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Gietzener Anzeiger

Samstag, 11 / Sonntag, 12. Tttober 194!

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General-Anzeiger für Oberhessen

Die Durchbruchsstelle 500 km breit

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In diesem Jahre war die Zeit des Werdens der Maten erfüllt vom Donnergrollen gewaltiger poli- bcher Ereignisse, die jeden einzelnen Kroaten bis iv innerste Herz hinein aufrüttelten und ihm zum ketten Male klar werden ließen, für was er arbei­te und schafft: für sein Volk, dem das Land ge- ct, das er bebaut. Seit langen Zeiten hat dieses Uk niemals vom eigenen Boden und von eigener Ente sprechen können. Einst waren die Habsburger h Herren im Lande und dann waren es die Ser- ti, die sich noch viel stärker als Herren im üblen Enne des Wortes gebärdeten und selbst durch die chpromißlerischen Ausgleichsversuche Matscheks sich n vom Geiste des Usurpator enturns abbringen gen. In den Stürmen des Balkanfeldzuges ist nn das kroatische Volk frei und Herr seiner Heimat worden. Und so hat auch die diesjährige Ernte

schaftlichen Lehrmeister. So hat die Regierung 400 Millionen Kunas für den Bau von Staatsstraßen bestimmt, so daß man gegenwärtig schon mit einem Arbeiterstande von über 5000 Mann an Straßen in der Länge von 1500 Kilometer baut Die wich­tigste dieser Straßen ist die Adria-Straße zwischen Crikvenica und Senj, deren Bau rasche Fortschritte macht und bei der allein über 2000 Arbeiter beschäf­tigt sind. Außerdem werden 10 000 Hektar bisher passiven Bodens in den verschiedensten Teilen Kroa­tiens trockengelegt, wobei die Arbeiten so durchge- ührt werden, daß die betreffenden Gebiete nach Beendigung dieser Meliorisationen von der Nah­rungszufuhr aus anderen Gegenden vollkommen unabhängig sein werden. Dies alles sind Leistungen, die früher unter serbischer Herrschaft niemals mög­lich gewesen wären. Nur das Volk, das selbst der Herr auf seiner Scholle ist, hat Interesse an solchen Verbesserungen und an solchen wirtschaftlichen Hilfs- werken. Aber auch auf dem Gebiete der Volks­erziehung zeigen sich bereits die Früchte der neuen Staatwerdung. Aus politischen Gründen hatte einerzeit die jugoslawische Regierung das kroatische Schulwesen verkümmern lassen, ja, man hatte durch das jugoslawische Dolksschulgesetz die Errichtung von Lehrerbildungsanstalten in den kroatischen Gebieten überhaupt unterbunden, so daß sich bald ein kata-

Reifende Saat in Kroatien

Von unserem St.-Berichterstatter.

strophaler Mangel an kroatischen Lehrkräften be­merkbar machte, der natürlich den Machthabern in Belgrad und ihren Zielen nur zugute kam. Jetzt wird der Schulunterricht in Kroatien durch ein in Vorbereitung befindliches modernes Volksschul­gesetz auf eine ganz neue Grundlage gestellt. Der Unterricht wird von vier auf sechs Jahre ausgedehnt und ganz neu ausgerichtet, Lehrerbildungsanstalten nach modernen Grundsätzen werden errichtet. Mit diesem Gesetz ist ein wesentlicher Schritt auf dem Wege zum kulturpolitischen Ziel des neuen Kroa­tiens getan, eine umfassende Hebung der Volksbil­dung zu erreichen.

So regen sich auf allen Gebieten die Aufbaukräfte, und überall zeigt sich bereits die Reife der Frucht, die aus der Saat des Staatwerdens hervorgegangen ist. Und wenn am 5. Dezember, der vom Poglaoik zumTag des Volksopfers" proklamiert worden ist, in Agram der große Aufmarsch der nationalen Re­volutionäre stattfindet, dann wird dieser Aufmarsch ein Siegesmarsch sein, in dem sich die ganze innere Kraft des gefestigten neuen Staatswesens bekunden wird. Dieser Tag wird zur Erinnerung an jenen 5. Dezember 1918 gefeiert, an dem kurz vor der Gründung des jugoslawischen Staatsgebildes kroa­tische Patrioten das serbische Joch abschütteln woll­ten. Was damals mißlang, ist heute Wirklichkeit geworden, und in der politischen Ernte dieses für das kroatische Volk so segensreichen Jahres 1941 wird auch die Frucht aufgehen, zu der der Samen damals schon gelegt worden ist.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) . Agram, Anfang Oktober 1941.

* Wundervolle Herbstfonne leuchtet in diesen Ta- jLi über den von der Natur so reich gesegneten Kndstrichen Kroatiens. Die weiten Laubwälder ihm in wildem Farbenreichtum, auf und über n Feldern liegen der verklärte Glanz der Reife ivd die Ruhe der gesegneten Erde, die eben erst die fe Frucht den Menschen übergeben hat. Das Malische Volk genießt diese Tage der Reife, die irn- zugleich auch ein Rückblick sind auf die Tage irb Wochen der harten Arbeit und der sorgenden

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atswesens nicht aufhalten.

Der Zusammenschluß des Volkes und der von her her noch vorhandenen verschiedenen Richtun- v hat feit dem Sommer nicht nur entscheidende rtschritte gemacht, sondern er ist auch seit dem Imürbigen 10. August 1941, an dem in einem Glichen Akt im Saal des kroatischen Landtages !i Funktionäre der ehemaligen kroatischen Bauern­ei zur Ustascha-Bewegung übertraten und in die |hbe des Poglavik den feierlichen Ustascham-Eid ab- ipen, zu einer historischen Wirklichkeit geworden.

welchem Ausmaß dieser Akt die kroatische katspolitif im Innern festigte und stabilisierte, en die seither vergangenen Wochen deutlich genug =igt. Dieser Zusammenschluß hatte eine Ver­heißung und Amalgamierung aller Stände und ichten und aller wirklich patriotischen Kreise des irischen Volkes zur Folge. Der Staatsführung en die Früchte dieser klugen Derständigungs- Einigungspolitik gerade in den Tagen zugute, Denen es notwendig war, gegen die obenerwähn-

Unruhestifter mit der ganzen Härte und dem zen Gewicht der Staatsgewalt einzuschreiten. Es »auch bezeichnend, daß sich die Grausamkeit, die fr kommunistischen Elementen und von den fer­nen Tschetnici *n einigen Gebieten, wie im Kor- , in der Lika und in Bosnien, begangen wurden, *n die gesündesten und treuesten Elemente des lvtischen Volkes, gegen die Bauern, richteten, uersfrauen mit kleinen Kindern und hilflose alte Stjern waren die Opfer dieser Mörder, die immer siÄer versuchten, Bauernhöfe anzuzünden und so kroatischen Volke die Heimstätten zu rauben

*6 standen die kroatischen Bauern, die früher wohl fr der politischen Organisation der Bauernpartei skiftt waren, aber von der geheimen Ustascha-Be- s,3ung nichts wußten, zur Selbstwehr auf. Das bedeutete, daß sie sich mit vaterländischer Opser- nsitschaft an die Seite des Poglavnik und der -1 atsführung stellten. Die Unruhestifter hatten also freu das Gegenteil dessen erreicht, was sie er­achten.

Dährend so der junge Staat noch in den Nach- 5(*en seines Werdens liegt, macht sich auf den oer- hrdensten Gebieten die Regsamkeit der nach iahr- tibertelanger Fremdherrschaft endlich frei gewor- "LN Kräfte bemerkbar. Jetzt weiß jeder Bauer 1 jeder Arbeiter, daß er nicht mehr arbeiten muß. fr die Hof- und Staatskassen in Wien ober Bel- jfö füllen zu helfen, sondern daß das, was er mit 'er Hände Kraft erarbeitet, seinem eigenen Volke 31 seiner Heimat dient. Er sieht Tag für Tag an frier neu auftauchenden Tatsachen, was es be- Wt, daß der Ertrag feiner Arbeit im Lande lebt, daß das Geld, das er verdient, nicht weg- *ribert, sondern in seiner Heimat selbst zum Um« fr" kommt und neue produktive Werte erseugt. JCv* neue europäische Wirtschaftsdenken brauchte c»n einfachen Menschen in Kroatien nicht erst nredigt und eingetrichtert zu werden. Die ostent- Arbeiten, die dank der Initiative der Regie- f im ganzen Lande aufgenommen worden sind, ^den zum besten und zum verständlichsten wirt-

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iien tiefen politischen Sinn erhalten, den selbst der Wachste Mensch auf dem Lande draußen irgend- ir? in feinem Herzen spürt.

ms sich aus den Trümmern des zusammenge- irchenen jugoslawischen Staatsgebildes der junge gotische Staat förmlich über Nacht gebildet hatte, knie jeder Einsichtige erkennen, daß dieser plötz- Uen Staatsgründung noch mancher politische Eurm folgen würde, gegen den alle Kräfte des khutzes und Trutzes aufgeboten werden mußten, iid) heute find diese Stürme noch nicht ganz über» euwen. Diese Stürme aber sind von außen her in te Land hineingetragen worden. Man kennt die Aohtzieher und man kennt ihre Werkzeuge. Beide Söldlinge Moskaus, das seit dem Beginn der kidabrechnung mit dem Bolschewismus, zu der Half Hitler Europa aufgerufen hat, versucht, durch e Söldlinge im Innern Kroatiens Unruhe und rmirrung zu stiften und damit Rache zu nehmen ür, daß sich Kroatien sofort an die Sekte Deutsch- bs in die große antibolschewistische Kriegsfront ereiht hat. Der Poglavnik aber hat die Zügel Regierung fest in der Hand, und überall, wo e Söldlinge Moskaus auftreten, wird hart und a, aller Entschlußkraft zugegriffen. So können sik« Ereignisse, die immer nur lokalen Charakter en, den Prozeß der inneren Reife des jungen

Oie eingeschloffenen Sowjelkräste weiter zusammengedrängt. Orel fest in deutscher Hand. Wichtige Anlagen auf den Faroers bombardiert.

Oer Wehrmachtbericht.

DRV. Aus dem Führerhauplquariier, 10. Oktober. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die am Asowschen Meer, um Brjansk und bei Wjasma eingeschlossenen Kräfte des Geg­ners wurden gestern weiter zusammengedrängt. Darüber hinaus wurde der in der Witte der Front auf einer Breite von 500 Kilometer erzwungene Durchbruch nach Osten vertieft. Der wichtige Eisen­bahnknotenpunkt O r e l ist bereits seit dem 3. Oktober in unserer Hand.

Westlich Leningrad wurde ein erneuter, von Panzern unterstützter Ausbruchsversuch des Feindes abgeschlagen.

In den Kämpfen um die Inseln W o o n und Oesel wurden nach nunmehr abgeschlossenen Fest- teltungen 12 531 Gefangene eingebracht und 161 Geschütze sowie mehrere Panzer erbeutet. 2680 Winen des Feindes muhten im Verlauf der Kampf­handlungen unschädlich gemacht werden.

Die Luftwaffe griff in der letzten Nacht Flug­plätze auf der Krim, Eisenbahnantagen im süd­lichen und mittleren Frontabschnitt sowie kriegs­wichtige Einrichtungen in Leningrad an.

Im Kampf gegen Großbritannien bom­bardierten Kampfflugzeuge bei Tage wichtige An­lagen auf den Färöers und versenkten nördlich der brilischen Inseln vier Handels­schiffe mit zusammen 6600 VRT.

Der Feind flog nicht in das Reichsgebiet ein.

Oie Sowjets melden schwierige Lage an allen Fronten.

Kopenhagen, 10. Oktober. (Europapreß.) Aus kurzen Telegrammen aus Moskau, die über Neu- york hier eingelaufen find, geht hervor, daß die amtlichen sowjettfchen Kreise die außerordentlich kri­tische Situation, in der das bolschewisttsche Heer sich infolge der letzten deutschen Vorstöße befindet, her­vorheben. Die sowjetischen Frontberichte erwähnen ausführlich die schweren Kämpfe an allen Frontabschnitten, in denen alle zur Verfü­gung ft et) e n b e n Waffen eingesetzt seien, da diele Operationen von sowjenscher Seite als entscheidend für die gesamte strategische Lage vor Anbruch des Winters angesehen werden. Das sowjettsche Regierungsblatt ,^swestija" stellt fest, daß sich die wichtigsten Industrie- und Wirtschafts­gebiete der Sowjetunion in großer Gefahr

befänden und unmittelbar vom Feinde bedroht seien.Die Deutschen haben", heißt es weiter,auf die Sowjetunion eine Panzerfaust gerichtet, deren Wirkung nicht unterschätzt werden darf". Die Ge­fahr sei so groß, daß jeder Rotarmist, jeder Bürger und Bauer mit zehnfach gesteigerten Kräften kämp­fen müsse.

Das Echo in London.

Lausanne, 10. Oft. (Europapreß.) Der Lon­doner Korrespondent derGazette de Lausanne" berichtet über den tiefen Eindruck, den die jüng­sten deutschen Erfolge dort hinterlassen haben, daß Die aus der Sowjetunion einlaufenden Nachrichten die schlechtesten seit Beginn der deutschen Offensive sind. Die Tatsache, daß die Sowjets zu­geben, daß der Gegner auf der mittleren Front in Richtung auf Moskau losgebrochen ist, zeigt die ungeheure Gefahr, die die Armeen Timoschenkos bedroht. Um der gänzlichen Einkreisung zu entgehen das ist die Meinung in London wird Timo- schenko schnellstens seine Truppen gegen Moskau zurückschicken müssen. Der Fall von Orel zeigt, daß der Rückzug begonnen hat. Alles wird von der Schnelligkeit abhängen, mit der es ihm gelingt, die­sen strategischen Rückzug durchzuführen. Im Süden scheint die Lage gleichermaßen kritisch. Die Deut­schen stoßen mächtig vor, und schon ist Rostow be­droht. Da die Zeit drängt und die Sowjets unge­heure Schläge einstecken müssen, ist man in London der Meinung, daß die britische Aktion für die So- jetunion nicht lange auf sich warten lassen darf. DerDaily Telegraph" erklärt, die Lage sei wirk­lich ernst. Die sowjetischen Heerführer, die die In­dustriegebiete zu schützen hätten, besäßen nun nicht mehr die Bewegungsfreiheit wie früher.

Der britische Beschaffungsminister Lord Beaver­brook wurde, als er aus Moskau kommend wie­der in London eintraf, mit Fragen über seine An­sichten vom Stand an der Ostfront überschüttet, weigerte sich aber, Auskünfte zu geben. Gesprächiger waren andere Mitglieder der Abordnung, die von der Moskauer Konferenz zurückgekehrt und teils in England, teils in Kairo eingetroffen sind. Admiral Stanley von der nordamerikanischen Delegation erklärte:Die Deutschen mögen vorübergehend Er­folge haben, ich bin aber sicher, daß die Sowjets dadurch nicht entmutigt werden." Generalmajor Burns sagte, daß die Vereinigten Staaten eine Unterstützung der Sowjetunion auf lange Sicht durchführen würden. Er gab zu, daß es lange Zeit in Anspruch nehme, Material nach der Sowjetunion zu schaffen, meinte aber, es bestehe kein Zweifel daran, daß die Sowjets so lange durchhalten wür­den.

Staatsstreich in Panama.

Neuyo r k, 10. Oft. (Europapreß.) In großer Aufmachung melden die Neuyorker Zeitungen, der Präsident der Republik Panama, Dr. Arnulfo Arias, habe am Dienstag im Flugzeug P a - nama verlassen und sich nach Havanna be­geben. Der bisherige Vizepräsident, Ernesto Taen Guardia, habe bereits die Amtsgeschäfte über­nommen und vor dem Obersten Gerichtshof den Eid abgelegt. Die nordamerikanischen Zeitungen be­zeichnen Präsident Guardia als den Mann, der schon immer eine Politik der engen Zusam­menarbeit mit öen USA. befürwortet habe, und lassen so deutlich erkennen, daß die den Nord­amerikanern unbequeme Haltung des Präsidenten Arias in der Frage der Bewaffnung der Panama-Schiffe offensichtlich Anlaß zu einem Putsch aegeben hat, über den nordamerikanische Kreise so auffallend gut unterrichtet sind.

Dr. Arias ist am Freitag nach Panama zu­rückgeflogen. Einem Vertreter von Associated Preß erklärte Arias, daß die Machenschaften d e r U S A. in Panama als eineLehre für die kleinen Länder" zu betrachten seien.Es scheint", so sagte er,daß diese kleinen Länder nicht das Recht haben, ihren Lebensstandard zu erhöhen und ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erhalten, ohne daß diejes als Bedrohung ausgelegt wird". Weiter jagte

Arias, daß die Entscheidung Panamas, seine Han­delsschiffe nicht zu bewaffnen, in den USA. schlecht ausgenommen worden sei.

Bezeichnend dafür, daß der Staatsstteich in Panama auf die Initiative Roosevelts zurückgeht, ist die Zufriedenheit derNew Park Times", die schreibt:Der Staatsstreich in Panama scheint eine in Ordnung vor sich gehende, gut geleitete Ange­legenheit zu sein. Man hat den Eindruck, daß die friedliche Veränderung" in der jüngsten Politik Panamas, die sich unserer eigenen jetzt etwas nähert, nunmehr sichergestellt ist." In Washington erklärt man, daß die USA. den durch den Staatsstreich zur Regierung gelangten neuen Präsidenten de la Guardia als verfassungs­mäßigen Präsidenten Panamas anerkennen würden. Der Staatsstreich sei ohne Gewaltanwen­dung und auf verfassungsmäßigem Wege durchge­führt worden und die Anerkennung der neuen Re­gierung könne daher nicht in Frage gestellt werden. Der Zwergstaat Panama ist im Jahre 1903 durch eine Revolution entstanden, die der Namensvetter des jetzigen USA.-Präsidenten, Theodor Roosevelt organisierte", weil Kolumbien, dem dieser Land­strich gehörte, nicht mit den Vereinigten Staaten beim Bau des PanamakanalsZusammenarbeiten" wollte.

Oie Entscheidung.

Der Tagesbefehl des Führers und Obersten Be­fehlshabers der Wehrmacht, der den Soldaten der Ostfront in der Nacht zum 2. Oktober bekannt- gegeben wurde, hatte ihnen noch einmal nicht ohne tieferen Grund Sinn imd Inhalt ihres Kampfes vor Augen geführt und an die todbringende Gefahr er­innert, die von dem Deutschen Reich und allen an­deren Völkern Europas^ abzuwenden, sie berufen waren, als das deutsche" Ostheer am 22. Juni die Waffen aufnahm gegen den erbittertsten Feind jeder abendländischen Kultur und Gesittung. Es be­darf immer wieder, und vor allem jetzt, während die letzte große Entscheidungsschlacht im Osten durch- gekämpft wird, dieser Erinnerung an das Schick­sal, das der jüdische Bolschewismus mit seinen hoch­gerüsteten Offensivarmeen Deutschland und bann weiterhin ganz Europa zu bereiten im Begriff war, um für die ungeheuren Leistungen und die schweren Opfer, die vom deutschen Soldaten im Osten ge­fordert metben mußten und willigen Herzens mit voller Hingabe dargebracht wurden, den richtigen Maßstab zu finden. Denn hier trat dem deutschen Soldaten nicht ein Feind gegenüber, der mit glei­chen Waffen kämpfte, die Armeen des Bolschewis­mus waren vielmehr nicht nur mit den modernsten und schwersten Kampfwagen, Panzerzügen, Ge­schützen und anderem Kriegsgerät auf das ver­schwenderischste ausgestattet, sondern sie kämpften auch mit barbarischer Grausamkeit und tückischer Wildheit und setzten sich auch in verlorenen Situa­tionen oft unter dem Zwang der Pistole ihrer poli­tischen Kommissare mit fanatischer Verbissenheit bis zur völligen Vernichtung zur Wehr. Das unterschied diesen Kampf im Osten grundlegend von allen, die der deutsche Soldat bisher auf Öen Schlachtfeldern des Nordens, Westens und Südostens zu bestehen hatte. Das macht feine Leistungen beispiellos in der Kriegsgeschichte. Er war dazu fähig, weil er wußte, daß es um das Leben feines Volkes ging und weil er geführt wurde von dem militärischen Genie eines Adolf Hitler, der mit den gigantischen, sich in Ausmaß und Auswirkung immer wieder übersteigernden Einkesselungs- und Umfassungs­schlachten im Osten seinem Feldherrntum die Krö­nung gab.

Die ungeheure Weite des russischen Raumes hat sich für bie bolschewistische Strategie nicht als Ver­bündeter auswirken können, nachdem sie ihre hoch­gerüsteten Stoßarmeen unmittelbar an Öen Gren­zen des Reiches in den ehemals polnischen Ost- provinzen zum Angriff bereitgestellt hatte. Als die­sem Angriff der deutsche Gegenstoß zuvorkam, konn­ten die bolschewistischen Offensivarmeen dem Kampf nicht mehr ausweichen, gerade die ihren Offensiv­charakter eindeutig dartuende Massierung in den weit nach Westen vorspringenden Landstrichen bei Lemberg im Süden und bei BialystockMinsk in der Mitte der Front wurde ihnen zum Verhängnis, die geniale deutsche Strategie bereitete ihnen hier die ersten großen Vernichtungsschlachten. Später wiederholte sich ähnliches, als der Sowjetmarschall Budjenny sich mit seinen Armeen im Raum von Kiew sestbiß, um von hier aus erneut zum Ent­lastungsstoß gegen Lemberg anzusetzen, während sich in seinem Rücken schon das Gewitter zusammen- braute, als Teile der Heeresgruppe Bock von Nor­den über die Desna herabstoßend und der linke Flügel der Heeresgruppe Rundstedt nach der Er­zwingung des Uebergangs über den Dnjepr sich weit östlich von Kiew die Hand reichten und die Armeen Budjennys im harten Griff dieser Zange zermalmten. Und noch einmal schuf die bolschewi­stische Strategie erst die Voraussetzungen für einen glänzenden Sieg der deutschen Kriegführung, als die letzte noch intakte bolschewistische Heeresgruppe, die des Marschalls Timoschenko, in der Mitte der Front nach dem Plan Moskaus und den heißen Hoffnungen der Kriegsmacher in London und Wa­shington endlich die große Wende in der Folge ver­heerender Niederlagen bringen sollte.

Nachdem Budjennys rechte Flügelarmeen in der großen Dermchtungsschlacht ostwärts Kiew aufge- rieben worden waren, sein linker Flügel über den Unterlauf des Dnjepr an der Küste des Asowschen Meeres zusammengedrängt war und die nördliche Heeresgruppe des Marschalls Woroschilow sich von der Mitte getrennt auf Leningrad zurückgeworfen sah, wurde Dmofchenko die Aufgabe gestellt, durch äußersten Druck auf die Nahtstelle zwischen der deutschen nördttchen und mittleren Heeresgruppe den Verteidigern von Leningrad Entlastung zu ver­schaffen und wenn möglich den deutschen Einschlie­ßungsgürtel im Rücken zu gefährden. Gleichzeitig machte er von der Mitte seines Frontabschnittes her zähe Anstrengungen zur Rückeroberung von Smolensk. Aehnlich wie Budjenny bei Kiew hatte auch Timoschenko östlich von Smolensk eine Reche von Armeen konzentriert, um mit der Gewalt die­ser Massen die deuffche Front einzudrücken. Aber die geniale deutsche Strategie vereitelte nicht nur diesen Plan, auf dessen Verwirklichung man im feindlichen Lager so große Hoffnungen gesetzt hatte und a conto dessen man Timoschenko in der angel­sächsischen Presse schon reichlich mit Vorschußlor­beeren bedacht hatte, sondern wußte gerade auf die­ser außerordentlichen Massierung sowjettscher Kräfte auf verhältnismäßig schmalem Raum den Gegen- plan zur Vernichtungsschlacht aufz^bauen.

Als im Mdtgengrauen des 2. Oktober nach kurzem, heftigem Feuerüberfall der deutschen Ar­tillerie aller Kaliber die deutschen Sturmkolonnen nordwestlich und südwestlich von Wjasma zunächst frontal die sowjetischen Widerstandslinien durch­stießen, entstand aus diesem doppelten Durchbruch die Umfassung der Hauptmasse der Timoschenko- Armeen. Und wenig später schloß sich etwa 200 Kilo­meter weiter südlich im Raum von Brjansk der Ring um drei weitere Armeen Timoschenkos, so daß nunmehr mit der Heeresgruppe des Marschalls, wie der deutsche Wehrmachtbericht vom 9. Oktober besonders hervorhob, die letzten vollkampffähigen Armeen der sowjetischen Gesamtfront ihrer Ver­nichtung entgegengehen. Die Kessel werden von Tag zu Tag enger, Ausweg und Flucht gibt es nicht mehr, wo deutsche Armeen die eiserne Klamme»