Einzelbild herunterladen

Montag.17 Sebruar l44l

Gietzener Anzeiger

Annahme von Aruetge« für die Mittaasnummer bis8'/>Ubr des Bornrit tags

iAiuetgen-Preiie r

Anzeigenteil 7 Dtof. le mm bei 22 mm Zeilenbrette, TeNteU 50 SLvf. te mm bei 70 mm Zeilenbrette

Nackläsie:

Wiederholung MnlstasteH Abschlüsse Mengenstaffel B Plabvorschrift < vorherige Vereinbarung) 25"'o mehr

fll. Jahrgang Nr. 40 'tzrscheinr täglich, außer ^(onniogs lind »feiertags Ecilagen: Die Illustrierte tziesrener»>amilienblüiter jeiinorimBild DieScholle g?onate'-Vezt»gsvrcis: I!it 4 Beilagen 0.1.95

Mne Illustrierte 1.80

MmeUgebühr. -.25

oh di bei A'imterscheinen kn einzelnen Nunimern frfolne höherer Gewalt ssrnsvrechanschlusr 2251 rrühtalischrist:Arizelger" Pon schert 1168k Fran ki. M

vrühlsche UniDerfltdtsbruderei H. Lange General-Anzeiger für Oberhessen Sietzen. Schulftratze 7-9

>

dieser un-

8

i

Zugoslaviens Ministerpräsident aus demVerghos

I

n der

iflti!,

iant,

tont,

tont, N

Das

vag6f

liew

s

hon

was zwei- oon Blut

vergeßlichen Stunde dort oben auf dem Douaumont, als uns der General vom Kampf m.b Sieg seiner Truppen berichtete und dabei den tiefsten und letz­ten Sinn ihres Einsatzes im Westen deutete, die

sich uns fest in Kerzen und wir dann aus dem Dunkel heraustraten, knattert über die Kriegsflagge des neuen stolzestes Symbol sieghafter

int, Dl«« tohn 8- 6?

toitl, N tont N

Gehirne prägten. Als der alten Kasematte uns im Morgenwind Reiches schönstes. Vollendung.

oorgehenden Divisionen das vollenden, einhalb Jahrzehnte zuvor in Strömen erstickt und gescheitert war

Wir sind alle sehr still geworden in

Berlin, 16. Jebr. (DRB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Lin Unterseeboot meldet die Bersenkung von drei bewaffneten feindlichen Handelsschiffen mit zu­sammen 19000BRI. Lin Kriegsschiff In Ueberfee, dessen bisheriger Gesamterfolg im Handelskrieg mit 110 000 BRT. versenkten feind­lichen Handelsschiffsraums bereits bekanntgeaeben wurde, versenkte weitere 1 0 0 0 0 BRT. Auf­klärungsflugzeuge beschädigten gestern bei Angriffen in der Themse- und humbermündung zwei feindliche Handelsschiffe durch Bombentreffer schwer. Fernkampfartillerie des Heeres be- fchoh am 14. und 15. 2. kriegswichtige Ziele in Süd­ostengland.

In der L y r e n a i k a belegten Sturzkampfflug­zeuge der deutschen Luftwaffe britische Stützpunkte mit Bomben schweren Kalibers.

Angriffe stärkerer Kampffliegerkräfte richteten sich in der Nacht zum 16.2. gegen kriegswichtige An­lagen in Südost - und Miltelengland und gegen Schiffsziele. Bombentreffer verursachten auf mehreren Flugplätzen größere Brände und zerstör­ten Unterkünfte und abgestellte Flugzeuge. Große Schäden entstanden in den Dockanlagen an der Themse und im Hafengebiet einer Stadt an der Westküste. Zwei Handelsschiffe von zusammen 8000 BRT. wurden versenkt, ein weiteres feindliches Handelsschiff in Brand geworfen. Ein Kampfflug­zeug erzielte Bombentreffer auf einen leichten Kren- Zer.

Einflugversuche des Feindes in die besetzten Ge­biete wurden schon an der Küste abgewiesen, hier­bei verlor der Feind fünf Flugzeuge, und zwar Zwei Iäger und drei Kampfflugzeuge im Luftkampf. An verschiedenen Orten Westdeutschlands warf der Feind in der letzten Rächt eine geringe Anzahl von Spreng- und Brandbomben, die einige Opfer unter der Zivilbevölkerung forderten. Wehrwirtschaftlicher ober militärischer Schaden entstand nicht. Bei diesen Einflügen und bei nächtlichen Angriffsversuchen auf hie besetzten Gebiete schossen Rachfiäger vier und Flakartillerie ein feindliches Flugzeug ab. Die Ge-

isgchtzesi! ch im Um TeWM innmertfi j ) anteilig ösen.

tot !

samtverluste des Feindes am 15. Februar und in der Rächt zum 16. Februar betragen demnach zehn Flugzeuge. Lin eigenes Flugzeug wird vermißt.

Gchwere Verluste der RAF.

-»»^hlte man sich, die Deutschen würden Ypern so anl, Srßhl Iclze nicht in ihren Besitz bekommen, wie die Ithernen Löwen auf dem Stadttore Wache hielten.

ken zurück in jene Tage, Wochen und Monate, die plötzlich in diesem alten Kampfgelände gar nicht mehr so fern zu liegen scheinen Zum Douaumont führt die Fahrt, jener vom Mythus ewigen deutschen Kämpfertums umwobenen Stätte, die den alten Verdunkämpfer immer wieder mit magischer Ge­walt anlockt Einsam ragt zur Rechten das Denk­mal auf, das an das von Taufenden von Granaten in den Boden gehämmerte Dorf Fleury erinnert. Auch von der alten Thiaumont-Ferme ist nichts mehr zu sehen. An ihrer Stelle errichteten die Franzosen das mächtige Erinnerungsmai, das mit seinem hohen Turm weithin die Kampfstätten und den unmittelbar zu seinen Füßen gelegenen Friedhof überragt Roch halten wir hier nicht an, zum Douaumont selbst geht die Fahrt.

Es mag für den Frontkämpfer be9 Weltkrieges auf dieser Reise über die alten und neuen Schlacht­felder manchen Augenblick gegeben haben, die ihn

Der deutsche Wehrmachtbericht vom Samstag.

B erlin, 15. Februar. (DRB. Funkspruch.) Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Bombenangriffe aus kriegswichtige Anlagen in Güdost- und Mittelengland.

Ll-Boot versenkte 19 000 MZT. - Weitere 10 000 BRT. von Kriegsschiffen in llebersee versenkt.

Zagdflugzeuge schossen gestern über der S ü b - ostküste Englands neun britische Flug­zeuge vom Muster Spitfire ab. Lin feindliches Kampfflugzeug wurde an der holländischen Küste zum Absturz gebracht.

In der L y r e n a i k a griffen deutsche jagbflieger- oerbänbe feindliche Kraftfahrzeugkolonnen und Pan­zerwagen an und schossen mehrere Fahrzeuge in Brand. Deutsche Kampfflugzeuge zerstörten durch Bombentreffer militärische Anlagen in Bengasi und den britischen Stützpunkt El 21 g ei la.

Stärkere Kampfftiegerkräfte belegten in der letzten Rächt Jndustrieziele in London und eine Reihe von Flugplätzen mit Bomben schweren und schwersten Kalibers, die größere Brände und Explosionen hervorriefen.

Der Feind warf in der Rächt zum 15. Februar Spreng- und Brandbomben insbesondere auf eine Stadt in Westdeutschland. Außer einer Anzahl Toter und Verletzter unter der Zivilbevölkerung entstand nur geringer Gebäudeschaden in Wohnvierteln. (Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Wieder fieben Schiffe gesunken.

Neuyork, 15 Febr (DNB.) Wie Associated Preß meldet, wurde der britische FrachterVic­toria" (6085 BRT., früher Bellflower) torpediert und ist gesunken. Der englische Passagierdampfer T r o i l u s" (7422 BRT.) fiel einem Hilfskreuzer vor Madagaskar am 1. Februar zum Opfer Der FrachterNome a" (5101 BRT.) ist westlich von Irland, der britische Frachter o m e s i d e" (4617 BRT.) in der Gegend von Kap Finisterre (Nvrdw^stspanien) gesunken Weiter lind der Frach­ter ,Kristiana" (960 BRT.) vor Cardiff, der

Zwischen Kemmel und Douaumont

Eine Frontfahrt alter Weltkriegskämpfer.

Von Kriegsberichte' Dr Werner Lahne.

änW° t durch

tont»

tont,fl^

0I6Ü6

Der Führer empfing wir wir schon berichtet Haden, am Freitag in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen von Ribbentrop den Königlich Jugoslawischen Minister­präsidenten Dr. Z w e t k o w i t s ch und den Königlich Jugoslawischen Außenminister Cincar-Marko- witsch. Unser Bild zeigt Minister Zwetkowisch bei der Ankunft auf dem Berghof, wo er vom Führer und Reichsaußenminister oosi Ribbentrop empfangen wurde.

(Presfe-Hoffmann-Scherl-M.)

ung. nichts ), löuir^ I [form |

Qeute marschieren deutsche Soldaten durch Yperns riußen Die Jungen vom Reichsarbeitsdienst singen ht- frischen Lieder, und die Flamen sind froh dar- Übf7, daß ihrer schönen Stadt diesmal das vom Bn.länber erneut zugedachte Schicksal erspart blieb, ir Schutt und Asche gelegt zu werden.

i! Tom Kemmel, dem Schicksalsberg der Flan- frn front, geht der Blick weit über das Land. Die fhtigen Wolkenbänke sind der Sonne gewichen, btrm Heller Schein das packende Panorama h kristallner Klarheit zeigt. Bewegten Herzens [Mien die alten Weltkriegssoldaten von der beherr- iNben Höhe auf den Schauplatz der mit einer Witterung und mit einem Materialaufwand son- bncleichen geführten Flandernkämpfe, und in ihrer §i"nerung ersteht von neuem das grausige Bild dr Schlachten von 1917 und 1918, die zu den blu- li:f?n gehören, die je die Weltgeschichte erlebte. Rth Ort, um den hier nicht Ströme von Blut ge- sind. Drüben Wytschaete, der Schauplatz der Nisizen Minensprengung, bei der die Briten am 7 ;uni 1917 neunzehn schwere Ladungen von ins- [tomt 500 000 Kilogramm Dynamit hochaehen Ikßm In der Ferne Bixschoote, Rollebeke, Poel- Paschendaele, her Houthulster Wald ... N denkt da nicht an das Geschehen von einst, an Millionen von Granaten, die hier in höllischem Nrno innerhalb weniger Tage und Wochen auf Falster Frontbreite verschossen wurden, an Gas- P(iiffe, Gelbkreuzmunitton und all die anderen nir^e-rischen Kampfmittel, die hier auf beiden Sei- um ersten Mal in Anwendung kamen? Un- >e'k üsen die Stunde, da die Truppen der 4 Armee in 25 4 1918 den Gegner vom Kemmel verdräng- , m inb vier Tage später das Dorf Loore, westlich Höhenzuges erreichten Fast den ganzen Som- Ipr über konnten damals die wichtigen Positionen ; Thten werden. Schweren Herzens räumten am - '1 iluauft 1916 unsere Infanteristen den Kemmel- !|eig Wer von ihnen konnte ahnen, daß 22 Jahre I pöter ihr Angriff fortgesetzt und zum Siege geführt 1 Men würde.

Mie werden wir diese Stunde auf dern im hellen 1 sonnenqlang liegenden, von eisigem Wind umtob- i kr Semmel vergessen, in der die Kameraden aus item Großen Krieg den fesselnden Bericht über die iHrDernfämpfe des Jahres 1940 vernahmen, deren ft? Etappe nach hartem Kampf mit der Emkes- i tl.rq und der Kapitulation des belgischen Heeres ii)r ijnbe fand.Daß ich das noch miterleben Wie .." Leise spricht einer her alten Generale, ff Die seltene Auszeichnung hes Pour le mente rii, Dem Eickenlaub schmückt, das aus was alle füre Kameraden in diesem Augenblick empfinden -^ir dieser Stunde, die ganz der (Erinnerung, Dem wlj und der Dankbarkeit gehört

J k? ist ein trüber eiskalter Wintermorgen, Der hÜen fen Frontsoldaten bei ihrem Besuch in x5 e r- c)in umfängt Langsim nur weicht der mnchlge Denk her über hem Maastal liegt Ein Gräberfeld IN rechts am Wege. Schattenhaften Schemen ragen die Kreuze aus den Nebelschwaden Ar liegen Verdunkämpser des Jahres 1^0 'Nidjemand sagt es leise Grüßend fabrf Die ijeil an die Mütze. Und wieder gehen die Gedan-

die (Erinnerung an das Einst und der Vergleich mit dem Heute schier überwältigen wollte. An diesem stillen Wintersonntag wurde uns allen aber wohl das größte Erlebnis dieser an tiefen Eindrücken so reichen Fahrt zuteil: Zu uns spricht der Komman­deur der tapferen Division, die diesmal, auf dem Ostufer der Maas vorrückend, in überraschendem Vorstoß entschlossener kleiner Verbände die Fort­linie von Verdun bezwang und bann auf der Zitadelle her Festung die Hakenkreuzflagge hißte. Er, der einst selbst als junger Leutnant, hier vor Verdun gekämpft hat, durfte mit seinen Regimen­tern zufammen mit den auf dem Westufer der Maas

PK Regenschwer hängen die Wolken über hem drijchen Lanb Von der Küste her weht ein eis- ter Wind In der fahlen Dämmerung hes grauen ntermorgens verschwimmen hie Konturen her tarnen Gehöfte her stillen Denkmäler am Weges- ib. Das Heute scheint gewichen! mächtig drängt die (Erinnerung an das Geschehen von Einst in Gedanken.

|3n den Augen der alten Flandernkämpfer steht ch großes Besinnen. Ist es nicht, als beginne in dl Ferne eine Glocke zu tönen, leise zunächst und n immer mächtiger anschwellend in feierlichem dröhn? Glocke von Flandern . Manch einer, einst hier draußen tag, glaubte dich schon für ittr r verstummt. Nun aber läutest du wieder in bnitallner Klarheit, den toten Kameraden zur Ehre, ui Lebenden zu ernster Verpflichtung Immer fort) dieser blutgetränkte Boden an bestes deutsches grbatentum gemahnen, das hier in jahrelangem NIigen fein Blut verströmte. Der stolze Sieg von 110 hat auch bief:n Opfern Sinn und Erfüllung Mkceben.

IF^aft in Ypern. Wieder spricht ein bewährter i Krippenführer zu den Gästen des Oberbefehls- ufeers bes Heeres, grüßt hie Kameraden aus dem Ifcüfrieg und berichtet von den erfolgreichen I Ificnpfen feiner Regimenter in der Frühjahrsof- ! jfei'ioe des Jahres 1940 Dieses Mal haben die (Eng- lMer keine Zeit mehr gehabt, sich im berüchtigten | flprnbogen fest.zusetzen Nach erbitterten Kämpfen an südlichen Ortsausgang, deren Spuren so rasch * mcif gänzlich getilgt sein werdest, fiel Flanderns alberühmte Stadt, um die während des Weltkrie-

ge; Ströme von Blut geflossen sind, in deutsche |6hb Fast unversehrt stehen die Kathedrale von Et Martin und die Tuchhalle, die beide in den [©obren nach dem Weltkrieae getreu den alten Plä- rer neu errichtet worden sind.

I| Drei Jahre lang trotzte Ypern im größten Völ­klingen aller Zeiten den mit ungestümer Wucht Betragenen deutschen Angriffen Im vierten Jahr k'n der Kemmel, der weithin das Gelände WH Ypern beherrscht, in deutsche Hand Ypern sOist aber, bas bergeftalt schon im Rücken umfaßt Isar, sah im Weltkrieg keinen beutschen Kämpfer in feiten Mauern.

L furchtbare Blutopfer hat her Gegner bamals auf f ihreE'l Schlachtfelb lassen müssen. In ben gewalti- EMiWM labern herporte de Menin sinh allein hie Dmen von 52 000 englischen Vermißten einge- j meißelt ... Der britische Löwe krönt, breit Hinge- Wrt, ben mächtigen Torbogen. Dor 25 Jahren

Geistige Zersetzung.

Die englische Politik wird von zwei geistigen Strömungen getragen, die sich im einzelnen über* schneiden oder widersprechen, im wesentlichen aber das heutige Gesicht Englands geformt haben Die eine Strömung ist ein Nachfahr des reinen Pira­tengeistes, der sich unter der Königin Elisabeth im Kampf gegen Spanien und seine Kolonien aus­bildete und der von einer dünnen Oberschicht ge* tragen wird, hie wiederum eine Amalgamierung der Aristokratie, der reich gewordenen »Industrie- und Geldbarone und des internationalen Judentums ist und das englische Parlament noch heute beherrscht, wobei heute her Nachbruck auf den Interessen des mobilen Kapitals liegt

Diese Richtung ist jenseits von Gut und Böse, zu­tiefst unmoralisch und unsozial, wie Churchill, der Typ dieser Gruppe, der Vertreter der Plutokratie schlechthin. Die andere Strömung war urfprüng* lich im Gegensatz zu dieser konservativen Behaup­tung von Besitz und Macht, deren Repräsentanten u. a". auch die Erzbischöfe' her englischen Hvchkirche, diese widerwärtig politifierenben und heuchlerischen Pfaffen sind, aus dem englischen Volke erwachsen und freiheitlich gesonnen. Sie war kalvinistisch-frei­kirchlich in religiöser Beziehung und stand als solche ideenhaft, aber nicht immer politisch, ben Trägern der Macht nahe, insofern als sich jeder einzelne Brite als Gottes auserwähltes Werkzeug betrachtet, bas, wie das Judentum,alle Völker fressen" soll. Politisch stellte sie sich zuerst in vollen und beraub­ten Gegensatz zu ben herrschenben Mächten.

Das Kleinbürgertum siegte politisch mit her Frei« hanbelstheorie Richarb C o b b e n s , die nur un­gefähr drei Jahrzehnte seit der Annahme der Anti* Korn-Gesetze 1846 herrschte, aber an her tatsäch­lichen Machtverteilung nichts änberte. Geistig liegt noch heute ein großer Teil bes englischen Volkes im Banne her bamals entwickelten religiös-politischen Theorie aus her Zeit hes Manchestertum, besten Verquickung von moralifierenber PHrasen-- haftigkeit und Eigennutz zusammen mit den nie aufhörenden Raubgelüsten der Plutokratie die heu­tige englische Heuchelei entscheidend beeinflußt hat. Der alte ßabourparteiler Henderson war z. B. ein manchesterlicher Typ, derManchester Guar­dian" hat ihn heute noch in den Grundzügen, eben­so Blätter wie dieNews Chronicle", nur daß in deren Schriftleitungen heute das Judentum vor- waltend ist und die alten Ideen judäo-plutokratifch vermasselt.

Der Führer der Freihandelsbewegung, Richard Robben, aus her kleinbürgerlichen Yeomanry stammend, hat diesen freiheitlichen Typ so klar ver­treten, daß er, verwässert und mißverstanden, auch im Deutschland des vorigen Jahrhunderts die klein­bürgerliche ober fortschrittliche Opposition gegen Bismarcks geniale Politik unb Sozialpolitik beein­flußte. Cobben, ein Baumwollhändler in Man­chester, viel gereift, ist typisch für den Mittelstand, der die englische und danach die europäische Bour­geoisie im vorigen Jahrhundert wurde. Cobden ist 1865 nach aufreibendem politischen Kampf gestor­ben. Er hielt sich doch einigermaßen fern von ben Uebertreibungen, die z. B. die beutschen Fortschritt­ler ober hie Manchesterleute auf her Insel auszeich­neten. Dieser im Grunbe kosmopolitische Commis voyageur hatte, worüber ganz England lachte, von seinem beschränkten Stanbpunkt aus gesagt, eine Nummer derTimes" bebeute ihm mehr als her ganze Homer, aber er war unbefangen genug, die schweren Schöben der plutokratischen Hierarchie seines Lanbes einzusehen. So schrieb er am 11. Sep­tember 1838 an seinen Bruber Frederick aus Berlin gerabezu einen Lobgesang auf den aufgeklärten preußischen Absolutismus des Vormärz, gegen den die deutschen Liberalen sich wandten. (Er sagte:Ich

FrachterLi t a" (318 BRT.) sowie der britische TrawlerC a l d e r t o n" (214 BRT.) untergegan­gen.

England bestürzt über die Geleitzugverluste.

Genf, 16. Febr. (Europapreß.) Nach ben letzten Melbungen aus London herrscht dort größte Be. stürzung über hie stoß- unb serienweise Vernich­tung britischer Geleitzüge. Die Reutermelbung, bie gewissermaßen als e r ft e Rate bie Vernichtung von zunächst sechs britischen Dampfern aus der Mitte eines Geleitzuges heraus, her sich zwischen Mabeira unb den Azoren gegen Norden be­wegte, zugegeben wird, wird in der französischen unb auch in der schweizerischen Presse als geradezu sen- fationell empfunden, um so mehr, als noch vor we­nigen Tagen ein ähnlicher Schlag an der portugiesi­schen Küste gegen einen britischen Geleitzug gelang.

Ueberlebende des im mittleren Atlantik vernich­teten Geleitzuges haben es so hingestellt, als sei ihnen das schwerste Unrecht geschehen. Natürlich wis­sen diese Engländer genau so gut wie wir selbst, daß die sämtlichen Schiffe dieses Geleitzuges mit Ge­schützen bewaffnet waren unb folglich nur noch als Kriegsschiffe behandelt werden konnten. Dies um so mehr, als sie sämtlich das Feuer eröffneten und sich auf ein Gefecht einließen Der Vorgang ist nur ein neuer Beweis von taufenden anderen dafür, wie verbrecherisch die englische Regierung handelt, als sie ihre Handels­schiffe bewaffnete unb baburch zu völlig aussichts­losen Kampfversuchen verleitete.

Auch bei biefem Vorgang hatte sich wieher die rit­terliche deutsche Handlungsweise gezeigt. Eins der bewaffneten englische Schiffe wurde absichtlich geschont, und erhielt nach der Versenkung bes Geleitzuges von dem Befehlshaber her beutschen Seestreitkräfte ben Auftrag, sich sofort an her Ret­tung her im Wasser schwimmenben Besatzungsmit- glieber des Geleitzuaes zu beteiligen. Ohne diesen Befehl wären zahlreiche Engländer ertrunken, zumal ia die geleitenden englischen Kriegsschiffe in solchen Fällen stets das Weite suchen, ohne sich um die im Wasser Kämpfenden der eigenen Schiffe zu küm­mern.