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Als es aber sah, daß alle ehrlichen Bemühungen in dem Lügensumpf Rooseveltscher Kriegstreiberei versinken muhten, hat es nicht gezögert, ganz klare Verhältnisse im Fernen Osten herbeizuführen. Des­halb erklärte Japan nicht nur Nordamerika, son­dern auch England, Australien und Kanada den Krieg.

In den USA. ist die Überraschung und Bestür­zung über die Entwicklung der Rooseveltschen Ka- tastrophenpolitrk allgemein. Nachdem Roosevelt so­fort die strengste Zensur angeordnet hat, scheint die Presse zunächst eineeinheitliche Billigung" der Politik Roosevelts durch das USA.-Dolk auszu­drücken. Dieses Presse-Echo" kann aber darüber nicht Hinwegtäuschen, daß die Kriegspolitik Roose­velts in weiten Kreisen des Volkes noch mehr als bisher abgelehnt wird. Das wird erst stärker zum Ausdruck kommen, wenn die Einberufungen zum Kriegsdienst tief in die Massen eingreifen.

Aus der englischen Presse ist deutlich die Besorg­nis über die Rückwirkungen des Roosevelt-Krieges auf den englischen Krieg herauszulesen. Auch über die Kräfteverteilung macht man sich einige Gedan­ken. So schreibt z. B. der Marinesachverständige desDaily Expreß":Eines der größten militä­rischen Geheimnisse der Welt ist die exakte Stärke und der Wert der japanischen Flottes Im übrigen kommt auch in der englischen Presse zum Aus­druck, daß man gehofft hatte, Japan würde davor zurückschrecken, diesen Schritt zu tun: man hatte vielmehr geglaubt, es würde dem Druck Roose­velts nachgeben. Zweideutig ist die Bemerkung des Daily Expreß":Der Bluff ist vorüber." Jawohl, der Bluff Roosevelts ist vorüber, Japan hat sich nicht bluffen lassen.Ob nicht die gapze Sache mit den Verhandlungen von Anbeginn eine List war, die dazu diente, um die Vorbereitungen für den Angriff gedeihen zu lassen?", Diese Frage erhebt derDaily Herold" und spricht damit das aus, was auch wir behaupten: Roosevelt entwickelt diese japanisch-nordamerikanischen Verhandlungen zur Tarnung seiner Kriegsvorbereitungen.Japan hat den Vereinigten Staaten nicht in Worten, sondern

mit den Waffen geantwortet", schreibt die Londo­ner firnes". Und das ist die einzige Antwort, die der Kriegsverbrecher Roosevelt unmißverständ­lich versteht. Er hat erreicht, was er wollte, die Kriegsausweitung auf die ganze Wett. So sieht seineFriedens"-Polittk aus! Po.

Oer USA -Kongreß

für den Krieg gegen Zapan.

S t o ck h o lm, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) Unter dem Druck der von Roosevelt planmäßig betriebenen Kriegsausweitungspolitik und des nunmehr erreich­ten Höhepunktes der Verhetzung und Erregung der öffentlichen Meinung in den Vereinigten Staaten stimmten Repräsentantenhaus und Senat für den Krieg gegen Japan. Roosevelt unterzeichnete bereits die Entschließung über die Kriegserklärung an Ja­pan. Der japanische Sonderbotschafter K u r u s u und der in Washington akkreditierte japanische Bot­schafter Nomura haben ihre Pässe gefordert. Don der japanischen Botschaft und den Konsulaten wer­den alle Vorbereitungen zur Abreise getroffen. Im Zuge der Kriegsausweitungsbestrebungen der USA. wurde auch Nicaragua, Costarica und Niederlandisch-Ostindien veranlaßt, eine Kriegserklärung an Japan abzugeben. Auf Anord­nung Roosevelts sind sofort alle in den USA. leben­den Japaner zu verhaften. Auch die in Niederlän- disch-Jndien ansässigen Japaner sollen in Haft ge­nommen werden.

Kurssturz des Dollars an der Schwarzen Börse Znstanbuls.

Istanbul, 9. Dez. (Europapreß.) An der Schwarzen Börse in Istanbul wurden unter dem Eindruck der Meldunaen über den Kriegsbeginn im Pazifikraum USA.-Dollars in großen Mengen angeboten. Der Kurs für den nord- amerikanischen Dollar sank infolgedes starken An­gebots um 10, später sogar um 15 v. H. gegenüber der bisherigen Bewertung.

Seestrategische Möglichkeiten im Pazifik

Roosevelt muß, um überhaupt an Japan heran- zutommen, seine Kriegsflotte über die Breite des Pazifik senden. Wie weit ihm das möglich ist, zu­mal er ja auch den berüchtigtenPatrouillendienst" amerikanischer Kriegsschiffe und Flugzeuge über dem Atlantik eingerichtet hat, stehe dahin. Um Ja­pans Machtlage zur See zu erkennen, mich man auf die geographische Lage Japans _ zurück gehen. Die japanische Inselgruppe liegt gewissermaßen in drei Insel guirl and en vor Asien, und zwar bilden im Norden die Kurilen und im Süden die Riukiu- Jnseln die äußersten Punkte dieser Aufstellung. Im Norden ist Kamjchatka, im Süden die Insel For­mosa die Ueberleitung zum Kontinent. Als der amerikanische Kommodore Perry im Jahre 1853 mit Kanonenschüssen Japan aus seiner Unberührt­heit weckte, hatte Japan keine Kriegsflotte. Erst im Jahre 1875 lief das erste in Japan erbaute Kriegs­schiff vom Stapel, aber der große Kaiser Meji er­kannte sofort die Notwendigkeit, für Japan eine Flotte zu schaffen, und bereits im Jahre 1905 siegte Japan über die russische Flotte des Admirals Roschdeswjenski in der Seeschlacht in der Tsushima­straße. Die russische Flotte wurde vernichtet, der japanische Admiral Togo wurde japanischer Na- ttonalheld. Zum Vergleich sei angeführt, daß die Flotte der USA. bisher nur einenSieg" errang, nämlich die Niederkämpfung der wenigen veralte­ten spanischen Kriegsschiffe im Jahre 1898 vor Manila.

Seit dem russisch-japanischen Krieg hat Japan seine Seerüstung konsequent ausgebaut, aber im Washingtoner Flottenbeschränkungsvertrag von 1929 muhte sich Japan bereit erklären, seine Flotte der britischen und der amerikanischen unterzuordnen, und zwar war das Verhältnis der amerikanischen und englischen zur javanischen wie 5:5:3. Die nach­folgenden Flottenkonserenzen von Genf 1927, Lon­don 1930 und London 1933 brachten keine Abände­rung dieser Japan benachteiligenden-Proportionen, so daß Japan, nachdem es am 27. März 1935 aus dem Völkerbund ausgetreten war, auch die Bindung an diese Konferenzbeschlüsse kündigte. Seitdem hat Ja­pan es verstanden, die Welt über seine Flottenneu­bauten im Dunkeln zu halten.Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten 1940" bringt über den Bestand der japanischen Kriegsflotte folgende Angaben: 10

Schlachtschiffe, 8 Flugzeugträger, davon 2 im Bau, 5 Flbgzeugmutterschiffe, ergänzt durch 2 ehemalige Handelsdampfer, 12 schwere Kreuzer, 5 Panzerkreu­zer, 25 leichte Kreuzer, 2 große Minenleger, 83 Zer­störer erster Klasse, von denen sich 9 im Bau be­fanden, 29 Zerstörer zweiter Klasse, 12 Torpedo­boote, 8 Unterseekreuzer, 28 U-Boote, 24 Untersee­boote zweiter Klasse, 22 kleine Minenleger, 18 Mi­nensucher, 15 Unterseebootsjäger. Dazu kommen Flußkanonenboote unb eine große Anzahl von Spe­zialschiffen.

Der amerikanische Konteradmiral Grands hat nunmehr die Zahl der amerikanischen Kriegsschiffe bekanntgegeben. Die USA. besaßen nach ihm am 1. April 1940 15 Schlachtschiffe, 6 Flugzeugträger, 39 Kreuzer, 164 Zerstörer und 107 U-Boote. Wieweit sich noch Kriegsschifte im Bau befinden, ist in Anbetracht der märchenhaften Zah­len, die Roosevelt aus Propaganda gründen dar­über veröffentlichen läßt, nicht mit Sicherheit fest­zustellen. Die ersten vier Schlachtschiff-Ersatzbauten der USA. haben noch eine Wasserverdrängung von etwa 35 000 Tonnen, einmal um die Schifte auf den bestehenden Werften sofort bauen zu können und dann wegen der Abmessungen des Panama- Kanals. Erst die nach dem 1. Juli 1939 in Bau gegebenen Schlachtschiffe dürften 45 000 Tonnen Wasserverdrängung haben. In Japan hat man selbstverständlich den Ausbau der USA-Flotte ganz genau verfolgt. Für die Kriegslage ist wichtig, daß die japanische Flotte lediglich für Verteidiaungs- zwecke im westlichen Paziftk bestimmt ftt, also mit verhältnismäßig kurzen Wegen zu rechnen braucht, während hie USA.-Flotte von vornherein das Pro­blem der langen Anmarschwege zu bewältigen hat. Daraus ergibt sich, daß die japanischen Kriegs­schiffe stärker gepanzert und bestückt sind als die amerikanischen. Japan hat insofern die strategisch bessere Position, als es seine Flottenkräfte in ge­ballter Stärke nahe bei seinen Stützpunkten halten kann, wo ihr Werften usw. zur Verfügung stehen, während die Amerikaner ihre Stützpunkte im Pa­zifik nicht in dem Maße ausbauen konnten, sondern auf ihre Heimathäfen angewiesen sind. Dadurch be­fandet sich Japan seestrategisch in einer weit gün­stigeren Ausgangslage.

Operationsräume im Pazifik.

Nachdem der von dem Kriegsbrandstifter Roose­velt gewollte Krieg im Fernen Osten zum Ausbruch gekommen ist, rücken die weiten Räume des Stil- len Ozeans sowie die Küstenländer und Inseln Süd- ostasiens in den Brennpunkt des Weltgeschehens. In der Südsee sind es vor allem die USA.« Stützpunkte, mit deren Hilfe sich der Dollar- Imperialismus feinem Weltherrschaftsstreben syste­matisch gegen die reichen Rohstoffgebiete Ostasiens vorzuschieben suchte. Das erste Glied der natürlichen Jnselbrücke, die von den Nordamerikanern bei ihrer imperialistischen Ausdehnung nach Westen ausgenützt worden ist, ist die Gruppe der Ha wa i- I n s e l n. Diese 3800 km westlich von San Franzisko gelegene Inselgruppe besteht in der Hauptsache aus acht größeren vulkanischen Gebirgsinseln, deren reicher Boden, verbunden mit einem günstigen Klima, die Anlage umfangreicher Zuckerrohr-, Bananen- und Ananas-Plantagen begünstigte. Die Hawai-Jnseln haben bei einer Gesamtfläche von 16 593 Quadrat­kilometer eine rassisch stark gemischte Bevölkerung von rund 430 000 Einwohnern, unter denen die starke japanische Minderheit von über 150 000 auffällt. Die ursprünglich unter der Herr­schaft eingeborener Könige selbständigen Inseln wurden im Jahre 1898 von den Vereinigten Staa­ten annektiert. Die USA.-Marinestation Pearl Harbour auf der Insel O a h u wurde zu einem der stärksten Flottenstützpunkte der Vereinigten Staaten ausgebaut.

Von besonderer strategischer Bedeutung ist die inmitten der Südsee Halbwegs zwischen Hawai und den Marianen gelegene Wake - Insel, ein kleines Korallen-Eiland von 7,6 Quadratkilometer Grundfläche, das für die Vereinigten Staaten als Kabel- und Kohlenstation auf dem Wege nach den Philippinen und in den letzten Jahren vor allem als Zwischenlandeplatz der Pazifik-Clipper-Flug- zeuge wichtig wurde.

Zur Inselgruppe der Marianen gehört der USA.- Stützpunkt Guam, eine 544 Quadratkilometer große Insel mit 23 000 meist polynesischen Einwoh­nern. Auch die Insel Guam ist als Kabelstation sowie als Stützpunkt der USA.-Flott« und Luft­flotte von erheblicher Bedeutung. Sie bildet die

letzte Etappe zu der großen Inselgruppe bet Phi­lippinen, die Spanien im Jahre 1898 nach dem un­glücklichen Verlauf des von den Vereinigten Staa­ten provozierten Krieges an die USA. abtreten mußte. \

Die Philippinen bilden mit einer Fläche von insgesamt fast 300 000 Quadratkilometer und einer Bevölkerung von 16,5 Millionen ein großer und hochwertiges Kolonialgebiet, das vor allem durch feine tropischen Rohstoffe, wie Reis, Zucker, Kopra, Manila-Hanf und Tabak von Bedeutung ist. Di« unter starkem spanischen Kultureinfluß stehende malayische Bevölkerung hat die Herrschaft der Vereinigten Staaten stets nur widerwillig er­tragen, sodaß sich Washington dazu entschließen mußte, der Inselgruppe für das Jahr 1946 die vollständige Unabhängigkeit zu versprechen.

Von den Philippinen verlaufen wichtige Routen des See- und Luftverkehrs nach der britischen Kronkolonie Hongkong, die an der südchinesi­schen Küste in der Nähe der Mündung des Kan­ton-Flusses ein bedeutender Stützpunkt des eng- lischeu Handels in Ostasien und ein Vorposten des britischen Empires im Fernen Osten ist. Hongkong, das von China als Folge des Opiumkrieges durch Vertrag vom 29.8.1842 an England abgetreten werden mußte, umfaßt rund 1000 Quadratkilo­meter mit einer Bevölkerung von fast einer Mil­lion Menschen. Der strategisch wichtigste Punkt Südasiens ist die starke^Seefestung Singapur, die an der schmälsten Stell« der Malakka^Straße gelegen als ein fernöstliches Gibraltar den Zu­gang von Indien nach den Ländern Ostasiens sperrt. Sie bildet gleichzeitig den südlichen Punkt der malaiischen Halbinsel, die zum Teil in Formunabhängiger" Eingeborner-Fürsten- tümer unter englischer Herrschaft steht und durch ihren Reichtum an Zinn und anderen hochwertt- gen Rohstoffen zu den wertvollsten Besitztümern des brittschen Empire gehört. Das britische Gebiet auf der Malaien-Halbinsel grenzt im Norden an das Königreich Thailand, das durch di« Ver­einbarungen des vergangenen Jahres von Fran- zosifch-Jndochina einen nicht unerbeblichen Zuwachs an Land und Bevölkerung erhalten hat.

Nördlich von Thailand liegt die brittsche Kolonie Birma mit rund 600 000 Quadratkilometer und 15 Millionen Einwohnern, das größte Reisaus­fuhrland der Welt. Sein Ministerpräsident Saw weilte kürzlich in London, wo er vergeblich die Un- abhängigkeit seines Landes von der britischen Herr- schäft zu erlangen suchte.

Die Midwoy-Insel beschossen.

Tokio, 9. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie das Kaiserliche Hauptquartier bekanntgab, haben j a - panische Kriegsschiffe am Montagnach­mittag die Insel M i d w a y heftig beschossen. Flug- zeugschuppen, Brennstofflager usw. wurden in Brand gesetzt. Die Insel Midway liegt im Stillen Ozean rund 1800 Kilometer nordwestlich von Hawaii und hat als Luft- und Flottenstützpunkt der Vereinigten Staaten erhebliche Bedeutung.

Auch die Pazifik-Insel Nauru angegriffen.

Schanghai, 9. Dez. (Europapreß.) Der austra- lffche Mimsterpräsident erklärte am Montagabend, daß die Pazifik-Insel Nauru, die beinahe direkt am Aequator westlich der Gilbert-Inseln liegt, eben­falls angegriffen wurde. Nauru steht unter briti­schem Mandat und ist ein wichtiger Phosphat- Fundort.

90 LlSA.-Flugzeuge über den Philippinen abgeschoffen.

Tokio, 9. Dez. (Europapreß.) Am Montagnach­mittag griff die japanische Luftwaffe die Festung

Stothenburg, das Hauptquartter des USA.- Heeres auf der Insel Luzon (Philippinen) an. Bei dem Angriff wurde der Flughafen schwer beschädigt, außerdem flogen zahlreiche Oelbehälter in die Luft. Bei den Angriffen auf die Philippinen sind über Idar 40 feindliche Maschinen und über Clarkfield 50 Maschinen abgeschossen worden, wäh­rend die japanische Luftwaffe 2 Maschinen verlor.

Oie Abwehr des britischen Ein­falls in Thailand.

Bangkok, 8. Dezember. (Europapreß.) Zu einer Landung japanischer Truppen bei Patani (rund 100 Kilometer nördlich der molayischen Grenz«) wird von der japanischen Boffchaft in Bangkok erklärt, daß diese Landung als Gegen­maßnahme gegen das Eindringen englischer Truppen in thailändisches Ge b i e t erfolgt ist. Japan hatte, so heißt es in der Verlautbarung, schlüssige Beweise, daß das Eindringen der englischen Truppen nach einem vor­her festgelegten Plan erfolgt ist, und daß Japan zur Aufrechterhaltung des Friedens im südlichen Pazifik und zur Aufrechterhaltung der Unabhän« gigkett von Thailand nach Verhandlungen mit der thailändischen Regierung Truppen gegen die englischen Eindringlinge ent­sandte. Die Truppen sind gegenwärttg damit be­schäftigt, die englischen Truppen aus Thailand her­auszudrängen. Japan und Thailand sind Über das Durchmarschrecht der japanischen Truppen durch Thailand zu einer Einigung gekommen. Die Re-

Fortgang der Kämpfe in Nordafrika.

Oer Wehrmachtbericht.

DNB. Aus dem FührerhaupkquarNer, 8. Dezember. Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt:

Die Fortsetzung der Operationen und die Art der Kampfführung im Osten sind von seht ab durch den Einbruch des russischen Winters bedingt. Auf weilen Strecken der Ostfront finden nur noch örtliche Kampfhandlungen statt.

An der WestküstederKrim wurde ein feind­licher Landungsversuch vereitelt. 3m Donez- decken brachte der Angriff deutscher und italie­nischer Truppen weitere Fortschritte. Dor Lenin­grad setzte der Gegner seine Ausbruchsversuche ver­geblich fort.

Die Luftwaffe führte trotz schlechter Wetterlage schwere Angriffe gegen sowjetische Truppenansamm­lungen, Panzerbereitstellungen und Feldbefestigun­gen. Der Feind hatte wieder hohe Verluste an Menschen, schweren Waffen und rollendem Ma­terial. Die nach Moskau führenden Eisenbahn­strecken wurden an vielen Stellen durch Vomben- angriffe zerstört.

3m Seegebiet um England wurde bei Tage nordostwärts Aberdeens ein Han­delsschiff mittlerer Grüße durch Bombenwurf be­schädigt. Nachtangriffe der Luftwaffe richteten sich gegen Hafenanlagen an der O st k ü st e und im Südwesten der 3nsel.

Die schweren Kämpfe in Bordafrika nehmen ihren Fortgang. 3n T o b r u k wurden Hafenanlagen und Artilleriestellungen des Feindes bei Tage und bei Nacht mit Bomben schweren und schwersten Ka­libers belegt. Vor der nordafrikanischen Küste beschädigten deutsche Kampfflugzeuge einen großen britischen Truppentransporter so schwer, daß mit seinem Verlust zu rechnen ist. Ein leichter brM- scher Kreuzer erhielt Bombentreffer.

Bei wirkungslosen Luftangriffen auf einige Orte in Westdeutschland und in den besetzten Westgebieten wurden in der letzten Nacht drei britische Bomber abgefchossen.

Ausländische Gäste im Führerhauptquartier.

DNB. Ausdem Führerhauptquartier, 8 Dezember. (Funkspruch.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht empfing in seinem Hauptquartier General Moscardo, den helden­haften Verteidiger des Alkazar, der von einem Frontbesuch bei der in vorderster Linie im Osten kämpfenden spanischen Freiwilligendivisionen zu-' rückgekehrt mar. Ferner war der Chef des bulga­rischen Generalstabes, General Luka sch, Gast' des Führers im Führerhauptquartier. General Lukafch hatte mit einer Anzahl bulgarischer Offi­ziere einen Teil der Ostfront bereist. Ferner emp­fing der Führer in Gegenwart des Reichsministers des Auswärtigen v. Ribbentrop den Groß­mufti von Palästina, Sayid Amin al Huf- seini, zu einer herzlichen und für die Zukunft der arabischen Länder bedeutungsvollen Unterredung.

Siebenmal erfolglos angerannt.

Berlin, 8. Dez. (DNB.) Unter schweren bolsche­wistischen Verlusten wurden in den frühen Mor­genstunden des 7.12. mehrere Angriffe im mitt­leren Frontabschnitt zurückgewiesen. Hech- aes bolschewistisches Artillerie- und Granatwerfer­feuer bereits in der Nacht zum 7.12. ließ darauf schließen, daß der Feind an dieser Stelle einen An­griff plante. Die ersten Wellen der bolschewistischen Angreifer, die gegen 3 Uhr morgens gegen die deut­schen Linien anrannten, wurden unter schweren Verlusten zurückgewiesen. Bis in den Vormittag hinein wiederholten die Bolschewisten siebenmal ihre vergeblichen Angriffe, ohne da" ihnen ein (Ein» brutf) in die deutschen Stellungen gelang. Alle An­griffe brachen erfolglos vckr d«n deutschen Stel­lungen zusammen.

Zehn britische Flugzeuge bei Boulogne abgeschoffen.

Berlin, 8. Dez. (DNB.) Bei Jagdvorstößen zur Kanalküste südlich Boulogne erlitt die britische Luft­waffe Montag nachmittag erhebliche Verluste. Deutsche Jäger schossen nach bisher vorliegenden Meldungen in heftigen Luftkämpfen zehn feindliche Flugzeuge ab. Ein eigenes Flugzeug wird vermißt.

Oie teuflische Ziege.

Von Mars Stahl.

Die Frau hatte den Mann gleich vor dem Trans­port der Ziege auf dem Fahrrad gewarnt. Sie sagte, sie kenne die Ziegen. Aber er hatte nur gelacht und gesagt, eine Ziege sei kein Elefant, und er würde schon mit ihr fertig werden.

Also kamen der Mann, das Kind, die Ziege und das Fahrrad zusammen über die Landstraße. Es war ein ausgesprochen friedliches Bild. Der Mann führte das Rad, auf dem das Kind saß, und zog die Ziege am Sttick hinterher soweit war alles in Ordnung.^

Die Maler der alten Schule gaben ihren Teufeln zum Schmuck Ziegenhörner das wird wohl so seinen Grund gehabt haben; denn die alten Maler waren nachdenkliche Leut« und taten nichts umsonst.

Plötzlich kam ein Auto des Weges, es fuhr sehr vor­sichtig und hielt sich weit nach links, um die Idylle vor sich nicht zu stören. Der Mann sagte beruhigend: Hohoho!", was zu der Ziege gemeint war. Dieses Auto tarn der "Ziege gerade recht, sie war so lange fromm gewesen, daß ihr die Sanftmut geradezu zum Halse heraushing. Sie nahm also ihren Vor­teil wahr, ftieg kerzengerade in die Luft wie ein Lipizzaner und tanzte auf den Hinterbeinen herum.

Der Mann schrie:Steh steh steh!" Aber die Ziege tat gewaltig erschrocken, das war ihr gu­tes Recht und sie nahm es wahr, sie bockte und gebärdete sich geradezu verzweifelt. Der Mann kam aus dem Takt, hielt mit der einen Hand das Kind und versuchte mit der andern bi« Widerspenstige zu bändigen. Das Fahrrad nahm derweil einen dritten Kurs, während das Kind wie am Spieß schrie.

Der Mann verlor vollkommen den Kopf. Er hätte mindestens sechs Hände haben müssen, um alle die widerstrebenden Gewalten zu meistem. Das Kind klammerte sich schreiend an den Vater, und kurze Zeit sah es aus, als ob der Mann gedritteilt werden sollte.

Die Ziege war dank ihren vier Beinen in der Uebermacht. Sie machte mit dem schon beschriebenen Teufelshorn einen Ausfall gegen den Mann, Hakti es geschickt in das Aermelloch feiner Weste, worauf ihm alle Knöpfe auffprangen, und während er we­nigstens den Hosenträger vor einem gleichen Schick, sal bewahren wollte und danach griff, ließ er die Ziege unversehens los und sie entfloh meckernd in das Rübenfeld neben dem Weg.

Zu gleicher Zeit rollte das Rad in einen kleinen Bach, dessen Brücke vor ihnen lag, und das Kind, dem Gesetz der Anziehungskraft der Erde folgend, fiel kopfüber in ein Gestrüpp, das sich am Wege auftat.

Auf diese Weise hatte sich eigentlich das Chaos aufs schönste geordnet und der Mann hätte eigent« lich zufrieden fein müssen, daß er endlich die Hände freibekam, nachdem er in solcher Bedrängnis ge­wesen war.

Statt dessen begann er zu brüllen und fuhr'sich in die Haar«. Er wußte nicht, was er zuerst retten sollte: Di« entflohene Ziege, das ersaufende Rad oder das kreischende Kind. Schließlich siegte seine Vaterpflicht und er holte den Sprößling aus den Brennesseln. Für alle Fälle gab er ihm ein paar Maulschellen, worauf er noch heftiger schrie, unh nachdem er einige Sätze hinter der sofort flüchtenden Ziege gemacht hatte, entschloß er sich dafür, unter' saftigen Flüchen das Rad aus dem Dach zu ziehen.

Es troff wie eine Mass er maus, hatte die Lenk­stange verbogen und einige Speichen gebrochen. Danach fluchte er noch mehr und lchnte das Rad gegen einen Daum.

Dann ging er die Ziege einzufangen. Sie kaute mtt unverschämt nach links und rechts auswetzen- dem Kiefer die grünen, blanken Rübenblätter, zer­knirschte mit einem schmatzenden Laut ihrer süffisan­ten Lippen einige Rübenbrocken und hatte das Maul so voll, daß sie nicht einmal Mäh sagen konnte, als sie vor dem Mann ausriß, sondern immer nur einen unartikulierten Schrei zustande brachte, wenn der Mann sie beinahe hatte.

Auch der Mann stieß unartikulierte Schreie aus, und beide tobten unbekümmert um den friedlichen Abend durch das Feld, wobei der Mann dauernd zu Fall kam, denn es waren ganz ausnahmsweise große Rüben.

Endlich gab der Mann es auf. Weniger, weil er die Ziege nicht bekam, als aus Angst, daß er sie wirklich bekäme, und daß dann die Quälerei von neuem losgehen sollte. Er sagte ihr noch einiges Schmeichelhafte, was sie kopfnickend und blätter« schmatzend entgegennahm, und stolperte über die Rüben zur Landstraße zurück.

Er ftieg auf das Rad, nahm das heulende Kind und versetzte ihm noch eine Maulschelle, beim das Kind hatte durchaus nicht nachgelassen und bei dem Transport der Ziege dabei sein wollen. Die Frau hatte ihm auch von der Mitnahme des Kindes ab­geraten, aber er hatte gesagt, sie wisse eben nicht, wozu ein Mann imstande sei.

An dieser feiner letzten Aeußerung wurmte ihn etwas, er wußte nur nicht, was. Das Gefühl seiner Ohnmacht diesen drei Gewalten gegenüber, die er nicht unter einen Hut bringen konnte, brachte ihn auf.

Der Abend war paradiesisch, aber sein Herz war voller Zorn gegen die Macht, die Ziegen, Fahrräder und Kinder gemacht hatte.