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Diese Lage ist vielfach von Vermietern möblierter Zimmer zu ungerechtfertigten Mietsteigerungen ausgenutzt worden. Bereits vor längerer Zeit hatte der Preiokommistar für die Preisbildung den ört­lichen Preisbehörden als wirksamstes Gegenmittel aegen derartige Preissteigerungen den Erlaß von Sticht- und Höchstpreisanordnungen empfohlen. Zahlreiche Preisbehörden haben von dieser An­regung Gebrauch gemacht. Um den Erlaß weiterer Anordnungen zu fördern, hat der Neichskommissar für die Preisbildung nunmehr in seinem Mit­teilungsblatt eine Musteranordnuna veröffentlicht. 9n dieser Anordnung werden die Zimmer in be­stimmte Gruppen eingeteilt, deren Höchstpreise je- weil» den örtlichen Verhältnissen anzupassen sind. Die Nachprüfung des Mietzinses durch Behörden und spätere Biietbewerber soll ein Untermletbuch erleichtern, in dos der Vermieter jedes länger als eine Woche andauernde Mietverhältnis mit ge­nauen Einzelangaben einzutraaen hat. Die Muster- anordnung gibt ferner Grundsätze für die Miet- zinsbildung bei Leerzimmern und Schlafstellen so- wie für die Untervermietung von leeren und möb­lierten Wohnungen, um den auch insoweit aut- tretenden Neigungen zum Preisauftrieb entschei­dend zu begegnen. Wo bislang keine örtliajen Regelungen getroffen sind, gilt für die Untermiet­verhältnisse selbstverständlich die Preisstopoerord- nung. Es ist also verboten, die Stopmiete zu Über­schreiten. Uebcrprüfungen der Mietzinse Haden so- wohl in der Reichshauptstadt als auch in anderen Orten des Reiches bereits zu empfindlichen De- strafungen geführt. Vermieter, die aus den krieg»- bedingten Wohnungsschwierigkeiten persönliche Vor­teile ziehen wollen, werden weiter unnachsichllich zur Rechenschaft gezogen werden.

Oekonom erat Carl Hoffmann f.

In der verflossenen Nacht ist der in weiten Kreisen Oderhessens und darüber hinaus bekannte und ae- schätzte Oekonomierat E a r l H o f f m a n n im 88. Le- bensjahre verstorben. In Gießen, mit dem er sich stet» eng verbunden fühlte, hatte er nach einem Leben voller Arbeit seinen Lebensabend verbracht, der durch die Erfolge seines Scliaffcns und vielfache wohlverdiente Anerkennung verschönt war.

Earl Hoffmann war am 4. März 1854 in Hof- Gull bei Lich geboren. Nach dem Studium der Landwirtschaft an den Universitäten Gießen und Halle a. S. und seiner praktischen Ausbildung wirkte er in dem Betrieb des Hofgutes Hof-Güll mit, das sich seit fast 140 Jahren ununterbrochen in bei* Pachtung der Familie Hoffmann befindet. Zur Unterstützung feines Vaters in der Leitung des Hofgutes mar er von 1877 bis 1885 tätig, bann leitete er die Gutswirtschaft gemeinsam mit seinem Bruder, von 1887 ab stand er als alleiniger Päch­ter dem Gutsbetrieb vor. Unter feiner Leitung wurde das Hofgut Hof-Güll in Hessen zu einem landwirtschaftticyen Musterbetrieb, in dem land­wirtschaftliche und kaufmännische Erfahrungen der­art exakt Hand In Hand arbeiteten, daß die in dieser Wirtschaft gesammelten (Srfabrunqen mehr­fach als Grundlage wissenschaftlicher Doktorarbeiton dienten. Mit ausgezeichnetem Urteil und Blick für die Tierzucht förderte er die hessische und die deut­sche Landwirtsä>aft durch seine züchterischen Arbeiten insbesondere aus dem Gebiete der Pferde- und Schweinezudst, und auf zahlreichen bedeutenden Ausstellungen wurde seine züchterische Arbeit durch hohe und höchste Preise anerkannt. Diese weithin wirkenden Erfolge seines Schaffens führten dazu, daß er vor einigen Jahrzehnten in maßgebliche Führungsstellen der hessischen und der deutschen Landwirtschaft berufen wurde, in denen er viele Jahre lang in fruchtbarer Weise zur Förderung unserer Landwirtschaft mitarbeitete. So war er u. a Mitglied des Vorstandes der früheren Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft in Berlin und Vorsitzen­der der Zuchtabteilung deutsches Edelschwein, Leiter des früheren Landrvirtlchaftlicijen Klubs in Frank­furt a. M. und lange Jahre Vorsitzender des Auf­sichtsrates der Friedberger Zuckerfabrik.

Für fein vorbildliches und allezeit uneigennütziges Wirken wurde er im Jahre 1902 zum Oekono- mierat ernannt. Mit besonderer Freude nahm er im Sommer 1936 als Auszeichnung ein Bild des Füh­rers aus der Hand des Reichsminifters für Ernäh­rung und Landwirtschaft. Reichsbauernführers T q r r 6 in Empfang, das ihm gelegentlich der da- maligen Reichsnährstands-Ausstellung in Frankfurt in Anerkennung seiner großen Verdienste um die Aufwärtsentwicklung der deutschen Landwirtschaft überreicht wurde. Ferner war er Inhaber der Gro­ßen Max-Eoth-Medaille, die er als alter Mit­arbeiter de» Gründers der Deutschen Landwirtschafts- aesellschast schon vor einer Reihe von Jahren erhal­ten hatte.

Neben feinem Beruf und einer Reihe weiterer Ehrenämter aalt sein besonderes Interesse und feine ganze Lieb* Der Jagd. Als eifriger Weidmann fand er in dem edlen Weidwerk immer wieder eine Quelle wertvoller Lebensfreude. Dem VereinHubertus", Verein weidgereclster Jäger in Gießen war er durch feine eifrige Mitarbeit allezeit ein besonders wert­volles Mitglied, das der Verein in dankbarer Wür­digung der vielfältigen DerdienfB zu feinem ersten Ehrenmitglied ernannte. Der nunmehr Entschlafene mar auch der älteste bisher noch lebend« Reserve-

Soldaten als Steuerzahler.

Der Reichsfinanzminister befaßt sich in der 'Zeit­schrift der Akademie für Deutsches Recht" u. a. mit der Frage, inwieweit die Kriegsverhältnisse eine be­sondere steuerliche Berücksichtigung gefunden haben. Die Finanzämter seien von ihm gleich zu Beginn des Krieges angewiesen worden, uirdillige Härten zu vermeiden. Dabei haben sie zwei Gesichtspunkte be­sonders zu beachten: den erhöhten Finanzbedarf des Reiches einerseits und die geringere steuerliche Lei­stungsfähigkeit mancher Volksgenossen anderseits. Es wurde den Finanzämtern zur Pflicht gemacht, be­sonders dann entgegenzukommen, wenn ein Soldat oder ein im gegenwärtigen Krieg Verwundeter be­antragt, ihm den Kriegszuschlag zu erlassen. Auch wenn die Ehefrau oder ein unversorgtes Kind eines Kriegsgefangenen, eines Internierten oder eines im gegenwärtigen Krieg gefallenen Soldaten einen An­trag auf Erlaß des Kriegszuschlags stellt, ist Ent­gegenkommen geboten Hat ein Steuerpflichtiger Vor­auszahlungen auf die Einkommensteuer und den Kriegszuschlag zu leisten und er wird eingezogen, so hat das Finanzamt die Vorauszahlung von Amts wegen herabzusetzen, sofern erkennbar ist, daß das

Einkommen erheblich zurückgeht. Bei verspäteter Ab­gabe von Steuererklärungen sowie von Steuerzah­lungen soll kein Verspätungs- oder Säumniszuschlag erhoben werden, wenn die Verspätung darauf zu- rückzuführen ist, daß der Steuerpflichtige inzwischen zur Wehrmacht einberufen wurde. Auch von Sol­daten versäumte Rechtsmittelfristen fallen nicht dazu führen, daß dem Soldaten das Rechtsmittel Der- lorengeht. Dollftreckunasmaßnahmen gegen Wehr- machtsangehörige dürfen grundsätzlich nicht mehr eingeleitet werden. Das gleiche gilt auch für Steuer- straf verfahren.

Durch diese Bestimmungen soll der Soldat vor jeder unbilligen Härte in Steuersachen geschützt wer­den. Aber auch bei Steuerpflichtigen, die nicht zur Wehrmacht einberufen sind, kann durch kriegs­bedingte Veränderungen die steuerliche Leistungs­fähigkeit gemindert werden, z. B. wenn Betriebe stillgelegt ober eingeschränkt werden wußten, wenn Warenvorräte beschlagnahmt wurden usw. Auch in diesen Fällen sind die Finanzämter angewiesen, die eintretenden Veränderungen zu berücksichtigen und unbillige Härten zu vermeiden.

SJtXfpOTt

50. LSnderspielskeg im Hockey.

Deutschland Ungarn 2:0 (1:0).

In Schweinfurt fand der 4. Länderkampf der Hockeymannschaften von Deutschland und Ungarn am geftriaen Sonntag statt. Wenn auch Deutschland meist leicht überlegen war, so muß doch die harte und unermüdliche Gegenwehr der Ungarn aner­kannt werden. Die Mannschaft legte riesigen Eifer an den lag, war technisch gut beschlagen und vor allem in der Hintermannschaft, wo Liefka und Dr. Miklos überragten, sehr sicher. Die deutsche Elf glänzte mit sauberem Zusammenspiel. Bester Spie­ler war der Halblinke Lange, von dem die meisten Angriffe ausgingen. 3rt der Abwehr ging insofern nicht immer alles nach Wunsch, als Torhüter Droese nicht mit der früheren Sicherheit abwehrte. Aber er hatte doch das Glück, sein Tor rein zu halten.

In der Hockeysportbilanz der beiden Länder fuhrt nun Deutschland mit 2 Siegen, zwei Treffen en­deten unentschieden.

VfB.'ReichSbahn Sieben.

VfV.-Neichsbahn Luftwaffe 1:2.

Beide Mannschaften zeigten nur mäßige Leistun­gen. Das Spiel rann man als ein Spiel der Hinter­mannschaften bezeichnen, da das Können dieser Mannschaftstelle das Spielgeschehen bestimmte. Die Abwehrarbelt von Schlitz und Gebrüder Ziegler ist um fo höher zu bewerten, als die Außenläufer des Gastgebers derartige Schwächen aufmiefen, daß sie nur durch den vollständigen Einsatz der anderen Spieler ausgeglichen werden konnten. Die Luftwaffe hat dieses Spiel verdient gewonnen, da die Mann­schaft mit größtem Einsatz kämpfte und auch an Schnelligkeit den VfB.ern überlegen war. Allerdings hält die Mannschaft einen Vergleich mit der seit­

herigen Mannschaft der Luftwaffe nicht aus. Man vermißte bei ihr das flache Zusammenspiel und den flüssigen Spielaufbau. Die halbhohe Spielweise der Gäste Dürfte schon scheitern, wenn sie auf eine Mann­schaft trifft, die schneller als die Leute vom Wald­sportplatz ist. Die besten Kräfte der Luftwaffe waren neben der Hintermannschaft die beiden Außenstürmer. Schiedsrichter Hofmann leitete aufmerksam.

Spielverlauf: Von Spielbeginn an ist die Luft­waffe leicht überlegen. Durch die mangelhafte Deckung des Linksaußen kann dieser Spieler durch gute Flanken immer wieder gefährliche Momente im Strafraum Der GrüniWeihen Hervorrufen. Zieg­ler hält jedoch, wenn auch teilweise mit Glück, die »ten Schüsse. Die VjBer spielen zu durchsich- merDen immer wieder van der Verteidigung De"r Luftwaffe abgestoppt. Trotzdem haben sie eine klare Torgelegenheit, als ihr Halblinker an der Ver­teidigung vorbeikommt. Er schießt jedoch darüber. Als wieder einmal der Linksaußen der Luftwaffe freisteht. fällt durch ihn das Führungstor der Luft- roaffe. Bei diesem Stand bleibt es bis zur Halbzeit. In der zweiten Halste stellen die Gießener um, Ehmann geht auf Rechtsaußen und Barschel auf Halbrechts. Hierdurch gewinnt der Sturm beb erntend an Gefährlichkeit. Als Der Mittelstürmer bei einem Linienspiel nach Rechtsaußen rückt und von dort zur Mitte flankt, verfehlt der Tormann den Ball, und dieser springt vom redjten Läufer ins Tor. Der Ausgleich war damit gefallen. Unverständlicherwerfe wird Ehmann schon wieder zurückgenommen und damit dem Sturm der Durchreißer entzogen. Der Druck der Luftwaffe wird dadurch sehr stark. Als Schlitz neben dem Halbrechten fällt, kann dieser zum 2:1 einschießen. Fast mit dem Schlußpfiff rettet der linke Verteidiger der Luftwaffe, als er dem Links­außen fallend den Ball vom Fuß zieht, feiner Mannschaft den Sieg.

Lingam stark verbessert

Mr ein ll:8=(Sieg der deutschen Handballelf.

Der neunte Handb all-Länd erkämpf zwischen Deutschland und Ungarn, der am Sonntagnachmit­tag vor 10 000 Besuchern im Mannheimer Stadion vor sich ging, brachte zwar den erwarteten deutschen Sieg, aber mit 11:8 Toren fiel das Ergebnis über­raschend knapp aus. Das lag einmal an der wenig überzeugenden Leistung der deutschen Nationalelf, dann aber zeigten sich die ungarischen Gäste als stark oerbefiert, und es hätte nicht viel an einer lleberrafdjung gefehlt. In der ersten Halbzeit, die die Ungarn mit 5:3 für sich buchten, mar das Zu­sammenspiel in Der deutschen Elf höchst mangelhaft, eine Tatsache, die um so mehr überraschte, als ge­rade die deutsche Nationalmannschaft stets durch prächtige Zusammenarbeit aller Mannschaftsteile begeisterte. Diesmal wurde aber allzu viel auf eigene Faust gespielt, was nicht nur Den Erfolg, sondern auch die Schönheit Des Kampfes beeinträch­tigte. Die Ungarn überraschten Dagegen nach der angenehmen Seite. Sie zeigten gute Mannschaf ts­ai-beit, hatten in Meray einen großartigen Tor­hüter unD in Dem Halbrechten Erdody einen Stür­mer von Sonderklaste. Die Stürmer verstanden sich sehr gut, und ihr Wurfvermögen war erstaunlich. Dabei muß allerdings erwähnt werden, daß es in der Deut-fd^en Hintermannschaft viele Deckungsfehler gab, Die Die Gäste geschickt ausnutzten. Torhüter

Körvers, Mittelläufer Brinkmann und Die Stürmer Fromm, Zimmermann und Brüntgens waren noch die Besten auf deutscher Seite. Der Berliner Den- schel war uoar der erfolgreichste Torschütze, aber er zeigte Doch die mäßigste Stürmerleistung. Bester wurde Die Zusammenarbeit auf Deutscher Seite erst nach Der Pause, unD da wurDen Dann auch die tapferen Ungarn noch nleDergefämpft.

Die Deutsche l:0-Fuhrung glichen Die Ungarn so­fort aus, unD nach einem ZwischenstanD von 3:1 sicherten sie fick) bis zur Pause eine 5:3-Führuna. Nach Seitenwechsel wurde es über 5:5, 5:7 und 7:7 schließlich 11:7 für Deutschland, unD mit einem ach­ten Treffer für die Ungarn schloß Der von Müller (Wiesbaden) vorzüglich geleitete Kampf. Die Mann­schaften:

Deutschland: Körvers; Knautz, Himer; Mücke, Brinkmann, Kelter; Zimmermann, Denfdjel, Sutter, Brüchgens, Fromm,

Ungarn: Märay; Dr. Petery, Benda; Birta- Ian, Rakosi, Liber; Ciraki, Erdody, Fodor, Eszeki, Ottö.

Die Torschützen für Deutschland: Denschel (4), Brüntgens (3), Brinkmann (2), Fromm und Zim­mermann; für Ungarn: Erdody (6), Fodor und Eszeki.

Vst. 99 Köln unter Denletzten Vier".

Offizier Des früheren Regiments Der DarmftäDter weißen Dragoner.

Weit über den Kreis feiner Beruss-kameraden und der Weidmänner hinaus wurde Oekonomierat Hoff­mann als vorbildlichem und charaktervollem deutschen Mann größte Wertschätzung dargebracht. Diele be­ruhte sowohl auf seinen hervorragenden menschlichen Qualitäten, als auch auf seinem ausgezeichneten be­ruflichen Wirken, bei Dem es ihm allezeit auf guten Dienst an Der Landwirtschaft zum Nutzen Des Vol­kes anfam. Daher wlrD auch Das AnDenken an Die­sen wackeren Mann allezeit in dankbarer Erinne­rung lebendig bleiben.

** NS. -Frauenschaft Deutsches Frauenwerk, Ortsgruppe Gießen- Mitte. Am Donnerstag, 15. Mai, um 20 Uhr, findet imBurghof" der Gemeinfchaftsabend statt. Vortrag non Fräulein Harter mit Lichtbildern überUnser ©arten".

Amt aenckt Si-ßen.

Ein Mann in Allertshausen hatte einen Straf­befehl über 60 RM erhalten, gegen Den er Einspruch einlegte. Er war am 13. September v I. mit seinem Fahrrad aus einer Waldschnelse auf Die Fahrbahn Der Straße GießenSteinbach gekommen, als sich ein Personenkraftwagen ihm näherte. Seinen Hund, Der etwa bis auf Die Mitte Der Fahrbahn lief, hatte er nicht angeleint. Hierdurch wurde Der Führer Des Wagens gezwungen, plötzlich zu bremsen, wodurch Der Magen in Den Straßengraben stürzte. Die In­sassen des Wagens erlitten leichte Verletzungen. In der Houvtoerhandlung wurde Der Angeklagte überführt unD Dem Antrag des Anklagevertreters entsprechend zu einer Geldstrafe von 60 RM. verurteilt:

Deutsche Fußball-Meisterschast.

Die Kämpfe um Die deutsche Fußballmeisterschaft nähern sich innerhalb Der vier 'Bereidpgruppen ihrem Ende. In Der Gruppe 3 ist bereits Die Ent- chelDung gefallen, obwohl noch ein Spieltag aus- tel)t Der Mittelrheinmeister VfL. 99 Köln hat ich hier Den EnDsieg gesichert und flch Damit als erster Teilnehmer für Die Meisterschafts-Vorschluß­runde qualifiziert. Die Kölner hatten ihr vorletztes Spiel im neutralen Straßburg gegen den Elsaß- meister FC. 9 3 Mülhausen auszutragen unD siegten sicher mit 4:1 (2:0) Toren. Damit war Die Entscheidung in der Gruppe 3 endgültig zu Gun­sten der Rheinländer gefallen. Den zweiten Platz hat der Südwestmeister Kickers Offenbach sicher. Der in Esten gegen die niederrheinische Meisterelf T u S. Helene Essen mit einem 4:0- Sieg überraschte. Für die Kickers kommt dieser Sieg natürlich zu spat; die wichtigen und entschei­denden Punkte wurden in den Heimspielen gegen Esten und Köln vergeben!

Wer zusammen mit dem VfL. 99 Köln unter die letzten Sier* kommt, ist noch ungewiß, aber Der Krets Der Bewerber ist auf ein halbes DutzenD zu- sammengefchrumplt. In der unterteilten Gruppe 1 hat sich nun doch noch Sclilesiens Meister 23 / 3t Gleiwitz, Der den OsllandmeistoU Preußen Danzig 4:1 (2:0) schlug, zum Endkampf gegen den Sacysenmeister qualifiziert. Der Dresdner S C. konnte and) in seinem letzten Gruppenfpiel gegen Die 31S T G. Prag in Prag nicht über­zeugen und kam nur Durch ein Prager Selbsttor zu einem glücklichen l:0-Sieg.

In Der Gruppe 2 standen mit Schalke 04 und Hamburger SA. Die Endkampftellnehmer be­

reits fest Am kommenden Sonntag wird kn Dort­mund das Vorspiel ausgetragen. Während Der H SD. am Sonntag pausierte, hatte Schalke noch gegen Borussia Fulda Das Rückspiel zu be­streiten. Die ,Knappen" trafen auf einen eneraie- gelaDenen Gegner und siegten nur knapp mit 2:1 (0:1) Toren; vier Minuten vor dem Ende schoß Szepan das entscheidende Tor. Im Rückiviel zwi­schen VfB. Königsberg und 1. S V. Jena kamen Die Thüringer, die den Vorkamps bekannllich verloren hatten, mit 4:0 zu einem klaren Erfolg.

In der vierten Gruppe lallt am kommenden Sonn­tag Die Entscheidung zwischen Rapid Wien und 1860 München, die jetzt je 7:3 Punkte haben. Rapid genügt dank dem besseren Torverhältnis schon ein Unentschieden zum Endsieg, während 1860 au jeden Fall in Wien gewinnen muß, wenn es unter dieletzten Vier" kommen will. Rapid fertigte Dies­mal Den V f L. Neckarau mit 8:1 (6:0) .ab, wäh­rend 1860 Die Stuttgarter Kickers mit 2:1 (1:0) bezwang.

Gruppe 1». *

23.-31. Gleiwitz 4 9:5 5:3

LSD. Stettin 4 8:9 4:4

Pr. Danzig . 4 5:8 3:5

Gruppe 1 b.

Dresdner SC. 4 11:4 8:0

T.-D Berlin 4 5:7 3:5

NSTG. Prag 4 3K 1:7

Gruppe 2a.

Hamburger SV. 4 9:5 7:1

1. SD Jena 4 9:8 3:5

VfB. Königsberg 4 6:11 2:6

Das Haar der Berenike.

Der Sternhimmel im Mai.

Von Dr. Erwin Kosiinna.

Mit Dem Fortschreiten der Jahreszeit setzt die abendliche Dunkelheit immer später ein, so daß mir im Mai erst nach 22 Uhr Sommerzeit Den leftirnten Himmel beobachten können. Als erste i Sterne erscheinen noch währenD Der Dämmerung im Westen Die Kapella im Sternbill» Des Fuhr­manns, Die Zwillingssterne Kastor unD Pollux nebst Prokyon und, noch ziemlich hoch im SÜD- westen. Der Königsstern Regulus im Löwen. Link« von Diesem prächtigen Sternbild bemerken wir den ehr Hellen, rötlich gelben Arkturus im Bootes, darunter die weiße Spika, während über Dem nord­östlichen Horizont hie blauweiße Wega funfett Aber erst bei völliger Dunkelheit kommen auch Die aus schwächeren Lichtpunkten bestehenden Stern­bilder voll zur Geltung. Dazu gehören neben an­deren der Herkules und Die halbkreisförmige NörD- liche Krone, beihe zwischen Wcga unD Arktur, Dar­unter Schlange und Schlanaenträger, ferner in Dem Raum zwischen Arktur und Denebola, Dem linken Eckstern Des Löwen, das zierliche SternbildHaar Der Berenike" ober(Torna*.

Diese die Form einer herabhängenden Locke be- itzende Sterngruppe verdankt ihren Namen Dem ägyptischen Mathematiker und Astronomen Kanon, Der sie zu Ehren Der Berenike» der Schwester des Ptolemäus Energetes, fo benannt hat. Das kleine, unscheinbare Sternbild hieß bei Den Griechen ein- ach ,J)aar* ober auch Spindel. In einem licht- tarfen Feldstecher gewahrt Die Sterngruppe einen mßerorDentlich schönen Anblick. Von Den zahllosen chwachen und schwächsten Sternen ihrer Umgebung »eben sich hie hellen Lichtpunkte wirkungsvoll ab. ähre Anordnung im Raum ist jedoch kein Zufall. Vielmehr gehören Die hellen Sterne nicht nur schein­bar, sondern auch sthysisch zusammen. Ihre gemein- ame und gleichgerichtete Bewegung im Raum, ihre mnähernd gleiche Entfernung und ähnliche Be- chafsenheit Deuten auf einen gemeinsamen Ursprung tiefer Sonnen. Sie bilden einen sogenannten Stemftrom*, ähnlich wie Die Sterne des Großen Wagens oder Die Plejaden unD die Hyaden im Stier. Während die Plejadensterne noch ziemlich iicbrängt stehen, sind Die Mitglieder des (Torna- Sternes schon stark auseinander gezogen. Aus Der viele hunDert Lichtjahre betragenden Entfernung ergibt sich, daß die Hellen Sterne im Haar Der Bcrenike Sonnen von gewaltiger Leuchtkraft und großer Masse sein müffen, im Vergleich mit Denen unsere Sonne wie ein Zwergstern erscheinen würde.

In klaren, monDlosen Nächten haben wir Gele­genheit, den großen Kugel st ernhaufen im Herkules zu beobachten. Die oberen vier Hellen Sterne Des Herkules bilhen ein Trapez, auf Dessen rechter Seihe ein milchiger Lichtfleck den Kugel- ternhaufen anheutet Wenn dieser auch mit bloßem Auge bereits erkennbar ist, fo benutzen wir aut Auffindung doch mit Vorteil den Feldstecher. Aber erst Die mit großen Instrumenten hergestellten photographischen Ausnahmen haben uns Die wahre Gestalt Dieser eigenartigen Gebilde des Kosmos gezeigt, von denen es in unserem Sternfqftem £napp hundert gibt. Sie zeigen alle eine starke Ver­dichtung der Sterne nach Der Mitte zu und sind ausfallend reich an veränderlichen Sternen von hoher Leuchtkraft. Wohl 50 000 bis 100000 Sonnen mögen in jedem Kugelsternhaufen vereinigt fein. Derjenige im Herkules ist der einzige mit freiem Auge sichtbare unD einer der nächsten, trotzdem be- inbet er sich in Der enormen Entfernung von s3 000 Lichtjahren.

Tief im Süden finden wir gegen 22 Uhr Das Viereck des Raden in günstiger Stellung, rechts da­von Den Becher und Die Hydra. Gegen 23 Uhr er- cheint auch Der Skorpion mit Dem roten Riesen­tern Antares über Dem Horizont. Nahe Dem Zenit funkeln Die sieben hellen Sterne Des Himmrls- roagens Im Großen Bären. Dieses schone Sternbild erscheint in seiner jetzigen hohen Stellung viel klei­ner als vor einigen Monaten, währens es noch näher dem Nordhorizont stand. Natürlich ist Dies nur eine optische Täuschung, Denn Die Winkelab­stände der Sterne haben sich nicht verändert.

Im Nordosten ist unter Der Hellen Wega Der kreuzförmige Schwan herausgekommen. Mit weit ausgebreiteten Schwingen fliegt er südwärts, sein kurzer Schwanz wirb Durch Den Hellen Stern Deneb bezeichnet. Die einem lateinischen W glei­chende Kassiopeia erreicht nach 22 Uhr ihre tiefste Stellung genau im Norden. Links schließt sich der Perseus an, besten optifdh veränderlicher Stern Algol für Die Beobachtung feiner Lichtminima aber jetzt zu tief steht.

Der Mai weist keine besonders auftälligen Plane­tenerscheinungen auf. In der zweiten Hälfte Des Monats kann an klaren Abenden her schwierig zu beobachtende Merkur tief im Westnordwesten gefunden werden; Ende Mai auch Die Venus, die aber schon eine Stunde nach Sonnenuntergang verschwindet. Mars geht Anfang Mai um 2 Uhr, Ende des Monats gegen 1 Uhr auf; er bewegt sich an Der Grenze her Sternbilder Steinbock und Was­sermann. Sein Abstand von der Erde verringert sich im Lause des Monats von 180 auf 148 Mil­lionen Kilometer. Seine Helligkeit erreicht Ende Mai die des Arkttir. Jupiter und Saturn ftnb vom Abendhimmel verschwunden, auch Uranus bleibt unsichtbar.

Gruppe 2b.

xhatte 04

4

16:2

8:0

Hannover 96

4

10:15

2:6

Borussia Fulda

4

6:15

2:6

Gruppe 3.

VfL. 99 Köln

5

18:6

9:1

Kickers Offenbach

5

14:8

6:4

Helene Esten

5

9:12

4:6

FC. Mülhausen

5

8:23

1:9

Gruppe 4.

Rapid Wien

5

22:5

7:3

Stuttgarter Kickers

5

8:11

4:6

1860 München

5

14:9

7:3

VfL. Neckarau

5

5:24

2:8

Srauffurfer Schlack,fviehniarkl.

Frankfurt a. M.» 10. Mai. Es notierten je 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 45 5 bis 46 5, b) 42 bis 42,5, c) 36,5 bis 37,5; Bullen a) 44,5, b) 40 bis 40,5, c) 35,5; Kühe a) 43,5 bis 44.5, b) 39 bis 40,5, e) 30,5 bis 34,5, d) 18 bis 25; Färsen a) 45 5, b) 41,5, c) 34 bis 36,5. d) 20 bis 28; Kälber (Sonderklasse) 65 bis 74, andere Kälber a) 59, b) 56 bis 59, c) 48 bis 50, d) 31 bis 40; Hammel bl) 48 bis 51, c) 38 bis 44. d) 20 bis 30, Schafe a) 42 bis 44. b) 40, c) 18 bis 32: Schweins a) 60.5. bl) 60.5, b2) 59,5, c) 57,5, d) 54,5, e) 52,5, gl) Sauen 60,5. Marktoerlouf: alles zugetellt.