| DasWinlelprogramm desGießenerkonzertrings
ISOjähriges Jubiläum des Gießener Konzertvereins.
„Aus der Blütezeit deutscher Orgelmusik."
innige „O Jesulein süß" von I. S. Bach. Sehr zustatten kam dem Dortrag die klare deutliche Sprache. Vortrefflich war die Orgelbegleitung der Gesänge, wobei die für den Textinhalt treffende Registrierung besonders heroorzuheben ist. Ebenso stilvoll war der von Dr. Schmidt-Marlissa gearbei- tete Satz.
In den Orgelstücken zeigte sich Dr. Schmidt als Meister seines Instrumentes. Die gegebenen Möglichkeiten der modernen Orgel voll ausnutzend, erschloß er durch sein Spiel die oft verschlungenen Wege der einzelnen Themengruppen zu größter Deutlichkeit. Die Registrierung war wohl oft eigenartig, aber immer stilvoll in den Dienst des einzelnen Werkes gestellt. Sein großes Können offenbarte sich besonders in dem grandiosen Bachschen Stück, das klug und mächtig gesteigert, einen sehr würdigen Abschluß des Abends bedeutete.
Heinrich Blaß.
direktor Zwisler , Prof. Dr. Temesvary und Otto S ö l l n e r, den musikalischen Oberleiter und 1. Kapellmeister unseres Theaters, sehen. Der Kvnzertoerein wird sein ISOjähriges Jubiläum innerhalb der Kunstwoche der Stadt Gießen begehen, die vom 22. bis 29. März 1942 in Aussicht genommen ist und diesmal unter dem Motto „Deutsche Musik" stehen wird. In dieser Woche werden das Hauptjubiläumskonzert und ein Orchesterkonzert stattfinden. In der Sitzung wurde noch über den „Tag der deutschen Hausmusik" und andere das Musikleben in unserer Stadt betreffende Fragen gesprochen. Im Namen des Konzertvereins dankte Prof. Dr. Eger für die verständnisvolle Unterstützung des Oberbürgermeisters und aller an dem Musikleben unserer Stadt interessierten Stellen.
** Vom Deutschen Frauenwerk. Der Nähkurs des Mütterbienstes im Deutschen Frauenwerk beginnt Donnerstag, 11. September, 20 Uhr im Handarbeitssaal des Fröbelseminars in der Gartenstraße. Anmeldungen können dort noch entgegengenommen werden.
** 94 Jahre a l t. Am heutigen Dienstag, 9. September, kann Frl. Emmy Mettenheimer, Hofmannstraße 8 wohnhaft, in guter geistiger und körperlicher Frische ihren 94. Geburtstag begehen. Der Jubilarin unseren herzlichen Glückwunsch.
Tödlicher Sturz vom Grummetwagen.
* Gröningen (Kreis Gießen), 8. September. Hier ereignete sich am Sonntagnachmittag ein schwerer Unglücksfall. Der 75 Jahre alte Landwirt Christian August Jsheim, der beim Grummei- einfahren auf dem hochbeladenen Wagen saß, wollte vor dem Hoftor seines Grundstücks über eine Leiter von dem Wagen herabsteigen. Dabei rutschte die Leiter, so daß die Pferde erschrocken einen Sprung nach vorwärts machten. Die an den Grummetwagen gelehnte Leiter fiel um und mit ihr stürzte der hochbetagte Mann so unglücklich, daß er mit einem schweren Schädelbruch nach Gießen in ein Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Dort ist er an seinen schweren Verletzungen gestorben.
Schweinemarkt in Vuhbach.
* Butzbach, 9. September. Auf dem heutigen Schweinemarkt waren 436 Ferkel zum Verkauf aufgetrieben. Es kosteten 6 Wochen alte Tiere 12 bis 14 RM., 6 bis 8 Wochen alte 14 bis 18 RM., 8 bis 10 Wochen alte 18 bis 20 RM., über 10 Wochen alte 22 bis 26 RM. pro Stück. Marktver- lauf: Handel schleppend, es verblieb Ueberstand.
In einer Sitzung des Musikausschusses der Stadt Gießen, die am Freitag im Stadthaus auf Einladung des städtischen Musikbeauftragten Karl C h r i st stattfand, wurde das Winterprogramm des Gießener Konzertrings feftgelegt. Veranstalter ist wiederum der Gießener Konzertring, der aus der NSG. „Kraft durch Freude", dem Gießener Konzertverein und dem Stadttheater und dem Städtischen Orchester besteht. Insgesamt sind Zwölf Konzerte vorgesehen, und zwar fünf Solisten- und sieben Orchesterkonzerte. An Solisten sind bereits gewonnen: Prof. Elly Ney (Klavier), Wilh. Backhaus (Klavier) und Gertrud P i tz i n g e r (Gesang). Die Orchesterkonzerte werden von dem Städtischen Orchester und von dem Rhein-Mainischen Landesorchester ausgeführt, und zwar werden wir als Dirigenten Prof. Abendroth, Generalmusik-
G. A.-Sport.
Leichtathletischer Gtädtewettkampf Gießen-Kassel.
Zum ersten Male werden am kommenden Sonntag auf dem Unioersitätssportplatz in Gießen die besten Leichtathleten des Hessengaues zu einem Städtevergleichskampf aufeinander treffen. Zum ersten Male tritt die Stadtmannschaft Gießen in Erscheinung, die in dem Olympiateilnehmer Becker (früher K. T. V.-Wittenberg), Dr. Luh, Oblt. Waglcr, Hptwm. Weiler u. a. ihre Hauptstützen hat. Es werden folgende Wettbewerbe ausgetragen: 100 m, 200 m, 800 m, 1500 m, 5000 m, 4X100 m-Staffel, Weitsprung, Hochsprung, Dreisprung, Kugel, Diskus, Speer. Da die Besten des Gaues am Start sein werden, sind fabelhafte Leistungen zu erwarten. Eine ganz besondere Delikatesse für alle Sportfreunde wird das Kugelstoßen sein, sind doch außer unserem Deutschen Hochschulmeister Dr. Luh die beiden besten deutschen Kugelstoßer Trippe (Polizei Berlin), der mit seinen 2 m Größe den Gießenern bestimmt imponieren wird, und Jupp Bongen (ff Berlin), der jüngste deutsche Kugelstoßer, im Kampf. Zwischen diesen drei wird ein Ringen um Zentimeter entbrennen, das mit Weiten 'über 15 Meter gewonnen wird. Die Aufstellung der
Die Entwicklung der Orgelmusik ist mit den Fortschritten im Orgelbau eng verbunden. Je mehr sich die Spielbarkeit des Instrumentes hob, um so mehr entstandeniene unvergleichlichen Werke großer und kleinerer Meister, die bis auf den heutigen Tag wenig oder nichts von ihrer Bedeutung verloren haben. In erstaunlicher und fast ununterbrochener Folge entsprangen dem scheinbar unerschöpflichen Schoß des deutschen Volkes eine Reihe von Talenten und Genies, die dann in dem Leipziger Thomaskantor Joh. Seb. Bach ihren überragenden Gipfel erreichten. Sie alle schrieben für die Orgel, ja einige von ihnen widmeten dieser „Königin der Instrumente" fast ausschließlich ihre Kunst. Die Zeit von 1500 bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts ist deshalb in der Tat eine Blütezeit deutscher Orgelkunst. Erst Max Reger (1870 bis 1916) hat in seinem Orgelschaffen wieder an jene große Zeit angeknüpft.
Der von Dr. Fried Schmidt-Marlissa veranstaltete Orgelabend am gestrigen Montag in der Johanneskirche bot in chronologischer Reihe einen Ausschnitt aus jener Großzeit musikalischen Geschehens. Beginnend mit der „Canzona cromatica" von Hasse, einem der bedeutendsten Orgelwerke des ^rüh verstorbenen genialen Nürnberger Meisters, waren noch Stücke vorbachscher Meister: Sam. Scheidt, D. Strungk, Joh. Pachelbel und Dietrich Buxtehude, vertreten. Aus ihrem Schaffen hat Joh. Seb. Bach für sich den größten Nutzen gezogen. Die von jenen Meistern geschaffene Form behielt er fast immer bei, füllte sie aber mit der Größe seiner eigenen Ideen. Das kam dann auch am gestrigen Abend eindeutig zum Ausdruck.
So bedeutete die gewaltige Fantasie und Fuge in~ a-moll des Leipziger Meisters den krönenden Höhepunkt des Abends. Zwischen den Orgelstücken standen, dem Gesamtgeschehen sich gut und stilvoll einfügend, Lieder aus derselben Zeit. Ebenso natürlich sich einordnend wirkte das gemeinsame Lied: „Laß mich dein sein" nach dem vorhergehenden Ehoralvorspiel von Strungk über diesen Choral.
Gisela Collatz-Werner sang die Lieder. Sie verstand es vor allem, sie in ihrer ergreifenden Schlichtheit erstehen zu lassen. Die gut gebildete Stimme ist tragend und besonders dynamisch recht spannfähig. So kamen die einzelnen Stücke plastisch zum Klingen. Hervorgehoben seien besonders: „Der am Abend Dankende" von Serattner und das
VHC. Gießen.
Jn^einen Teil der „Rabenau" führte am Sonntag die Septemberwanderung des VHC. Gießen. 50 Teilnehmer hatten beim Marsch durch die reizvolle Landschaft einen großen Genuß. Vom Ausgangspunkt Großen-Buseck führte die Wanderung auf der aussichtsreichen Landstraße über einen Höhenrücken nach dem anmutig in einem Talkessel liegenden Beuern, das durchschritten wurde. Bald hinter dem Ort nahm prächtiger Hochwald die Wanderer auf, und am munter plätschernden Krebsbach entlang ging es nach dem hochliegenden Allertshausen, wo bei der Mittagsrast eine stärkende Suppe verabreicht wurde. Der Weitermarsch führte über das ebenfalls hochgelegene Climbach mit unterwegs prächtigen Blicken in das obere Lumdatal mit Nord- eck und Winnen zur Treifer Heide. Hier erschloß sich eine entzückende Aussicht auf das zu Füßen liegende Treis mit dem Totenberg im Hintergründe, auf unsere Nachbarburgen, auf den Dünsberg, den Staufenberg, die Gladenbacher Berge und die fernen Alberge. Nach genügender Augenweide ging es abwärts nach Treis, von wo nach einem Schlußtrank die Heimfahrt erfolgte.
Gießener Vochenmarkkpreife.
Gießen, 9. Sept. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,80 RM., Matte 30 Rpf., Käse, das Stück 8 bis 9 , Kartoffeln 5 kg 55, Wirsing, grün, 8 bis 11, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 7 bis 9, Spinat 19 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen, grün, 20 bis 30, Unterkohlrabi 7, Erbsen 8 bis 10, Tomaten 25 bis 30, Salat, das Stück 10 bis 12, Salatgurken, % kg 20 bis 30, Einmachgurken das Stück 2 bis 5, Oberkohlrabi 10 bis 12, Rettich 6 bis 10, Radieschen, Bd. 10 bis 12 Rpf.
Stadtmannschaft erfolgt nach einer gründlichen Auslese, die am Mittwochabend in Form eines Abendsportfestes auf dem Universitätssportplatz stattfindet.
BfB.-Reichsbahn-Leichtathletik.
Dr. Luh slößl in Braunschweig 14,91 m.
Dr. Luh war einer Einladung nach Braunschweig gefolgt, wo sich die gesamten Spitzenkönner Großdeutschlands ein Stelldichein gaben. Es gab wiederum einen Zweikampf Dr. Luh-Bongen, den Bongen nach erbittertem Ringen mit wechselnder Führung mit 3 cm Vorsprung glücklich für sich entscheiden konnte. 1. Bongen 14,94 m, 2. Dr. Luh 14,91 m, 3. Hein (Hamburg) 13,89 m. Es sei hier daran erinnert, daß Dr. Luh und Bongen im vorigen Jahr die Farben Großdeutschlands gegen Italien trugen und Dr. Luh mit 14,98 m den Sieger stellte.
Bei einem Versuch um die deutsche Vereinsmeisterschaft der Kriegsklasse II erreichten die Athleten des VfB.-R. die hervorragende Punktzahl von 6193,4 Punkten; sie dürften damit an der Spitze im Reich stehen. Diese Leistung ist jedoch noch bedeutend verbesserungsfähig. Die Ergebnisse: 200 m: 1. Waneck 24,8 Sek., 2. Dr. Luh 25,0 Sek. 1500 m: 1. Becker 4,09 Min., 2. Grasmann 4,25 Minuten 4X100 m: 1. Mannschaft -7 Sek. Weitsprung: 1. Waneck 6,28 m, 2. Dr. Luh 6,10 m, 3. Weiler 6,09 m. Kugel: 1. Dr. Luh 14,35 m, 2. Waneck 11,10 m. Ergebnis: 6193,4 Punkte.
Vom Fußball.
Mendorf (Lahn) 1. Jgd. — Steinbach 1. Jgd. 1:2.
Die 1. Jugendmannschaft von Steinbach trat in der Aufstellung an, mit der die kommenden Rundenspiele bestritten werden sollen. Allendorf war den Gästen körperlich stark überlegen und konnte auch in der zweiten Halbzeit, mit dem Wind spielend, das Spielgeschehen diktieren. Trotzdem gelang es Steinbach, einen knappen Sieg zu erringen. Allendorf (Lahn) 2. Jgd. — Steinbach 2. Jgd. 0:2.
Vorher trafen sich die 2. Jugendmannschaften. Steinbach war überlegen und konnte als Sieger den Platz verlassen.
Daubringen 1. Jgd. — Heuchelheim 1. Jgd. 4:2 (3:1).
Am Sonntag empfing die 1. Jgd. des Sport- Clubs 1921 Daubringen die gleiche von Heuchelheim zu einem Freundschaftsspiel. Heuchelheim hatte eine starke Mannschaft zur Stelle, und auch Daubringen trat in stärkster Aufstellung an. Man sah ein spannendes und ziemlich gleichwertiges Spiel, bei dem Daubringen nur durch restlosen Einsatz den Sieg sicherstellen konnte.
Sepso-Tinktur gehört in Ihre Haus-Apotheke!
Warum? Weil Sie immer ein zuverlässiges und rasch wirtendes Desinfektionsmittel zur Hand haben muffen. Denn kleine -Verletzungen, wie sie durch Schnitte, Stiche, Risse, Bisse und dergleichen verursacht werden, kommen ja im täglichen Leben so oft vor! Und alle, auch kleine offene Wunden sind der Gefahr der Infektion durch Bakterien ausgesetzt. Deshalb soll man auch geringfügig erscheinende Verletzungen nicht unbeachtet- lassen, sondern sie rechtzeitig inst Sepso-Tinktur desinfizieren. Sepso-Tinktur, die in allen Apotheken und Drogerien in Flaschen zu fünfundfünfzig Pfennigen und in handlichen Tupfröhrchen zu neunundvierzig Pfennigen erhältlich ist, wirkt genau so desinfizierend wie Zod-Tinktur und ruft keine unerwünschten Nebenerscheinungen hervor. Sie hat weiterhin die angenehme Eigenschaft, keine Flecken in der Wäsche zu hinterlassen. Auch kann sie von der Haut leicht abgewaschen werden.
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Gestern verschied plötzlich durch einen Unglücksfall mein lieber Mann, unser guter Schwiegervater, Großvater und Urgroßvater
Christian August Isheim II.
im Alter von 77 Jahren.
Im Namen der Hinterbliebenen: Ellsabethe Isheim
Frieda Bingel, geb. Leldlch Karl Bingel, z.Z. im Felde Erich und Ilse Bingel Gottfried Leidich u. Familie.
Grüningen, den 8. September 1941.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 10. September, nachmittags 3 Uhr, statt.
3747 D
Danksagung.
Für die überaus zahlreichen Beweise aufrichtiger Teilnahme anläßlich des Todes meines unvergeßlichen Mannes, unsres lieben Vaters und Großvaters
Herrn Bauunternehmer
Christian Fey
danken wir herzlich. Die uns damit bewiesene Wertschätzung, die unser lieber Verstorbene in weitesten Kreisen genoß, sind uns ein Trost in unserem schweren Leid.
Wir danken insbesondere Herrn Pfarrei Kahn für seine trostreichen Worte am Grab, der Stadtverwaltung, dem Gemeinderat, dem Ortsgericht, der Sängervereinigung Cäcilia, der Kriegerkameradschaft, d. Baugewerkeninnung, den Schulkameraden, der Betriebsgefolgschaft und allen Freunden und Bekannten für die letzte Ehre, die sie dem Verstorbenen erwiesen haben.
Im Namen aller Angehörigen Frau Anna Fey und Kinder.
Lieh, den 9. September 1941.
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Unsere liebe Schwester und Tante
Frau Wilhelmine Euler
geb. Bourgeois
ist heute im70.Lebensjahr sanft entschlafen. Die trauernd Hinterbliebenen: Familie Adolf Bourgeois Familie Carl Bourgeois.
Gießen, den 8. September 1941.
Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 11. September, um 14 Uhr statt.
3752 D
Von der Reise zurück
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