Nr. 216 Zweites Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefjen) Donnerstag. U. September Ml
die Zwiebeln in etwas
Die ganz vorzügliche Pflaumen- oder Zwetschgen-Marmelade bereitet man nach folgendem
Hierauf rührt man den Inhalt einer Normalflasche Opekta zu 70 Pfg. und nach Belieben den Saft einer Zitrone hinein und füllt In Gläser Ausführliches Rezept bei Jeder Flasche.
Rezept: r Klio Pflaumen oder Zwetschgen, gereinigt und entsteint gewogen, werden sehr gut zerkleinert, mit 2 Kilo Zucker zum Kochen gebracht und 10 Minuten durchgekocht.
Aus dem Reiche Ser Krau
langen will.
H. v. L.
Aus Ser GtaSi Gießen
dünstet und dann die Kürbisstücke und Tomaten dazugegeben. Wenn das Gericht oöllig gar ist, wird
Selleriesalz und frischen Kräutern gewürzt. Ev schmeckt vorzüglich zu Pellkartoffeln.
Kürbis-Schnitzel: Kürbisscheiben werden in eine dicke, pikante Kräutertunke getaucht, in Brösel gewälzt und auf beiden Seiten goldgelb gebacken. Pilze und Zwiebeln mitgedünstet, ver- feinrcn sehr.
Süße Kürbis« Schnitte: Kürbisscheiben werden in einen steifen Eierkuchenteig getaucht und auf beiden Seiten goldgelb gebacken. Dann werden sie mit Zucker bestreut und mit Kompott oder Danilletunke gereicht.
Verdunkelungszelt
11. September von 19.47 bis 6.47 Uhr.
quer! Alle anderen Gardinen werden gespannt; einfache Gardinen werden, wenn fie noch etwas feucht find, gebügelt. Aber stets nur in die Breite plätten! HOM.
Abcfchühen lernen sparen.
Sparen ist ein Gebot der Zeit, und als jüngste Generation der Sparer treten nun unsere Abc« schützen an, die in den ersten Schultagen bereits in das Gebiet des Haushaltens eingeführt werden. Bisher, unter Mutters Obhut, haben sie noch nicht viel von der Kunst des Sparens gehört, denn sorgende, schlichtende und sparende Mutterhände überwachten der Kleinen Tun. Nun aber heißt es: Selbst ist der Mann — auch in geldlicher Beziehung? Mit dem Haushalten der Schulutensilien wie Federn, Bleistiften, Heften fängt es an. Man setzt den Kindern am besten fiir diese Bedürfnisse eine bestimmte Summe im Monat aus, die eher zu knapp als zu reichlich bemessen sein darf. Hierüber haben sie. eine genaue Abrechnung vorzulegen — möglichst am Monatsende noch eine kleine Ersparnis zurückzulegen. Man erreicht damit, das; das Kind den Wert des Geldes begreifen lernt, daß es ersaßt, daß man mit Sparsamkeit manches zurücklegen kann. Künftig werden nicht mehr zu jeder „Reinschrift" neue Federn .in Angriff genommen werden — was immer zu besonders schöner Schrift verhelfen sollte! — und das Heft wird bis auf die letzten Linien aufgebraucht. Auch die Buchumschläge werden besser geschont werden, denn — nun geht es aus der eigenen Tasche, und das tut weh! Un- geheuer stolz ist jedes Kind, wenn es am Monatsende eine ordnungsgemäße Abrechnung vorlegen kann und — sogar noch ein pagr erübrigte Pfen- niae, die dann die Sparkasse für Weihnächte- und andere Geschenke auffüllen helfen. Frühzeitiger Umgang mit Geld und die Rechenschaft über die Ausgaben sind jedem Kinde für das Leben förderlich, denn damit lernt es auch begreifen, daß in allem gespart werden muß: In Kleidung, Schuhsohlen, Hosenböden und Frühstücksschnitten und wie die leidigen Dinge im Kinderdasein alle heißen mögen. Auch wenn die Mutter Einkäufe für den Abc- schützen zu machen hat, sollte er möglichst dabei sein. Er sieht dann, wieviel Geld alles kostet und kommt zur Einsicht, daß mit den Anschaffungen vorsichtig und haushälterisch umgegangen werden muß, wenn man auf einen grünen Zweig — in diesem Falle zu einer wirklich klingenden Ersparnis ge-
bciter, Angelernte oder Nichtauogelernte tätig sind, das 25. Lebensjahr erreicht haben und weltanschaulich einwandfrei find, wenden sich zwecks näherer Auskunft an die DAF., Kreiswaltung Wetterau, Hauptabteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, Schanzenstraße 18.
Lageskizzen vom Lustschuhraum.
Der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbe- ehlshaber der Luftwaffe hat durch Erlaß die Herstellung von einfachen Zeichnungen ungeordnet, aus denen die Lage der Luftschutzräume, ihre Zugänge, Notauslässe und Mauerdurchbrüche, sowie die Lage der Wasser- und Gashaupthähue ersichtlich ist. Bon diesen Lagepläncn ist eine Ausfertigung bei der Nachbarlustschutzgcmeinschaft, eine zweite beim Po-
Nie Kürbiszeit beginnt.
In Großmutters Speisekammer stand als eiserne Nation neben den Essigpflaumen und dem Rumtopf auch immer der Steintopf mit dem eingemachten Kürbis. Diese Art, die riesigen Früchte des Spätsommers zu verwerten, blieb aber auch Jahrzehnte hindurch die einzige. Bis das Suchen nach neuen, gesünderen Ernährungsformen uns mehr zur Gemüse- und Fruchtnahrung hinleitete, bis die Ernährungsforschung nicht nur den hohen Wert des Kürbis als Gemüse-, sondern auch als ausgesprochene Heilpflanze nachwies und nicht zuletzt kluge Hausfrauen vielerlei schmackhafte Gerichte erprobten, um Kürbis recht oft in immer neuer Form auf den Tisch bringen zu können.
Der Kürbis wirkt sehr anregend auf die Nierentätigkeit, also stark harntreibend, und entzieht so auf dem natürlichsten Wege dem Körper große Wassermengen. Dadurch wird auch gleichzeitig das Herz^ entlastet. Aber nicht nur das. lieber die Nieren verlassen große Mengen im Harn gelöster, gefährlicher Schlacken den Körper. Bon der Funktion der Nieren hängt es also ab, ob alles Schädliche hinausgeschwemmt wird oder sich in Blutbahn und Geweben staut, um Krankheiten zu verursachen. Hierher gehören nicht nur chronische Entzündungen der Nieren und der Blase, sondern auch Herzleiden, Gelenkrheumatismus und Wassersucht.
Kürbis hat keinen hervortretenden Geschmack, also kann man ihn bis zur Hälfte allen Gemüsen, Marmeladen und Kompotten beimischen, ohne deren Geschmack zu beeinträchtigen. Darüber hinaus kann man ihn abwechselnd als Salat, Suppe, Gemüse, Süßspeise, Kompott oder Backwerk auf den Tisch bringen.
Die sogenannten Markkürbisse und alle italienischen Sorten lassen sich am besten als Gemüse verwenden. Zum Einmachen eignen sich die großen runden am besten. Nicht ganz ausgereifte Kürbisse schmecken sehr gut, wenn man sie genau wie Schmorgurken zubereitet. Kürbis kann guch wie Gewürzgurken eingelegt werden. In einen Steintopf schichtet man die geschälten, entkernten gurken- großen Stücke, legt Weinreben, viel Dill, etwas Estragon, YRierret'tich, Zwiebelringe und Sauerkirschblätter dazwischen und übergießt mit schwacher, abgekochter Salzlösung. Man legt ein Brett darauf, das mit einem Stein beschwert wird, und in drei bis vier Wochen sind die Kürbisstücke genug gewürzt und schon gut eßbar. Bei Schimmelbildung müssen die Kürbisstücke abgespült und das Salzwasser erneuert werden.
Gemischter Salat: Zur Hälfte Kartoffeln, zur Hälfte allerlei Gemüse (Rote Rüben, Kürbis, Möhren, Sellerie, Rettich, Gurken, Zwiebeln, Ra- dieschen nach Geschmack) werden mit Würzkräu- fern, Zitronen- oder Rhabarbersaft und etwas Salatöl vermengt. Die Kartoffeln werden gekocht und in Scheiben geschnitten, die übrigen Zutaten, roh geraffelt. w .
Kürbis-Eintopf: Kürbis, Tomaten und
Zwiebeln zu gleichen Teilen werden in Stucke ge-
IlS-GenieliiWsl A Kraft öutfl Stenöe
„Fröhliche Gymnastik und Spiele"
für Frauen Donnerstags von 20 bis 21 Uhr in der Turnhalle der Schillerschule. 3773V
Oer Hilfsarbeiter und Angelernte wird Facharbeiter.
Wie in vielen anderen Berufen gibt es auch in der Eisen- und Metallindustrie eine größere Anzahl Volksgenossen, die als Hilfsarbeiter oder Angelernte -tätig sind, auf Grund ihrer Begabung aber eine qualifiziertere Tätigkeit ausüben können. Gedacht ist hier hauptsächlich an die Volksgenossen, die in den Jahren vor der Machtübernahme infolge wirt- schaftlicher Notlage keine ordnungsgemäße Lehre durchlaufen konnten, obwohl die Befähigung da war. Diesen Volksgenossen trotzdem den Weg zum Aufstieg zu ebnen, daneben den Betrieben auch tüchtige Facharbeiter zur Verfügung zu stellen, soll Zweck eines dreisemestrigen Lehrgangs sein. Dieier Lehrgang, der sich über eineinhalb Jahre erstreckt und von der Deutschen Arbeitsfront, Haupt- abteilung für Berufserziehung und Betriebsführung, Gießen, durchgeführt wird, schließt mit der Facharbeiter-Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer ab. Nach bestandener Prüfung wird der Facharbeiterbrief ausgehändigt. Alle Volksgenossen, die in der Eilen- und Metallindustrie als Hilfsar-
Kalte K r ä u t e r t u n k e: 25 g Kartoffelmehl, 1 Ei, 2 Eßlöffel Essig, 1 Eßlöffel Oel ober Mar« garine, 1 Teelöffel Senf, Salz, nach Belieben gehackte Kräuter wie Dill, Schnittlauch, Petersilie, gehackte Gurke oder in Scheiben geschnittene Radieschen. — Alle Zutaten bis auf die Gewürze werden gut verschlagen und unter ständigem Rühren zum Kochen gebracht. Man läßt einmal aufkochen und stellt dann die Tunke zum Abkühlen beiseite. Sie muß ab und zu umgerührt werden, damit sich keine Haut bilden kann. Die Gewürze gibt man an die erkaltete Tunke.
H a g e b u t t e n m a r m e l a d e, deren Herstellung größte Gewähr für die Erhaltung des Vitamins C bietet: Auf 500 g Hagebutten nehmen wir 500 g Zucker, entfernen die Bliiten an den Früchten, halbieren, entfernen und waschen sie und bringen sie mit soviel Wasser, daß sie gerade bedeckt sind, aufs Feuer, kochen fie 10 Minuten, streichen sie durch ein gewöhnliches Sieb und anschließend durch ein Haarsieb. Den Zucker bringt man mit einem Achtel Liter Wasser ober Apfelsaft zum Kochen, zieht ihn vom Feuer, gibt bas Mus hinein unb rührt fo lange, bis bic Masse fast erkaltet ist. Dann füllt man bas Mus in vorbereitete Gläser ober Steintöpfe unb verschließt sie. Es können auch ble ganzen, nicht entkernten Hagebutten hierfür verwanbt werben, nach bem Weichkochen uiib Durchftreichen bleiben bann bie Kerne iin Sieb.
Weißkraut mit Tomaten überbacfen: 1 Kilogramm Weißkraut, Vt Kilogramm Tomaten (ober Vz Liter Tomatentunke), Salz, Weckmehl, Zwiebel ober Lauch. — Das Weißkraut wirb fein gehobelt, mit Salz stampfen unb etwa 1 Stunde stehen lassen. Dann bünstet man es mit Zwiebeln unb wenig Flüssigkeit weich. Mit rohen in Scheiben geschnitteittn Tomaten wirb es bann abwechselnd in eine vorbereitete Auflaufform gefüllt, mit Weck- mehl bestreut unb etwa '/- Stunde gebacken. Man kann auch statt der Tomatenscheiben eine dick flüssige Tomatentunke verwenden und zur größeren Sättigung entweder Kartoffelscheiben oder ausgequol- lene Graupen dazwischen schichten.
Krautgericht mit Buttermilch: 1 kg Weißkraut, bis 1 kg Pellkartoffeln, 1 Essiggurke, 40 g Speck, % 1 Buttermilch, Salz, 20 g Mehl, 1 Eßlöffel geriebener Majoran oder Thymian, Petersilie. — Das vorbereitete gesäuberte Kraut wird halbiert; man schneidet den Strunk heraus unb raffelt ihn fein. Die Krauthälften werden in Scheiben geschnitten. In eine gefettete Form oder Auflaufform gibt inan das geschnittene Kraut, darauf die in Würfel geschnittenen Pellkartoffeln. Man ff reut gewürfelte Gurke unb ben ausgelaufenen Speck barüber. Die Buttermilch wirb mit Mehl unb Kräutern verquirlt unb zum Schluß über bas Ganze gegeben. Man bäckt bas Gericht 45 Minuten bis 1 Stunde im Backofen. Dazu reicht man eine Tomaten-, Pilz- oder Petersilientunke.
Wenn die Gardine „durchsichtig" wird.
Die Lebensdauer einer Gorbine — die mit Rücksicht auf bic bestimmt nicht niedrigen Anschaffungs- kosten für alle Familien von großer Bebeutung ist — hängt von einer Reihe schwer zu bestimmender unb zu kontrollierender Faktoren ab. Schmutz und Staub wirken z. B. in den meisten Fällen auf bic Faser stärker störend ein, als ein oftmaliges Waschen. Außer bem eigentlichen Schmutz spielt noch bic Feuchtigkeit ber Luft, bie Möglichkeit einer bireften Einwirkung von Sonnenstrahlen unb zu scharfer Täbakrauch eine Rolle. Doch einige Beispiele: Eine Hausfrau legt ihrem Lieferanten einen echt gefärbten Vorhangstoff vor, ber monatelang am Fenster hing, ohne allzu sehr von seiner Frische zu verlieren. Beim Waschen würben bie Farben ba- gegen erheblich mitgenommen unb verblaßten. Die Ursache lag in einem zu heißen Waschen! Außer- bem fyatte die Hausfrau eine schon einmal zum Kochen ber Weißwäsche benutzte Lauge verwandt, bie oollstänbig verbraucht war unb aus ber Weißwäsche Stärke aufgenommen hatte, die die Farben bekanntlich verblassen läßt. So etwas darf man mit bunten Sachen nicht machen! Ein zarter unb feiner Store aus Kunstseide zeigt einige Handbreit über der Fensterbank rauhe und ausgezupfte Fäden, die man sich nicht erklären konnte. Nach einigen Monaten waren kleine Löcher daraus geworden, die man auf „Qualitätsfehler" zurückführen wollte. Der wahre Fehler aber war der, daß auf der Fensterbank eine Reihe von Kakteen stand, die bei geöffnetem Fenster immer an das zarte Material kamen und die Fasern beschädigten. Eine ganze Reihe vorzeitig verdorbener Gardinen und Vorhänge kommt auch auf das Konto: falsches Waschen! In 99 von 100 Fällen trägt nicht das Waschmittel die Schuld, sondern etwas beim Wasch- prozeß seihst wurde falsch gemacht. Gekocht werden dürfen nur weiße Baumwollgardinen und helle Leinenstore, alle farbigen Sachen, vor allem Kunst« fel'be bürten nur kalt bis handwarm behandelt werben. Garbinen darf man auch niemals mit anderen Sachen zusammen waschen ober im nassen Zustand aufeinander liegen lassen. Das führt zu häßlichen Rändern ober dunklen Flecken. Oft kommt cs vor, daß verzogene und außer Form geratene Store falsch getrocknet werden. Rur große Gittertülle dürfen zum Trocknen aufgehängt werden, und zwar
der Kameraden. Nein, Geburtstag ist heule nicht, aber doch einer der letzten schönen Sommertage. Bald werden sic ganz vorüber sein, und ehe die unwirtliche Jahreszeit beginnt, soll man sich noch von Herzen an bem Glanze erfreuen, der mit dem scheidenden Sommer von hinnen geht. H. W. Sch.
Vornotizen.
Tageskalenber für Donnerstag.
Gloria-Palast, Seltersweg: Mutter". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Frühlingsluft".
lizeirevicr zu hinterlegen. Durch blcfc Regelung ist ber wiederholt aus ber Bevölkerung unb aus ber Amtsträgerschaft des Reichsluslschutzbunbes vorgetragene Wunsch verwirklicht warben, das Aussin- bcn ber Lustschutzräumc in beschädigten Gebäuden auch für ortsunknnbige Helfer zu erleichtern. Die zeichnerische Darstellung geschieht in so einfacher Form, daß sic auch bem Nichttechniker möglich ist. lieber bie Einzelheiten sind die mit ber Anfertigung beauftragten Amtsträger und Luftschutzwarte durch bic örtlich zuständigen RLB.-Dienftftcllen be«> reite unterrichtet worden.
Veränderte Meldepflichten für Wehrpflichtige.
Durch gemeinsame Verordnung des Ehete des Oberkommandos der Wehrmacht und des Reichsinnenministers find die Meldepflichten der Verordnung über die Wehrübermachung entsprechend den besonderen Erfordernissen des Krieges geändert worden. Der Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes hat danach der zuständigen Wehrersatzdienst- stelle zu melden: 1. Jeden Wechsel der Wohnung ober bes dauernden Aufenthalts innerhalb des Wehr- meldebczirks, 2. den Antritt einer Reife oder einer Wanderschaft, wenn die Abwesenheit vom dauernden Aufenthaltsort voraussichtlich länger als 14 Tage dauern wird, 3. die Ausnahme einer Arbeit außerhalb des dauernden Aufenthaltsorts, wenn die Abwesenheit vom dauernden Aufenthaltsort länger als 14 Tage, aber nicht länger als 60 Tage dauern wird, 4. in den genannten Fällen die Rück- kehr von einer Reife, einer Wanderschaft oder der Aufnahme einer Arbeit außerhalb des dauernden Aufenthaltsorts, 5. die Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst. Vorausgedruckte Formblätter für die Relvungen stehen bei den Poligei'behöMn und zum teil auch bei ben Arbeitsämtern zur Verfügung. Mui sich heim Antritt einer Reise, einer SSJanber* schast ober einer Arbeitsannahme nicht übersehen lassen, baß sic länger als 14 Tage dauern würbe, so ist die Meldung bei Ueberschreitung ber Dauer von 14 Tagen unverzüglich nachzuholen. Die Verordnung bestimmt weiter, baß sich der Wehrpflichtige des Beurlaubtenstandes bei der bisher zuständigen und bei der neu zuständigen Wehrersatzdienst- stelle ab« bzw. anzumelden hat, wenn er seinen -dauernden Aufenthalt in einen Ort außerhalb des Wehrmeldebezirks verlegt. Dies ist auch anzuneh« men, wenn eine Arbeit außerhalb des Bezirks aufgenommen wird, die voraussichtlich länger als 60 Tage dauert, auch wenn neben der Wohnung ober ber Schlafstelle am Arbeitsort bic bisherige Wohnung bei behalten wirb. Alle Melbungen find münd- lich oder schriftlich innerhalb von 48 Stunden zu erstatten. Wehrpässe,usw. dürfen bei Auslandreisen nicht mitgenommen werden. Bei Auslandrcisen von mehr als 14 Tagen Dauer sind fie an die zuständige Wehrersatzdienststellc abzugeben.
G^schäffsfirmen und Feldpost.
Briefsendungen von Geschäftsfirmen, Banken, Versicherungsgesellschaften usw. an Wehrmacht- dienststellen unb Wehrmachtangehörige genießen nicht die Gebührenvergünstigung ber Feldpost. Sie gelten als Sendungen in geschäftlichen ober gewerblichen Angelegenheiten ber Absender. Die Senkungen müssen baher nach ben Inlandsgebührensätzen freigemacht werden und dürfen den Vermerk „Feldpost" in der Anschrift nicht tragen. Dies gilt aus für solche Sendungen, bereu Inhalt eine über- wiegend private Angelegenheit bes Empfängers barftellt, wie z. B. auf Bestellung eines Wehrmacht- angehörigen übersandte Bücher, Waren unb Kontoauszüge. Liebesgaben und Mitteilungen privater Natur, die das persönliche Verhältnis eines Betriebsführers zum Gefolgfchaftsmitglied angehen, können dagegen von Geschäftsfirmen usw. zu ben Gebührenoergünstigungen ber Felbpost abgesanbt werden. In diesen Fällen ist ber Vermerk „Felbpost" mit bem Zusatz „Sendung an Gefolgschafts- Mitglieder" zu versehen. Eine unberechtigte Anwendung des Vermerks gilt als Mißbrauch bet Feldpoftvergünftigungen.
Sparen ohne fleh «4n?ufchränhcn? j
Ja! Zum Beispiel mit ber guten ZpX
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scheidender Sommer.
Am Morgen steht man an der Haltestelle ber -Omnibuslinie. Es ist ein Tag wie jeher anbere, an bem man ins Büro geht. Die Helligkeit am Himmel verspricht gutes Wetter, wenn auch einige Wolken Bebenkcn Hervorrufen. Während man herüber noch Betrachtungen anstellt, fallen von bem Baum in ber Nähe einige Blätter zur Erde. Die Blätter find braun und welk, fie sagen mehr über bic Jahreszeit, als man sich eingestchen möchte. Unb wohin man den Blick schweifen läßt: überall in ber Runde ergeben sich die Anzeichen herbstlichen Wirkens. Die Stelle, wo die Amsel wochenlang ihr frohes Lied sang, ist leer, im Kastanienbaum präsentieren sich bereits die von der Jugend so begehrten stachligen Früchte, und über dem Rasen- ftreifen am Wegrand blinkt es von unzähligen Tautropfen, die dort auf zierlichen Gespinsten liegen.
Es kann in der Tat keinen Zweifel mehr geben: der Sommer ist dabei, Abschied zu nehmen. Während der Omnibusfahrt fällt ein Sonnenstrahl in den Wagen, und nun sicht bie Welt mit einem Schlage viel sreunblicher aus. Die Fahrgäste schauen interessiert durch bie Scheiben auf bie tanzenben Lichtreflexe, die ber junge Tag spielend bewegt, und selbst das junge Mäbchen, das sonst immer in einem Buche liest, wirft einen Blick hinaus, um sich an dem Licht- und Schattenspiel des spat- sommerlichen Tages zu erfreuen. Draußen gleitet bie Szenerie in raschem Wechsel vorbei. Zuerst sind es Gärten, in benen prächtige Dahlien leuchten, bann kommen einzelne Häuser im Grünen, wo bie letzten Rosen des Sommers blühen, und schließ- lich werben bic Häuserreihen dichter, bis endlich kaum noch Lücken sichtbar sind. Aber selbst inmitten bieses gebrängten Beieinanbers steinerner Quadern grüßt der scheibende Sommer von Fen- fterbrettern und Balkonkästen.
Auf bem Wege zum Büro kauft man ein paar Astern. Es sind eigentlich schon Herbstblumen, aber । ihre Schönheit hat ber Sommer bereits entzünbet, und inbem man fie in ein Glas auf den Arbeite-


