General Huntziger abgestürzt.
Oer französische Kriegsminister das Opfer eines Flugzeugunglücks.
Vichy, 13. Nov.. (Europapreß.) Der französische Kriegsminister General Huntziger ist auf der Rückreise von Algier nach Vichy mit seinem Flugzeug in der Nähe von Le Vigan im Departement Gard tödlich abgestürzt. Der Chef seines Zioilkabinetts, Labuquiere, wurde ebenfalls getötet. Die Namen der übrigen Toten sind noch nicht bekannt. Bis jetzt wurden sechs bis zur Unkenntlichkeit verstümmelte Leichen geborgen.
Le Vigan liegt in der Luftlinie etwa 150 km nordwestlich von Marseille, westlich des Unterlaufs der Rhone, in dem Gebiet des Languedoc, das bei allen Fliegern wegen der dort oft herrschenden ungünstigen atmosphärischen Verhältnisse verrufen ist. Der Flug über das Mittelmeer war programmmäßig verlaufen, dann stellten sich jedoch Wetter- schwierigkeiten ein. Die letzte Nachricht des Flugzeugs stammt von 12 Uhr 53 mittags. Um diese Zeit teilte der Bordfunker mit, daß das Flugzeug sich in dichtem Nebel befinde und die Orientierung verloren habe. Das Peil- gerät sei gestört. Man werde versuchen, den Flughafen von Marignane bei Marseille zu erreichen. 3m französischen Luftfahrtministerium nimmt man an, daß das Flugzeug, das wegen der Dereisungs- gefahr zum Tiefgehen gezwungen war, dabei gegen die bis auf 1300 m ansteigenden Bergketten des Massivs Central stieß. Das Flugzeug wurde von den Angehörigen eines Arbeitslagers vollkommen ausgebrannt aufgefunden. Die Leichen waren verkohlt und konnten nicht identifiziert werden.
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Der bei dem Flugzeugunglück tödlich verunglückte General künftiger stand im 62. Lebensjahr. Als Offizier der Kolonialarmee machte er in den Jahren 1902 bis 1907 die Feldzüge in Madagaskar und Senegal mit. 1911 verließ er als Hauptmann die Kriegsschule in Paris und trat in den Generalstab der Uniontruppen in Jndochina ein. 1914 kehrte er nach Frankreich zurück und kämpfte während des Weltkrieges an der Spitze der Kolonialtruppen. 1918 wurde er in die Ehrenlegion ausgenommen und zum Kommandanten des 3. Büros im Generalstab des Marschalls Francet d'Esperay ernannt, der damals die verbündete Armee auf dem Balkan kommandierte. 1920 wurde Huntziger durch den Kriegsminister Andr6 Maginot in fein Kabinett berufen. 1924 wurde er Kommandeur der französischen Truppen im Fernen Osten. 1928 wurde er Brigadegeneral.
Von 1930 bis 1933 leitete er die französische Militär- mission in Brasilien. Nach seiner Rückkehr übernahm er das Kommando der französischen ßeoantetrup- pen. 1935 wurde er Korpskommandant, zwei Jahre später Großoffizier der Ehrenlegion. 1938 trat er in den Obersten Kriegsrat. Im Juli 1939 wurde Huntzi- ger mit einer wichtigen diplomatischen Mission in Ankara betraut, der die Unterzeichnung der Militärabkommen zwischen Frankreich und der Türkei folgte. Im September 1939 übernahm er das Kommando der 2. Armee. Am 5. Juni 1940 übernahm er die Verteidigung der Ardennen und des oberen Aisnelaufes. Als Marschall Petain die Regierung übernahm, beauftragte er Huntziger mit der Entgegennahme der Waffenstillstandsbedingungen. Später übernahm General Huntziger das Ministerium für die nationale Verteidigung.
. Ojibuti wird bis zum äußersten verteidigt.
Vichy, 11.Nov. (DNB.) Der französische Kolo- nialminister, Konteradmiral Platon, welcher der von den Engländern feit einem Jahr rigoros blockierten französischen Kolonie D j i b u t i einen De- such abgestattet hatte, erklärte bei feiner Rückkehr, der Zweck feiner Reife war, zu beweisen, daß Frank- reich seine politische Freiheit wiedergewonnen hat und- daß die Zeit vorüber ist, wo die französische Regierung jeden Befehl Englands willenlos durchführte. Der Minister Konteradmiral Platon schilderte dann, wie die Engländer alles^ tun, um die europäische und eingeborene Bevölkerung von Djibuti durch den Hunger zum Verrat an der Regierung von Vichy zu zwingen. Man müsse damit rechnen, daß die französischen Flugzeuge, die die Kolonie mit den notwendigen Lebensmitteln und Medikamenten versorgen, von den Engländern skrupellos beschossen werden, nachdem die Engländer auch auf die kleinsten französischen Schiffe Jagd gemacht haben, die vom Jemen her Lebensmittel herbeiholen. „Unsere Truppen in Djibuti", versicherte der Admiral, „sind bereit, einen britischen und gaullistischen Angriff anzunehmen. Sie werden bis zum Aeußersten Widerstand leisten und eher die Hafen- und Bahnanlagen zerstören, als sie den Engländern zu übergeben.
trollierten Schiffahrtspools aufhören. Man wird fünftig in Washington zu bestimmen haben, wohin die britisch-mordamerikaniscken und die neutralen Handelsschiffe zu fahren haben, wo also im Kampfe gegen die Achsenmächte der größere Aufwand an Streitkräften erfolgen soll. Damit hat Herr Roose- velt — ohne formelle Preisgabe der nordamerikanischen Neutralität — sogar die Führung des Krieges gegen die Achsenmächte erreicht.
Nicht minder bedeutsam wird der neue Schifffahrtspool für die Politik werden, die Roosevelt „zum Schutze" der Neuen Welt treibt. Die süd - und mittelamerikanischem Länder verfügen über keine eigenen Handelsflotten, — soweit sie sich nicht in den letzten Monaten durch mehr oder minder freiwillige Charterverträge mit europäischen Reedereien als Schiffsraum die in ihren Häfen aufliegende fremde Tonnage verschafft haben. Durch die Uebernahme der Entscheidung über die Verwendung des Schiffsraumes erhält der wilde Mann im Weißen Hause zu Washington die Möglichkeit, zu befehlen, welcher Aufwand an Handelsschiffsraum für „Verteidigungszwecke" der Neuen Welt getrieben werden soll. Sollten die iberoameri« konischen Länder widersprechen, so hätte es Roosevelt in der Hand, als Leiter des neuen Schiffahrts- Pools ihnen die Tonnage zu versagen, die sie zur lebensnotwendigen Versorgung und zum Abtransport der für den Export bereitliegenden Produkte dringend benötigen. Nachdem man in London die Meldung vom neuen Schiffahrts-Pool mit sehr gemischten Empfindungen aufgenommen hat, wird man also erwarten dürfen, daß auch in Südamerika Bedenken gegen das neue Druckmittel laut werden, das sich der nordamerikanische Präsident gegen die neutrale Welt zu verschaffen verstanden hat.
Die ersten Novembertage haben wieder eine besonders stattliche Zahl von Schiffsversenkungen gebracht. Ohnehin wird im Winter der Seeverkehr zähflüssiger, da die von Großbritannien und Nordamerika wegen der größeren Sicherheit vor den deutschen Flieger- und U-Boot-Angriffen vorgezogene Nordstrecke (über Island) infolge der winterlichen Witterung schwerer befahren wird. Gehen die nach Großbritannien fahrenden Seeschiffe wieder auf den südlichen Kurs über, so vergrößert sich für sie die Gefahr, von den deutschen See- und Luft- [treitfräften aufgespürt und versenkt zu werden. Alle Rooseveltschen Verteilungskunstgriffe können an der Tatsache nichts ändern, daß der Schiffsraum unserer Gegner immer mehr zusammenschrumpft und je länger desto weniger feine Aufgabe erfüllt kann, einen großen Blockadering vom Fernen Osten bis zu den europäischen Nordhäfen zu legen. General von Hanneken vom Reichswirt- schaftsministerium hat vor einigen Tagen gegenüber einem schwedischen Pressevertreter von dem Unterschied gesprochen, der zwischen der theoretisch errechneten und der tatsächlichen Wirtschaftskraft besteht. Auch die neue Aktion Roosevelts auf dem Gebiete der Schiffahrtspolitik kann nichts dagegen ausrichten, daß die Leistungsfähigkeit der vorhandenen und der im Bau befindlichen britifch-nord- amerikanischen Seeschiffstonnage eine „Papierform" ist, die durch Herumrechnen und durch Errichtung neuer Verwaltungs- und Derteilungsstellen nicht wesentlich geändert werden kann. Cr.
Britischer Vorstoß
bei Tobruk zurückgewieseu.
Berlin, 12. Nov. (DNB.) In Nordafrika versuchten die Briten in der Nacht vom 9. zum 10. 11. mit einigen Panzern in die deutsch-italienischen Stütz- punkte vor Tobruk einzudringen. Der Vorstoß wurde unter schweren Verlusten für die Briten zurückgewiesen. Jrn Gegenangriff machten die beutfd)- italienischen Verbände eine Anzahl Gefangene. An der Sollum-Front verlief der 10. 11. ruhig. Deutsche Sturzkampfflugzeuge griffen am 11. 11. britische Bunkerstellungen bei Tobruk mit guter Wirkung an. Zwei Volltreffer zerschlugen einen britischen Stützpunkt. Auch ein britisches Feldlager bei Tobruk wurde durch eine Anzahl Bomben getroffen.
Britische Lustangriffe
auf Süditalien zuröckgewiesen.
Rom, 12. November. (DNB.) Der italienische Wehrmachtbericht vom Mittwoch meldet u. a.: Die feindliche Luftwaffe führte weitere Einflüge auf Süditalien und Sizilien durch. Dienstag nachmittag wurde ein Aufklärungsflugzeug von unseren Jagdflugzeugen auf der Höhe der Insel Capri brennend zum Absturz gebracht. In der Nacht zum Mittwoch wurden in aufeinanderfolgenden Wellen Angriffe auf Neapel durchgeführt, wo Spreng-
Das Wasser kommt.
Erzählung von Karl Heinrich Waggerl.
In der Nacht reißt ein wilder Lärm die Leute aus dem Schlaf.
Man fährt auf und horcht: der Regen rauscht vor den Fenstern, und dann hört man es erst — die Glocken läuten im Dorf! Oh, das bedeutet nichts Gutes, wenn die Glocken so zu tönen anfangen, die große zuerst. Not — Not — Not, sagt sie mit ihrer harten hallenden Stimme. Und dann fallen plötzlich die andern jammernd ein, klagen eine Weile wirr durcheinander und schweigen wieder, nur die eine, die schwere Glocke läutet immerfort, immer noch Not und Not.
Das Wasser ist gekommen.
Der Lärm schwillt ins Ungeheure an, der Regen stürzt in rauschenden Bächen aus der Finsternis. Einzelne Rufe bringen durch ben summenden Chor der Glocken, aber alles wird übertönt von einem tiefen gewaltsamen Brausen, bas bie Lust erzittern läßt, das Erde und Himmel zu verschlingen droht. Lichter tauchen da und dort im Umkreis aus der Dunkelheit, winzige unsichere Fünkchen, bie zeitwei- lig im Regen vergehen, wieder auftauchen und eilig in die Tiefe streben.
Es sind die Laternen der Leute, aber es ist vom ersten Schritt an ein mühseliger, beklemmender Kampf gegen sausendes Wasser und kochende Fin- sternis. Die Wege sind zu gurgelnden Bächen ge- worden, und gegen ben Wind hilft nichts, der fahrt mit gewaltigen Stoßen von irgendwoher aus der Nacht, zerfetzt die schweren Regenfahnen, holt wie- der aus und jagt sie in pfeifenden Strähnen waagerecht vor sich her. Schon nach den ersten Schritten kleben die Kleider dampfend auf der Haut, das Licht zischt und zuckt in der Laterne, und die Luft ist drückend schwül. Es riecht süßlich nach faulem Schlamm.
Die Männer sehen wie verwaschene Leichname aus, einen Augenblick stehen sie blinzelnd im Licht und beschreiben etwas wortlos mit der Hand, dann wischen sie sich das Wasser aus den Bärten und verschwinden wieder.
Man sucht weiter einen Weg durch den grundlosen Morast, fällt in ausgewaschene Locher und g^itet über lehmige Platten, die Aeste füllen sich
und Brandbomben abgeworfen wurden. Es entstanden Schäden an Wohnhäusern und Brände, die rasch gelöscht werden konnten. Sechs Personen wurden getötet und etwa 30 verletzt. Die Haltung der Bevölkerung war wie immer rufyig und diszipliniert. In den ersten Stunden des Mittwochvormittag wurden über Sizilien drei englische Flugzeuge abgeschossen, die Besatzung eines weiteren feindlichen Flugzeuges wurde gefangengenommen. Vier englische schwere Jagdflugzeuge wurden von unserer Luftwaffe im Gebiet von Cefalu abgeschosien.
Rumäniens Handelsminister in Berlin.
Der rumänische Handelsminister Marinescu hat in diesen Tagen Berlin besucht und an den Sitzungen des ständigen deutsch-rumänischen Wirtschaftsausschusses teilgenommen. Am 24. März 1939 wurde das grundlegende deutsch-rumänische Wirtschaftsabkommen unterzeichnet, das über die üblichen Handelsverträge weit hinausgriff und die energische" Hebung der rumänischen Wirtschaftskraft zum Ziel hatte. Inzwischen hat die Regierung in Rumänien gewechselt, das Land hat erhebliche Gebiete abgetreten, seine Armee hat jedoch im Bunde mit deutschen Truppen diese empfindlichen Verluste mehr als ausgeglichen. Jenes Abkommen vom 24. März 1939 aber wird trotz des Krieges durchgeführt. Im laufenden Jahr sind — neben Mais und Weizen — in Rumänien 400 000 Hektar mit Sonnenblumen, 500 000 Hektar mit Frühjahrsgerste, 450 000 Hektar mit Hafer, 45 000 Hektar mit Hanf, 30 000 Hektar mit Flachs, 60 000 Hektar mit Baumwolle, 40 000 Hektar mit Soja, 82 000 Hektar mit Erbsen und 74 000 Hektar mit Bohnen bestellt worden. Die Anbaufläche aller dieser Pflanzen hat sich um 10 bis 20 v. H. gegen das Vorjahr (unter Berücksichtigung der Abtretungen) erhöht. Und während Rumänien
mit Schlamm und verklemmen sich im Zaunholz. Das Brausen schwillt zu einem betäubenden Dröh- nen an, es kracht dazwischen wie von brechenden Knochen.
Plötzlich, ganz unerwartet tauchen wieder Menschen auf, eine lange Reihe, und im gleichen Augenblick hat man etwas Gelbes, Lebendiges vor den Füßen, das zieht in kleinen Wirbeln pfeilschnell vorbei, bäumt sich auf, leckt mit breiter Zunge über das Ufer. Es sieht nicht weiter gefährlich aus im Schein der Windlichter und Laternen, aber dann schaut man sich um und begreift nicht, wo die Leute eigentlich stehen. Hier lag doch früher ein Streifen Wiesenland vor der Halde und dem Dach, eine Kohl- hütte war da, ein Bretterzaun.
Ja, Hütte und Zaun, das ist alles verschwunden. Es kam so schnell, sagen die Leute. Man hatte gerade nur noch Zeit, die Beine aus dem Wasser zu ziehen, so rasch ging es zu. Vielleicht hatte sich der Bach im Gebirg schon früher irgendwo aufgestaut, und dann brach er mit einem Mal durch und überfiel das Dorf. Jedenfalls glaubte niemand, daß es so blitzschnell gehen konnte.
„Das war vorhin Andreas, den hat es mitgenommen. Er stand bloß so, wie du stehst, und auf einmal gab der Boden unter ihm nach, verschluckte ihn einfach. Es zog und fing an ihm, wir mußten ihn beinahe zerreißen, anders bekamen wir ihn nicht."
Am schlimmsten war es, daß gleich zu Anfang so viel Holz antrieb, ganze Bäume mit den Wur- zeln. Die verfingen sich im Wehr zwischen den Piloten und stauten das Wasser auf, und daran liegt es nun. „Was du hier siehst", sagt der Mann, „das ist klaftertief bis hinüber, Gott steh uns bei!"
Jetzt stellt der Mann am Ufer eine lange Reihe von Leuten mit Enterhaken auf. Das ganze antreibende Holz drängt sich in den schmalen Strudel an der Flanke des Falles, man muß verteufelt auf- paffen, daß es sich nicht von neuem verklemmt und staut.
Immer hastiger wird die Arbeit, immer heißer der Kampf mit dem Holz. Die Leute arbeiten stumm, triefend vor Nässe und Schweiß, sie verstehen wohl, daß alles von dieser letzten Stunde abhängt.
Das Wasser frißt den Leuten die Erde vor den Füßen weg, dann bleibt ein Wurzelstock im Grunde hängen, ein Block kommt dazu und bohrt sich hinein,
von sich aus diese Anstrengungen gemacht hat, hat die Lieferung von Traktoren, Landwirtschaftsma- schinen und Geräten aus Deutschland die Voraussetzung für die Erhöhung der Hektar ertrüge, also für die gerade in Rumänien so wünschenswerte Steigerung der Produktivität geschaffen. Seit dem Jahre 1932 hat der deutsch-rumänische Handel heute annähernd den zehnfachen Umfang erreicht. Der Ausbau der rumänischen Erdölindustrie ist einer der wesentlichsten Faktoren auch für die weitere Ausgestaltung der deutsch-rumänischen Wirtschaftsbeziehungen. Deutschland ist, wie Minister Funk bei einem Empfang im Kaiserhof erklärte, nicht nur auf lange Sicht hinaus bereit, die Erzeugnisse der rumänischen Erdölindustrie aufzunehmen. Es wird außerdem im Einvernehmen mit den rumänischen Wirtschafts kreisen feine Mitarbeit für den weiteren Ausbau dieser Industrie und für die weitere Förderung der Produktton zur Verfügung stellen.
Neue Ritterkreuzträger des Heeres.
Berlin, 12.Nov. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh auf Vorschlag des Oberbefehlshabers des Heeres das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes an: Generalmajor Rittau, Kommandeur einer Infanteriedivision; Oberst Jolaf je, Kommandeur eines Infanterieregiments; Oberst Philippi, Kommandeur eines Infanterieregiments; Oberleutnant Neumann, Kompaniechef in einem Schützenregiment; Oberleutnant Birkin einer Aufklärungsabteilung. Ferner an Oberst Dr. Franek, Kommandeur eines Infanterieregiments; Oberstleutnant von Frantzius, Kommandeur einer Aufklärungsabteilung; Major Lefchke, Bataillonskommandeur in einem Infanterieregiment; Hauptmann Weitkunat, Kompaniechef in einer Aufklärungsabteilung, und Oberleutnant L ü tz o w, Chef einer Sturmgeschützbatterie.
Stangen treiben an, Aeste. .Zurück, laß den Haken fahren, Mann, rette dich."
Die Männer stehen ratlos auf dem Hang, erschöpft und abgearbeitet. Einige besinnen sich plötz- sich, werfen alles hin und sangen zu rennen an. Es sind die Dorfleute, die denken an ihre Hauser, an die Gärten und ihren ganzen Kram, weiß Gott, was dort geschieht. Regen und Wind lassen ein wenig nach. Diele sind in das eiskalte Wasser geraten und frieren nun erbärmlich in ihrem nassen Zeug.
Das währt lange so. Plötzlich aber erschüttert ein dumpfes beklemmendes Rollen die Erde. — Der Wall bricht durch! schreit jemand, und da geschieht es auch schon. , ,
Der schwarze Wall in der Tiefe wird lebendig, er brüllt laut auf. Es windet sich wie von Schlangen in ihm, Holz schnellt hoch in die Luft, schäumendes Wasser, und mit einem Male setzt sich dieser furchtbare Berg in Bewegung. Einen Augenblick ist es merkwürdig still nach diesem Aufruhr. Dann erst hört man weiter unten das knatternde Geräusch der einstürzenden Bretterstapel.
Der Morgen graut, fein trübes Licht enthüllt allmählich das ganze Unheil dieser Nacht. Aber es ist dennoch ein Trost für alle, daß der Tag anbricht.
Später am Tage beginnt das Wasser zu sinken, es zeigen sich fettige Streifen am Ufer, Baumstümpfe tauchen aus der breiten Fläche, Wurzel- stocke und zerfetzte Sttäucher. Noch immer wandern die Leute das Ufer entlang und kommen nicht zur Ruhe. Wenden sich verzweifelt ab und bleiben an- derswo doch wieder stehen, starren fo vor sich hin und wissen nichts anzufangen. Es ist ein großes Unglück, das weiß Gott. Andere schlagen sich vom Dorfe her dazu. Die haben schon ihr nasses Zeug getrocknet und ihre heiße Brennsuppe gegessen, ihnen ist leichter ums Herz. Nein, sie sind nicht mehr ganz ohne Hoffnung, Laßt nur sehen, wenn das Wasser abläuft, vielleicht ist bann manches gar nicht mehr so schlimm. Es gab ja auch das Brandunglück vor etlichen Jahren, erinnert euch, damals stand es dahin. und doch war zuletzt nicht alles verloren.
Oh, sie trösten sich mit diesem und jenem die Dorfleute find nicht umzubringen. Es gab auch an so einem Morgen noch Brennsuppe, einen trockenen Fleck am Ofen, mehr brauchen sie nicht. Und sogleich ist wieder einer mit einem Spaß zur Hand, Konrad natürlichr
Bei btt r. Reichsstraßensammlung fast 33 v. H. Zunahme gegenüber 1940.
Berlin, 12. Nov. (DRV.) Bei der zweiten Reichs-Slraßensammlung am 25. und 26. Oktober haben die sammelnden Organisationen — §A., ff, KSfUL und RSFK. — ein Ergebnis von 21 040 239,53 RM. erzielt. Gegenüber der von den gleichen Sammlern im Vorjahre durchgeführten Reichsflraßensammlung ist eine Zunahme von 5 202 680,85 RM. gleich 32,85 v. H. eingetreten. Der Durchschnittsbetrag je Kopf der Bevölkerung stieg von 19,68 Rpf. auf 25,55 Rpf.
©er Gauleiter
vor dem Führerkorps b?r Partei.
NSG. Die Gauamtsleiter und Kreisleiter der NSDAP, sowie das Führerkorps ihrer Gliederungen hatten sich zu einer Arbeitstagung in der Gauhauptstadt versammelt. An Hand der letzten Führerrede gab . Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger einen Ueberblick und Ausblick zum politischen und militärischen Geschehen. Er befaßte sich dann mit wichtigen, die Volksführung betreffenden Tagesfragen. Zum Abschluß sprach Stabs« amtsleiter und Leiter des Gauschulungsamtes R u • der über die Grundsätze der Schulungsarbeit im kommenden Winter. Die Tagung klang mit dem Gelöbnis aus, die Aufgabenstellung der Heimatfront, die ihr im Freiheitskampf des Reiches zu- kommt, mit bewährter nationalsozialistischer Tatkraft zu lösen.
Oie Giudentenführung in Heffen-Raffau.
NSG. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger beauftragte den Abteilungsleiter in der Reichsstudentenführung Walter Salon mit der Ausrichtung der Studentenschaft an den Hoch- und Fachschulen in Hessen-Nassau. Mit der Abkommandierung Balons zur Gauleitung Hessen-Nassau entsprach der Reichsstudentenführer dem besonderen Wunsche des Gauleiters. Er ist aus der polittschen Hochschularbeit unseres Gaues hervorgegangen. Als Mitbegründer einer ersten nationalsozialistischen Stubentenbunbsgruppe an einer Frankfurter Schule begann fein Kampfeinsatz auf studentischem Gebiet, den er als Studentenführer, Amtsleiter der Gaustudentenführung, sowie als Lehrgangsleitev zahlreicher Gau- und Reichslager fortsetzte, bis 1937 seine Berufung in die Reichsstudentenführung erfolgte. Die vorübergehende Kommandierung zur alten Wirkungsstätte erreicht ihn jetzt nur wenige Wochen, nachdem er wegen einer in Frankreich erlittenen schweren Verwundung aus dem Militärdienst ausscheiden mußte.
Meine politische Nachrichten.
Der Führer hat an den König von Italien folgendes Telegramm übermittelt: Eurer Majestät spreche ich zum Geburtstage meine herzlich- ften Glückwünsche aus. Mit den aufrichtigsten Wünschen für Eurer Majestät persönliches Wohlergehen verbinde ich mein Vertrauen in den Sieg unserer gemeinsamen Waffen und in das weitere Blühen und Gedeihen des verbündeten italienischen Volkes.
Der Führer hat dem Professor Geheimrat D. Dr. Johannes Ficker in Halle a. d. S. aus Anlaß der Vollendung feines 80. Lebensjahres in Anerkennung feiner Verdienste auf dem Gebiete der Kirchen- gefchichte und der Kunstgeschichte die Goethe- Medaille für Kunst und Wissenschaft verliehen.
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Der neue mannte sowjetische Botschafter in Washington, Litwinow-Finkelstein, ist von Samara nach London und Washington abgereift. Er traf Diens- tag vormittag in Teheran ein, wo er Besprechungen mit General Wavell hatte, der sich zu diesem Zweck aus Neu-Delhi nach Teheran begeben hatte. , *
Der chinesische Botschafter hatte mit Präsident Roosevelt eine längere Aussprache. Er soll die Lieferung von Flugzeugen auf Grund des Tschung- fing zugestandenen Leih- und Pachtvertrags in größtmöglichem Umfang gefordert haben.
In Lissabon wird eine Abordnung nordamerikanischer Parlamentarier erwartet. Es handelt sich um fünf republikanische Kongreßmitglieder, die mit dem Clipper-Flugboot eintreffen, um sich nach London zu begeben.
„Was denkt ihr wohl", erzählt er, „wie es meinen Hühnern erging?''
Wie sie des Frühmorgens alle im Schuppen auf der Stange saßen und das Wasser schon an den Zehen hatten, verdammt noch einmal, wohin also mit den Eiern? Ja, das glaubt kein Mensch, da hatte jede das ihre fest zwischen die Zehen geklemmt, als Konrad dazukam. Besser verstanden sie es nicht.
Nein, dieser Konrad, wo nimmt er nur alles her, seine Lügen und seine Späße! Aber er löst wenigstens die Zungen damit, man stellt sich in Gruppen zusammen, geht von einer zur andern und schwatzt. Alle haben etwas zu berichten, und sie legen Ehre darein, es auf eine lustige, flotte Art zu tun. Keinen hat es eigentlich unmenschlich hart betroffen. Dem einen ist fein Geißenftall davongefchwommen — Gott befohlen, wenn geschieden fein muß! Jetzt hat er die Milch gleich in der Küche bei der Hand. Und ein anderer fand feinen Keller mit Treibholz vollgestopft, denkt euch, früher hatte er seine Sorge mit dem Brennholz, und nun war auf einmal lern Ende mit dem Segen durch Tür und Fenster.
Ach, sie sind nicht unterzukriegen, die Dorfleute. Auch die Vögel fingen schon wieder, auch sie sind dem Grauen und der Finsternis entronnen.
Gestörter Monolog.
Der Hofschauspieler Pauli der am Dresdner Schauspielhaus wirkte, war durch nichts aus der Fassung zu bringen, und es wird von manchen Zwischenfällen auf der Bühne berichtet, bei denen er feine Geistesgegenwart bewies. Einmal aber war doch auch er sprachlos. Man gab Schillers „Räuber", Pauli hatte die Rolle des Franz Moor. Es ging alles gut — bis zum Beginn des fünften Auszuges. Gerade hatte Franz Moor feinen verzweifelten Monolog? „Verraten! Verraten! Geister, ausgespien aus Gräbern — losgerüttelt das Totenreich aus dem ewigen Schlaf, brüllt wider mich: Mörder! Mörder! ..." mit der angsterfüllten Präge geschlossen: „Ha! Wer regt sich da? da ertönte
hinter den Kulissen aus dem Munde des Bühnenarbeiters, der gerade dort erschienen war, die tröft« liche Antwort: „Ich bin es, Herr Pauli, ich suche meinen Nagelbohrer!" Diesmal Überhörte selbst Pauli das nächste Stichwort. £ &


