Jahrestag»»« des Weflertvaldvereins
Gießener Schlachtviehmartt.
neue Wege
Landkreis Gieren.
Bezirfsschiedsrichterlehrgang für Huß all in Gießen.
nung aus, daß auch im neuen Jahre der Geist herrschen möge, der dem Verein das Gepräge gibt: Wällergeist und Treue dem deutschen Wandern. Mit dem Sieg-Heil aus unseren Führer schloß die Versammlung. Man blieb anschließend noch in gemütlicher unj> kameradschaftlicher Weise beisammen.
nach. Als sie verschwunden sind, dreht er sich um und macht den Weg nach dem Höfel zurück zu Fuß. Eine Stunde später läßt er sich nach dem Bahnhof fahren.
Italieners bekommen.
Ortszeit für den 16. Januar.
Sonnenaufgang 9.29 Uhr, Sonnenuntergang 17.41 Uhr. — Monduntergang 10.43 Uhr, Mondaufgang 21.41 Uhr.
Denkt an die Vüchersammluug für unsere Soldaten! Alle Block- und Zellenletter nehmen Spenden entgegen.
Richard Wagners kulturelle Sendung und sein weltberühmtes Bayreuther Kestipielwerk.
(D Lollar, 15. Jan. Das Fest der silbernem Hochzeit können morgen Donnerstag, 16. Januar, die Eheleute Heinrich Klinke! und Frau Johanna, geb. Arnold, begehen. Unseren herzlichen Glückwunsch!
Es ist noch früh, als der Zug das Polceveratal hinabklettert und in Genua einläuft. Viktor erwartet nicht, daß Ancia Maria ihn aoholt. Gleichwohl hält er Ausschau nach ihr. Und da steht sie auch, schlank und herb und überaus vertraut. Als sie ihn erblickt, reckt sie mit einer impulsiven Geste den Arm zum Gruß hoch, und ihr Gesicht ist ein einziges Leuchten.
Durch Viktor geht ein Sturm des Glückes. Ancia Maria ...! Wie hat er Ancia auch nur eine Minute vergessen können!
Er stürzt nach der Tür, springt aus dem Wagen. Er bahnt sich rücksichtlos einen Weg zu ihr, reißt sie an sich, hält sie umschlungen.
„Ancia Maria ...! Liebe ... Liebste ...!
Sie stöhnt auf in der Fessel seiner Arme. „Vik- tor ... ! Mein Gott ...! Es ist ... das ist ja, als ob du weiß Gott wie weit fort gewesen wärest."
„Ich bin weit fort gewesen, Ancia Maria. Weiter, als du ahnst."
Sein Ton fällt ihr auf. „Viktor? Also steckte doch ein besonderer Grund hinter dieser Reise. Ich dachte es mir."
„Ja, Ancia Mariä. Ich werde es dir später erzählen, und du sollst darüber urteilen. Einen Augenblick. Jetzt habe ich wahrhaftig meinen Koffer vergessen." Er gibt einem Gepäckträger den Auftrag, seinen Koffer aus dem Abteil zu holen und ihn nachzubringen.
Indem er Arm in Arm mit Ancia Maria den Bahnsteig entlang geht, sagt er: ,jch habe eine große Ueberraschung für dich und die Eltern: Enzio hat sich ernsthaft verliebt."
„Enzio? Nicht möglich?"
„Doch. Und wie verliebt! Er ist gar nicht wiederzuerkennen."
„Ob was daraus wird?"
„Dafür lege ich beide Hände ins Feuer."
„Wer ist sie?"
„Wer? Jetzt wirst du staunen, Ancia Mariar Sie
i. "Ziel und Aufgabe dieser Lehrgänge ist es, eine einheitliche Regelauslegung zu vermit. teln und den Kameraden Gelegenheit zu geben, Fälle aus dem Spielgeschehen im größeren Kreis zu besprechen. Aber nicht nur fachliches Wissen soll vermittelt, sondern durch geeignete Vorträge soll auch das Blickfeld des Schiedsrichters in sportlicher Hinsicht erweitert werden.
Der Gießener Lehrgang umfaßte den Samstag, nachmittag und den Sonntag und stand unter Lei, hing des Gauschiedsrichterobmannes SB in gen. selb aus Fulda. Nach einer Begrüßungsansprache
Sie ist die beste Lösung und ein Glück für uns alle."
„Ein Glück? Wenn Sie uns wieder verlassen?"
„Ich verlasse euch ja nicht, Beate. Es liegt an dir und Enzio, daß wir als die besten Freunde miteinander verbunden bleiben."
„Viktor ...!" Sie möchte etwas tun und wagt es nicht.
„Dort kommt deine Mutter."
Beate drehte sich um. Plötzlich fliegt sie auf Thea zu, umschlingt sie stürmisch und küßt sie. Eigentlich gilt bas Viktor.
Thea sieht über ihren Kopf hinweg mit fragenden Augen nach ihm. Er nickt ihr herzlich zu. Dann gleitet er von der Mauer herunter, geht zu den beiden hin und legt seine Arme um sie: „Es ist alles in Ordnung, Thea. Ich hoffe, alles wird zum Guten ausschlagen."
Er verbringt mit den beiden den Tag, bis am Abend Enzio erscheint. Für Thea hat er einen großen Strauß Rosen. Beate ist natürlich sehr scheu, sie errötet, als er ihr sagt, daß er heute beim Dienst nichts getaugt habe, weil er immerfort an sie habe denken müssen. Viktor hat die Billette für ole Oper bestellt, und da er noch Zeit hat, begleitet er die drei zum Theater. Unterwegs plaudert er bald mit Thea, bald mit Beate. Aber alle drei sind ein wenig zerstreut, die Gedanken weilen bei der bevorstehenden Trennung.
Nun steigen sie beim Theater aus der Gondel. Viktor nimmt Abschied. Er hält Theas Hand: „Wir werden uns wiedersehen. Hier, in Italien, oder droben, in Deutschland. Ueberlege es dir, ob du nicht deinen Reiseweg noch ändern und einen Abstecher nach Genua machen kannst, um Enzios Eltern kennenzulernen."
Thea sagt: »jedenfalls bitte ich dich, Herrn und Frau Ansaldi herzlich von mir zu grüßen. Auch deine Braut, Viktor. Man wohnt ja nicht so weit auseinander, daß man sich nicht rasch einmal besuchen könnte — wenn es an der Zeit ist."
Als Viktor Beate die Hand gibt und noch ein paar von Herzen kommende Worte sagt, füllen sich ihre Augen plötzlich mit Tränen. Sie reißt sich los und läuft ins Theater hinein.
Thea und Enzio folgen ihr. Viktor sieht ihnen
nach dem Reichshaftpflichtgesetz, wie auch die des Kraftfahrzeughalters nach dem Kraftfahrzeuggesetz i|t der Höhe nach begrenzt. Die für die Bahnen geltenden Haftungsgrenzen sind aber fo hoch, daß die meisten Schäden unter dieser Grenze bleiben.
In allen Fällen, in denen an sich die Haftung eines andern für den Derdunklungsschaden gegeben ist, kommt es auch darauf an, ob der Verletzte den Unfall mitverursacht hat. Das mit- wirkende Verschulden des Verletzten kann, wie schon erwähnt, zur Verminderung oder zum -Wegfall des Ersatzanspruches führen. Hierbei ist zu beachten, daß während der Verdunklung die gewöhnliche im Verkehr geübte Sorgfalt nicht genügt, sondern daß ie° der Verkehrsteilnehmer eine wesentlich g e - steigerte Sorgfaltspflicht hat. Dies gilt für den allgemeinen Straßenverkehr, für den Verkehr in Häusern und in anderen verdunkelten baulichen Anlagen sowie für den Eisenbahnverkehr. Im Straßenverkehr trifft die erhöhte Sorgfaltsoflicht nicht nur den Kraftfahrer, sondern in besonderem Maße auch den Fußgänger, der vor allem beim Überschreiten des Fahrdammes möglichst große Vorsicht walten lassen muß. Auch im Eisenbahn- und Straßenbahnoerkehr ist der Fahrgäst wie jeder sonstige Verkehrsteilnehmer zu erhöhter Sorgfalt verpflichtet. Hier kann nicht unberücksichtigt bleiben, daß die Bahnen als Massenbeförderungsmittel gezwungen sind, einen festen Fahrplan einzuhalten, und dadurch gehindert werden, alle die Maßnahmen zu treffen, durch welche die sich aus der Verdunklung ergebende Erhöhung der Betriebsgefahren ausgeglichen würde. Mit einem vollen oder angemesfe- nen Ersatz seines Verdunklungsschadens kann sonach nur der rechnen, der selbst die größtmögliche Sorgfalt beobachtet hat.
Dornotize«.
Tageskalender für Mltwoch.
Stadttheater: 19 bis 21.15 Uhr Gastspiel Georg Alexander „Der Elfte aus der Reihe". — Öffentlicher Vortrag der Universität: 20 bis 21.30 Uhr im Kunstwissenschaftlichen Institut Professor Dr. Glöckner über „Das Tier in der Kunst" (mit Licht- bildern). — Gloria - Palast (Seltersweg): „Kora Terry". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Zwl- jchen Hamburg und Haiti". — Oberhessischer Kunstverein: 17.30 bis 18.30 Uhr Ausstellung „Deutsche Graphik der Gegenwart" im Foyer Des Stadt- theaters.
Skadttheater Gießen.
Am heutigen Mittwoch gastiert der Filmdarsteller GeorgAlexandermitder Komödie „Der Elfte aus der Reihe" von Bruno Corra und Giuseppe Achille. (In deutscher Bearbeitung von Roland Schacht.) „Der Elfte aus der Reihe" ist ein Mann, der an einer öffentlichen Wohlfahrtsküche aus der Reihe der Wartenden herausgeholt wird und dann allerlei zauberhafte und charmante, kriminelle und kriminalistische Erlebnisse hat. Diese Erlebnisse fordern einen ganzen Kerl und Kavalier, einen Mann mit Humor und Witz, mit Herz und Verstand. Wer könnte das anders fein als — Georg Alexander! Außer Miete! Die Mittwoch-Miete wird später nachgeholt.
Basa Prihoda spielt morgen in Gießen.
Auf dem gestrigen Gießener Schlachtviehmarkt: (Schlachtvieh-Verteilungsmarkt) in der Viehverstei" gerungshalle Rhein-Main kosteten: Ochsen 35 bis 45,5 Rpf.; Bullen 31 bis 43,5 Kühe 16 bis 43,k Färsen 34,5 bis 49; Kälber 35 bis 57; Schafe 2S bis 44; Hümmel 30 bis 45 je Pfund Lebendgewicht- Für Schweine wurden je Kilo Lebendgewicht folgende Preise erzielt: Klasse a (150 Kilo und mefyrh 1,13 RM., bl (135 bis 149,5 Kilo) 1,13, b2 (M bis 134,5 Kilo) 1,11, c (100 bis 119,5 Kilo) 1,07, d (80 bis 99,5 Kilo) 1,01, e—f (unter 80 Kilo) 0,97, g 1 (fette Specksauen) 1,13, i (Altschneider) 1,11« g 2 (andere Sauen) 1,01, h (Eber) 1,01 RM. Markt" verlauf: Auftrieb gut, alles zugeteilt.
Christian Reiber t-
In Bad Homburg v. d. H., wo er seit einigen Jahren seinen Lebensabend verbrachte, ist nach kurzem Leiden im Alter von 84 Jahren der frühere Gießener Möbelfabrikant Christian Reiber verstorben. Mit ihm ist ein Mann aus dem Leben abberufen worden, der nicht nur durch feinen Beruf, sondern auch durch fein ehrenamtliches Wirken weithin in Gießen und Darüber hinaus bekannt geworden war. Im „Gießener Anzeiger" Nr. 232 vom 1. Oktober 1940 haben wir den Lebensgang Christian Reibers anläßlich der Vollendung feines 84. Lebensjahres geschildert und Dabei auch fein vielseitiges Wirken gewürdigt. Mit ihm verliert u. a. Die Gießener Rudergesellschaft 1877, Der er seit dem Gründungsjahre 1877 angehörte und Deren erster Vorsitzender er längere Jahre war, einen ihrer treuesten Freunde und tatfreuDigften Förderer, Der seit 1927 in Dankbarer Anerkennung seiner Verdienste Ehrenvorsitzender Der GRG. war. Ferner werden Die Kleinrentner unb Angehörigen Des SparerbunDes sein Hinscheiden besonders bedauern, denn auch für sie hat sich Der Heimgegangene während und nach der Inflationszeit in jahrelanger Tätigkeit mit besonderer Tatkraft eingesetzt, bis auch auf diesem Gebiete durch die Machtübernahme des Führers eine Wendung zum Besseren eintrat. In weiten Kreisen Der Bevölkerung wurde Christian Reiber große Wertschätzung Dargebracht, Die sowohl in seiner Persönlichkeit, als auch in seinem Wirken begrünDet war. Das Anbeuten an ihn wirb in Gießen in hohen Ehren fortleben.
IllMchtlmgoufkolstka
Vornan von Heinz LocenManibrecht
(Schluß.)
Sie sieht ihn mit einem Blick an, Der ihr ganzes EmpfinDen preisgibt. Sprechen kann sie nicht.
Er fetzt sich mit einem kleinen Schwung auf Die Terrassenbrüstung, ergreift Beate bei Den Armen und zieht sie zwischen seine Knie. Ihre Hände haltend, spricht er zu ihr herab: „Na, kleine Beate, jetzt ist Doch wohl alles klar?"
„Nichts ist klar", stößt sie hervor, ohne ihn anzusehen.
„Nichts? Sollte Der Prinz im ersten Sturmanlauf doch keine Bresche geschlagen haben? Geh, du schämst Dich nur ein wenig, es Dir selbst einzugestehen."
„Bitte ... Warum quälen Sie mich so?" Ihre Lippen zucken, sie ist Dem Weinen nah.
„Quäle ich dich, wenn ich dir sage, daß er schon heute abend wieberkommt?"
„Enzio?!"
„O Enzio ... V' Der Prinz! Wer Denn sonst? Er muß mich von heute ab vertreten. Das heißt, er wirb bie erste Rolle spielen. Ich bin nur fein Vorläufer gewesen."
„Ich verstehe Sie nicht."
„Ich reife heute ab."
„Sie reisen ab?"
„Deine Mutter hat bir also noch nichts gesagt?" „Was soll sie mir gesagt haben?"
„Daß bu bich nicht im geringsten zu schämen brauchst. Eher ich. Ich werbe es bir leicht machen, bich an bem Neuen, bas in bir aufgebrochen ist, ohne Gewissensnot zu freuen. Ich bin mit Enzios Schwester verlobt. Ich fahre heute zu ihr nach Genua zurück."
Sie sieht ihn erstaunt unb ungläubig an. „Nein?" sagt sie leise.
„Doch. Ganz gewiß. In vier Wochen wirb sie meine Frau fein. Hör mich an, Beate: Als ich bich in Genua zum ersten Male faf), ba wußte ich, baß diese Begegnung einen besonderen Sinn haben müsse. Ich legte ihn nur falsch aus. Der Sinn war, daß du durch mich Enzio hier tennenlemen solltest. . Eine andere Auslegung dürfen wir nicht zulassen.
Am Montagabend sprach der Dresdner Tonkünst- , ler A. Pellegrini auf Einladung des Gießener i Vortragsrings (Dolksbilbungsstätte Gießen, Goethe- Bund und Kulturelle Vereinigung) in der großen i Aula der Universität über dieses Thema. 25 Jahre i schon arbeitet Herr Pellegrini in Bayreuth mit. < Diese lange zeitliche Verbundenheit ist zur Herzens- i Verbundenheit geworden. Dies bewiesen eindeutig 1 feine Darlegungen.
Mit klaren, allgemein verständlichen' Worten, oft . humorvoll beleuchtet, führte er die aufmerksamen ' Hörer in und durch bas Lebenswert Richard Wag- , ners. Er schilberte bie interessante Entwicklung in Den JugenDjahren, wie erst Der Dichter zum Leben erwachte unD wie dann von der Dichtkunst her bie Musik als bebeutenber Faktor in des Jünglings Leben trat. Wie bie großen beutschen Meister, be- sonbers Bach unb Beethoven, immer größeren Einfluß gewannen, wie auch die absolute italienische Tonkunst sich in biefer Richtung forttreibenb auswirkte. Karl Maria von Weber mit seiner beutschen Oper „Der Freischütz" gab bann den Ausschlag zu Dem Bekenntnis errungener Ueberzeugung: ,jch will Musiker werben".
Unb nun ließ Pellegrini in fast dramatischem Aufbau die allmähliche Entwicklung Wagners als Opemkomponift unb als Künstler, Der sich feiner deutschen Sendung sehr bald bewußt wird, an bem inneren Auge ber Hörer vorüberziehen. Es kamen die ersten unsicheren Brotstellen, Die Heirat mit Der Schauspielerin Mina Planer, bie sich immer steigernde Not und endlich das fast fluchtartige 23er- lassen der Heimat, bittere Tage in Paris, aber auch bas Entstehen zweier Werke von Bedeutung: Des „Rienzi" und des „Fliegenden Holländer". Dazu als bedeutendstes Erlebnis in Paris: Wagner wird sich seines Deutschtums klar bewußt. Der Stern des jungen Meisters scheint im Steigen. Er wird Hofkapellmeister in Dresden, aber schon beginnen die ersten Widerstände gegen fein geniales Werk. Der „Tannhäuser" findet offene Ablehnung unb ber
burch ben Bezirksfachwart Nesfeldreher referierte Wingenseld über bas Thema ,T)rganisa> torischer Aufbau der NSRL.-Ordnungen unb Wett, fpielbeftimmungen, Fragen des Senioren- unb Jugendspielbetriebes". Der zweite Teil Des Lehr« ganges war Der Regelkunbe gewidmet. Gerade hier war es interessant, festzustellen, wie oft „rein theore» tische Fälle" auch in der Praxis tatsächlich vorkom« men können. Die Darstellungen auf dem Schulunqs. brett gaben jedem Teilnehmer bie Gewähr, llch über bie aufgeworfenen Fragen auf Grunb ber Demonstration ein klares Bilb machen zu können. Am Sonntagvormittag versammelten sich die Schiebsrichter auf Dem Waldsportplatz Des VfB. und unterzogen die Leitung eines Schiedsrichter, tameraben, ber bas Spiel Heuchelheimer Jugend — VfB. Jugend leitete, einer sachlichen Kritik. Vor ber Mittagspause, bie Die Schiebsrichter zu einem gemeinsamen Mittagessen vereinigte, sprach Win« g e n f e l b über bas Thema „Pflichten unb Rechte Des Schiedsrichters". Am Nachmittag wurde noch das Spiel Luftwaffe gegen Bissenberg besucht. Dann wurde ber Lehrgang geschlossen. Es war erfreulich, baß Wingenfelb in feiner Schlußansprache bie Fest.- stellung treffen konnte, er nehme bie Gewißheit mit daß im Bezirk 8 auf Dem Gebiete Des Fußballer- und Des Schiebsrichterwefen vorbilbliche Arbeit geleitet wirb. Der Besuch Des Lehrganges und bi« freudige Anteilnahme aller Schiedsrichter dankteiv ihm Dafür, Daß er nach Gießen gekommen war.
ist Die Tochter meiner großen Liebe aus meinem I früheren Leben."
„Viktor ... I" Ancia Maria bleibt stehen von | Ueberraschung.
,ja. Beate heißt sie. Ihretwegen bin ich bis nach VeneDig gefahren. Dort hat mich Gott fei Dani Dein Bruder abgelöst und — mir Die Augen geöffnet."
Sie gehen weiter, Der Bahnhofshalle zu, Deren hohes Portal auf Den Platz mit Dem Kolumbus- Denkmal führt. Ancia Maria schweigt. Sie mag mancherlei Gedanken haben, die sie jetzt nicht aut- spricht.
Plötzlich aber sagte sie: ,jch habe auch eine Ueberraschung für Dich, Viktor. Gestern angetom- men. Dort!"
Sie Deutet Durch Die geöffnete Reihe ber HoteK Diener hindurch, Die ihre Hotels ausrufen. Am Ende steht eine lange Gestalt mit weiß-blondem Haar und strahlendem Gesicht.
„Jürk Solterbeck!" Viktor stürzt schon Dem alte» Kameraden entgegen. „Alter Junge, Das ist mol wirklich ein guter Einfall von dir.
„Tjä", sagt Solterbeck mit breitem Vergnüge» „Du hast mir nämlich mit dein' Brief Da, wo b» Drin von Deinem Besuch in Korsika geschrieben hast Den MunD wässerig gemacht. Hab' ich mir gedacht Das mußt Du Doch auch noch mal sehen auf deiiu alten Tage, Den ollen guten Stacheldraht unb fo. Unb benn hab' ich mir man gleich vier Wochen Urlaub ordiniert. Ich denke, bu kommst noch mal nw 'rüber?"
„Machen wir, Jürk! Und Ancia Maria muß auch mit. Dann führen wir ihr unsere Flucht vor — bei Nacht unb Nebel. Unb bann mußt Du noch zu unserer Hochzeit bleiben, natürlich."
„Ehrensache! Die Prozeschon muß ich mir Denn Doch mal aus Der Nähe bekieken." Er sieht Viktor, dann Ancia Maria mit einem verschmitzten Zwin» kern an: JEjä — wenn man Da so Drüber nach' Denkt, wie ich bich Damals meiner liebwerten Tante als tobkranken Mann anvertraut habe, unb bi# schmucke Seern ba war man bloß so' lüttjes Hand' I chenvoll, unb benn heute — nee, Da kann man Denn I nur sagen: Da hast bu boch allerhand Volldampf I voraus gemacht, oller Schichtkieker!"
Mit Ausbruch des Krieges unb im weiteren 93en laufe finb viele Schiebsrichterkameraben zum Dienst in der Wehrmacht einberufen worben. Da nach kurzer Zeit an vielen Stellen Der Spielbetrieb fast vollständig wieder ausgenommen wurde, so machte sich ein empfindlicher Mangel an Schiedsrichtern bemerkbar. Darüber hinaus mußte man Schreds- richter mit Aufgaben betrauen, denen sie auf Grund ihres Entwicklunngsstandes noch nicht gewachsen I waren. Da mit dem Schiedsrichter in Den meisten Fällen ein Spiel steht ober fällt, war es keine Ueberraschung, wenn man in den Fachkreisen eifrig Wege suchte, um das Schiedsrichterproblem zu einer praktisch verwertbaren Lösung zu bringen. Durch bie Bereitstellung von Mitteln im größeren Um. fange als früher sollen bie Schiedsrichter nicht nur in ben örtlichen Gemeinschaften, fonbem barüber hinaus durch Zusammenziehung in Lehrgängen ge. schult werden. Ziel und Aufgabe dieser Lehrgänge
„Lohengrin" wirb überhaupt nicht mehr angenommen.
Das treibt Wagner auf bie Seite ber Revolutionäre von 1848. Steckbrieflich verfolgt geht er über Die Grenze nach Der Schweiz. Hier erwacht Der Schriftsteller Wagner zum Leben, unD seine Schriften sinD ein gutes Teil unserer heutigen Weltan- schauung. Die eDle Mathilde Wesendonk gibt ihm Den Glauben an sich unD fein Werk zurück. „Tristan unD JsolDe" entstehen. Die Musik beginnt aus ber Dichtung heraus zu wachsen, Der Mensch Wagner wirb zum Philosophen unb Politiker. Es tritt Die entscheibenDe Wendung burch ben jungen Bayern- konig Lubwig II. ein. Alles scheint zum guten Enbe zu kommen. Der Gedanke eines deutschen Festspielhauses wird lebendig. Da gewinnen gegnerische Kräfte die Oberhand unb Wagner geht roieber in Die Schweiz. Doch Der unbeirrbare Kämpfer, Der fest an seine deutsche SenDung glaubt, behält schließlich Den Sieg. Zwar muß noch vieles übermunDen werben, bis endlich in Bayreuth Das Festspielhaus steht, aber des Meisters Vertrauen auf Den Deutschen Geist hat ihn boch nicht betrogen.
Herr Pellegrini stellte dabei ben Einfluß Des Wagnerschen Werkes auf unseren Führer heraus, ber wohl wie nur wenige bas Wirken unb Schaffen bieses beutschen Mannes in tiefster Seele empfanb unb verstaub. Abolf Hitler ist es deshalb auch zu verdanken, daß bie ursprüngliche Jbee Wagners, sein Werk in wahrstem Sinne Dem Deutschen Volk zu schenken, nun Wirklichkeit wurde.
Der Vorttag würbe burch zahlreiche Beispiele auf bem Klavier unb der Violine sinnfällig erläutert. Ebenso verhalfen die schönen Lichtbilber, ben Vortrag noch lebensvoller zu gestalten.
Als sicherer Begleiter bei ben Violinstücken wirkte Kapellmeister S ö 11 n e r mit
Der mit reichem Beifall ausgezeichnete Vor- tragende schloß seine schönen Ausführungen mit ber Ansprache bes Hans Sachs aus ben Meistersingern: „Ehret eure Meister, Dann bannt ihr gute Geister."
Heinrich Blass.
Am Sonntag hielt Der Westerwalbverein e. 23., Zweigverein Gießen, in feinem Vereinsheim seine diesjährige Hauptversammlung, verbunden mit Ehrung verdienter Wanderer für 1940, ab.
Dereinsführer Pg. Mader begrüßte Die zahlreich Erschienenen, insbesondre Die z. Z. auf Urlaub befindlichen Frontsoldaten, und gedachte, wie üblich, der im letzten Jahre verstorbenen Mitglieder, sowie des im Felde gefallenen Kameraden Heinz W i n k e l h a u s. Der Vereinsführer erstattete sodann den Jahresbericht, der ttotz des Krieges einen erfolgreichen Fortschritt in Der Sache Des deutschen Wanderns aufwies. Der Mitgliederftand zeigte eine Vergrößerung; es fanden statt 6 Versammlungen, 6 Vorstandssitzungen, 38 Nestabende, 2 Dietvorträge, 1 Kinderbescherung, 1 Heimatabend, 23 Tageswanderungen, sowie Die Jahreshauptversammlung Des Hauptvereins. Alle Veranstaltungen unb Wanderungen waren Beweise für den vortrefflichen Geist im Verein. Die feldgrauen Wander- (ameraben würben im Jahre 1940 fünfmal mit Päckchen bebacht, auch ber stets überfanbte ,Kamerad Humor" fand freubigen Anklang. Die Volkstanzgruppe unb die Zupfmusikabteilung lebten im oergangneen Jahr auf unb verschönten vor allem die Weihnachtsfeier unter Leitung der auf Urlaub befindlichen Kameraden Otto Kipper und Heinrich Henkelmann.
Es wurden Dann ausgezeichnet: für 25 Wanderungen: Marie Dinges, Anna Mader, Karl Baum, L. Küspert, Hans Thiele, W. Dinges jun., Kurt Zirkler, Karl Benk unD Willi Gelzenleuchter; für 50 Wanderungen: Frau Brück, Emma Gerlach, Otto Werner, Fritz Kohl, Rigo Trechsler, Willi Bader, Karl Junker und Paul Bachmann; für 75 Wanderungen: Elisabeth Hofmann; für 100 Wanderungen: Fritz Barke, Fritz Rieb, Otto Stöhr; 150 Wanderungen: Gg. Römer unb Otto Kipper; 175 Wanderungen: Hanna Gerlach; 200 Wanderungen: Willi Gerlach.
Das Arbeitsprogramm für bas neue Jahr würbe befanntgegeben. Der Vereinsführer sprach bie Hoff
Man schreibt uns: An ber Entwicklung bes Diolinsviels haben bie Italiener entscheibenben Anteil. Nicht nur die ©eigen ausgezeichneter Meister, sondern auch Virtuosen ersten Ranges halfen Den Weltruhm dieses Landes auf diesem Gebiet begründen. Meister wie Carelli, Tartini, Nardini u. -a. wirkten durch Unterricht und Komposition bis auf unsere Zeit fort. Mit Dem Auftreten Paganinis wurden der Technik des Violinfpiels vollkommen neue Wege eröffnet Dieser „Hexenmeister" verblüffte durch sein eminentes Können nicht nur Die große Masse, sondern auch bie Größten seiner Zeit versagten ihm nicht ihre Anerkennung. Bekannt ist der Ausspruch Franz Schuberts: „So ein Kerl kommt nicht roieber". Von nun an war es höchstes Ziel aller Geiger, diesem großen Dorbilb nachzu- eifern. Namen wie Ernst, Böriot, Vicuxtemps treffen wir auf biesem Weg. Keiner hat ihn mehr erreicht. Zu benen, bie ihm am nächsten tarnen, gehört ohne Zweifel Vasa Prihoda. Wer von ihm einmal eine Komposition von Paganini spielen hörte, ber wirb in Der oolIenDeten Wiedergabe einen Begriff von der Kunstfertigkeit bes großen


