Die Dominiks.
Roman bon Hellmuth M.Vottchee.
30. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Natürlich ist das WettbW, in das Nissen die Chemie einordnet, richtig. Aber Lietzendorf hat genau so recht.
Solange die beiden Ingenieure sich bloß in Theorien und über Theorien unterhalten, da spielt es keine Nolle, ob man die Frage von innen oder außen, von unten oder oben ansieht.
Aber sie wollen ja keine Theoretiker sein.
Eine Einheitsantriebsmaschine für U-Boote wollen sie bauen. Und das ist Praxis!
Da ist es bei der Verschiedenheit ihrer Gesichtspunkte und Temperamente kein Wunder, daß ihre Geister, die sich eben noch im besten Willen zu gemeinsamem Schaffen genähert haben, gegeneinander prallen und wieder auseinanderschießen.
So ist das Problem, sagt Lietzendorf^ Kohlensäure zerfällt bis 1500 Grad in Kohlenoxyd und Sauerstoff. Bei Gegenwart von oxydierbaren Körpern genügt sogar schon Rotglut. Jagen wir also die Kohlen- säure durch einen Lichtbogen, bann wird das, was der Heiratsvermittler mit Not und Mühe zustande gebracht hat, nämlich die Ehe eines Kohlenstoffkavaliers mit zwei Sauerstoffbräuten, auseinandsr- gesprengt. Dann haben wir wieder den Ausland wie er herrschte, als sich die Hälfte der verlobungs- mutigen Dam en den ehe freudigen Männern um den Hals warf, während die andere Hülste zurückgeschoben und mit blödem Blick abseits stand —- den Zustand, der Kohleoxyd heißt.
Stellen wir nun noch die Liebesprobe des Maschinenmeisters an und lassen wir die Verlobten über ein auf 180 Grad geherztes Parkett von Nickelplatten tanzen, dann laufen sie auseinander, und es dauert nicht lange, und die Männlein und Weiblein find wieder getrennt.
Oder — was wahrscheinlich noch richtiger ist — Lietzendorf stört den Frieden nicht unnötigerweise, sondern läßt die Verlobten — das sogenannte Kohleoxyd — ruhig beieinander. Und wie vordem schon einmal muß die Hitze sie in jenen wohl
tuenden Schwung versehen, der schon vorhin jedem Kohlenstoffjüngling zwei Bräute in die Arme trieb.
Mit nüchternen Worten: Kohleoxyd ist ja brennbar. Es braucht nur entzündet zu werden, dann nimmt es die freien Sauerstoffatome auf und bildet wieder die rechtsgültige Ehe Kohlensäure.
So denkt sich Lietzendorf die Lösung des Problems.
Auf dieser Reihe von Tatsachen und chemischen Erkenntnissen will er seine konstruktiven Arbeiten aufbauen.
Also geht er an die Zeichnung einer Apparatur, bei der die Derbrennungsgase in einem Lichtbogen abgesogen werden, abkühlen, auseinanderfluten und wieder zur Verbrennung gebracht werden. Und das dann im unaufhörlichen Kreislauf.
Leider will sein Partner von dieser Idee gar nichts wissen.
„So ist das Problem!" sagt Nissen Dominik. Verbrennung ist Rückwärtsdrehung der Natur, die Umkehrung jener Vorganges, in dem die Pflanzen wurden, indem sie Sonnenenergie in sich ausspeicherten.
Drehen wir die Sache also nochmals um, tun also wir das, was die Natur uns seit Millionen Jahren vorgemacht hat und jeden Tag wieder zeigt.
Tirpitz hat es ja schon damals mit seinem scherzhaften Beispiel auch gesagt: Man braucht sich bloß einen armseligen Fünfgroschenblumentopf zu kaufen und ans Fenster zu stellen. Da hat man das schönste chemische Laboratorium für die Umwandlung der Kohlensäure und ihre Zerlegung in Sauerstoff und Kohlehydrate. Oder noch hilliger: Man geht in/ben Wald. Jeder Baum ist eine chemische Spezi alfabnk. Aus der Luft greift er sich mit seinen Blättern die Kohlensäure. Einen Teil davon atmet er als Sauerstoff aus. Aus dem Rest baut er jene Stosse aus, die der Mensch sich nachher aneignet, um sie zu verbrennen."
Nissen hat sich heiß geredet.
„Sehen Sie, Herr Lietzendorf", schließt er. „Das nachzumachen — darauf kommt es an. Wenn uns das gelingt, können wir auf Ihren Lichtbogen mit feiner Riesentemperatur und seiner Energiever- schwendung verzichten. Wir laufen keine Explosionsgefahren. Alles verläuft schön kühl und gefahrlos — wie ein. Sommertag im Wald."
Der Chefingenieur hat mehrmals versucht, ihn zu unterbrechen. Jetzt, wo Nissen fertig ist, lacht er laut auf. Als er aber bemerkt, wie sein Mitnrveiter gekränkt zusammenzuckk, nimmt er sich wieder zusammen.
„Verzeihung!" sagt er. Und fährt bann fort. „Sie vergessen, daß die Natur viele Schwierigkeiten spielend überwindet, an der wir Menschen uns vergeblich die Zähne auskn-acken." Er lächelt wieder. „Wir müssen uns damit trösten, daß sie ein paar Milliarden Jahre Lehrzeit vor uns voraus hat. Da hat sie manches ausprobieren können, wozu es bei uns Menschen mit bloß ein paar tausend Jahren kümmerlicher Experimente noch nicht gereicht hat." Er wird wieder ernst. „Ganz nüchtern gesprochen, wir dürfen nicht übersehen, daß die Pflanze, selbst Ihr Fünfgroschentopf — zweierlei benutzen darf, was uns fehlt. Erstens Chlorophyll, ihr Blattgrün, und zweitens das Sonnenlicht. Beides haben wir nicht auf dem Meeresgrund und können wir auch nicht wie kondensierte Milch in Büchsen verpackt mit nach unten nehmen. Also sind wir schon von vornherein aufgeschmissen, und es lohnt nicht, auf Ihre Ideen weitere Zeit zu verschwenden."
Aber Nissen hat seine Experimente im Gewächshaus nicht umsonst gemacht, und Lietzendorfs Widerspruch führt eher dazu, daß er sich noch weiter verbeißt.
„Meine Pflanzen wachsen auch bei elektrischem Licht!" triumphiert er.
Lietzendorf sagt jetzt bas, was er schon vor Wochen angedeutet hat, noch einmal m aller Deutlichkeit.
„Und was haben Sie davon? Sie können das Chlorophyll des Blattgrüns nicht künstlich erzeugen. Wir Menschen können Schifte bauen und Kathedralen, Flugzeuge und tausend Wunder — aber alles, was wir schaffen, ist täte Materie.
Tirpitz hat, wie Sie erzählen, von einem Fünfgroschenblumentopf gesprochen, dem rotr’s nachmachen sollen. Er hätte viel bescheidener sein können und doch Unmögliches verlangt: Nicht einmal ein einziges Blatt können wir nachmachen."
„Und warum nicht?" wehrt Nissen sich.
„Weil es lebendig ist!" Er hat wieder das feine, kluge Lächeln auf dem Gesicht, das wie Spott aus- sieht und doch nur ein Ausdruck der Harmonie ist, t die das Wissen in ihm aufklingen läßt. „Wir müssen
dert und so schwer verletzt, daß der Tod auf der Stelle eintrat. Vier weitere Frauen in dem Omnibus wurden leicht verletzt und mußten dem Krankenhaus in Schotten zugeführt werden. Die Untersuchung über die Ursache des Unglücksfalles ist noch im Gange.
Landkreis Gießen
-/- Lich, 15.Juli. Der Arbeiter Friedrich Uhl, Hungener Straße, kann am morgigen Mittwoch, 16. Juli, in voller körperlicher und geiftiaer Frische sein 8 0. Lebensjahr vollenden. Unsere besten Wünsche begleiten den Jubilar in sein neues Lebensjahrzehnt.
* Treis a. d. Lda., 13.Juli. Die Kriegerkameradschaft Treis a. d. Lda. feierte gestern abend im Gasthaus Lemp ihr 60jähnges Bestehen in schlichter kameradschaftlicher Weise. Am 15.7.1881 'grünbeten 17 ehemalige Kriegsteilnehmer der Feldzüge 1866 und 1870/71 den Krieaeroerein „Germania". Der 1. Präsident des Vereins war Johann Heinrich Berghöfe r. Die Mitaliederzahl erreichte im Jahre 1909 ihren Höhepunkt mit 140. Don 1912 an ging sie zurück, als Folge der marxistischen Zersetzung in unserem Volk, und erreichte nach dem Weltkrieg ihren Tiefstand. Ein kleiner Teil der alten- Soldaten stand jedoch treu zur Fahne und hielt die Kameradschaft aufrecht. Sie stellten die Nation höher als internationale Phrasen. Der Kameradschaftsführer dankte diesen Treuesten ganz besonders in seiner Ansprache
Und überreichte das Kyfthauferehrenzeschen 2. Klasse für 50jährige ununterbrochene Mitgliedschaft und für Verdienste den Kameraden Konrad Lemp, Johann Heinrich Will, Wilhelm Lindenstru t h, Philipp Rabenau und Philipv Göbel. Für 40jährige ununterbrochene Mitgliedschaft und Verdienste um die Kameradschaft wurden mit je einem Geschenkband ausgezeichnet die Kameraden Peter Rabenau, Georg Balthasar Fritz, Wilhelm Nuhn, Konrad Zecher, Wilhelm Heinrich Will und Wilhelm Becker.
♦ Allertshausen, 14-Juli. Bei dem Gewitter am Sonntagnachmittag schlug der Blitz hier in die Scheune des Landwirts Albert Decker und in den daneben liegenden Schuppen des Keilers Heinrich S altm ein ein und zündete. Die Scheune und der Schuppen brannten mit den darin geborgenen Heuvorräten trotz eifriger Löscharbeiten nieder.
Insektenstich führte zum Tode.
Lpd. Fischbach (Taunus), 14 Juli. Dor einigen Tagen wurde hier ein Mann von einem Insekt i n die Unterlippe gestochen. Er kam mit einer schweren Infektion ins Krankenhaus, wo er nun» nfe^r der Blutvergiftung erlegen ist. Der Fall zeigt wieder einmal, wie vorsichtig man bei Insektenstichen sein muß, da nicht nur das Insektengift, sondern auch Verschmutzungen der kleinen Wunde schlimmste Folgen nach sich ziehen können.
SJ.Jpor/
Aus dem HZ.-Gebiet Hessen-Nassau, i Gebiels-Fachrvarle tagten in Frankfurt ö. 21t
Auf der Arbeitstagung der Gebietsfachwarte des I HJ.-Gebiets Hessen-Nassau in Frankfurt a. M. gestatteten die verschiedenen Berichte einen Ueo erblick über den ausgezeichneten Stand der Breitenarbeit, gleichzeitig waren aber auch erfreuliche Fortschritte im Leistungssport der einzelnen Sparten festzustellen. Recht umfangreich ist der Arbeits- und Wett- kampfplan für die nächsten Wochen und Monate, der u. a. Vergleichskampfe, Lehrgänge, Wanderfahrten und Gemeinschaftslager vorsieht. So werden beispielsweise die Boxer einen Vergleichskampf mit Niedersachsen in Hannover bestreiten, die Fechter, die erste kürzlich in Hannover siegten, bereiten zum 14. September in Offenbach einen Florett-Mann- schaftskampf mit acht Gebiets-Mannschaften vor, und im Fußball, Hockey und Handball sind die Gruppen-Ausscheidungen zu den deutschen Meisterschaften zu erwähnen. Die Kanufahrer treffen sich mit den kurhessischen Jungen auf der Lahn bei Gießen, die Iubokämpfer treffen bereits am kommenden Samstag, 19. Juli, in Augsburg mit dem Gebiet Schwaben zusammen, die Ringer gaben einen Vergleichskampf mit Baden zum 10. August nach Mannheim vereinbart und die Leichtathleten treffen am 3 und 10. August in Worms und Aachen mit den Auswahlmannschaften von Moselland und Köln-Aachen zusammen. Die Schwimmer, Ruderer, Tennisspieler usw. haben außer den deutschen Meisterschaften in Breslau verschiedene Vergleichskampfe vorgesehen, u. a. die Ruderer am 7. September in Mannheim mit Baden, Moselland und Oberfranken und die Tennisspieler mit Baden Mitte August in Baden-Baden. Fünfzehn Ruderer aus verschiedenen Bannen nehmen außerdem an der Thaya-Grenz- landfahrt in Lundenburg am 20. Juli teil.
Hessen-Aassaus Turner besiegt.
Der dritte Turn-Vergleichskampf zwischen den HJ.-Gebieten Moselland, Hessen-Nassau und Düsseldorf sah in Luxemburg erneut die Düsseldorfer siegreich, und zwar mit 513 Punkten vor Moselland mit 498 Und Hessen-Nassau mit 495 Punkten. Bester Einzelturner war Schnepf.(Moselland) mit 95 Punkten vor Quirnbach (Moselland) mit 91,5 und Schmitz (Düsseldorf) mit 89 Punkten.
Der ebenfalls in Luxemburg durchgeführte Leichtathletikkampf sah bei den Jungen Düsseldorf mit 117 Punkten vor Moselland (116) und Köln-Aachen (104), bei den Mädel Moselland mit 68 Punkten vor Köln-Aachen (65) und Düsseldorf (48) siegreich.
Im Fußball trennten sich Hessen-Nassau und Koblenz 2:2 und Hessen-Nassau und Esch-Alzette 1:1. In einem weiteren Kampf behielt Luxemburg mit 4:3 über Koblenz die Oberhand.
। Reichswetttämpfe der Studentinnen.
Zu den Reichswettkämpfen der Studentinnen, die vom 24. bis 28. Juli im Hochschulstadion zu Darmstadt abgewickelt werden, liegt eine große Anzahl von Meldungen vor. Darunter beftnben sich auch einige sehr bekannte Sportlerinnen und Mersterin- nen. In der Leichtathletik sind u. a. die Frankfurter Speerwerferin Klotz, die in diesem Jahre schon 43 Meter warf, die thüringische Hochspringerin Lucie Lockemann sowie tue Berlinerinnen Erika Dieß und Eckert zu nennen. An den Wettkämpfen der Schwimmerinnen beteiligt sich, u. a. die Deutsche Springer-Meisterin Gerda D a urner- lang (Nürnberg). In den Rahmenwettkämpfen im Handball, Hockey und Basketball werden u. a. die Auswahlmannschaften aus Italien und Ungarn erwartet.
Ein Aufstiegsspiel in Hessen.
Im Bereich Hessen wurden am Sonntag die Fußball-Aufstiegsspiele in der Gruppe Süd gestartet. Germania-Niederrodenbach hatte Wetzlar 05 zu Gast und behauptete sich mit 4:2 (3:0) Toren. Niederrodenbach hat sich also vorerst einmal an die Tabellenspitze gesetzt.
Das in der Nordgruppe anaesetzte Spiel SG. Petersberg — VfL. 1860 Marburg fiel aus.
Die (Sieger im Rollkunstlauf.
Bei den Wettkämpfen um die Bereichs-Meisterschaften im Rollschuhlauf, die am Samstag und Sonntag in Gießen durchgeführt wurden (vergleiche unseren gestrigen Bericht), konnten folgende Ergebnisse erziett werden:
Einzellaufen Klasse C IM.: 1. Lotte Eckel, Gießen, 33,9 P., Pl. 4; 2. Anni Klamp, Limburg, 30,1 P., Pl. 7,5; 3. Gerda Lüdecke, Kassel, 30,5 P., Pl. 9; 4. Marianne Wahl, Kassel, 30,1 P., Pl. 9,5. — DJ.: 1. Heinz Rakel, Kassel, 32,2 P., Pl. 3; 2. Hans Besser, Kassel, 27,7 P., Pl.6
Frauen: 1. Erika Konradi, Hanau, 35,9 P., Pl. 3; 2. Ursel Kl eint, Kassel, 34 P., Pl. 7; 3. Marianne Grah, Limburg, 33,9 P., Pl. 9; 4. Lia Hornung, Kassel, 33,2 P., Pl. 13; 5. Inge Becker, Hanau, 32,5 P., Pl. 16; 6. Gisela Becker, Kassel, 33,0 P., Pl. 15,5; 7. Mar. Ditzel, Limburg, 31,3 P., Pl. 20,5.
Männer Klasse C: 1. Karl Heinz Fromhold, Kassel, 33,9 P., Pl. 4; 2. Karl Heinz Kellermann, Kassel, 34,0 P., Pl. 5; 3. Helmut Glock, Gießen, 32,3 P., Pl. 9.
Einzellaufen Klaffe B, I M.: 1. Gisela Stephan, Kassel, 66,8 P., Pl. 4; 2. Marianne Schaden, Limburg, 65,1 P., Pl. 5.
Frauen: 1. Hannelore Schüßler, Kassel, 76,6 P., Pl. 3; 2. Elfriede Schardt, Hanau, 73,4 P.,
Pf. 8: 8. Helga Lust, Kassel, 73,3 P., Pl. 9; 4. Marianne Schermuly, Limburg, 71,7 P., Pl. 10; 5. Herta Völker, Hanau, 67,6 P, Pl. 15.
Fr auen alters klasse : 1. Annemarie Pötz, Limburg, 69 P., Pl. 3,5; 2. Else Schmidt, Limburg, 68 P., Pl. 5,5; 3. Erika Streißguth, Gießen, 60,3 P., PI. 9.
Männer: 1. Hans Gunkel, Hanau, 76,8 P., Pl. 4; 2. Walter Lüttkemeier, Kassel, 77,0 P., Pl. 5.
Einzellauf Klasse A, Frauen: 1. Sie- grit Senger, Kassel, 155,1 P., Pl. 3; 2. Marianne Daniele, Kassel, 147,4 P., Pl. 7; 3. Ursel Gotting, Kassel, 142,9 P., 8.
Männer 1: 1. Walter Stephan, Kassel, 176,3 P., Pl. 3; 2. Werner Geist, Hanau, 167,3 P., Pl. 6; 3. Rolf Trysna, Kassel, 144,5 P., Pl. 9; 4. Hermann Preiß, Gießen, 142,1 P., Pl. 12.
Paarlaufen Klasse A : 1. Marianne Bantele, Kassel, Rolf Trysna, Kassel, 9,7 P., Pl.3; 2. Gisela Stephan, Kassel, Walter Lüttkemeier, Kassel, 9,0 P„ Pl. 6.
Bereichssiegerwettbewerb: 1. Herta Völker, Hanau, Werner Geist, Hanau, 8,3 P., Pl. 3.
OriS-Turn- und Sporttog in Daubringen
Am Sonntag führte der Sport-Club 1921 Daub< ringen seinen Orts-Turn- und Sporttag auf dem Waldsportplatz durch. Dank der guten Organisation verliefen die Kämpfe reibungslos. Im Dreikampf d-r HI-Kl°sse <W-itfprung, lOO-Meter-Lauf und Keulenweitwurf) wurde Walter Wagenbach mit 257 Punkten 1. Sieger, Wilh. Mohr mit 238 Punkten 2. Sieger und Willi Erb mit 230 Punkten 3. Sieger. Bei der DJ.-Klaste wurde 1. Sieger Helmut Grölzmit 278 Punkten, Ehrh. Schäfer mit 240 Punkten 2. Sieger und Herb. V o g e I mit 227 Punkten 3. Sieger. Den 1. Preis bei den IM. holte sich Irmgard Dietz mit 194 Punkten, den 2. Preis Klara Geißler mit 186 Punkten, Marianne Kümmel mit 180 Punkten den 3. Preis.
Am Nachmittag spielte die 1. Jugendmannschaft und die 1. Schülermannschaft gegen die gleichen von Rödgen. Während die Schülermannschaft von Daubringen sicher mit 3:0 Toren gewann, unterlag die 1. Jugend überraschend mit 1:0. Daubringen zeigte eines der schlechtesten Spiele.
Wie heize ich richstg?
Ein Wort an alle Zentralheizung«- und Etagenheizungsbesiher.
Auf Anordnung der Reichsstelle für Kohle sollen alle Personen, die eine Zentralheizung ober Stockwerks- (Etagen-) Heizung bedienen, geschult werden, damit mit dem zur Verfügung stehenden Brennstoff die höchstmögliche Wirkung erzielt werden kann. Jeder, der eine Heizungsanlage bedient, sei es als Hausbesitzer, Hauswart, Haus- gehilfin oder Familienmitglied, glaubt sachgemäß und richtig zu Heizen. Und doch läßt sich noch manche Schaufel Koks einsparen, weil die Bedienung und Beschickung der Heizungsanlage nicht sachgemäß erfolgt. Es kommt auf viele Kleinigkeiten an, die zu beachten sind, um den Brennstoff restlos auszunutzen und nicht große Mengen Kohle ungenutzt zum Schornstein hinauszujagen. Diese Kleinigkeiten muß man kennen, um sie wirksam anwenden zu können.
Richtig Heizen will genau so gelernt fein, wie richtig kochen. Beim unsachgemäßen Kochen werden viele Nährwerte vernichtet und gehen damit der Volksernährung verloren. Man stellt eine Köchin auch nicht einfach an den Herd und läßt sie nun nach eigenem Gutdünken wirken, sondern der Erfolg des Kochens liegt in einer gründlichen Ausbildung und langjährige Erfahrung. Genau so ist es beim Heizen. Damit, daß man irgend jemand eine Schaufel in die Hand drückt und den Koks mit Schwung in den Ofen feuern läßt, ist es nicht getan. Beim Heizen kommt es darauf an, die Heizwerte des Brennstoffes restlos auszunutzen, wozu jedoch eine entsprechende Unterweisung unerläßlich ist. Sage niemand: „Ich kann heizen, mir braucht niemand etwas zu erzählen!" Es gibt gerade auf b6m Gebiete des Heizens so viel zu lernen, daß jeder Hausbesitzer, Haushaltungsoorstand oder auch Betriebsführer die von ihnen mit der Bedienung der Heizungsanlagen beauftragten Personen schon aus eigenem Interesse im sachgemäßen Heizen unterweisen lassen sollten. Vor dem eigenen Interesse steht aber das Interesse der Volksgemeinschaft. Kohle ist unser wertvollster Rohstoff.. Obwohl er in ausreichenden Mengen vorhanden ist, muß doch sparsam damit umgegangen werden, denn jeder Zentner, der nutzlos verbrannt wird, belastet die Transport- und Verkehrswege und nimmt unnütz Arbeitskraft in Anspruch.
Die Reichsstelle für Kohle hat daher angeordnet, daß alle Personen, die nicht hauptberuflich als Heizer tätig sind, und eine Heizungsanlage bedienen, einen Lehrgang „Heize richtig" besuchen sollen. Für die Teilnahme kommen also alle Hausbesitzer, die ihre Zentralheizungsanlage selbst bedienen, alle Hauswarte und Heizungswarte, die eine ober mehrere Heizungsanlagen bebtenen, alle Hausgehilfinnen, Hausfrauen ober sonstige Familienmitglieder, die. eine Zentralheizungs- oder Stockwerks-(Etagen-) heizungsanlage beschicken, in Betracht.' Der Kreis der zu Schulenden umfaßt also neben den Bedienungs- perfonen der Niederbruckbampf- und Warmwaster- sammelheizungen auch diejenigen der Etagenheizungen.
Die Lehrgänge werden in den Sommermonaten von der Deutschen Arbeitsfront, Hauptabteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, durchgeführt.
Sie erstrecken sich über fünf Abende zu je zwei Stunden für Bedienungspersonal von Zentralheizungsanlagen und über zwei Abende zu je zwei Stunden für Bedienungspersonal von Etagenheizung gen. Als Durchführungsorte sind vorgesehen ßen, Friedberg, Bad-Nauheim, Butzbach, Alsfeld, Lauterbach. Außerdem ist bei ausreichendem Teil« nehmerkreis die Durchführung geplant in Grünberg, Lich, Laubach, Wölfersheim, Homberg an der Ohm, Schlitz und Herbstein.
Zwecks Auskunft und Anmeldung wende man sich an die Deutsche Arbeitsfront, Hauptabteilung fitt: Berufserziehung und Betriebsführung, Gleßen. (Wir verweisen auf die Anzeige in der heutigen Ausgabe.)
Das Recht auf den Namen des Bräutigams.
Der Reichsminister des Innern hatte schon für die Friedenszeit Vorschriften erlassen, wonach einer Braut, deren Bräutigam unerwartet gestorben ist, im Wege der Namensänderung der Familienname des Verstorbenen gewährt werden kann. Das gleiche ist für Brautkinder, deren Erzeuger der Verstorbene war, möglich. Während des Krieges ist die Bearbeitung von NamensänberungsanträHen eingestellte Um jeooch Härten für Soldaten und bie ihnen Nahestehenden auszuschließen, hat der Reichsinnemnini- ster angeorbnet, daß Namensänberungsanträge von Bräuten und Brautkinbern Kriegsgefallener auch im Kriege weiter zu bearbeiten find. Anträgen von Bräuten und Brautkinbern auf Gewährung des Familiennamens des Bräutigams ist auch dann Fortgang zu geben, wenn der Verlobte als Nicht- angehöriger der Wehrmacht bei besonderem Einsatz auf Grund eines staatlichen Befehls oder als Opfer der Arbeit unerwartet gestorben ist. Bräute, denen der Familienname des verstorbenen Verlobten verliehen worden ist, können die Erklärung, daß sie sich „Frau" nennen wollen, bei der zuständigen Ortspolizeibehörde auch bann abgeben, wenn aus dem Verlöbnis ein Kind nicht hervoraegangen ift Es ist nichts dagegen einzuwenden, daß dem neuen Namen der Braut der bisherige Geburtsname mit einem Bindestrich oder mit dem Wort „geb." an* gefügt wird. Ablehnung des Antrages auf Grund des Widerspruchs eines der nächsten Verwandten soll nur erfolgen, wenn z. B. ein verwerfliches Verhalten der Verlobten vorliegt.
Insektenstiche
sind lästig, jucken und verursachen Schwellungen. Be* streicht man sie mit Sepso-Tinktur, so wird der Juckreiz sofort beseitigt, und die Schwellungen verschwinden, da diese Tinktur eine besonders große Tiefenwirkung besitzt. Am besten gebrauchen Sie hierzu das handliche und bruchsichere Sepso-Tupfröhrchen, bas Sie in allen Apotheken und Drogerien zu neunundvierzig Pfennigen er^ halten. Das Sepso-Tupfröhrchen, das sich bequem mit* fuhren läßt, eignet sich auch zur Desinfektion von kleinen Wunden und Pickeln und zur Verhütung von Entzündungen. Sepso-Tinktur desinfiziert wie Jod-Tinktur und wird genau so angewandt.
uns bei Allmutter Eva beschweren. Sie hätte nicht bloß vom Baum der Erkenntnis einen Apfel mausen sollen, sondern gleich auch vom Baum des Lebens. Mehr als das Paradies hätte es auch nicht kosten können!"
Nisten ift nachdenklich geworden. Er wagt einen letzten Einwand.
„Aber man kann doch Kohlehydrate künstlich her« stellen?" fragte er. Es klingt wie ein Hilferuf.
Der Chefingenieur zögert eine Sekunde. Erst bann antwortet er.
„Leider ist das bisher nicht gelungen."
Da gibt Nisten sich geschlagen.
*
Zu der Sorge um den Aktienkauf und die Bereitstellung von Geldbeträgen dafür ist nun noch eine zweite gekommen.
Auftragsmangel!
Die Aufregungen der letzten Monate haben dazu geführt, daß Dominik manches sich bietende Geschäft nicht so angepatft hat, wie er es bei ruhigen Gedanken getan hätte.
Eine ganze Reihe von Gelegenheiten hat sich daran zerschlagen.
Auch die weitere Entwicklung der Einheitsantriebs- maschine auf dem Probierstand hat viel Zeit, viel Kraft, viel Gedanken verschlungen, die dem Der- kaussgeschäft entzogen worden sind.
Friedrich Dominik hat nickt damit gerechnet, daß sich diese Dersucke so lange yinziehen würden. Vielleicht hat er auch feine Derkaufsdispositionen darum etwas laxer getroffen, weil er auf den Hellingen Platz haben wollte, wenn die Aufträge der Reichsregierung auf U-Kreuzer kämen.
Jedenfalls. — Jetzt ist der Auftragsmangel da.
Und er macht den Herren bei der Dominik-Werst mehr Sorgen, als sie sich gegenseitig eingestehen.
Ein Teil der Arbeiter muß schon mit Gelegenheitsarbeiten beschäftigt werden, die im Augenblick alles andere als dringlich sind und eigentlich bloß Gelb kosten.
Derartige Zustände lassen sich vor der Deffenf- lichkeit nicht lange verbergen.
Zuerst munkelt man in der Gefolgschaft. Gerüchte bilden sich. Sie werden in die Schankstuben, in die Familien, in die Geschäftswelt getragen.
(Fortsetzung folgt.)


