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fuhren cms den Empireländern eingesetzt, die auf amerikanischen Schiffen nach den Osthäfen der USA. geschafft werden und hier erst für die Fahrt über Len Nordallantik auf englische Schiffe umgeladen werden, denn noch Lindert ja die Neutralitätsgesetz- gebung der USA. zbie amerikanischen Schiffe, die Kriegszone um England selbst zu befahren. Aber selbst wenn diese Beschränkung fallen sollte, wird Las Problem für England nicht leichter, denn auch der Schiffsbau in den USA. reicht noch bei weitem nicht hin, die ständig steigenden Verluste der briti­schen Hgnbelsflotte in annähernd gleichem Tempo zu ersetzen. Daher auch das Jammern der Eng­länder darüber, daß der Schiffsbau in den USA. nicht schnell genug auf Touren kommt.

Aber vorerst wäre ihnen schon ein Stein vom Herzen, wenn die Vereinigten Staaten sich ent­schlössen, das für England bestimmte Rüstungsmate­rial auf amerikanischen Schiffen über den Atlantik zu befördern und für sie den Geleit­schutz zu übernehmen. Wenn es nach Roosevelt allein ginge, würden die USA. nicht mehr lange zögern. Aber die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten ist, wie es der Präsident vor kurzem selbst lebhaft beklagt hat, für einen solchen Entschluß noch nicht reif. Sie schreckt vor den Folgen zurück, und nach dem kläglichen Scheitern des britischen Valkan- abenteuers, das man in den USA. nach dem so forcierten Engagement Roosevelts doch auch stark als einen persönlichen Mißerfolg des Präsidenten empfand, wurden die Stimmen der Männer wieder lauter, die an einen Sieg der englischen Sache nicht mehr glauben und das Volk der Vereinigten Staaten warnen, Gut und Blut an ein schon verlorenes Spiel zu hängen. Roosevelt ist dem mit einer neuen Propagandawelle entgegengetreten. Er hat 17 amerikanischeSachverständige", darunter einige pensionierte Admirale und den eben erst als Commis Voyageur Roosevelts mit erheblich beschädigtem Re­nommee vom Balkan zurückgekehrten Oberst Dono- van mit der Beweisführung beauftragt, daß man >,nicht berechtigt sei, einen deutschen Sieg voraus- gusetzen". So vorsichtig verklausuliert wie dieser Auftrag ist auch seine Ausführung ausgefallen. Was dieseSächverständigen" an Beweisen für ihre Theorie zusammengestoppelt haben, ist bereits durch den bisherigen Verlauf des Krieges in allen Punkten widerlegt. Weder hat das, was die Engländer Blockade nennen, Deutschland hindern können, sich Len Zugang zu jenen Rohstoffen zu schaffen, die es braucht, noch hat die Royal Air Force die deutsche Rüstungsproduktion auch nur einen Tag und an einem Punkt ernstlich hindern können. Vielmehr ist ija der Ruf Englands nach Amerikas Hilfe gerade daraus entstanden, daß Englands überseeische Ver­sorgung durch die effektive Blockade der Insel auf das schwerste in Mitleidenschaft gezogen ist und die brillsche Rüstungsindustrie unter den ständigen vernichtenden Angriffen der deutschen Luftwaffe ihre Aufgabe nicht mehr hinreichend auszufüllen vermag. Eine Verdrehung der Tatsachen, wie sie hier versucht wird, dürste selbst für die im allgemeinen recht urteilslose öffentliche Meinung Amerikas eine un­mögliche Zumutung bedeuten. Für uns ist an diesem seltsamen Sachverständigengutachten immerhin inter» essant die Bestätigung, daß die amerikanische Rü­stungsindustrie vor deutschen Luftangriffen sicher sei. Damit wird also von den Beauftragten Roosevelts selbst der ganze erbärmliche Schwindel von der Be­drohung Amerikas durch dieAggressoren", mit dem der Präsident seit Monaten die Stimmungsmache gegen die europäischen Ordnungsmächte betreibt, ein­deutig widerlegt. Und wenn die amerikanischen Sach­verständigen bann zu dem Schluß kommen, man müsse die Möglichkeit schaffen, baß Churchill fein Versprechen erfüllen könne, die britische Kriegsflotte, falls sie ihre Operationen in den eigenen Gewässern nicht mehr weiter durchführen könne, den Kampf von den Empirestützpunkten wieder aufzunehmen, dann werden hier die letzten Hintergründe der Eng- landhilfe deutlich.

Dies ist", so schreiben die Sachverständigen,auf jeden Fall im Interesse der Vereinigten Staaten, ganz gleich, ob wir in diesem Kriege intervenieren ober nicht." Das ist es also, die britische Erbschaft will man sich unter allen Umständen sichern, und dazu gehört der Besitz der, britischen Kriegsflotte, denn ohne sie ist der Wunsch der USA.-Imperialisten, auf beiden Weltmeeren, dem Pazifik sowohl wie auf dem Atlantik die Seeherrschaft zu besitzen, ein Traum, der sich in Jahren nicht verwirklichen läßt. Es geht also auch diesen famosenSachverständigen" nicht um die Rettung Englands, sondern um die Sicherung des britischen Erbes. Wirklich keine sehr aufmunternde Beobachtung, die Churchill und das britische Volk an ihren amerikanischen Freunden machen müssen.

Roosevelt hat dieses Sachverständigengutachten nicht genügt, um die öffentliche Meinung in USA. für seine Pläne zu bearbeiten. Er hat gröberes Geschütz aufgefahren und aus dem Kreis seiner enrften Mitarbeiter und Gesinnungsfreunde den Kriegsminister S t i m s o n vorgeschickt, um in einer Rundfunkrede der öffentlichen Meinung auf den Zahn zu fühlen, ob wohl der nächste Schritt zur Aktivierung der Englandhilfe gewagt werden könne. Wir berichteten schon über die Rede Stimsons, brr neben dem Marineminister Knox der Renom­mier-Republikaner im Kabinett Roosevelt ist und diesem einen national-überparteilichen Anstrich ge- ben soll. Stimson hat schon als Staatssekretär klare imperialistische Gedankengänge vertreten und ist zu ei.rem guten Teil für die Trübung des Ver- bältnisses zu Japan verantwortlich. So hat er nie- nials auch nur das geringste Verständnis aufge­bracht für die Kräfte der Neuordnung in Europa und im ostasiatischen Raum und empfahl sich daher d:m Präsidenten als der rechte Mann auch zur propagandistischen Vorbereitung der weiteren inter­ventionistischen Pläne Roosevelts. So empfahl er b:e Verwendung der amerikanischen Flottezur Ergänzung der englischen" und fragte:Ist es denkbar, daß das amerikanische Volk es gestatten wird, daß die amerikanische Munition im Atlantik versenkt wird?" Lord Halifax, der britische Bot­schafter in Washington, hat diesen Ball natürlich begierig aufgefangen und in einer Rede in Chikago erklärt: die Vereinigten Staaten müßten selber dafür sorgen, daß ihr für England bestimmtes Kriegsmaterial sicher über den Atlantik komme.

So steuert man vom Patrouillendienst auf den Geleitschutz hin. lieber die Folgen dieses Kurses können sich weder die Kriegshetzer um Roosevelt noch das Volk der Vereinigten Staaten im Unkla­ren fein. Der Führer hat bereits in feiner Rede am 30. Januar erklärt:Wer glaubt, England helfen zu können, muß eines auf alle Fälle wissen: jedes Schiff, ob mit, ob ohne Begleitung, das vor unsere Torpedorohre kommt, wird torpediert." Und wenn man sich vielleicht in Washington immer noch der Hoffnung hingab, man werde es in diesem Falle mit Deutschland allein zu tun haben und könne alle Kräfte auf dieSchlacht im Atlantik" konzentrieren, so hat das Interview, das der japa­

nische Außenminister M a k s u o k a einem ameri­kanischen Journalisten gab, diese Optimisten in Washington sehr schnell und ganz eindeutig eines anderen belehrt. Er sagte seinem amerikanischen Ausfrager klipp und klar, wenn Amerika an den Feindseligkeiten teilnehmen sollte, Japan sich ver­pflichtet fühle, an der Seite Deutschlands uni) Italiens in den Krieg einzutreten, und er ließ auch nicht den geringsten Zweifel aufkommen, daß er in einem Konflikt amerikanischer Geleitzüge oder Begleitschiffe mit deutschen Flugzeugen ober Unter­seebooten einen Grund sehe für den Eintritt Japans m ben Krieg. Das ist eine sehr ernste, vielleicht bie letzte Warnung an die Adresse der amerikani­schen Interventionisten, sich über die Folgen ihrer Politik in ihrem ganzen weitgreifenden und kaum schon zu übersehenden Umfang klar zu werden. Roosevelt und seine Leute hatten ja bei der In­szenierung des Staatsstreiches in Belgrad nicht zu­letzt deshalb so eifrig die Karten gemischt und Eng­land zu seinem Balkanabenteuer ermuntert, weil sie sich davon eine abschreckende Wirkung auf den Damals grabe in Berlin weilenden japanischen Außenminister erhofften. Das Gegenteil ist einge­treten. Deutschland hat mit unheimlicher Schnellig­keit und Wucht den ihm zugedachten Schlag pariert und in wenigen Tagen auch diesen letzten Zipfel des Kontinents von den Feinden einer neuen Ord­nung Europas freigefegt. Matfuokas Glückwunsch­telegramm an Ribbentrop von der Heimreise zeigte, welch außerordentlichen Eindruck der deutsche Ge- genschlag auf dem Balkan auf ihn gemacht hatte

und daß er ihn wenn das überhaupt noch nötig war in der Gewißheit bestärkt hatte, daß fein Kurs an der Seite der Achsenmächte der richtige war. Der Neutralitätspakt mit der Sowjetunion, mit dem Matsuoka auf der Rückreise in Moskau ben Boden für eine grundsätzliche Verständigung mit dem großen Nachbarn auf dem asiatischen Kon­tinent über die beiderseitigen Interessensphären fand, ist die notwendige Ergänzung, die Japan brauchte und nunmehr gefunden hat, um im pazifi­schen Raum jene volle Handlungsfreiheit zu be­kommen, um in vollkommener Souveränität alle Folgerungen aus dem Dreierpakt ziehen zu können.

Die angelsächsischen Interessen haben diese Ent­wicklung nicht hindern können, vielleicht haben sie sie sogar beschleunigt. Jedenfalls sieht man sich in Washington und London jetzt ohne jeden Schleier jener Mächtekonstellation gegenüber, die entschlossen ist, die Welt von der angelsächsischen Vormundschaft zu befreien und Sicherungen dafür zu schaffen, daß die jungen aufstrebenden Nationen ihre naturgege­benen 'Lebensräume ohne Störung durch raum- fremde Mächte neu zu ordnen vermögen. Das Mctt- fuoka-Jnterview hat auch für die mit einer Aus­weitung der Englandhilfe spielenden Interventio­nisten in Washington volle Klarheit darüber ge­schaffen, womit sie bei jedem weiteren Schritt auf dem schlüpfrigen Wege in den Krieg zu rechnen haben. Es ist Sache des amerikanischen Volkes, zu entscheiden, ob es trotzdem das Wagnis dieses Weges auf sich nehmen will. Dr. Fr. W. Lange.

LlGA-Flottenstühpunkie in Südafrika?

Berlin, 9. Mai. (DNB.) Der Ministerpräsi­dent der südafrikanischen Union, General Smuts, erklärte einem Vertreter des Christian Science Monitor:Sie müssen sich darüber klar sein, daß Sie in Amerika jetzt alles einsetzen müssen in einem Kampf, der so lang und so hart ist wie bie Welt ihn noch nicht erlebt hat". Smuts be­tonte,Südafrika stehe mehr unter dem Einfluß Amerikas als unter dem eines an­deren Landes". Die aktuelle politische Bedeutung dieser Erklärung des Generals Smuts wird unter, strichen durch eine Domei-Meldung aus Washing- ton, in der es heißt, daß sich das Staatsdeparte­ment im Zusammenhang mit der angekündigten Einführung eines nordamerikanischen Flotten­patrouillen -Dienstes im Indischen Ozean an die britische Regierung gewandt habe mit der Bitte, die Regierung in Pretoria zur Ueberlassung von Flotten st ützpunk- ten an bie USA. zu veranlassen. Angeblich wolle auch James Roosevelt, der in beson­derer Mission seines Vaters soeben in Kairo ein­getroffen ist, diese Angelegenheit mit General Smuts erörtern. Die Madrider Zeitungen mel­den aus Pretoria, daß die südafrikanische Regie­rung möglicherweise der USA. auch da s süd­afrikanische Fe st land selbst für militäri­sche Operationen zur Verfügung stellen wird. Mini- fter Reitz äußerte den Wunsch, die Vereinigten Staaten als Sicherheitsfaktor in Afrika zu sehen. Kurz nacheinander erfolgten bereits Ernennungen von USA.-Marine- und Militärattaches bei der Regierung in Pretoria.

Portugal schützt feine Atlantik-Inseln.

Lissabon, 9. Mai. (Europapreß.) In einer eindeutigen Erklärung, die von der gesamten por­tugiesischen Presse wiedergegeben wird, erteilte der portugiesische Ministerpräsident Salazar dem amerikanischen Senator Pepper, der kürzlich für die Besetzung der Azoren und der Kap Verdischen Inseln plädiert hatte, eine scharfe Antwort. In dieser Absage beklagte die portugiesische Regierung zunächst die Unbekümmertheit, mit der von ver­schiedenen Seiten über das Schicksal von Ländern, die dem gegenwärtigen Konflikt fern- stehen, verfügt wird. Die Ideen, wie sie Senator Pepper und andere amerikaüische Persönlichkeiten über Portugal entwickelt hätten, ständen in einem klaren Gegensatz zu früheren Erklärungen von amtlicher amerikanischer Seite. Die portuaiesische Regierung erklärt, nie­mals sei ihr bisher irgendein Anttag ober irgend­eine Anregung der etwaigen Benutzung irgend­welcher Häfen oder Stützpunkte der portugiesischen Küsten ober Inseln durch irgendeinen der Krieg­führenden gegen einen anderen oder durch dritte Staaten unterbreitet worden. Die Erklärung schließt mit dem Hinweis, daß Portugal zur Wahrung seiner Souveränität bie Verteidigung der Inselgruppen im Atlantischen Ozean verstärkt habe.

Schlag gegen Geleitzug im westlichen Mittelmeer.

Oer italienische Bericht.

Rom, 9. Mai. (DNB.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Freitag hat folgenden Wortlaut:

Gestern sichteten Aufklärungsflugzeuge im m e ft - lichen Mi11elmeer einen großen Geleit­zug, der von zwei britischen Schlachtschiffen, einem Flugzeugträger und einer nicht genau feftgefteUten Zahl von Kreuzern und Zerstörern be­gleitet war. Unsere von Jagdflugzeugen begleiteten Torpedoflugzeuge richteten mit großer Kühnheit einen ersten heftigen Angriff gegen bie feindlichen Einheiten. Zwei Kreuzer, ein Zerstörer und ein großer Dampfer erhielten Torpedotreffer. Anschlie­ßend griffen unsere Kampfflugzeuge ben feindlichen Schiffsverband in heftigem Angriff an und trafen ein Schlachtschiff, den Flugzeugträger und zwei große Dampfer. In ben späten Nachmittagsstunben und in der Nacht erhielt ein Schlachtschiff und der Flugzeugträger Torpebotreffer von unseren Torpedo­flugzeugen. In heftigen Luftkämpfen zwischen unse­ren und den feindlichen Jagdflugzeugen, die den Geleitzug schützten, wurden 13 britische Flugzeuge vom Muster Defiant und vom Muster Hurricane abgeschossen, fünf unserer Flugzeuge sind nicht an ihren Stützpunkt zurückgekehrt; drei wurden befä­

higt und kehrten mit verwundeten an Bord zurück. Weitere drei englische Flugzeuge wurden von den deutschen Jagdflugzeugen abgef offen.

Im Aegäischen Meer besetzten in gemein­samem Unternehmen mit Verbänden unserer Luft­waffe und unserer Flotte Infanterie- und Marine­abteilungen die Inseln Samos und Furni.

Einheiten unserer Luftwaffe haben zwei große Dampfer und einen Kreuzer von 7000 Tonnen torpediert, der unter Flammcn- und Rauchentwicklung Schlagseite erhielt.

In Nordafrika Artillerietätigkeit an her Tobruk-Front. In der Nacht auf den 8. Mai wurde Bengasi von der Luft und von See her ange­griffen. Der Angriff forderte einige Opfer und verursachte geringen- Schaden. Einheiten der deut­schen Luftwaffe haben Nachschubanlagen und feinb- Uche Schiffseinheiten im Hafen von Tobruk an­gegriffen. Zwei Dampfer wurden getroffen und schwer beschädigt.

In 0 st a f r i f a gelang es dem Feind, nach hef­tiger Vorbereitung durch Artillerie und Flugzeuge eine unserer Stellungen im Abschnitt von Alabgi zu besetzen. Unser entschlossener Gegenangriff schlug ihn jedoch wieder aus her Stellung heraus, wobei der Gegner empfindliche Verluste erlitt.

Die Wirtschaft des Irak.

Der Irak steht jetzt im Begriff, sich feine Unab­hängigkeit zu erkämpfen. Entstanden ist her Irak ; nach dem Weltkriege aus ben ehemaligen türkischen Provinzen Bagdad, Basra und Mossul. Zunächst war der junge Staat-britisches Protektorat, später­hin vermochte er aber feine Bindungen immer wei­ter zu lockern mit dem Erfolg, daß er Oktober 1932 aus dem Mandatsoerhältnis entlassen wurde und damit eine erweiterte, wenn auch noch nicht völlige Selbständigkeit errang. Mit England blieb der Irak noch durch einen Bündnisvertrag verbunden, außer­dem wurde den Briten das Recht zur Unterhal­tung von Militärflugplätzen sowie Truppenkontin­genten auf irakischem Boden eingeräumt. Für das britische Weltteich ist dies von größter Bedeutung, denn bie militärischen Stützpunkte sollen die 23er- kehrsbrücke vom Mittelmeer zum Fernen Osten zu Lande unb in der Lust ebenso sichern wie die Ver­sorgung mit Del aus dem Mossulgebiet, bas insbe­sondere für die englische Mittelmeerflotte nahezu unentbehrlich ist.

I Die Größe des Iraks ist noch nicht einmanb- frei festgestellt worben. Die Schätzungen liegen Mischen etwas über 300 000 unb weit über 400 000 Quabratfilometern; wahrscheinlich treffen aber bie Zahlen des Internationalen Landwirtschaftsinstituts in Rom zu, hie auf rb. 370000 qkm lauten. Auch über die Bevölkerungszahl fehlen genaue An- gaben; nach Schätzungen liegt sie bei 3,6 Millionen. Demnach würde sich die mittlere Bevölkerung-- dichte auf etwa 10 Einwohner je qkm stellen Die Bevölkerung besteht zu rund 80 v. H. aus Arabern, die ihrer Religion nach in Sunniten unb Schiiten aufgespalten finb. Außerdem werden mehrere hun­derttausend Kurden gezählt. Die Zahl der Juden ist mit 80000 verhältnismäßig nicht hoch. Trotz­dem ist auch im Irak ihr Anteil am Handel mit etwa 80 v. H. beherrschend.

Die größten Städte sind Bagbad mit etwa 300 000 Einwohnern, Mossul (etwa 80 000 Ein­wohner), Basra, Kadhimain unb Kerbela (je etwa 60 000 Einwohner) sowie Nedief (über 30 000 Ein­wohner); Kerbela unb Nebsef sind heilige Stätten her Schiiten. Im Verkehr spielt bas Flugzeug eine große Rolle. Vor dem Kriege wurde Bagdad von sieben Gesellschaften ange flauen, bie ben Ver­kehr zwischen Europa unb bem Fernen Osten ver­mittelten. Das Eisenbahnnetz ist dagegen weniger entwickelt. Bekannt ist die wichtige Bagbadbahn, deren Bau von deutschem Kapital und deutschen In­genieuren zu Beginn des 20. Jahrhunderts in An- griff genommen wurde. Ihr letztes Teilstück wurde aber erst während dieses Krieges fertiggeftellt. Eine immer größere Bedeutung gewinnt der Kraft­wagenverkehr auch für die Güterbeförderung. Der wichtigste Seehafen ist Basra am hier auch für Hochseeschiffe schiffbaren Schatt el Arad. Der Ge- samtverkehr her irakischen Häfen überstieg in den Jahren vor dem Kriege fünf Millionen BRT.

3m Wirtschaftsleben des Iraks steht die Agrar­wirtschaft im Vordergründe. Landwirtschaftlich nutzbar ist nur ein verhältnismäßig geringer Teil her Gesamtfläche, im Gegensatz zu der fernen Vor- zeit, in der das Land zwischen den beiden Strömen Euphrat unb Tigris nicht nur eine blühenbe Kultur, sonbern auch eine große wirtschaftliche Bebeutung aufzuweisen hatte. Aber die Kanalsysteme, die da­mals das Land bewässerten und es fruchtbar mach­ten, sind verfallen; von ihnen ist allein ein Teilstück des Nirawhan-Kanals erhalten geblieben. An der Wieherherstellung dieser Kanalsysteme wirb gear­beitet unb neue Bewässerungseinrichtungen sind in Angriff genommen. So wird bei Kut el Amara, wo im Weltkriege bie Türken unter Oeneralfelb- marschall von her Goltz die Engländer zur lieber« gäbe gezwungen haben» ein großes Stauwerk er­

richtet. An erster Stelle steht in her landwirtschast- lichen Erzeugung die D a 11 e I p a l m e. Nahezu drei Viertel der Weltbattelernte entfällt auf den Irak. Bedeutend ist ferner der Anbau von Weizen, wei­ter von Mais, Gerste unb auch Baumwolle. Auf diese Produkte stützt sich die Ausfuhr be-5 Iraks, für deren Gegenwert Fertigerzeugnisse eingeführt werden.

Die Industrie ist, von her Oelindustrie ab­gesehen, wenig entwickelt, unb die Oelindustrie be­findet sich in ausländischem Besitz. Außer einer Konzessionsabgabe zieht daher der Irak keinen an­deren Nutzen aus diesen wertvollen Bodenschätzen. Die Mossulfelber gehören der Irak-Petroleum- Co., deren Aktien in der Hand von ausländischen Oelgesellschaften sind. Die irakische Erdölindustrie hat in den letzten Jahren einen starken Aufschwung genommen. Während im Jahre 1928 bie Produk- tion noch nicht 100 000 Tonnen erreichte, stellte sie sich in bem letzten Vorkriegsjahr auf über 4 Mill. Tonnen. Das Del wirb aus bem Mossulgebiet durch Rohrleitungen nach Tripolis in Syrien und nach Haifa in Palästina gepumpt. Der nach Syrien führende Strang her Delleitungen wurde nach Ab­schluß des Waffenstillstandes mit Frankreich durch bie Engländer gesperrt. Nunmehr wurde aber auch die Deileitung nach Haifa unterbrochen, wo kurz vor Kriegsbeginn eine große Raffinerie fertigge­stellt wurde; diese hat aber durch die italienischen Luftangriffe schweren Schaden erlitten.

Oie Kämpfe im Irak.

Beirut, 9. Mai. (Europapreß.) Die Heeres­leitung des Iraks gab folgenden Heeresbericht be­kannt: Westfront: Lage in der Zone von Habba- niyah unverändert. Sübfront: Unsere Späh­trupps hatten verschiedentlich Feindberührung unb machten mehrere Gefangene. Unsere Luftwaffe unternahm den ganzen Tag Störungsflüge unb bombardierte dabei wiederholt das Lager von Habbaniyah, wobei Schäden verursacht würben. Unsere Flugzeuge nahmen den Kampf mit briti­schen Flugzeugen über dem Lager auf. Eines un­serer Flugzeuge ist nicht zu seiner Basis zurück- gekehrt. Die Royal Air Force bombardierte gestern zweimal das Lager von Raschid, wobei lediglich ein bereits geräumtes Militärgebäude vernichtet wurde. Die Schäden finb nur materieller Art, keine Verluste an Menschenleben zu beklagen. Die brifi- sche Luftwaffe überflog bie Hauptstabt um 7,30 Uhr unb warf mehrere Bomben ab. Ein kleines her Armee gehörendes Benzinlager wurde getroffen. Eine Polizeistreife eröffnete das Feuer auf drei feindliche Flugzeuge unb zwang eines da­von zur Landung. Die Besatzung eines Flugzeuges wurde gefangengenommen.

Oer französisch-thailändische Friedensvertrag.

Tokio, 9. Mai. (Europapreß.) Die formelle Unterzeichnung des Friede nsvertraaes zwischen Thailand unb Französisch- Inbochina fand in Tokio statt. Mats-uota sagte, die Beziehungen zwischen Japan, Frankreich unb Thailand seien durch den neuen Vertrag um vieles enger unb besser gestaltet worben. Niemals wieher dürften biese Beziehungen durch irgendwelche fin­stere Pläne von außen geschwächt ober gar aufge­hoben werben. Der thailänbische Deleganonsführer Varavan dankte her japanischen Delegation für die guten Dienste als Vermittlerin zwischen Thailand und Jndochina und gab der Hoffnung Ausdruck, daß jene Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens, hie im Laufe der Verhandlungen zutage getreten sei, den Frieden und die Stabilität in Dftafien fordern werde. Dies dürfte dann auch dem wirtschaftlichen Wohlevaehen im Fernen Dften zugutekommen. Der französische Botschaft« sagte, dem japanischen Außenminister sei es in erster Linie zu hänfen, daß der Vertrag zustanbegekommen ist.

Der Friedensverttag entspricht, von kleinen Aus­nahmen abgesehen, ben Bermittlungsbebingungen vom 11. März 1941. Die wichtigste Ausnahme be­stehe darin, daß zwei von den M e f o n g i n f e l n, die ursprünglich an Thailand kommen sollten, bei Jndochina verbleiben. Das japanische In­formationsbüro bezeichnet den Vertragsabschluß als eine ideale Lösung für das Zusammenleben und das gemeinsame Wohlergehen der ostasiatischen Völ­ker. Der Friede und die Ordnung in Südostafien feien durch das Vertragswert auf einer neuen Grundlage gesichert; damit fei eine neue Epoche für den Aufbau und bie Neuordnung Ostasiens eingeleitet.

Oreierpatt-Kommission in Tokio.

Tokio, 9. Mai. (DNB.) Die im Dreierpakt vor­gesehene Kommission trat in der Amtswohnung des Außenministers unter dessen Vorsitz zusammen. Der deutsche unb her italienische Botschafter nah­men an der Sitzung teil. Fragen' im Zusammen­hang mit der im Dreierpakt vorgesehenen Zu­sammenarbeit der drei Mächte einschließlich der wirtschaftlichen Angelegenheiten wurden erschöpfend durchgesprochen. Man kam überein, daß die Korn- Mission so oft wie möglich mit Unterstützung der militärischen unb wirtschaftlichen Kommission zu- sammentritt und ihre Arbeit in engem Zusammen- wirfen mit ben in Berlin und Rom eingesetzten Kommissionen durchführt.

Derteidigungsvorbereitungen m Hongkong.

Tschungking, 9. Mai. (Europapreß.) Die eng- Uschen Behörden von Hongkong treffen fieberhaft Vorbereitungen für die Verteidigung der englischen Kronkolonie. Einige U-Boote sollen in den letzten -lagen in Hongkong neu angekommen fein, während gleichzeitig die Verminung der Schiff­fahrtswege weiter ausgedehnt wird, lieber hun- worben UUferäUmß fCCn Breits fertiggestellt

Kleine politische Nachrichten.

Zu blutigen Zwischenfällen tarn es am Freitag ui Gibraltar, als ein Schiff mit Evakuierten aus Gibraltar auslaufen sollte. Die Leute weiger­ten sich, Gibraltar zu verlassen. Drei Personen würben schwer verletzt unb 18 verhaftet. Die Volk», mut erreichte solche Ausmaße, daß hie weitere Eva- tuierung eingestellt werben mußte.

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Jam-- Roosevelt. der Sohn des amerika- Nlschen Staatspräsidenten, ist in Kairo cino«. troffen. Cr soll di- Absicht haben. König Faruk em persönliches Schreiben seines Vaters zu über­reichen.

ch

1 f $ u n 9 f i n g mürbe am Freitag von 54 ja­panischen Bombenflugzeugen angegriffen. Uleben bem Stabtkern mürben besonders bie oft- llcT-^orortc bombardiert. Der Schaden wird atz beträchtlich bezeichnet.