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So hausten die Volschewisten in Lettland.

Die Vergewaltigung des Geistes.

als ein Zeichen dafür gewertet, daß man einFeind des Volkes" fei. Die Bevölkerung konnte schon wenige Wochen nach Beginn der militärischen Be­setzung kaum noch die notwendigen Lebensmittel er­halten, da die Sowjetverwaltung und das Sowjet­heer das Land kahl und leer fraßen".

Bolschewistische Massenmorde in Stanislav.

B u d a p e st, 12. Juli. (Europapreß.) Ueber un­menschliche Massenhinrichtungen der Bolschewisten in Stanislau berichteten in Ungvar eingetrof­fene Augenzeugen:Am Montag fand in Stanislau das Massenbegräbnis von 360 Personen statt, die von den Bolschewisten in den letzten Tagen hinge­richtet worden waren. So wurden 180 Menschen mit Petroleum übergossen, dann angezündet und verbrannt. In einem Gebäude wurden 200 Per­sonen eingemauert, die infolge Luft- und Lebens­mittelmangels zugrunde gehen sollten. Zahlreiche starben. Diele fielen dem Wahnsinn anheim, andere Gruppen wurden in den Kellern oder auf den Höfen mit Maschinenpistolen erschossen. Ein Teil der Be­völkerung flüchtete in die Wälder, wo sich die Leute tagelang versteckt hielten. Erst jetzt kehren sie wieder in die Dörfer zurück.

Das Bild ist furchtbar, die Studenten hungern, und können Bettlerstudenten genannt werden. Sie haben kein Unterkommen oder Einkommen, und wo­von sie leben, weiß niemand", schreibt die Jswestija" im gleichen Jahr.

Als im Jahre 1920 dieAkademie der Wissen­schaften" ihr Jubiläum feierte, waren Mitglieder von 16 Staaten aus dqr ganzen Welt in Gala, Orden und Amtsketten erschienen. Damals schrieb eine europäische Zeitschrift:Biele schöne Reden wurden gehalten, worüber man aber nichts sagte, war folgendes: Seit Anbruch des Sowjetregimes wurden erschossen: die Professoren ..., die Schriftsteller ..., die Akademiker ..." Es folgte eine lange Liste mit den Namen der Erschossenen. Ironisch fragte dann die Zeitschrift:Ist ihr An­denken wie üblich durch Aufstehen geehrt worden?"

Don Anfang an hat das Sowjetregime keine Wis­senschaft geduldet, die nicht in voller Uebereinstim- mung mit den dogmatischen Grundsätzen des Bol­schewismus stand. In der Praxis wirkte sich das etwa folgendermaßen aus: Wenn der Professor Baudonikas am Ladogasee Wikingergräber fand oder in Südrußland Gotengräber freigelegt wur­den, so waren weder die Rasse der dort begrabenen Menschen noch die germanischen Waffen uno Geräte Kennzeichen für eine Völker- und Rassenbewegung, was ja eine Auslegung bürgerlich-kapitalistiscber oder nationalfaschistischer Geisteshaltung gewesen wäre; diese Funde waren vielmehr das Ergebnis autochthoner Klassenkampfentwicklung".

Sachlich arbeitende Gelehrte, die sich nicht dem Terror der bolschewistischen Ideologie fügten, wur­den verfolgt, hingerichtet, nach Sibirien verbannt. Im Mai 1937 setzte eine neue Verfolgungswelle gegen die kümmerlichen Reste der sowjetischen Intelli­genz ein. Unter den spärlich übriggebliebenen Ge­lehrten, Schriftstellern und Künstlern wurdeauf­geräumt." Diese Verfolgungswelle erstreckte sich auch auf dieAkademie der Wissenschaften", die als Hochburg von Feinden, Hochverrätern und Terro­risten" bezeichnet wurde. Die Akademie wurde von 85 auf 136 Mitglieder erweitert, nachdem die durchgreifenden Säuberungen" zusammen mit zahl­reichen Verhaftungen durchgeführt worden waren. An Stelle von Wissenschaftlern und Gelehrten tra­ten einseitige Dogmatiker der marxistischen-materia- listischen Auffassung, die nichts mit Wissenschaft zu tun hatten. Verfasser von Filmmanuskripten bol­schewistischer Prägung wurden ebenso in die Aka­demie ausgenommen wie Staatsanwälte, die sich bei Schauprozessen um das Regimeverdient" ge­macht hatten.

Bei dieser Methode mußte jedes wirkliche wissen­schaftliche Leben absterben. Ein Beweis hierfür war die Ausbürgerung zweier international anerkannter Moskauer Chemiker tm Jahre 19a7, der Professoren Ipartjew und Tschitschibabin, welche die

jüdischen Hochfinanz und ihren parlamentarischen Schleppenträgern willkommene Bundesgenossen fand, dort wurde die Widerstandskraft des Volkes untergraben, der Wehrwille getötet und damit die Axt an die Wurzel des Staates gelegt.

Die Volksfrontexperimente in Frankreich und Spanien haben gezeigt, auf welch heimtückische Weise der Bolschewismus, demokratisch-sozialistisch getarnt, sein Feld bestellte und welch besonderer Umstände es bedurfte, um ihn daran zu hindern, seine grausige Ernte zu halten. Aber Spanien seufzt heute noch schwer unter den Wunden des Bürgerkrieges und Frankreich verdankt der Volks­front und ihren bolschewistischen Inspiratoren die Mängel der materiellen und moralischen Rüstung, mit denen es in den Krieg zog, den eine kleine Gruppe englandhöriger Politiker kurzsichtig, leicht- fertig und gewissenlos für ihr Land heraufbeschwo­ren hatte, der jedoch nach der furchtbaren Nieder­lage des vergangenen Sommers für das französische Volk das sittliche Rfirstzungsbad werden zu sollen scheint, durch das geläutert Frankreich im neuen Europa Stellung uno Aufgabe begreift. Das schmäh­liche Verhalten seines ehemaligen Verbündeten, dem allein daran gelegen war, aus dem französischen Zusammenbruch koloniale Stützpunkte und die Kriegs­flotte auch mit den verwerflichsten Mitteln schwer­ster Rechtsverletzung und brutaler Gewalt für sich zu retten der britische Ueberfall auf Syrien zeigte beide ehemaligen Verbündeten in offenem Kriege miteinander diese Erfahrungen mögen den Fran­zosen beschleunigt die Augen darüber geöffnet haben, wo allein ihre Stellung nur sein kann, wenn sie noch einmal eine ihrer stolzen Geschichte, ihrer ehrwürdigen Kultur und ihrer geistigen und wirtschaftlichen Kraft gemäße politische Chance haben wollen. Sie müssen ihr Gesicht von der angelsächsischen Welt ab entschlossen wieder Europa zuwenden. Nicht mehr der angelsächsische Gendarm, der selber von schlechtem Gewissen getrieben um seinen eigenen zu Unrecht und mit Gewalt an sich gebrachten Besitz bangt, wird Frankreich, von der Psychose der bedrohten Sicherheit endgültig geheilt, in dem neuen Europa, dem Deutschland bank der schöpferischen Kraft seiner Idee Gestalt und Inhalt geben wird, zur Zusammenarbeit der Nationen seinen Beitrag nicht versagen. Der Wille dazu hat bei den zukunststrächtigen Gedanken aufgeschlossenen Franzosen gewiß einen neuen Anstoß erhalten durch den Entschluß Deutschlands, das verräterische Doppelspiel des Kreml zu durchbrechen und den Vernichtungskampf gegen den Bolschewismus auf- zunehmen. Wie den Spaniern, die aus ihren furcht­baren Erinnerungen an den Bürgerkrieg den be­geisterten Elan nehmen, mit dem ihre Freiwilligen aus allen Provinzen zusammenströmen, um sich zu neuen Kampfbataillonen gegen den Bolschewismus zu formieren, so wird es auch den Franzosen leicht, ihre Solidarität mit dem neuen Europa zum ersten Mal und ohne Vorbehalt in der gemeinsamen Front gegen den Bolschewismus zu bekunden.

Bei den nordischen Völkern, die in den letzten zwanzig Jahren in besonderem Maße den sich lawinenartig nach Westen fortpflanzenden Druck der Sowjetmacht in ihrer entnervenden Unmägbarfeit zu spüren bekamen, aber auch bei den Holländern und den Flamen und Wallonen Belchens kommt dazu das furchtbare Erlebnis der grauenvollen Ver­nichtung kleinerer Nationalitäten, die sich die Sow­jetunion nach der Zertrümmerung Polens ihrer Wesigrenze e inner leibt hatte. Welch entsetzliches Blutbad die Henker der GPU. vor allem in den baltischen Ländern und in der Westukraine unter der führenden Intelligenz, unter Adel und Geist­lichkeit, Bürgern und Bauern der nattonalbewuß- tcn Bevölkerung schon in den Tagen ihres Einzugs in dasSowjetparadies" angerichtet haben, davon kann man sich erst jetzt und auch nur andeutungs- weHe einen Begriff machen, wo die harte Faust des deutschen Soldaten die so sorgsam verschlossen gehaltenen Pforten des Stalin-Reiches mit Gewalt aufgebrochen hat und Europa darntt die Möglichkeit gab, die bolschewistische Bestie an ihrem Werk zu sehen. Ihre abscheulichen Schändlichkeiten an den als Nationalisten verdächttgen ukrainischen Män­nern und Frauen in Lemberg, Dubno und anderen Orten der Westukraine haben in der gesamten Kul­turmenschheit einen Aufschrei des Grauens und Ser Empörung ausgelöst und die europäischen Na­tionen in ihrem Willen bestärkt, diesem Verbrecher am Menschengeschlecht ein Ende zu machen, aber auch weit über Europas Grenzen hinaus, vor allem beim japanischen Volk und in den vom Kommu­nismus oft bedrohten Staaten Jberoamerikas Ver­ständnis für den Sinn des deutschen Dernichtungs- kampfes gegen den Bolschewismus geweckt.

Die angelsächsischen Diktatoren Roosevelt und Churchill haben sich nur mit einem lachenden und einem weinenden Auge offen ßu dem neuen Bundesgenossen Stal i n bekannt. Sie hätten gerne das Kulissenspiel noch einige Zeit fortgesetzt, um damit den Sowjets noch Zeit für ihre Aufrüstung zu geben und, was vielleicht noch wesentlicher war, das amerikanische Volk an ein Bündnis mit dem in weiten Kreisen der Vereinigten Staaten verab­scheuten Bolschewismus au gewöhnen. Wo nun der Vorhang vor der Zeit hochgegangen ist, sehen, sich die Herren etwas brüsk demaskiert und finden sich nur mühsam in ihre Rolle. Immerhin war der Empfang, den man in diesen Tagen einer Sowjet- Militärmission in London bereitete, ein bemerkens­werter Auftakt für die Bekundung der herzlichen Sympathien, die der Bolschewismus und die anglo- jüdische Plutokratie für einander hegen. Roosevelt in Washington hat sich auf andere Weise aus der Affäre gezogen. Er kann zwar dem Sowjetverbün­deten te.nc materielle Hilfe leisten, da die ameri­kanischen Rüstungsbetriebe nicht einmal imstande sind, neben der Aufrüstung des eigenen Landes den Bedarf Englands auch nur annähernd zu decken. Roosevelt hat daher auf seine eigene Me­thode seine Solidarität mit dem Bolschewismus und seine tödliche Feindschaft gegen Europa bekundet. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat nord- amerikanische Marinetruppen auf Island landen lassen und damit seine Politik maritimer Stütz­punkte, die schon seit langem vom pazifischen Raum auch auf den Atlantik übertragen worden war, nun Über die westliche Hemisphäre hinaus au zweifelsfrei europäisches Gebiet vorgeschoben. Er tut damit den ersten Schritt auf den europäischen Kriegsschauplatz selbst, da ihm dieser nicht den Ge­fallen getan hat, sich auf die westliche Hemisphäre auszudehnen, wie es der Präsident seinen Lands­leuten warnend an die Wand gemalt hat, um sie für einen Krieg mit Europa zu erwärmen, dem die große Mehrheit des amerikanischen Voltes im in­nersten Herzen widerstrebt.

Wie einst Wilson hat auch Roosevelt feierlich ver­sprochen, die Vereinigten Staaten aus dem Kriege herauszuhalten, solange nickt eigene lebenswichtige Interessen bedroht sind. Aber seine ganze Politik kennt seit Jahren kein anderes Ziel, als den Ein­tritt seines Landes in den Krieg. Dazu bedurfte es bei dem stets wachen Mißtraueg der. Mnjlicheü

Boston, 12. Juli. (DNB. Funkspruch.) Im Christian Science Monitor", schildert eine lettische Persönlichkeit, die sich nach der Okkupation durch die Sowjets retten konnte, die Zustände in Lett­land unter der Bolschewistenherrschaft wie folgt:

Unmittelbar nach der Ankunft der Bolschewisten in Lettland sind Tausende von Personen, die im öffentlichen Leben standen, auf geheimnis­volle Weise verschwunden, ohne daß man jemals wieder etwas von ihnen horte. Die promi­nentesten Männer Lettlands wurden ermordet, o z. B. Präsident Ulmanis, der ftühere Kriegs­minister Balo dis, der Finanzminister Vald- manis und der Chef der Heeresleitung General Bcrkis. Zahllose Universitätsprofessoren, höhere Beamte und Studenten wurden nach Sibirien ober in die arktische Zone deportiert. Alle Häuser wur­den beschlagnahmt, ebenso alle Bank- und Sparkassenguthaben. Die Kaufhäuser und die Le­bensmittelgeschäfte wurden systematisch von den neuen Behörden ausgeplündert. Die Be­amten wurden durch Kommunisten ersetzt. Man ahlte den Entlassenen keinerlei Pension oder Ab- inbung und überließ sie, soweit man sie nicht hin­richtete oder ins Gefängnis warf, einem langsamen Hungertode. Ein unerträgliches Spitzelwesen wurde aufgezogen. Auch harmlose Aeußerungen ober die bloße Frage nach dem Verbleib eines spurlos ver- chwundenen Verwandten ober Bekannten wurde

NSK. Das beispiellose Grauen, das heute die deutsche'Wehrmacht, die tief auf allrussisches Reich eingedrungen ist, der staunenden Welt enthüllt, er- aßt nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Gebiete, sondern auch die kulturellen und wissen- chaftlichen Zustände in den UdSSR. Trotz aller Neklame, welche die Sowjets gerade um die we­nigen vom Bolschewismus gekauften Gelehrten der Sowjetunion gemacht haben, trotz aller Broschüren und Zeitungsartikel, in denen der Welt weisgemacht werden sollte, daß auch der einfache Arbeiter im Sowjetparadies" wissenschaftliche Studien treiben könne, und trotz allen Geschreis über die Segnun­gen" gerade kultureller und wissenschaftlicher Art in der Sowjetunion hat die Weltöffentlichkeit schon seit Jahren das untrügliche Gefühl, daß in der gan­zen Welt nirgendwo die Wissenschaft ryie die Intelli­genz so leidet wie im bolschewistischen Sowjetreich. Diese Auffassung wird jetzt aufs Furchtbarste be­tätigt.

Don Anfang an hat das bolschewistische Regime lurch eine unduldsame dogmatische Tendenz die ge- amte geistige Entwicklung im Lande, in dem das Analphabetentum noch überall herrscht, im stärksten Maße unterdrückt. Schon in einem Erlaß vom Jahre 1921 wurde erklärt, daß das wissenschaft­liche Denken ein bürgerliches Vor­urteil sei,weshalb alle Professoren und Lehrer der Gesellschaftswissenschaft ihre Vorlesungen den Lehren des Kommunismus und Mar­xismus anpassen müssen. Diejenigen, welche anderer Ansicht sind, erhalten nicht die Er­laubnis zu lehren und werden ihres Amtes entsetz t." Das gleiche wurde in allen Schulen, öffentlichen Vorlesungen und Versammlungen ge­fordert. Im ganzen geistigen und wissenschaftlichen Sektor der Sowjetunion entstand durch diesen bru­talen Dogmatismus eine Pseudowirtschaft, eine Scheinkultur, die das fortschreitende geistige Leben tödlich bedrohen mußte.

Das Hauptverbrechen jedoch bieder gewaltsamen Methoben ber Unterbrückung jeder geistigen und wissenschaftlichen Entwicklung bestand darin, daß die erzieherischen Einrichtungen zer- ftört oder unter Terror gesetzt wurden. Die Sow- etzt haben oft die Lüge in die Welt hinausposaunt, daß die bolschewistische Revolution die Zahl der Schulen, der Universitäten, Laboratorien und Bücher vermehrt, daß das Unterrichtssystem verbessert und der Fortschritt der Wissenschaft gefördert wurden. Diese Behauptungen sind von Grund aus erlogen. Die ,Hswestija" schrieb folgendes:Die Lage ber Schulen im Lande ist schrecklich. Es gibt kein Pe­troleum, kein Licht, keine Zeitungen, keine Bücher. Die Schulen sind leer. Keine Lehrer. Die kulturelle Tätigkeit ist erstorben."Die wirtschaftliche Lage der Studenten ist sehr schlecht", heißt es in einem Be­richt vom Kongreß der bolschewistischen Partei.

Meinung des amerikanischen Volkes ber raffinier­testen Umwege, um sich immer umfassendere Voll­machten zu erschleichen und die Vereinigten Staa­ten auf einen Weg festzulegen, von dem es kein Zurück mehr gibt. Das Neutralitätsgesetz des Jah­res 1935 beruhte nach den Worten des Staats­sekretärs Hüllauf der Ansicht, daß, falls unser Land die Basis für militärische Vorräte für irgend­einen Kriegführenden würde, die Tendenz bestünde, eine Atmosphäre der Unneutralität zu schassen und letzten Endes zu helfen, uns in den Krieg hinein- zuzerren". Die Politik der Vereinigten Staaten von diesem einst selbst für recht erkannten gesunden und klaren Standpunkt abzubringen, war Roosevelts vornehmstes Streben, seitdem er zwei Jahre später in seiner berüchtigten Chikagoer Rede vom 5. Ok­tober 1937 das Wort von denAggressor-Nationen" geprägt hatte, diein Quarantäne gelegt" werden müßten, womit er meinte, daß die autoritär re­gierten Mächte von amerikanischen Lieferungen ausgeschlossen werden sollten. Schritt für Schritt erfolgte nun die Durchlöcherung des Neutralitäts­gesetzes zu Gunsten Englands, bis die Stimmung in der amerikanischen Oeffentlichkeit reif war für das Englandhilfe-Gesetz, das dem Wunsche ent­sprach, England jede Hilfe zu gewähren, aber einen Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg zu vermeiden. Doch Roosevelt schritt auf dem verhäng­nisvollen Weg rüstig fürbaß, Immer darauf be­dacht, durch eine ihm gefügige Presse das Land an den Gedanken zu gewöhnen, daß man auch vor dem Kriege nicht zurückschrecken dürfe, daß aber vorerst nichts vorläge, was einen solchen Entschluß nötig mache. Aber fast hinter dem Rücken des amerikanischen Volkes trieb der Präsident zielbe­wußt dem Kriege zu. So wurde im Frühjahr, als von den auf britischen Schiffen nach England ver- frackteten amerikanischen Rüftungslieferungen ein großer Teil versenkt wurde, ein Patrouillensystem im Nordatlantik zum Schutz amerikanischer Geleit­züge propagiert. Aber man scheute schließlich noch vor dem Widerstand im Lande zurück. Als aber bann englische Truppen am 10. Mai 1940 I s - land besetzten und die Reichsregierung, da die Insel von den nach England fahrenden Blockade­brechern als Stützpunkt benutzt wurde, Island und die umliegenden Gewässer am 26. März 1941 zum Operationsgebjet erklärten, nahm man in Washing­

ton dies zum Vorwand, um die Hand auf bas dä­nische Grönland zu legen.

Schon damals spielte die Abgrenzung der west­lichen Hemisphäre eine Rolle. Grönland wurde zum amerikanischen Interessengebiet erklärt und unter dem Deckmantel eines Scheinvertrags mit dem dänischen Gesandten in Washington, der dazu keineswegs befugt war und von feiner Regierung glatt desavouiert wurde, besetzten norbamerikanische Marinetruppen am 10. April die Küstenplätze Grönlands. Die Be­setzung Islands ist nun ber weitere Schritt zur Verwirklichung des Programms, ähnlich wie im Pazifik nun auch im Atlantik ein System vorge­schobener Stützpunkte zu schaffen, das dieses Welt­meer in die Gewalt des amerikanischen Imperialis­mus bringt. Irland, die portugiesischen Azoren und Kap Verdischen Inseln sowie das französische Dakar an der Westküste Afrikas sind die nächsten Punkte dieses Programms, das die denkbar krasseste Her­ausforderung Europas bedeutet, dessen Solidarität als Kontinent unter deutscher Führung sich soeben erst im Kampf gegen den Bolschewismus kundtut. Wie Island auch nach der unter britischem Druck er­folgten Lösung der Personalunion mit Däne­mark seinen Wunsch, außerhalb des Krieges zu bleiben, nachdrücklich bekundet hat, so hat auch Ir­lands Ministerpräsident be Valero immer wieber bie Entschlossenheit zur Aufrechterhaltung ber Neu­tralität des Landes betont, Portugal hat Truppen entsandt zur Verteidigung seiner atlantischen Insel­gruppen und Frankreich hat durch energische Ab­wehr britischer Angriffe auf Dakar und andere afri­kanische Küstenplätze seinen Willen unterstrichen, seinen Kolonialbesitz unter eigener Souveränität zu behaupten. Aber auf Roosevelt, den Verteidiger ber Rechte kleiner Völker unb Wortführer ber Demo­kratie im Völkerleben, machen bie eindeutigen Be­kundungen des Selbstbestimmungsrechts dör nächst­beteiligten europäischen Nationen keinen Eindruck. Ueber solche Zwirnsfäden kommt der amerikanische Imperialismus nicht mehr zu Fall. Aber wie Eu­ropa sich einig ist in der Abwehr des Bolschewis­mus, so wird es sich einig fein in der Abwehr einer Provokation, die bewußt Verwicklungen schafft, um schließlich den offenen Konflikt zu haben. Die Be­setzung Islands ist ein Angriff auf Europa unb Europa wird sich gegen diesen Angriff zur Wehr setzen. Dr. Fr, W. Lange.

Erlaubnis erhalten hatten, studienhalber ins Aus. land zu reisen, ein Zeichen bafür, daß man sie für! politisch zuverlässig hielt. Sie kehrten nicht zurück. Tschitschibabin schrieb bamals:Wenn mein Land meine Arbeit auch jetzt noch so wenig schätzt, baß mir nur mit dem Munbe Versprechungen ge­macht werben, statt daß man mir ein ordentliches Laboratorium zur Verfügung stellt, so will ich lieber hier bleiben." Beide Gelehrten traten in ben Dienst ber Privcttinbustrie in Amerika. Offenbar haben aber materielle Vorteile bei beiben keine Rolle gespielt, sie wollten sich vielmehr gegen bert Mißbrauch ihres wissenschaftlichen Rufes zu Zwecken der bolschewistischen Agitation zur Wehr setzen.

Die Reklame spielt nämlich gerade auf wissen­schaftlichem unb kulturellem Gebiete in der Sowjet­union eine große Rolle. Spezialisten und Fachge-, lehrte würben rücksichtslos in ben Dienst des Sow- jetregimes gepreßt. Gewöhnlich bot man ben Spe­zialisten Ingenieuren, Aerzten, Chemikern, Bo­tanikern usw. irgendeine Stellung in einem ent­fernten Gebiete zu sehr ungünstigen Bedingungen an. Falls dies abgelehnt wurde, wurden die un­glücklichen Opfer verhaftet unb bapn nach demselben Orte zwangsweise verschickt. Mitunter wurden sie auch in ben Moskauer Gefängnissen gelassen, wo sie unentgeltlich zu arbeiten hatten.

In der Regel fürchteten die Sowjets gerade in den Kreisen ber Intelligenz gegenrevolutio­näre Verschwörun gen, zumindest gegen- revolutionäre Gedankengänge. Daher ihr Haß ge­rade gegen diese Menschengruppe. Zahlreiche Ge­lehrte sitzen noch heute in den unzähligen Zwangs« lagern. Der greife Indologe A. E. S n e s s a r e w befinbet sich, halb gelähmt, schon seit sechs Jahren in einem solchen Lager. Der weltberühmte Ikonen* forscher Anissimow hat die Stelle eines Auf- wärters im Lager Solowki. Der gelehrte Natur­forscher Kaptrew wurde mit feinem Bruder irrt Jahre 1934 nach dem Amur verbannt.

Während man aber die angeblich der Kontern revolutton verdächtigen Gelehrten verfolgt und zu­grunde richtet, wird nach außen hin die gegen­teilige Agitation getrieben. In Wirklichkeit sind bie Verhältnisse ganz befonbers im wissenschaftlichen und kulturellen Bereich der Sowjetunion unerträg­lich. Die Ausrottung der Intelligenz, die die Bol­schewisten von Anfang an als eine schwere Gefahr für ihr System betrachteten, wurde planmäßig vor­genommen. Allein in den ersten fünf Jahren wurden unter den rund 1 860 000 Hingerichteten 6000 Leh­rer und Professoren, 88 000 Aerzte, 355 000 Intel­lektuelle gezählt. Gemäß der Losung in ber Mos­kauer ZeitschriftNowyj Mir" (Nr. 5, 1936):Die alten Gruppierungen in der Wissen schäft, der Kunst, der Literatur sind zerstört unb zuschanden gemacht worben", hat das bolschewistische System unter Führung der GPU. die tragende Schicht der In­telligenz des Landes für Generationen vernichtet."

Das bolschewistische Untermenschentum griff auch hier zur Stabilisierung feiner Herrschaft zu ben grausamsten Mitteln ber Verfolgung und ber Aus­rottung jener Menschen, die sich einen Rest von Vernunft unb Intelligenz bewahrt hatten und welche deshalb der bolschewistischen Doktrin im Wege stau­ben. Das Ende eines solchen Prozesses mußte die ideelle und materielle Zerstörung des geistigen Le­bens sein. Gefängnis unb Hinrichtung haben bert wesentlichsten Teil der Oeifte&arbei'te'r in ben UdSSR, hinweg gerafft. Was aber können die übrig­geb Heben en geistigen Arbeiter schaffen in einem Lande, wo selbst Schreibpapier eine Seltenheit ist, wo es kein Petroleum gibt, wo die elektrische Be­leuchtung ein Luxusartikel ist unb wo beinahe sämt­liches Druckpapier von ben Bolschewisten zu Agi­tationszwecken beschlagnahmt worden ist?

Dies ist das Land, bas der Menschheit auch auf wissenschaftlichem und kulturellem Gebiete dasPa­radies" bringen wollte. Die deutsche Wehrmacht hat auch in biefer Hinsicht den Schleier des Geheimnisses vom bolschewistischen Regime hinweggerissen.

Oer finnische Heeresbericht.

Helsinki, 12. Juli. (Europapreß.) Amtlich wirb mitgeteilt:Im Süd osten fanden in den letzten Tagen Erkundungsoorstöße statt. Die Artillerie war auf beiden Seiten tätig. Dem Feind wurden Ver­luste sowohl in bezug auf Mannschaften als auch auf Material zugefügt. In Richtung auf Lähden- pahja wurden weitere Gebiete erobert. An bet O st grenze nahmen die Operationen ihren plan­mäßigen Fortgang. Dem Befehl Stalins gehorsam, haben die Sowjets überall, wo sie sich zurückzogen, versucht, sämtliche Wohnhäuser zu verbrennen. Den­noch sind viele unversehrte Dörfer in unseren Besitz gelangt. Durch ßufterfunbung wurde fest gestellt, baß solche Zerstörungen auch in denjenigen Gebieten ftattfanben, wo feine eigentlichen Kriegsoperatio­nen im Gange waren. Die Tätigkeit unserer (5ee- ftreitfräfte war in ben letzten Tagen darauf ge­richtet, bie- Seeverbindungen des Feinbes zu stören und einen sicheren Verkehr in ben eigenen Fahr­wassern zu gewährleisten. In ber Nähe der Oft- grenze unb an ber Hangö-Front war weitere Patrouillen- unb Artillerietätigkeit. Unsere Luft­waffe hat feindliche Truppentransportzüge, Auto­kolonnen sowie biwakierende Truppen und Quar­tiere mit Bomben belegt. Die feinbliche Lufttätigkeit war sehr lahm."

Finnische Erinnerungen an Ostkarelien

Helsinki, 11. Juli. (Europapreß.) An knüpfend an bie im finnischen Heeresbericht erwähnten Namen ber von finnischen Truppen eroberten Ortschaften Repola, Vuokiniemi, Koltokki und anbere mehr, erinnert das BlattKarjala" daran, daß gerade aus den erwähnten Gegenden viel Mate­rial für die Zusammenstellung des finnischen Na- tional-Epos Kalevala stammt. Aber es seien nicht nur die geistigen Bande, die Finnland mit den ostkarelischen Stammesbrüdern verbinde, son­dern auch die geographischen Verhältnisse ließen klar erkennen, daß das heutige Finnland und Oft. fareHen eine Einheit bilden, und daß Ost­karelien einen Teil des fenno-ständischen Gebietes barstellt.

Hartnäckiger französischer Widerstand in Syrien.

V i ch y , 12. Juli. (DNB. Funkspruch.) Donners­tag nachmittag unb Freitag vormittag stießen die britischen Anstrengungen an allen Abschnitten der Vront auf den hartnäckigen^Widerstand der franzö­sischen Truppen, die an einigen Punkten erfolgreiche Gegenangriffe und Handstreiche durchgeführt haben. An ber Küste haben die Engländer die franzö­sischen Stellungen, im Norden von Damout und Beirut, angegriffen. In örtlichen Gegen­angriffen wurden die australischen Jnfanterieabtei- lungen, die vorgerückt waren, wieder zurückge­worfen. Die Kämpfe dauern an. In der Gegend von C h o u s wurden zwei britische Angriffe zum Stehen gebracht. In der Gegend von Damour wurden alle Punkte, wo die feindlichen Streitkräfte eingedrungen waren, zurückerobert. Jnr AbsthniÜ