ltt.tiZ Zweites Blatt
fy./20. April W
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen)
Im
W
mer gepflegt worden. Heute fei die Luftwaffe ent
scheidend im Kampfe gegen England. Wir wollen
uns auch die Erfahrungen aus dem Weltkriege zu*
fchen zuviel ausbilden als einen zu wenig. Deshalb:
C4114451
flci Kameraden, die fetzt eingereiht worden sind in Ür großen Produktionsgang der deutschen Wirt-
stzist. Sie alle haben ihre Tätigkeit in froher Be-
Die Mut W Wtiltoit
fin Ulaötijcn auf öer Jludjt
MeneZ
Roman von Otto llensei-l.
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(Nachdruck verboten.)
.Kapiert, Sie Gauner! Ich soll ihr zusetzen, ich Heimkehr Wind bekommen hatten. Das sah ja ge>
und dann erscheinen Sie auf der Bildfläche und Charlotte ansprach und festhielt. Charlotte wollte
weiter, blieb dann aber doch stehen und sagte an*
RM fr-
ben! Lolott kommen mußte, wenn sie überhaupt
und Peter wartete am Fenstxr stehend und trvm-
RTHERZi.
manche stehen blieben, sich zu Gruppen zusammen- schlossen, als warteten sie noch auf irgendwen. Zunächst achtete er kaum darauf, aber als er beobachtete, baß sich auch einige Frauen, bis von der Stabt hergekommen waren, biesen kleinen Gruppen
ERMEIS SWEG M
Wenn Augen versagen Magnus-Brillen fragen!
trug einen leichten Mantel, hatte die Fäuste tief in bie Taschen gestemmt unb sah weder nach rechts noch nach links.
Den Jungen hätte er ihr doch wenigstens ab*
hinein in bas NSFK. unb in bie Fliegerei!
Nach bem Liede der Flieger-HI. „Wir fliegen
.Okto e Werkte Beruf und nen Repa Diese, oft
' kann -fern Dasi? :> in deM inen witcej nen. Sie ben Freu'j* i cken uEd i geliefertem lau errett«
M einem krummen Umweg seinen Willen durch- 'e?ci unb zum ersten Male vor allem einen Teen- c- schäbigen wollen. Unb er war habet sogleich [ftapt worben! Er war ins Unrecht gesetzt worben
«soll ihr Heulen unb Zähneklappern beibringen, mit rabezu nach einem Empfang aus!
einem Wort — ich soll ben Folterknecht spielen,1 Peter beobachtete weiter, wie eine alte Dame
nach Oschnitz gereist war. Gert war schon einige bem Tisch stand. „Das war ein Theater!" murmelte Minuten vorher im Bahnhofsgebäude verschwunden, er und war noch völlig erschöpft.
melte vor Ungeduld mit den Fingerspitzen einen ’ Marsch gegen die Scheiben. Die ersten Reisenden verließen den Bahnsteig, und es fiel Peter auf, daß
Damen am Werk sind! — würde sich über eine freundliche Antwort sicherlich freuen. Denn die junge Dame läßt ihren Weckruf durch ben Fernsprecher mit Engelsgebulb so lange ertönen, dis sich ber Auftraggeber gemelbet hat; in ben meisten Fällen sind bis zu biesem Ergebnis mehrere Anrufe not- roenbig, um ben Schläfer in ben jungen Tag zurückzurufen.
Der Fernsprechauftragsbienst ist aber nicht nur zum Wecken ba. Er erfüllt auch für geschäftliche Zwecke wichtige Funktionen. Wenn ein Geschäftsmann während ber Mittagszeit ober auch zu anbe- ren Stunben seine Geschäftsräume verlassen muß unb in bieser Zeit mit Anrufen bes Fernsprechers zu rechnen hat, gibt er bem Fernsprechauftragsbienst ben Auftrag, bie Anrufe bzw. Bestellungen entgegenzunehmen unb sie ihm später zu übermitteln. Diesen Auftrag kann er für einen Tag erteilen, er kann ihn aber auch auf längere Zeit befristen. Für eine geringe Gebühr übernimmt bas Amt bie Aufgabe bes Vermittlers. Wenn bie vorübergehende Abwesenheit vom Geschäft ober aus ber Wohnung mehrere Tage lang bauert, läßt ber Auftraggeber sich ein Kennwort geben, unter bem er von jebem beliebigen Fernsprecher, auch vom Münzfernsprecher aus, beim Fernsprechauftragsbienst anrufen unb sich nach Eingängen erkunbigen kann. Ist ein Geschäftsmann ober ein anberer Fernsprechteilnehmer im Verlaufe eines Jahres sehr oft außerhalb seines Geschäfts ober der Wohnung unb will er trotzbem über Anrufe auf seiner Nummer ober über Aufträge ftänbig unterrichtet sein, so läßt er sich vom Fernsprechauftragsbienst ein Dauerkennwort geben, bas für ein ganzes Jahr gilt unb ihm bie Möglichkeit bietet, von jebem
sich in Gebulb fassen.
Er nahm sich vor, eine Viertelstunde zu warten, um bann ben Portier zu fragen, ob sich Charlotte im Hause befände. Unten auf bem Platz verliefen sich bie Gruppen allmählich. Dunkelheit breitete sich über bem Bahnhof aus, unb bie weißen Lampen über ben Eingängen schwammen wie Monde über ben beiben Autotaxen, bie kein« Fahrgäste bekam* | men hatten.
Als Peter ein Geräusch an ber Tür hörte, drehte er sich um. Ohne vorher anzuklopfen, trat Gert ein.
[erstelluD, idDublett] jedes Gn sichun^, ■ befindet; brochene G chmuck, J se, Silben
„Wo?"
Gert deutete stumm zur Decke empor.
„So rede doch, zum Donnerwetter!" rief Peter ungeduldig. „Was ist los?"
.Krach!" sagte er, noch immer mit matter Stimme. „Da unten! Dor bem Bahnhof? Wissen möchte ich, wie es möglich war, baß man hier in Oschnitz schon wußte, baß Lolott zurückkommen würde. Rätselhaft,
Der Fernsprechauftragsbienst ist übrigens nicht auf bas Ortsnetz beschränkt, sonbern er kann auch von anberen Orten her benutzt werben. So können, was in manchen anberen Stäbten schon vielfach geschieht, von Behörben ober anbern Dienststellen kurze Aufträge bis zu 30 Worten, bie in gleichem Wortlaut an zahlreiche anbere Stellen gerichtet sinb — z.B. von einem ßanbratsamt an bie Bürgermeister ber Kreis* gemeinben — bem Auftragsbienst übermittelt wer* ben, ber biefe Mitteilungen an bie Empfänger burch* sagt unb damit den Behörden bzw. Dienststellen eine Arbeitsentlastung schafft, die gerade in der jetzigen Zeit besonders wichtig unb begrüßenswert ist. Sogar bei Brautleuten ober Ehepaaren übernimmt ber Auftragsbienst bie Vermittlerrolle für Benachrichtigungen, wobei auch unter Kennwort Aufträge erteilt unb zugesprochen werben können. Mehr kann man schließlich nicht erwarten, zumal wenn ber burchfahrenbe Bräutigam, z. B. ein Solbat, feine Braut zum Stelldichein bestellt. Es sind also nicht nur geschäftliche Saiten, die hier erklingen, sondern auch für Gott Amor ist ein Daseinsplatz in bem Amtszimmer bes Auftragsbienstes vorhanben.
„Bitte, Fräulein, wecken Sie mich um 5 llhr!"
pünktlich wird geweckt. — Auch andere Aufträge werden sorgfältig ausgeführt.
Meinen Sie, bas wirb leicht fein? Es könnte geschehen, baß ich es mir ganz Derberbe. Unb eben weil ich. bas fürchte, soll fie winbelweich unb elenb sein. Dann ist man für gutes Zureben empfänglicher, verstehen Sie? Nur barauf kommt es mir an, und ich bitte Sie, Ihre Sache gut zu machen!"
Gert blinzelte ihn aus ben Augenwinkeln an unb hob sein Glas: „Wenn bu nur beine Sache gut machst, Peter, alter Junge! Meinen Segen habt
Achtung! Crfinberberahing!
Ilus ber Dienststelle der Deutschen Arbeitsfront, friswaltung Wetterau, Schanzenstraße 18, 1. Stock, 3hmer 15b werden 14tägig montags von 10 bis 12 Uhr Sprechstunden zur Erfinderberatung durchfährt. Die Sprechstunden im 2. Vierteljahr finden |fct am 21.4., 5. 5., 19. 5., 16. 6. und 30.6.1941.
Das „Fräulein vom Amt" ist in den vielfältigsten Abschnitten des Lebens ein freundlicher Helfer und Mittler mit einer frischen Stimme aus einem Amtsraum, in dem sonst nur nüchterne Geschäftsmäßigkeit den Dienst beherrscht. B.
Lufiwaffenwerbeveranstaliung „Vom Pimpf zum Flieger".
d allevj tsind,aJ
1
Aus der Stad« Gießen.
Oer Neuling.
Genau wie fein großer Bruder Wilhelm ist Hans tereits um 6 Uhr aufgeftanben. Genau wie er hat <7 sich eilends angezogen und bas erste Frühstück i-rzehrt, wahrenb bie Mutter bannt beschäftigt ist Iriben bas zweite Frühstück einzupacken Es wirb licht viel babei gesprochen, aber bie Blicke ber Kutter wanbern immer wieder verstohlen zu ihrem Ängsten Ob es ihm schwer fällt in biesen ersten lagen? Ein Wunder wäre es nicht, benn ber j wechsel vom Schuljungen zum Lehrling erfolgte ,cine besonderen Uebergang. Aber Hans, ber bie Besorgnisse ber Mutter zu spüren scheint, macht rit einem Male ein vergnügtes Gesicht und sagt: ,3is jetzt finde. ich bie Sache großartig, bin nur 'rugierig, was ich heute roieber für eine Aufgabe ■fliege." Wilhelm lächelt ein wenig überlegen dazu nh bann stiefeln beibe los. Die Mutter schaut Jiliren burch die Gardine noch ein Weilchen nach. |£r wird schon gut werden", denkt sie, „ber Hans r ein orbentlicher Junge."
Unterdessen machen Wilhelm und Hans große Schritte, um pünktlich an ihrer Arbeitsstätte zu f, n. Wilhelm ist in dem gleichen Betrieb wie fein jiriger Bruder, aber in einer anderen Abteilung Irig und hat soeben seine Lehre beendet. Er fühlt fr) bereits in seiner Würde als junger Geselle unb jpt seinem Bruder gönnerhafte Unterweisungen. „Lergiß vor allen Dingen nicht, baß du ein Neu- Fg bist. Ein Neuling erlebt manchmal Ueber- r'chungen, bevor er einigermaßen im Sattel sitzt." Juns nickt dazu; das hat er inzwischen schon ge= mrrtt. Es sinb erst ein paar Tage feit feinem An- trlt verstrichen, aber es kommt ihm vor, als han- |ie es sich um Wochen, soviel Neues ist auf ihn Jdon eingebrungen. Ja, er hat sogar schon mancher- jk gelernt und ist stolz darauf. Allerdings hat man Lch bereits seine Geistesgegenwart und Findigkeit ff die Probe gestellt, wie das nun mal dazu gehrt. Auf den „Gummiwinkel" ist er prompt her- «igefaUen, während er nur gelacht hat, als man ß'. schicken wollte, das „Augenmaß" aus dem Ma- <$in zu holen. Offenbar ist man zunächst ganz «Trieben mit ihm, und er begeistert sich sehr für Inen Lehrmeister, der ihm in bedächtiger Weise fr nötigen Anleitungen gibt.
.Mach deine Sache heute wieder gut", sagt Wil- [Jem, als sie sich auf dem Werkplatz trennen. Hans Ijit fröhlich den Wunsch zurück. Und ob er es gut M chen wirb. Er weiß ganz genau, was man von Hn erwartet, und er ist voll Eifer babei, diese troartungen nicht zu enttäuschen. Gewiß, er ist jd) ein Neuling und muß sich erst manches an- ritnen, was den anderen bereits zur täglichen Ge- v.hnheit geworden ist. Ader dafür befindet er sich ja auch in einer Lehrstelle, wie so viele feiner iun-
einfügten, wurde er stutzig. Plötzlich gewahrte er . „ . w , . . .
Gert und einen halben Schritt hinter ihm Charlotte wie? Aber man h a t es gewußt! Spalier haben sie uvi uirutu.,,. ... mit Iockele auf dem Arm Sie gingen sehr rasch, gebildet, um zu sehen, wie Lolott mit ,if)rem< Kinde
unb wenn sie bann gleich wieder zurück will chesonbers Gert schritt so eilig aus, baß Charlotte eintraf. Vor der Sperre haben sie gestanden!"
I ihm kaum folgen konnte. Alles kehrte sich den bei-4 (Fortsetzung folgt)
ist, wie es ja den Anschein hat, — i— ------ ... , ... . - ..
denn bei Ihnen, bei Ihren Leuten? Nein, sie kommt aber Sie müssen es eben verhindern. Iockele wirb ui mir!" ja hunbemüde sein, und Sie müssen ihr klar machen,
„Na schön, und welchen Gefallen soll ich Ihnen daß sie schon mit Rücksicht auf das Kind nicht gleich nun hm?" wieder in bie Bahn steigen bart Haben Sie also
Peter sagte: „Natürlich ist ihre Flucht zu mir verstauben? Sie bringen sie zu mir ins Hotel, lassen _ „ .
nur so ein Einfall in ber ersten Aufregung gewesen, ihr ein Zimmer anweisen und sagen ihr. Sie gingen nehmen können! bachte Peter ärgerlich. Sie muß
unb auf ber Reise mag sie sich schon gesagt haben,' nach Hause, um bort bie heimgekehrte Tochter an- - ja geradezu rennen, um ihm nachzukommen?
daß sie von mir auch nicht viel Hilfe zu erwarten zumelben. In Wirklichkeit kommen Sie aber zu mir I Es war für bie beiben wie ein Spießrutenlaufen,
hat wenn man ihr Iockele wegnehmen will. Ich und..." . I Völlig rätselhaft, wie bie Oschnitzer von Charlottes
möchte nun aber boch irgenbroie als Rettungsengel "------' -----—
Hellwege Emben, willkommen unb gab einen knappen Üeberblick über Ausbildung unb Tätigkeit im NSFK.; bie Ausbilbung bes Pimpfen, bie in Zusammenarbeit mit bem Reichsluftfahrtministe» rium, der Reichsjugendführung unb bem Reichserziehungsministerium einheitlich burchgeführt wird, beginne schon in ben Modellsluggemeinschasten, wo der Junge ben Modellbau unb die theoretischen Grundbegriffe lerne. Die Jungen werden im NSFK. früh zur Selbständigkeit, Ehrgeiz und Kameradschaft erzogen. Die Geeignetsten werden mit 14 Jahren in bie Flieger-HI. übernommen, wo bie systematische Schulung beginne. Der Vortragenbe schilderte bann bie fliegerische Weiterbilbung in ben Segelflugschulen unb bie Anforderungen, welche die Prüfungen (A, B, C und Luftfahrerschein als Abschluß der vormilitärischen fliegerischen Ausbildung) an bie jungen Leuten stellen. Mit ber praktischen geht bie theoretische Ausbildung Hand in Hand. Für die Rekrutierung ist die wehrfliegerische Gesamtbeurteilung entscheidend. Als Flugzeugführer, Bordfunker, Bordschütze oder auch beim Bodenpersonal kann ber Junge bann zeigen, was er gelernt hat. Die Auslese ber Fähigsten bietet bie Gewähr, ben besten Nachwuchs für bie beste Luftwaffe ber Welt sicherzustellen.
Kreisleiter Backhaus wies in seiner Ansprache
Peter ben Bahnhofsplatz überblicken. Es hämmerte Er stöhnte schon, als er noch auf ber Schwelle stand, schon stark, als ber Zug aus Breslau einlief, mit bann kam er beinahe schwankend einige Schritte - - - " ' näher und ließ sich in den Sessel fallen, ber neben
Nicht ganz so, mein Lieber? Das mit bem Fal- scheinen!) einige sehr heftige Worte. Gert zog sie umiwji juinriii fu uiigqüyi, uun Erlösung...?. bestürzt weiter, und nun blieben alle zurück.
Es geht um Iockele! Seinetwegen ist sie Hanne da- Peter kratzte sich den Kopf. Da unten schien es I vongelaufen, und meine Aufgabe ist es nun, ihr den Krach gegeben zu haben. Hoffentlich hielt Gert sich Jungen gewissermaßen abzuschwatzen, sie zu über- in seinem Aerger noch an alle Verabredungen! Ob zeugen, daß sie ihn ber Mutter übergeben muß !| fie bas Hotel betraten, konnte er nicht sehen, weil ber Eingang auf ber anderen Seite lag. Er mußte
Rahmen ber Luftfahrt-Werbewoche veranstaltete bas NS.-Fliegerkorps gemeinsam mit ber
- einem „Es soll ja auch nur Theater gespielt werben, nur aus । ®erf, ^ur ejn€ Ueberrumnelung, weiter nichts! oie ’ müssen Lolott also in ein Hotel lotsen, in mein
au er namens bes NSFK. bie Vertreter von l-------, -----... —.......Ov
Partei, Staat, Wehrmacht und Behörben, im be- nutze machen und lieber zehntausend junge Men
sonderen Kreisleiter Backhaus und Polizeimajor 1 ****** * **** ** *“
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was wollte fie I Peter dachte nach. „Das wäre durchaus möglich,' den zu und grüßte. Gert grüßte nicht zurück — ein ..... ' " * " ' ~ ■ 5 Zeichen dafür, daß er sich in heller Wut befand. Er
r?eter zog die Schultern hoch. „Keine Ahnung! Sh glaub's nicht mal, daß ich die Hand im Spiele
'Wv. Wie sollte ich schon Ihren Vater dazu bringen, Ayfolungsurlaub zu nehmen?"
frafc konnte sich aber doch ein Bild davon machen, Wr ungefähr in dem alten Herrn vorgegangen n mochte: er hatte wahrscheinlich zum ersten Male if einem Leben den Grundsatz bes geraden und 15-15.2 »feien Weges verraten, hatte zum ersten Male -|!| I Bür llmmfrt foiTIPn Willen burch*
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Unfern Auftrag zum Wecken geben wir diesmal nicht in irgendeinem Hotel einem beliebigen Zimmermädchen. Wir erteilen ihn vielmehr von unserer Wohnung aus. Das kann sogar noch spät am Abend, auch nach Mitternacht geschehen. Und wir brauchen dazu nicht einmal eine Hausgehilfin. Sogar ein Junggeselle kann dem Fräulein diesen Weckauftrag erteilen. Voraussetzung ist nur, daß man an das Fernsprechnetz angeschlossen ist. Den Auftrag zum Wecken gibt man dem Fernsprechauftragsdienst bei dem Fernsprechamt Gießen. Dann kann man sich unbesorgt so gründlich in Morpheus Arme versenken, daß „ein Auge das andere nicht sieht." Das „Fräulein" kommt pünktlich mit seinem Weckruf.
Die Einrichtung des Fernsprechauftragsdienstes ist eine angenehme Sache. Wenn man z. B. in der Nacht von einer längeren Reise heimkehrt und hundemüde ist, oder wenn man eine anstrengende „Sitzung" (etwa bei einer Geburtstagsfeier ober bgl.) vor sich weiß, am anberen Morgen aber um 5 ober 6 ober 7 Uhr unbedingt aufstehen muß, um vielleicht wieder eine Reise anzutreten ober um pünktlich zum Dienst zu erscheinen, bann ist bas „Fräulein vom Amt" der gute Schutzengel, dem man sich anoertrauen kann. Man wählt an feinem Fernsprecher nur 0 4 und gibt seinen Auftrag zum Wecken. Um Unfug mit bem Namen bes Fernsprechteilnehmers zu verhüten, ruft ber Fernsprechauftragsbienst kurze Zeit nach ber Auftragserteilung bie von bem Auftraggeber genannte Anschlußnummer an unb läßt sich ben Weckauftrag bestätigen. Ist bas geschehen, bann ist alles „in Butter".
Der Fernsprechauftragsbienst hat bie angesagte Weckzeit genau notiert. Das „Fräulein vom Amt" ist natürlich auch nur ein Mensch. Daher ist es nicht ganz ausgeschlossen, baß vielleicht auch einmal ein Fehler unterläuft, bie Beamtin etwa für kurze Zeit einnickt ober gerabe zur Weckzeit einen anbern Auftrag erfüllen muß. Solche unvorhergesehenen Umftänbe könnten eine Panne für ben Auftraggeber herbei- führen. Um bagegen oorzubeugen, hat bie Beamtin vom Fernsprechauftragsbienst einen Wecker auf ihrem Arbeitsplatz stehen. Keinen gewöhnlichen Wecker, wie wir ihn alle haben, sonbern einen mit einem ganzen Kranz von Löchern runb um das Zifferblatt. In bas Loch, bas bei ber vom Auftraggeber genannten Weckzeit sich befinbet, wird ein kleiner Stift hineingesteckt, der mit absoluter Sicherheit das Läutewerk des Weckers auf die bestellte Minute auslöst, worauf der Wecker mit lautem Klingeln bie Beamtin vom Fernsprechauftragsbienst darauf aufmerksam macht, baß jetzt ein Auftraggeber geweckt werben muß. Dieser Wecker wirb mit dem Stift gestellt, sobald der Auftraggeber seine Bestellung aufgegeben hat unb bie gewünschte Zeit auf bem Auftraasformular niebergeschrieden ist. Neben ber Gewissenhaftigkeit bei ber Entgegennahme ber Bestellung unb beren Ausführung burch die Beamtin ist also ber Stiftwecker bes Amtes als weitere Sicherheitsmaßnahme zur pünktlichen Er- (ebigung des Auftrages eingeschaltet worben. Eine Panne für ben Auftraggeber kann also nicht entstehen.
Das ist, wie man sieht, eine einfache und sichere Sache, bie nur eine geringe Gebühr kostet. In Gießen wird von bieser Einrichtung rege Gebrauch gemacht. Fast in allen Fällen sinb es Männer, bie sich von ber verbinblichen Stimme ber Beamtin wecken lassen. Frauen sind nur in ganz geringer Zahl babei zu finben Meist lassen sich bie Gießener Auftraggeber in ber Zeit von 5 bis 7.30 Uhr wecken In ber Regel hört die Beamtin auf ihren Weckruf immer nur ein reichlich verschlafenes ..Ja". Viel netter wäre es. wenn ber freundliche Weckruf ber aufmerksamen Beamtin ein verbinbliches unb darum schöneres „Danke" des Auftraggebers auslösen würde. Die gute Erziehung von der Kinderstube her braucht hier nicht zu versagen. Und die liebenswürdige Weckerin — ihr Männer hört bei dieser Gelegenheit, daß auf unserem Fernsprechamt junge
। „Ist Lolott hier? Gert nickte.
vor ihr dastehen ..."
Gert grinste: „Halunke! Und babei soll ich Ihnen, tsn
„Nach Möglichkeit. Sie müssen ein bißchen schau- bringen bie Erlösung." spielern, verstehen Sie? Es wird sich feststellen!
lassen, mit welchem Zuge Charlotte wahrscheinlich terknecht stimmt so ungefähr, aber Erlösung eintreffen wird. Dann sind Sie an der Bahn." rc' ***1*k w
„Ganz zufällig natürlich?"
„Nein, das würde sie nicht glauben. Sie sagen ihr" Hanne habe bei Ihnen angerufen unb sei ber Meinung, sie fei nach Oschnitz durchgebrannt. Sie hätten sich nun ausgerechnet, wann sie ungefähr eintreffen müßte, unb kämen, um sie abzuholen."
„Gemacht! Unb soll ich ihr nun mit offenen Ar-
itrid)nft ausgenommen, und sie alle werden von ihi?r Betriebsgemeinschaft zweifellos jene gute Ka- Madschaft erfahren, die jungen unb tatbereiten ssnschen in dieser Zeit gebührt. H. W. Sch.
Glieder- u. Gelenkschmerzen — eine Alterskrankheit!
Nein, fotoe Deschweröen kommen in Jedem Lebensalter vor, wenn auch häufiger bet älteren als bet jüngeren Menschen. Rheuma kann man in den besten Jahren bekommen, selbst wenn der Mensch tm übrigen gesund und leistungsfähig ist. Daher erfordern Gelenk* und Gltederfchmersen besondere Aufmerksamkeit und sorgfältige Behandlung. Man darf sie nie erst chronisch werden lassen.
Eines der bekanntesten und seit 25 Jahren bewährten Mittel gegen rheumatische Gelenk- und Gliederschmerzen sowie bet Hexenschuß, Gicht, Ischias, Neuralgien. Gripoe und Erkältungskrankheiten ist Togal. Toaal wirkt schmerzstillend, bessert die Beweglichkeit, fördert die Heilung und hilft so Arbcttsfähigkclt und Wohlbefinden bald wieder herzustellen. Keine unangenehmen Nebenerscheinungen! Togal verdient auch Ihr Vertrauen! Es gibt keinen Togal-Ersatz. Sie bekommen Togal zum Preise von Mk. —.99 utrd Mk. 2.42 in jeder Avotheke.
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anberen Fernsprecher aus nach (Eingängen 3U fragen. Auch aus anberen Stäbten können bie Auftraggeber mit bem Kennwort hier anrufen unb sich nach ben Eingängen erkunbigen.
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AP^'he»' : der ist?" . Hotel natürlich. Sie muffen ihr sagen, ich sei schon
wußte sich feinen anberen Rat, als Schutz preist .. ."
ichen — bei mir!" ,, " 1 ' '' ’ u
«ei uns!" verbesserte Gert mit gerunzelter S-, " Berlin?"
«ein, bei mir! Wenn sie mit Iockele ausger.ssen nach Berttnk
geböte 4. Fortsetzung.
i barauf hin, der gute Besuch lasse erkennen, wcl* pullet vup yviuuni».» ..... wv. , ches Interesse bem Dortrage von Oberleutnant
Luftwaffe gestern abend in der Aula eine stark be» Speck entgegengebradjt werbe. Der fliegerische Ge* suchte Werbe-Veranstaltung. Ein Luftwaffen-Musik-, banke, in Deutschlanb seit Jahrzehnten lebendig, sei korps leitete bie Veranstaltung mit einem schnei- besonders in Gießen unb im Kreise Wetterau inv bigen Marsch ein Darauf hieß ber stellv. Führer u*** r* "k vt*
ber NS?M.-Stanbarte 75, Dberfturmf. Desch -
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111 «iM ^^genes'Derschu'lben','' er "hatte "gelogen unb lvoD hkzl rM Menschen wie Stössel zu seinem Helfer, mel* " sogar zu seinem Mitwisser gemacht.
Nemanb als er freilich wußte, welchen Stoß er
hrdi alles bies in seinem Selbstgefühl erlitten hatte, men unb o...? n
er Urlaub nahm seinem Sohn bie Vertretung „Nein, sonbern mit Bedenken unb Kopfschutteln.
fcugbas bebeutete baß er abtrat, wenigstens Mit Vorwürfen sogar! Was sie sich ergentllch ge- Stimmte Zeit. ! dacht hat! Modern Kmb^ nach Oschnitz! Was bie
Uter hörte nur mit halbem Ohr. Gert sagte, eutt azu oaen^wer fann ich Ihnen jetzt ihr bann! Also — auf gute Schwagerschaft!"
& rebete een Lolott von ihrer bevorsteyenoen ^s wirb herum sein, ehe wir's uns I
lltrufehr, an bie er felfenfeft glaubte, unb bie;s g w Mathenus mit einem Kinb auf' Von bem Fenster feines Hotelzimmers konnte
einen Gedanken ein: „Sie muffen mir einen Dmenvn_ / Fremde'" h»
»<Uen tun. Gert! Es wird nicht qnnz erwach d-w^Arm zuru-k^ausm
Ml . m nh Sie müßten ihr ferner sagen, baß fie natürlich
' /"^^nen Gefallen Reben S . unmöq(i(h unb ohne weiteres zu Ihnen nach Hause
handelt sich um Lolott. Sie liegt uns bürfte Sie müßten erst ben alten Herrn unb Ihre nicht wahr? Frau Mutter schonend vorbereiten .."
lrnb besonders Ihnen! Weiß ich! Und ch .Hören Sie mal, Peter! Das wäre boch herzlos?
»r-ies Derftänbnis dafür 9rnm>, im rin Vater wirb ja nicht gerabe ein beglücktes Ge-
; herzlichen Dank! M!° P°»°n. S>° «E ^"^n. wenn er lieht, wie Lalatt mit dem l|qniien, Lolott kommt heute wirklich nach Osch 8 । ^ckele an ber Hand üfcer seine geheiligte Schwelle
I fritt, aber ba er ja nun mal schon weiß, baß ber
^iweifeln Sie etwa daran? Benael eristtert..
>ch möchte nicht gern daran zweifeln, - £ Jh ifl aud
'Uv sie kommt, bann kommt sie


