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tischen Propaganda überhaupt erklärt. Auf der einen Seite kann er die Krisis der britischen Ver­sorgung und Verteidigungskraft nicht früh genug grau in grau an die Wand malen, wenn er seine amerikanischen Freunde ermuntern will, in ihrer Hilfeleistung für England nun endlich von Wor­ten zu Taten überzugehen. Auf der anderen Seite läuft er Gefahr, mit seinen Schwarzmalereien, ab­gesehen von der niederschmetternden Wirkung auf das eigene Volk, denjenigen Kreisen in USA. Was­ser auf ihre Mühle zu leiten, die jede Einmischung in den europäischen Krieg mit der Begründung ab­lehnen, daß die amerikanische Hilfe für England dock) zu spät komme und die USA. also in den Zusammenbruch des Empire unnötigerweise hinein­gezogen würden. Wie nahe diese Gruppe kühl wägender Amerikaner mit ihrer gesunden Skepsis der Wahrheit kommen, wenn sie meinen, daß Roosevelts Hilfe vielleicht den Krieg verlängern, aber Englands Niederlage nicht mehr verhindern kann, zeigt wiederum der Bericht des deutschen Oberkommandos über die Schlacht im Atlantik und den Luftkrieg über der Insel. Es ist selbstver­ständlich, daß bei der Natur dieses Kampfes auf diesen Kriegsschauplätzen keine schlagartigen Er« folge erwartet werden können wie in den Land­feldzügen. Aber Flotte und Luftwaffe wirken in pausenlosem zähem Einsatz ohne Rücksicht auf die Unbill der Witterung und in stetem Kampf mit den Abwehrwaffen des Feindes zusammen, um in einem an Intensität sich ständig steigernden Zer­mürbungskrieg die Versorgungsbasis und Rüstungs­kraft der britischen Insel auszuhöhlen.

Mit einem Verfen-kungsevgebnis von rund einer Million BRT. in den ersten vier Monaten des Kriegsjahres 1941 stehen die U-Boote wiederum an der Spitze der in diesem Zermürbungskrieg einge- fetzten Kampfmittel. 19 britische Geleitzüge wurden von ihnen zersprengt und bis auf wenige Schiffe vernichtet, obwohl die britische Admiralität alles tat zur Verbesserung des soviel gepriesenen Ge­leitzugsystems und sogar immer mehr dazu über­ging, zum Schutz der kostbaren, in dem blockierten England so sehnsüchtig erwarteten Transporte neben Zerstörern, Unterseebootsjägern, U-Boot- 'Fallen und Fliegern auch große Hilfskreuzer und selbst Schlachtschiffe einzusetzen. Wenn sie sich da­mit entschließen mußte, die zum Schutz der Insel bestimmten schwersten Einheiten der Kriegsflotte in der Schlacht im Atlantik der Gefahr der Torpe­dierung auszusetzen, so zeigt dies einmal den im­mer spürbarer werdenden Mangel an seetüchtigen Geleits ah rzeugen, zum anderen den eisernen Zwang, die Vorräte der Insel an Rohstoffen und Nahrungs­mitteln aufzufüllen, koste es, was es wolle. Der Zwang ist um so größer, als die deutschen Siege in Norwegen und Frankreich auch deutschen schwe­ren Ueberwasserstreitkräften und zahlreichen Hilfs­kreuzern den Weg zu den Weltmeeren frei gemacht haben. Wie schwer sie die britische Handelsschiffahrt trafen, zeigt die Versenlungsziffer von fast einer halben Million BRT. in den ersten vier Monaten dieses Jahres. Das zeigt den grundlegenden Unter­schied zu Deutschlands Lage im Weltkrieg. Damals konnten nur die drei HilfskreuzerWolf",Möve" und,/Sseadler" das freie Meer gewinnen und feind­liche Geleitzüge wurden von deutschen Ueberwasser­streitkräften, abgesehen von der Vernichtung eines von Skandinavien kämmenden Geleitzuges, über­haupt nicht angegriffen. Diesmal erleiden die bri­tischen Flottenstreitkräfte selbst im Handelskrieg in Uebersee schwere Verluste. So wurden von den 20 Hilfskreuzern, deren Vernichtung die britische Admiralität bisher zugegeben hat, allein vier durch deutsche Kriegsschiffe auf hoher See versenkt, zwei weitere 20 OÖÖ BRT. grobe Hilfskreuzer entkamen nur mit schweren Beschädigungen im Südatlantik der Verfolgung deutscher Handelsstörer. Auch das ZIEOO-Tonnen-SchlachtschiffMalaya" wurde so schwer beschädigt, daß es zur Reparatur einen ame­rikanischen Hafen auffuchen mußte.

In der Luftwaffe ist der Kriegsmarine ein äußerst wirkungsvoller Sekundant bei der Blockade Englands entstanden. 170 Schiffe mit nahezu 764 000 BRT., dazu acht britische Kriegsschiffe wur­den im Seegebiet um England und im Atlantik durch Fernkampfflugieuge, Kampf- und Sturzkampf­flugzeuge versenkt. Wieviel Schiffe das Opfer des Minenkrieqes aeworden sind, ist naturgemäß nicht einwandfrei festzustellen, da off erst viele Monate nach Verschwinden der Schiffe die Versicherungsge­sellschaften oder Reedereien den Verlust bekannt- geben. Wenn schon die Beschädigung von 1,2 Mil­lionen BRT. britischen Schiffsraums eine außer-

Zufälle in Krieg und Frieden.

Von Wilhelm von Scholz.

Ich habe schon manchmal von selffamen Zufällen erzählt, bei denen man stutzt und aufmerksam wird, weil in ihnen irgend etwas Persönliches zu walten scheint. Das Persönliche ist dabei ost von neckisch- koboldhaster Art, ost aber auch sehr ernst, führt ein Unglück herbei oder verhütet es, scheint mit über­irdischen Mächten in Verbindung zu stehen oder gar ein Ausfluß ihres Waltens zu (ein.

Scheint! Feststellbar ist indessen in all den Zufällen, die dem von ihnen Hörenden als seltsam, merkwürdig, kobold- oder auch schicksalhaft ausfallen, nur dies: daß offenbar ln ihnen eine Anziehungs­kraft sich betätigt, für die mir die Bezeichnung ^An­ziehungskraft des Bezüglichen" besonders treffend schien. Die oft beobachtete Verdoppelung (statt des Fremdwortes: Duplizität) der Ereignisse, die Pech­strähne, überhaupt jede Serie ooer Reihe ver­wandter Ereignisse, wird ebenso von dieser An­ziehungskraft des Bezüglichen herbeigeführt, wie etwa das gelegentliche erstaunliche Zurückfinden ver­lorener Gegenstände zu ihren Besitzern. Ich habe darüber in meinem LucheDer Zufall und das Schicksal" ausführlich gehandelt und will mich hier nicht wiederholen. Vielmehr möchte ich aus der großen Zahl außerordentlicher Zufälle, die mir aus dem Leserkreise des genannten Buches ständig zu­gehen, hier einige besonders interessante mitteilen.

Zn Nordbrabant, im Niederländischen, liegt nahe der belgischen Grenze ein kleiner Ort Putte, dessen Kirche im Kriege völlig ausgebrannt ist. Diese Kirche hat ein Alter von einigen siebzig Jahren erreicht. Mit ihrer Errichtung und ihrer Vernichtung hat sich einer jener seltsamen Zufälle zugetragen, von denen ich spreche. Als sie im Jahre 1867 fertiggestellt worden war, war ein kleiner Mann, G. Mathesse des Namens, das erste Kind, das in dieser Kirche getauft wurde. Am 1. Mai 1940 fand die letzte Totenfeier in dieser Kirche statt, ehe sie der Zerstö­rung anheimfiel. Wem galt dieser Leichendienst? Eben jenem G. Mathesse, der der erste Täufling der Kirche von Putte gewesen war ...

Noch ein anderer liebenswürdiger Zufall wird durch die holländische Presse verbreitet: vier deutsche Flieger, die in einem Gummiboot in der Nordsee trieben, wurden, nacktem sie em anderer Flieger entdeckt und ein holländisches Fischerboot auf sie

ordentliche Belastung der britischen Waffen be­deutet, so wird diese kaum tragbar angesichts der mit wachsender Intensität gegen alle wirtschaftlichen Lebenszentren der Insel geführten Angriffe der deutschen Luftwaffe. Die Zerstörung der Häfen und Werften, die Zerschlagung des Transportwesens, die Vernichtung großer Lebensmittelspeicher mit chren kaum noch ersetzbaren Warenvorräten und die ständige Unterbrechung des Arbeitsprozesses in den britischen Rüstungsindustrien durch die deuffche Luftwaffe sind die folgerichtige Ergänzung der Blockade, die der Handelskrieg auf hoher See um die britische Insel gelegt hat.

Wer die Berichtszeit hat auch zu Lande Ope­rationen größten Ausmaßes und größter Erfolge im Kampf gegen England gebracht. Im Mittel­meerraum, in dem England durch Konzentrie­rung erheblicher Flottenstreitkräfte und Aufstellung einer großen Empirearmee einen lähmenden Druck auf Italien auszuüben gedachte und sich davon poli­tische Auswirkungen von folgenschwerster Bedeutung versprach, setzte in dem Augenblick ein entscheidender Umschwung ein, als es gelang, trotz der scharfen Ueberwachung der Seestraßen durch britische Flot­tenstreitkräfte erhebliche deutsche Verbände nach Nordafrika hinübergubringen und mit ihnen Seite an Sekte mit italienischen Truppen und un­terstützt von Geschwadern der deutschen un^ ita­lienischen Luftwaffe nicht nur den britischen Vor­marsch in der Cyrenaika zum Stehen zu bringen, sondern in überraschendem Vorstoß die britische Stellung zu erschüttern und in scharfem Nachdrän­gen in erbittertem Kampf mit einem zahlen- und materialmäßig überlegenen Gegner, in schwierig­stem Gelände und bei dem gänzlich ungewohnten %lima - der nord afrikanischen Sandwüste in drei Wochen die ganze Cyrenaika mit Ausnahme von Tobruk zurückzuerobern. Eine Leistung, die nicht nur die höchste Bewunderung und Dankbarkeit des deutschen und italienischen Volkes gefunden hat, sondern auch von eminent strategischer Bedeutung für die Gejamtlage im Mittelmeerraum wurde, da sie in die gleiche Zeit fiel, als die ersten Schläge gegen Englands Bundesgenossen auf dem Balkan erfolgten und General Wavell, der britische Ober­kommandierende im Nahen Osten, sich vor die Not­wendigkeit gestellt sah, auf zwei Kriegsschauplätzen zu gleicher Zeit mit erheblichen Kräften anzutreten.

Der Bericht des Oberkommandos gibt eine in ihrem klaren Aufbau überaus anschauliche und eindrucksvolle Darstellung des Balkanfeldzuges. Ob­wohl der Putsch der Belgrader Verschwörer die deutsche militärische Führung mitten im Aufmarsch an der bulgarisch-griechischen Grenze zum Gegen­stoß gegen eine in Nordgriechenland in Bildung be­griffene britische Operationsgruppe zu gänzlich neuen Dispositionen zwang, gelang trotz großer Ge­lände- und Versorgungsschwierigkeiten die Bereit­stellung der Truppen für die neuen Aufgaben in so kurzer Zeit, daß kaum zehn Tage später zum Angriff angetreten werden tonnte. Die einzelnen Phasen des Feldzuges sind noch in aller Erinne­rung. Er stellte die höchsten Anforderungen an Füh­rung und Truppe, die im Kampf mit einem sich zäh verteidigenden Gegner besonders der Hal­tung des griechischen Soldaten wird höchste Achtung gezollt, auf dem Vormarsch auf grundlosen, ver­schneiten oder vereisten Wegen durch schroffe Ge­birgsketten, im Angriff auf nach. modernen Ge­sichtspunkten ausgebauten Stellungen wie die Me­taxas-Linie und in rastloser Verfolgung des geschla­genen Feindes an Einsatzfreudigkeit in höchstem Verantwortungsgefühl das Letzte hergaben und da­mit den Sieg an die deutschen Fahnen hefteten, lieb erlegene Führung, hervorragende Ausbildung der Truppe und die hohe Qualität der deutschen Waffen haben dazu beigetragen, daß die Verluste, die die deutsche Wehrmacht im Balkanfeldzug erlitt, denkbar gering waren. Ein besonderes Wort ver­dient auch das deutsche Kraftfahrzeug, das mit sei­nem Motor auch das schwierigste Gelände in den zerklüfteten unwegsamen Gebirgsketten des Bal­kans meisterte.

Der Bericht des Oberkommandos schließt mit einer eingehenden Darstellung des kühnen deutschen Unter­nehmens zur Wegnahme der Insel Kreta, deren strategische Bedeutung in nächster Nähe unserer See­verbindungen durch das Aegäische Meer und in der Flanke des nordafrikanischen Kriegsschauplatzes und des britischen Seeweges von Malta nach Alexan­dria ein Ueberfehen nicht erlaubte. Hier hat sich die deutsche Luftwaffe in neuartigem Angriffsverfahren nach einem bis ins kleinste vorbereiteten Plan höchsten Ruhm erworben und damit das stolze Wort

aufmerksam gemacht hatte, von diesem gerettet. Es trug den Namen Jöe vier Gsbroeders" die vier Brüder!

Es ist kein Zweifel, daß die gegenüber Friedens­zeiten viel lebhaftere Bewegtheit des Lebens im Kriege das Eintreten auffälliger Geschehnisse dieser Art fördert. Der Zufall hat, möchte ich sagen, im Krieg leichter und mehr Gelegenheit zu wirken, als in dem, bildhaft gesprochen: schwerfälligen Frieden, in dem alles geregelter und normaler verläuft.

Wieviel höchst unwahrscheinliche Wiedersehen werden aus der Truppe berichtet! Selbst während des Weltkrieges in Frankreich verlorene Gegen­stände ein Brotbeutel zum Beispiel sind bei der zufälligen Wiederkehr eines Soldaten in sein altes Quartier wiedergefunden worden!

Wer nicht nur im Kriege maltet der Zufall nach jener Gesetzmäßigkeit, daß er Dinge und Menschen, die in gedanklicher, geistiger, verwandtschaftlicher, ursächlicher oder sonst einer greifbaren Beziehung zueinander stehen, auch wirklich zusammenbringt.

Da ist beispielsweise die Unglücksserie, die das Auto, in dem der einstige österreichische Thronfolger Franz Ferdinand mit seiner Gemahlin am 28. Juni 1914 erschossen wurde, allen künftigen Besitzern des kostbaren Wagens brachte, obschon der Wagen selbst bei dem Attentat in Sarajevo vollständig unbe­schädigt blieb.

Der Feldzeugmeister Potiorek, Führer gegen das damalige Serbien, benutzte das Auto nur ganz kurze Zeit, da er einem Nervenleiden verfiel, das ihn alsbald hinraffte. Diese Katastrophe braucht freilich nicht in irgendeinem Zusammenhang mit dem Wagen zu stehen.

Wer unter dem nächsten Besitzer, ebenfalls einem General, tötete das Auto durch unerklärliches Ver­sagen der Bremse zwei Fußgänger. Mit dem Ueber- gang von Bosnien und der Herzegowina kam der Wagen in den Besitz des jugoslawischen Militär­kommandanten: der eigene und der Wagenlenker eines Lastwagens waren Todesopfer des Autos, der Besitzer und ein Adjutant wurden schwer verletzt.

Den nächsten Besitzer, einen Arzt, fand man tot unter dem umgestürzten Auto, ohne daß die Ur­sache des Unglücks aufgeklärt worden wäre.

Der schon von abergläubischer Furcht umgebene Wagen wurde umlackiert, um ihn unkenntlich zu machen, wie das früher die Mode der Autodiebe war. Der arglose Käufer, ein Kaufmann, stürzte mit dem Wagen in die Donau und ertrank.

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des Führers:Dem deuffchen Soldaten ist nichts unmöglich" wiederum wahr gemacht. Wenn man in dem Bericht die Anlage und den Ablauf dieses Landeuntemehmens lieft, in seinem lückenlosen Jn- einanbergreifen aller eingesetzten Waffen und mit eiserner Zähigkeit unbeirrt durch Ueberraschungen oder zeitweilige Fehlschläge durchgeführt, dann emp­findet man den Stolz, mit dem der Bericht des Ober­kommandos feststellt:Führungskunst und Tapfer­keit der deuffchen Soldaten haben eine ihrer härte­sten Proben bestanden". Es war ja nicht nur ge­lungen, in einer gewaltigen Schlacht zwischen einem deutschen Fliegerkorps und den im Seegebiet um Kreta konzentrierten starken britischen Flottenstreit­kräften diese in die Flucht zu schlagen, sondern auch durch Fallschirm- und Luftlandetruppen trotz stärk­ster feindlicher Gegenwirkung auf der Insel eine Angriffsgruppe zu bilden, die in bewunderungs­würdig exakter Zusammenarbeit mit Kampf- und Stukageschwadern der Luftwaffe einen feindlichen Flugplatz nach dem andern besetzte, die gut aus­gebauten und zäh verteidigten Stellungen aufbrach und in hartem Kampf in schwierigstem Gelände und bei fast tropischer Hitze ohne schwere Waffen auch

Am Rande der Weltgeschichte.

König Karl XII. von Schweden war feinen Soldaten in der Tapferkeit, aber auch in der Ent­sagung leuchtendes Vorbild und wußte auf ©runfc dieser Eigenschaften auch in schweren Tagen dis Disziplin aufrechtzuerhalten. Das zeigte sich beson­ders in seinem letzten unglücklichen Feldzug in fol­gender Begebenheit:

Einer feiner Soldaten war mit der Güte des ge­lieferten Brotes nicht -zufrieden. Er trat vor de« König hin, reichte ihm ein Stück dieses Brotes unü fragte in unverschäntten Ton:

Sagen Sie selbst, Sire, ob ein Soldat das hie» essen kann!"

König Karl tat so, als ob er die Dreistigkeit nichli bemerke. Er nahm das Brot hin und baoon* wobei er bemerkte:

Ich gebe zu, daß ich schon etwas Besseres ge* gossen habe, aber es ist Krieg, und infolgedessen bim ich auch mit dem hier zufrieden!"

Diese Antwort verblüffte den Soldaten so W* daß er sich beschämt abwandte und beiseite zu seine« Kameraden schlich.

sich in der verwandten Artung vieler aus den W sch jede nsten Ländern stammender Zufälle die Wahr» heitstreue eines Berichters aus dem Vergleich mA anderen Berichten und Zufällen noch gewissermabeK indizienrnäßig feststellen.

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müssen, selbst erleben. Es fehlen alle Orientierung mittel im Gelände, die Bodenbedeckung ist fast über all die gleiche. Sie können selbst ermessen, wie un heilvoll sich jedes Verlaufen in Feindnähe aus wirken kann. Doch alle Schwierigkeiten des Ge­ländes, die Widrigkeiten des Klimas und Entbeh­rungen des Einsatzes, die auf uns lasten und den Dienst eigentlich zum schwersten in diesein Kriege machen, müssen von uns überwunden werden, und sie werden es auch!"

Die Kompanie hatte bei dem letzten Nachtunter-

Das ist die ganze Tarnung einer motorisierten Abteilung im Frontabschnitt vor T o b r u k. Ein besserer: Schutz ist oft nicht möglich, da es dort vielfach weder Bäume noch Sträucher gibt und außerdem manch» mal der Boden so fteintg ist, daß man sich auch nicht in die Erde eingraben kann. (Scherl-M.)

ihren Bruder zu sehen, er wird 24 Stunden abge> I löst und kommt heute Nacht zurück."

Der Kommandeur erzählt weiter:Eine S un­ter 11 n t e umgibt Tobruk. Es sind kleine Bunker,! die erst einige Meter vorher sichtbar werden. Sie l ragen nur wenig aus dem Erdboden heraus untj sind aus größerer Entfernung nicht auszumachenA Einige von ihnen haben wir in erbitterten EinzesiZ gefechten geknackt und sind in die Verteidigungslinie eingedrungen. Unter schwerstem feindlichen 2lrl tilleriefeuer, das mich in seiner schnellen Schußfolge,V Stärke und^Präzision fast an die großen Material«I schlachten des Weltkrieges erinnerte, gelang es uns,! dem Gegner Wüstenfestungen zu entreißen. Jetzil liegen wir vor ihnen.

Meine Männer erfüllen zum Teil infanteristisch,

Gut so! Dann laufe und melde meiner Schwestc daß ich einen großen Sieg bei Roßbach errungt Habel".

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hören, wie der Tommy seine Decken aus Hopft, sehen die Schatten der Feinde vorüberhuschen uni können ihren Gesprächen lauschen. In jeder ©e-f/.,- kunde müssen sie mit MG.-Feuer rechnen, während fast immer die Artillerie schießt.

Ein besonderes Kapitel ist die Nachtorien< t i e r u n g in der Wüste. Sie werden es Heu! abend, wenn Sie vielleicht Ihr Zelt wiederfindch

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Friedrich der Große fühlte sich seines Lieblingsschwester Wilhelmine, der Markgräfin do« Bayreuth, so sehr verbunden, daß er ihr währen» &, $

des Siebenjährigen Krieges alle wichtigen r Sc 5 wh nisse sofort durch Sonderkuriere mitteilen ließ. ?ll* * - hatte unter ihnen einen besonders befähigten Läufer.

Eines Tages wurde dem König gemeldet, daß die Franzosen sich Roßbach näherten. Friedrich wall gerade beim Mittagessen. Mit der größten Ruhe er­hob er sich vom Tisch und ließ den besagten Läuse« kommen, nachdem er sich vorher flüchtig über dir Stellungen der Feinde orientiert hatte. Er richte^ an den Mann die Frage, ob er sich getraue, durch Sachsen durchzukommen.

Ich glaube wohl, Majestät!" war die Antwort.

So ging es noch bei den nächsten zwei, drei Be- sitzerwechseln fort, bis der Wagen in einem Schup­pen des Belgrader Savehafens abgestellt und, mitt­lerweile auch unmodern und alt geworden, aus dem Verkehr genommen wurde.

Wieviel ähnliche Unglückssträhnen von wertvollen Schmuckstücken oder einzelnen koftbaren Steinen sind niedergelegt worden, fo zum Beispiel von dem berühmten Golkonda-Diamanten. Kenngeichnender- weise ist bei diesen Reihen von aneinandergeknüpf­ten Fluchwirkungen, daß solch ein Stein oder, wie in dem eben erzählten Fall der Wagen des Thron­folgers, bald nach chrem Jn-Verkehr-Kommen von einem Unglück oder einem schweren Derbrechen be­rührt werden, das dann mit feiner Atmosphäre weiter an den Gegenständen zu haften scheint.

Daß zufällig der Häftling eines Gefängnisses später einmal der Direktor der Gefangenenanstatt wird, in der er eingefertert war, das wissen wir nicht nur aus der Jugendgeschichte Millers von dem General Rieger, der Festungsgefakkgener auf dem Asperg und später Kommandant dieser Festung war, sondern auch aus weniger hervorstechenden Fällen, wie zum Beispiel dem eines ehemaligen bremischen Volksschullehrers, dem es mit der bre­mischen Strafanstalt Oslebshausen so ging, wobei allerdings der Umsturz von 1919 solches Direktor- werden erleichterte.

Ein luftiger Zufall ist es, daß ein Mann, der wegen eines Vergehens flüchtend und untergetaucht ein herrenloses Ausweispapier findet, es sich an­eignet und daraufhin irgendwo anders ein neues Leben beginnt, sich zusammennimmt, bessert, dem neuen Namen, den ihm das gefundene Ausweis­papier gab, nun nicht wieder Schande macht wie feinem eigenen. Das hat ihn ffeilich nicht vor dem schließlichen Entdecktwerden und vor einer, wenn auch milden, Strafe bewahrt. Deshalb erzähl' ich's auch nicht sondern wegen des Namens, den das gefundene Ausweispapier trug, und der sich äußer­lich durch den Betrug und innerlich durch die Wand­lung des Mannes zum Besseren mit magischer Kraft durchsetzte. Das Ausweispapier lautete aufMax Andermann".

Die Erkenntnis dieser selffamen, sichtlich gesetz­mäßigen Zufälle wird sich rasch erweitern und ver­tiefen lassen, wenn jeder, der Aehnliches erlebt, ge­nauen wahrheitsgetreuen Bericht davon mög­lichst solange die einzelnen Umstände noch nachprüf­bar Pud der Öffentlichkeit übergibt. Dabei läßt

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3n Löchern und Junkern an der Tobruk-Front

Von Kriegsberichter W. Mühlbrandt.

Aufgaben und kauern Tag und Nacht in ihren ., , (Stellungen. Andere haben pioniertechnische Eiiv Hing des L sätze, die vor allem in der Nacht durchzuführeff^ " sind. Die Soldaten schleichen den Gegner an, M

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die letzten Stützpunkte eroberte. Es ist' kein Wundes daß die Kühnheit dieses Unternehmens deuffcheZ Soldaten und seine so überaus schneidige Durchfuhr rung der staunenden Wett für einen Augenblick fcifl Sprache verschlug und Churchill in seiner Verlegens beit um triftige Gründe zur Bemäntelung der neuen! bitteren und für Englands Stellung im Dftmittell meer und im Nahen Osten fo folgenschweren britil schen Niederlage zu so erbärmlichen Verleumdungeig griff, wie sie nur aus seinem Munde möglich finbl Aber auch Churchill weiß, ob er es zugibt ober; nicht, daß es keinerlei Mätzchen, Zufälle ober Iar.| nungen und noch weniger so abgefeimte Bosheiten gewesen sind, wie sie der britische Premier beif deuffchen Soldaten unterstellt, denen die deutschif Wehrmacht ihren herrlichen Sieg auf Kreta verdank!,! sondern allein der Geist selbstloser tätiger Hingabe,j ber alle vom Oberbefehlshaber bis zum letztes Schützen burchbringt und sie befähigt, auch dir! schwierigste Aufgabe in unvergleichlichem Elan an- zupacken unb burchzuführen. Das ist bie stolze Ge­wißheit, mit ber bas beuffche Volk auch nach biefem Bericht voll warmen Dankes auf ben Führer uni feine Wehrmacht blickt. Dr. Fr. W. Lange. |

DNB. ..., 13. Juni. (PK.) Wie oft waren wir schon mit unseren Kampfflugzeugen über Tobruk? Die Luftlage im Raum von Tobruk ist ehrbeutig, bie Luftwaffen ber Achsenmächte beherrschen das Feld. Doch wie sieht es auf ber Erbe aus? Mit uns fuhr ein Staffelkapitän, ber biese Fahrt gleich zu einem Besuch seines Bruders, ben er einige Jahre nicht gesehen hatte unb ber jetzt als Pionier an ber Tobrukfront liegt, ausnutzen wollte. Wir erreichen halb darauf ein altes Wüstenfort, in bas eine Vermittlung eingezogen ist. Das Grollen ber Artillerie im Hintergrunb erinnert, daß wir ber kämpfenben Front näherkommen.Gibt es bei Ihnen einen Obergefreiten R.?"Jawohl, ber gehört zu unserer Einheit!"Das ist mein Bruber, könnte ich ihn wohl einmal sprechen?"Das geht leider nicht, ihr Bruber liegt vorne in Stellung und ist nicht zu erreichen!" Trotzdem fahren wir unverdrossen weiter bis zur Troßftellung der Ein­heit. Dort treffen wir den Kommandeur, der uns einlädt, in fein Zett zu kommen. Wir schauen uns um, ein Bett mit Gummimattatze, ein kleiner Tisch, einige Feldstühle, ein ausgedienter Patronen­kasten, der die Verpflegung beherbergt und einige Wüstenkoffer stellen ben Bestanb bar. Der Haus­herr in biefem Wüstenheim ist der Konkmandeur eines Pionier-Bataillons. Seine Gesichtszüge zeigen Härte und Entschlossenheit, der Körper ist trotz der 46 Jahre spannkräftig unb muskulös.

Ihr Bruder hockt nun schon vier Wochen vorne im Schützenloch, nur wenige hundert Meter vom Feind entfernt. Das bedeutet, daß er sich vier Wochen nicht gewaschen hat. Das bedeutet weiter, daß er vier Wochen lang am Tage den Kopf nicht aus bem Loch heraussttecken barf, wenn er nicht Gefahr laufen will, im nächsten Moment schon Zielscheibe feindlicher Scharffchützen zu sein. Der Kampf ist hart, es wird uns hier vorne nichts ge­scheut. Doch ich werde Ihnen die Möglichkeit geben,