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|9I- Jahrgang Nr. 38
Wcheini täglich, außer Svimtags und feiertags ycilnnen: Die.Illustrierte n Wiener ftninilienblätter > Heimat unBild DieScholle Mmato-Be^ugsvreis:
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Tmhtansctzrift.„Anzeiger"
5reitag,I4 Zedruar 1941
GietzenerAnzeiger
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/,Uhr des Bormittags
Aiuetgen-Preiser
Anzeigenteil 7 Rvf. ie mm bei 22 uim Beilenbreite# Tertteil 50 Rvf. ie mm bei 70 mm Bcilenbreitc
Nachlässe:
Wiederholung Malstaffell Abschlüsse Mengenstaffel B Platzvorschrift 1 vorherige Vereinbarung) 25°/<. mehr
vrühlsche Unioerfttatebraderei R. Lange General-Anzeiger für OberHefsen -ietzen?5chulstratze 7-9
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besonders intereslant und als schlechtes Zeichen für
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Aus'vrache rwiNen Zranco und Mussolini
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Oie Geleitzug - Katastrophe im Atlantik.
NeutscheKriegsschiffeversenktenlZbritische Dampfer mitKriegsm«terialbelai>en
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Washington, im Februar 1941.
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Das Repräsentantenhaus hat in feiner Absttm- mung vom 8. Februar die Rooseveltsche Vorlage über die Englandhilfe mit ungefähr der Stimmenmehrheit angenommen, die auf Grund des Parteienver- hältnisses vorauszusehen war. Dafür stimmten 236 Demokraten und 24 Republikaner, dagegen 25 Demokraten, 135 Republikaner. 3 Progressive und je ein Vertreter der American Labour Party und der Farmer Labour Party. Das Gesetz geht nunmehr dem Senat zu, aber in unterrichteten Kreisen rechnet man damit, daß die Endabstimmung nicht vor drei Wochen statttinden wird, da man auch hier sehr lebhafte Aussprachen erwartet
Diese Debatten sind ein bezeichnendes Symptom für die sogenannte , Bill 1776", die durch eine seltsame Fügung die historische Jahreszahl des Beginns des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges trägt der mit der Befreiung von englischer Vor- mun^'chaft endete. Das nüchtern^ Geg-nwa^sd<'nken
fügen Bedingungen als 1917, denn die deutschen U-Boote verfügen heute über bessere Stützpunkte und haben auch einen ausge-
Obtrfommanbo der Wehrmacht gibt bekannt: 3n Fortsetzung der vernichtenden Schläge, die -ön Unterseebooten nnd Fernkampf-
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100 000 Tonnen monatlich."
Großes Interesse in Genf und Vichy
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nal de Genöoe" schreibt: „Diese Bedrohung
Verluste durch Neubauten zu ersetzen und letztere zu » voll beladen waren. Durch den Angriff erhöhen."
Bei Angriffen gegen militärische Ziele an der Oie englischen Gchiffsverluste.
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Oer Wehrmachtbericht.
Berlin, 13. Febr. (DNB. Fvnkfpruch.) Das
Unser Bildtelegramm zeigt den spanischen Staatschef mit dem Duce nach ihren Besprechungen in Bordighera. Links der spanische Außenminister Serano Suner. — (Scherl-Bilderdienst, Berlin.)
daß die Lage für England so lange so schwierig bleiben wird, wie die Schiffsoerluste durch entsprechende Neubauten nicht ausgeglichen werden. Zwar lägen die Tonnageverluste im Monat Januar nicht so hoch, wie man erwartet habe Daraus dürfe man jedoch nicht den Rückschluß ziehen, daß die englische Verteidigung gegen U-Boote habe verbessert werden können Ü-Boote hätten naturgemäß in den Stürmen unb während der kurzen Tage eines nordatlantischen Winters eine geringere Leistung aufzuweisen. Die Zahlen von heute könnten auch nicht ohne weiteres mit denen von 1917/18 verglichen werden, denn der Gesamtbetrag des verfügbaren Schiffsraumes fei heute kleiner als damals, die Strecken für die im Handelsverkehr und für Kriegszwecke verwendbaren Schiffe länger, und die militärischen Expeditionen in Uebersee verschlingen mehr Schiffsraum. Man müsse darauf vorbereitet fein, daß die Derfenkungskurve mit dem Längerwerden der Tage und dem Abflauen der Winter- ftürme wieder ansteige. Neben den U-Booten verwende der Feind nunmehr in größerem Umfange Fernbomber die bei ihren Angriffen gegen die britische Schiffahrt „eine Technik entwickelt zu haben scheinen, die viel größere Vernichtungen ermögliche, als es früher in den von England weit abgelegenen Gebieten der Fall war" Das Blatt schließt mit folgendem Einge-
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Gaste verabschiedet. Der Abschied war sehr herzlich. In den Unterredungen wurde Die Ueberein sti turn u n g der Ansichten der italienischen und der spanischen Regierung über die Probleme von europäischer Bedeutung sowie über die im gegenwärtigen geschichtlichen Augenblick die beiden Länder interessierenden Fragen festgestelU.
Die spanische EFE.-Aaentur teilt zur Reife der spanischen Politiker mit, daß sie am Montag in den frühen Morgenstunden Madrid im Kraftwagen verließen und in einem kleinen Ort in der Provinz Gerona übernachteten. Am Dienstagvormittag wurde französisches Gebiet bei Le Perthus erreicht. Die beiden spanischen Politiker wurden unter den Klängen der spanischen und der französischen Hymne von den französischen Behörden empfangen und begrüßt. Sie machten in Arles eine Mittagspause und setzten dann die Fahrt zur italienischen Grenze fort. Während der ganzen Fahrt durch das französische Gebiet brachte die Bevölkerung ihren Respekt und ihre Sympathie für den Caudillo zum Ausdruck.
trafen Bomben abgestellte Flugzeuge, firaftroagen- lolonnen wurden durch MG-Feuer unb Bombenwurf zersprengt. Kampfflugzeuge griffen ben Flug- yla tz Luca auf der Insel Malta erfolgreich an. 3d Luflkämpfen über der Insel verlor der Feind )rei Flugzeuge vom Muster hurricane. Seit Mitte )<muar richteten sich verschiedene erfolgreiche Cuff- mgriffe deutscher Kampfverbände gegen den 5uez-Kanal. Bei diesen kühnen Angriffsunter, itfrnungen der deutschen Luftwaffe wurden an den Kinaleinichnitten, an Gleisanlagen unb Hafenein- >Mfunqen Bombentreffer erzielt. Wie bereits
ßes Gewicht bei, aber die von der Regierung inszenierten Verhöre vor den verschiedenen Ausschüssen haben doch gezeigt, daß der Widerstand gegen das Hilfsgesetz leidenschaftlicher ist, als man in Regierungskreisen angenommen hatte. Jedenfalls hat es der eindringliche Appell des Abgeordneten Wads- worth an die Opposition, die „nationale Einheit" nicht zu gefährden, nicht in allen Stücken vermocht, diese Einheit nach außen hin überzeugend zu dokumentieren. Was der Oberst Lindbergh, Major Williams, der Verleger Hearst, der Journalist Clapper, der Student Brewster ausführten — ganz zu schweigen von den bekannten Jsolattonistenführern Nye Hamilton Fish und vor allem Wheeler —, war nicht geeignet, in die zwiespältige Stimmung, in die das Land durch die Roofeveltvorlage gebracht wurde, Klarheit zu bringen wohl aber sprach aus den Ausführungen dieser Männer das Verantwoxtungsge- fühl derjenigen deren Hirne die Unaufrichttgkeit der amerikanischen Kriegspropaganda durchschaut haben und noch nicht von dem Phrafenschwoll des Weißen Hauses vernebelt wurden. Die Umfrage des be-
ständnis: „Neue Angriffsmethoden fordern unbarmherzig entsprechende Verteidigungsmaßnahmen, treten, aber dazu braucht man immer etwas Zeit. Diese werden zweifellos in Kürze in Erscheinung von der „Times" geteilt. Das Blatt bezieht sich Deswegen hat der Angreifer einen Vorausdrücklich auf Schiffahrtskreife und spricht davon,»f p ru n g vor der Verteidigung."
3n der nördlichen Cyrenaika erzielte die beut- bisf lifjt Luftwaffe Bombentreffer schweren Kalibers in ji* britischen T r u p p e n l a g e r n unb militari- toifc Ichen Anlagen. Auf einem Flugplatz bei Bengasi
USA. im Zeichen des Lnglandhilsegesehes
Von unserem Bk.-Benchterstatler
Rom, 13. Febr. (DNB.) Zu einem Treffen mit dem Duce in Bordighera traf der Caudillo am 11. Februar in Italien ein. Er war begleitet von Außenminister Serrano Suner, dem Chef des Militarkabinetts, General M o s c a r d o , und anderen spanischen Persönlichkeiten. Der Caudillo wurde um 20 Uhr an der italienischen Grenze von einer italienischen Sonderabordnung empfangen. In Bordighera schritt er in Begleitung des Duce die Front der Ehrenkompanie ab. Am 12. Februar begab sich der Caudillo in Begleitung von Minister Suner um 10 Uhr lum Duce. Sie blieben im Gespräch bis 13.30 Uhr zusammen. Nach der Unterredung gab der Duce dem Caudillo ein Frühstück, zu dem auch Suner, General Moscardo sowie weitere Persönlichkeiten zugezogen waren. Am Nachmittag haben der Caudillo und der Duce in einer Villa am Meer in der Gegend von Grimaldi bei Ventimiglia ihre Besprechungen fortgesetzt. Abends nahm der Caudillo an einem vom Duce gegebenen Abendessen teil. Heute vormittag hat sich der Duce in der Villa Regina Margherita von feinem
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die Möglichkeiten der Versorgung Großbritanniens mit Kriegsmaterial wird die Tatsache-bezeichnet, daß Isich unter den von deutschen Flotteneinheiten ver- I senkten Schiffen, große Transporter mit riesigen i Kriegsmateriallieferungen befinden Das .I o u r ■-
liog । engen bem britischen Geleitzugsystem west- Großbritanniens ist ernst,'denn der Ersatz von Tom iich von Portugal in den letzten Tagen zugefügt nage ist feine leichte Sache. Großbritannien kämpjt würben, haben in ben atlantischen Gcwällern ope-| gegen die U-Bootsdrohung unter weniger, nnenbe deutsche Kriegsschiffe einen großen f e i n b- j g ü n ft ig e n Bedingungen als 1917, denn lidjen Geleitzvg anaegriffen. Es gelang 13
4 bewaffnete feindliche et ss ch i t fe r e n Aktionsradius. England "hat i ■ )° 0 e r - c e n ' darunter mehrere große Hebet-1 cin doppeltes Problem zu lösen: Die unvermeidlichen
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Handelsschiff an der Nordknste Schott- Tonnage schneller versenkt wird, als idiibs und ein Borpostenboot an der englischen sie gebaut werden kann" Diese Ansicht wird
| Senf, 14. Febr. (Europapreß.) Die hieben Erfolge zur See haben hier und m Bichn n°fes Aussehen erregt Die schweizerischen uno mnzösischen Zeitungen bringen die M°ldung von der
^skn"G°l°^ug'unt!^^°b°n"Sİgz^n. Al- Ides Amenkaners legt solchen Zuiälligleiten kein gro-
/feben demnach zu schweren Stockungen im Schiffs- itt-chr durch ben Kanal geführt.
fin iinterteehoofeifiger lckioß gestern an der illcntischen Küste ein britisches Bombenflugzeug ict- erfolglosem Bombenabwurf ab.
ter Feind flog in der letzten Nacht weder in das : Mbsgebiet noch in die besetzten Gebiete ein. Drei kigine Flugzeuge werben vermißt.
-ioch läßt sich die Katastrophe, die den großen fischen Geleitzug im Atlantik betroffen hat, nicht ihe-feben Es handelt sich zweifellos um betracht- lirfjf Verlustzahlen, denn aus bem Wehrmacht- berebt geht hervor, daß sich unter den 13 versenkten =<f)i ffen „mehrere große U"e berseedamp- ftr" befanden, die mit ftrieasmaterial für England UMOhelaben waren. Bei vorsichtiger Schätzung läßt |id) daher sagen, daß der Ausfall an feind- ' 1'5 e r T o n n a g c in der Nähe der Verluste hegt, bi? die britische Handelsschiffahrt bei der ersten liBknichtung eines Geleitzuges und Versenkung von ^0 0 BRT. durch deutsche Kriegsschiffe im At- fontrf - gemeldet am 8. November 1940 — er-
- Mn hat.
London schweigt.
heftige Kritik am ^»ikkalirtSmitiister.
Stockholm, 14. Febr. (Europapreß.) Am rlkbrnerstagnachmittag hat die englische Admiralitar I erstenmal der britischen Oeffentlid>feit stennt« nis von dem Angriff deutscher Streitkräfte auf nntn britischen Geleitzug im Atlantik gegeben, llch'r den Erfolg dieses Anariffs schweigt das tfbnmunique jedoch Es erklärt vielmehr es ;ei | i'todi nichts über die in dem Geleitzug eingetretenen üBer ufte bekannt .
! ti? .Daily Mail" greift ben Schiffahrts- I tiinifter Ronald Croß an, er fei nicht Der ritMige Mann für lebenswichtige Aufgaben. I ,llnfere Schiffahrt wird nidjt qenügenb aus« }tr utzt". lagt das Blatt. „Es herrschen Unorv- • i u i g und Verwirrung in bezug auf bte va' )uni und in bezug auf die Ausnutzung der Ton- Iliog E5 jst kein wirkliches Zusammenarbeiten zu- tonieqefommen zwischen ben beiben wichtigsten Re- | |i?rjngsabteiliinaen bem Beschaffungsmmistenum , ird dem Ernährungsministerium In der üwiten- chii'ahrt verschwendet man Tonnage. Die B er- icfunqen . n den Häfen sind skandalös Item ein lOOM-Tonnen-Schiff si» nicht eine wn-
Derr drei Wochen in einem Hafen aufhalt verliert
Land irn Laufe von 14 Tagen 10 000 Tonnen | feiffsraum wöchentlich Solche ^^^otungen re^ I Mieren in einem durchschnittlichen Gesamtverlust
. . Mmeldet, stellte die Luftaufklärung außerdem zwei i M Ü^funkene Handelsschiffe mitten in der Wrlrinne als Ergebnis des kampfeinfahes fest.
'r die Lustbildauswertung ergab gleichzeitig bedeu-
,mk leit'e Schiffsansammlungen nördlich und südlich der « Spirrstellen. Die auf Grund gelaufenen Schiffe
Oie erste (Sperre im Guezkanal.
Schon im Weltkrieg waren die Engländer im allgemeinen und die in Aegypten stehenden britischen Streitkräfte im besonderen ständig von der Angst erfüllt, daß der Suez-Kanal einmal durch feindliche Einwirkung gesperrt werden könnte. Sprichwörtlich aeradezu war damals ihre Angst vor dem oft beschworenen „Z e m e n t f d) i f f" geworden: sie waren immer in größter Sorge, baß eip bestochener Kapitän sein mit Zement belaßenes Schiff irgendwo im Suez-Kanal versenken würde. Ein solcher riesiger Betonblock würbe den Kanal auf lange Zeit völlig gesperrt haben. Daher sahen schon bie Friedensbestimmungen für ben Suez- Kanal vor, daß ein Schiff, das im Kanal festlief unb nicht binnen 24 Stunden freizubekommen war, ohne Rücksicht auf Nationalität und Ladung i n bie Luft gesprengt werben sollte.
Die Befürchtung der Engländer, die damals im Weltkriege noch gegenstandslos war, ist jetzt Wirklichkeit geworden. Es ist zwar kein „Zementschiff". Aber wie deutsche Aufklärer festgestellt haben, sind im Suez-Kanal zwei größere Handelsschiffe infolge von Luftangriffen halb gesun- k e n. Da bas Kanalbett auf ber Sohle nur 60 m breit ist, kann ber Kanal jetzt nur noch von kleinen Fahrzeugen passiert werben. Da ber Kanal heute für bie Versorgung der Armee Wavells in Aegypten von geradezu ledenswichttger Bedeutung ist, so haben die Engländer Sprengkommandos angesetzt. Aber nach einer Sprengung ber beiben halbgesunkenen Schiffe wirb man zweifellos noch einige Zeit mit der Hebung der Wracks bzw. der Beseitigung der großen Krümmer zu tun haben.
Unterdessen haben sich am Nordende des Suez- Kanals, also in Port Said, bereits eine Anzahl größerer Schiffe angefammelt. Es ist also schon eine Stockung eingetreten. Diese Schiffe kann man infolge ber Unsicherheit im Mittelmeer nicht mehr birekt nach England zum Heranschaffen des Nachschubes schicken. Sie müssen aber, bevor sie den 4400 km langen Entfernungsunterschieb burch den Kanal unb um Afrika herum überwinden können, jetzt so lange warten, bis die Durchfahrt durch den Kanal wieder frei wird. Es rächt sich jetzt, daß bie eigentlichen Besitzer unb die Verwalter bes Kanals, Engländer und Franzosen, trotz ber ungeheuren Einnahmen niemals etwas für bie von der internationalen Schiffahrt längst geforderte Verbreiterung des Suez-Kanals getan haben, der ohnehin ständig ausgebaggert werden muß. Dr. Ho.
kannten Gallup Institutes über die Stellungnahme des Landes zu der Roosevelt-Vorlage zeigt weiter, baß bie Bejaher mit 54 v. H. zwar bie Mehrheit haben, baß aber immerhin 22 v. H. sich für Nein entschieden, 9 v. H. unentschlossen waren und 15 o. H. derart viel Vorbehalte machten, daß sie ebenfalls zu den Verneinern gerechnet werden können. Und in den Agrarstaaten, aus denen die rein isolationistischen Senatoren stammen, ist das Verhältnis für Roosevelt noch ungünstiger. So ergab eine Umfrage im mittleren Westen, also in den Staaten Michigan, Ohio, Jirdiana und Illinois nur 39 v. H. Bejaher, während 35 v. H. dagegen waren und der Rest mehr ober minder indifferent antwortete.
Aber dieses ganze Spiel, das mit aller Wahrscheinlichkeit noch mit der Annahme des Gesetzes enden wird, ist nur Orchestermusik vor verschlossenem Vorhang, hinter dem die Wissenden die Szene für ein ganz anderes Schauspiel aufbauen, von dessen Inhalt zwar überhaupt kaum gesprochen wird, das aber aus historischen Erinnerungen ohne weiteres zu beuten ist. Außerdem war ber jüdische Kommentator ber „Washington Post", Lippman, so freundlich, ein wenig den Vorhang zu lüften, als er schrieb, daß das Hilfegesetz zwar das Ziel ber Rettung Englands habe, bas Hauptziel aber vielmehr fei, eine Art „Auffangvorrichtung" für den Fall zu schaffen, falls England falle.
Man muß ein wenig weiter zurückgreifen, um das ganze Schwergewicht dieser Worte zu erfassen. Als öie Alliierten im Weltkrieg die Vereinigten Staaten gegen das kaiserliche Deutschland auf den Plan riefen, war man sich in Kreisen der englischen Konservativen vollauf darüber klar, daß nach Beendigung dieses Krieges USA. niemals wieder jene Rotte der Beschränkung auf die eigene Hemisphäre übernehmen, sondern Geschmack an einer Weltmachtspolitik finden würde, die gerade England unbequem werden müsse. Diese voraus- schauenden englischen Befürchtungen wurden damals aus ber Not der Stunde zurückgedrängt, aber die Tatsache ist geblieben: Washingtons erster außenpolitischer Programmpunkt wurde der Imperialismus.
Zwar wurde 1935 aus der bitteren Erinnerung an unbezahlte Dollarmilliarden und ein Jahr später, als der Senatsausschuß die Weltkriegsgeschäfte des Hauses Morgan prüfte, der Versuch zu einer Rück- kewr in die reine NeutralitcitsPraxis gemacht. Es hämmerte damals vielen einsichtigen Ämerikanern, daß eine Demokratie, die sich der Finanzdiktatur von 20 Dollar-Milliarden beugt, schlecht mit den Begriffen von der „heiligen Freiheit" und ber „Würde demokratischen Menschentums" hausieren gehen kann. So kam es zu bem Gesetz, in bem bestimmt wurde, daß der Verkauf von Waffen, die Beförderung von Kriegsmitteln burch amerikanische Transporter nicht gestattet sei, und daß weiter den bewaffneten Handelsschiffen der kriegsführenden Mächte, ihren Flugzeugen unb U-Booten amerikanische Häfen verschlossen bleiben, wie auch keine Anleihen gegeben werden sollten. In Zusätzen zu bem Gesetzentwurf wurde weiter beftimmt, daß im Kriege der Reingewinn der Rüstungswerke mit 3 v. H. zu begrenzen sei und bei Privateinkommen von 10 000 Dollar aufwärts 94 v. H. ber Mehreinnahmen ber Steuer verfallen sollten.
Die Entwicklung der nächsten Jahre ist noch frisch in Erinnerung. Sie brachte die völlige Umkehrung dieses Neutralitätsversuches. Kanada und Lateinamerika wurden aus dem Neutralitätsgesetz


