Mittwoch. 15. Zanuar Ml
Ur. 12 Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften)
Verhalten, insbesondere auf schuldhafte Verletzung flar, menn es besonders schwerwiegend ist, einen der Verkehrssicherungspflicht gegründet wird, kann Wegfall des Ersatzanspruchs zur Folge ^haben kann.
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lei, und (.lies Duft ist und Schönheit. Und natür- li, hat der Purzel gleich erraten, daß die liebe Schwalbe, die als Leiche im Gang des Maulwurfs
Nachstehende Preise sind Händlerpreise und verstehen
für ä-Ware Für B-Ware oder abfallende Ware ; sowie für Selbsterzeuger liegen die Preise niedriger. » Gießen, 15. Jan. Auf dem heutigen Wochen-
b- 6, Aepfel 20 bis 30 Rpf.
die- die-
der volle Schaden ersetzt verlangt werden sofern nicht ein mitwirkendes Verschulden des Verletzten zu einer Verringerung des Ersatzanspruchs führt.
Besondere Betrachtung verdienen DerdunkelungS'
üro wird em 1941
schen Ideen freigemacht und seinen Geldbeutel etwas gefüllt hatte, einen Flugapparat in größeren Ausmaßen zu bauen und Flugversuche anzustellen, wie sie ähnlich dann ein Jahrzehnt später Lilienthal gemacht hat. In der Nähe von Florenz ward ein geeignetes Feld, der Campo Caldo, ausfindig gemacht, und der Meister zog mit einer ganzen Schar seiner Schüler und Freunde hinaus, wo sich nun bald ein merkwürdiges und romantisches Leben
In Begleitung des Leiters des Landesfremdenverkehrsverbandes Rhein - Main, Oberbürgermeister Ritter, Gießen, stattete am gestrigen Dienstag vormittag ein geschätzter Gast aus Japan der Lud- wigs-Universität in Gießen einen Besuch ab. Es handelte sich um den Chirurgen an der Kaiserlichen Universität Fukuoka in Japan, Professor Hatta, Vorstandsmitglied des Balneologischen Instituts in dem größten und bekanntesten Heilbad Japans Beppo, der sich gegenwärtig auf Einladung des Reichsfremdenverkehrsoerbandes auf einer Stu- bienreife in Deutschland aufhält. Auf dieser Fahrt war Professor Hatta u. a. auch nach Frankfurt am Main gekommen, wo er eine Reihe von Universitätsinstituten und andere Sehenswürdigkeiten Frankfurts besuchte. Von dort aus hatte ihn seine Studienfahrt nach Wiesbaden, Bad Schmalbach, Bad Ems und am Manag nach Bad-Nauheim geführt, wo er überall mit großem Interesse die Einrichtungen der Bäder in Augenschein nahm.
Der Rektor unserer Universität, Professor Dr, med. H. W. Kranz, empfing den japanischen Gelehrten in dem repräsentativen Empfangsraum und Senatssitzungssaal in Gegenwart der Dekane und des Leiters des NS.-Dozentenbundes an der Universität Gießen, Professor Dr. Riehm In seiner Begrüßungsansprache an den Gast konnte der Rektor u. a. hervorheben, daß die Universität Gießen eine der ältesten Universitäten Deutschlands ist, die in den fast dreieinhalb Jahrhunderten ihres Bestehens durch zahlreiche hervorragende Gelehrte und Forscher Großes für die Wissenschaft geleistet hat. Professor Hatta hieß der Rektor aber nicht nur als geschätzten Gelehrten willkommen, sondern ihn grüßte er auch als Abgesandten des mit uns durch den Dreimächtepakt verbündeten tapferen und großen japanischen Volkes, das schon seit vielen
Für die Haftung der Eifenbahn und Straßenbahn für Sachschaden gilt grundsätzlich dasselbe wie beim Personenschaden. Soweit sich allerdings nach den in Betracht kommenden gesetzlichen Vorschriften die Bahn zum Zweck der Haftungsbefreiung auf ein
für Personenschäden regelnde Reichshaftpflichtgesetz geht von dem Grundsatz aus, daß der Betriebsunternehmer für alle beim Betrieb verursachten Schäden ohne Nachweis eines Verschuldens haftet Die Bahn kann sich aber von ihrer Haftung durch den Nachweis befreien, daß der Schaden durch höhere Gewalt verursacht worden fei. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, ob die allgemeine Verdunkelung als höhere Gewalt anzusehen ist. Diele Auslegungsfrage ist zu verneinen. Der Betrieosunternehmer der Eisenbahn oder Straßenbahn haftet also trotz der die Gefahren des Bahnbetriebes erhöhenden Verdunkelung in derselben Weise, wie er unter normalen Verhältnissen haftet. Hieraus ergibt sich, daß d i e Bahn das Verdunkelungsrifiko zu tragen hat. Sie muß es in Kauf nehmen, daß sie für eine größere Zahl von Betriebsunfällen als in normalen Zeiten einzustehen hat. Das Verdunkelungsrisiko wird ihr aber nicht einseitig aufgebürdet, insofern der Fahrgast, wie überhaupt jed'r Verkehrsteilnehmer, bei der Verdunkelung eine wesentlich erhöhte Sorgfaltspflicht hat. Hat der Fahrgast diese Sorgfalt nicht angewendet, lo trifft ihn ein mitwirkendes Verschulden das eine Minderung des Ersatzanspruchs gegen die Bahn, ja so-
Böcklins Flugversuche.
Zum 40. Todestaae des Malers am 16. Januar.
aif dem Rücken der Schwalbe fliegen darf weit, to it nach fernen, warmen Ländern, wo die Sonne itttmerbar scheint unb bie Blumen nimmermehr wel-
Verdunkelungszeit
16. Januar von 17.30 bis 9.25 Uhr.
Selbstbilbnis Böcklins mit dem geigenden Tode. (Scherl-Bilderdienst-M.)
entwickelte. Die jungen Maler erbauten sich hier ein ganzes Lager, in dem sie die Nacht über hausten. Mit vieler Mühe wurde der Apparat zusammengesetzt. Böcklin war überzeugter Drachenflieger. Da er meinte, baß eine Fläche, um einen Menschen und die Maschine zu tragen, ganz besonders groß sein müsse unb eine einzige Fläche wahrscheinlich nicht ausreiche, baute er brei übereinanber gelagerte Flächen. So entstaub eine Art Kastendrachen, bestehenb aus zwei Flügeln und einem Schwanz, die durch Fichtenholz und Bambusstangen zu einem einheitlichen System verbunden waren.
martt kosteten: Markenbutter, % kg 1,80 RM., fi Je, das Stück 8 bis 9 Rpf., Wirsing, H kg 8 bis 1! Weißkraut 8, Rotkraut 8 bis 13, gelbe Rüben 1( bis 12, rote Rüben 8 bis 12, Unterkohlrabi 5
Immer wieder, besonders während der Winter- monate, wird bie Frage aufgeworfen, wie es sich mit ber Haftung für Unfallschaben verhält, bie burch bie seit Kriegsbeginn als Dauer« zustanb burchgeführte allgemeine Verbunk - l u n g verursacht ober mitverursacht sind (Verbunk- lungsschäben, Verbunklungsunfälle). Zur Aufklärung wirb hierzu von berufener Seite mitgeteilt:
Die Verbunklungsunfälle können Schäben an Leib unb Leben (Personenschäben), aber auch Sach- schöben zur Folge haben. Einige Beispiele seien hier angeführt:
Ein Fußgänger stößt währenb ber Berbunklung auf einen bei normaler Straßenbeleuchtung leicht erkennbaren Baum unb verletzt sich babei. Der Fahrgast einer Straßenbahn kommt infolge ber Dunkelheit beim Aussteigen zu Fall unb erleibet babei Körper- unb Sachschaben. Aus oerbunteltem Bahnsteig wirb ein Reisenber von einem Elektrokarren ber Eisenbahn erfaßt unb zu Boben geworfen. An einer Derbunfeiten höhengleichen Kreuzung stößt ein Kraftfahrzeug mit ber Eisenbahn zusammen. Wie bie{e Beispiele zeigen, hanbelt es sich bei ben Verdunklungsunfällen regelmäßig um Verkehrsunfälle. Der durch einen solchen Unfall Geschädigte wird stets fragen, ob, gegen wen unb in welcher Höhe er Ersatzansprüche stellen kann.
Da ber Luftschutz eine Aufgabe bes Reichs unb bie Berbunklung eine Kriegsmaßnahme ist, wäre baran zu benten, baß bas Reich für alle Verbunk- lungsschäben aufzukommen habe. Das ist aber nicht ber Fall. Nach ben Vorschriften ber bie Kriegs- fchäben ber Zivilpersonen regelnben Personenschä- benoerorbnung kann für Personenschäben, bie burch bie allgemeine Berbunklung verursacht finb, keine Entschäbigung vom Reich verlangt werben. Auch für Sachschäben, bie in ber allgemeinen Verdunklung ihre Ursache haben, leistet das Reich nach den Vorschriften ber Kriegssachschäbenoerorbnung keinen Ersatz.
Hieraus folgt, baß berjenige, welcher einen Ver- bunklungsschaben erlitten hat, biefen selbst tragen muß, wenn nicht für bie Verursachung bes Schadens eine brüte Person irgenbroie verantwortlich ist. Stößt also z. B. ein Fußgänger auf Derbunfeiter Straße gegen eine Hauswanb unb oerletzt sich babei ober erleibet Schaben an seiner Kleibung, so hat er grunbsätzlich für ben entftanbenen Schaben selbst aufzukommen.
Bei allen Verbunkelungsunsällen, bie sich im Straßenoerkehr unb in Treppenhäusern ereignen, ist jeboch zu prüfen, ob ein anderer schuldhaft gehandelt, insbesondere gegen die ihm obliegenden Verkehrssicherungspflichten oorsätzlich ober fahrlässig oerftofjen hat. Treffen biefe Voraussetzungen zu, so ist ber a n b e r e e r s a tz p f l i ch- t i g. Ist z B jemanb während ber Verbunkelung baburch zu Fall gekommen und oerletzt worben, daß ihm ein anderer in unachtsamer Weise, etwa durch zu rasches Hinaustreten aus dem Haus auf dem Gehsteig in den Weg kam, so ist der andere nach den allgemeinen Grundsätzen des bürgerlichen Rechts schadenersatzpflichtig. Welche Pflichten zur Sicherung des Verkehrs sich aus der allgemeinen Verdunkelung ergeben, ist in der Verdunkelungs- oerorbnung unb in Erlassen bes Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshaber ber Luftwaffe bestimmt Kommt z. B. jemand in einem ungenügend beleuchteten Treppenhaus zu Fall und ist ber Unfall auf bie manaelbafte Beleuchtung zurückzuführen, so ist grunbsätzlich ber Hauseigentümer scha- benersatzpflichtig. Ebenso kann bei einem Unfall, ber sich im Straßenoerkehr zugetragen hat, eine Haftung der Gemeinde in Frage kommen, wenn sie die wegen der allgemeinen Verbunkelung erforberlichen, gesetzlich bestimmten Maßnahmen zur Erhöhung ber Verkehrssicherheit, wie den weißen Anstrich an ben Borb- ft e i n e n , nicht getroffen hat. In allen Fällen, in benen ein Schabenersatzanspruch auf schulbhaftes
Sprechstunde des Kreisleiters.
Die Sprechstunbe des Kreisleiters findet am D mnerstag, 16. Januar 1941, oon 15 bis 17 Uhr, In Gießen statt.
Gießener Dochenmarkkpreise.
den Die Ersatzpflicht des Halters ist aber dann aus, geschlossen, wenn der Unfall durch em unabroenö» rares Ereignis verursacht wird Ein solches unab, wendbares Ereignis ist jedoch die allgemeine Ber- dunklung nicht ohne weiteres und nicht unter allen Umständen. Der Halter eines Kraftfahrzeugs, bei dessen Betrieb ein Schaden oerursacht wurde, kann sich also nicht einfach dadurch oon seiner Haftung befreien, daß er nachweist, der Schaden sei auf die allgemeine Verdunklung zurückzullihren. Er muß vielmehr, wie auch sonst, nachweisen, daß er jede nach den Umständen des Falles gebotene Sorgfalt beobachtet habe. Dabei wird häufig dis Geschwindigkeit, mit der das Kraftfahrzeug gefahren ist, eine wesentliche Rolle spielen. Wie das Reichsgericht entschieden hat, muß auch während der Verdunklung die Geschwindigkeit so bemessen werden, daß der Bremsweg des Kraftfahrzeugs nicht größer ist, als die übersehbare Strecke der Fahr« bahn.
Die Haftung der Eisenbahn unb Straßenbahn
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japanischer Gelehrter besucht die Universität Gießen
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,.,9d) möchte probieren, ob ich ein wenig von er langweiligen Erbe loskommen kann." Mit er. Worten hat Bücklin einmal in feiner ironisch m denen Weise bie tiefste Sehnsucht seines Herzens usgesprochen, ber er in ber Vollkraft feines Schaffe: s, mehr als 30 Jahre lang, mit rastlosem Be- inihen nadjgeftrebt hat. Die Geschichte feiner Fluges uche unb Flugstubien hat ber Sohn bes Mei- titrs, Carlo Böcklin, bokumentarisch festgehalten m leti Buch „Neben meiner Kunst, Flugstubien, Briefe m3) Persönliches von Arnolb Böcksin", bas einige Zlhre nach bem Tobe bes großen Malers erschien.
Zwischen ben beiben Flügeln sollte ber Mensch Platz nehmen. Die mittlere ber brei wagerecht übereinanber angeorbneten Flächen ruhte auf ber Achse, bie bie beiben Flügel, ben Schwanz unb bie Gonbel trugen. Böcklin glaubte ganz fest baran, baß er mit biefem Apparat, ber auch Höhen- sowie Seitensteuer besaß, sich stolz in bie Lüfte erheben könne. Doch alle seine Hoffnungen unb phantastischen Träume würben Zerstört, benn ein Unwetter vernichtete kurz vor bem Tage, an bem ber erste Aufstieg unternommen werden sollte, ben Apparat. Ein entsetzliches Hagelwetter ging nieder unb zerriß bie Seim roanb. Böcklin erzählte später, es sei ihm beim Nie- berprasseln ber Schloßen gewesen, als schlüge jemand mit einem Stock auf die Knöchel feiner Hand. Trotz des Unglücksfalls war er nicht entmutigt, sondern machte im nächsten Jahr einen neuen Versuch. Aber ein mächtiger Windstoß zerbrach grabe vor bem Aufflug ben ganzen Apparat. Nun mußte Böcklin boch einsehen, daß feine eigene Konstruktion unzulänglich sei, unb baß seine Idee ohne fremde technische Hilfe niemals praktisch durchgesührt werden könne.
Sein nächstes Streben war nun, mit Fachkreisen in Verbindung zu treten, und er wandte sich daher an die soeben gegründete Luftschiffer-Abteilung bes Eisenbahnregiments in Berlin, bie ihm im Sommer bes Jahres 1883 bie Erlaubnis gab, auf ihrem Uebungsplatz einen Flugapparat zu bauen. Sowohl ber bamalige Kommanbeur bes Eifenbahnregiments, ber spätere General Goltz, wie ber bamalige Hauptmann bei ber Luftschiffer-Abteilung Buch- Holtz, der ein ausgezeichneter Flugtechniker war, kamen ihm freunblich entgegen. Sein Apparat entsprach in seiner Bauart noch ihrem späteren Bericht „fast vollkommen ben heute von Flugtechnikern ver- menbeten Zweibeckern."
Hartnäckig lehnte Böcklin jebe anbere treibende Kraft als bie des entgegengesetzten Windes ab. Major von Tschubi suchte ihn bavon zu überzeugen, baß zu einem Flugapparat unbebingt ein Motor gehöre, weil er sonst zum „hilflosen Spiel ber Winbe" werbe. Er war jeboch von seinem stolzen Glauben an Menschen- und Naturkraft nicht abzubringen. Beim ersten Versuch mit seiner Maschine wäre biefe aber beinah nach hinten umgekippt unb würbe nur burch Böcklins ziemlich bebeu- tenbes Gewicht baran verhinbert. Alle 1883 unb bann roieber 1887 auf bem Tcmpelhofer Felb ausgeführten Versuche führten zu keinem beliebigem den Ergebnis. Nach kurzem Widerstanbe brach ber Apparat in sich zusammen. Indessen war der Künst.
Aus der Stadt Gießen.
Wenn das Märchen erwacht.
Ja, bas finb richtige Märchenabenbe, wenn Frau ioUe luftig ihre Feberbetten ausschüttelt. Wenn es in» hämmert unb bie Kinder vorn Spielplatz heirn- hren, glücklich, rotbäckig und ganz erschrecklich ungrig, ba bauert es nicht lange, bann steht bas iirzelchen vor mir, in ber einen Hand einen dcken Apfel, in ber anberen ein erstaunlich großes sHusbrot, und erklärt: „Jetzt will ich bei bir blei fein." „Ja", sage ich, „ich muß aber einen Aufsatz |tr bie Zeitung schreiben, bamit ich Geld kriege Uib bir was Schones zum Geburtstag schenken |nn", „Ich störe bich kein bißchen", versichert bas Eurzelchen: „Du sollst mir nur Silber erklären beim chreiben!" (Unb ber Schriftleiter rounbert sich, baß be Tante sich so oft vertippt und baß ber Satzbau manchmal ein bißchen merfroürbig ist. es weiß eben licht, baß eng an ben linken Arm ber Schreiberin Vixreßt ber Purzel steht unb fragt, fragt, fragt, unb D:f$ ber Banb mit ben Münchener Bilberbogen bie
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Die Haftung für Verdunklungsunfälle
Schadenersatz nur bei größter eigener Sorgfalt.
ler auch mit bem Verein zur Förberung der Lust" schiffahrt in Verbinbung getreten, in besten Zeit- sChrist er im Jahre 1886 brei von scharfer Beobachtung und reicher Kenntnis zeugenbe Aufsätze über ben Vogelflug veröffentlichte.
Auch nach bem schweren Schlaganfall, der seins gewaltige Natur unterwühlte, gab Böcklin seins Flugpläne nicht auf. Im Frühjahr 1891 hatte et bie Vorarbeiten für einen neuen Flugapparat be« enbigt unb ging im Herbst besfelben Jahres nach Berlin, um bort alle notroenbigen Schritte zur Ausführung seiner Pläne zu tun. Wiberstrebenb hatte er sich jetzt sogar dazu verstauben, seiner Maschine einen Motor einzufügen unb auch bas Verhältnis! ber Flügel zum Schwanz geänbert. Ader bie Militärbehörde ging auf feine Ibeen nicht mehr recht ein, und fo wandte er sich 1894, als er zum letztenmal in ber Reichshauptstabt weilte, an bie Gelehrtenwelt. Durch ben schweizerischen Gesanbten irt Berlin Roth würbe er mit Helmholtz bekannt gemacht. Währenb Roth aus bem feinen sarkastischen Lächeln bes großen Gelehrten besten Skepsis zu erkennen glaubte, erzählte Helmholtz einige Tags später: „Im Anfänge glaubte ich es mit einem dilettantischen Schwärmer zu tun zu haben, beim alles, was er vorbrachte, war so unwissenschaftlich ausgedrückt als nur irgenb möglich. Als ich aber bann bie ganze Sache prüfte, überraschte mich bie Klarheit, mit welcher ber Maler oyne positive mathematische Vorkenntnisse Formeln zum Ausdruck brachte, deren Richtigkeit ich anerkennen mußte."
Während dieses Aufenthaltes war es Böcklin auch vergönnt, den genialen Flugtechniker Otto Lilien- t h a 1 kennen zu lernen, dessen Versuche die Grund- läge für bie Erfinbung »es Flugzeugs gegeben haben. Durch Helmholtz war er auf ben jungen Er- finber aufmerksam gemacht worben. Er wohnte besten Experimenten in Steglitz bei unb sprach sich erfreut unb günstig über sein Streben aus. Eine Erreichung des Ziels schien ihm aber nur bei ber Durchführung seiner Ibeen möglich, an deren Fruchtbarkeit er bis zu feinem Tobe festgehalten hat, ohne aber als kranker Mann noch an ihre Verwirklichung benten zu können. Es war ihm nicht deschieben, bas gelobte Lanb “feiner Verheißung, bem bas Sehnen feines Leben gegolten, zn betreten, aber er hatte boch einen Blick in bie Zu, funft werfen bürren, als ihm in Lilienthal ber Mann entgegentrat, an ben bie Vollbringer und (Erfüllet feines Traums anknüpfen sollten. W,
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Ion, gar nicht wirklich tot war, fonbern nur erstarrt von bes Winters Kälte.
Seht, so klug ist das Purzeichen! Unb darum sicht es auch heute in ber Zeitung. E, Bgl.
Unfälle, bie sich im Eisenbahnverkehr unb Bahn zum Zweck ber Haftungsbefreiung auf ein im Kraftfahrzeugverkehr ereignen Das unabwenbbares Ereignis berufen fannf ist bie bie Haftung ber Eisenbahnen unb Straßenbahnen ; Rechtslage bie gleiche wie bei ber Haftung bes Kraftfahrzeughalters
Der Halter eines Kraftfahrzeuges haftet nach den Vorschriften des Kraftsahrzeuggesetzes für Personen- und Sachschäden, die beim Betrieb des Kraftfahrzeugs verursacht sind, auch ohne Verschuld
Jahren in freundschaftlichen unb engen wissens schaftlichen Beziehungen zum deutschen Volke steht. Der Rektor wünschte dem Gast einen reichen geistia gen Gewinn bei seinen Besuchen in ben Unioerfi- tätsinftituten, bamit er bei ben reichen Eindrücken seiner Deutschlanb-Reise auch bie Universität Gießen, in guter Erinnerung behalte.
Im Anschluß an einen Rundgana burch bas neugestaltete Unioerfitätsgebäube besuchte Professor Hatta in Begleitung bes Rektors Professor Dr, Kranz unb bes Oberbürgermeisters Ritter bis Chirurgische Klinik, bas Institut für Erb- und Rassenpflege unb bie Heilstätte Seltersberg, wo ihm überall weitreichenbe Einblicke in bie Arbeit ber Institute ermöglicht würben. Das Ergebnis feiner Umschau brachte Professor Hatta, ber bie beutsche Sprache gut beherrscht, in warmen Worten ber Anerkennung für bie Universität Gießen unb ihre vielseitigen Einrichtungen zum Ausdruck,
Böcklins Ideen über Flugtechnik beruhten ganz oi, feiner scharfen Beobachtung und Nachahmung dk- Vogelflugs. In ben ersten Jahren feiner Ehe, oho um bie Mitte ber fünfziger Jahre, baute er e ien ersten kleinen Flugapparat, ber noch in Ver- oiabung mit einem Ballon konstruiert war. In iS°imar nahm er bann feine Versuche wieder aus utib verfertigte sich einen ganz primitiven Apparats ii: en mit Leinwand bespannten Rahmen den er vgrecht über Öen Kopf hielt. Er nahm einen kras- lifaen Anlauf unb flog sogar einmal mit )en baburch erlangten Schwung über einen ^frtungsgraben, wo er glücklich, wenn auch mit ir igen Hautabschürfungen (anbete. Einen anberen 'oiht einfachen Flugapparat baute er bann m nlo^ 'e^z. Es war ein breieckiger Rahmen, mit Lem- ü> nd überspannt, ber in ber Mitte eine Öffnung |fl::te. In biefe Deffnung zwängte sich em Mensch urD hielt ben am Tragriemen befestigten Rahmen nt ausgespannten Armen, fo baß er etwa in Gur- lel^öhe waagrecht hing. In biefer Lage mußte 25od« irs Sohn Hans auf bem Marsfelbe bei Florenz triftig gegen ben Winb anlaufen. Sobald er ben liegen Schwung hatte, hob er bie Fläche bes Ray- n:ns vorn fo weit in bie Höhe, bah sich der Wmb M-unter setzen konnte. Dadurch erreichte er aber j«licht mehr, als ziemlich weite Sprünge zu machen. W)cich waren bie Gesetze bes Vogelflugs immerhin
. ton in eigenartiger Weife verwenbet.
’ Da beschloß benn ber Meister 1881, nachbem er Mi burch bie Schöpfung einiger Silber wie der
5 ot en in sei", ber „Tritonenf amiMe , ;e- „Ruine amffleet" den Kops von kunstlerl-
nrch Schulmeisterei zu zerstören.
Unb wie nun ber Purzel ben „Anersensen" vor
Schreibmaschine legt, ba wirst bie Tante leicht- sirzig alle tiefsinnigen Gebanken über Bord, schiebt , » Maschine zur Seite unb lieft bas Märchen vor ' $im „Däumelindjen", bas so zart unb fein war, i ivie ein Rosenblatt, und bie Sonne so lieb hatte UiD boch ben garstigen blinben Maulwurf heiraten feite. Unb bas Purzelchen ist glückselig, baß es bem D umelinchen gelingt, zu entfliehen, unb baß sie
Zur Desiuseirlivn und Wundversorgung
gebraucht man die seit über 10 Jahren ärztlich erprobt« und bewahrte Sepso-Tinktirr, die in allen Apotheken und Drogerien in Fläschchen zu sünsundfünszig Pfennigen und in Tupfröhrchen zu neunundvierzig Pfennigen erhältlich ist. Sie desinfiziert wie Jod-Tinktur und wird genau so angewandt. Sepso-Tinktur findet nicht nur bei Hieb-, Stich-, Biß-, Schnitt- und Schürfwunden Anwendung, sondern auch bei Entzündungen in der Mundhöhle und oes Zahnfleisches sowie zur Desinfektion voni Pickeln und Insektenstichen. Infolge ihrer großen Tiefenwirkung erweist sie sich ferner bei Prellungen, Quet-^ schungen und in allen Fällen, in denen eine gesteigertes Durchblutung des Gewebes erwünscht ist, als sehr brauche bares Behandlungsmittel.
; ilbe Schreibmaschine zubeckt.) Unb bann sagt ber ; urzel: „Warum machst bu bir eigentlich so viel , ühe, wenn bu für bie Zeitung schreibst und benkst ! oiel nach? Die Mutti hat gesagt, neulich hat was : r einer Zeitung geftanben, ba war gar nichts ge= I icht, unb von Kindern war auch was babei.
chreib boch was von mir, bann mußt bu nicht t scharf nachbenken, fonbern kannst mir Märchen lirlefen."
Uno schon schleppt sie bas schwere Märchenbuch (irbei. Eigentlich liebt sie ja die Grimmschen Mär- vn am meisten, unb nie wirb sie mübe, bie ent- izfenben Zeichnungen roieber unb roieber zu beuchten, mit benen Hermann Vogel meine Aus- । :be bebilbert hat, kein Strich entgeht ihr; aber ; -? Märchen selbst „kennt" sie nun alle, unb ba stets banach strebt, ihre Kenntnisse zu erweitern, nmen nun „Anersensens" Märchen an bie Reihe, iiwohl, bie.stolze Erstklässerin, bie fast lauter Einer ii mbringt unb bie schwierigsten Wörter meistert, Nrt> mit „Anbersen" nicht fertig unb geht auch uri) „spanzieren" Und ich hüte mich fein, diese liüben Ueberbleibsel einer, ach, vergangenen Zeit


