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91. ZahrgangNr.88

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I Sonntaa» und Feiertag» Silagen: Die Illustrierte siebener tzamilienblätter ^imni unBild DieSdwlle NonatS-Be»«s«vreiS: "dt 4 Beilagen RM.1.95 ^dneIllustrierte 1.80 iiftcllflcbübr.. -.25 ijÄ bei Widitcrfdictnen pn einzelnen Wummern {-folge bübercr Gewalt tontfvrcdxinftblufi 2251 fmhtansdmst:Anzeiaer" fti)ftfcberr1l6«<$fVrnn(f. M

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen ^Stegen^chilgratze 7-4

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Die mazedonische Frage.

R. H.-Korrespondenten

Von unserem

Sofia, 12. April 1941.

Äls die Universität Sofia vor drei Jahren ihr fahriges Jubiläum feierte, ereignete sich ein poli- |-hcr Zwischenfall Die jugoslawische Regierung tigerte sich, eine offizielle Abordnung nach Sofia ZI entfenöcn, weil die bulgarische Universität nach Mi hl Klement von Ochrida benannt ist. Der Hel- lir war im 9. Jahrhundert, also im ersten bulga- ridjen Zarentum, Bischof von Ochrida und g mider der ersten bulgarischen Kirchenuniversität. 1? Chroniken melden, daß Ochrida nicht nur ein "1 ttclvunkt der christlichen, sondern auch der bub n rischen Kultur jener Zeit war. Ochrida mit ,nem am gleichnamigen See gelegenen Kloster ist e t mazedonisch e Stadt. Der Anlasz zu der irreunblid)wi Geste der jugoslawischen Negierung Hieitüber einem Nachbarlande, mit dem sie kurz tt-l)er einen Vertrag für ewige Freundschaft abge- stossen hatte, war also das mazedonische Problem, mit dem der Name des Heiligen ocr* blpft ist.

Mazedonien ist ein im Zentrum der Balkan- Ubinsel gelegenes Gebiet, über das die wichtige Md-Süd-Brücke von Belgrad nach Saloniki und bi beste Verbindung zwischen Europa und dem C ent führt. Es handelt sich um einen von frucht, b en Tälern durchzogenen Raum zwischen dem

donien aufgerissene Kluft zwischen Bulgarien und Jugoslawien in dem ehrlichen Bemühen zu über- brücken, unter einem Verzicht aus eine laute Revi- lionspropaganda einen Freundschaftsvertrag mit oem Nachbar zur Stabilisierung des Balkanfriedens abzuscksiießen. Es ist von bulgarischer Seite seit 1937 immer wieder betont worden, baß dieser Freund- schaftsvertrag keine Liquidierung des mazedonischen Problems bedeuten, sondern eine Losung aus sried- liche 2Kelse vorbereiten sollte. Die serbischen Chau­vinisten haben mit ihrer Kriegspolitik auch diesen Versuch hinfällig gemacht.

DieBefreiungMazedoniens"

Wrofic Rrciibc in Vnlgnrien.

Sofia, 13. April. (Europapreß.) Unter dem TitelDie 'Befreiung Mazedoniens" fdjreibt die ZeitungMazedonia , baß die glorreid-en und unbesiegbaren deutschen fieerc Saloniki, die Hauptstadt des gried)ifd)cn Mazedonien und

Skoplje, die Hauptstadt des ferbifd)en M a z e donien, besetzt hätten. Damit seien die tau« s e n d j ä h r i g e n G r e n z k e t t e n z e r b r o eben, die Mazedonien drückten. Die Truppen seien überall mit großer Freude von der Bevölkerung als 'Befreier begrüßt worden. Die mazedonischen K u I t u r o r g a n i s a t i o n e n in 'Bulgarien gaben bekannt, bah sie sich zu einer einheitlichen Organi- [ation j ii i 'i in in i- n g 11 iii i o 11 e n haben Am Sonntag sand in Sofia eine große V o l k s k n n d ge bung statt aus Anlaß der Befreiung W e st t h r a z i e n s , M a z e d o n i e n s sowie der 1919 an Jugoslawien abgetretenen w e st b U Iga« r i | d> e n P r o v i n z e n An der Kundgebung be­teiligten sich nicht mir die Mazedonier, sondern and) die Vertreter der in Sofia lebenden Flüchtlinge aus den obengenannten Gebieten. 'Bel der Kund« Sebuna sprach der Vorsitzende der mazedonischen rgamfatlon, General a. D. Kosto 'Jl ikolo w.

Vor dem Beginn der Parlamentsferien hielt der Vorsitzende des Sobranje, Abgeordneter Logope- toff eine Dankansprachs an die brüderliche deut ld)e Armee, die Thrazien und Mazedonien befreit nat. Zur Ueberraschung der ganzen Welt, so sagte Logopetoss, habe die deutsche Armee in drei Tagen ihnen Die Freiheit gebracht, um die sie jahrjelynM'ang gerungen hoben. Eo sei die Pflicht

des Sobranje, die Führer des deutschen und itakte« nifdyen Volles, Adolf Hitler und 'Benita Mussolini, zu grüben und anlahlid) d^s Osterfestes für alles zu danken, was sie für das bulgurl|d)e Volk getan hätten. Logopetoss aeifld)ertv dem deutschen und italienifdxn Volk, daß die 'Bulgaren immer ihre treuen Freunde bleiben würden. Der Vorsitzende grüßte ferner b i e befreit e n B r ü bei i n ThrazI e n u n d M a z e b o n I e n und ehrte hier­auf die in diesem Kampf gefallenen Helden her deutschen und ilalienl|d>en Armeen 'Bei bissen Wor­ten erhoben fld) die Abgeordneten und verharrten mehrere Minuten In ehrendem Schwelgen.

Die in Sofia weilenden deutschen Soldo- t e n waren am Ostersonntag b ei vulgaris ch e n F a mlli e n z u lll a ft geloben. Zum Üeidwefen zahlreicher Familien überstieg die Zahl der Ein« iabungen um ein vielfaches die Zahl der amnefenben Soldaten. Ab Abend gab die bulgarische National« aper eine F e [I v a r ft e 11 u u g für deutsche Wehr« mad-toangehörig«. Am gleichen Tage veranstalteten zahlreiche bulgailjdye Verbände Festessen für die deutschen Soldaten. Die S t r a ß e n s a in m I u ii g des Roten Kreuzes für verwundete deutfdie und bulgarische Soldaten Überstieg den Betrag von zehn Millionen Lewa.

Die deutsche Flagge über Belgrad.

ganz Libyen zurückerobert

Mit der Einschließung von Tobruk und der Besetzung Bardias

fr er Hand haben. 'Bulgaren, Serben, Türken, 11! ancr stritten um seinen Besitz Im Lause der ?i*rhunberte. Abendland und Orient haben hier , 4 Ii fcheidungsschlachten ausgefochten, und in der Ilii-lzeit hat ein blutiger Volkstumskamps das

l ' rlr iMchen llripöif

wurden zwei Tanklager, ein Kraftwerk Mühle erfolgrdd, bombardiert und ein Jagdflugzeug vom fünfter Hurrikane ab- Andere deutsche Kampfflugzeuge warfen

Piräus und eine feindliche» geschossen.

in der gleichen Nacht Brennstofflager und Unter­künfte de» Flugplätze» Venezia auf der 3nfel Malta in Vrand.

3ii )lordafrika vollendeten die deutfch-tta- lieuischen Truppen die Einschließung von Tobruk und nahmen in kühnem Vorstoß den an der Ost- grenze der Lyrenaiko gelegenen Stützpunkt und Hafen V a r d i a. Deutsche Sturzkampfflugzeuge versenkten einen britischen Hilfskreuzer im Hafen von Tobruk.

Besondere Erfolge «rangen Kriegsmarine und Luftwaffe im Kampf gegen die Versorgungvschiff- fahrt des britischen Mutterlandes. Anter- jrtboote versenkten Im Nord- und Mtttelatlantlk und westlich Afrika 15 bewaffnete feindliche Han­delsschiffe mit zusammen 75 922 BNT. und beschä­digten ein weiteres große» Handetssäiisf schwer. Fernkampfflugzeuge versenkten ehva 400 km west­lich der Orkney-3uscln ein Handelsschiff von 3800 bht. Südostwärl» Harwich jtlglt rin größeres Handelsschiff nach Bombenwurf Schlagfelte. 3n der letzten Nacht versenkte die Luftwaffe am Ausgang des Bristol-Kanals einen Handelvdarnpfer von 5000 BNT. und beschädigte je ein große» Handetvschiss westlich Bideford und füdwesltick) Cardiff durch Bombentreffer schwer, westlich ?Nilsord-Haven wurde ein Geleitzug mit guter Wirkung ange­griffen. weitere Angriffe von Kampfflugzeugen richteten sich gegen Hafenanlagen an der enolischen Südküste. Bel Angriffen gegen Flug­plätze wurden mehrere Flugzeuge am Boden zer­stört und anhaltende Brände beobachtet.

Bei dem Versuch des Feinde», am Tage die Küste de» besetzten Gebietes anzufliegen, schossen 3äger ein britisches Jagdflugzeug vom Muster Hurrikane und Flakartillerie ein Kampfflugzeug vom Muster Brlstol-Bleuhelm ab. 3n der letzten Nacht brachte Flakartillerie drei weilere fcinblidje Flugzeuge zum Absturz. Der Feind flog nicht in da» Nelchvgebiet ein. Die Gesamtvertuste des Feindes am gestrigen Tage und in der letzten Nacht betragen 40 Flug­zeuge. Zwei eigene Flugzeuge werden vermißt.

Gebiets z w

Der Wehrmochibenchi

Berlin, 13. April. (DBB.) Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt.

wie bereits durch Sondermeldung bc rann (gege­ben, besetzten deutschen Truppen unter Führung des Generaloberst von K l e I st am frühen Morgen des 13. April die serbische Hauptstadt und Festung Belgrad von Süden her, nachdem am 12. April nachmittags eine kleine Abteilung der /^-Division Reich" unter Führung des Hauptmanns von Klingen berg von Norden her über die Donau In die Stadt dngebrungen war und die deutsche Flagge auf der deutschen Gesandtschaft gehißt hatte.

3m Zuge der Säuberung des C a l b a d) e r Beckens besetzten italienische Verbände Laibad). 3m Raum um Agram setzten Truppen des deutschen Heeres Ihre Bewegungen planmäßig fori. Bei KarIsladI stellten fie die Verbindung mit den italienischen Kräften her. Die Zahl der bei Agram gemachten Gefangenen beträgt nad) den bisherigen Meldungen: 22 Generale, darunter zwei Armeeführer, 300 weitere Offiziere und 12 000 Mann. Außerdem wurden etwa hundert Gesd)ittze, zehnFlugzeuge, zahlreiche Mnnitions- und Belrleb- slofflager, fowie eine noch nld)t zu übersehende Menge an 3nfankrleivaffen und anderem Kriego- gerät erbeutet

Die ungarische Truppen haben nördlid) Osijek fowie zwischen Donau und Theiß die feind­lichen Grenzbefestigungen durchfloßen und befinden sich in weiterem Vorgehen.

3n Sttdserblen vollzog sich der Dormarfd) nach Ueberwindung örtlichen Widerstandes ver­sprengter fcrblfd)er Truppenteile planmäßig. Die Luftwaffe bekämpfte im Siidostraum auch gestern kriegswichtige Ziele mit stärkstem Erfolg. Sie zer­störte auf Flugplätzen In Bosnien und In der Herzegowina insgesamt 39 feindliche Flugzeuge. 3m Raum um Belgrad gelang es, Transport- und Materialzüge durch Bombenwurf zu vernichten und Marfchkolonnen zu zersprengen.

3n der Nach! zum 12. April versenkten deutsd,e Kampfflugzeuge bei einem Angriff auf die Reede von Salamis ein feindliches Handels­schiff von 4000 BRT. und erzielten Bombentreffer auf vier weiteren großen Schiffen. 3m Hafen von

Stadt und Festung Belgerad."

itliögravhische Bild des Raumes geformt. Mitten juch Mazedonien zogen |id) im Weltkrieg die kt ützengräben der Mittelmächte und der Alliierten, itrj heute klar zu erkennen und von verrosteten tziinatsplittern übersät. Zwei Schmalspurbalmen tuen die Deutschen damals gebaut und den Ser­if hinterlassen, nämlich von llesküb nad) Ddn'ibn, jtrter über Prllep nad) Bitolje. Ein Sd)inelztiegel KT Völkern und Kulturen des islamischen Asiens pi' des ostchriftlichen Europas, von Slawen, Hel- in n und Türken, ein pittoreskes Durcheinander bo' archaischer Wirtschaft, moderner Tedrnik, be- mßliqender Armut und paradiesischem Reichtum »tf Bodens und der Menschen, so bietet sich das

Namens". Immer härter wurden die Serben vom Halbmond bedrängt, und der Serbenkönig Stephan Lazarevios sah sich 1426 gezwungen, der Vasall be» ungarischen Königs, be» Mnlfcr» Sigismunb, zu werden, wahrenb ber fcrblfd)e Despot Georg Brankowitsch Smeberowo (Semenbria) zu seiner Haupistabt machte.

Die Ungarn erkannten sehr wohl tum Wert, beii Belgrad für sie besaß. Sie desestigten eo stark und über trugen seine Behauptung stets ihren besten Feldherren. 1440 erschienen die Türken zum erstenmal vor der Stadt, wurden aber abaewiesen und verloren 17 000 Mann. 16 Fahre spater be­lagerten sie unter ihrem Sultan MahoMMkd li. mit einem gewaltigen Heer und 300 Kanonen 'Bel- 8rab von neuem, das verloren schien, als ber karnps- erührnte Ungarnheld Fohann Hunt)adi mit einem Entsatzheer heranrückte und durch einen glän­zenden Sieg die Stadt rettete. Auch unter der traft- vollen Regierung des Königs Matthias Cor­vin u v gelang es, die Festung trotz Ueberrurnpe- lung»versud)en und Verräterei für Ungarn au er­halten, ober 1521 fiel fie dennoch in die Hände ber Türken. Die Einwohner wanberten an bie Ufer des Bosporus alle und gründeten dort einen Ort, der noch heute den Namen Belgrad tränt. 3in Schloß aber verteidigten fld) 400 tapfere Männer mit dem Mut der Verzweiflung und ,d)lugen mehr als 20 Stürme ab, bis endlich Verrat fie zwang, ben Schlüffe! der Zitadelle und damit den Ungarns dem Sultan Zu ÜDcrgcben. Fortan blieb Belgrad im Besitz ber Türken bis zum Fahre 1688. Da erschien ber Kurfürst Max Emanuel von 'Bauern an dcr Spitze eine» siegreichen kaiserlichen Ho»re»

infl) in Bulgarien gelegenen Rhobope-Gebirge und Ib Strumatal im Osten und dem Od;rlba-See im stzwestlichen Teil Jugoslawiens. Die Romer nann­te diese Landschaft, die fid; in die Becken von Nlsch, )bl Sofia und in das Amselseid aufgliedert und iw ber und) allen Seiten bie Flüsse Struma, War- Nischawa, 'Diorama und Drin abfließen, lieft en ober das moeslsche 2) ad). Wer den Bal« fs besitzen wollte, mußte das moefifdjc Dad) in

vor Belgrad, dessen Vorstädte der flildyteiibe Groß vesir in Brand gesteckt hatte. Die Festung wurde im Sturm genommen, ging aber schon 1690 mit allen Eroberungen jenseits der Donau wieder ver­loren. Nach dem 'Frieden»|chluß von K'arivivitz imirbe die Stabt zur Grenz fei tu ng und für die Tür­ken Aiim stärksten Bollwerk Ihres ,d)on gesd)mäler- ten Besitzes In Ungarn.

Diese für unüberwindlich geltende Schutz wehr zu erobern und damit die linkende Türkenmacht in»

i | ,ii Ii r 11 i i i , mm düO gl vßk ÄÜ I b i i " ,1 E u gen» v o n Savou e n.Er ließ schlugen eine Brucken, baß man fiinnl hinüberrucken mit dem Heer wohl für die Stadt", singt das Hieb Am 18. Juni 1717 wurde da» befestigte Lager errichtet, bie Donaubrücke durch Kriegosahrzeuge bemadjt. Am 22. Juli begann die Beschießung, die bei den engen Straßen und ben schlecht gebauten Häusern so furchtbar wirkte, daß Belgrad bald einer unge­heuren Ruine glich. Da nahte am 1. August da» gewaltige Enisatzheer de» (tzroßvesir» und bradyte Prinz Eugen In eine höchst kritische Lage, aus der er sich durch seinen berühmten Sieg am 16. *21 iigitlt befreite. Belgrad wurde nun mit 20 (MH) Mann und 600 Kanonen eingenommen, die Zitadelle wieber ihn I h,j, fttat IIHJ bh hinl ',11111 ' Itz bi öfter» reichlsd-en Landesregierung für Serbien erhoben. Doch nad) dem unglücklichen Krieg von 1793 ging dieser kostbareSchlüssel der Christenheit" wieder verloren, und Kaiser Karl mußte lin 'Belgrober Friebennicht ohne herbsten Schmerz" Stabt und Land wieder den Türken überlassen.

Nod) einmal sollte Oesterreich Belgrad inlebcr- gewinnen: Graf Laudon nahm ev 1788 Im Sturm, aber schon 1792 gewann der Sultan e» zurück. 1801 fiel eo In bie Hände ber Dahlbschao, jener Heerführer, bie sich für vom Sultan unob- hänalg erklärten. Ihre Bebrückungen rlejen den serbischen Aufstand hervor, währeiibdessen fld) MiIosd) Dbrenoroltfd) ber Stabt bemäd)- tlgte Die Christen von Beigrab erhielten nun eine gewisse llnauhänglgfelt, und als Mltosch 1838 die jürftlldje Gewalt In Serbien erhielt, machte er Beigrab zu seiner Hauptstadt. Aber die Zitadelle bl leb nod) immer In ben Hänben ber Türken, und 1862 bombardierte sogar bie Besatzung die Stadt. Der heftige Straßenkampf, der sich daran sd)loß, beleuchtete grell dos Unhaltbare dieser Zustande, und [o setzte es beim 1867 Fürst Michael durch, baß ber Sultan die türkische Garnison aue der Festung zurückzog

Im Wetkrieg wurde die serbisdie Hauptstadt am 6. Oktober 1915 von den Mittelmächten erobert, nadybeni eo schon im Dezember 1914 vorübergehend von den Oesterreichern besetzt gewesen war. Drei Fahre lang, bl» zu den letzten Dftobertagen bei Fayres 1918, beherrschte das deutsche Feldgrau die Stabt: knapp zwei 'Jtiodjen später aber wurde In Belgrad zwischen Ungarn unb den Ententemächten der Wafsenstlllstand abgeschlossen.

'Beigrab hat als Hauptstadt des von den Pariser Frledenümad-ern errichteten großferdtsihen Itöttlfr

Für alle Zeiten ist für uns Belgrad mit der Ge­stalt des Prinzen Lugen und mit seinem Liede verknüpft, die für uns In diesen Tagen eine neue erregende Aktualität gewonnen haben. '21 ber schon lange vor den Togen desedlen Ritters" war Belgrad ber heiß umstrittene PreK unablässloer Kämpfe, und nicht umsonst hoben die Tirrken die berühmte FestungDarol Dscdihob", auf deutsch Pforte des Krieges" genannt, eine Nome, ber beim Ausbruch des Weltkrieges merfwürbig chmbolhast werben sollte. Das Mittelalter bagegen nannte bie StabtAlba Graeca, b. h. Griechisch-Weißenburg benn Bel-grob hecht ja nichts onbere» als Wei - ft en bürg, unb bleje Bezeichnung erzählt von ber 'Bebeutung, bie Belgrad einst für das Byzantinische Reich besaß. In der Tat hatte Kaiser I u st I n i a n es fld) angelegen fein lassen, die alte Römerveste Singlbunuin ober laurunum, die am Einfluß ber Save in bie Donau von stolzer Hohe herab bie um- liegenbe Ebene beherrschte, nad) ihrer Zerstörung wieber aufzubauen.

Im 7. Jahrhundert eroberten bie Avaren bie Festung unb behaupteten fie rund 200 Jahre, im 10. Iahrhunbert ging fie an bie Bulgaren über, im 11 unb 12. Iahrhunbert war fie meistens wie­her in ben Hänben von Byzanz, vorüdergehenb in denen der Ungarn, bis im 13. Jahrhundert bas er- stärkte Serbenreich sich ihrer bemächtigte. Mjtte be» 14. Iahrunberts erhob ber große Serbenza? Du. !chan fie zu feiner Hauptftabt, boch als nod) bef- en Tobe bas Serbenreich zerfiel unb die Macht ber dürfen sich immer mehr auf dem Balkan airbrel- tote, bildete nach dem Fall von Risch Belgrad das Hauptbollwerk gegen den ^Erzfeind de» christlichen

Generaloberst v. Kleist, dessen Schnelle Truppen und Panzerverbände Ntsch und Belgrad genommen haben. (Scherl-Bllderdienst-M.)

('bonifd)e Land dem Europäer bar.

I Iwotz des ehrwürdigen Alters dieses Raumes und Wiii-r Geschichte ist Mazedonien als eure- kc sche Streitfrage eigentlich nod) sehr jung. Ii im Jahre 1870 der Sultan die Bulgaren im iüriiljatsgebiet selbständig rnadsie, wurden die Mrchatsgre nzen nad) dem S i e d 1 u n g s r a um bt bulgarischen Volkes bestimmt. Sie sch! ssen> ganz Mazedonien ohne das S.ken von Nisd) ein, ein Beweis, daß der 6 u gar Hebe Charakter dieses Landes damals i bestritten wurde. Nad) dem Besreiungskrleg 1877/78 teilte die Friedenskonferenz von San §!< ano diesen St-andpunkt, jedoch stieß der Ber lir Kongreß 1878 diesen Besdsiuß aus 'Betreiben Mslands utii und stellte Mazedonien wieder u n I türkische Oberhoheit. Seit dieser Zeit I I es eine mazedonische Frage, die nach der Jahr- >rlwende immer hitzigere Auseinandersetzungen _«n den 'Bolfanflaaten und auch zwischen den ,,^. lpäischeu Mächten hervorries.

Ml 12 lebten in Mazedonien auf 65 000 Quadrat- Io icter insgesarnt 2,2 Millionen Menschen, davon W Mllionen, also mehr als die Hälfte, Bulgiaren, U Millionen Türken, ferner Griechen, Serben, Al- Mi r und Wallachen. Die Bulgaren besaßen 10 " Mh len, davon zehn Gymnasien, mit 64 300 Sdiu M ferner 1100 Kirchen mit fünf 'Blfd)öfcn. Der Milaankrieg gegen die Türken 1912 begann unter Mlioraussetzung, daß das Anrecht Bulgariens Iias Gebiet zwischen dem Rhodope-Gebirge, dem ischen Meer unb dem Ochrida-See, also aus ibonien mit seinen geographischen Grenzen, nicht 'ausdrücklich festgelegt, jedoch von den ben auch nicht ausdrücklich bestritten würbe. Schiedsrichter war der Aar von Rußland ocr- .mäßig bestimmt. Ausdrücklich als strittige Zone e lediglich ein schmaler Gebietsstreifen bezeich- >n dem die Städte Kumanowo, Ueskub, Kitsche­nd Strugavo liegen. Griechenland erhob 1s Anspruch nur auf die Halbinsel Athos und Saloniki. In 'Bulgarien dachte man sich die ng der mazedonischen Frage zu dieser

so, daß Mazedonien ein au t o n o me r a t würde, um der einheiniiMn Beooircnmg lationales Leben zu garantieren, den Bal ran- >n eine Grundlage für ben Frieden unb den «nächten einen Sicherheitsfaktor zu ^ebeii. r Bruderkrieg vom Jahre 1913, in dem Bin* e\ den Kürzeren zog, wurde wiederum um Ma­ien geführt, bas nun mit Ausnahme eines "den Griechenland t würbe. Im Weltkrieg

ü i Serbien gete... .

I i;jfte Bulgarien mit ben Mittelmächten gegen I dien, um diese Streitfrage endgültig zu einen 1 nlen zu entfd)eiben. Auf ber Frlebenskonferenz I Inaris 1919 schlug die bulgarische Delegation em j lrvromiß vor, in dem fie auf den alten jUnn j it* autonomen Mazedonien zuruckanff doch hat e j ie Vorschlag keinen Erfolg. So blieb 'Bulgareln nur i H^trumatal bis ZU dem eben wieder vielgenannten « ipafc von Rüpel. Ferner mußte es Zehntau ende i i mazedonischen Flüchtlingen übernehmen, bie ju iiltrn großen Teil in ben Dorstäbten von Sofia an !sie>elt mürben und fortan auch politisch ein jep tfii's revisionistisches Element waren, ^omg B M HBulflarten war es gelungen, die durch Rcaz'.-