Hr.38 Swettes Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffenf
ringeleilt, den Lichttag von Sonnenauf- bis Son-
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Die sechs zwischen 1782 und 1785 entstandenen Quartette Mozarts, die er Joseph Haydn zu- eignet, bestätigen die individuelle Vertiefung, die er
ge- das
Landes beim Erwachen des Lichtes, die Prim bei Son ne nausgang, die Terz in der Mitte des Vormittags, die Sext zu Mittag, die Non am frühen rachmittag, die Vesper eine Stunde vor Sonnen- intergang und die Komplet am Tagesschluß. Damit oaren dem Menschen des Mittelalters die Ein- chnitte seines täglichen Lebens gegeben.
Als aber dann in den crutblühenden Städten Han- el und Wandel in die Breite wuchsen, als eine enaue Zeitangabe, ein geordnetes regelmäßiges meinandergreifen aller Betätigungen zur Grund- ed'ngung der städtischen Organisation und ihres ^»d'ihens wurde, genügten die Horen nicht mehr. Dbm griff aus die antike Stundeneinteilung zurück: ock Sonnenuhr und Schattenweiser waren nur un- joNfommene Zeitmesser. Die wirtschaftliche Ent-
Oie aktive Beterinäroffizierslaufbahn.
Schüler höherer Lehranstalten, die bei Eintritt in das Heer das Reifezeugnis erhalten und den Beruf des aktiven Deterinäroffiziers erstreben, können noch bis 31. 3. 1941 Gesuche um Einstellung als „Bewerber für die Veterinäroffizierslaufbahn" bei dem für ihren Wohnort zuständigen Wehrkreisveterinär einreichen. Die näheren Bedingungen über Bewerbung, Einstellung und Ausbildung sind aus
„Ja. Und deines Großvaters kleines Haus und seinen Garten, deine Sandburg und deiner Großmutter Blumen am Fenster, das alles werden wir vor den Feinden schützen, damit wir beiden, du und ich, eines Sommertages wieder unser Glück dort finden. Verstehst du das, Elke?"
„O ja." Sie nickte eifrig und sprang und lief neben ihm her. Als er sich am Bahnhofseingang noch einmal nach ihr umwandte, sah er ihre weißblonden Haare im Winde flattern.
rächten, kündete die mittelalterliche Kirche die Horen m: die Matutin im dritten Viertel der Nacht, die
VerdunkelungszeU
14. Februar von 18.32 bis 8.42 Uhr.
KdF. Sportamt.
Jeden Freitag, von 16 bis 17 Uhr: üindergymnaflik Schillerschule, Schillerstraße.
Kleines Glück an der Tür
Von Hilde Fürstenberg.
v'cklung forderte eine neue Zeiteinteilung. Waren i» Klosteruhren des Mittelalters ganz nach antikem Httufter gefertigt, so treten seit dem 14. Jahrhundert Räber und Gewickstsuhren auf. Aber sie waren noch umm, während die Glockenzeichen das Volk daran lemohnt hatten, sich durch sie zur Arbeit und zum Feierabend, 3ur Ra t sv" r s ammlung und zur Feuers- nmft, ja selbst zum Steuerzahlen rufen zu lassen. ’p>'e neuen Uhren konnten also erst Bedeutung ge- :V»'nnen, wenn sie sprachen, und so ward denn die Schlaguhr geschaffen, zuerst noch als eine Glocke neben der Uhr, die von M"nlchenhand zum Tönen gebracht wurde, bald als Schlagwerk in der Uhr, in echtes Erzeugnis eines mächtig erstarkten B'tt- ertums. Die ersten Schlaguhren wurden um die .1 Ritte des 14. Jahrhunderts in Italien eingerichtet. I) ie früheste in Mailand 1336, und dieser Neuerung olate die Einführung der modernen, stets gleichen, i nveränderlichen Stunde auf dem Fuße, denn wir nden die eyste derartige Angabe aus dem Jahre 339. Einige Jahrzehnte sväter treten die neuen ihren und die neue Tageseinteilung in den Hauvt- utturlänbern diesseits der Alven auf: in Deutsch- rnd, Frankreich, den Niederlanden. England und »erden im 15. Jahrhundert immer allgemeiner, je- och noch in keiner einheitlichen Form, sondern in Unnnigfachen B"Sonderheiten
So haben z. B. die Italiener eine eigene Stunden- ?irMuna ausgebildet, die noch zu Goethes Zeit in Geftunn war und der er in seiner „Italienischen
Die Partei rüst alle Volksgenossen!
Lieber 100 Kundgebungen im KreUe Wetterau.
faßte prüfend die Zöpfe an und nickte zu den Worten seiner Wirtin, — es mochte ihm bei der Berührung eine Erinnerung an andere Mädchenhaare gekommen sein, denn er lächelte verwirrt und mit der Unruhe eines jungen Herzens.
„Wie heißt du?" fragte er wie aus einem Traum.
„Elke!" antwortete die Kleine.
„Ach —." Der Leutnant hob erstaunt die Augenlider. „Also wirklich vom Meere", sagte er.
„Vom Meere?" wunderte sich die Wirtin. „Nein, Herr Leutnant, Elke wohnt in der Güterstraße, ihr Vater arbeitet auf den Riemann-Werken."
„Aber mein Großvater wohnt auf den Inseln im Meer und ist Fischer", sagte die Kleine mit ihrer hellen Stimme, „und meine Großmutter heißt auch Elke."
„Aha —." Der Leutnant lachte ein wenig, es war eine jungenhafte Freude in seinem Gesicht. Die Frau schüttelte den Kopf und ließ des Kindes neugeordneten Zöpfe los.
„Wart einen Augenblick, Elke", sagte Rusch und eilte in sein Zimmer. Einen Apfel und ein Stück Kuchen nahm er aus seinem Schrank, und als die Kleine ob dieser Gaben leuchtende Augen bekam, fühlte er sich so beschenkt wie sie. „Besuchst du denn deinen Großvater auf den Inseln manchmal?" fragte er, indem er ihr half, die kleinen Geschenke in ihrer Manteltasche unterzubringen.
„Früher", antwortete sie. „Jetzt ist ja Krieg."
„Jetzt ist Krieg", wiederholte er langsam. „Ja, Elke, da müssen wir beide wohl noch eine Zeitlang warten, ehe wir wieder am Strand in der Sonne liegen oder in einem Boot auf dem Wasser schaukeln können." Er sah sie an und verlor sich ganz in versonnene Betrachtung ihrer weißblonden Haare und ihrer Augen. Sie lächelte und tappte eilig die Treppenstufen abwärts, — er stand still und lauschte diesem kleinen harten Kinderschritt.
Wenige Tage später lief sie auf der Straße neben ihm her, als er mit dem Koffer in der Hand zum Bahnhof eilte, — der Wind drängte ihre Kleidung dicht um ihren kleinen Körper.
„Elke", sagte der Leutnant froh, „nun komme ich mit meinen Soldaten nach den Inseln im Meer."
„Zu meinem Großvater?"
„Ja"
„Und zu meiner Sandburg?"
den berufenen Rednern diese Aufklärung unmittelbar zu hören, ist für jeden Mann und für jede Frau besonders bedeutungsvoll, denn das selbst gehörte Wort ist natürlich viel eindrucksvoller als die mehr oder minder zutreffende Wiedergabe des Gesagten durch zweite oder dritte Personen. Darum versäume niemand in Stadt und Land den Besuch dieser wichtigen neuen Kundgebungen der Partei, Die neben der Aufklärung aller Volksgenossen erneut unsere vorbehaltlose Gefolgschaftstreue zum Führer dokumentieren werden!
Heute Kreitag um 20 Llhr finden in den nachgenannten Orten die ersten Kundgebungen statt:
In Bad-Nauheim: Turnhalle, Gauredner Christ, Langenselbold. — Butzbach: Hotel „Hessischer Hof". SA.-Obersturmbannführer D Müller, Frankfurt a. M — Friedberg: Hotel Trapp, Gauobmann Becker, Frankfurt a M —Gießen- Mitte, Gießen-Nord: Neue Aula der Universität, Gauredner Schäfer, Vadenrod. — Grün- berg: Turnhalle Gaupersonalamtsleiter Holländer, Frankfurt aM — Hungen: Gasthaus „Darmstädter Hof". Gauredner Schnellrieder, Frankfurt a. M. — Laubach: Gasthaus „Solmser Hof". Kreisleiter Zürtz, Lauterbach. — Lich: Lichtspielhaus, Gauredner Mütter, Idstein. —
Nückes. „ .. s
Einmal, als er in seine Wohnung kam, stand di> Kleine in der Korridortür, den Packen Ze^ lingen fest unter den Arm geklemmt, und ließ ich Dtn feiner Wirtin die Zöpfe flechten, die sich pelost bitten „Dein Band hält schlecht", sagte die Frau, .»eil dein Haar zu glatt und zu weich ist."
Die Kleine antwortete nicht und machte em Ge- W. als gestehe sie in ihrem Innern, daß dies iLerbings eine ungehörige Sache sei. Der Leutnant
Klassische Quartette.
Zum Konzert des Strotz-Quartetts.
Drei Höhenwerke von ausgeprägter Persönlichkeitsgeltung bindet das Programm des Stroß- Quartetts.
Schuberts letztes Quartett G-dur op. 161 (1826) ist ein Dokument seiner ureigensten Schaffensweise. Wenn wir den Ablauf des ersten Satzes verfolgen, so fällt uns auf, daß er weniger auf scharfe Profilierung des Themattfchen ausgeht, sondern eine Entwicklung besonders aus den rhythmischen und harmonischen Grundelementen darstellt: Tremolo und Akkordbrechungen helfen, das rhythmisch gezackte themattsche Material zu durchdringen. Daß für Schubert die Durchführung ein wirklicher Werdensprozeß ist, bestätigt die Wiederkehr der Themen am Schluß durch Ausgleich und Bereiche- rung. Daß es hier auf eine Auseinandersetzung, ob Dur oder Moll, ankommt, beträftigen die Schlußtakte, das melodische Moment tritt mit der Cello- ka.ttilene des Andante in den Vordergrund, aber auch dieser Satz hebt sich im Aufwallen zu dramatischen Höhepunkten voll Unerbittlichkeit. Während der Hauptteil im Scherzo aus dem Rhythmischen erwächst, schwelgt fein Trio in reizvoller Kantilene, vertieft durch eine eigenartige Instrumentation und natürlich fließende konttapunktische Bildungen. Die rhythmischen Spannungen des Kopfsatzes finden ihre Erfüllung in dem schwingenden Finale mit durchlaufendem «Zs-Takt.
Am heutigen Freitag abend beginnt eine große Versammlungswelle der Partei im Kreise Wetterau, die am morgigen Samstag abend und am Sonntag nachmittag und abend ihre Fortsetzung finden wird. In über hundert Versammlungen in Stadt und Land werden namhafte und bekannte Redner der Partei sprechen. Alle Kundgebungen stehen unter dem Leitgedanken „M i t unseren Fahnen i ft der Sieg!" Die Redner werden unter diesem Leitwort alle Fragen und Aufgaben erörtern, die besonders jetzt im Kriege und namentlich auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung für alle Volksgenossen von größter Bedeutung sind. Jedermann wird in diesen Versammlungen ein Bild gewinnen können, das ihm die Größe und Bedeutung des Einsatzes unserer Volksgemeinschaft im Ringen für Großdeutschlands Freiheit und Zukunft und damit auch für die bessere Lebensgestaltung jedes einzelnen aufzeigen wird. Zugleich werden alle Männer und Frauen aber auch erkennen können, welche Leistungen von unserer ganzen Volksgemeinschaft und in ihrem Rahmen von jedem einzelnen noch zu vollbringen sind, um in dem Abwehrkampf gegen die Plutokraten und Kriegshetzer in England und ihr« geistesverwandte Sippschaft in anderen Ländern den vollen deutschen Sieg zu sichern.
Daß diese Kundgebungen wieder eine breite Welle von Aufklärung und klarer Ausrichtung auf die berechtigten deutschen Ziele in alle Bevölkerungsschichten bringen werden, ist von vornherein gewiß. Von
Jeden Nachmittag, wenn der junge Leutnant Hans N-usch vom Dienst kam, begegnete ihm auf der 2reppe das kleine Mädchen, das seine Zeitung brachte. In den ersten Wochen, da Rusch von daheim fort war, hatte er sich immer auf die Zeitung freut, — nun war es so, daß er sich auch auf h ine Mädchen freute. Sie mochte etwa acht Jahre alt fein, hatte ganz weißblonde Härchen und blickte, । denn sie mit ihrer hellen Stimme „Heil Hitler!" legte, mit verträumten hellblauen Augen zu ihm auf. Anfangs dachte er, die Kleine müsse irgendeinen k-Heimen Kummer haben, weil ihre Augen so ver- fqlossen und still waren, aber nach einiger Zeit werkte er, daß sie so fröhlich war wie andere Kinder. Tiefe Augen waren wohl ein Erbe, waren die Er- ! irnerung an einen Vorfahren, der irgendwo unter Hillern Himmel, vielleicht am Meere, gelebt und |i immer ins Weite geschaut hatte.
! Hans Rusch, der aus einer mitteldeutschen Hügel- lvndfchaft durch den Krieg in die Nordwestecke des Üi-iches gekommen war, blieb an dieser Vorstellung mit einer gewissen Liebe hängen. Er war nur ein j enziges Mal in seinem Leben am Meer gewesen, ur b in seinem Jünglingstagebuch fanden sich schwärmerische Aufzeichnungen über diese „Sommertage in der Nordseemarsch" Wenn er auch inzwischen ül er diese allzu große Begeisterung lächeln gelernt beite, so war ihm doch im Herzen die Vorliebe für l leies lichte, stille Land mit dem weiten, niedrigen | Horizont, den wortkargen, schwerfälligen Männern ui d den herben und kühlen Mädchen geblieben, und j n empfand des Kindes Augen und Blick als einen i lebendigen Gruß aus der Welt jenes sommerlichen
war, wie die Chronik Frossarls beweist, der zunächst noch ganz mittelalterliche Zeitangaben macht, aber feit 1389 zur neuen Stundenbezeichnung übergeht. Diese Rechnung der Stunden von Mitternacht bis Mittag ist dann langsam in der ganzen zivilisierten Welt heimisch geworden, und erst heute beginnen wir uns von ihr frei zu machen und wieder zur „ganzen Uhr" zurückzukehren, wenigstens im amtlichen Verkehr. Als Privattnenschen rechnen wir noch immer den Volltag mit 12 Doppelstunden, wie er von den Babyloniern geschaffen wurde. Doch die veränderliche antike Stunde, noch heute bei Persern und Arabern in Brauch, ist unterlegen; die stets gleiche moderne Stunde, ein Symbol der neuen exakten Zeit, hat triumphiert. W.
Äorrwtizen.
Tageskalender für Freitag.
NSDAP. Kreis Wetterau, Gießen-Mitte und Gießen-Nord: 20 Uhr Kundgebung in der Großen Aula der Universität, Gauredner Schäfer, Vadenrod. — Stadttheater: 19 bis 22 Uhr „Die ungarische Hochzeit". — Gloria-Palast, Seltersweg: „Am Abend auf der Heide". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Alarm".
Stadltheater Gießen.
Am heutigen Freitag wird die erfolgreiche Operette „Die ungarische Hochzeit" von Nico Dostal wiederholt. Musikalische Leitung: Arthur Apelt. Spielleitung Harry Grüneke. Bühnenbild: Karl Löffler. Tanzleitung: Irmgard Trömel. 20. Freitag- Miete.
Ortszeit für den 15. Februar.
Sonnenaufgang 8.43 Uhr, Sonnenuntergang 18.36 Uhr. — Monduntergang 10.10 Uhr, Mondaufgang 0.30 Uhr.
BMeliMuft M Statt vuMlküSk
Reise" eine ausführliche Betrachtung widmet. Sie begannen ihren Tag mit dem Einbruch der Dunkelheit und zählten von 1 bis 24 die Stunden durch, wobei sich natürlich mit dem Länger- und Kürzerwerden her Tage der Mitternachts- und Mittagspunkt ständig verschob, und zwar rückte er in den Monaten Februar bis Mai je eine Stunde hinaus, bljeb dann Juni und Juli über, also um die Zeit des Sommersolstttiums, konstant, verfrühte sich in den Monaten August bis November wieder um je eine Stunde, um während Dezember und Januar, während des Wintersolstittums, wieder konstant zu bleiben. Goethe erklärt uns diese so verworren erscheinende Zeiteinteilung mit der Naturverbundenheit des italienischen Volkes: „Wie hier die Nacht eintritt, ist der Tag entschieden vorbei, der aus Abend und Morgen bestand; vierundzwanzig Stunden sind verlebt, eine neue Rechnung geht an, die Glocken läuten, der Rosenkranz wird gebetet, mit brennender Lampe tritt die Magd in das Zimmer und spricht: Felicissima notte! Diese Epoche verändert sich mit jeder Jahreszeit, und der Mensch, der hier lebendig lebt, kann nicht irre werden, weil jeder Genuß seines Daseins sich nicht auf die Stunde, sondern auf die Tageszeit bezieht. Zwänge man dem Volk einen deutschen Zeiger auf, so würde man es verwirrt machen, denn der [einige ist innigft mit feiner Natur verwebt."
Die italienische Uhr war auch in Deutschland weit verbreitet; sie wirkte als „böhmische" und „türkische" Uhr fort, nur daß die Türken die ersten 12 Stunden als Nacht- und die zweiten 12 als Tagstunden bezeichneten. In Deutschland trat ihr als eine weit verbreitete Eigentümlichkeit die „Nürnberger Uhr" zur Seite, die genau zwischen Tag- und Nachtstunden unterschied und auch an den natürlichen beweglichen Anfängen des Svnnenaus- und -Untergangs festhielt, also ganz dem antiken Muster folgte, mit Ausnahme der „ungleichen Stunden", die sie natürlich nicht annahm. Di« Dauer der einzelnen Tage- längen war im voraus durch Ratsverordnungen für das ganze Jahr festgesetzt, doch dursten die Tagesstunden bis Sonnenuntergang höchstens 16, die Nachtstunden bis Sonnenaufgang höchstens 12 betragen.
Bei ihrer Verpflanzung über die Alpen erlitt die italienische Uhr, die als „ganze Uhr" bis 24 zählte, im Westen' und Norden Deutschlands, in Frankreich, England und Holland früh eine wichtige Veränderung. Man gab den natürlichen, stets veränderlichen Anfangspunkt der antiken Stunden auf, begann die Einteilung mit Mitternacht und zählte zwei Reihen van je 12 Stunden. Das war die „halbe Uhr", die schon mit der Einführung der Schlaguhren aufkam und um 1400 in Frankreich bereits Gang und gäbe
nenuntergang, und die Nacht von -Untergang bis Aufgang. Jede dieser Perioden hatte 12 Stunden, iie natürlich ungleich fein mußten, da ja Tag und Nacht nur zweimal im Jahre gleich find. Daneben ?ab es im Römischen Reich eine Vierteilung von Lag und Nacht, die Horen, von denen die wichtig- len durch schallende Trompetensignale verkündet ourben und den Menschen als Zeitangabe dienten. Das Christentum übernahm diese Einteilung, die £ag und Nacht in ungleich große Abschnitte zerlegte, mb wandelte sie dadurch ins Kultisch-Religiöse um, faß aus diese Zeitpunkte regelmäßig wiederkehrende Oebete gelegt wurden. Durch den ehernen Klang ter Glocken, die nicht nur zum Gottesdienst riefen, andern zugleich Ordnung in das bürgerliche Leben
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Aus der Stadt Gießen.
Was schlägt die Stunde?
Das Alltägliche betrachten wir meist als das -Selbstverständliche. So gehört es zu den gleichsam ,angeborenen" Vorstellungen unseres Lebens, daß >er Tag 24 Stunden hat und mit der Mitternacht beginnt. Die Welt würde für uns beinahe auf den Kopf gestellt werden, wenn uns dies festgefügte Ge- -üst der lautlos dahinfließenden Zeit verrückt würde Inb doch gehörte die Entwicklung langer Jahrhunderte dazu, bis sich unsere moderne Art der Shin« denzählung herausbildete, und auf einer wie will- sittlichen und beweglichen Grundlage diese ganze [Einteilung ruht, dafür liefert uns die Tatsache der ' seit Kriegsbeginn angenommenen „Sommerzeit" ein anschauliches Beispiel, in der alle Uhren eine Stunde aorgestellt sind
Die Völker des Altertums hatten nach dem Vor- gange der großen Astronomen der Antike, der Baby- Ionier und Aegypter, den Tag in zwei Perivden
Freitag, 14. Sebruar 1941
dem „Merkblatt für die aktive Deterinäroffizierslauf. bahn im Heere" (Ausgabe Dezember 1940, frühere find ungültig), welches bei dem zuständigen Wehrkreisveterinär (Wehrkreiskommando) erhältlich ist, ersichtlich. Die Einstellung der angenommenen Bewerber erfolgt am 1.10.1941.
Ausgleichsvienst für Abitur enten.
Arbeitsdiensttaugliche Abiturienten, die zu studieren beabsichtigen, melden sich bis zum 15. März 1941 beim Sozialpolitischen Amt der Reichsstuden- tenführung, Berlin-Charlottenburg 2, Hardenberg- straße 34. Mitzusenden sind: Lebenslauf, Lichtbild, beglaubigte Abschrift des Reifezeugnisses, ehren- wörtliche Versicherung der arischen Abstammung, Freistellungsschein vom RAD. Zeitlich untaugliche Abiturienten können laut Erlaß des Reichs- erziehungsministeriums vom 10. 1. 40 zunächst für zwei Semester immatrikuliert werden.
63 500 VM für bas Kriegs-WSW.
Das Ergebnis der Sammlung für das Kriegs- WHW. am 6. Opfersonntag beläuft sich im gesamten Kreise Wetterau auf rund 63 500 RM In her Stadt Gießen mit den Vororten Wieseck und Klein- Linden wurden rund 15 600 RM. aufgebracht.
Wehrniachl-Konien im (Safe Leib
Am gestrigen Dynnerstagabend veranstaltete die NSG. „Kraft durch Freude" im Saale des Cafä Leib ein Wehrmachtkvnzert. Die Veranstaltung war sehr gut besucht. Zum Vortrag kamen Militärmärsche, Soldatenlieder-Potpourris, Volksweisen und Ausschnitte aus bekannten Operetten. Schon bald nach Beginn hatte sich das Musikkorps durch seine flotte Spielweise die Anerkennung her Besucher erworben, die immer wieder durch langan- haltenden Beifall zum Ausdruck kam. Oft mußten die Musiker eine Zugabe spielen als Dank für die herzliche Anerkennung ihrer musikalischen Leistung. Das Musikkorps bereitete den Besuchern zwei genußreiche Stunden. Eine besondere Leistung, die durch außerordentlich stürmischen Beifall anerkannt wurde, waren drei Heeresmärsche „Preußens Gloria", „Regimentsgruß" und „Revuemarfch", Borge tragen zusammen mit Spielleuten. Zwischendurch brachten Männer einer Kompanie eines Landes- schützen-Bataillons einige Soldatenlieder zu Gehör, die ebenfalls dankbar ausgenommen wurden. Durch diese unvorhergesehene Mitwirkung des Soldatenchors wurde die frohe Stimmung weiter gefördert. Es war ein genußreicher Unterhaltungsabend, an den man sich gerne erinnern wird. Nach den musikalischen Darbietungen blieb man noch einige Zeit in kameradschaftlicher Geselligkeit beisammen, die im Verein mit den Soldaten des Landesschützen- Bataillons nur zu schnell verging.
DHE. Gießen.
Der Zweigverein Gießen des Vogelsberger Höhen« flubs hielt seine Monatsoersammlung im Vereinslokal „Hotel Hopfeld" ab. Rechtsanwalt und Notar Dr. Spohr überbrachte Grüße des Deutschen Alpenvereins, Gießen-Oberhessen. Er hatte es auch freundlicherweise übernommen, einen Lichtbildervor- trag über eine von ihm durchgeführte Wanderung durch Tirol zu halten. Ausgehend von Feichten im Kaunsertal (1273 m ü. M.) führte er seine Zuhörer durch das Pitztal, Oetztal, Stubaital nach Innsbruck und weiter durch das Zillertal, Grimmlertal über
Kleine Ursachen — Grvtze Wirkung!
Kleine Verletzungen aller Art gehören im Haushalt wie im Berufsleben und beim Sport zu den Alltäglichkeiten. Meist beachtet man solche kleine Schädigungen wenig oder gar nicht. Wie häufig hat aber diese Vernachlässigung schwere und schwerste Folgen! Denn das Eindringen von Schmutz in eine an sich harmlose Wunde bedeutet fast stets eine Wundinfektion, die Entzündungen und Eiterungen und bisweilen eine Gefährdung des ganzen Organismus zur Folge haben kann. Es ist deshalb geboten, Wunden jeder Art rechtzeitig zu desinfi- zieren, um auf diese Weise zu verhindern, daß schädliche Bakterien in das Blut gelangen. Hierzu empfiehlt sich der Gebrauch der bewährten Sepso-Tinktur, die wie Jod- Tinktur desinfiziert und genau so angewandt wird. Sie ist in allen Apotheken und Drogerien in Fläschchen zu fünfundfünfzig Pfennigen und in handlichen Tupf- rohrchen zu neunundvierzig Pfennigen erhältlich. Infolge ihrer großen Tiefenwirkung desinfiziert Sepso- Tinktur rasch und gründlich und verhindert Entzündungen.
her von Haydn übernommenen äußeren Gestalt zu geben vermag. Gerade in den Einzelzügen, mit der er die Quartettform bereichert, in der Belebung und melo-hischen Durchdringung her einzelnen Stimmen und der Einbeziehung der Ausdruckswelt des Chromatischen beruht sein Sonderverdienst. Das bestätigt der Kopfsatz (Allegro vivace assai) mit seinem fast ans Tänzerische gemuhnenden zweiten Thema. Selbst in der melodischen Linie verweist das folgende Menuett auf hie chromatische Tonleiter; bas Trio beleuchtet von der Moll-Seite her. Das Andante strömt Gesanglichkeit in allen Instrumenten aus bei fein gegliedertem Verzierungswerk der ersten Violine; im Finale bindet er die Form her Fuge unb im weiteren Verlauf sogar der Doppelfuge mit einem Seitengedanken von schäumender Fröhlichkeit; schärfste Gegensätze, wie wir sie auch in seinen Opern erkennen.
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Das zweite der drei, dem russischen Gesandten Rasoumoffsky gewidmeten Quartette (op. 59) in e - m o 11 gehört zu den empfindungsstärksten Werken Beethovens. Die verschleierte Moll- Sphäre des ersten Themas hellt sich wohl mit dem Seitengedanken auf, aber seine Problematik findet nicht in dem Tiefschürfenden der Durchführung fein« Erfüllung, sondern erst mit her durchführungsartig geweiteten Coda. Diesem dunklen Grundton gegenüber wird bas E - d u r« Adagio zu einer Jnnen- schau; sein choralartiges Thema soll beim Anblick des gestirnten Himmels entstanden fein; vom Spieler fordert Beethoven con molto di sentimento. Den Grunbgebanken erschöpft Beethoven durch Beleben von Gegenstimmen in rhythmischer Geprägtheit, bis sich der Satz zu hymnischer, fast heroischer Klanghöhe erhebt. In den Mittelteil des britten Satzes webt Beethoven ein russisches Lied hinein, eine Aufmerksamkeit seinem Gönner gegenüber; eine Auf^ lichtung inmitten des gedämpften Allear„ nyr Rahmens. Das Finale führt mit gespannteste ^a5 po. gieentlabung bas Ganze her Losung 3Uj*te foroie C-dur nach e-moll sich wendender UIf0 unaus- wird bas Zentrum für mannigfachst zu ziehen Die mit intensivierender Verknüpfung,,en Ttu-ffolini unb Angleichung motivischer Kräfte, .'Fragen crschöpftnü hem Piu presto her Coda.
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