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Donnerstag, 13. November 1941

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191. Jahrgang Nr. 270 aw q Donners,

Giehener Anzeiger

Die Küste südlich Kertsch erreicht

Finnlands Antwort an Roosevelt

Sowjetisch-britisches Propaganda-Abkommen

as- jetischen Propaganda, Verbrechen begangen werden, öi» die die deutsche Wehrmacht und die deutschen Kriegs»

Berlin, 12. Nov. (DNB.) Wie Associated Preß aus Moskau berichtet, gab der Sprecher der Svwjet-

Moskau wurde bei Tage und bei Nacht mit Spreng- und Brandbomben belegt. Volltreffer In Bahnanlagen verursachten schwere Schäden. Weitere Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Rüstungswerke in Gorki.

Im Seegebiet um England erzielten Kampfflugzeuge in der vergangenen Nacht Bomben­volltreffer auf einem großen Handelsschiff ost - w ä r t s Lowestoft. An der Kanatküste schoß Flakartillerie aus einem britischen Jagdverband sechs Flugzeuge ab.

Kampfhandlungen des Feindes über dem Reichs­gebiet fanden nicht statt.

Gegen die aus Sewastopol flüchtenden Sowj-ttruppen.

Berlin, 13. Jtoo. (DBB. Funkspruch.) Die Ber- ladung der aus Sewastopol flüchten­den Sowjettruppen wurde am 12.11. von der deutschen Luftwaffe mit Bomben und durch Be­schuh mit Bordwaffen wirkfambekämpft. Die Bolschewisten erlitten starke blutioe Verluste. Ver- tadeeinrichtungen und Transportschiffe wurden mehr­fach getroffen. Im Stadtgebiet in der Mitte des Hafengeländes entstanden erneut große Brände. Auch der h a f e n A n a p a an der kaukasischen Lüste wurde wieder mit Erfolg angegriffen.

Der Wehrmachiberichi.

DNB. Aus dem Führerhauptquartier, 12. November. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Auf der K r i m erreichten deutsche und rumänische Truppen in scharfen Verfolgungskämpfen d i e Küste südlich Kertsch. Die Luftwaffe setzte die Bombardierung der Häfen Sewastopol, Kertsch und Anapa mit guter Wirkung fort.

Im Raum südlich Tula zerschlugen Jnfanlerie- und Panzerverbände in umfassendem Angriff eine sowjetische Kavalleriedivision, machten zahlreiche Ge­fangene und erbeuteten 91 Geschähe sowie sonstiges Kriegsgerät. '

Ein von zufammengefahten Kräften unternomme­ner Ausbruchsversuch aus Leningrad scheiterte an der Abwehr der deutschen Truppen unter schwer­sten Verlusten für den Gegner. Dabei wurden von 17 angreifenden Panzern elf, darunter sieben schwerste, vernichtet.

Kampf- und Jagdfliegerverbände griffen an der gesamten Front rückwärtige Verbindungen und Flugplätze des Feindes erfolgreich an. Sie zerstörten eine große Zahl von Lifenbahnzügen und fügten den sowjetischen Luftstreitkräften erhebliche Verluste zu.

lischen Darstellung bleibt an Taffachen im Grunde nur übrig, daß von amerikanischer Seite dem Ver­treter Finnlands der Wunsch übermittelt worden war, Finnland möge mit Moskau Frieden schließen. Weder von Lebensmitteln war die Rede gewesen noch von Krediten, und selbst die Frage der Garan­tie, die immer nach der englischen Darstellung vom finnischen Gesandten aufgeworfen worden sein soll, war ausweichend beantwortet worden, man hatte erklärt, diese Frage könne erst nach Fest­stellung der finnischen Friedensbereitschaft erörtert werden. Beide Propagandatricks haben also nicht gezogen. Sie. waren darauf berechnet, die Welt­öffentlichkeit, aber auch das finnische Volk gegen die Leiter der finnischen Politik zu mobilisieren, um sie einem Frieden mit Moskau geneigt zu machen.

Auch das erneute Einsetzen der sowjetischen Luft­tätigkeit über Finnland gehört in diesen Zusammen­hang. Fast die ganze letzte Woche hindurch war nach monatelanger Stille in Helsinki täglich Flugalarm. Dreimal wurden im Umkreis der fin­nischen Hauptstadt Bomben abgeworfen, davon "meh­rere Bomben in das Stadtgebiet selbst, wobei zwei Schulkinder getötet und viele andere verletzt wur­den. Diese Angriffe erfolgen auf nichtmilitärische Anlagen einer offenen Stadt, sie entsprangen auch nicht militärischen Erwägungen, sie waren ganz eindeutig als Drohung gedacht. Es ist eine typisch bolschewistische Methode. Sobald englische Friedens­pressionen einsetzen, erscheinen sowjetische Flieger, um der englischen Demarche den nötigen Nachdruck zu geben.

Es ist nun nicht zu leugnen, daß solche ArtAn­schauungsunterricht" nicht ohne Wirkung blieb, frei­lich nicht in dem von England gewünschten Sinne. Klarer nämlich und eindringlicher konnte jedem fin­nischen Bürger, wenn es dessen überhaupt bedurft hätte, nicht zum Bewußffein gebracht werden, daß die Gefahr vom Osten eben noch nicht gebannt ist. Deutlicher konnte ihm nicht gemacht werden, daß, wenn jetzt Friede geschlossen und der Feind in sei­nen bisherigen Stellungen verbleiben würde, gerade jene Sicherheit nicht erreicht würde, derentwegen man nun zum dritten Male innerhalb eines Men­schenalters einen schweren Krieg unter den schmerz­lichsten Opfern des Blutes der besten ffnnischen Ju­gend zu führen gezwungen ist.

So stand Finnland unter dem gemeinsamen Druck der beiden angelsächsischen Mächte und der Bolsche­wisten. Jeder der drei Partner arbeitete aus seine Welse, Amerika mit diplomatischem Druck, England mit Propagandaattionen und die Sowjetunion mit einem neuen blutigen Bombenangriff auf die fried­liche Zivilbevölkerung. Die finnische Regierung hat auch den amerikanischen Einmischungen zu begeg­nen gewußt. Die englische Propagandaaktion hat sich in ihrem eigenen Lügennetz gefangen und die sowjetischen Bombenangriffe konnten im finnischen Volk nur den Willen zum Kampf bis zur endgül­tigen Befreiung von der Gefahr im Osten stärken.

gerichte zu Gegenmaßnahmen zwingen, so ist durch das sowjetisch-britische Propagandaabkommen doku­mentiert, daß diese Verbrechen auf das Schuld­konto Englands kommen.

Geheim« «volle Krankheiten.

Rom, 12. Nov. (Europapreß.) Die geheimnis­vollen Krankheiten, die gleichzeitig König Faruk von Aegypten und den Imam des fernen, D a h i a, heimsuchten, Haden in türkischen und arybischen Kreisen einen tiefen Eindruck gemacht. Man be­fürchtet, die beiden seien ebenfalls Opfer der dunk­len Machenschaften des britischen Geheimdienstes geworben. Gerade in diesen Tagen vor einem Jahr and der ägyptische Ministerpräsident Sabri Pascha ein Ende; es wird auch an den Tod des türkischen Boffchafters in Teheran, Dawaz, unmittelbar vor dem englisch-sowjetischen Einfall in Iran erinnert. Die nach der Türkei zurückgekehrte Familie soll feinen Tob als Folge eines Anschlags des Intelli­gence Service bestätigt haben. Man erzählt sich weiter von einem Mordversuch auf den König von Asghanistan in dessen Harem durch eine vom eng­lischen Geheimdienst bestochene Perserin.

chen, der finnischen Bevölkerung ein weitgehendes Selbstbestimmungsrecht zu gewähren. Das Verspre­chen ist aber niemals e i n g e l ö st worden. Ge­rade aus solchen Gründen hat Finnland alle Ur­sache, die in Frage kommenden Gebiete von finni­schen Streitkräften besetzt zu halten, um der dort siedelnden Bevölkerung Freiheit und Sicherheit garantieren zu können. Im übrigen entspricht, was die Nationalität anbelangt, diese Einstellung ben Prinzipien, die die Vereinigten Staaten und Groß­britannien in der Atlantik-Erklärung vom 14. Au-

regierung, Losowski, die Erklärung ab, daß mit dem Generaldirektor des britischen Informations- Ministeriums, Sir Walter M o n ck t o n , feste Ver­einbarungen über eine enge Zusammenarbeit zwi­schen der sowjetischen und der britischen Propa­ganda getroffen worden seien. In den letzten Mo­naten sind britische Journalisten, Propagandakom­missionen und amtliche Persönlichkeiten, wie z. B. der Unterstaatssekretär im Foreign Office, Vernon Bartl ett, dessen Aufgabe die Gleichschaltung der britischen Propaganda mit den Interessen der bri­tischen Außenpolitik ist, und zuletzt Sir Walter M o n ck t o n nach der Sowjetunion gereift, um dort sowjetische Propagandamethoden zu studieren. In welchem Maße sich die britische Propaganda bereits bolschewistische Parolen zu eigen gemacht hat und damit bewußt die destruktiven Elemente innerhalb Europas zu mobilisieren versucht, geht aus den täg­lichen britischen Rundfunksendungen hervor, die zu Mord, Sabotage und Revolten aufrufen. Wenn in Europa in Zukunft, geschürt von der britisch-sow-

Helsinki, 12. November. (Europapreß.) Die l Frieden von 1920 hatte die Sowjetunion verspro Antwortnote Finnlands auf die nordamerikanischen £ r-t"" sTt ***

Forderungen wurde am Dienstagabend dem ameri­kanischen Gesandten in Helsinki überreicht. Die Note enthält die Ablehnung der 08^..-Forde­rungen und betont, daß Finnland den Krieg so bald wie möglich zu beenden wünsche, und zwar, sobald die Gefahren, die seine Existenz bedrohen, beseitigt und Garantien für eine sichere Zukunft ge­schaffen worden seien. In der Note wird weiter her­vorgehoben, daß der finnischen Regierung keinerlei Friedensbedingungen bekanntgegeben und keinerlei Sicherheitsgarantien angeboten worden feien. Der amerikanische Hinweis, Finnlands Unabhängigkeit werde durch Deutschland bedroht, wird in der fin­nischen Note entschieden zurückgewiesen.

Im einzelnen wird darauf hingewiesen, daß die Sowjetunion nach dem Frieden von Moskau un­unterbrochen neue Vorbereitungen für einen wei­teren Krieg getroffen habe. Es heißt dann weiter: Die Gegenden an der finnischen Grenze sind, wie man jetzt durch persönlichen Augenschein hat fest- ftetten können, zu gewaltigen Angriffsbasen gegen Finnland ausgebaut worden. Die Murmanbahn hat sechs Seitenlinien erhalten, die sich in der Rich­tung nach Finnlands Grenze erstrecken. Zahlreiche Straßen und Flugplätze sind in diesen Bezirken an­gelegt worden. Daher fft ein effektiver Schutz, zu dem niemand Finnland das Recht entziehen kann,- nur möglich, wenn der Schutz in diese Bezirke selbst gelegt wird. Dabei kann kein Unterschied gemacht werden zwischen den Gebieten, die gemäß dem Mos­kauer Frieden abgetreten wurden, und den geeigne­ten, die jetzt von Finnland besetzt worden sind. Im übrigen kann kein Dokument ein anschauliches -duo davon geben, welche Zustände sowohl in diesen Ge­bieten, die im Jahre 1939 abgetreten wurden als auch in den anderen besetzten Gebieten herrschten. Verwahrloste Aecker, zerfallene und zerstörte Hauser, geschändete Kirchen und Begräbnisplätze sowie eine durch Mord und Massenausweisung dezimierte Be­völkerung. All das läßt verstehen, welches Schicksal Finnland ereilt hätte, wenn es unter die Oeroalt per Rätunion gekommen wäre. Finnlands junge Man­ner haben es daher vorgezogen, in dem ^erteidi- gungstrieg zu fallen als zu warten, bis sie selbst und ihre Angehörigen hingerichtet werden. Daß^wan sich ih den bereinigten Staaten schwer ein Bud da­von machen kann, ist begreiflich, da die Vereinigten Staaten niemals die Gefahren des Bolschewismus unmittelbar erfahren haben. Der Charakter des Krie­ges, den Finnland führt,, äußert sich nicht dadurch, daß Finnland auf Grund natürlicher Slcherheits- rücksichten versucht, die feindlichen Angriffsstellungen zu besetzen, die außerhalb der Grenze von 1939 liegen."

Die geschichtlichen Verhältnisse haben dazu ge- ^BrenU'VnniaX (8=9

Oer Druck auf Finnland

Von unserem F. J.-Korrespondenten.

Helsinki, November 1941.

Die letzten Tage standen in Helsinki im Zeichen des Druckes, den die beiden angelsächsischen Mächte auf Finnland auszuüben suchten, um es zu einer Aenderung seiner Politik zu veranlassen, militärisch im Zeichen des Wiederauflebens der feindlichen Luft­angriffe im Gebiet der finnischen Hauptstadt. Beide Erscheinungen gehören zusammen. Sie verfolgen offensichtlich ein und denselben Zweck, Finnlands Volk und Regierung zum sofortigen Frieden mit dem bolschewistischen Verbündeten zu zwingen.

Der politisch-propagandische Druck des Angel- sachsentums begann mit der Note der Ver­einigten S t a a te n, in der unter Anlehnung an die seinerzeit von England erhobenen Forderun­gen die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten gegenüber der Sowjetunion verlangt und erklärt wurde, daß, falls Finnland den Krieg gegen die Sowjetunion fortsetzen sollte, sich das 120-Millionen- Volk der Nordamerikaner durch das 4-Millionen- Dolk Finnlands bedroht fühlen müsse. Die finnische Presse hat ohne Unterschied der Partei in sachlicher, aber bestimmter Form dieses Ansinnen zurück­gewiesen.

Im Anschluß an die ihrem Inhalt nach grotesk anmutende Note der Amerikaner setzte die englische Propaganda ein. Sie verbreitete zunächst Meldun­gen über erfundene Demonstrationen in den Stra­ßen Helsinkis und vor dem Außenministerium. Sie berichtete, daß-es zu Zusammenstößen gekommen sei, daß bie Polizei habe einschreiten müssen und Friedensfreunde" verhaftet worden seien, sie ver­lieh, um die Plastik ihrer Märchen zu erhöhen, die­sen Spukbildern einen deutschfeindlichen Charakter. Sie scheute sich auch nicht, diese Demonstrations­märchen den finnischen Hörern in finnischer Sprache vorzusetzen, obwohl sie sich natürlich bewußt sein mußte, daß das ein recht gefährliches Unternehmen war, das geeignet- war, den ohnehin schwachen Kredit der sinnischsprachigen englischen Propaganda völlig zu untergraben. Später entschloß man sich, zu einem Friedensangebot mit allen Verlockungen, mit Lebensmittelsendungen, mit Krediten, sogar mit einer englisch-amerikanischen Grenzgarantie, denn die englische Garantie allein so weit ist die Ein­sicht im englischen Lager doch schon gediehen steht nach den Erfahrungen der letzten Jahre nicht mehr hoch genug im Kurs, um damit politische Geschäfte zu machen. Doch auch diese neue Propagandaaktion mar ein Fehlschlag, denn nun griff bie- finnische Regierung mit unsanfter Hand ein und erklärte vor oller Oeffentlichkeit kurz und unverblümt, daß ihr von dem Angebot nichts bekannt sei. Von englischer Seite hat man darauf, um wenigstens das Gesicht au wahren, auf angebliche Besprechungen hingewie­sen, die der finnische Gesandte in Washington mit Vertretern des Staatsdepartements gehabt hätte. Damit mußte man aber zugeben, daß das Angebot überhaupt nicht existiert hatte. Selbst nach der eng-

rekten Bedrohung der Sicherheit der USA. gewor­den." Dieser Satz findet sich wörllich in einem Me­morandum der USA. an Finnland vom 30. Oktober 1941. Ihm war sckon am 27. Oktober ein Schritt des Gesandten der USA. in Helsinki beim finnischen Staatspräsidenten unter Überreichung eines ent­sprechenden amerikanischen Memorandums vorauf­gegangen. Sinn und Zweck dieser beiden diploma­tischen Aktionen war die Forderung an Finnland, sofort den Kampf gegen die Sowjetunion einzustel­len und die finnischen Truppen auf die Grenze von 1939 zurückzuziehen. In einer sehr würdigen und korrekten, zum Teil fein-ironischen Antwort hat die finnische Regierung zu dieser Forderung Roosevelts Stellung genommen, die Tatsachen so nuanciert klarstellend, daß es kaum in der Welt eine Stimme geben wird, die sich nicht auf die Seite Finnlands stellt.

Aus diesem Notenwechsel ergibt sich, daß Roose-' velt feine Stellungnahme gegenüber Finnland vom Jahre 1939 verleugnet und heute das Gegen­teil von dem verlangt, was er damals feierlich versicherte, nämlich die Sicherheit und Selbständig­keit Finnlands gegenüber den sowjetischen Erobe­rungsgelüsten. Die finnische Note weist noch einmal auf die Bedingungen hin, auf die Finnland terri­torial, politisch und militärisch nach dem Moskauer Frieden eingehen mußte, ohne daß sich damals eine Hand ober ein Herz für Finnlands Not gerührt hätte. Als nach diesem Moskauer Diktat die Sow­jets am Nördlichen Eismeer weitere Gebiete Finn­lands in Besitz nahmen, fühlte fid) in Amerika keine Regierung und kein Weltkapitalist wirtschaftlich oder militärisch bedroht. Jetzt, wo Finnland die ihm ent­rissenen Gebiete in heiligem Kampf um Heimat und Volkstum zurückerobert hat, läßt Roosevelt erklären, daß sich dadurch eine Bedrohung der Sicherheit für die USA. ergebe!

Die finnische Antwort berührt aber noch einen zweiten Punkt, der allen Demo-Plutokraten in das sehr weite Gewissen gehämmert werden sollte. Er ergibt sich aus dem Satz der finnischen Antwort: Es ist verständlich, daß die USA. sich nur schwer einen Begriff von der Lage machen können, in der sich unser Land befindet, zumal sie niemals erfahren haben, welche Gefahr der Bolschewismus für die abendländischen Völker darstellt." Aus diesem Satz spricht Ironie; denn selbstverständlich kennt man in ben USA. die Gefahren, die den Volkern der Welt durch den Bolschewismus drohen, kennt bas furcht­bare Blutregime, bas mit ihm verbunden ist. Ame­rikanische Journalisten haben bas Lanb ber Sow­jetunion früher unb in biesen Tagen gesehen, Ame­rikaner haben nach bem ersten finnisch-sowjetischen Krieg bas furchtbare Elenb tennengelernt, bas mit den Bolschewisten in friedliche unb freie Gebiete ein« zog. Noch im Jahre 1935 erklärte ber jetzige Ma­rineminister Roosevelts, Herr Knox:Schande jedem Amerikaner, der in diesem Kampf (der Fin­nen) gegen ben Bolschewismus neutral ist." Das ist die beste Kommentierung zur Antwort Finnlanbs an Roosevelt.

Roosevelts Gchiffahrtspoliiik.

Der gewisienhafte Chronist, ber alle Akte der Rooseveltjchen Vergewaltigungspolitik gegen bie Neutralen unb selbst gegen bas oerbünbete Groß­britannien registrieren will, hat es nicht leicht, mit ben Maßnahmen bes norbamerikanischen Präsiben« ten Schritt zu halten. Die letzte Melbung bieser Art besagte, baß ei n Schiffahrts-Pool gegrünbet werden würde, dessen Leitung in Washington liegen solle. Diesem Pool (Wirtschaftsgemeinschaft) solle die Verwaltung des gesamten britischen, nordamerika­nischen unb neutralen Schiffsraumes übertragen werben, soweit bieser Schiffsraum nicht von ben Achsenmächten kontrolliert werbe. Das ist außerhalb ber britischen unb norbamerikanischen Handels­flotten nicht allzuviel. Es finb jene Schiffe euro­päischer ßänber wie insbesondre Norwegens, ber Nieberlanbe unb Griechenlanbs, bie sich bei ber Ab­wehr britischer Lanbungsversuche in biesen ßänbem im Frühling 1940 bzw. im Frühling 1941 außer­halb ber Heimatgewässer befanden unb sich in ben Dienst ber Gegner Deutschlanbs stellten. Aber biese Schiffe finb keineswegs eine Neuerwerbung für ben in Washington zu schaffenben Pool; sie ftanben be­reits ben beiden englischen Großmächten uneinge­schränkt zur Verfügung. Auch in ber Haltung ber letzten neutralen ßänber, bie über eine nennens­werte eigene Hanbelsflotte verfügen, bürste bie Grün- bung bes neuen Pools kaum eine erhebliche Aenbe- rung herbeiführen. Die wichtigsten ber neutralen ßänber mit eigener Handelsflotte finb Schweben unb Portugal, bie ihren Schiffsraum selber für bie Heranschaffung überseeischer ßebensmittef unb Rohstoffe bzw. (wie Portugal) für ben Schutz ihrer von Roosevelt bebrohten atlantischen Besitzungen be­nötigen. Fragt man also nach bem Zweck ber Wa­shingtoner Neugründung, so kann die Antwort nur lauten, daß sich der nordamerikanische Präsident neue Druckmittel gegen solche ßänber verschaffen will, bie bisher gegenüber ber Politik ber Briten unb Pankees einen gewissen Grab von Selbstänbig- keit bewahrt haben.

Bisher kontrollierte Großbritannien den Schiffs­raum ber zu feinem Machtbereich gehörigen und der neutralen ßänber. Es konnte insbesondere selbst be- stimmen, für welche Zwecke der verfügbare Schiffs­raum eingesetzt werden sollte, ob überwiegend für die Besserung der britischen ßebensmittelnerforgung ober aber zur verstärkten Heranschaffung von Kriegs­gerät. Weiter hatte ßonbon die Entscheidungsbefug­nis' darüber, in welchen anderen Teilen ber Erde etwa im Nahen Orient, in Nordafrika, in Mit­telasien (zur militärischen Kooperation mit ben Sow­jets) ober im Fernen Osten der Schiffseinsatz verstärkt werden solle. Damit hatte ßonbon bas letzte Wort in der Kriegführung überhaupt zu spre­chen. Es konnte, ohne selber große militärische An- 'ftrengungen machen zu brauchen, bie Tonnage zum erheblichen Teil anderwärts hinbirigieren. Das I mirb mit ber Schaffung bes von Nordamerika fon«

guft 1941 selbst verkünbet haben."

Die Note wendet sich dann gegen die Darstellung der USA., daß bie finnischen Kriegsoperationen als eine birette Bebrohung ber Sicherheit ber Ver­einigten Staaten aufgefaßt werben müßten. Die Vereinigten Staaten, bie einen mächtigen, von zwei Weltmeeren geschützten und durch zahlreiche Stütz­punkte gesicherten Staat darstellen, könnten wohl kaum durch Finnlands Streitkräfte bedroht werden. Wenn sich die Vereinigten Staaten um ihre eigene Sicherheit bemühten, so berechtige das auch Finn­land, damit zu rechnen, daß das amerikanische Volk auch Verständnis habe für das Bestreben Finn­lands, seine Sicherheit zu erreichen.Ein so starkes Volk mit solchen industriellen Möglichkeiten wie das nordamerikanische", fährt die Note fort,hat es be­stimmt schwer, die ßage eines Volkes von 3,8 Mil­lionen Einwohnern zu verstehen, die den Angriffen eines 200-Millionenvolkes an einer Küstenstrecke von 1500 Kilometer und an einer offenen Grenze von 1000 Kilometer ausgesetzt sind. Es ist wohl nicht möglich, daß die große nordamerikanische De­mokratie von einem kleinen Volk, das von einem 50mal s o großen Nachbarn angegrif­fen wurde und um seine Existenz kämpft, fordert, daß es sich zurückziehen soll, um einen neuen Angriff abzuwarten. Es ist ohne weiteres klar, was es für Finnlands Volk bedeutet, wenn Finn­land jetzt feinen Verteidigungskrieg gegen die Sow­jetunion gleichzeitig mit Deutschland führen kann. Wenn man die mächtigen Industrien, die die Sowjetunion entwickelt hat, erkennt, so kann man nicht zweifeln, daß ein neuer Krieg, in bem Finnlanb allein geftanben hätte, für Finnlanb unb sogar für ben ganzen Norben ben Untergang bebeutet hätte. Finnlanb, bas für sein ßeben kämpft, hat keine Erklärungen abgegeben, burch bie es sich verpflichtet, bie vollberechtigten militärischen Ope­rationen abzubrechen ober rückgängig zu machen unb damit bie Sicherheit bes ßanbes aufs Spiel zu setzen."

Zurückgewiesen.

[irfien SBerbältnifle haben dazu ge-Ohne die zukünftige eigene -Sicherheit Finnlands Äl des finnisch n Volkes außerhalb günstig zu beeinflussen, sind die (ftnmschen) Kriegs- muhte. Im Darunter! Handlungen (gegen di- Sowjetunion) zu einer