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Oer italienische Bericht.

Rom, 11. Aug. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Montag hat folgenden Wortlaut:

In Nordafrika an der Front vor Tobruk beiderseitige Spähtrupp- und Artillerietätigkelt. Ver­bände der deutschen und italienischen Luftwaffe griffen militärische Ziele in Tovruk, Flakstel­lungen und im Hafen vor Anker liegende Schiffe an, wobei Schäden und Explosionen hervorgerufen wurden. Andere italienische Flugzeuge bombar­dierten die Hafenanlagen von Marsa Matruk sowie feindliche Anlagen im Osten von S i d i e l Garant Deutsche Flugzeuge griffen englische Flugzeugstützpunkte in Aegypten an.

Der Feind führte Einflüge auf B a r d i a und auf die Küste der S y r t h e durch.

In Oftafrika unternahmen Abteilungen aus der Garnison von Culquabert unter der Füh­rung von Oberstleutnant U g o l i n i einen kühnen Vorstoß gegen bewaffnete feindliche Gruppen, schlu­gen sie in die Flucht und fügten ihnen beträchtliche Verluste zu.

Englische Flugzeuge bombardierten aufs neue G o n d a r und die Stellung von U o l ch e f i t.

In der Nacht zum 11. August griff ein englisches Flugzeug das LazarettschiffCalifornia" an, das auf der Reede von Syrakus vor Anker lag und traf es mit einem Torpedo. Das Schiff ist nicht gesunken.

Aus -em Reich.

Das Studium der Ausländer in Deutschland.

Das Studium der Ausländer in Deutschland hat trotz des Krieges kaum eine nennenswerte Ein- schränkuna erfahren. So ist im Trimester 1941 die Gesamtzahl der ausländischen Studierenden gegen das Sommersemester 1939 nur um etwa 18 v. H. zurück gegangen. Insgesamt studierten vom Januar bis März d. I. 4638 Ausländer an den Hochschulen des Grostdeutfchen Reiches, darunter 1174 Volks­deutsche und 3464 Ausländer fremder Volkszugehö­rigkeit (darunter 10,5 v. H. Frauen). Sie gehörten 56 verschiedenen Staaten an, und 400 von ihnen waren staatenlos. Bulgarien führt mit 1375 Stu­denten mit weitem Vorsprung, dann folgen die Tür­kei mit 197, die Slowakei mit 181, Norwegen mit 160 und Rumänien, Ungarn, China, Griechenland, die Niederlande, Iran, Italien, die Schweiz, Finn­land, Japan, Dänemark, Syrien, Peru, Schweden, USA., Irak, Luxemburg, Portugal, Spanien usw. Fast die Hälfte aller ausländischen Studierenden studierten technische Fächer, mit Abstand folgten Medizin und übrige Naturwissenschaften, Wirt­schafts-, Kultur-, Rechtswissenschaften, Landwirt­schaft und sonstige Wissenschaft.

Oie Hütten den Bergsteigern.

Die Hütten im Hochgebirge, die der Deutsche Alpenverein errichtet hat und betreut, sind zn einem guten Teil längst keineHütten" mehr. Der ursprüngliche primitive Schutzcharakter ist durch erhebliche Bequemlichkeiten ergänzt, und zwar in einem Umfang, wie man ihn in der eigentlichen Hochgebirgswelt kaum in anderen Alpenländern fin­det. Der Deutsche Alpenverein hat sich aber jetzt genötig gesehen, allen Besuchern ins Gedächtnis .znrückzurufen, daß diese Hütten für die Berg- (teiger da sind, daß sie nicht den üblichen Charak­ter von Gaststätten haben, sondern für den Hoch- gebirgswanderer als Ausgangspunkt der eigent­lichenTouren" dienen. Er hat daher bestimmt, daß von 21.30 Uhr an kein Alkohol mehr ausge­schenkt werden darf. Wer am nächsten Tag mor­gens in aller Frühe bei der ersten Dämmerung etwa um 2 oder 2.30 Uhr aufbrechen will, hat auch ein Anrecht auf Ruhe, vielleicht ein ganz besonders Anrecht, weil er Bergsteiger ist und mit Rücksicht auf die Schnee- und Gletscherverhältnisse ror der Einwirkung der vollen Sonnenstrahlen auf­brechen muß. Ein Schöppchen in Ehren wird im

übrigen niemandem verwehrt. Dazu ist der altbe­rühmteTiroler" da, der wohl selten so herzhaft mundet wie droben auf der Höhe. Umgekehrt hat der Deutsche Alpenverein den Ausschank des nicht gerade stilechten Schaumweines grundsätzlich un­tersagt. Auch steht die Klampfe jedem frei, jedoch mechanische Musikinstrumente sind verboten.

Württemberg führt die Hauptschule ein

Neben den neuen Gebieten des Westens und Ostens, die zunächst die Hauptschule einführen wer­den, will auch Württemberg schon in diesem Jahre zur Hauptschule übergehen. Nach den Sommer­ferien errichten sämtliche Gemeinden, die bisher schon Mittelschulen hatten, mit Beginn des neuen Schuljahres erste Hauptschulklassen. Die Mittel­schulen dürfen daher in die 1. Klasse keine Schüler mehr ausnehmen. In Stuttgart wird gleich­zeitig die Umwandlung von drei Ober­schulen inHauptschulen durch die Schaffung entsprechender erster Klassen eingeleitet. Die plan­mäßige Durchführung der Hauptschule im ganzen Land soll möglichst schon im Schuljahr 1942/43 er­folgen. Die in Württemberg von jeher für den Auf­stieg der Tüchtigen aus dem Volke fo segensreichen kleinen Landoberschulen werden in geeigneter Weise in das Netz der Land-Hauptschulen einbezogen.

Die Gewerbelehrerausbildung.

Die Reichsfachschaft Berufs- und Fachschulen im NS.-Lehrerbund hat Richtlinien für die künftige Gewerbelehrerausbildung ausgearbeitet. Voraus­setzung für die Tätigkeit des Gewerbelehrers soll neben der notwendigen Allgemeinbildung das in eigener Werktätigkeit erwogene Betriebserlebnis, das in Praxis und Schule erarbeitete fachliche Kön­nen und Wissen und die Fähigkeit sein, dem Nach­wuchs der Wirtschaft als Führer auf menschlichem, weltanschaulichem und beruflichen Gebiet zu dienen. Zum Studium sollen zugelassen werden Diplom- ingenieure und Absolventen einer Ingenieurschule, einer Bauschule, einer Meisterschule des Handwerks oder einer sonstigen anerkannten Fachschule, Absol­ventinnen einer Frauenfachschule mit mindestens einjähriger praktischer Tätigkeit in einem hauswirt­schaftlichen Betrieb und einem einjährigen Berufs­praktikum, Hauswirtschafts- und Turnlehrerinnen nach mehrjähriger Bewährung im Schuldienst, Handwerksmeister und Ausbildungsleiter, in beson­deren Fällen Abiturienten und Volksschullehrer mit Eignung für den Gewerbelehrerberuf.

Neues für den Büchertisch.

Dr. Hermann Otto Vaubel: Das kleine Buch von der Lahn. (Die kleinen bunten Reisebücher. Band 2 der Rhein-Maini- schen Bücher.) 111 Seiten. Geb. 2,80 RM. Farbige Zeichnungen von Kunstmaler Walter Kröll. Herausgegeben vom Landesfremdenver­kehrsverband Rhein-Main im Verlag von Karl Christ in Gießen. (75) Dr. H. O. Vaubel, unseren Lesern aus zahlreichen Beiträgen zurHei­mat im Bild" bekannt, läßt seinem Lleinen Buch von Gießen" einKleines Buch von der Lahn" folgen, das ebenso angelegt und im gleichen Stile wie jenes geschrieben, auch ebenso aufgemacht und ausgestattet ist. Als gründlicher Kenner der engeren Heimat gibt Vaubel, der Lahn von ihrer Quelle am Lahnhof bis zur Mündung folgend, ein farbiges und anschauliches Bild der vom Flusse durchström- ten und beherrschten Landschaft, ihrer Geschichte, ihrer Bewohner, ihrer Natur und Kultur. Eines der kleinen Kapitel ist der gotischen Bergstadt Marburg gewidmet, wobei die Elisabethkirche und das Reli­gionsgespräch von 1529 ebenso gewürdigt werden wie die Forschung Emil von Behrings und die Festspiele auf dem Schloßberg: eines der Stadt Giesten, der alten Festung Philipp des Groß­mütigen, eines der Stadt Werthers und der Leica, eines dem Lahnmarmor, ein anderes der Stadt des siebentürmigen Domes (Limburg), wieder ein anderes dem Weltbad Ems. Eine Fülle von histo­rischen, kunst- und kulturgeschichtlichen Merkwürdig­keiten ist in die flüssige und klare Darstellung aus­genommen. So etwa die düstere Weilburger Ka­dettengeschichte aus dem Jahre 1827, das Runkeler Liebes-Idyll oder die Geschichte desFremden Fräuleins" auf Lahneck; die glänzende Würdigung des Limburger Domes durch Dehio, Marburg in der Schilderung Bettinas, Braunfels in der Be­schreibung Rilkes. Gute Photos und die hübschen farbigen Miniaturen des Gießener Malers Kröll begleiten den Text lebendig und anregend. Sach­liche Zahlenangaben und erprobte Vorschläge für Fuß- und Masserwanderungen, auch für eine Auto­fahrt durchs Lahntal werden vielen Lesern will­kommen sein. Hans Thyriot.

Hans Friedrich Blunck: Sage vom Reich. 475 Seiten. Leinen 7,50 RM. Hanseatische Verlagsanstalt AG., Hamburg 1941. (66) Es ist das Werk", so schrieb der Dichter an den Betrachter,das ich einst als Bestes meinem Volk zu hinterlassen glaube." Es ist, so wird man hinzu- fügen dürfen, die Zusammenfassung und Krönung eines schöpferischen Lebens, das sich die Erkenntnis des eigenen Volkes, die Deutung seiner Herkunft, seiner Geschichte und seiner Aufgabe in der Welt zum Leitmotiv gemacht hat. Zwar ist das Ganze noch nicht zu übersehen, aber schon abzuschätzen im ungewöhnlichen Ausmaße seiner Konzeption, wenn man erfährt und überlegt, daß der vorliegende Band erst einer von dreien ist, die dann eine epische Einheit von imposanter Spannweite bilden werden; dieser erste nun umgreift in 21 Gesängen das Werden unseres Volkes, begiynend mit der ger­manischen Schöpfungsgeschichte und den Götter- und Heldenmythen, von der dämmernden Frühzeit bis zum Reiche Heinrichs I. Blunck erkannte, daß die außerordentliche Aufgabe, die er sich vorgenommen hat, mit außergewöhnlichen Mitteln bewältigt wer­den müsse, und kehrte zurück zu der heute fast aus­

gestorbenen Form großer Erzählung, zu jener echten Epik von unerschöpflich scheinendem Atem, immer neu quellender Phantasie und kaum zu überblickender Fülle des Stoffes, wie wir sie etwa bei Homer oder den Werken der höfischen und Volksepik des deutschen Mittelalters kennen. Er bediente sich dazu, wechselnd in jambischem und daktylischem Rhythmus, eines fünfzehigen, reim­losen Verses, der beweglich und geschmeidig genug schien, den breit hinströmenden Fluß der Erzäh­lung ungehemmt aufzunehmen und zu tragen. Das ergab eine Form, die den meisten ungewohnt fein wird und eine konzentrierte Lektüre voraussetzt; wer sich einmal eingelesen hat, wird sich willig vom Rhythmus tragen und vom Dichter führen lassen in die Vor- und Frühzeit der Nation, wo die Gestal. ten noch in der Ueberlebensgröße aller Volksmythen erscheinen, wo die Welten der Götter find der Ir­dischen noch nah beieinanderliegen; allmählich heben sich bann aus der Dämmerung sagenhafter Vor­vergangenheit die schärferen Konturen der ersten beglaubigten Geschichtsbilder ab, ohne daß Bruch, stellen erkennbar oder Uebergänge betont würden: Blunck begreift die germanische Vergangenheit, die Genesis aller Deutschen als untrennbare Einheit und die Idee des Reiches als das große Ziel, die innere Mitte und die endliche Erfüllung aller völ. kifchen Entwicklung durch Jahrhunderte und Jahr- tausende hin. Hans Thyriot.

DasHandbuch der Geographischen Wissenschaft" (Akademische Verlagsgesellschaft Athenaion, Potsdam) ist heute ein unentbehrlicher Fübrer in dem gewaltigen Umkreis weltpolitischer Zusammenhänge, der zu jedem militärischen und politischen Ereignis den überzeitlichen Kommentar liefert. Wenn wir z. B. die geographisch-wirtschaft- lich-politische Schilderung Singapores in dem jetzt fertig gestellten TeilVorder- und Südasien" lesen und dazu die geopolitische Ueberschau über den Südosten dieses Kontinents, so sind die Fäden zum heutigen Kriegsgeschehen mit Händen greifbar. Diese Wirklichkeitsnähe, verbunden mit einer mij« senschaftlich genauen und von hoher Warte aus die Dinge, ihre Ursachen und Zusammenhänge er- klärenden Darstellung gibt diesem Werk den beson­deren Charakter. Hervorragende Geographen zeich­nen für die einzelnen Beiträge dieses Bandes. Ul­rich Frey für die Türkei, Oskar v. Nieder« mager für Persien und Afghanistan, Paul Rohr­bach für Syrien mit Palästina und das Zwei- ftromland, Hermann v. W i ß m a n n für Arabien, L. van Vuuren, R. L. Kaltofen und Karl Helbi g für Vorderindien, Wilhelm Credn er für Hinterindien und Walther Behrmann für den Malaiischey Archipel. Alles ist unmittelbare Anschauung, packendes Leben, und nicht zuletzt der weite Blick für die Entwicklungen und Zusammen­hänge. Wieder ist auf den Bilderteil besonderer Wert gelegt, es fehlt auch das Gerüst der Zahlen, Tabellen, graphischen Darstellungen und eines sorg­fältigen Registers nicht.

Hauptschriftleiter: Dr, Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Silber: Dr. Fr. W. Lange; für das Feuilleton: Dr. Hans Thyriot. (beurl.), i. V.: Dr. Fr. W. Lange; für Stadt Gießen, Provinz, Wirt­schaft und Sport' Ernst Blumschein.

Druck und Verlag: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange K. G. Verlagsleiter: Dr.-Jng. Erich Hamann; Anzeigenleiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. Pl.Nr.6.

Am 19. Juli 1941 fiel in Erfüllung seines Fahneneides bei den Kämpfen im Osten mein lieber, treusorgen­der Mann, unser guter Vater, Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager, Enkel, Onkel und Neffe

Karl Krombach

Feldwebel in einem Infanterie-Regiment, Inhaber des E. K. II

im Alter von 26 Jahren.

In tiefer Trauer:

Ottilie Krombach, geb. Seipp, mit Kindern Roland, Wilmi und Inge Familie Karl Krombach Familie Adolf Valentin

Familie Karl Seipp Familie Ludwig Krombach Familie Heinrich Wolf

Familie Heini PUchler und alle Angehörigen.

Lollar. Odenhausen-Lahn, Krofdorf, August 1941.

3349 D

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen

Heinrich Karl Kuhl

sowie die vielen Kranzspenden und allen, die dem Ver­storbenen das letzte Geleit gaben, sagen wir auf diesem Weg unseren herzlichsten Dank.

Familie Karl Luh

Familie Willi Ruth

Familie Richard Kaiser.

Lang-Göns, den 12. August 1941.

3339 D

mm

sorgen«

nungsvoller Sohn, mein einziger, unvergeßlicher Bruder, mein lieber Enkel, unser braver Schwiegersohn, Schwager, Pate und Onkel

Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß bei den Kämpfen im Osten am 8. Juli mein 1ügstgeliebter, unvergeßlicher Mann, der treu- genae Vater seines Kindes, unser lieber, hoff-

Otto Arnold

Oberschütze in einem Infanterie - Regiment, im blühenden Alter von 21 Jahren sein junges Leben lassen mußte.

In tiefem Schmerz:

Elisabeth Arnold, geb. Reitz, und Kind Albert Arnold, San.-ßefr.

Philipp Arnold und Frau Familie Karl Reitz.

Leihgestern, Saalfeld, Holzheim.

_____________ 02635

Sonntag abend entschlief sanft, nach langem, mit großer Geduld ertragenem Leiden, unser lieber Vater, Großvater, Schwiegervater und Bruder

Heinrich Elges

im Alter von 75 Jahren.

In tiefer Trauer:

Hermann Elges und Frau Lisbet, geb. Sack Adolf Elges und Frau Hedwig, geb. Klanke Dorle Elges.

Gießen (Seltersweg 66), den 10. August 1941.

Die Trauerfeier findet in aller Stille statt. Von Beileids­besuchen bitten wir abzusehen.

________________________________________________________02643

Bekanntmachung.

Die Straßenbeleuchtung wird ab sofort um 1 Uhr abgeschaltet. 3348A

Gießen, den 11. August 1941.

Stadtwerke Gießen.

Kleine Anzeigen richten sich an die Bevölkerung der engeren Heimat! Damm: Kleinan­zeigen in die Hei­matzeitung, den öleßeuerÄBieigy

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Wiederbeginn der Sprectistnnde

Mittwoch, den 13. August 1941

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