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Neue Erfolge eines italienischen Torpedoflugzeuges.

Rom. 13. Jan. (DRV.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Wontag hat folgenden Wortlaut:

An der griechischen Front die übliche Spähtrupp- und Artillerietätigkeit. Unsere Flug­zeuge haben Truppen auf dem Marsch und firaft- wagenkolonnen mit Maschinengewehrfeuer und Sprengbomben belegt.

Jn der Cyrenaika Artilkerietätigkell an der Tobrük-Front und Tätigkeit unserer Schnellen Truppen in der Wüste um Giorabub Ein vorge­schobener feindlicher Stützpunkt wurde wirksam bombardiert. Die feindliche Luftwaffe hat einige Ortschaften in der Cyrenaika bombardiert, ohne Opfer zu verursachen.

3m östlichen Mittelmeer hat eines un­serer Torpedoflugzeuge unter dem Befehl von Ober­leutnant E o p e l l o. Beobachter Oberleutnant zur See Olivari, eine grohe feindliche Ein­heit torpediert. Das im Wehrmachtbericht vom 10. Januar als getroffen gemeldete Schlacht- fchiff ist als ein Schiff derM a l a y a Klasse sestgestettt worden. Unsere Luftformation, die den erfolgreichen Schuh anbrachte, stand unter

dem Befehl von Flugzeugführer Major Anlonio F a dd a

3n Ostasrika haben feindliche Abteilungen ver- sucht, zwei unserer Stellungen an der Sudan-Front anzugreifen. Sie wurden durch das Feuer und den Gegenangriff unserer Truppen mit Verlusten zu­rückgeschlagen. Unsere Luftwaffe hat Kraftwagen- Truppen und Verteidigungsstellungen an einigen Stellen im Sudan bombardiert.

Der Feind hat in der Rächt zum 13. Januar Einflüge auf Turin, wo es einigen Scha­den und Verwundete gab. auf Venedig, wo Schäden, ein Toter und einige Verwundete zu ver­zeichnen find, und auf Catania, wo einiger Schaden entstand, aber keine Opfer zu beklagen sind, ausgeführt. In Catania hat die Flak ein feindliches Flugzeug abgeschossen, das in der Um­gebung der Stadt am Boden zerschellte. In Vene­dig ist ein weiteres Flugzeug von der Marineflak abgeschossen worden. Die aus sechs Offizieren und Unteroffizieren bestehende Besatzung wurde ge­fangengenommen.

Reichsmarschall Göring empfing Gralulanlen.

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Anläßlich feines 48. Geburtstages empfing Reichsmarschall Göring zahlreiche Persönlichkeiten, die ihm ihre Glückwünsche überbrachten. Unsere Aufnahme zeigt den Reichsmarschall im Gespräch mit dem stellvertretenden Berliner Gauleiter Staatsrat Görlitz er, der ihm ein Modell erklärt Links der

Berliner Polizeipräsident SA.-Obergruppenführer Q\,raf He11 borf. (PK.-Lange-Scherl-M.)

Kn Marmarika-Gebiet. das stch durch Wüftenhaftlg. keit und grohe Wafferarmul auszeichnet. Die eng­lischen Truppen wurden durch eine lange, zum Teil bewegliche Röhrenleitung vom Endpunkt der ägyp­tischen Marmarikabahn bei Marsa Matruch her versorgt, für die italienischen muhte ein Teil des Wassers von Sizilien her gebracht und in Tank­wagen an die Front geschafft werden

Es ist gut, wenn man sich auch die Entfer­nungen klarmacht Der italienische Teil der Küstenlinie von Benghasi, der Hauptstadt der Cyrenaika, bis Bardia, das dicht an der ägyptischen Grenze liegt, ist, auf der nahe dem Meer geführten großen Autostraße, der fiitornnea, gemessen, etwa 600 Kilometer lang und ungefähr ebenso lang ist die Strecke von dort bis Alexandrien. Die englische und die italienisck)e Hauptbasis sind also etwa so weit voneinander entfernt, wie Memel und Lindau am Bodensee. Bon Alexandrien bis Marsa Matruch führt eine über 300 Kilometer lange Bahn; im übrigen bestehen auf beiden Seiten Autostraßen, die-in der Cyrenaika von den Italienern zu einem sehr leistungsfähizzen Reh ausgebaut sind.

Der Name der Cyrenaika stammt von der einst­mals glänzenden griechischen Kolonialstadt Cyrene, die schon im 11 Jahrhundert v. Chr. gegründet und im 7. Jahrhundert nochmals von Dorern besiedelt wurde. Ich habe die großartigen Ruinen von Cy­rene und die ganze Cyrenaika im Frühjahr 1939 bei Gelegenheit des Kongresses für tropische Land­wirtschaft in Tripolis ausführlich besucht und einen bedeutenden Eindruck von der dort geleisteten Ko­lonisationsarbeit der Italiener und von ihren Stra­ßen- und Hasenbauten gehabt. Jn Tripolis lernte ich auch den Marschall Balbo kennen und konnte ihm ein Bild seines berühmtenVorgän­gers- überreichen, des Königs A x k e s i l a s von Cyrene. Es befindet sich auf einer antiken Schale, die ich in der Nationalbibliothek in Paris sah. Der König ist dargestellt, wie er das Abwiegen großer Ballen mit Silphium überwacht, einer Pflanze, die von den Alten als kostbarstes Gemüse geschätzt wurde und nur in der Cyrenaika wuchs. Sie ist heute verschwunden, und man kann sich kein rechtes Bild mehr von ihr machen.

Nach der griechischen Seit kam die Cyrenaika erst an Aegypten, bann zu Rom, dann wurde sie von den Arabern erdbert, und schließlich bildete sie un­ter dem Namen Barka einen Teil der türkischen Provinz Tripolitanien. Jn Tripolis und Benghasi saßen türkische Paschas. Im Tripoliskrieg, 1911, nahmen die Italiener das ganze türkische Nord­afrika ein und organisierten es als Kolonie Libyen, italienisch Libia. Benghasi hat einen großen moder­nen Hafen bekommen Der alte Hafen von Cyrene, Apollonia, war nur für die kleinen Schiffe des Altertums benutzbar. Als die Perle der Cyrenaika gilt Demo, östlich von Cyrene, in einer großen Palmenoase dicht am Meere gelegen. Ein ausge- zeichneter Naturhafen, etwa halbwegs zwischen Derna und Bardia, ist dke Bucht von Tobruk die auch von der Litoranea berührt wird. Tobruk hat auch etwas Wasser und wird in der Regenzeit. November bis März, wegen der saftigen Wiesen in feiner Nachbarschaft viel von den Beduinen des Innern mit ihren Herden besucht, aber es gehört schon zur Marmarika und hat ein vollkommen wüstes Hinterland.

Die Cyrenaika war im Altertum waldreich, die Griechen von Cyrene bauten aus ihrem Holz mäch­tige Flotten. Hier und da in den Tälern ist noch ein Rest der alten Koniferenwälder erhalten, und wenn'das Auto in rascher Fahrt auf einer der prachtvollen Straßen mit einem Male aus der kah­len Karstlandschaft in den Wald eintaucht und aus der Tiefe das Rauschen eines Gebirgsflusses empor- bringt, so glaubt man, nicht mehr in der Nachbar- schäft der Sahara, sondern im Libanon ober im Taurus zu sein.

Wie in allen Karstgebieten, ist oberirdisches Was­ser in der Trockenzeit selten, aber hier und da bre­chen mächtige Quellen hervor. Eine solche leben» spende Quelle bot auch den Anlaß zur Gründung von Cyrene. Sie strömt aus einem Felsloch her­vor, und man verehrte in ihr die Nymphe Cyrene, die der Stadt den Namen gab. Eine Leitung führte von hier auf den jetzt freigelegten Platz vor dem Apollotheater. Die Säulen des Tempels und der mächtige Altar des Apollo sind wieder aufgerichtet, und das kleine Museum von Cyrene enthält schöne Skulpturen, darunter einen prachtvollen Demosthe- nes-Kopf. In der modernen italienischen Koloni­sation, die schon Tausende von Familien nach Cyrenaika gebracht hat, und diesen Denfmälern des Altertums berührt sich die Siedlungsarbeit der Jahrtausende in diesem Stück des mediterranen Afrika.

Neuer Befehlshaber in Albanien.

Rom. 13. Jan. (D3iB.) Wie die Agenzia Sie- fani meldet, hat General S o d d u aus Gesund- Heilsrücksichten nachgefucht. vorn Kommando der Heeresgruppe in Albanien en thoben zu wer­den. Das Kommando hat darauf der Generalstabs­chef der Wehrmacht, Armeegeneral Ugo Laoal- lero, übernommen.

Britische Bomber über Der Schweiz und dem unbesetzten Frankreich.

Genf, 13. Jan. (DNB.) In Nizeriaux in der Nahe von Lyon ist am 11. Januar ein bri­tischer Wellington-Bomber notgelandet. Der Apparat ist bei der Landung völlig zerstört worden Die Insassen kamen mit dem Leben davon und sind sofort interniert worden. Die Notlandung dieses britischen Bombers ist ein Beweis dafür, daß die Engländer bei ihren Angriffen auf norditalienische Städte das Gebiet der unbesetzten französischen Zone verletzten. Ferner teilt der schweizerische Armeestab mit: Wie in der Vornacht wurde auch oom 12. auf den 13 Januar unser Hoheitsgebiet sowohl in der West- wie in der Ostschweiz zwischen Mitternacht und 5 Uhr ftüh mehrfach durch Flugzeuge verletzt. An vier Orten wurde Fliegeralarm gegeben.

Bulgarien und die Neuordnung.

Sofia, 13. Jan. (DNB.) In der bulgarischen Donaustadt Russe hielt Ministerpräsident F i I o f f eine Rede, in der er betonte, daß auch Bulgarien zu den Landern Europa-- gehöre, die von der be­ginnenden Neuordnuna betroffen werden und jetzt i Augenblicke von schicksalhafter Bedeutung erleben. Deshalb müsse auch das bulgarische Volk seiner Regierung besonderes Vertrauen entgegenbringen. Die bulgarische Außenpolitik sei immer darauf be- dacht, den Frieden und die Ruhe auf dem Balkan zu erhalten. Bulgarien sei revisionistisch geworden, als dem Lande durch den Vertrag von Neuilly schweres Leid auferlegt worden war. Es fei nicht bereit gewesen, dem Balkanpakt beizutreten, der den Status quo in seinem Lebensraum verewigen wollte.

Mit Hilfe dieser Politik habe Bulgarien im vergan­genen Jahre durch den Vertrag von Craiova die Süddobrudscha zurückgewinnen können. Der Mini- terpräfibent ging auf verschiedene innenpolitische, wirtschaftliche sowie soziale und kulturelle Fragen ein. Abschließend erwähnte er die seit der Wieder­herstellung der Wehrfreiheit geleistete Arbeit in der bulgarischen Armee, die heute gerüstet dastehe.

Die deutfch-mffischen Verträge.

Moskau, 13. Jan (DNB.) Zum Abschluß des deutsch-sowjetrussischev Vertragswertes veröffent­lichtI s w e st i j a" einen offiziösen Kommentar, in dem festgestellt wird, daß sich seit dem Abschluß des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspaktes vom 23. August 1939 die Beziehungen zwischen beiden Staaten in einer Atmosphäre der Freundschaft und des gegenseitigen Verständnisses entwickelt haben. Das Blatt fährt dann fort: ,Hn England und den bereinigten Staaten gibt es leitende Politiker, die der Ansicht sind, daß die Vereinigten Staaten in voller Uebereinstimmung mit dem Völkerrecht und mit ihrer Neutralität England alles verkaufen kön­nen, mit Einschluß von Kriegsschiffen, während die Sowjetunion Deutschland nicht Getreide solle ver- kaufen können, ohne die Politik des Friedens zu verletzen." Das Blatt nennt diese Rückschlüsse eine willkürliche Auslegung des Völkerrechts und der Neutralität, die pur die Bedeutung eines politi- chen Manövers haben können. Die deutsch-sowjeti- chen Abkommen seien Ai erster Linie eines der wirksamsten Mittel zur Befestigung des Friedens und der Freundschaft zwischen Deutschland und der Sowjetunion.

Die parteiamtlicheP r a w d a" erklärt zum neuen Grenzvertraer daß dieser eine glän­zende Bestätigung des Wortes Molotows ein» schließe, wonach den fteundschaftlichen und freund- nachbarlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjetunion nicht zufällige Erwägungen von Konjunkturcharakter zugrunde liegen, sondern die vitalen Staatsinteressen beider Länder. Das Blatt betont, daß entgegen den Manövern und Versuchen der Feinde der Sowjetunion, die Völker Deutsch­lands und der Sowjetunion gegeneinander aufzu­bringen, die Sowjetunion folgerichtig ihre Politik des Friedens und der Freundschaft gegenüber Deutschland verwirkliche Dabei zitiert die Prawda den Ausspruch Molotows, wonach die Sowjetunion ihre eigene Politik betreibe, ungeachtet dessen, ob diese Politik gewißen Herren aus anderen Ländern gefalle oder nicht.

Sowjetwahlen in den baltischen Ländern.

Riga, 13. Jan. (Europapreß.) Die Wahlen zum Obersten Rat der Sowjetunion, die am Sonntag in Estland, Lettland und Litauen durch- geführt wurden, erfolgten unter sehr starker Betei­ligung der Wahlberechtigten. In den Städten mar- ichierten die Betriebe zumeist geschlossen zu den Wahllokalen. Auf dem flachen Lande war ein um­fassender Kraftwagendienst eingerichtet, der die in den abgelegenen Gebieten wohnenden Wahlberech­tigten in die Wahlorte brachte. Die Stimmenzählung ist, da der Wahlakt bis Mitternacht andauerte, noch im Gange. Die bisher vorliegenden amtlichen

Schätzungen nehmen in allen drei baltischen Staa­ten eine Wahlbeteiligung von nahezu 10 0 v. H. an. Diese Zahl ist somit größer als zu den Wahlen in die Konstituierende Nationalver­sammlung im Juli 1940. Damals wurde zwar in Lettland und Litauen eine Wahlbeteiligung von runb 99 o. H. erreicht, nicht aber in Estland. Hier blieb sie nicht unbedeutend hinter 90 v. H. zurück.

Holland und das neue Europa

Amsterdam, 13. Jan. <Europapreß.) Der Nieuwe Rotterdamfche Courant" wendet sich gegen die von vielen Niederländern noch zur Schap ge­tragene abwartende und teilnahmslose Haltung und weist auf die Notwendigkeit hin, an der europäi­schen Entwicklung im Sinne des Aufbaues eines Groß-Europas m i t zu a r b e i t e n , ohne dabei das Interesse oder die Würde des eigenen Landes zu vernachlässigen. Das Problem, vor das sich die Nie­derlande gestellt sähen, sei nicht durch die Besetzung ihres europäischen Grundgebietes geschaffen worden, sondern sei aus einer europäischen Um- Wandlung gekommen, welche ihrerseits eine Folge des im Jahre 1933 in Deutschland offen zu Tage getretenen Aufstandes gegen die Knechtung von Versailles -fei DerNieuwe Rotterdamfche Courant" schließt mit den folgenden Sätzen:Dem einen fällt die notwendige Umkehr leichter als dem anderen. Bei dem einen äußert sie sich in einer .Umstellung', bei dem anderen in einem weittragen­den, fruchtbaren sittlichen Impuls. Dieser Impuls aber ist es, auf den es ankommt Diele un­ter uns beloben diejenigen ihrer Landsleute, die dem niederländischen Volk eine bedeutsame Rolle in der Zukunft sichern wollen, mit der vollen Last der Verantwortung. Sie mögen sich fragen, auf wen diese Verantwortung zurückfällt, wenn uns durch bas ewige Abwarten schließlich biese Rolle ver­lorengeht."

Spanien.

Eine Rede Serrano Snners.

Barcelona, 13. Jan. Anläßlich bes 5. Natio- nalkonaresses ber weiblichen Falange hielt ber spa­nische Außenminister Serrano S u n e r eine Rede, in der er die Bevölkerungspolitik ber spanischen Regierung und die gesundheitspolitischen Maßnah­men schilderte. Gesundheitliche und moralische Er- Ziehung helfe aber nicht, wenn nicht zugleich wirt- sch östliche Mittel eingesetzt würden, um ber Notlage in manchen Teilen Spaniens zu steuern. Nur allzu viele innerhalb unb außerhalb Spaniens setzten sich mit einer unverbesserlichen Frivolität unb einer Schadenfreube über biefes Problem hin- weg, bas noch biefen Winter unb ohne dürokrati- sche Maßnahmen gelöst werden müsse.Das fpa. nische Volk braucht Brot, um leben zu können, unb es braucht Rohstoffe, um arbeiten zu können. Wenn man uns aber beibes verweigern oder uns dafür unsere Ehre abhandeln möchte, bann, Kame- raben von ber Falange: Lieber bas Wagnis, lieber den Schmerz unb ben Tob! Das mag man inner­halb und außerhalb Spaniens hören. Spanien hätte gern gesehen, daß in ber Zeit seines Wieberauf­baues Frieben in Europa wäre; aber ba bas nicht in unserer Hand liegt, bleibt uns nur, mit wach­samen Augen ben Konflikt zu verfolgen. Uns kann

Churchill mit dem Hühnerbein

Bon unserer Berliner Schriftleitung.

Der luftige englische König Heinrich V. sagte za feinem Kätchen:Wir sind die Urheber von Ge­bräuchen, Kätchen, unb die Freiheit, die unseren Rang begleitet, stopft allen Splitterrichtern den Hals^ Churchill hat zwar in seinen Schuljahren in Harrow nach (einem Eingeständnis blitzwenig La­tein und von Altgriechisch kaum das Alphabet ge­lernt, unb Shakespeare kennt er auch nicht, aber immerhin handelt er noch dem Wort ber enghfdjen Tradition unb veranstaltete ein Schauessen. Der Schmock desDaily Expreß" bringt einen Bericht darüber unb erzählt auch, was die Plutokraten aßen und wo es |tattftanb Im Saooy natürlich, der Stätte'der'Schlemmer. Also: Falstaff Chur­chill eine Sardine, ein Hühnerbein nut Kartosiein und Erbsen unb einen Apfelauflauf, und die hoch, mögenden Lords Halifax und Derby aßen dasselbe. Jeder von ihnen zahlte in diesem Luxusrestaurant dafür drei Shilling, also etwa 1,80 RM.

Damit ist natürlich bewiesen worden einmal, daß allen Splitterrichtern in England der Atem verha­gelte, denn Churchill hat sich die Freiheit gegeben, ber englischen Nation sehr tugendhaft vorzuleben, unb zweitens wirkt doch diese öffentlich dokumen. tierte Mäßigkeit um so mehr, als man ja nachher seinen Adam pflegen darf, wenn bas Schauessen vorüber. Es war aber wohl sehr nötig, ben eng- tischen Kritikern Sanb ober vielmehr abgenagte Hühnerbeine in die Augen zu werfen, denn der Gegensatz ber Schlemmerei gerabe des Churchill­kreises und des Massenelends ist so offenkundig, daß sogar die englische und amerikanische Presse Lärm schlug. Ein amerikanischer Journalist hatte vor acht Tagen berichtet, nicht nur Halifax, von Derby, Duff Cooper und anderen gar nicht zu reden, säßen tagtäglich im Savoy und schlemmten dort, während die Massen nicht wüßten, wovon leben, zu­mal die kümmerlichen Rationen an Fleisch ebenfalls ausgefallen waren, unb die 700 000 Arbeitslose, die jetzt noch die englische Statistik aufweist, Leute, die nicht genug zum Leben haben, aber vielleicht zu viel zum Sterben, denn sie haben vielleicht noch ein Stück Brot, werden sicherlich diese puritanische Lebensweise ihrer Plutokratenoberen freudig begrüßen.

Diese kindische Art, dem Volke zu zeigen, wie bescheiden man geworden, wird aber und das ist ein ganz besonderes Pech in der gleichen Nummer desDaily Expreß" geradezu mit Ruten gezüchtigt, allerdings unfreiwillig. Das Organ be­richtet nämlich, in Kreisen der englischen Society habe die Spielwut überhand genommen, wört­lich heißt es: Die Spielgesellschaften machen ein gutes Geschäft habet und dieses erlaubt ihnen, ihre Gäste mit auserlesenen Speisen und Getränken un­entgeltlich zu bewirten. Champagner. Kaviar, kaltes Büffet, rationierte und nichtrationierte Lebensmit­tel, Sandwiches zu jeder Stunde der Nacht frisch gemacht, werden ihnen vorgesetzt, lieber Verbindun­gen zur smarten Mayfair-Halbwelti verfügende Frauen erhalten für jeden eingeführten Gast zehn Pfund Bringerlohn." Wir nehmen natürlich an, daß solche Brutstätten bes Lasters und bes Luxus von ben armenAusgebombten" und nicht von ben Parasiten um Churchill besucht werben, die sich genötigt sehen, zur Ehre Englands und zum Vor­bild seines Volkes im weltbekannten Luxushotel ein Diner mit Hühnerbein usw. für 1,80 RM. zu verschlingen. E.S.

heute kein europäisches Problem mehr gleichgültig fein, seitdem wir uns wieder aus ber Isolierung be­freit haben. Ein Zeichen für unsere Gegenwärtig­keit in ber europäischen Politik isr die Besetzung bon Tanger, bie vollzogen würbe, gerabe als eine britte Macht uns in breifter Weise bas Recht barauf streitig machen wollte. Tanger gehört heute endgültig unb unwiberruslich zur spanischen Marok­kozone." Suner schloß, bie Falange werbe keine An­strengungen scheuen, ben Kampf um Spanien bis zum letzten Enbe durchzuführen, unb sie werbe auch in ihren eigenen Reihen enblich eine Auslese der Besten treffen.

Wittkie kündigt Englandreise an.

N e u y o r k, 13. Jan. (Europapreß.) Wendell Willkie, der geschlagene nordamerikanische Prä- sidentschaftskanbidat, will sich bemnächst alsPrivatmann" nach England begeben. Er sagt, er wolle s i ch f e l b ft einen Eindruck von der Situation in England verschaffen. In der Ankün­digung der Willkie-Reise sieht man in USA. ein weiteres Anzeichen dafür, daß maßgebende politische Persönlichkeiten ber Vereinigten Staaten bas Be- bürfnis empfinben, sich aus eigenem Augen­schein über die wahre Lage in England zu un­terrichten, ba man bie englischen Schilderungen als keine genügende Unterlage für eine fachliche Urteils- dildung ansehen kann.

Klugzeugstühpunkte an den nordamerikanisch-kanadischen Grenzen.

Stockholm, 13. Jan. (Europapreß.) Nach einer Mitteilung ber Regierung von Kanada wird in der nächsten Zeit ein Plan veröffentlicht werden, der die Errichtung von Flugzeug-Stützpunkten auf den Grenzen zwischen Kanada unb den Vereinigten Staaten bzw. Alaska vorsieht. Die Stützpunkte sollen von Kanada gebaut, jedoch von ben Ver­einigten Staaten als* Militärstüß - punkte benutzt werben. Die Verwirklichung biefes Planes erforbert 13 Millionen Dollar.

Oie neue Eisenbahn-Verbindung zwischen Brasilien und Chile.

Rio be Janeiro, 13 Jan. (Europapreß) Die Arbeiten für die neue wichtige Eisenbahn-Verbin­dung zwischen bem brasilianischen Hafen Santos unb dem chilenischen Hafen Arica (Provinz Tacna) quer durch Bolivien werben eifrig fortgesetzt. Die Kunstbauten finb schon beinahe fer­tiggestellt. Die neue Verbinbung zwischen bem At­lantischen unb bem Stillen Ozean wird im Jahre 1945 fertiggestellt fein. Damit erhält bie Republik Bolivien enblich ben gewünschten Zugang zum Atlantischen Ozean. Brasilien verspricht sich große wirtschaftliche Vorteile von biefer neuen Eisenbahn-Verbindung, barunter bie Zufuhr von billigem (Erhol aus Bolivien

Aequatorial-Afrika steht zu pötain.

Vichy, 13 Jan. (Europapreß.) Der in Vichy eingetroffene Generalgouverneur unb Oberkommis­sar für West- und Aequatorial-Afrika, Boisson, wurde von Marschall Petain empfangen. Bois- son erklärte dem Marschall, daß die Gebiete, deren Verwaltung ihm anoertraut sei, ber Regierung von Vichy absolut treu seien unb bem Mutterlanbe in diesen Stunben ber Prüfung mit ihrer ungeteilten Unterstützung beistehen wollten.