserer engeren Heimat und allezeit entgegenkommenden, verbindlichen Menschen Gustav Müller wird bei allen, die ihn kannten und schätz- ten, in guter Erinnerung fortleben.
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Sladlthealer Gießen.
Am heutigen Dienstag wird zum 150. Geburtstage Franz Grillparzers das Trauerspiel „Des Meeres und der Liebe Wellen" in neuer Inszenierung als Festvorstellung aufgeführt. Mit dieser Neuinszenie- rnug wird das nach Shakespeares „Romeo und Julia" schönste Liebesdrama der Weltliteratur des großen Ostmärkers nach über zehnjähriger Pause wieder im Spielplan des Stadttheaters erscheinen. Spielleitung: Hans Albert Schewe. Bühnenbild: Karl Löffler. Bühnenmusik: Otto Söllner. Es wirken mit: Luise Prasser als Hero, Hans Canincn- bcrg als Leander, weiter Anneliese Garbe, Hilde Kneip; Walter Erler, Joachim Ernst, Raoul La- porte, Karl Volck. 17. Dienstag-Miete,
Gießener konzerlring.
Die nächste Veranstaltung des Gießener Konzertringes bringt am Sonntag, 26. Januar, einen Liederabend von Lore Fischer und Heinz Marten.
Der Retter.
Von Karl Robert Popp.
Settdem sie chn in München einmal zum Saal hinausgeworfen haben, mag der Huber-Alisi nichts mehr vom Theater wissen. Wenn die Rede auf die weltbedeutenden Bretter kommt, dann wedelt er allemal mit seinen Pratzen verächtlich durch die Luft, so daß sich am Stammtisch gegenüber der Schneider unwillkürlich duckt, und sagt ingrimmig: „Mit die Komödi baldst mir net gehst!!" Eine solche Mlßach- tung der Kunst hat natürlich ihre Vorgeschichte.
Es ist' so gewesen. Als der Alisi einmal auf dem Viehmarkt besonders gut verkauft hatte, war er in seiner Herzenssteude nach München hineingefahren und hatte vorerst im Hofbräuhaus gefeiert. Hinter- her sah er sich dann in gehobener Stimmung jenes Stück an, „den Schmarr'n", wie er später sagte. Die ersten Auftritte interessierten ihn nur mäßig, aber bann horchte er auf und wurde gerührt. Ein armes, blitzsauberes Dirndl trat auf und ward alsbald gar hart von einem Wucherer bedrängt. Sie beteuerte
an.
Durch besonders ungünstige Zufälle kann es auch passieren, daß eine Flasche mit Saft oder Süßmost gefriert, oder auch der Inhalt eines Einmachglases, welches man zum baldigen Verbrauch schon zurecht- gestellt und nicht weiter beobachtet hat. Da beißt es aufpassen, wenn man sich Flaschen und Gläser erhalten will. Grundfalsch wäre es, diese Flaschen oder Gläser in einen Behälter mit heißem Wasser zu stellen. Schon bei der ersten Berührung mit sehr warmem Wasser würde durch den starken Temperaturunterschied sofort der Boden von Flasche oder Glas abplatzen. Also auch hier heißt es: lanasam auftauen. Man stellt das Glas entweder in kaltes Wasser, wenn sich noch kein Sprung darin zeigt, oder sonst in eine trockene Scksiissel in einen leicht temperierten Raum. So kann nichts passieren. Das Glas bleibt heil, und nach einigen Stunden ist auch der Inhalt völlig aufgetaut. Gemüse aus einem solchen Glase sollte man erst kurz vor der Mahlzeit tischfertig machen. Es darf nicht lange kochen und auch nicht zu lange warm stehen, weil es durch das Gefrieren schon weicher ist als sonst.
So läßt sich mit Umsicht und Ueberlegung mancher Schaden verhüten.
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Mit Bankdirektor Müller ist ein Mann aus dem Leben abberufen worden, der zu Beginn unseres Jahrhunderts einer der ersten Wegbereiter des Automobilsports in Gießen gewesen war. Nächst dem Gießener Altmeister des Nabrennsports und des Autofahrens Wilhelm Hamel war Gustav Mü Her u. W. der zweite Pionier, der dem damals geradezu als Sensation wirkenden Auto im Verkehrswesen Gießens Eingang verschaffte und immer mehr Freunde erwarb. Bereits im Jahre 1901 machte er mit seinem ersten Auto eine Fahrt, die von Gießen nach Ludwigshafen führte und mit allerlei Hindernissen und Zwischenfällen gespickt war. lieber diesen Wagen hat er uns im Februar 1935 aus der Jugendzeit des Gießener Autosports selbst erzählt, daß es sich dabei um ein konstruktiv nicht besonders geglücktes Versuchskind eines unbekannten Ingenieurs gehandelt habe. Acußerlich habe dieser Wagen an den bekannten „Benz-Eom- fortable" erinnert, nur daß der einzylindrige Motor nicht im Hinterteil des Wagens, sondern vorn angebracht war, von wo aus die Kraft der Maschine durch einen verschiebbaren Treibriemen auf drei mit der Hinterachse verbundene hölzerne Riemenscheiben übertragen wurde: linke Scheibe: kleiner Gang; rechte Scheibe: großer Gang; mittlere Scheibe: Leergang. Rücklauf war bei dem kurzen I Radstand nicht erforderlich. Ebenso hatte man auf ein Differential der Hinterachse verzichtet und den Gummiverlust in Kauf genommen Dagegen wirk en nach Art der alten Droschken zwei kräftige Brems» klötze direkt auf die Pneumatiks der Hinterräder, denen das offenbar auf die Dauer aber nicht besonders zuträglich war. Jene Fahrt nach Ludwigshafen über eine Strecke von ungefähr 150 Kilometer wollte der Gießener Bahnbrecher des Auto- sports in einer Zeit von etwa fünf Stunden, also mit der für unsere heutigen Begriffe gerc^ezu „enormen" Stundengeschwindigkeit von 30 Kilometer zurücklegen. Es wurde aber eine Reisezeit von drei Tagen daraus, da der Motor des Kraft-» wagens unterwegs mancherlei Tücken und Widerborstigkeiten zeigte.
Dennoch hat sich Gustav Müller nkcht abschrecken lassen, er blieb dem jungen Autosport weiterhin treu und wurde einer seiner stärksten Förderer in Gießen Er gehörte mit zu den Gründern des Ober- ' hessischen Automobil-Clubs, der im Jahre 1911 zur Förderung des Autosports in Gießen ins fiebert trat und bis zu seiner Ueberlcitung in den DDAE. wirkte. Während 25 Jahre war Bankdirektor Müller der bewährte Schatzmeister des Oberhessischen Automobil-Clubs. Auf Grund seiner Verdienste um diese Gemeinschaft zur Förderung eines wichtigen deutschen Verkehrsmittels wurde er bei der Emglie- derüng des Oberhessischen Automobil-Clubs in den DDAE. zu dessen Ehrenmitglied ernannt. Mit der gedeihlichen und raschen Aufwärtsentwicklung des Autofahrens und damit des Kraftfadrsports überhaupt in Gießen und in Oberhessen ist das Leden Gustav Müllers in der geschichtlichen Erinnerung
3ein frieren, Schnee die Erde bedecken, das macht , nchts. Wer an einem solchen hellen frostklaren Äintertag über Land wandert, wird, wenn er ziück hat, aus irgendeinem Strauch oder einer Hecke kielleicht plötzlich einen schmetternden Gesang hören und, wenn er seine Augen anstrengt, vielleicht sogar > en kleinen braunen Gesellen entdecken, so winzig, aß man sich nur schwer vorstellen kann, wie es nöglich ist, daß in einer so kleinen Brust eine so rarte Stimme wohnt. Seine Lebensfreubigkeit und Zufriedenheit, die sich durch die Kälte des Winters nicht unterdrücken lassen, sind es ja gerade, die tiefem Zwerg unter unseren Singvögeln den Kö- tigsnamen eingetragen haben, Zaunkönig oder Schneekönig, wie er in manchen Gegenden auch genannt wird. „Sich freuen wie ein Schneekönig", agt der Volksmund, wenn einer mit bescheidener Habe fröhlich und beglückt ist.
Der Zaunkönig ist der bekannteste von unseren Wintersängern, er wagt sich auch in die Nähe der menschlichen Behausungen, wenn er auch meistens jo rasch und mausartig am Bodeli dahineilt, daß er nur selten deutlich zu erkennen ist. Seltener trifft man einen anderen dieser Sänger, die Misteldrossel. Meist haust sie nur in einsamen ruhigen Nadel- ! hölzern, doch verirrt sie sich manchmal auch in weite siark- oder Gartenanlagen, wo alte, mit Misteln Gedeckte Bäume stehen. Ihr Lied erinnert an das !»er Schwarzdrossel mit den charakteristischen weichen Flötentönen, doch ist es eintöniger und melancho- lischer. Der Vogel fällt durch seine Größe auf, er ist etwa 27 cm lang, gegen die 21 cm der Singdrossel. Immer trifft man ihn allein.
Grade 50 Jahre alt wird Karl Zellers Operette „Der Vogelhändler", dessen Hauptschlager »Schenkt man sich Rosen in Tirol ..." Geza von 23 o l • oarys und Ernst M a r i s ch k a s neuestem must- Malischem Filmlustspiel Motto und Titel gegeben hat. Bei seinem Einzug ins Reich des Films ist „Der Vogelhändler" gründlich abgestaubt und entrümpelt worden, so gründlich, daß fast eine ganz neue Handlung entstanden ist, in der dem Bogelhandler Adam und seiner Christi von der Post nur ein bescheidenes Plätzchen geblieben ist und da,ür der Fürst Heinrich Dagobert von Lichtenberg mit seinen vielen Amou- ren, die junge^Fürstin und ein als ihr Partner neu oingeführter flotter Offizier in den Vordergrund gerückt wurden. Diese Umgruppierung ist der Operette ausgezeichnet bekommen. Auch ein paar anbere neue Gedanken, bei denen man vermutlich schon die Besetzung durch ein — sogar vierblättriges Kleebau unserer bekanntesten Komiker im Auge hatte, tun das ihrige, um der alten Geschichte im neuen auf« gefrischten Gewände einen vollen Erfolg zu sichern, zumal zwar manch für uns heute unerträglich Rührseliges erheblich beschnitten und gemildert wurde, aber die schönen Melodien Zellers, ohne ihnen Zwang anzutun, in die neue Handli gebaut wurden. (Musikalische Bearbeitung Grothe.) Die Regie Bolvarys hat mit Diel totnn rür die beschwingte Musikalität des spezifisch alpen- ländischen Biedermeiers in raschem Wechsel zwischen den in kräftigen satten Tönen gehaltenen Mildern aus dem Tiroler Volksleben mit Banderlanz und Vogekhändlermartt und den sehr stilvoll angelegten Hofszenen mit dem hübschen Karussell des Reitturniers als Glanzstück die bunte Szenerie locker und einfallsreich gestaltet, wobei es auch an «par ‘ heit und Gefühlsbetontheit bei der Entwicklung oes Liebeserlebnisses der in ihrer Ehe enttäuschten Für- ftin nicht fehlt. Sie spielt Marte ar e II, und biegsam, mit anmutiger herber A^ie. Joyan. res Heesters ist ein bestrickender Liebhaber, der neben angenehm maßvollem Spiel eine jchone Stimme einzusetzen hat. Mit viel Delikatesse m ch Theodor Danegger den allzu oft verliebten F ' ten. Leo Slezak. Theo Lingen und Hans
der seltsamen Angewohnheit, nirgends festen Wohnsitz zu haben, sondern plötzlich in dichten Scharen zu erscheinen, wo er will, länger ober kürzer, manchmal Jahre zu bleiben, um dann ebenso plötzlich, ohne sichtbaren äußeren Grund, wieder zu verschwin- den und vielleicht erst nach langer Zeit in dieselbe Gegend zurückzukehren. Aus diesem Grunde nennt ihn der Dolksmund auch Zigcunervogel, während er seinen Namen Kreuzschnabel feinem eigentümlich gekreuzten, stark gebogenen Ober- und Unterschnabel verdankt, der ihm als vortreffliches Werkzeug dient, um die Tannen- und Kiefernzapfen aufzubrechen und daraus den Samen hervorzuzichen, der feine Nahrung bildet. Wahrscheinlich hängt feine nomadenhafte Lebensweise mit dem Gedeihen der Nadelholzsamen zusammen, auf die er angewiesen ist. Doch frißt er auch andere Baumsamen, sowie Kerne von allerlei Beeren und hegt im Sommer besondere Vorliebe für Blattläuse. Er brütet zu allen Jahreszeiten, aber mit Vorliebe im Winter. So läßt er auch seinen Gesang das ganze Jahr über ertönen und sich auch durch die grimmigste Kälte darin nicht im geringsten stören. Sein Lied setzt sich aus verschiedenen zwitschernden, klirrenden und zirpenden Lauten zusammen und ist bei den einzelnen Exemplaren recht ungleichwertig. Bei den meisten klingt es nicht besonders melodisch, doch gibt es auch einzelne gute Sänger unter ihnen. C. K.
Ortszeit für den 22. Januar.
Sonnenaufgang 9.23 Uhr, Sonnenuntergang 17.51 Uhr. — Mondaufgang 4.14 Uhr, Monduntergang 13.32 Uhr.
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richtig auftauen.
Angenommen, die oberste Schicht der Kartoffeln ist gefroren. Da geht es nicht an, gleich die Gesamtmenge zum Auftauen zu bringen. Milde Temperatur würde bei diesen Kartoffeln bald Fäulnis Hervorrufen, weil die Zellwände im Innern durch das Gefrieren zerrissen und die Nährstoffe den Fäulnis- batterien besonders schnell zugänglich sind. Man nimmt stets nur so viel Kartoffeln, wie man für b^n Tagesverbrauch benötigt. Die übrigen bleibön bis zum Verbrauch im kalten Raum; benn bie Kälte chützt sicher vor bem Angriff der Fäulnisbakterien. Die zum Verbrauch notroenbige Kartoffelmenge wirb entgegen sonstiger Vorschrift 20 bis 24 Stunden mit kaltem Wasser bedeckt an einen frostfreien Ort gestellt. In dieser Zeit tauen bie Kartoffeln auf unb geben gleichzeitig etwas von bem währenb bes Ge- rierens gebildeten Zucker ab, so daß sie im Geschmack nach bem Kochen das unangenehm Süßliche zum Teil roieber verloren haben.
Handelt es sich sowieso nur um eine begrenzte Menge bei den gefrorenen Kartoffeln, so wäre vorzuschlagen, sie für süße Kartoffelgerichte, wie Auf- laufe, Puffer, Bällchen und Kartoffelnapf, ober -blechkuchen, zu verwenben. Bei solchen an sich süßen Speisen wird der Zucker in ben Kartoffeln überhaupt nicht in Erscheinung treten.
schluchzend ihre Zahlungsunfähigkeit, aber ber Unmensch wollte sich auf nichts einlassen. Sie sank ihm bittend zu Füßen, aber der Bazi wandte sich hohn- lachend ab. Der Huber-Alisi schnupfte gerührt auf und starrte auf die vergeblichen Versuche, des Wucherers hartes Herz zu rühren. .Dabei handelte es sich um lumpige fünfzig Mark! Endlich ist es dem Alisi, der vorher das Dreißigfache dieser Summe begossen hatte, zu viel'geworden, unb er hat oben im Olymp mit der flachen Hand auf die Brüstung geschlagen, daß cs nur so klatschte.
Hinter ihm schrien bie Leute „Ruhe!" und einige fügten härtere Ausdrücke hinzu, aber der Wucherer auf der Bühne ließ sich gar nicht stören. Der Huber- Alisi sah jetzt rot vor den Augen, so wütend war er über den Hallodri, und da in solchen Fällen Entschluß und Ausführung bei ihm zusammenfielen, flettterte er im nächsten Augenblick, von allen Gei- ftern bes Mitgefühls und bes Gambrinus befeuert, an einer der burchgehenben Säulen herab, enterte die Bühne und schrie, atemlos vor Klettern unb Galle, ben Erpresser an: „Zapf' di, Lacki, sau- bibber!!" Dann zcktz er seine Brieftasche hervor, hieb fünfzig Mark auf "ben Tisch unb machte eine nicht mihzuverstehende Hanbbewegung: „Da san bie Kröten! Und iatz fahr' ab, eh i dir bei Pultengrint z'sammhau, Darmbürrer, ölenbiger!!!"
Der Wucherer war noch währenb ber letzten Worte in den Kulissen verschwunben, bas Publikum applaudierte heftig unb schrie vor Wonne, nur bas Dirnbl zeigte sich nicht bantbar. Es wurde vielmehr unter der Schminke weiß vor Wut und zischte: „Der- schwinden Sie, Sie Affe!!" Dann sank der Vorhang, ein wütender Mann schoß aus den Kulissen, der bem Huber-Alisi seine fünfzig Mark roieber zusteckte, unb am Ende beförberten ihn sechs derbe Fäuste über bie Hintertreppe ins Freie.
Verbittert fuhr er zurück. Daß bie Besucher, ge- rührt von einem solchen bluthasten Aufgehen im Spiel, ihn immer wieder herausriefen, erfuhr er nicht. Auch nicht, baß die Presse am anberen Tage fein Lob in höchsten Tönen sang unb ihn „einen ber seltenen Menschen, denen das Theater noch Wirklichkeit rst" nannte.
Er saß wieder oben auf seinem Berggütl, und wenn er Samstags in den Krug ging, konnte er fuchsteufelswild werden, sobald der Lehrer von den : Brettern sprach, die die Wett bedeuten. Er hieb
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fast vollendeten 80. Lebensjahre verstorben. Im Jahre 1900 kam er zu der Vorgängerin der heutigen Dresdner Bank in Gießen, der damaligen Bank für Handel und Industrie, deren Geschaftsleitung er m Gemeinschaft mit Direktor Jungenfeld versah. Neben seinem Wirken in ber Bankleitung in Gießen hatte er noch bie Zweigbetriebe in Butzbach, Alsfelb unb Herborn zu betreuen. Im Jahre 1924 trat er in ben Ruhestcmb, ben er seitbem in unserer Stabt, mit der er sich eng verbunden fühlte, verlebte.
Moser tun jeder auf seine Art ihr Bestes, den fürstlichen Hofstaat würdig zu repräsentieren unb mit viel Laune und Behagen für jebe nur benk. bare Verwirrung zu sorgen. Frisch und natürlich macht Elfriede Datzig die Christi von der Post, Hans Holt ist der Dogeihändler, Erika von T h e l l m a n n eine Hofdame, Dorit K r e y s l e r ein durchtriebenes Schlippchen vom Varietö, Josef E i ch h e i m ein Bäuerlein, das es dick hinter den Ohren hat, sie alle unterstreichen in angeregtem Zusammenspiel die ganz auf Heiterkeit abgeftimmtc Grundnote der Bolvaryschen Inszenierung (Terra- Film).
In der Wochenschau sieht man interessante Bilder vom Geburtstag des Reichsmarschalls Göring, den energischen Aufbau von Verkehr und Wirtschaft im Elsaß wie im Generalgouvernement, vom Leben unserer Gebirgsjäger im hohen Norden, sehr instruktive Bilder aus einer Schule unserer Kampf- siieger und schließlich fesselnde Ausschnitte aus einem Erlebnisbericht von einer Kreuzerfahrt im Atlantik.
Fr. W. Lange.
Aus der Stadl Gieheu.
Vogelgesang im Winter.
Der Winter ist die Zeit der Stille. Die Natur Ibft scheint tot unb stumm bazuliegen, bie ge- eberten Sänger, beren Stimmen im Sommer bie uft belebten, haben wärmere Gegenben aufgesucht, as summenbe Jnsektenleben hat sich zum großen eil in bie Erbe zurückgezogen. Der wirkliche Na- nrfreunb unb Vogeikenner aber weiß, baß Vogel- uf unb -gesang nicht vollkommen verstummt finb, je es bem unaufmerksamen Spaziergänger viel- licht erscheint.
Von ben Spatzen unb Meisen allerbings, bie sich in Winter am zutraulichsten in unsere Nähe drän- en unb auf unserer Fensterbank begehrlich Futter üschen, soll nicht bie Rebe sein. So lieb sie uns nch sein mögen, als Sänger sinb sie boch nur Dilet- inten. Um im Winter wirklichen Vogelgesang zu ören, muß man sich schon aus bem Rauch unb mnft ber Stäbte in bie Einsamkeit ber Wälber hin- usbemühen. Man suche sich nur einen sonnigen ßintertag aus, benn Nebel unb trübe Wolkenschicht ebrürft bie Vögel noch mehr als uns, macht sie raurig unb still. Dafür kann es ruhig Stein unb
Was alles verloren wird.
Man wandelt in Italien ein altes Sprichwort gerne so ab: „Sage mir, was du verlierst, und ich werbe dir sagen, wer du bist." Ader wenn man sich die Statistiken ansieht, bie bie verlorenen Gegen- stände eines Jahres zusammcnstcllen, bann muß man sagen, daß bie Vergeßlichkeit eine verbreitete Erscheinung ist. Es wurden in einem Jahre in Italien zum Beispiel 51670 Paar Handschuhe und 25000 einzelne Handschuhe verloren. Noch auffälliger ist es, daß 13 000 Hüte in ber Eisenbahn, in ben Straßenbahnen, an ben Schaltern ber Banken unb in ben Gasthäusern liegen blieben. Daß die Regenschirme mit 113 000 an der Spitze marschieren, setzt weniger in Erstaunen, da diese ja von jeher von den Vergeßlichen bevorzugt werben.
Was wirb aber noch alles verloren! Wie leicht vergessen Frauen irgendein persönliches Sdeibungs- stück, unb es sind Tausende darunter in den Fundbüros der Städte, bei denen man es wirklich nicht begreift, wie eine Frau sie verlieren konnte. Kinder vergessen sogar ihre Spielzeuge, von denen man glauben möchte, daß sie sich gar nicht von ihnen trennen könntet.
In der Statistik liest man weiter: 33 714 verschiedene Kleidungsstücke, 25 499 Koffer, 5805 Ferngläser, 5970 photographische Apparate, 24 230 Brillen. Kurz, alles kann verloren gehen, aber das weitaus meiste wirb gefunden, im Fundbüro katalogisiert unb wartet nun barauf, daß der Verlierer kommt unb es roieber abholt. Oft genug erscheint jedoch niemand, um nachzufragen. So scheinen besonders wenige von ben 4007 Rauchern, die ihre Pfeife verloren haben, noch Interesse an ihnen zu nehmen.
Auch Nahrungsmittel werben verloren, Hühner, Butter unb Brot, aber bas kommt seltener vor, und in diesen Fällen kann man nicht lange auf ben rechtmäßigen Besitzer warten; so werden die Nahrungsmittel irgendeinem Wohlfahrtsbüro überwiesen, unb ber Vergeßliche wirb zum Wohltäter. Dis meisten Dinge werben in ber Eisenbahn verloren, danach kommen gleich bie Straßenbahnen unb nach größerem Abstand die Kinos. CI&


