Zigeuner und Zigeuner» )Igt, über deren Ergebnis der
aufnahme der
44,5 b) 38 bis 40,5, c) 30 bis 34, d) 20 bis 25; Färsen a) 44,5 bis 45,5, b) 40,5 bis 41,5, c) 35 bis 36,5; Kälber (Sonderklasse) 65 bis 70, andere Kälber a) 59, b) 55 bis 59, c) 45 bis 50, d) 35 bis 40; Hammel b2) 48 bis 51, c) 35 bis 44, d) 15 bis 30; Schafe a) 44. b) 38 bis 40; Schweine a) 57,5, bl) 57,5, b2) 56,5, c) 54,5, d) 51,5, e) 49,5, gl) Sauen 57,5. Marktverlauf: alles zugeteilt
Mischlinge erfol„ .
Leiter der Rassenhygienischen und Bevölkerungs- biologischen Forschungsstelle des Reichs-gesundheits» amtes, Dr. R. R i t t e r, berichtet. Es stellte sich her»
Landkesis Gießen.
4- Grünberg, 13. März. In der Turnhalle fand am Mittwochabend eine Kundgebung der Partei statt. Der Redner des Abends, Bürgermeister Pg. Michel, Großen-Linden, der als Unteroffizier bei der Wehrmacht im Westen steht, sprach über das Thema „Die Front spricht zur Heimat"
frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 13. März. Es notierten je 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 bis 46,5, b) 41,5 bis 42,5, c) 36,5 bis 37,5; Bullen a) 44 bis 44,5, 39 bis 40,5, c) 35 bis 37,5; Kühe a) 43 bis
Landarbeit — gesicherte Lebenshaltung
Großzügige KörderungSmaßnahmen für das Landvolk.
aus, daß Tausende von Zigeunern f a 5s ch e Namen führten, und daß ein großer Teil von ihnen versucht hatte, sich mit falschen Papieren die deutsche Staatsangehörigkeit zu erschleichen. Fast sämtliche sogenannten Zigeuner sind nicht etwa stammechte Nomaden indischer Herkunft, sondern Mischlinge verschiedenster Schattierung. Die Genealogie der fast 20 000 Zigeuner und Zigeunermischlinge des Altreichs lehrt, daß die Zigeuner sich in früheren G"ne> rationen vorwiegend mit asozialen und erbrninder- wertigen Elementen gepaart haben. Nach der Zählung beträgt die Zahl der bisher gemeldeten Personen rund 30 000. Davon fallen über 19 000 auf das Altreich und etwa 11 OCO auf die Ostmark und das Sudetenland. Die Zigeuner im Gau-Danziq- Westpreußen und im Gau Wartdeland sind hierin noch nicht einbegriffen. Nach den Bestimmungen des Blutschutzgesetzes soll eine Ehe nicht geschlossen wer- d-en, wenn aus ihr eine die Reinhaltung des deutschen Blutes gefährdende Nachkommenschaft zu erwarten ist. Jeder Standesbeamte ist daher verpfl'ch- tet, Zigeunern und Zigeunermischlingen die Eheschließung zu verweigern. Er hat im Zweifelsfall die amtsärztliche Nachprüfung der rassischen Herkunst zu veranlassen.
Ortszeit für den 15. März.
Sonnenaufgang 7.42 Uhr, Sonnenuntergang 19.27 Uhr. — Monduntergang 8.38 Uhr, Mondaufgang 22.15 Uhr.
Umstellungsbeibilfen für KriegS- hinierbl ebene und KneasbeftbSdigie.
Die Fürsorge des nationalsozialistischen Staates für die Angehörigen der Gefallenen oder infolge Verwundung oder Krieasdienstbeschädiguna verstorbenen Soldaten sowie für die kriegsdienstbeschädig- Len Soldaten verlangt, daß den Hinterbliebenen und den als arbeitsverwendunasunfähig aus dem Wehrdienst Enllassenen der U ebergang von ihren bisherigen höheren Einkünften auf b i e g e - setzliche Versorgung in ^der Weise erleichtert rowd. Deshalb wird die Umstellungszeit für alle Kriegshinterbliebenen und arbeitsoerwendungsunfähig entlassenen Soldaten auf 'insgesamt 12 Monate verlängert. Es wird also der Unterschied zwischen bisher gewährten Familienunterhalt, Kriegsbesoldung oder Friedensdienstbezügen und den künftigen Versorgungsbezügen ausgeglichen in Form von Umstellungsbefhil- f en, die sich an den nach den verschiedenen 23er» sorqungsgesetzen unterschiedlich langen Zeitraum anschließen, für den die Weiterzahlung des bisherigen Gehalts usw. vorgesehen ist. Die Umstellunci-beihil- fen werden bis zum Ablauf von 12 Monaten nach dem Monat gewährt, in dem der Tod des Ernährers eingetreten ist oder der arbeitsverwen-
a. d. Bieber auf ihre fünfundzwanzigjährfge Tätigkeit in den Filialfabriken Krumbach und Rodheim der Firma Ioh. Balth. Noll zurückblicken. Diesen Jubilarinnen brachten die Firma und die Arbeitskameraden und -Kameradinnen gleichfalls ihre Wertschätzung und Sympathie in Form von mancherlei Ehrungen zum Ausdruck.
♦* Kameradschaft der Briefmarken- sammler in Gießen. Bei einer Zusammen- kunst der B-riefmarkensammler in Gießen, die int Gasthaus .^utn Lamm" stattfand, wurde die Kameradschaft der Briefmarkensammler in Gießen ge- gründet. Die Kameradschaft hat sich dem Reichsbund der Philatelisten angeschloßeß. Zum Kamerad- schafts'ührer wurde Pg. H o f bestellt. Als Zweck der Kameradschaft wurde der Zusammenschluß aller Briefmarkensammler zum Tausch und zum gemeinschaftlichen Bezug aller Briefmarkenneuheiten bezeichnet. Als Tauschabend wurde jeweils der erste Montag im Monat festgesetzt, zu dem auch Gäste willkommen sind.
nächst zinslos gestundet, solange mindestens einer der Ehegatten in der Land- und Forstwirtschaft oder als ländlicher Handwerker tätig ist, höchstens jedoch auf die Dauer von zehn Jahren, sofern einer der Ehegatten auch schon vor der Eheschließung in gleicher Weise mindestens fünf Jahre arbeitete. Nach Ablauf dieser Frist wird die Rückzahlung des Ehestandsdarlehens erlaßen. Angehörige der Landwirtschaft, die nach dem 30. Juni 1938 geheiratet haben, erhalten, wenn beide Ehegatten in den letzten fünf Jahren in der Land- öfter Forstwirtschaft ober als länblicher Handwerker tätig waren, zusätzlich auf Antrag ein Einrichtungsdarlehen in Höhe von 800 RM. Bleiben beide Ehegatten weiter in der Landwirtschaft tätig, so vermindert sich das Darlehen nach zehn Jahren um 500 RM. und nach Ablauf eines jeden weiteren Jahres um 100 RM. Ist nur einer der Ehegatten tätig, so beträgt bir Verminderung der Schuld jeweils die Hälfte der genannten Beträge.
Als eine weitere besondere Förderung des Landvolkes ist die Maßnahme zur Gewährung von E i n- richtungszuschüfsen vorgesehen. Sie werden Personen gewährt, die als Landarbeiter oder als ländliche Handwerker tätig waren, wenn die Ehe nach dem 31. Dezember 1935 geschloßen wurde. Der Einrichtungszuschuß beträgt 200 RM., wenn einer der beiden Ehegatten die Bedingung erfüllte; er erhöht sich jedoch auf 400 RM., wenn die Voraussetzungen für beide Ehegatten zutreffen. Die Einrichtungszuschüße werden jeweils nach Ablauf weiterer fünf Jahre gewährt.
Zur Förderung der Familienbildung wurde die Kinderbeihilfenverordnuna erlaßen. Die Beschränkung, daß die erweiterte lausende Kinderbeihilfe nur gezahlt wind, wenn mindestens ein Drittel des Einkommens aus versicherungspflichtigen Tätigkeit entstand, ist aufgehoben worden. Dadurch kommt die Förderungsmaßnahme auch der Familie des Bauern und des Landwirts zugute. Auch die Bestimmungen über die Gewährung von Ausbildungsbeihilfen an kinderreiche Familien (mindestens vier lebende Kinder) gehört hierher. Sie ermöglichen die Gewährung von Beihilfen zum Besuch all^r Schulen und Hochschulen in voller Höhe des Schulgeldes, außerdem die eines weiteren Zuschußbetrages bis zu 50 RM. für die Kosten der Lebenshaltung, sofern das Kijid im Haushalt des Empfangsberechtigten wohnt. In Sonderiöllen ist die Zahlung eines Pauschalbetrages für Fahrkosten ebenfalls zulässig.
Wenn das Reichsgesetzblatt eine „Verordnung zur Einführung von Ehestandsdarlehen, Siedlungskin- derbeihilsen, Einrichtungsdarlehen und Einrichtungs- Zuschüßen in den eingegliederten Ostgebieten" ver- öß entlieht, sind im allgemeinen nur Fachleute in der Lage, die ganze Tragweite der auf Verbesserung der wirtschaftlichen Verhältnisse in der Landwirtschaft bedachten gesetzlichen Anordnung zu ermeßen. Nicht wenige Menschen im Altreich werden vielleicht an Sondervorschristen für die Ostgebiete denken und daraus folgern, daß für das Landvolk in anderen Gebieten des Reiches weniger umfaßend 0 würde. Erfreulicherweise wird die gleiche nung dort schon längere Zeit angewendet, so daß man die nützlichen Auswirkungen einer weit- gehenden Förderung der in der Landarbeit tätigen Volksgenossen immer deutlicher erkennt. Es handelt sich dabei nicht allein um die für alle Arbeitsnehmer geltenden Bestimmungen zur Forderung der Arbeitsaufnahme (vom 22. März 1938). Diese sehen die Gewährung eines Darlehens in Höhe von 40 RM. durch das Arbeitsamt, in Ausnahmefällen von 60 RM. durch das Landesarbeitsamt vor, damit dem Arbeitnehmer die Beschaffung von Arbeitsausrüstung bei Antritt einer neuen Stelle möglich ist. Auch die Förderung durch Hergabe eines Darlehens zur Sicherung des Lebensunterhaltes bis zur ersten Lohn- oder Gehaltszahlung kommt nicht den in der Landwirtschaft tätigen Personen allein zugute, sondern allen Arbeitsuchenden.
Dagegen ist die Gewährung einer Wirtschaftsbeihilfe ausschließlich für das Landvolk angeordnet worden» Wenn ein lediger Landarbeiter bei feiner Verheiratung eine Stelle als Deputant übernimmt, wird er nicht immer in der Lage sein, sich aus eigenen Mitteln eine Eigenwirtschaft aufzubauen. Soll er deshalb verzichten? Davor bewahrt ihn die Förderungsmaßnahme, durch die dem Landarbeiter zur Errichtung der Eigenwirtschaft ein Betrag von 400 RM, in gewißen Fällen sogar bis zu 600 RM. gewährt werden kann. Er muß die Summe zurückzahlen, wenn er seine Arbeit in der Landwirtschaft innerhalb eines Jahres aufgeben sollte; verbleibt er jedoch auf seiner Arbeitsstelle, so wird ihm die Rückzahlung erlassen.
Eine weitere Förderungsmaßnahme für die Landwirtschaft geht von der für alle deutschen Volksgenossen vorgesehenen Gewährung eines Ehestandsdarlehens aus, das in der Regel zurückgezahlt werden soll. Den Darlehensnehmern aus dem Landvolk werden die fälligen Zinsbeträge zu»
dungsunfahige Soldat aus dem aktiven Wehrdienst entlaßen wurde. Den Kriegshinterbliebenen und den arbeitsverwendungsunfähigen Soldaten . bte bisher nur Versorgungsbezüge erhalten hoben, wer» den die Umstellungsbeihilfen nachgezahlt. — Neben den Angehörigen der Wehrmacht kommt die Unistellungsbeihilfe auch den Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes, soweit sie im Rahmen der Wehrmacht eingesetzt waren, und den zum Not- dienst und Luftschutzdienst Einberufenen zugute. Voraussetzung ist stets, daß der Einberufene infolge einer im Kriege erlittenen Arbeitsdienst-, Notdienstoder Luftschutzdienstbeschädigung arbeitsverwen- dungsunfähig geworden aber verstorben ift Umstellungsbeihilfen erhalten auch diejenigen, die infolge eines Personenschadens arbeitsverwendungsunfähig geworden sind ober ihren Ernährer verloren haben. Erleichterungen für Kriegsteilnehmer
bei akademischen Prüfungen.
Kriegsteilnehmer können bei Ablegung akademischer Prüfungen Ausnahmen von der Prornotions- und Prüfungsorbnung bewilligt erholten. Als aka- bemische Prüfungen kommen in Betracht die Doktorprüfung, die Diplom- und Fachprüfungen sowie die Staatsprüfungen. Für Diplom-Volkswirte, -Kaufleute und -Hanbelslehrer ist bestimmt roorben, daß Kriegsteilnehmer nach fünf Semestern zur Diplomprüfung zuzulassen sind. Kriegsteilnehmer, die durch die Einziehung zum Wehrdienst daran gehindert wurden, die Meldung auf Grund der alten Prüfungsordnung wahrzunehmen, können diese Meldung bis zum 15. April 1941 vornehmen, wenn sie zur Beendigung ihres Studiums vom Wehrdienst beurlaubt sind. Auf die für die landwirtschaftliche Diplomprüfung nachzuweisende praktische Ausbildung kann Kriegsdienstzeit bis zur Hälfte der Lehrzeit, soweit sie über die Normalbauer von Ardeits- und Wehrdienst hinaus abgeleistet roorben ist, jedoch nicht über die Dauer des abgeleiteten zusätzlichen Wehrdienstes hinaus, an gerechnet werben. Bei der Doktorprüfung kann Kriegsteilnehmern nach Erfüllung der Promotionsleistungen das Doktordiplom unter der Bedingung ausgehändigt werden, daß die Dissertation spater gedruckt wird. Rechts st udenten, die während des Krieges sechs Monate Wehrdienst geleiftet Haden, werden bereits nach vier Studienhalbjahren zur vereinfachten Ersten Juristischen Staatsprüfung zu- gelassen. Bei Zulassung zur vereinfachten Großen Staatsprüfung kann wahrend des Krieges geleisteter Wehrdienst bis zu sechs Monaten auf den Vorbereitungsdienst angerechnet werden. Ferner können Kriegsteilnehmer nach sechs oder sieben Studienhalbjahren zur Wissenschaftlichen Staatsprüfung für das Lehrümt an höheren Schulen zugelassen werden.
Zigeuner und Zigeunermischlinge.
Im Zuge der bevölkerungspolitischen Forschungs» arbeit ist in Deutschland eine erstmalige Bestands-
Bienenzüchtertagung in Sehen.
Die Imker unseres engeren Heimatgebietes hatten sich am vorigen Sonntag zu einer Tagung in Gießen versammelt. Zunächst traten die Vorsitzer der Ortsfachgruppen zu einer Arbeitstagung Der Kreissachgruppe unter Leitung von Lehrer Braun, Rodheim v. d. H., zusammen, in der Lehrer Braun über den Stand der Bienenzucht in Oberheßen berichtete. In diesem Zusammenhang behandelte er eine Reihe von Einzelfragen aus den verschiedensten Zweigen der Imkerei, die für die bevorstehende Arbeit der Imker von besonderer Bedeutung sind.
An diese Tagung schloß sich eine Versammlung der Landesfachgruppe an, zu der von dem Vorsitzer der Ortssachgruppe Gießen, Podenben- der, etwa 300 Imker aus den benachbarten Fachgruppen willkommen geheißen werden konnten. Zuerst sprach Imker S a h m , Gusternhain, über das Beobachtungswesen in der Imkerei, wobei er den Imkern eine Reihe wertvoller Winke geben konnte. Er machte in diesem Zusammenhang besonders auf die Ausfüllung von Lücken in der Tracht durch die Bienenwabe und durch Bienenwanderungen aufmerksam. Anschließend sprach der stellv. Vorsitzer der Landesfachgruppe Lehrer Braun, Rodheim v. d. H., als Obmann für die Bienenwanderungen. Er machte feine Hörer mit dem großen Nutzen der Dienenwanberung eingehend bekannt und konnte feine Hinweise durch reiche Erfahrungen wirksam unterstützen. Hieraus hielt Imker Bodendender (Gießen), als Obmann für das Zuchtwesen einen Vortrag über die Königinnenzucht, deren große Bedeutung er überzeugend darlegte. Er gab dabei wertvolle Winke für die richtige Durchführung eines nach erprobten Richtlinien ausgestellten Zuchtplanes und machte mit den mannigfachen Zuchtmethoden bekannt. Alle Vorträge fanden bei den Hörern große Aufmerksamkeit und dankbaren Beifall.
Die Tagung hat sich als eine neue wichtige Förderung der Imkerei in unserer engeren Heimat erwiesen.
Dorsicht bei Tintenstistoerletzungen!
Die Berufsgenoßenschaft der chemischen Industrie hat ein „Tintenstift-Merkblatt" über die Gefahr des Tintenstiftes, den , richtigen Umgang mit Tintenstiften und das Verhalten bei Tintenstiftoerletzunger herausgegeben. Tintenstifte enthalten als Farbstoff Methylviolett. Dieses dringt bei Tintenstiftverletzungen in das Gewebe ein und löst sich unter Einwirkung der langen Berührung und der Körperwärme in den Körpersäften auf. Während der Farbstoff in starker Verdünnung heilsame Kräfte entfaltet, können bei hoher Konzentration schwere Schädigungen hervorgerufen werden. Geraten Teilchen ober achtlos weggeblasener Staub von Tintenstift- minchen in das Auge, so ist dessen Sehfähigkeit bedroht. Verletzungen mit Schreibstiften werden oft durch Sorglosigkeit hervorgerufen. Schreibstifte werben gern besonders lang und scharf angespitzt, achtlos ohne Schutzhülle in die Tasche gesteckt ober gar beim Begrüßen eines anderen in ber Hand behalten, und schon ist bei leichtem Schlag ober Stoß die Gefahr gegeben, daß die Spitze in die Haut bringt ober gab ab bricht und im Gewebe stecken bleibt Schutzmaßnahmen bilden die Sicherung der Schreibstifte (nicht nur der Tintenstifte) durch Schutzhüllen und die Vermeidung unnötig langer und überscharfer Spitzen. Sollten trotz aller Vorsicht Tintenstiftverletzungen eintreten, oder sonst Tintenstiftminensplitter in ober unter bie Haut oder in Wunden eingebrungen sein, so ist stets sofortige Inanspruchnahme des Arztes geboten. Bei Sfugenoerletjungen ist bie sofortige Behandlung durch einen Augenarzt erforderlich. Jede Nichtbeach, hing von Tintenstiftverletzungen, ober auch jede unangebrachte Selbsthandlung, wie Auswaschen der Wunde, unsachgemäßes Entfernen der Spitze oder Splitter aus der Wunde und dgl. kann böse Folgen nach sich ziehen, wie immer wieder zahlreiche Unfälle beweisen, bei denen ärztliche Hilfe nicht rechtzeitig in Anspruch genommen wurde.
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** Jubilarinnen der Arbeit. Am heutigen Freitag, 14. März, kann Frau Luise Roden- h a u f e n in Wieseck auf eine fünfundzwanzigjährige Tätigkeit als Zigarrenmacherin in der Filialfabrik Wieseck der Zigarrenfabrik Ioh. Balch. Noll in Gießen zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurden ber Jubilarin heute vormittag an ihrem schönge- schmückten Arbeitsplätze 'von ber Firma und von den Arbeltskameradinnen unb Arbeitskameraden herzliche Ehrungen bereitet. — Kürzlich konnten auch die Zigarrenmacherinnen Marie Jost in Krumbach unb Elisabeth Schmidt in Rodheim
MM-Wsill Michl.
Roman von Otto MM.
13. Tortsetzung (Nachdruck verboten )
,Hch habe Jockeles Vater schon so lange, lange nicht mehr gesehen, ich wußte überhaupt nicht, wo er war. Kem einziges Lebenszeichen habe ich von ihm gehabt, seit er weggegangen ist Und damals war Jockele noch nicht einmal geboren. Ich habe es schwer gehabt, sehr schwer", klagte sie und sch en um Mitgefühl und Verständnis zu werben. „Diel- leicht können Sie sich das nicht so vorstellen, weil es Ihnen gut geht. Aber ich habe für Jockele und mich sorgen müssen, denn ich stand ganz allein und jetzt —" Sie lachte ein wenig auf, obwohl in ihren Augen Tränen standen. .. jetzt soll ich ihn endlich Wiedersehen, Jockeles Vater, und wir wollen heiraten. Er hat es mir geschrieben. Er hat ein Geschäft in Berlin, unb es ist gut mit ihm voran» gegangen. Ich bin so glücklich baüber."
Die Einzelheiten, die Eharlotte noch erfuhr, ließen ihr bas Zukunftsglück ber anderen aber in einem ziemlich unsicheren Licht erscheinen. Jockeles Mutter wußte nicht zu sagen, welche Art von Geschäft ihr Verlobter betrieb, ob er Vorbereitungen für die Eheschließung getroffen hatte und überhaupt bald heiraten wollte. Im voraus tat Jockele ihr leid, weil er wahrscheinlich in ziemlich fragwürdige Ber- bättniße kam. Sie betrachtete den kleinen schlafenden Kerl mit tiefem Mitgefühl.
Berlin näherte sich Die Fremde war aufgeftan- den. auf den Gang hinausgetreten und sah erregt und erwartungsvoll auf die vorbeihuschenden Vororte „Ich soll auf dem Bahnhof Zoologischer Garten aussteigen Kennen Sie Berlin?"
„Das ist der vorletzte Bahnhof", antwortete Charlotte. „Ich will Ihnen gern behilflich fein, denn ich fahre ebenfalls bis zum Zoo. Der Abschied von Ihrem Jungen wird mir schwer fallen. Wir haben uns so gut miteinander anaefreunbet in den paar Stunden."
„Finden Sie ihn so nett?"
Jockele schlief und schnaufte vor Behagen. Sein zerzaustes Haar hing ihm wirr in die kleine runde Stirn.
Schon bet der Einfahrt in den Schlesischen Bahnhof war bie junge Frau zum Aussteigen fertig. Sie hatte ihr weniges Gepäck aus dem Netz genommen und es Charlotte überlaßen, Jockele zu wecken und ihn anzukleiden. Auch er kümmerte sich nicht um feine Mutter, und als sie sich einmal nach ihm timwendete, sah er Charlotte erstaunt an, und sein Blick schien zu fragen: Was will sie von uns beiden?
Charlotte nahm ihn auf den Arm und trat ebenfalls hinaus auf den Gang.
„Nimmt denn diese Fahrt durch Berlin gar kein Ende?" sagte die Frau klagend. „Wie furchtbar groß ist diese Stadt. Mein Verlobter will auf dem Bahnhof fein, um mich abzuholen. Hoffentlich ist er da, unb wir treffen uns gut."
„Er wird schon zur Stelle sein, wenn er es Ihnen versprochen hat."
Als sie endlich ankamen und die junge Frau Ausschau hielt, konnte sie chn indessen nicht entdecken. Sie war vor Verzweiflung dem Weinen nahe und lief verstö.rt den Bahnsteig hin und her, während Charlotte mit Jockele an ber Hanb an Der Sperre wartete. Als bie Reisenben sich verlaufen hatten unb der Bahnsteig zu übersehen war, gab es keinen Zweifel mehr: Jockeles Vater war nicht gekommen.
„Was soll ich tun?" fragte die Frau ratlos. „Bitte, sagen Sie mir doch, was ich tun soll?"
Charlotte tat. als sei es ganz alltäglich, daß man sich auf den Berliner Bahnhöfen verfehle. „Sie brauchen sich nicht die geringsten Sorgen zu machen. Er kann die Straßenbahn versäumt haben ober sonstwie aufgehalten roorben fein. Hunderte harmlose Erklärungen gebt es. Wir warten eben noch ein wenig."
„Unb wenn er nicht kommt? Ick) habe kein Geld, ich weiß nicht wohin ich kann, weder hierbleiben noch zurückreisen."
„Wir werden schon Rat schaffen."
Als sie einige Schritte zur Seite trat, um noch einmal Ausschau zu halten, näherte sich ihr ein Mann, der mit schäbiger Eleganz angezogen war, tippte an seinen Hut und fragte sie etwas Die junge Frau stutzte und fuhr erschrocken zurück. Sie gab iedoch kein Zeichen des Wiedererkennens. Der Mann sprach mit ihr, sie stellte eine verwunderte Frage, aber in ihrem Gesicht leuchtete es auf. Mehrmals
nickte sie, dann wendete sie sich zurück an Charlotte. „Würden Sie bitte so gut sein und fünf Minuten auf Jockele zu achten? Mein Verlobter wartet unten. Ich hole ihn rasch herauf. Wollen Sie mir den Gefallen tun?"
Charlotte erklärte sich bereit. „Ich gehe mit Jockele einfach in den Wartesaal. Holen Sie ihn sich dort ab. Weshalb sollen wir hier in diesem Lärm herum» stehen?"
Der fremde Mann musterte Charlotte mit prüfenden Blicken, grüßte und zwinkerte dabei Charlotte in unverschämter Weise zu. Sie wendete den Blick ab. Hinter den beiden verließ sie den Bahnsteig. Ein Träger brachte ihr Gepäck nach.
Im Wartesaal gehörte Jockeles Aufmerksamkeit den vielen Leuten, dem blitzenden Büfett und einem braunen, langhaarigen Hund, ber faul unter einem Stuhl lag und beständig gähnte. Jockele rief unb lockte ihn, aber der Hund hörte nicht darauf. , Dumm", sagte Jockele und machte ein ärgerliches Gesicht. Was er weiter zu sagen hatte, war nicht zu verstehen. Sie erzählte ihm, daß nun halb fein Vater kommen unb ihn abholen werde. „Hach?" schrie Jockel, und es hörte sich an, als wußte er es besser unb mache sich lustia über sie.
Er behielt recht: fein Vater kam nicht. Als eine Viertelstimbe vergangen mar, ohne daß die iunge Frau sich wieder hatte sehen lassen, wurde Charlotte unruhig. Sie fürchtete, die Frau habe sie vorhin in ber Aufregung nicht recht verstauben unb warte vielleicht auf dem Bahnsteig. Sie bat den Kellner, auf ihr Gepäck zu achten und ging noch einmal zum Bahnsteig hinauf. Von Jockeles Mutter keine Spur. Charlotte wendete sich an den Beamten an der Sverre und erkundigte sich bei dem. Ja, er konnte sich ay die junge Frau erinnern, hatte sie aber nicht roiebergefehen, feit sie den Bahnsteig verlassen hatte.
Charlotte machte ein unwilliges^ Gesicht. Sie wußte nicht, wo sie roeitersuchen ober was sie sonst unternehmen sollte. Sie kehrte in den Wartesaal zurück. Niemand war inzwischen hier gewesen, niemand hatte nach Jockele gefragt. Charlotte ließ sich wortlos nieder und beschloß, sich in Gedüld zu faßen. Sie roarlete nun schon eine halbe Stunde, sockele war in bester Laune unb vermißte seine Mutter nicht. Er turnte auf einen Stuhl, fr ute sich, wie die Lehne knarrte und stemmte sich mit beiden
Armen auf die Tischkante, als wolle er eine Robe halten. Er redete aber nichts, sondern krähte nur vor Vergnügen.
Wider ihren Willen mußte Charlotte über ihn lächeln.
„Was tun wir nun, Jockele?" fragte sie leise. „Wo ist dein Vater? Wo deine Mutter? Wer bist du überhaupt, kleiner Mann?"
Jockele hielt den Kopf schief und blinzelte sie aus den Augenwinkeln an, als mache er sich ein wenig lustig über sie. Dgnn nahm er einen Bierunterfatz aus Pappe vom Tisch unb versuchte, ihn zu zerbrechen.
„Das barfft bu nicht!" sagte sie.
Er gehorchte sofort. „Darfstu nich'l" rief er unb schob den Untersatz weg.
„Deine Mutter kann bich boch nicht im Stich laßen. Jockele!" sagte Charlotte beunruhigt „Sir kommt doch wieder, nicht wahr?"
Jockele wackelte zweiflerisch mit dem Kopf.
„Ich kann dich nämlich nicht brauchen, 3ocfele!* fuhr Charlotte halblaut fort. „Ich muß dich ro'eher losroerben, so leib du mir tust, kleiner Kerl? Da hilft keine Liebe? Man wartet auf mich? Henry wartet, verstehst bu? Und der mag wohl fp kleine Kerle nicht, wie du einer bist. Ihm wärest bu im Wege — und mir auch!"
Jockele strahlte übers ganze Gesicht unb sah sie voller Vertrauen an.
Als mehr als eine Stunde vergangen war, sagte Charlotte sich, baß sie einen Entschluß faßen mutzte. Sie konnte nicht länger warten. Aber was tun? Henry anrufen und ihm sagen, baß sie mit einem kleinen Jungen auf dem Bahnhof Zoo sitze? Ganz unmöglich? Ihn in feinem Hotel aufsuchen? Noch unmöglicher! Henry war in einem erstklassigen Hotel obaeftieqen, und Charlotte stellte sich vor, welchen Eindruck es machen würde, wenn sie mit dem zi"m- lieh durstig gekleideten Jockele bie Halle dieses Hotels betrat. Seine weiße Wollmütze war schon ein wenig angeschmutzt, sein grauer Mantel schäbig, und jed-r Knopf sah anders aus.
Nein, das konnte sie Safari) nicht antun. Es würde ihm peinlich fein, wenn sie chn mit diesem unerwarteten Reisegefährten in feinem Luxushotel überfiel.
(Fortsetzung folgt)


