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jetzt das alte Schimpfwort aus dem Weltkrieg Hunnen" hervorgeyott; die Anweisung dazu muh also von der Regierung gekommen sein. Der Grund ist leicht zu finden. Zwei Umstände näm­lich treffen zusammen, um England seine immer schwieriger werdende Lage besonders scharf fühlen zu lassen: die Umkehrung der Blockade und die Auswirkungen der Vergeltungsflüge. Wir erinnern hier nur kurz daran, daß es England war, das seinerzeit auch den Vorschlag des Führers auf Ab- schaffung des Bombenkrieges aus der Luft ohne weiteres a b g e l e h n t hat. Man fühlte sich zudem für den Kriegsfall Deutschland so nahe, daß man sich gleichmütig auf die Royal Air Force verließ. Die Folge war die Eröffnlma des Bombenkrieges gegen deutsche Wohnbezirke, Krankenhäuser, Laza­rette, Kirchen usw. Deutschland sprach wiederholt Warnungen aus und wartete gleichwohl drei Mo­nate. 9m September begann dann der Vergeltungs­feldzug unserer Luftwaffe mit den bekannten Wir­kungen. Die Waffe also, mit der man Deutschland aus der Lust lahmzulegen gedacht hatte, kehrte sich mit viel schrecklicheren Wirkungen, als man es sich drüben jemals ausgemalt hatte, gegen England. Die Folge ist jetzt die von der Regierung Churchill an­geordnete allgemeine englische Pressepöbelei mit dem Wort Hunnen". Denn wenn England deut­sche Wohnviertel bombardiert, Tote und Verwun­dete verursacht, Kranke und Krüppel zerfetzt, wert­volle geschichtliche Baudenkmäler und nationale Er­innerungsstätten angreift, dann ist das alles selbst­verständlich wenn aber die deutsche Luftwaffe nach dreimonatiger Geduld ausschließlich kriegswich­tige Objekte in England zerstört, wie das sowohl von neutraler wie von englischer Seite viele Male bezeugt worden ist, dann ist das ein empörendes Unrecht, ist es die Art vonHunnen".

Das gleiche gilt von der Blockade. Da man im amllichen England auch in diesem Kriege noch immer in den Verstellungen des Weltkrieges lebt, so erschien dort nichts einfacher und selbstverständ­licher als die Wiederholung der englischen Hungeri- blockade aus dem Weltkrieg. Wir erinnern daran, daß England im Februar 1915 die Verteilung aus­ländischer Lebensrnittel an die deutsche Zivilbevöl­kerung unter neutraler Kontrolle in brüsker Forn^ a b l e h n t e. Was damals noch Blockade war, ging dann schnell in einen regelrechten Hungerkrieg gegen Deutschland über.England tötet das Kind im Mut­terleibe", schrieb die englische ZeitschriftCommon sense", und ein konservatives Blatt schrieb trium­phierend, man werde Englands Sieg erst in einem

puntfe in (Eritrea und in Somaliland durchgeführt, ohne Schaden zu verursachen. (Ein feindliches Flug­zeug wurde abgeschossen.

In der Nacht zum 9. Januar haben feindliche Flugzeuge in aufeinanderfolgenden Wellen Tlea- P e l und Palermo angegriffen. 3n Neapel wur­den zahlreiche Bomben, die meistenteils ins Meer 4iden, abgeworfen. Jtn Hafen wurde ein Lazarell- fckiff und in der Stobt etwa 15 Gebäude, darunter eine Kirche, getroffen. Ls gab fünf Tote und unge­fähr 30 Verletzte. 3n Palermo sind weder Schaden von Bedeutung entstanden noch Opfer zu beklagen.

Eines unserer Torpedoboote unter dem Be­fehl des Oberleutnants z. 5. Nicolo Nicolini hat ein feindliches Unterseeboot gerammt und versenkt. Eines unserer Unterseeboote unter dem Befehl von Korvettenkapitän Franco Totoni P i 11 o n i hat im Atlantik einen feindlichen 3600-BRT.-Dampfer und einen Hilfskreuzer versenkt.

Schneidige Fahrt eines italienischen U-Bootes.

Berlin, 9.Ian. (DRB.) Ein italienisches Un­terseeboot war durch U-Bootsjäger verfolgt worden. Als es sich in größere Tiefe zurückaezogen hatte, wurde es von einer schweren Wasserbombe ge­troffen, beschädigt und zum Austauchen gezwungen. Bald nach dem Auftauchen entspann sich in den Nachtstunden ein Gefecht mit einem gegnerischen U-Bootsjäger. Als das italienische Boot schon ge­glaubt hatte, den Gegner abgeschüttelt zu haben, tauchte noch ein Hilfskreuzer auf. Obwohl das Unterseeboot sich nicht im vollen manövrierfähigen Zustande befand, setzte es zum Angriff auf den Hilfskreuzer an und torpedierte i h n. Wenige Stunden später entzog es sich schweren Angriffen gegnerischer Flugzeuge und versenkte auf seiner Fahrt zu einem atlantischen Hafen einen bewaff­neten Dampfer von 3000 DRT. .

Der Krieg gehl weiter bis zum Sieg."

Das Schicksal General Bergonzolis.

Mailand, 9. Jan. (Europapretz.) Auf Grund der Beschlüsse des Ministerrats betont die gesamte italienische Presse die unerschütterliche Treue Ita­liens gegenüber der Achse und dem Dreimächte­pakt und die eiserne Entschlossenheit, den Kampf bis zum Sieg fortzusetzen. Zugleich wird der helden­hafte Widerstand von Bardia verherrlicht.Cor- riere della Sera" schreibt:Der Krieg geht weiter bis zum Siege. Unser Vertrauen in die militärische Kraft und die Rüstungsfähigkeit der Achse ist un­erschütterlich. Nichts kann Italien von seinem Weg a b b r i n g e n. Die Erfolge des Feindes werden ein Ende nehmen, und dann kom­men wir an die Reihe. Der Feind wird bald vor Schwierigkeiten strategischer Natur und solchen des Nachschubs stehen. Das Gros unserer Kräfte ist fest in der Hand des Marschalls Graziani. Unsere Re­serven an Menschen und Material sowie an Trans­portmitteln sind nicht empfindlich beeinträchtigt morden. Italien ist eine Großmacht, und Nordafrika ist nur eine der vielen Fronten zur See und zu Lande."

lieber das Schicksal des Verteidigers von Bardia, General B e r g o n z o l i, verlautet hier noch nichts. Er stand, wiePopvlo di Roma" berichtet, das Schnellfeuergewehr um den Hals gehängt, mit pul­vergeschwärztem Barte ständig im Mittelpunkt des Widerstandes Bergonzoli war fünfmal verwundet. Sein militärischer Weg führte ihn von der Piave- Front des Weltkrieges über das Kommando einer Schnellen Brigade in die Kolonien. Im Spanien­krieg war er Kommandant der Division Littoria. Im nordafrikanischen Kriege ist ihm das Kommando eines Armeekorps übertragen worden. Er befehligte die zwei Divisionen, die, nach englischen Angaben, ungeachtet des Mangels jeglicher Verstärkungen zähen Widerstand leisteten".

Mit Leutnant Haflinger in 80 m Höhe durch die Ballonsperre.

Von Kriegsberichter Siegfried Kappe.

Menschenalter voll zu würdigen wissen, wenn die deutsche Generation groß geworden sei, die, wäh­rend der Hungerblockade empfangen, Opfer der Un­terernährung und ihrer Folgen geworden sei. Ju­belnd verkündete ywn damals in England, daß Millionen Angehörige der deutschen Zivilbevölke­rung, also der Nichtkampfer, infolge der Hunger­blockade laut amtlichen Feststellungen täglich durch­schnittlich bis zu 280 Gramm an Gewicht ab» nahmen, ferner daß der Geburtenrück­gang in Deutschland bereits 1,2 Millionen erreicht habe, daß 70 Prozent aller Schwangeren und Ge­bärenden unterernährt und ausgehun­gert in die Kliniken kämen usw. Prinz Max von Baden hat am 3. Februar 1919 festgestellt, daß nach amtlichen Untersuchungen damals in Deutschland täglich etwa 800 Menschen an den Wirkungen der englischen Hungerblockade sterben mußten. Die viehische Grausamkeit der Hungerblockade inter­essierte die britische Plutokratie damals überhaupt nicht. Man schnitt seine Coupons, steckte die Mil­lionengewinne der Rüstungsindustrie ein und führte den Hungerkrieg gegen Deutschland sogar noch über den Abschluß des Waffenstillstandes monatelang1 weiter.

Das alles war für die brutalen Vorstellungen Englands viel zu schön gewesen, als daß man es nicht im englischen Kriege von 1939/40 hätte wie­derholen sollen. Jetzt aber erlebte England den doppelten Rückschlag, daß die eigene Blockade nicht nur durchbrochen und bann schließ­lich wirkungslos wurde, sondern daß das an­geblich meerbeherrschende England, bas Weltreich, das ein Fünftel der Erde und ein Viertel der Menschheit beherrscht^ zu seiner Bestürzung und Empörung s ich selbst blockiert fand. Nach guter britischer Lebensart wälzte man sämt­liche Folgen der deutschen Gegenblockade auf die breite Volksmasse ab, ja ermahnte sie sogar zu äußerster Einschränkung und Sparsamkeit. Als sich dann die zunehmende Unzufriedenheit der betro­genen Massen nicht länger zügeln ließ, gab man an Presse und Rundfunk das Stichwort, und schon brüllte die Meute in alle Welt hinaus das Wort von den deutschenHunne n".

Es ist unter unserer Würde als Deuffche, uns gegen eine Pöbelei im Ton des britischen Gangster­jargons zu verteidigen. Wir wollten hier lediglich darauf Hinweisen, wo dieHunnen" wirklich sitzen! Es find ja nicht nur die Erfinder der Hun­gerblockade an der Themse, die jetzt plötzlich alles von ihnen heraufbeschworene Unheil als Unrecht in die Welt schreien wollen. Es find ja auch die­selben Engländer, auf deren Soldaten sich bas Volk in Norwegen, in Holland, Belgien und Frank­heute nur noch mit Ekel und Verachtung besinnt, wenn es der plündernden, raubenden und barba­risch wütenden Horden vonVerbündeten" gedenkt, deren Tornister von Gold und Silber schwer waren und deren Offiziere in ihren Autos Beute von Damenwäsche bis zu Kostbarkeiten aus dem von ihnenverteidigten" Lande davonschleppten. Wo sitzen die Hunnen des 20. Jahrhunderts? Gibt es noch welche außerhalb Englands? B. R.

Der italienische SerM

Rom, 9. 3an. (B31B.) Der italienische Wehr­machtbericht vom Donnerstag hat folgenden Wort­laut:

3n der Lyrenalka auf der Landfront nichts neues. Eine unserer 3agb- und kampfsormalionen hat eine Gruppe feindlicher motorisierter Einheiten angegriffen und verschiedene Panzerkraftwagen zer­stört. Feindliche Einflüge auf Bengasi und Tripolis haben geringen Sachschaden angerichtet und in Tri­polis drei Tote zur Folge gehabt.

An der griechischen Front Streifentätigkeit und Aktionen lokalen Lharaklers. Zahlreiche For­mationen unserer Luslgeschwader haben wirksam Truppenzusammenziehungen und feindliche Stellun­gen angegriffen. Batterieffeöungen und Brücken wurden von Picchiatellis sowie Truppen von unse- ren 3agdsiaffeln mit Maschinengewehrfeuer belegt. Saloniki ist mit sichtbarem Erfolg bombardiert worden. 3m Verlaufe verschiedener Kämpfe haben unsere Flugzeuge fünf feindliche 3äger brennend zum Absturz gebracht.

3n Ostafrika kein Ereignis von Bedeutung. Der Feind hat Einflüge auf einige unserer Stütz-

(PK.) . . . 10. Ian. (DNB.) Angriff in das

Herz Englands, das bedeutet höchsten Mut und größte Einsatzbereitschaft einer in vielen Kämpfen bewährten Besatzung, denn es heißt in ungünstiger Wetterlage und am hellichten Tage ganz allein zur Insel zu fliegen, ohne Jagdschutz, vollständig auf sick) selbst gestellt. Mehrere Male schon wurde im Be­richt des OKW. die kühne Tat eines solchen Ein­zelgängers erwähnt. Was aber die Besatzung des Leutnants H ö f l i n g e r mit ihrer Ju. vollbrachte, gehört zu dem Schneidigsten und Verwegensten, was es im Luftkrieg bisher gab.

*

Bis zum Kanal liegt dichter Dunst über der wei­ten Tiefebene Nordfrankreichs. Die Sicht beträgt oft weniger als 800 Meter weit in das schneebedeckte Land hinein. Höher und höher zieht der Flugzeug­führer die mit schweren Bomben beladene Malchine, lieber dem Kanal liegt in 1500 Meter Höhe eine geschlossene Wolkendecke. Wenn sie anhält, dann ist der Anflug gesichert, aber durch die fehlende Erd­sicht auch bedeutend erschwert.

Der einsame Vogel zieht in eisiger Kätte nach Norden, über sich eine strahlende Wintersonne, un­ter sich ein mögendes weißes Wolkenmeer.Der Zeit nach muß gleich Oxford kommen", meint der Beobachter. Der Flugzeugführer schiebt den Knüp­pel nach vorne und nimmt Gas heraus. Langsam oerliert' die Ju. an Höhe und dann ist sie einge­taucht in den undurchdringlichen Schwaden der Wolken, in dieWaschküche". In 400 Meter Höhe ist die unterste Wolkendecke erreicht. Aber da sieht der Flugzeugführer vor sich noch tiefer lie­gende Wolken. Auch durch diese zweite Schicht stößt er durch. Erst in Bodennähe reißt er die Maschine hoch und braust mit größter Fahrt über Bäume und Sträucher, Häuser und Felder Mittelenglands hinweg.

Der errechnete Kurs und die englischen Eisen­bahnlinien sind die einzigen Hilfsmittel, um zum Ziel hinzufinden. Immer entlang am Schienen­strang, und dann weiter geradeaus. Plötzlich be­merkt der Leutnant, daß irgend etwas nicht stimmt. Die Ju. flog nicht die Strecke entlang, die direkt zum Werk führt, sondern an ihm vorbei. Nichts wie kehrt und noch einmal in 200 Meter Höhe, dicht unter den Wolken streichend, ein neuer Am slug. Der Leutnant drückt die Maschine ruhtet und

geht zum Tiefflug über, springt über Hecken und Zäune.

D a st e h t j a Flat!" ruft der Beobachter, und schon spritzt die Leuchtspur der Geschosse rechts und links an der Kanzel vorbei. Plötzlich klirrt es, Leut­nant Hy. faßt mit der rechten Hand zum Kopf ... Gott sei Dank, nur ein Streifschuß.

Vorne liegen jetzt die großen Hallen. Langsam den Knüppel an den Bauch, hochziehen. Und wieder knallt es aus allen Ecken und Kanten.Sperr- b a 11 o n e" schreit der Leutnant. Zehn stehen schon in 50 Meter Höhe und ein weiterer löst sich langsam von der Erde.

Aber durch nichts läßt sich der Leutnant beirren. Jetzt!" dann fallen die schweren Sachen.Ge­sessen!" ruft der Fliegerschütze. Aus einer der rie­sigen Hallen steigt heller Feuerschein und dichter brauner und schwarzer Qualm empor. Da, die Maschine reißt es jäh wie vom Blitz getroffen um 90 Grad herum. In 80 Meter ist die Ju in eine Ballonsperre hineingerast. Der Leut­nant reiht den Knüppel an den Bauch irgend etwas schlägt an die Kanzel dann fliegt die Ju wieder mitten im wilden Flakfeuer frei nach oben. Deutsche' Iunkersarbeit hat einen Triumph errun­gen über britische Ballonsperren.

Vor der Kanzel huschen schon wieder die Fetzen der tiefliegenden Wolken vorbei, und dann umgibt Besatzung und Mqschine das undurchdringliche Weiß und Grau des Wolkenmeeres.

Die Briten wußten, daß dieses äußerst wichtige Werk ihrer Rüstungsindustrie ein begehrtes Ziel deutscher Angriffe war und hatten es deshalb ganz besonders stark geschützt. Wenn es deut­schen Fliegern dennoch an zwei aufeinanderfolgen­den Tagen gelang, die Produktion des Wertes durch schwere Treffer zu einem Großteil stillzulegen, so ist das ein erneutes Zeichen nicht nur für die Einsatzbereitschaft unserer Luftwaffe, sondern auch für den Geist, der Offizer und Mann beseelt. Als die Maschine landet, stellt die Besatzung fest, daß die Tragfläche 60 cm tief von dem Drahtseil des Sperrballons eingeschnitten wor­den ist, und dazu kommen noch zahlreiche Treffet von MG.- und Flakfeuer. Aber Besatzung und Ma­schine haben es geschafft.

Hemmungen der britischen Wirtschaftsführung.

schaftsküchen zu gewöhnen. Ein Hotelier äußerte, daß nun die Zeiten der hohen Kochkunst vorbei seien und daß es darauf ankäme, einfache und

bereits in allen bürgerlichen Hotels verkleinert wor­den. Die Preise für Menus wurden erhöht. Außer-

Stockholm, 9. Jan. (DNB.) WieSoenska Dagbladet" aus London meldet, findet der neue britische Produktionasausschuß unter der Leitung Benins anstatt des erwarteten Beifalls im»

notwendig, Volksküchen einzurichten und die Engländer an die Mahlzeiten in diesen Gemein-

dem wurden die Fleischrationen für Hotels, Restau­rants und Gaststätten sowie für Einzelverbraucher weiter herabgesetzt. Käse und Früchte find ganz von der Speisekarte verschwunden. Selbstverständ­lich gelten die Einschränkungen nur für das Volk. Während der englische Arbeiter in Gemeinschafts­küchen abgefüttert werden soll, führen die Pluto» traten in Luxusrestaurants ihr Schlemmerleben weiter. Unter großer ÜberschriftDieser Lebens­mittelskandal" prangert die Londoner Zeitung Daily Mirror" das Prassen der Regierungsclique an. (ErK habe beobachtet, wie Kabinettsmitglieder unter ihnen Churchill, Wootton, Morrison, Beaverbrook, Duff Cooper, Eden uni) andere in Restaurants geschlemmt hätten. Hasenrücken in Eis. sauce, Hummer Thermidor, Kaviar, Wachteln in Aspik, Gänseleber, Austern,«geräucherter Lachs, Sar­dinen, Anschovis, Doverscholle seien auf ihren Ta­feln erschienen, ohne daß auch nur eine einzige Lebensmittelkarte dafür abgegeben wurde.

3n den Ruinen der City.

Berlin, 10. Jan. (DNB. Funkspruch.) Die wei­ten Ruinenfelder der Londoner City, die von der vernichtenden Gewalt des deutschen Angriffs vom 29. 12. zeugen, bilden immer noch ein unerschöpf­liches Thema für die Berichte der ausländischen Pressevertreter. Der Londoner Berichterstatter der spanischen ZeitungNa", Augusto A s s i a, schreibt, daß die City mit ihren Brandtrümmern an eine

zulänglich ausgenutzt, Großbritannien könne nicht erwarten, daß es Die voll und ganz mobilisierten Deutschen besiege, bevor es nicht feine ganze Kraft dem Kriege widme.Times" fordert, damit die Kriegsproduktion Nutzen haben kann, positive Maß­nahmen von den Firmen, die mit einer nicht not­wendigen Tätigkeit beschäftigt find und die über große Reserven an Arbeitskraft, an Kapital und an Geschäftsorganisation verfügsn. Außerdem stellt die Times" das Fehlen jeder ausgerichteten Politik für die Aufrechterhaltung der reellen Kaufkraft der Valuta fest. Sie kritisiert den Mangel an Leitung beim Abschluß von Lohnverträgen und bei der Fest­setzung der Lebensmittelpreise und Transportkosten. DieTimes" schreibt weiter, daß nicht immer die Ergebnisse des großen Sparfeldzuges ausreichen würden, um inflationistische Tendenzen zu hemmen, die durch das gewaltige A n - schwellen der Staatsausgaben zusam­men mit dem schnellen Verbrauch aller Lager für den Zivilbedarf verursacht würden.

Der britische Ernährungsminister W o o 11 o n richtet an die Oeffentlichteit den dringenden Appell, Gemeinschaftsküchen einzurichten. Er er» klärte bei einer Besprechung mit den Inhabern von Gaststätten, die Beschränkungen der Lebens­mittelversorgung führten allmählich dazu, daß im­mer mehr Menschen in Kantinen und Restaurants essen, um nicht nur Lebensrnittel, sondern auch Heizung zu sparen. Cs fei deshalb

mer mehr Kritik. Die Presse von rechts bis links ......._____, __________ ~

hält den neuen Ausschuß für unzulänglich. Die schlichte Mahlzeiten herzustellen. Die Speisekarte ist Times" sagt, die jetzt durchgeführte Reorgcknisa- r" -'*-* ~

tion sei nicht vollständig gelungen. Die britischen Reserven seien immer noch unzureichend und un-

Versailles ist ausgelöscht.

Zum 10. Januar

Angesichts der gewaltigen Siege, die die natio­nalsozialistische Wehrmacht Adolf Hitlers in dem UNS aufgezwungenen Krieg bisher errungen hat, mag vielleicht mancher auf dem Standpunlt stehen, daß es an sich überflüssig ist, die Gedanken so weit in die Vergangenheit schweifen zu lassen und eines Tages zu gedenken, der, wie nunmehr die Geschichte deutlich gezeigt hat, nun doch ausgelöscht ist. Uns scheint das mcht richtig, denn wenn auch von den Mächten, die damals ihre Unterschrift unter das Versailler Diktat setzten, das am 10.3a« nuar 1920 in Kraft trat, nur noch England als unser einziger Gegner übriggeblieben ist, so ist es doch gerade das Ziel dieses gleichen Englands gewesen, uns ein zweites und wie wir jetzt wis­sen noch viel schlimmeres Versail­les zu bescheren. Dieses England, das sich von je» jer der neuen Ordnung, die Deutschland und Italien anbahnten, entgegengeftellt hat, wollte den jungen Völkern nicht den ihnen gebührenden Platz ein­räumen und brach, in der sicheren Meinung, aus einem neuen militärischen Zusammenstoß als Sieger hervorzugehen, freventlich diesen Krieg vom Zaune, den es nun allerdings mit seiner Vernichtung büßen muß.

Zwei Jahrzehnte sind in der Geschichte eines Volkes ein an sich kurzer Abschnitt. Und doch, welch' gewaltige Wandlung haben sie dem deuffchen Volk gebracht! Aus Not, Zusammenbruch und Elend ging sein Weg, seitdem Adolf Hitler, kriegserblindet im Lazarett zu Pasewalk liegend, den Ausspruch tat: Ich aber beschloß, Politiker zu werden", auswärts. Jahr um Jahr, allen Widerständen zum Trotz, kämpfte der Führer diesen Kampf durch, bis er das neue Volk geschaffen hatte und ihm seine innere und äußere Freiheit zurückerkämpfen konnte.

Wir sollen diese Vergangenheit nie vergessen, weil wir aus ihr erst so recht die Größe der Zeit ver­stehen können, in der wir jetzt stehen. Jeder ein­zelne dieser über 400 Artikel eines Friebensvertra- aes, der in Wahrheit ein Diktat war, zielte darauf hin, das deutsche Volk zu vernichten. Nur mit weni­gen Stichworten seien einige Hauptpunkte hier in die Erinnerung zurückgerusen: Deutschland verlor außer seinen Kolonien insgesamt 70 580 Quadrat­kilometer Land , mit 6 476 000 Einwohnern. Ostpreu­ßen wurde durch einen Korridor vom Mutterland getrennt, das Saargebiet 15 Jahre unter Völker- bundsverwattung gestellt, das Rheinland und spä­terhin das Ruhrgebiet besetzt. Hierdurch, wie durch die Auslieferung und Vernichtung gewaltiger Mate-

malerische Bühnendekoration erinnere. Die Auf. räumungsarbeiter vollenden das Werk der Bom­ben, indem sie die vor dem Einsturz stehenden Wände niederreißen und die Ueberrefte zerstörter Gebäude beseitigen. In den Gebäuden, die trotz der Beschädigungen zur Not noch benutzbar sind, sind Glaser, Zimmerleute und Installateure am Werk, wieder halbwegs wohnliche Räumlichkeiten zu schaff fen, während die Büroangestellten in ihren übel zugerichteten Kontoren die geretteten Geschäftspa. piere zu ordnen versuchen. Ueberall sieht man Fahr­zeuge hin- und herfahren und die aus den Trüm- merhaufen geborgenen Gegenstände nach Behelfs» lagern bringen. Dabei find die Straßen noch der­artig von Trümmern verstopft, daß die Autobusse am Rande der City halt machen müssen. An ein­zelnen Stellen find sogar immer noch Feuerwehr­leute mit dem Löschen schwelender Brände beschäff tigt.' Von den gewaltigen Verheerungen d-ieser Feüersbrünste macht man sich einen Begriff, wenn man erfährt, daß allein bei den deutschen Luftan­griffen auf London am 29. Dezember fünf Mil­lionen Bücher vernichtet morden sind. Fast alle der 37 Verlagshäuser in der Pater- noster-Row liegen in Trümmern, darunter auch die Lager des Verlages Simpkin-Marshai, der größten englischen Bucherportfirma.

Zu diesen Schäden der Bombenangriffe muß man auch die Plünderungen rechnen, die sich offen­bar auf Waren aller Art erstrecken und bereits erhebliche Ausmaße angenommen zu haben scheinen. So berichtet dieDaily Mail", daßunschätzbare" W e i n d o r r ä t e, die drei städtischen Gesellschaften gehörten, von Plünderern aus den Lagerhallen der Bakers Company in der Harp-Lane geraubt wur­den. Die Lagergebäude waren bei dem deutschen Angriff in Brand geraten und schwer beschädigt morden.

Das englische Unterhaus nach einem deutschen Lustangriff.

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Zahlreiche Räumlichkeiten imHouse of Commons" murden im Laufe der deutschen Luftangriffe auf London getroffen und beschädigt. Unser Bild zeigt den zerstörten Hof des britischen Unterhauses.

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