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(Nachdruck verboten.)

Ifi Fortsetzung.

.Sehen Sie mol hier, Herr Oberwachtmelster. )i? Schneise verläuft in einem sanften Logen '-d) das flache Tal. Der Ermordete würbe unge-

Umwege öes tzerzens

Roman von h.H.hansen

Copyright by Prometheus .Verlag Dr. EichaAer Grobenzen

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Infolge mangelhafter Umhüllung, schlechter Ver- pnürung usw. gehen immer noch viele Feldpost- tcckchen beschädigt bei den Feldpostüienststellen ein. ): enthalten die Sendungen auch leicht verderbliche, - Versendung mit der Feldpost nicht geeignete R loenstände. Trotz Verbots werden noch immer lecht entzündliche Gegenstände, z. B. Streichhölzer, füllte Benzinfeuerzeuge, in Feldpostpäckchen ver­übt. Das alles hat immer wieder entweder Brände in Kraftomnibussen und Bahnpostwagen zur Folge gehabt oder zum mindesten der Deutschen Reichspöst flnötige Personal- und Sachkosten verursacht. Da- V weist das Reichspostministerium von neuem auf di« Unzweckmäßigkeit der Versendung leicht verderb- liöer oder sonst ungeeigneter Gegenstände, beson- 6c5 aber auf das Verbot der Versendung feuer»

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liüer oder sonst ungeeigneter Gegenstände, des aber auf das Verbot der Versendung . ßeährlicher Gegenstände in Postsendungen hin. Die fcmter der Deutschen Reichspost nehmen unzu° rechend verpackte Feldpostsendungen von vornherein jir Beförderung nicht an, werden sie auch nicht viterleiten, sondern in jedem Falle den Einttese- ifji unter entsprechender Belehrung zurückgebem^

hrn nach den Ermittlungen an der Tatstelle nu» tiSefäf)r in der -halste der Erhebung der Schneffe.

mitten zwischen ihrer tiessten und .hr«r,h°ch- iei Stelle gestanden haben, sonst wurde sich d - liesitung des Schusses nicht -'klaren lassem chatte <r höher gestanden, dann mußt- die Kugel sich w-l leer in den Stämmchen des Busches gefangen laten. Verstehen Sie mich?"

)er Zeuge bejahte eifrig .Sehr .richtig, Herr Ek atsanwalt. Wenn der Mörder bei de r Ab gäbe »es Schusses dort gestanden hatte wo der Ange ta;te gestanden haben will, dann konnte; dr; Kuyel rdi dort gelandet sein, wo. sie auf«es<^agen rst. Außerdem hätte er Herrn Kulchtz dann mcht durch Im Mund und das Genick schießen konnen, sondern iNtens von oben herunter etwa durch den Ober- iejir oder die Rase in das Gemck. Wemr das sttm «ei soll, was der Angeklagte letzt faat, dann mußte de Kugel direkt im Winkel oder im Logen geflogen

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jSans meine A-uffassung. Und jetzt bitte ich um kn Förster als Zeugen."

Ll-ie Bekundung des Forstbeamten war ganz klar tu bewies eindeutig, daß die Angaben Korns Mch filmen konnten. Richt anderes ergaben die Der Nh-nungen des Kriminalrats Bruchyausen und ? 3^^ '°-

*2amtt^r^ieÄweis-chebung

Sei Staatsanwalt berief sichln feintm T «if die vorher gemachten Ausführungen. »Sie Mänbmfft des AngeNagten firvö ein. «-Richtigkeit meiner Erklärung. Et gibt nur das was einfach nicht mehr zu mngehen ist. »gi er Angst bekommen, doch »-'urteilt zu werbe 'tchbem er vorher immer daraus gehofft «

ihn« direkte Tatzeugen und ohn« em G^tandn IW verurteilt werden könne. Um das Schttmmste ift verhüten sucht er die Ermordung letzt als eine 1 Notwehr hinzustellen, bestenfalls als emen Tot- - Gegen eine solche Taktik muß ich mich ver

tfeln und Derkehrsmodellen ausgebaut, die an- baulichen Verkehrsunterricht vermittelte und dabei fre Spenden für das Kriegs-WHW. entgegennahm, lnd zwischen all diesen Darbietungen schwangen unaufhörlich die Sammler ihre Sammelbüchsen.

Daß alle diese Mühen und der freudige Einsatz aEer polizeimanner, voy ihrem Kommandeur bis zm letzten Hilfspolizisten und den Hitlerjungen, ire wohlverdiente Anerkennung in dem guten Lammelergebnis von 25 656,19 RM. in der Ltadt Gießen allein fanden, sei an dieser Stelle nit Genugtuung vermerkt. Unsere Gießener Polizei uib alle ihre Helfer bei diesem neuen schönen Werk fir das Kriegs-WHW. können mit befestigtem Ltolz auf den diesjährigenTag der Deutschen *Wi" zurückblicken. B.

Dornotizen.

Tageskalender für Montag.

Gießener Woche für Kunst und Literatur 1941, g ebener Konzertring: 19.30 Uhr: im Stadttheater Weitere deutsche Musik". Gloria-Palast, Selters- veg:Sieben Jahre Pech". Lichtspielhaus, Lchnhofstraße:Blutsbrüderschaft".

Gießener Woche

für Kunst und Literatur 1941.

Der Goethe-Bund und die Kulturelle Vereini- amg werden ihren Mitgliedern, Freunden und L»rtragsbesuchern sowie allen Gießener Kunstfreun- fon zwei einzigartige Veranstaltungen aus Anlaß b:r Gießener Kunstwoche 1941 vermitteln. Auch in d sem Jahre wird im Mittelpunkt der Kunstwoche ne Feierstunde stehen, die am 21. Februar in der hoßen Aula der Universität stattfindet. Es spricht br Vertreter der Abteilung Schrifttum im Reichs- «nisterium für Volksaufklärung und Propaganda, Agierungsrat Dr. Erckmann, über das Thema: er Humor als Wesensausdruck der deutschen eie im Schrifttum". Der Vortragende wird die tiifen und echten Wurzeln des Humors im deutschen Lhristtum aufdecken und zeigen, welche gewaltigen laftqueUen von hier aus in unser Volk ausströmen. It Dichter Otto Rombach, bekannt als 93er« ^jer der WerkeDer standhafte Geometer", Jbrian der Tulpendieb",Der Ikarus von Ulm" irbDer junge Herr Alexius" wird dann Heiteres a:s seinen Werken lesen.

Aeslkonzerthellere Deutsche Musik-.

Äm heutigen Montag findet als Festkonzert zur eßener Festwoche im Stadttheater ein Konzert itt, das der heiteren deutschen Musik Lewidmet ist. tter Leitung von Prof. Temesvär y spielt :g Städtische Orchester Werke von Strauß, Mo- und Beethoven. Solisten sind Luise Schmidt- ent (Harfe) und Paul Kirchmann (Flöte). Zur ifführung kommen die Suite ausBürger als elmann" von Richard Strauß, das Konzert für :rfe, Flöte und Orchester von Mozart (Werk 299) |b die Vierte Sinfonie in B-dur, Werk 60 von k: ethoven. Vormiete, Gruppe B, Rr. 4.

Jlur gut verpackte Feldpostpäckchen einliefern.

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kgiehE lili an der tiefsten Stelle aufgefunden Die Kugel- e eines- L ber c? geschossen wurde, verfing sich un «eap

iie lices Strauches hinter dem Toten. Der Mörder brn nn* hon Ermittlunaen an der Tatstelle nur

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weder Richard noch ich hielten die Ungewißheit länger aus. Wir fuhren schon am Nachmittag von Werder hierher und warteten deine Rückkehr ab."

Er erhob sich mühsam und reichte Frau t/DIeron die Hand.Bitte, nimm Platz, Mutter."

Richard wartet noch draußen."

Ich hole ihn schon." Koßmann ging über die Diele in das Empfangszimmer und begrüßte feinen Schwager.

Bitte, komm in mein Arbeitszimmer, Richard."

Als sie zusammensaßen, wagte keiner, die ersten Worte zu sprechen. Das Gesicht und die Haltung Hannes Koßmanns besagten genug. Der Prozeß mußte einen ungünstigen Ausgang genommen haben.

Die alte Frau unterbrach schließlich das Schwei­gen.Wenn es dir einen Trost gewährt, Hannes, so möchte ich dir sagen, daß ich mich langsam an deine Gedankengänge gewöhnt habe und jetzt ein­sehe, daß dir nur der Weg bleibt, den du uns ge­nannt hast." Sie sah ihn mit Liebe an.

Und wir werden zu dir halten, Hannes, mag kommen was will!" Richprd streckte seinem Schwa, ger die Hand hin.

Danke." Koßmann sagte das kurz, fast unwirsch. Er hatte diesen Abend mit sich allein verbringen wollen,"um alle Vorbereitungen zu treffen, die not. wendig waren, bevor er am andern Tage zu dem Staatsanwalt gehen mußte.

Wieder verging eine Weile in Schweigen. Alle fühlten sich bedrückt. Die alte Frau hatte das Emp­finden, als wenn Worte besser seien als dumpfes Nachdenken.Willst du uns nicht erzählen, wie es ausgegangen ist?"

Ja", Koßmann raffte sich zusammen.Korn ist wegen Mordes zum Tode verurteilt worden. Außer- dem ein paar Jahre Gefängnis wegen Wilderns."

Obwohl die beiden andern nach feinem Aussehen nicht mehr darauf gehofft hatten, daß ihnen etwas anderes berichtet werde, empfingen sie die Mittei­lung wie einen Schlag.

Dann berichtete Hannes Koßmann. Er sprach übersichtlich, deutlich und nüchtern. Gerade diese Sachlichkeit wirkte drückender als ein leidenschaft- licher Ausbruch ober eine durch Verzweiflung un­klar werdende Darstellung. Bei der Schilderung des überraschenden Geständnisses bemühte sich der Er- zähler, ganz objektiv den Verlauf anzugeben und enthielt sich dabei jeden Kommentars über den Eindruck auf sich selbst.

Als er geendet hatte, bemühten sich alle krampf­haft, neue Ueberlegungen anzustellen. Sie tarnen aber nicht über das hinweg, was Koßmann ihnen schon längst dargestellt hatte.

Vielleicht ist die Behauptung des Wilderers, daß er diesen Menschen in halber Notwehr erschossen tzabe, nur ein Ausfluß feines schlechten Gewisiens.

ie ein Vulkan entsteht.

Lichtbildervortrag von Prof. Dr. Eloos im Kunstwissenschaftlichen Institut.

Die Hochschulgesellschaft und die Oberhessische Ge­sellschaft für Natur- und Heilkunde Gießen hatten den Bonner Geologen Professor Cloos am Frei­tagabend zu einem Vortrag über das Thema Schwäbische Dulkanwanderungen, Untersuchungen über Bau und Tätigkeit oon Ausbruchschloten" nach Gießen gebeten.

Nachdem Professor Klute den Vortragenden be­grüßt hatte, führte dieser seine Zuhörer in die Schwäbische Alb, um anhand zahlreicher Beispiele aufzuzeigen, wie ein Vulkan entsteht, d. h. in welcher Art Kräfte und Stoffe durch die Erdkruste gehen. Dies kann man aber nur an Vulkanen im Anfangs­stadium, wie sie gerade in der Schwäbischen Alb anzutreffen sind. Die Landschaft gliedert sich in die trockene Albhochflüche, den bewaldeten Steilabfall zum Albvorland und das Alboorland. Auf der Hoch­fläche treten die Vulkanschlote als flache Mulden (Maare) auf. Sie enthalten keine Seen, sind aber feucht und werden ackerbaulich genutzt. Im Vorland dagegen bilden die Schlote Kegel, weil die Derwit- terung und Abttagung dort den umgebenden Kalk- stein entfernt hat, so daß nur die verfestigten Tuff- massen stehen blieben. Da nun die Tuffe außerhalb eines Schlotes Schichtung aufweifen, aber innerhalb, mit großen und kleinen Brocken des umgebenden Ge­steins vermischt, ungeordnet lagern, hatte man an­genommen, daß der Ausbruch an Derwerfungslinien in der Kruste plötzlich und explosionsartig erfolgt sei. Das vulkanische Material und die ursprünglich darüberlagernden Gesteine seien hoch in die Luft geschleudert worden und zum Teil außerhalb und innerhalb des Schlotes zurückgefallen, und nach- bröckelnder Schutt vom Kraterrand habe sich dann noch ungeordnet darüber gelagert.

Professor Cloos konnte anhand zahlreicher Bei" spiele vom Jusi, Aichelberg, Randecker Maar usw. nachweisen, daß der Vorgang langsam und nicht ex­plosionsartig vor sich gegangen ist, denn es zeigt sich durch Vergleich, day die im Schlot oon Tust um­schlossenen Jurakalkbrocken und roten Tertiärton­knollen noch ziemlich unverändert in gleicher Höhe der den Schlot umgebenden Schichten lagerten, denen sie angehörten. Weiterhin konnte am Aichelberg eine schräggestellte, geschichtete, in den Schlottuff hinein­reichende Kalkscholle oon Rießenausmaß nachgewie- sen werden. Ferner zeigte sich, daß der außerhalb des Schlotes lagernde Tuff bedeutend feiner ist als im Schlotinnern. Daraus ergibt sich folgender Vor­gang: Durch tektonische Bewegungen zerbrach im Bereich des späteren Schlotes die Kruste in einzelne Schollen, die eine langsam absinkende Bewegung aus­führten, während die vulkanischen Stoffe nach oben drangen und die Trümmer der zerfallenden Schollen umspülten. Derselbe Vorgang konnte am Beispiel der Diamantröhren in Südafrika nachgewiesen wer» den, der also nicht auf einem einseitigen Gewaltakt, sondern auf dem gegenseitigen physikalischen Ein­verständnis zwischen Magma und Kruste beruht, die letztere stellt Räume und Stoffe zur Verfügung.

Die vielen Proftle und herrlichen Farbaufnahmen und vor allem die Vorttagskunst des Redners mach­ten es den Zuhörern leicht, den Ausführungen über ein so schwieriges Problem mit Verständnis zu fol­gen. Der Dank für den schönen und interessanten Abend kam durch die Schlußworte von Professor Klute und den lebhaften Beifall aller Hörer zum Ausdruck.

Vom Milchleistungsausschuß Gießen.

Der Milchleistungsausschuß bei der Milchzentrale Gießen, der etwa 52 Ortschaften im Gießener und im Wetzlarer Kreis umschließt, hielt am Samstag imHotel Hopfeld" eine Versammlung der Orts- bauernführer und Milchverttauensleute im Ein­zugsgebiet Gießen ab.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Kuhl (Holz­heim) machte nach der Begrüßung eingehende Aus­führungen über die Tätigkeitsberichte. Die Milch­leistungsausschüsse hätten sich für die restlose Er­fassung der Milch einzusetzen. In Kriegszeiten werde von den Ortsbauernführern und Milchvertrauens­leuten doppelter Einsatz gefordert, damit der Bauer alle entbehrliche Milch abliefere. Im Bereich des Einzugsgebietes Gießen sei in dieser Hinsicht gut gearbeitet worden. In einer Sitzung des Landes­wirtschaftsverbandes in Frankfurt am Main sei von zuständiger Stelle eine weitere Steigerung der Milchablieferung gefordert worden. Der Bauer müsse die Milcherzeugung weiter steigern, er müsse auch mit der anfallenden Milch sparsam umgehen. Ein Vergleich der Kontrollkarten lasse die Unter­schiede in der Erzeugung und in der Ablieferung zutage treten, es sei bann leicht festzustellen, wer seiner Ablieferungspflicht nachgekommen sei und wer nicht. Im Einzugsgebiet Gießen werde eine Kon­trollperson bestimmt werden, die den Fehlanzeigen nachgehen werde. Die Bauern wurden darauf auf­merksam gemacht, ihre Kälber noch zu behalten und auf den Abruf zu warten.

Der Leiter der Milchzentrale Gießen, Grieb, begründete die Durchführung der Erhitzung der Magermilch, die im Reichs-Viehseuchengesetz ver­ankert ist. Die Erhitzung sei nur möglich, wenn die Milch einwandfrei sei. Die Milchzentrale verfüge über die modernsten technischen Voraussetzungen für die Erhitzung, die in Gießen bereits seit Jahren mit Erfolg auch für die der menschlichen Nahrung die­nende Milch angewandt werde. Die Rückgabe der Magermilch erfolge entsprechend den zur Verfügung stehenden Bestünden, ein voller Anspruch darauf

bestehe nicht. Der Bauer, der seine Magermilch nicht voll ausnütze, solle zu Gunsten solcher Bauern darauf verzichten, die infolge der Trächtigkeit ihres Viehes keine Frischmilch abliefern könnten und dar­um auch keinen Anspruch auf Magermilch hätten, die aber Magermilch für die Aufzucht dringend be­nötigen. Weiter wurden die Landwirte aufgefor­dert, auch bei der Verfütterung der Magermilch sparsam umzugehen.

Der Leiter der Außenstelle des Milchwirtschafts­oerbandes Weber sprach über den vom Lanides- wirtschaftsverband ausgeschriebenen Wettbewerb für die Ablieferungssteigerung. Wie er ausführte, feien die Preise den Vorschriften entsprechend. Die Hal­tung der Bauern im Einzugsgebiet Gießen könne als gut bezeichnet werden. In Zukunft müsse dar­auf geachtet werden, daß die Ablieferung regel­mäßig und nach besten Kräften erfolge. Durch die Steigerung der Ablieferung könnten die Ergebnisse im Einzugsgebiet noch stark verbessert werden.

Leistungsinspektor Kopp sprach dann über die Schmutzkontrolle, die dazu geführt habe, daß sich die Erzeuger befleißigen, einwandfreie Milch ab­zuliefern, weil es zu ihrem Vortell ift Schmutzkon- trolle müsse einwandfrei gehandhabt werden, weil nur aus einwandfreier Milch haltbare Butter und andere Erzeugnisse hergestellt werden könnten.

Verltzhung von 80 Ehrenbüchern für die deutsche kinderreiche Familie.

Am gestrigen Sonntag fand in ber Turnhalle der Augustinerschule zu Friedberg die feierliche Ueberreichung des Ehrenbuchs an etwa 80 Mit­glieder des Reichsbundes Deutsche Familie aus dem Kreis Wetterau statt.

Das Ehrenbuch ist eine staatlich anerkannte Sip­penwertigkeitsurkunde und wird Voraussetzung: 1. Für die Teilnahme am allgemeinen Familien­lastenausgleich, für welchen das Gesetz bereits fer­tiggestellt ist und dessen Inkraftsetzung nach Been-

wahren. Korn ift ein Mörder, kein Mensch, der sich in Notwehr gegen Kühlitz gewandt hat. Würde man der Darstellung des Angeklagten folgen, bann müßte man dem Ermordeten unterstellen, daß er entgegen den klaren Bestimmungen für solche Fälle den Wil­derer ohne genügende Warnung von hinterrücks zu erschießen gewillt war. Das ift eine infame Verleum­dung gegen einen Mann, der sich nie im Leben hat etwas zuschulden kommen lassen, der unter Kollegen und Bekannten den besten Leumund genoß und über eine fünfzehnjährige Erfahrung als Jäger verfügte.

Nein, Korn hat den Mord gewollt, kaltblütig und verschlagen. Er hat sich in seinem eigenen Netz ge­fangen und sucht nun verzweifelt nach einer Ret­tung vor dem Aeußersten. Daß er lügt, ist ganz offensichtlich. So wie er es darstellt, kann die Tat nicht geschehen sein. Er hat unüberlegt gelogen und das deshalb, weil ihm in der Aufregung die sonst an ihm beobachtete gerissene lleberlegung fehlte. Ich hatte meine Anträge in vollem Umfange aufrecht."

Koßmann war niedergeschlagen und wie betäubt. Er fand sich überhaupt nicht mehr zurecht, was er von allem halten sollte. Klar war ihm nur, daß eine Verurteilung jetzt nicht mehr zu umgehen und damit auch fein eigenes Geschick besiegelt war.

Die Ausführungen des Verteidigers waren matt. Er versuchte zwar die Erklärungen seines Mandan­ten zu stützen. Man merkte aber, daß der Mann auf verlorenem Posten und ohne Ueberzeugung kämpfte. Er beantragte Bestrafung wegen Wilderns, Schonzeitvergehens und Waffenbesitzeg, sowie milde Strafe wegen Totschlags.

Die Beratung der Geschworenen dauerte zwanzig Minuten. Nochmals zehn Minuten später kam das Gericht zurück, und der Vorsitzende verkündete das Urteil. Es lautete den Anträgen des Staatsanwaltes entsprechend. . f ,r _, .

Don der Anklagebank kam em heiserer Schrei wie der eines Tieres. Man sah den Justizwacht­meister dem Polizeibeamten zu Hilfe kommen, um den sich verzweifelt sträubenden Verurteilten aus dem Saal zu führen.

Hannes Koßmann starrte zu den drei ineinander verkrampften Menschen hinüber. Er fühlte sich wie ausgedörrt und ausgeleert. Langsam stand er auf, zwängte sich durch die Bänke und mußte auf dem Korridor sich an der Wand stützen. Mit schweren Schritten wankte er die Treppe hinunter.

Die Verhandlung hatte länger gedauert, als vor- auszusehen war. Es schlug bereits acht Uhr, als Koßmann zu Hause einttaf. Er suchte sofort sein Zimmer auf und versank dort in Grübeln. Wenige Minuten später wurde er gestört. Stuf sein Herein öffnete sich die Tür und seine Schwiegermutter stand vor ihm.

Entschuldige bitte den Uebersall, Hannes, aber

digung des Krieges zu erwarten ist. 2. Für alle anderen familienpolitischen Förderungsmaßnahmen (Siedlungen, Neubauernstellen, Schulgeld- und Fahrpreisermäßigungen, Erziehungsbeihilfen usw.) Es stellt also nicht nur eine Ehrung der Eltern dar, sondern dient noch mehr zur Förderung und Sicherstellung der Zukunft ihrer Kinder. Deshalb sollte jedes verantwortungsbewußte Elternpaar, das in Liebe zu seinen Kindern und in Treue ,3um Führer am Aufbau eines ewigen Deutsch­land mitarbeiten will, bestrebt sein, baldigst das Ehrenbuch zu erwerben. Der Antrag auf Ausstel­lung des Ehrenbuches fetzt die Mitgliedschaft bei dem Reichsbund Deutsche Familie voraus. Nähere Auskunft kann bei den örtlichen Einheiten des Reichsbundes, ober bei der Kreisoerbandsleitung in Gießen, Am Nahrungsberg 15, eingeholt wer­den.

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Lehrgang für Gemeinschaftsverpflegung.

In der Reichsschule für Gemeinschaftsverpflegung, Frankfurt am Main, Gutleutstraße 293, findet in der Zeit vom 19. bis 29. Februar 1941 ein Lehrgang für Köche statt. 8400

Es können an dem Lehrgang teilnehmen alle männlichen. Gefolgschaftsmitglieder, die zur Zeit in einer Werksküche tätig find.

Anmeldungen können bis zum 18. d. M. bei der (Sauroallung Hessen-Nassau, Frankfurt am Main, Bürgerstraße 69/77, Abteilung Fremdenverkehr, Tel. 20 024, getätigt werden.

Erfroren aufgefunden.

ch L a u b a ch , 16. Febr. Die 85 Jahre alte Frau Eleonore Trosse, die sich Anfang Februar aus dem hiesigen Johann-Friedrich-Stift, wo sie wohnte, entfernt hatte, um von der Station Laubacher Wald aus nach Grünberg zu fahren, und die seit ihrem Weggang von zu Hause vermißt wurde, ist jetzt von dem Förster Neuß von hier auf einem Revier- gang in dem WaldbezirkZwillingsseife" er­froren aufgefunben worden. Vermutlich hat sich die alte Frau unterwegs infolge Ueberanftren» gung für kurze Zeit ausruhen wollen und ist bann in einem Schwächezuftand der Külte zum Opfer ge­fallen.

Schönheit der Arbeitsheimat.

Der vom Generalinspektor für das deutsche Stra­ßenwesen eingesetzte Reichslandschaftsan­walt Professor Alwin Seifert wendet sich in der ZeitschriftDeutsche Technik" an die Industrie, die Landschaftszerstörung wieder zu be­seitigen, die mit der Auswertung der Bo­de ns chütze hüufig verbunden ist. Wo immer man durch Deutschlands Gaue fahre, da zeigten Rauch, Ruß, Lärm, Gestank, zerrissene Felder, vergiftete Wälder, rohe Halden, rußschwarze oder giftgrüne Tümpel an, daß hier die Natur dem Menschen reiche Schätze bietet. Wenn diese Schätze aber ab­geb aut sind, dann verschwänden wohl Rauch, Ruß und Lärm, die Wüste jedoch bleibe. Die fruchtbare Bauernerde von einst sei vergiftet, ver­schüttet und zerstampft. Auch der Techniker müsse Ehrfurcht vor der Muttererde kennen. Es genüge keineswegs, die Fabrikhöfe auszuräumen und Blu­menbeete und Schwimmbecken anzulegen. Es gehe um die Verpflichtung, das Land fruchtbarer und schöner zu machen als es vorher war. Nur das Ueberziehen mit Muttererde und An- säen oder Aufforsten könne die Aussatz- maffen wieder organisch in die Landschaft einglie­dern. Reichsminister Todt habe bereits Richtlinien für die Urbarmachung der Tagebaue be­kanntgegeben. Auch jene Gruben, die nicht mehr mit Aussatzmassen zugeschüttet werden können, könnten fruchtbar gemacht werden dadurch, daß man sie zu Fischteichen ausbaut.

Es ist doch nicht ausgeschlossen, daß er bereits einen Mord begangen hat." Frau d'Oleron sagte das wie eine Beschwichtigung.

Nein, ich glaube nicht daran. Aber was für Gründe zu dieser Lüge geführt haben, kann ich mir nicht erklären." Hannes Koßmann schüttelte den Kopf.

Ich halte die Lösung für einfach", meinte Ri­chard.Der Mann sagte sich, daß er nach dem Verlauf der Verhandlung nicht mehr damit rechnen könne, an einer Verurteilung wegen Mordes vor­beizukommen. In feiner Verzweiflung suchte er nach einem Ausweg. Deshalb auch die Unterbrechung der Verhandlung, damit er Gelegenheit hatte, mit fei­nem Verteidiger zu beraten. Ich glaube sicher, daß Kom aus Angst vor der Todesstrafe schließlich etwas Falsches gestanden hat, um wenigstens noch die Chance einer Verurteilung zu Zuchthaus zu erhalten."

Möglich, daran habe ich noch gar nicht gedacht. Mir war alles so wirr und wüst im Schädel nach der Verhandlung. Je mehr ich darüber nachdenke, um so wahrscheinlicher wird mir deine Erklärung. Ganz sicher sogar. Der Mann hat. den Tod vor Augen gehabt und rettete sich in ein unwahres Ge­ständnis hinein, um wenigstens am Leben zu blei­ben. Das ist furchtbar. Wie muß es in dem Men­schen aussehen? Er weiß ebensogut wie ich, daß er Kühlitz nicht erschossen hat. Von allen Seiten wird er bedrängt und umklammert. Eine Menge irreführender Beweise werden gegen ihn zusammen­getragen. Er sieht sich in einer Fal' . Mein Gatt. Morgen muß der Mensch spätestens seine Erlösung finden. Ich habe sonst keine Ruhe mehr." Koßmann stöhnte und bedeckte das Gesicht mit beiden Händen.

Das sollst du auch. Hannes." Seine Schwieger­mutter hatte sich auf die Lehne des Stuhles gesetzt und nahm ihn in beide Arme.Nur überstürze es nicht zu sehr. Der Mann erleidet verdiente Strafe für seine Verbrechen, wenn er jetzt einen Tag ober auch zwei Angst um sein Leben ausstehen muß. Bevor du dich der Behörde stellst, mußt du erst mit einem Anwalt sprechen. Mir wäre es lieb, wenn du Justizrat Hirte aufsuchen würdest. Er ist ein alter Freund meines Mannes und sicher am besten ge­eignet, alle diese unerfreulichen und häßlichen Dinge aus unserer Familie zu hören. Welche Mittel er später benutzt, um dir zu helfen, wird er schon wissen."

Meinetwegen, Mutter. Ich werde morgen zu ihm gehen."

Es wäre besser, du rufst ihn gleich einmal an." Auch das." Koßmann griff zum Telephonbuch und suchte die Nummer des Justizrates. In seinem Büro erreichte er ihn nicht mehr. Doktor Hirte war schon nach Hause gegangen. Nach kurzem Ueberleaen rief Koßmann dort an. (Fortsetzung folgt.)