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Die Schlacht im Atlantik in der Wochenschau
andervorschläge für den Sonntag
li ische Betriebe. Ziel dieser Führungen ist, den
(Nachdruck verboten.)
W Fortsetzung.
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Die,neue Wochenschau ist aufgeteilt in vier große Abschnitte. Die große Kundgebung im Berliner Sportpalast eröffnet die Bildfolge. Der Führer spricht zum deutschen Volk. Den zweiten Abschnitt kann man zusammenfassend als eine Reihe von außerordentlich glücklichen Bild-Feuilletons bezeichnen. Er zeigt Streiflichter aus Stunden der Ruhe bei unseren Soldaten an der O st front. Erfrischend ist es zu sehen, wie der Humor nicht abreißt, aber keineswegs gekünstelt erscheint, sondern sich bei den Tätigkeiten des Alltags immer wieder wie von selbst einstellt. — Die erschütterndsten Bilder sind diesmal Blicke in die Gesichter g e - f a n g e n e r Sowjets, die ein Ausmaß von ästhetischer und rassischer Unschönheit annahmen, wie wir es bisher noch niemals sahen.
Eine dramaturgische Meisterleistung stellen die mit dramatischer Wucht und Geschlossenheit geschnittenen Aufnahmen vom Kampf des Unterseebootes von Kapitänleutnant E n d r a ß dar. Auch an technischem Aufwand hat der Filmberichter nicht gespart. Es gibt eine fest an die Bordwand anmontierte U n - terwasser-Kamera, das Objekt schaut weiterhin mit durch dps Sehrohr des Kommandanten, und dazu kommt eine für eine. Dokumentaraufnahme selbst jetzt noch überraschende Feinfühligkeit für
Verdunkelungszeil
10. Oktober von 18.38 bis 7.36 Uhr.
ungswerk Kriege.
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j.usbuben, diese Schwäche.
Mußte di« Oma des kleinen Störenfrieds nicht (nz anders verfahren? Sie hätte den Enkel, nach- n er wahrheitsgemäß berichtet hatte, zu seinen -meraden zurückschicken müssen und hätte ihm sa- i sollen: ,/Du mußt auch einmal nachgeben, es in nicht immer nach deinem Kopf gehen. Jetzt bei kn schönen Wetter könnt ihr doch hübsch spielen. 5t) habe keine Zeit für dich. Geh!" Der kleine Stö- Alfried würde dann nicht bei einem Streite rufen: K'ch sag's meiner Omar Denn er weiß, daß er bei keine Unterstützung finden wird. —h.
Vornotizen.
• Tageskalender für Freitag.
Stadttheater: 19 Uhr „Wie du mich wünschst".
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- Gloria-Palast, Seltersweg: „... reitet für Putschland". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Karussell". — Oswaldsgarten: Herbstmesse (Schau- v-lse.)
Ehrungen für die Gießener Polizei.
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Roman von Horst Alemath
Dem jahreszeitlich bedingten verminderten Milch- und Butteranfall entsprechend wird die Butterration der Normalverbraucher um 62,5 Gramm herabgesetzt und die Margarineration um die gleiche Menge erhöht: die Fettration bleibt also unverändert.
Unser ist 6er Sieg!
NSG. Die Jugendkraft des neuen Deutschland marschiert. Ein freies, aufblühendes Europa, eine gerechte Weltordnung zu schaffen, ist die Sendung der großdeutschen Nation. In dem fanatischen Glauben an seinen Sieg, an den herrlichsten und ruhmreichsten Sieg, den die Welt gesehen hat, bringt das deutsche Volk Opfer um Opfer, einmütig und mit unerschütterlicher Geduld. Jede der Reichsstraßensammlungen und jeder der Opfersonntage des deutschen Volkes ist vor dem Führer und aller Welt ein flammendes Bekenntnis seiner Kraft.
Unser ist der Sieg! Dessen sind wir gewiß. Jedes vom deutschen Volk gebrachte Opfer wird dem deutschen Volk tausendfältigen Lohn bringen, weshalb uns fein Opfer zu groß sein darf. Auch der nächste Opfersonntag soll wieder ein Dokument des Sieges- willens unseres Volkes werden!
Gefährliche Vergeßlichkeit.
Bei offenem Fenster zu schlafen ist gesund und härtet ab. Man darf dann aber nicht vergessen, daß dadurch das Schlafzimmer nicht verdunkelt ist. Wer durch den Heulton der Sirene aus dem Schlaf gerissen wird, ist erfahrungsgemäß leicht versucht, ge- dankenlos d-ie Nachttischlampe anzuknipsen. Wenn das viele tun, ist gerade in den gefährlichsten Minuten die ganze Stadt im Dunkeln erkennbar. Hier Hilst nur eins: Dor dem Einschlafen die Birne in der Nachttischlampe locker schrauben, oder sie ganz beiseite stellen. Niemand verlasse sich darauf, daß er „schon daran denken werde", wenn Fliegeralarm ertönt. Wer sich nicht bei vollkommener Dunkelheit für den Luftschutzraum fertig machen kann, muß unbedingt gewissenhaft verdunkeln, bevor er das geringste Licht macht!
Großer Straßenpreis von Gießen mit internationaler Besetzung.
Zu dem am kommenden Sonntagnachmittag stattfindend en Rundstreckenrennen der G.R.V. laufen die Meldungen aus ganz Deutschland ein. Bis jetzt haben u. a. die Berliner Gebr. Hacker, die Dortmunder Schneider, Evers, die Chemnitzer Günther und Kühnert, Riemann, Friese aus Zwickau, die Kölner Bronold, Rüth, der Belgier Jack Beeks, der Holländer Schulte, der Sieger in den letzten 4 Straßen, rennen Pfannenmüller aus Nürnberg, gemeldet.
Diese Fahrer sind nur eine kleine Auslese aus dem Meldeergebnis, welches bis jetzt vorliegt. Da der Meldeschluß erst Samstagnachwittag ist, darf mit einer ganz hervorragenden Besetzung gerechnet werden.
er das Alter mitspricht? Oder ijt es nicht die ehe, die hier allein ein Vorrecht oeansprucht und ? beiden Augen zudrückt, wenn die Kleinen unge- gen sind? Großeltern verzeihen sehr leicht. „Es d halt unverständige Kinder", so sagen sie. Und e schnell merken die Kinder, besonders die kleinen
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Werden einer Zigarre und eine Uebersicht über den bedeutenden Betrieb; man ließ sich sachkundig belehren über die verschiedenen Tabaksorten, lernte Einlage, Umblatt und Dejblatt kennen, bewunderte die Fingerfertigkeit der Wickelmacherinnen, stand bewundernd in dem Zollager, vor den modernen Entrippungsmaschinen und in den neuzeitlichen Arbeitsräumen, in der Kistchenfabrik und dem Zigarrenlager. Der Leiter der Volksbildungsstätte Gießen brachte den Dank der Teilnehmer an den Führenden und die Werksleitung zum Ausdruck.
Oie neuen Lebensmittelkarten.
In der 29. Zuteilungsperiode, die vom 20. Oktober bis zum 16. November reicht, bleiben die laufenden Rationen an Brot, Mehl, Fleisch, Fett und so weiter unverändert. Alle Verbraucher, die nicht Selbstversorger sind, erhalten zum letzten Mal an Stelle von 125 Gramm Nährmitetln 125 Gramm Reis, und zwar wie bisher auf den Abschnitt N 6/N 10 der Nährmittelkarte. Verbraucher, die auf das Essen in Gaststätten angewiesen sind, können den Abschnitt in Reise- und Gaststättenmarken für Nährmittel umtauschen. Wie schon im Vorjahre wird die Mehrausgabe von Butter, durch die in den Sommermonaten Margarine- rohstosfe eingespart wurden, weiter eingeschränkt.
Es gibt 3 Sorten Ai« s
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ragte er. Sie zögerte mit der Antwort und in ihm lammte die jähe Hoffnung auf, sie könne eine Ab- age erhalten haben.
„Ich soll mich in den nächsten Tagen in Berlin vorstellen und die Stellung so bald wie mögliw antreten." Sie faltete den Bogen zusammen und steckte den Brief in ihre Schürze. Hellwang streckte die Hand vor, er bekam Trixens Finger zu fassen und drückte sie herzhaft...
„Also dann kann man ja gratulieren", rief er munter, „das ist ja fabelhaft, daß sich deinp Wünsche erfüllt haben. Die Kinder werden natürlich ein Jam- mergeheul anstimmen, daß du uns so bald verlassen • willst ... Und ich finde, man hätte dir ja eine etwas längere Atempause gönnen können ..." Er schwatzte drauf los und schwatzte alles nieder, was in ihm an Enttäuschung aufsteigen wollte. „Aber was ist denn das?' fragte er plötzlich betroffen, „du freust dich ja gar nicht, du machst ja ein Gesicht, als ob du eine Trauernachricht bekommen hättest..."
Trix befeuchtete sich die Sippen. „Doch — ich freue mich", antwortete sie, „sehr!" — Das letzte Wort klappte merkwürdig nach. Sie versuchte den Eindruck zu verwischen: „Die Ueberraschung ist zu groß — ich habe es noch gar nicht recht begriffen ..."
„Du hast diesen Brief doch erwartet!"
„Nun ja", stammelte sie, „immerhin, ich bin ja schließlich nicht die einzige, die sich um diese Stellung beworben hat — und daß ich sie nun tatsächlich bekommen habe!"
„Jedenfalls gratuliere ich dir nochmals herzlich."
„Danke ..." Sie versuchte so auszusehen, als ob sie sich freue. Der Versuch gelang ihr nicht ganz.
„Und wann wirst du nun fahren müssen?"
Sie hob die Schultern, ihre Finger tasteten nach dem Brief, der in ihrer Schürzentasche knisterte: „Ach denke, daß ich es mir erlauben darf, noch ein paar Tage hierzubleiben ..." Sie sah ihn an, aber er starrte an ihr vorbei.
(Fortsetzung folgt.)
Stimmungswirkung bei den Ausnahmen im Inneren des Schiffs. Wir erleben den Kampfeinsatz dieses U-Botes vom Auftauchen der ersten Rauchfahne bis zum Sieg zweimal. Das erstemal schickt das an Bord befindliche Geschütz einen feindlichen Frachter, der die Schüsse erwidert, auf Grund. Das größte Erlebnis aber ist der Angriff auf einen ftarf gesicherten Geleitzug. Nach Abschuß des Torpedos, der fein Ziel nicht verfehlt, greift ein feindlicher Zerstörer das Boot durch Wasserbomben an. Der nüchterne Bericht vom Erlebnis der U-Boot- Männer während dieser Stunden ist eine der erstaunlichsten Leistungen der Kamera überhaupt. Wir sehen die Züge jedes einzelnen Mannes, wir erleben die Stimmung mit, wenn das Licht im ganzen Schiff durch den gewaltigen Druck der Bombe von außen für eine Zeitlang erlischt, wir haben vorher das Wasser gesehen, das sich gurgelnd an den fahrenden Schiffsleib preßt, und wir erleben auch den befreienden Augenblick des Auftauchens wieder, der dieser Mannschaft freilich nur dazu dient, um sich zu orientieren und den Geleitzug aufs neue anzugreifen. Einer Tatsache werden wir uns dabei vor allem anderen bewußt: England ist nicht mehr Herr des Atlantik. H. H. G.
3m Rahmen der Erwachsenenbildung veranstaltet V NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude", Volks- toungsftätte Gießen, Führungen durch Gießener Hturftätten und für die engere Heimat charakte-
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r!Dtan lebt nicht ungestraft in Greiffing. Ich kenne nht ur jeden Menschen, sondern ich kenne auch tii Geschichte jedes Baumes und Rosenstocks, der Itiwm Besitzer Sorgen macht. Und in Greiffing * M es in dieser Beziehung nur Sorgenkinder. Zu nir mit meiner „Wildnis" haben die allen Herren Jitrauen. Ich luchse ihnen ihre Geheimnisse nicht ü. mit denen sie auf der nächsten Gartenausstel-
Triumphe feiern und den blassen Neid ihrer üliberoerber herausfordern wollen."
Ich finde unsere Wildnis wunderbar!" rief Trix.
Die alten Herren sind da anderer Ansicht. Meine hchbarn haben mir lange bittere Vorwürfe ge- -ntcht, daß ich Löwenzahn und Gänseblümchen nicht '-nwgisch ausrotte. Jetzt haben sie mich als hoff- ^gslosen Fall aufgegeben. Aber heimlich haben ie.bie Kinder bestochen. Eine von Lydias Geldguel- ist Herr Direktor Beyerlein. Für hundert abge- ^erte Ärwenzahnblüten bekommt sie ein Fünfer!, ■'d bin nun neugierig, was er für Augen machen 2rd, wenn er dahinterkommt, daß ich Gegenmaß- 'toimen ergriffen habe. Lydia holt bte Butterblu- 3l"i nämlich Dorf der Schäferwiese." ,-rij lachte hell auf; sie hängte sich für em paar st ritte impulsiv in Hellwangs Arm. Er spurte ihre 2 rme und hielt den Arm ganz sttll, als trüge er «s kostbare Vase. Sie ließ die Hand langsam sm-
Das Gespräch stockte für eine Weile.
Sie hatten den Wald erreicht. Der Wind rauschte 3 den Kronen. Nadeln rieselten herab. Die Wege *-en feucht. In den schmalen Lichtungen regte sich Ml Luftzug. Es roch herbsttich nach modernden '^Dämmen. Boviste stäubten unter ihren Fußen. . Wie geht es deiner Arbeit?" fragte Tnx ertö»
Menschen vertiefte Kenntnis der Heimat zu vermitteln. So finden an sechs hintereinanderfolgenden Mittwochen derartige Führungen für Polizeibeamte statt, die in Je zwei Abteilungen das Oberhessische Museum, das Liebigmuseum, die Gailschen Tonwerke und die Firma Rinn & Cloos in Heuchelheim besuchen.
Am 8. Oktober fuhren etwa 25 Mann unserer Schutzpolizei mit dem „Bieberlieschen" nach Heuchelheim. Nach einer Besichtigung der Heuchelheimer Turnhalle begann die Führung im Rinn & Cloos- schen Werke; hier sprach zunächst der Leiter der Dolksbildungsstätte Gießen, Oberstudiendirektor Dr. R o l o f f, ein Wort der Begrüßung, kennzeichnete den Sinn der geplanten Führungen für die Polizeibeamten und wünschte dem neuen Beginnen besten Erfolg. Auch das Vorstandsmitglied der Rinn & Cloos AG., Dr. Dönges, begrüßte die Besucher herzlich; er gab einen kurzen Ueberblick auf die Entwicklung des Werkes, das feit der Begründung durch seinen Seniorchef im Jahre 1895 einen ständigen Aufstieg erlebte; diese Entwicklung freilich durch den Krieg unterbrochen, weshalb man das Werk jetzt nicht in vollem Betrieb besichtigen könne. Immerhin gewannen die Teilnehmer bei der anschließenden Führung durch den technischen Betriebsleiter Albert Rinn einen Einblick in das
juint heim zu feiner Großmutter und beschwert h. Nachdem sie ihm die Tränen abgewischt und je Hände gewaschen hat, träft sie ihn, gibt ihm tnt Süßigkeit und sagt: „Laß die bösen Buben nur M Sandhaufen, bleib bei mir, ich erzähle dir auch ne Geschichte." -
Macht es jede Großmutter so? Gibt es nicht auch stauen, die voll und ganz auf ihrem Posten stehen k'd die Kinder so heranziehen, daß'sie sich später tnmal gut einfLigen in die Volksgemeinschaft? Wir ab eben im Kriege. Viele Väter stehen vor dem Die jungen Frauen kehren ins Elternhaus Brück, suchen selbst einen Arbeitsplatz und über- fen ihre Kinder den Großeltern. Damit legen i eine schwere Aufgabe auf die Schultern der alten
Hellwang wischte ein Spinnennetz aus seinem Gesicht. ,F)h, das wird eine große Sache. Ich räume mit der Legende von den .königlichen Kaufleuten' gründlich auf. Sie waren eine verruchte Bande, diese Welser. Sie waren mit ihren Kollegen in Augsburg und Nürnberg die gefährlichsten Würmer in dem großartigen Bau jenes Ersten Reiches der Deutschen. Was sollte daraus werden, wenn in einem Staat, der aus dem Mythos stammte, Bankiers mit ihren dürren Händen Politik und Geschichte machen wollten?"
Trix hörte stumm zu. Sie vermochte nicht zu unterscheiden, ob seine Gedanken richtig ober falsch waren. Es war auch gleichgültig. Sie spürte in ihm die Flamme eines Geistes, der um Erkenntnis rang, und es beglückte sie, daß er zu ihr sprach wie zu einem vertrauten Freunde. Und Hellwang entwickelte ihr in großen Linien die Umrisse seiner Arbeit. Er sah selber noch nicht das Ganze, aber er hatte bis dahin auch Den Grundriß noch nicht deutlich vor sich gesehen. Auf diesem Spaziergang bekam der Entwurf schärfere Konturen. Die Spieler schieden sich von den Gegenspielern, und die dramatischen Spannungen auf der düsterbunten mittelalterlichen Bühne ballten sich zusammen.
Sie kehrten bei anbrechender Dämmerung nach Hause zurück. „Arme Trix", sagte er ehrlich be- kümmert, als er das Gartentor öffnete, „jetzt habe ist dich eine geschlagene Stunde lang mit den ollen Welsern und ihren trüben Geschäftspraktiken gelangweilt ..."
In ihren Augen erlosch ein Licht. Sie hob enttäuscht die linke Braue: „Red keinen Unsinn", sagte sie oersttmmt, „ich verstehe wirklich nicht, weshalb du glaubst, dich entschuldigen zu müssen, wenn du einmal zu mir wie zu einem vernünftigen Menschen sprichst!"
Was dachte er eigentlich von ihr? Hielt er sie für so oberflächlich und vergnügungssüchtig, daß er meinte, sie empfände ein ernsthaftes Gespräch als langweilige Belästigung! Es war geradezu kränkend für sie. Spürte er denn nicht, wie sehr sie es
Gießen — Wellenberg — krofdorfer Forst — Wiß- marbachlal — Wißmar — Gießen.
Von unserem Ausgangspunkt am Neustädter Tor folgen wir schwarzen Punkten, die uns zunächst die Krofdorfer Straße entlang bis zum Wegweiser, von hier ein kurzes Stück die Launsbacher Straße, sodann einen Feldweg aufwärts über eine Eisenbahnbrücke zum Wettenberg bringen, der es wahrlich verdient, feiner herrlichen Aussicht wegen von Gießener Naturfreunden mehr besucht zu werden. Das Zeichen führt uns über die höchste Erhebung des Berges, die sog. Napoleonsnase, später über die Krofdorf—Wißmarer Straße in den großen wild reichen Krofdorfer Forst. Durch prächtige Wald- beftänbe kommen wir nach geraumer Zeit in das Wißmarbachtal, wo wir die Punkte verlassen, um nunmehr schwarzen Strichen nach rechts zu folgen. Wir gehen das liebliche, viel gewundene Tal, eines her schönsten unserer näheren Umgebung, abwärts, erreichen bas ansehnliche Dorf Wißmar mit guten Gaststätten, und wandern von hier über die Lcchn- brürfe heimwärts. Marschdauer 4Vs Stunden.
impffluii. ute. Daß Großeltern, auch wenn sie einst gegen um Uj eignen Kinder sehr streng waren, ihre Enkel > am Bo- hr ost und sehr gern verwöhnen, ist bekannt. Ob
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Nieber-weimar — Runder Baum — Wehrshausen — Blaue Pfütze — Blutbad) — Warburg.
Wir fahren mit dem Frühzug nach Nieder-Wei- mar, wo wir schwarze Vierecke antreffen, die uns, nachdem der Ort passiert ist, hinauf zum Wald geleiten. An dessen Rand bietet sich eine großartige Aussicht. Wir sehen u. a. den Frauenberg, den Dünsberg, Hohensolms, die Lahnberge und die Höhen des Hinterlandes. Auf einsamen Waldwegen führt uns das Zeichen zu einem hübschen Ruheplatz, den Runden Baum; einige mächtige Buchen und eine Schutzhütte kennzeichnen die Stelle. Nunmehr folgen wir gelben Strichen, die uns über eine aussichtsreiche Höhe an dem verträumt liegenden Dörfchen Wehrshausen vorüber auf die Kaldener Straße geleiten. Auf dieser hochliegenden Straße gehen wir weiter, bis wir bei der Blauen Pfütze auf rote Striche stoßen, die uns jetzt den Weg nach rechts weisen. Zumeist durch Wald gehen wir abwärts, kommen durch das reizvoll gelegene Marbach mit seinem stattlichen Kurhaus, hierauf durch das anmutige Marbachtal nach unserem Endziel, der alten Musenstadt Marburg. Dauer der Wanderung 4% Stunden.
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wünschte, daß er sich ihr aufschlösse und daß er zu ihr spräche, wie er einst mit Luisa gesprochen hatte. Sie hatte das Gefühl, als sänke eine Schranke, die sich für ein paar Viertelstunden gehoben hatte, wieder klirrend zwischen sie nieder ...
Er machte ein unglückliches Gesicht, er konnte es sich nicht erklären, weshalb sie ihn plötzlich so gereizt anfuhr. Lydia unb Söhnchen hüpften ihnen entgegen.
„Der Guglhupf is der Kathi zammgefalln!" schrie Lydia begeistert, „wie a Nudelbrett! Aber pfundig schmecken tut er, akkrat wie Mandelpudding!"
Trix knüpfte ihr eine Haarschleife ein, die sich zu lösen drohte. Ihr Gesicht war wieder fröhlich, als sie sich zu Hellwang umdrehte: „Schau einmal nach, Konrad, ob wir Baldrian im Hause haben! Ich befürchte das Schlimmste ..."
Aber ihre Befürchtungen waren grundlos, die Kinder hatten eiserne Mägen.--
Als Hellwang am nächsten Morgen die Post holte, fand er ein an Trir gerichtetes Schreiben. Im gleichen Augenblick, in dem er den gelbeft, amtlichen Umschlag mit dem Pergamentfenster in die Hand nahm, wußte er, was der Brief enthielt: Trixens Berufung nach Berlin. Für den Bruchteil eine Sekunde durchzuckte ihn der Wunsch, den Brief einfach zu unterschlagen. Es war kein kindischer Gedanke und er schämte sich seiner Torheit. Aber nicht minder töricht wäre es gewesen, den Bries in den Kasten zurückzuwerfen und es Trix zu überlassen, sich die Botschaft aus Berlin selber aus dem Briefkasten zu fiscyen. Trotzdem empfand er es als eine besonders boshafte Fügung, daß gerade er chr diesen Brief auch noch übergeben sollte. Und es erforderte eine ordentliche Ueberwindung, ehe er sich dazu entschließen konnte, Trix zu rufen. Sie kam aus dem Kinderzimmer, wo sie den Spielschrank neu eingeräumt hatte, und nahm das Schreiben in Emofang.
„Aus Berlin ..." sagte er. Sie riß den Umschlag in seiner Gegenwart auf und entfaltete den Bogen. Er schaute heimlich über ihre Schulter. „Nun ...?"
Aus der Stadt Gießen.
»Ich sag's meiner Oma!"
Die Kinder spielen am Sandhaufen. Die ganz trinen haben Förmchen und backen Kuchen. Das it für sie ein Spiel, das sie nie müde werden. Die höheren Buben aber „bauen". Da entstehen Bun- und Befestigungen, Kanonen werden ausgestellt p>er markiert, Flüsse überbrückt usw....
Einem kleinen fünfjährigen Lockenkopf geht aber liötzlich etwas nicht nach seinem Sinn, er'verlangt, ttßder eine Bunker wieder umgebaut werden soll, iie andern widersetzen sich. Da reißt dem Kleinen i-.e Geduld, und er tritt mitten hinein in die Feld- bfeftigungen, daß alles zusammenstürzt. Das kön- jen sich Die beiden andern Buben nicht gefallen lissen. Sie packen den Störenfvied und hauen ihn p!)örig durch. Heulend verläßt er die Spielstätte Lib ruft aus sicherer Entfernung: „Ich sag's meiner üna! Ich sag's meiner Oma!"
Die andern sind anfcheinend solche Drohungen x-wöhnt, sie hören gar nicht darauf, sondern begin- pn ihre Bauten von neuem. Der Störenfried aber
Hauptschristselter: Dr. Friedrich Wichelm Lange. Stellvertreter de« Haupticyristleit'-rr: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), i.B. Ernst Blumschein: für da« Feuilleton: Dr. Han« Thyriot: für Stadt Gietzen, Provinz, Wirt- chast u. Sport: Ernst Blumschein.
Druck und Verlag: Brühlsche UntversitütSdruckeret R. Lange K.G. Verlagsletter: Dr.-Ing. Erich Hamann: Anzeigenleiter: Han« BeL Verantwortlich für den Inhalt oer Anzeigen: Theodor Kümmel Pl.Nr.6.


