Bunter Abend mit KdF.im Gloria-Palast
Rpf.
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weist den Weg zur richtigen Zahnpflege
Die Pflege der Milchzähne ist genau so wichtig wie die der bleibenden.
Verdunkelungszeil
15. Juli von 21.40 bis 5.16 Uhr.
Nachmittag sonniger Tage, da zu diesem Zeitpunkt der Gehalt an herzwirksamen Stoffen befonders gut ist. Die Trocknung geschieht am besten auf^ schattigen, luftigen Dachböden. Eine rasche evtl, künstliche Trocknung bei Temperaturen bis 65 Grad ist befonders günstig. Die Pflanze ist giftig. Bei der Sammlung ist daher besondere Reinlichkeit erforderlich. Bei Trocknung vermeide man streng die Vermischung mit anderen ungiftigen Pflanzenteilen. (Getrennt halten!) Auch beim Versand bringe man die Aufschrift „Vorsicht Gift" an. Er soll bis spätestens Ende Oktober beendet fein. Der Purpurfingerhut gehört wegen seiner starken Wirksamkeit ausschließlich in die Hand des Arztes.
weiten Bevölkerungskreisen große Wertschätzung dargebracht wird, und dem auch wir für seinen ferneren Lebensabend alles Gute wünschen.
FroheGtunden für unsere Verwundeten
tafeln. In T. stiegen sie aus, warteten auf den An- schlußzug. Heftiger Gewitterregen schlug auf die Hallendächer, kalt blies der Morgenwind. Mit starker -Verspätung rollt aus dem Regendunst der Zug in den Bahnhof ein.
' In dem Abteil, in dem sie nun weiter nach Süden fuhren, lagen auf den Bänken, ausgestreckt auf ihren Zeltbahnen, schlafende Jungen. Von den Zu- gestie-genen halb aufgeweckt, drehten sie sich im Schlaf um, schlugen die übermüdeten Augen aus. Die Haare hingen ihnen auf die blassen Stirnen. Und wieder rollte der Zug. Schwäbische Landschaft: Hochebene mit fernen Waldwänden und Dörfern davor. Die Jungen schliefen, dumpfer Geruch ging von Stiefeln und'Lederzeug aus. Rucksäcke hingen wie Kugeln prall. Siebzehnjährig, eher sechzehnjährig waren die Jungen, vielleicht zum ersten Male aus großer Fahrt in die Welt. Wie die Reisenden das überkam! Wanderlust, unwiderstehliche, schwermütig- fröhliche, unserer Jugendjahre, schon fast versunken, nun unversehens wieder da in den jungen Gestalten um uns. Es wälzte sich in den Gepäcknetzen, es knirschte und knarrte. Auch dort oben schliefen müde Kerle, lagen wie Bündel im Netz. Was machte es ihnen aus, wo sie schliefen, wenn nur die Nachtfahrt bald überstanden war und es endlich hinausging auf die Landstraßen in die weite Welt. Der Zug rollte, nasse Gebüsche, zerzauste Bäume flogen vorbei. Die Jungen schliefen. Wenn sie sich räkelten, klapperten die Kochgeschirre, an die sie mit ihren Stiefeln stießen. Und wir wußten es gut; jenseits des Schlafs, wenn es vorüber war, wenn der Tag über den Landstraßen glänzte, würden die Augen der Jungen in einer Lebendigkeit sprühen, die ebenso auf den Augenblick wie aufs Ewige gerichtet waren, Lieder würden erschallen, ein Wimpel wehen. Sternennächte, Gewitternächte. Glut und Wind. Wirrnis und kämpfende Sehnsucht nach Klarheit in der Brust.
Die Reisenden stiegen aus, trennten sich von dem Antlitz unserer Jugend, das in den schlaftrunkenen Jungen auf Fahrt sich uns zugekehrt hatte, wie aus einer blauen, unvergänglich schönen Ferne. Ja, es duftete nach Reifwerden um uns, nach Sommer. Und dort im Zug, der in den golden besonnten Regen fuhr, rollten die Jungen dem Süden entgegen, unserer eigenen Jugend zu.
NSG. Der Gausachbearbeiter der Reichsarbeitsgemeinschaft für Heilpflanzenkunde und Heilpflanzenbeschaffung teilt mit:
*♦ Vorspielabend der Musikschule f ü r I u g e n d und V o l k. Am heutigen Dienstag, 15 Juli, 20 Uhr, tritt im Festsaal der Langemarck- schule die Musikschule für Jugend und Volk zum erstenmal an tie Oeffentlichkeit. In einem Dorspiel- abend will sie zeigen, was seit der Gründung tm August vergangenen Jahres erreicht und geleistet wurde. Freunde und Gönner der Musik, Eltern und Angehörige der Schüler werden hierbei Gelegenheit haben, sich über den Geist der in der von -Kraft durch Freude" errichteten Schule herrscht, em eigenes Urteil zu bilden.
Aus der Stadt Gießen
Unter der blühenden Linde.
Es stürzte die Briefträgerin in große Unruhe. Sie hatte es jetzt immer eilig, aus dem Umkreis des Hauses zu kommen. Wenn sie aber in das Haus mußte, lief sie rasch die Treppen empor. Vielleicht war Karl schon da. Sie zvollte ihm nicht begegnen. Eines Morgens hörte sie seine Stimme hinter der Tür. Er lachte laut und herzhaft mit dem Klemen, den er vielleicht auf den Schultern durch die Wohnung trug. Auch das Lachen der Frau klang von der Diele her. Nun war er also gekommen. Emen Augenblick stand die Briefträgerin laufchend da. Ihr Gesicht hatte etwas Angespanntes, Versunkenes. Dann erschrak sie und stieg eilig die Treppen empor, um oben Post abzugeben. Und hastig kam sie wieder herunter ...
Wochen vergingen. .Sie brachte nun wieder seine Feldpostbriefe. Wenn sie sie durch den Türschlitz warf hörte sie das Trappeln der Kinderfuße. „Tante Post!" rief das Kind hinter der Tür.
Einmal wartete die Frau auf sie. Karl hatte in seinem letzten Brief einen Gruß an die Briefträgerin bestellt. Es kam aber eine andere Briefträgerin. „Tonte Post" war einem anderen Postamt zugeteilt worden.
Aus der engeren Heimat.
Ein Autoomnibus verunglückt.
♦ ulrichstein, 14. Juli. In der Nähe des Dorfes Kölzenhain fuhr am gestrigen Sonntag- nachmittag ein mit sechs Personen besetzter P o st - o m n i b u s, der auf der Fahrt von Lauterbach nach Ulrichstein begriffen war, auf der kurvenreichen Landstraße gegen das Geländer einen Brücke. Das Geländer wurde von dem schweren Omnibus weggerissen, so daß der Wagen in den Bach stürzte und u m k i p p t e. Dabei wurde die Frau des hiesigen Sparkassen-Geschä-ftsführers Milli Meiski aus dem Wagen herausgeschleu-
Dornotizen.
Tageskalender für Dienstag.
Gloria-Palast (Seltersweg): „Hallo Janine". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Dschungel ruft".
Immerhin war seit dieser Zeit des Wartens eine leise Vertrautheit zwischen ihnen, sie grüßten sich freundlicher, wechselten Worte, wenn sie sich trafen, unb so erfuhr die Briefträgerin eines Tages von der Frau, daß Karl demnächst auf Urlaub kommen .. . .— , < « ... v t StA ivrrtit Tiit» ’lf Hm:
©er rote Fingerhut.
Sammelt unsere bedeutendste einheimische Herzpflanze.
Schallplatten- und Salontiroler-Parodie ergab einen famosen Abschluß des Programms.
Einen Hauptanziehungspunkt der Vortragsfolge bildete für die meisten Besucher wohl das Auftreten von Kurt Engel, der eigene Kompositionen auf seinem Marimba-Tylophon spielte. Zwar ist er vielen Rundfunkhörern aus zahllosen Konzerten schon bekannt, aber auf der Buhne entfaltet der quecksilbrige kleine Mann erst seine komischen Talente, die das Radio nicht zu vermitteln vermag. Kurt Engel zeigte sich nicht nur als Virtuose auf dem sehr beliebten Instrument (zuletzt mit zehn Schlegeln zugleich), sondern er brachte die begeisterten Hörer auch durch allerlei Hokuspokus während seines Konzertes in ausgelassene Stimmung. Es war ein Erfolg von besonderer Art. Carl E i ch h e i m ist hier ebenfalls aus früheren KdF.-Proqrammen bekannt; seine humoristischen Gesangsvorträge und seine Volkslied-Improvisationen am Klavier fanden auch diesmal lebhaften Anklang. Kennt und Paddy Frint präsentierten sich als Grotesk-Komiker mit allerlei verrückten Einfällen und erwiesen sich darüber hinaus als ausgezeichnete Akrobaten mit einem im Zeitlupentempo ausgeführten Kraftakt. Am Flügel wirkte Kapellmeister Walter R a d i s ch e w s k i als zuverlässiger und geschickt mitgehender Begleiter — Das vollbesetzte Haus spendete dankbar Beifall und wurde mit etlichen Zugaben belohnt
Hans Thynot.
Kreissachbearbeiterin für Musik- und Feiergestaltung, zur Verfügung gestellt. Die Schüler brachten einige Stücke aus dem kleinen Spielbuch von 1740 für Blockflöten zum Vortrag. Frau Kasten sang das „Largo" von Händel. Singkreis und Flotenfchuler brachten „Kamerad Soldat" von Adolf Hofmann, eine Folge von Märschen und Liedern, schön zum Vortrag. Die Zuhörer dankten mit großem Beifall.
DHL. Gießen.
Die Juliwanderung des VHC. Gießen bewegte ich in dem großen Waldrevier des ausgedehnten Krofdorfer Forstes. Nach einer Frühstücksrast im benachbarten Krofdorf ging es an den Hängen des Wettenbergs her nach dem lieblichen Gleibachtal.. Stets auf schattigen Waldpfaden wanderte man aufwärts über die Wißmar-Krumbacher Straße zur Krofdorfer Straße, am Meuzgärtchen, spater■ am Forsthaus Waldhaus vorbei durch den Walddistritt Buchenbühl nach dem schönen Ausblick über dem Verstal, der leider bald zuzuwachsen droht. Im Tale lagen die freundlichen Dörfer Kirchners, Altenvers und Rollshausen, während aus einiger Entfernung die Gladenbacher Berge Hemmerich, Koppe und Treisberg herübergrüßten. Bald war das idyllisch im Sauwasen gelegene Kirchverser Schwimmbad erreicht, wo ein reges Leben herrschte und' auch einige der Wanderer ein erfrischendes
Briese gelten können? Als sie am Ersten die Rundfunkgebühr kassierte, öffnete ihr die Frau, und dann 'am auch das Kind angelaufen, es war gerade m dem Alter, da es die ersten Gehversuche hinter sich hatte. Das Kind, ein Junge, hatte die Augen des Vaters Die Frau war sehr freundlich und unterhielt sich mit der Briefträgerin. Mit großen Augen ah das Kind zu dem fremden Menschen auf. „Das st die gute Tante, die uns Vatis Briefe bringt, agte die junge Frau.
Als sie die Tür mit einem freundlichen Kopfnicken wieder schloß, stand die Briefträgerin noch in einem Widerstreit der Gefühle da. Rührung, Schmerz, aber auch eine leise Eifersucht erfüllten ihr Herz. An dem Glück dieser Frau erkannte sie, um was sie sich damals durch eine falsche Entscheidung bezogen hatte. ...
Jene glückliche Frau hinter der Tur ahnte nicht, wie sehr nun auch die fremde Briefträgerin auf die Briefe wartete, die aus dem Felde kamen. Als einmal nach längerem Warten endlich wieder ein Bries gekommen war, klingelte die Briefträgerin bei der Frau und begnügte sich nicht, den Brie wie. sonst durch den Türschlitz zu werfen, sondern sie wartete, bis die Frau öffnete. Dann übergab sie ihr den Brief Das Gesicht der Frau leuchtete auf vor Freude. Vor so viel Angst, Warten und Gluck wurde die Briefträgerin ganz stumm, der Groll loste sich m ihr sie sah plötzlich in der andern eine Schwester, die um dasselbe bangte wie sie und die em größeres Recht dazu hatte. Die Frau konnte nicht wissen, was in der Briefträgerin vorging, sie nahm diese stille, freundliche Haltung für Mitgefühl. „Sie verstehen es vielleicht", sagte sie ein wenig verlegen, „man macht sich eben gleich Sorgen, auch wenn es gar nicht notig ist." — „Oh, ich verstehe , erwiderte die Briefträgerin, und da das Kmd nun an die Tur gekommen war, legte sie sanft die Hand ousdas Haar des Jungen, wandte sich dann aber plotzl^) ■ ab, daß die Frau ihr ein wenig verwundert nach-
Fahrtgenossen.
Von Kilian Kerst.
Der Schnellzug fuhr durch die Sommernacht. Durch den Tunnel hinter Aschaffenburg ging's in den Spessart wie durch ein Tor. An Waldhängen entlang, an schattenhaft sich wölbenden Bergkuppen vorbei, die wie schwerfällig wogende Wellen sich umeinanderschwangen. Hier ein plötzlich klaffendes, heuduftendes Wiesental, dort, unterhalb der steilen Böschung, ein schlafendes Dors. Dann, bei Lohr, der Bvgen des Mains. Blaffe Kalkberge, immer das Band des Flusses, und nun, für ein paar festliche Augenblicke, die lampenbeglänzten Brücken Würzburgs, funkelnde, im schwarzen Wasser gespiegelte Bögen über den Main.
Rauschend, in voller Fahrt, wurde Nürnberg erreicht Es tagte grau, die von kleinen Waldstücken gesprenkelten Wiesen der Hochtal-Landschaften enthüllten sich bleich. Rosige Gewölke erglommen. Aber weiter südlich glänzten Blitze in schwarzen Gewitter-
Das Schild an der Tür.
Von K. R. Neubert.
Sie war Briefträgerin und hatte seit einigen Tagen einen neuen Bestellbezirk zugeteilt bekommen Auf diesem neuen Gang hatte sie m einem Hause vor einem Türschild gestutzt, das den Namen Kar Göde trug. Als in der Wohnung Schritte sich naher ten, ging fie schnell in das nächste Siockwerk hinausi Sie beugte sich über das Treppengeländer, doch es kam niemand aus der Wohnung. . -
Seit dieser Zeit bekam sie immer em wenig Herzklopfen, wenn sie
keine Post für Gode zu bestellen aber ste "e auf dem Flur und lauschte auf Schritte uni» Stimmen. Vielleicht wohnte hier em ganz anderer Ka^ Göde Sie hätte es gern gewußt, aber zugleich fürchtete sie auch ein Zusammentreffen. Denn soviel hatte sie schon bemerkt: Karl Gode war verheiratet. Manchmal klang eine Kinderstimme aus der Wohnung, und einmal hatte sie die junge, Jubfae= grau aus der Tür treten sehen. Nur ihm war sie noch ^Warum^ schlug ihr Herz so, wenn sie in dieses Haus kam? Vor Jahren hatte sie Karl Gode kennengelernt Er schien Gefallen an chr zu finden und bemühte sich um sie. Doch hatte sie noch emen^anbe» ren Bekannten, dessen lebhafteres, jch^rnderes Na turell ihr Herz mehr entzündete als Karls stiller^, bedächtigeres Wesen. Damals hatte fte noch nicht erkmmt, welcher der wertvollere Mensch von beiden märe. Sie entschied sich für den anderen aber em Jahr später mußte sie erkennen, daß sie si-Y täuscht hatte. Doch nun war es zu spat. Karl Gode war ihrem Gesichtskreis längst entschwunden und zufällig hörte sie von einer Bekannten, daß er Jia)
Mr können uns die deutschen Dorfbilder nicht denken ohne unsere Lieblingsbäume, die Linden. Dor der Kirche, auf dem Friedhof, vor dem Rathaus, auf freien Plätzen, wo die Kinder spielen, überall stehen Linden. Ist die Eiche das Sinnbild
Tausende und aber Tausende von Linden laden .in diesen Tagen nicht nur die Bienen, sondern auch die Menschen zur Rast ein. An vielen Landstraßen, auf freien Plätzen, fast überall finden mir sie. Verlassene Dorfbrunnen sind von alten Linden uber- jchattet. Da läßt es sich schön träumen an solchen alten, vergessenen Dorfbrunnen, wenn der heiße Tag zur Rühe gegangen ist. Wenn ein solcher Brunnen erzählen könnte!
Bad nahmen. Nach Ueberguerung eines bewaldeten Höhenrückens gelangte man zu der anmutig im Salzbödetal liegenden Schmelz. Die hier vorge- ehene längere Rast wurde durch ein plötzlich auftretendes Gewitter, das mit großer Heftigkeit durch das Tal brauste, unterbrochen und das die Wanderer zwang, die schützende Halle aufzusuchen, um später nach dem Endziel Fronhausen zu wandern.
Gießener rvochenmarkkpreife.
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen sich für -^-Ware. Für 6-Ware oder abfallende Ware sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger.
* Gießen, 15. Juli. Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Markenbutter, % kg l>80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9, Kartoffeln, alte, 5 kg 47, Weißkraut, H kg 20, gelbe Rüben, das Bund 16 bis 18, Römischkohl, kg 12, Erbsen 26 bis 30, Mischgemüse 10 bis 12, Tomaten 65, Zwiebeln, das Bund 15 bis 20, Rhabarber, kg 12, Stachelbeeren 30, Johannisbeeren 25 bis 39, Erdbeeren 53, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 8 bis 12, Salatgurken 20 bis 50, Oberkohlrabi 12 bis 15, Rettich, das Bund 12 bis 15, Radieschen
Die NS.-Gemcmschaft „Kraft durch Freude" vermittelte im Auftrage des Oberkommandos der Wehrmacht den Verwundeten in unseren Gießener Lazaretten eine schvne Veranstaltung unter dem Motto „Tausend mui tere Noten". Das Orchester der „Meistersolisten im ^ldgrauen Rock" unter Leitung von Helmut M ndius, 1. Geiger am Frankfurter Opernhaus, t > reitete mit seinen instrumentalen Darbietungen den aufmerksam lauschenden Hörern eine große Freude. ;e Soubrette Charlotte Schütze vom Landestheate in Wiesbaden und der Bassist Robert vom Sr. eidt vom Opernhaus in Frankfurt a. M. bereich den mit ihren Gesängen die Vortragsfolge in sch aster Weise. Die verwundeten und kranken Soldaten dankten den Künstlern verdientermaßen mit herzlichem Beifall. — Am Sonntag erfreute die Dann- und Untergauspielschar des Bannes und Untergaues 116 Gießen die Insassen eines Lazaretts mit einer hübschen Veranstaltung unter dem Motto „Der Fröhlichkeit die Türen auf!" Unter Leitung von Musiklehrer Dietrich, Frl. Stieda und Herrn Braun wurde eifrig musiziert und gesungen, außerdem wurden zwei hessische Bauerntänze gezeigt. Reicher Beifall bekundete den Mitwirkenden den Dank der — In einem anderen Lazarett hatten sich
) Diese bekannte Pflanze mit ihren lebhaft purpur
ner Stärke und des trotzigen Willens, so wirkt bie farbenen röhrig-glockigen Blumenkronen, die in ein- Linde mit ihren zierlichen, herzförmigen Blättern, ^Inen Kreisen unseres Gaues auf Kahlschlägen ihrer schönen vollen Krone, wie das Bild der deut- Unb in lichten Wäldern teilweise noch in großen scheu Innigkeit. Beide Bäume waren unfern Alt- Beständen anzutreffen ist, ist eine der wenigen vordem heilig. Unter den Eichen opferten sie den Drogen, die ob ihrer Bedeutung für die Behand- ßöttern, unter den Linden hielten sie Gericht. In (ung von Herzerkrankungen nicht nur in unserem vielen Namen von Städten und Dörfern lebt die Daterlande in größten Mengen gebraucht wird, Linde fort. Schöne Mädchennamen erinnern an sie. sondern früher auch einmal in ansehnlichen Men- Auch der Drache, der Lindwurm, hauste unter gen ausgeführt wurde Man sammelt die grünen einer Linde, und als ihn Siegfried erschlug und sich Blatter von der blühenden Pflanze mit Öen Stielen, in dem Blute des Untieres badete, löste sich em Die beste Tageszeit für die Sammlung ist der Lindenblatt und fiel dem Helden auf die Schulter, lief im Odenwald aber, an der rauschenden Quelle, unter der alten Linde, wurde der lichte Held von dem finiteren Hagen ermordet. Wo uns von deutschem Leben, von Leid und Freud berichtet wird, in Sage und Dichtung, in Volksliedern und alten Die NS.-Gemeinschast „Kraft durch Freude Mären, überall finden wir die Linde, die teilnimmt hotte zu einem Bunten Abend mit froher Un- an dem Schicksal der deutschen Menschen ... terhaltung eingeladen, der wie immer vorzüglich be- Und nun strömen die Linden wieder einen Herr- sucht war. Max W e n d e l e r, „der lachende Gesell", sichen Duft aus. Die unscheinbaren Blüten haben eröffnete, hier schon von früheren Gastspielen her be- sich geöffnet und locken die Bienchen an. Sonnen- könnt, das vielseitige Programm und unterhielt das jchein und Lindenblütenduft! Das find die schönsten Publikum auf seine Weise: er wußte allerlei Witze Tage für unsere fleißigen Bienen, und der 3mfer un& Geschichten und brachte die Leute mit einem schmunzelt, wenn er in einigen Wochen aus den Wortschwall über Männer, Frauen, Landschaften, goldenen Wachszellen den fast grünlich scheinenden gj^e unö Musterung — vom Hundertsten ins Lindenhonig herausholen kann. Er laßt sich durch ~ '
jbie Farbe nicht beirren, er ist Kenner und weiß, wie gut der Lindenhonig schmeckt.
Eines Morgens mußte sie als Briefträgerini einen Brief bei Göde bestellen. Der Umschlag trug die ihr wohlbekannte Handschrift Karls. Nun war ke Zweifel mehr möglich. Doch bewies ihr dieser Bnes auch, daß Karl nicht zu Hause war. Es war em Feldpostbrief, den er seiner Frau schrieb.
Je länaer sie nun in dem neuen Bezirk tätig war,
desto öfter hatte sie Karls Feldpostbriefe durchi Öen l "Kehlend" berichtete es die' Frau. Die Nach- kleinen Türfchlitz zu werfen. War es nicht f a o I . letzten Brief gestanden.
lich, daß sie sich manchmal oorstellte, ihr hatten dieje tug j
übungsmusterfchule Alzey versetzt, wo er auch noch an der Fortbildungsschule und an der Landwirtschaftlichen Winterschule tätig war. Im Jahre 1903 erfolgte die Versetzung des Jubilars an das Realgymnasium und die Oberrealschu^ in Gießen. Nebenamtlich erteilte er auch Unterricht an der Kaufmännischen Fachschule und an der S^ile für weibliche Anaestellte des kaufmännischen Berufs berel- I tete zahlreiche Berufssoldaten, Feldwebel und Unter Offiziere mit Erfolg zur Militäranwarterprufung bor unb gab vor dem Weltkrieg Unterricht an der beim Inf,-Regt, Nr, 116 errichteten Militäranwarter- schule. In der Kriegs- und Nachkriegszeit stellte er seine Dienste dem Lebensmittelamt der Stadt Gießen zur Verfügung, war im hiesigen Obst- und Gartenbauverein tätig und entfaltete eine rege schriftstellerische Tätigkeit auf den Gebieten des Obst- Garten- und Weinbaues. Als einstmaliger Lei-
^°des^7L°7L'°Do:f-kSL Au- d-m chörer, - In einem anderen Lazarett hatten s.cy aeborenen Rheinhessen ist im Laufe der Jahre ein der Singkreis der Ns.-Frauenschaft und Block- guter Oberhesse und Gießener geworden, dem in flotenfchuler unter Lettung^von^rau^K^st^^
Tausendste — zum Lachen. Auch die Tänzerin Marja Tamara hat sich bei uns schon vorgestellt; ihre Darbietungen, vor allem auf groteske Wirkungen bedacht, fand viel Beifall. Trux und Mackie zeigten eine Zaubernummer: die illusionistischen Tricks mit Kerzen, Taschentüchern, Zeitungen usw., die man oft mit tödlichem Ernst vorgeführt sieht, waren hier durch grotesk-komische Einlagen aufgelockert, ohne an Präzision und Wirkung zu verlieren. Nanina und I o s ch o , „der ,Welt schönstes Tan.zpaar": eine akrobatische Num- - - mer, die durch ihre Eleganz und die verblüffende
Unablässig rauscht das klare Wasser. Bei Tage Weichheit" des weiblichen Partners bestach und übertönt es der Lärm der Arbeit. Nachts aber " f bestaunt wurde. Die zwei Battons plätschert der Wassersttahl lauter und munterer. Da musikalische Exzentriker, deren geschickt aufge- beginnt er zu erzählen von der Zeit, m der oirbeit vom Herkömmlichen erfreulich ab- die Mädchen mit ihren Gefäßen das Wasser holten, bauie* A? $ b ^es ungleichen, aber glanzend
aber nach des Tages Muhe noch immer 3U einer ’ nmirfenben Haares ist ebenso ausgeprägt kleinen Plauderei Zeit fanden, um sich mitzuteilen, 3 1 R - im Musikalischen, und ihre
was ihr Herz bewegte ober was sich Neues xm\m »QMWn Dorfe ereignet hatte. Der Brunnen horte zu, und die alte Linde rauschte mit ihrey Blättern. .
Dann kam die stille Nacht. Im Gebüsch leuchteten Oberreallehrerl.N.GrlMM80^ZSyreOll die Glühwürmchen auf, der Nachtwächter ging vor- 2Im Donnerstag, 17. Juli, vollendet der Oberreal- bei. Kein Ton war im ganzen Dorfe hörbar,nur IgaCob Grimm in voller körperlicher und der Brunnen sandte unablässig sein klares, kühles aejoiaer Rüstigkeit fein 80. Lebensjahr. Er stammt Wasser aus dem bemoosten Rohre, und den Bluten Mommenheim, Kreis Oppenheim a. Rh., wo er der Linde entströmte der herrliche Duft. In solchen ^ie Volksschule besuchte, um sich dann an
Nächten verstanden Sonntagskinder, was der Dorf- mrQParanbenanftalt Lindenfels und am Lehrer- Ir ruynen und die alte Linde zu erzählen hatten ... rem|nar Bensheim für seinen Lebensberuf vorzube- Ein Tee von den getrockneten Lindenblüten ist reiten Nach kurzer Tätigkeit in Wallertheim wurde heilbringend, und so sehen wir jetzt am Tage die er im gal)re 1882 als Lehrer an die Seminar* fleißige Jugend, wie sie ihr Körbchen mit den dus- - " ' "" — "" " "
tenben Blüten füllt. Das Beste und Süßeste freilich holen sich die Bienen. —


