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Berlin ein. Starte Abwehr lieh den Angriff auf die Reichshauptstadl nicht zu voller Wirkung kommen. Die Zivilbevölkerung hatte durch Abwurf von Spreng- und Brandbomben Verluste an loten und Verletzten. Nachtjäger und Flakartillerie schossen 14, Marineartillerie 3 der angreifenden Bomber ab.

An den Llfern des Gwir.

Die finnische Front ist ungeheuer ausgebefjnt, aber es liegt in der Natur der Sache, daß jetzt die Aufmerksamkeit sich auf die Stellungen vereinigt, die die Finnen nördlich von Petersburg einnehmen. Hier sind zwei Frontabschnitte zu unterscheiden, die durch den Ladoga-See unterbrochen werden: Ein­mal die Front vom Finnischen Meerbusen bis zum Ladoga-See und dann weiter östlich vom La- doga-See vis zum Onega-See.

Auf dem westlichen Frontabschnitt, der häufig auch mit dem Namen der Karelischen Landenge oder ßanfobrücffr verbunden wird, sind die Finnen nach Vernichtung sowjetischer Divisionen und Heim- bringuna reicher Beute ganz erheblich nach Süden vorgestrigen. Das 46 Kilometer südlich von Wiborg Öne Björkö (finnisch: Koivisto) Ht in ihrer Biörkö ist bekannt als Treffpunkt zwischen Kaiser Wilhelm II. und Nikolaus II. am 23. und 24. Juli 1905. Die Zusammenkunft erfolgte unter dem starken Eindruck des russisch-japanischen Krie­ges. Wilhelm II. gina damals mit der Idee eines politischen Zusammenichlusses von Deutschland, dem Zarenreich und Frankreich um. Der Gedanke war aber so stark improvisiert, daß die Außenminister beider Herrscher Widerspruch erhoben. Man kann anyehmen, daß die Finnen noch über Biörkö hinaus gegen ihre alte Grenze voraedrungen sind, die bis 1939 zwischen Finnland und der Sowjetunion be­standen hat. Don hier aus rückt schon Kronstadt in den militärischen Bereich.

Kronstadt auf der Insel Kotlin ift eine der stärk­sten Seefestungen. Ein Teil der Batterien von Kronstadt ist auf Rosten erbaut, so daß sie auf dem Meer zu schwimmen scheinen. Kronstadt sperrt die unmittelbare Einfahrt in die Newa-Mündung. Auf dem östliche Teil der finnischen Front gegen Petersburg meldet der letzte finnische Wehrmadst- bericht die Einnahme des kleinen Städtchens Olo­nez (finnisch: Aunus). Olonez war Hauptstadt des gleichamigen Gouvernements in der Zarenzeit und zählt nicht mehr als 1600 Einwohner. Ungleich wichtiger ist Petrosawodsk am Onegasee, wo auch die vielaenannte Murmanskbahn durchgeht. Ungefähr 30 xm südlich von Olonez verlies die alte finnische Grenze bis 1939. Südlich verläuft der jetzt erreichte S w i r, der den Abfluß des Onega- in den Ladogasee darstellt. Er ist etwa 220 km lang und für Dampfer trotz einiger Schwierigkeiten infolge von Stromschnellen befahrbar. Das ganze Gebiet zwischen dem Swir und dem Wolchow, der den Jlmenlee mit dem Ladogasee verbindet, ist an sich auch sehr öde, wurde aber in den letzten Jahren durch Errichtung von Stau- und Elektrizitätswerken sowie Alumiinumhütten industrialisiert und schließt ein wichtiges Kanalsystem ein.

Das Ritterkreuz für todesmutigen Einsatz.

Berlin, 8. September. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht hat auf Vorschlag des Oberbefehlshabers der Luftwaffe das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen an Oberstleutnant Emia, Kommandeur einer Kampf­fliegergruppe. Er fand am 28.6. im Kampf gegen den Bolschewismus den Heldentod. Er führte er­folgreiche Verminungen durch und beschädigte in kühnem Sturzangriff einen sowjetischen Kreuzer. Einen Angriff auf die Schleusenanlagen des Stalin- Kanals führte er im Tiefstflug durch. Seine aus wenigen Metern Höhe abgeworfene Bombe zet- störte das Schleusentor, vernichtete jedoch zugleich das eigene Flugzeug. So setzte Oberstleutenant Emig fein Leven ein für den Erfolg dieser strate­gisch hochbedeutenden Ausgabe.

Das Ritterkreuz für verdienten ll-Boot-Kommandanten

Berlin, 8.9. (DNB.) Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht verlieh aus Vorschlag des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine das Ritter­kreuz des Eisernen Kreuzes an Oberleutnant zur See Adalbert Schnee. Er versenkte als Komman­dant eines kleinen Unterseebootes auf drei Feind führte n 4 0 0 00 BRT. feindlichen Handelsschiffraumes, darunter einen Dampfer der ,2tranto"-Klasse von 20 000 BRT.

Oie britisch-sowjetische Einheitsfront.

B e r l i n , 8. Sept. (DNB.) Wie Associated Preß aus London meldet, beteten am Sonntag in Eng­land anläßlich eines vom König gewünschten N a Hon al en Gebettages Millionen von Eng­ländern für den Siea der bolschewistischen Waffen in den gleichen Kirchen, die in der Vergangenheit oft von Beschimpfungen gegen alles Kommunistische widerhallten". Während der Erzbischof von Canter­bury und der katholische Kardinal Hinsley ohne weitere Kommentare für ihre plötzliche Sinnes­änderungihre Häupter in Buße neigten", um für die Sowjetunion zu beten, suchte der Bischof von Portsmouth nach einer Begründung für seina Gebete für die Sowjetunion. Er sagte:Da die Sowjetunion durch Gottes Gnade Großbritannien in der Stunde der Not willkommene Hilfe gebracht hat, wollen wir unsere Schuld Zurückgahlen, indem mir Rußland das ,Gottesoertrauen' zurückgeben." Der Bischof hat in klassischer Weise den englischen Grundsatz wiederholt, daß derjenige, der etwas gegen England tut, damit gegen den Willen Gottes verstößt und deshalb verfemt und verfolgt werden muß und derjenige, der Englandwillkommene Hilfe leistet", damit eine gottgefällige Tat tut.

Die britischen Frauen aus allen berufstätigen Kreisen und religiösen, politischen, sozialen und sportlichen Gemeinschaften haben eine Begrüßungs­botschaft an die große Masfentagung der sowjeti­schen Frauen gesandt. Die Botschaft besagte:Wir Frauen Großbritanniens begrüßen die sowjetischen Frauen als unsere Kameradinnen in dem Kampfe

aller freien Völker gegen die Nazibedrohung." Auf der Massentagung der sowjetischen Frauen rief eine Rednerinalle Frauen Europas und Amerikas zum heiligen Haß im Kampf gegen das nationalsozia­listische Deutschland auf".Gegen einen solchen Gegner muß mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln, mit Kugel und Beil und Mistgabel ge­kämpft werden!" Weiter traten mit haßerfüllten, blutdürstigen und rachesüchtigen Reden eine Eisen­bahndirektorin, eine Sängerin, eine Acrttin, eine Schriftstellerin, eine Ingenieurin, eine Stachanow- arbciterin, eine Sekretärin des Gewerkschastsbundes von Moskau und eine Vertreterin des Roten Kreu­zes auf. Sie forderten für jedes Opfer des Faschis­mus zehn Fafchistenleben.

Protest gegen fren britischen Gebetstag

Neuyork, 8. September. (Europapreß.) Am Samstag kam es in Leicester zu einem Pro­test gegen den nationalen britischen (3 e b e t s t a g für den Sieg des Bolschewismus. Etwa 10 000 Personen hatten sich zu dieser Kundgebung eingefunden, die von der Polizei nicht verboten worden war, aber Polizisten und Soldaten suchten die Kundgebung zu verhindern, indem sie am Kund­gebungsfeld eine Rauchsperre anlegten. Sie trugen große Mengen feuchten Holzes zusammen und setzten sie in Brand, wobei der schwere, er­stickende Rauch sich über das ganze Versammlungs- gebiet legte.

Der Norden und die Neuordnung Europas.

Vidkun Quisling gegen schwedische Lügenagitation.

Oslo, 8. September. (DNB.) Im Osloer Co­losseum sprach der Führer der Nasjonal Sämling, Diokun Quisling. Norwegen habe das größte nationale und wirtschaftliche Interesse daran, an einer europäischen Ordnung teilzunehmen, die eben­so den Norden gegen den Bolschewismus schütze wie mit der ewigenTeile- und Herrsche-Politik" Gnglanite aufräume. Der Führer habe Den bolsche­wistischen Dernichtungsplan jum Segen Europas und jum Nutzen für uns alle^ durchkreuzt. Wie es die innere Aufgabe des Nasjonal Sämling fei, die Neuordnung in Norwegen durchzuführen, |o sichere ste gleichzeitig Norwegens Platz im neuen Europa. Diese Aufgabe bringe es mit sich, daß das neue Norwegen eine feindliche Haltung sowohl England wie den Bolschewisten gegenüber einnehme. Den anderen Ländern gegenüber habe das neue Nor­wegen eine strenge Neutralität beobachtet. Das gelte in erster Linie von den nordischen Nachbarländern und nicht zuletzt vom schwedischen Bruder­volk.Wir sind aber , so fuhr Quisling fort, mit wachsender Verstimmung Zeuge einer unwür­digen und gehässigen Agitation, die zum größ­ten Teil in der schwedischen Presse gegen das neue Norwegen unaufhörlich betrieben wird. Unsere Ver­stimmung wird zu Erstaunen und Verachtung, weil wir leider feststellen müssen, daß es sich hier mei­dens um eine gemeine Lügenpropa­ganda handelt, die augenscheinlich darauf gerichtet ist, dem schwedischen Volk eine falsche Vorstellung von den Verhältnissen in Norwegen, von unserer Bewegung und von dem Auftreten der Deutschen zu geben.

Es sei etwas ganz Unerhörtes, daß em Land,

das täglich auf feine Neutralität poche, feiner Presse ein derartiges Auftreten gegenüber .der Staatsgewalt in einem freundlich gesinnten Nach­barvolk gestatte.Außerdem ist es nur allzu deut­lich, daß sich diese skandalöse schwedische Lügenpro­paganda, wenn sie sich auch direkt an Norwegen wendet, indirekt gegen Deutschland richtet. Wir erkennen Schweden nicht als die führende Na­tion im Norden an. Schweden bleibt an feinem Frühstücksti sch fitzen, während das Schicksal Euro­pas und des Nordens unter Stahlhelmen in den Wäldern des Ostens entschieden wird. Trotz seiner eingeschlossenen Lage bildet es sich ein ebenso kurzsichtig wie die Schweiz daß es sich außerhalb der Bewegung im ganzen europäischen Kulturkreis halten könne. .Wir erstreben für Norwegen feine Führerstellung im Norden, wir wünschen im Nor­den nur zusammenarbeitende, ebenbürtige' und gleichberechtigte Nationen, jede in ihrem natürlichen Lebensraum, und wir haben das Recht zu ver­langen, daß Schweden feine Lügenpropaganda gegen das neue Norwegen einstellt, und daß wir Norwe-ger in Frieden unser eigenes Land frei von schwedischen Schikanen ordnen können. Sobald die Länder des Nordens von der internationalen Iu- denhetze befreit und vom Druck Englands und der USA. entlastet seien, würden sie sich zu ihrem eigenen nordischen Wesen wiederfinden, um in ge­meinsamer Zusammenarbeit mit dem deutschen ger­manischen Brudervolk einer großen Zukunft ent- gegenzugehen. Die natürlichen Voraussetzungen der nordischen Völker eröffneten ihnen innerhalb des Rahmens eines neuen Europas die größten Mög­lichkeiten."

Mit einem anderen Boot erhöhte er feine Versen­kungsziffer auf 12 Schiffe mit 95 000 BRT. Da er in vorbildlicher Weise an Geleitzügen Fühlung hielt, hat er auch andere Boote herangeholt und dadurch zum Gesamterfolg einzelner Geleitzugunternehmun­gen beigetragen.

35 000 BNT vor Suez vernichtet oder beschädigt.

Berlin, 9. September. (DNB. Funkspruch.) In der Nacht zum Montag erlitt die britische Versor- gungsscbiffahrt im Nahen Osten durch die deutsche ßuftmaffe abermals empfindliche Verluste. Deutsche Kampfflugzeuge vernichteten auf der Reede und im Golf von Suez durch Volltreffer vier Frachtschiffe von insgesamt etwa 25 000 BRT. Ein weiteres Handelsschiff von rund 10 000 BRT. sowie ein kleinerer Frachter von 1500 BRT. erlitten Beschädigungen,

England hält Getreideschiffe für Spanien an.

Valencia, 8. September. (Europapreß.) Nach­dem vor einigen Tagen der Dampferdabo Vil­lano" (4282 BRT.) mit einer Getreideladung aus Argentinien den hiesigen Hafen an gelaufen hatte, ist nunmehr das zweite SchiffMonte Nuria" (5717 BRT.) ebenfalls mit einer Getreideladung hier eingetroffen. Damit find zwei -der vier von den Briten fest gehaltenen Getreide­schiffe aus Gibraltar angekommen. Das Ver­heilten der Briten löst im spanischen Publikum um­so stärkere Erregung aus, als die Bevölkerung Va­lencias bereits über zwei Wochen ohne Brot war, ohne daß die Briten es für nötig er­achteten, diese Schiffe, deren Ladung nachweislich nicht für feindliche Staaten Großbritanniens, fon- dem tatsächlich nur für die notleidende spanische

Wenn die Malven blühen.

Von Hilde Fürstenberg.

Der Arzt Herbert Vokkert öffnete die Fenster­flügel seines Sprechzimmers und sah in den Som­me rab end hinaus^ es war noch hell draußen, über den Kiefern fern am Rande der Dorstadt hing die Mondsichel weißlich zwischen abendgrauen Wol­ken. Der Duft des blühenden Gartens quoll prächtig und mächtig durch das offene Fenster herein, der Mann hob den Kopf und nahm beglückt diesen reinen Atem der Natur als eine Belohnung für (ein mühevolles Tagewerk. Zwischen den hohen Malvenstauden stand seine Frau im sommerlichen Kleid, hatte Korb und Blumenschere in den Händen und schnitt von allen Büschen und Pflan­zen die verwelkten Blüten ab. Der Doktor sah ihr eine ganze Weile zu, dann setzte er sich auf die Fen­sterbank.Monika", rief er,komm einmal her zu mir. Ich muß dir etwas sagen."

Sie hob das Gesicht und sah zum Hause hinüber. Muß ich deshalb kommen?" fragte sie mit einem Lächeln.

Er nickte.Ja. Denn ich kann es nur leise sagen."

Sie trat vorsichtig zwischen den Pflanzen hervor airf den Gartenweg und kam, stand vor dem Fen­ster und wandte das sonnengebräunte Gesicht fra­gend dem Manne zu.Nun", sagte sie,was gibt es denn?"

Er zögerte.Du bist schon wieder so schon ge­worden", sagte er.

Sie war überrascht, denn sie hatte irgendeine Mitteilung aus der Praris erwartet, aber nicht dies.Nun", entgegnete sie leise abwehrend", es ift ja auch schon eine ganze Zeit her, daß unser Kind geboren ist."

Nach jedem Kinde wirst du schöner, Monika."

Nun wurde sie rot und senkte den Kopf.Du sagst mir so viel Angenehmes, Herbert, das tust du doch sonst nicht*

Er seufzte tief, als werde fein Herz jählings von einem glücklichen Erinnern heimgesucht.Weißt du, als ich dich eben zwischen den Malvenstauden sah,

mußte ich daran, denken, daß dies die Jahreszeit ist, ba wir uns gefunden. Denkst du nie daran?"

O doch." Sie nickte lebhaft.Es war ja so schön. Obgleich" Sie fuhr sacht mit der Hand über seine Hand, die auf dem Fenstersims lag.Obgleich Doch deine Zuneigung zuerst nicht mir, sondern meiner Namensschwester galt."

Nun wurde er ein wenig rot, Monika lächelte schalkhaft.Ja", sagte er,du schriebst ja damals schon Geschichten, und immer, wenn ich deine Er­zählungen las, dachte ich, ob die Schreiberin wohl das kleine Mädchen sei, dem ich einmal in meinen Primanerjahren Nachhilfestunde gegeben habe. Ich las im Erinnern an diese kleine Monika jede Zeile von dir, und als du dann in meine Sprechstunde kamst und ich dich sah und meinen Irrtum er­kannte*

da warst du enttäuscht."

Enttäuscht ach nein. Ich ich war nur so verwirrt. Ich hatte doch die Schreiberin so lieb ge­wonnen. Es war alles so fraulich und weich, ohne sentimental zu fein, was du schriebst, es war so viel zärtliches Empfinden für Blume, Baum und Tier, für Kinder und die geheimnisvollen Dinge des Lebens. Und nun war es für mich so seltsam, daß ich plötzlich sah, ich hatte in all der Zeit eine Fremde geliebt"

Monika lächelte, und es kam etwas rührend Mädchenhaftes in ihr reifes und ernstes Gesicht. .,Ia^, sagte sie leise,bu wurdest rot wie ein 3unge, versuchtest dich zu verstecken und sagtest, eine Freundin sei es nicht gewesen, nur eine Schülerin"

Der Mann lachte leise, aber übermütig.Das roar auch so, Monika. Im andern Falle wäre ich dir doch sonst sicher nicht so schnell ins Netz ge­gangen."

3ns Netz gegangen? Nein, Herbert, das ist frech"

Er lachte wieder.Nun, hattest du nicht immer in deinem Garten zu tun, gerade um die Stunde, da ich vorbeikarn?"

Ich konnte dach nicht wissen, daß du vorbei- kommst."

«Mehl, ich muß fogen, ich wunderte mich auch.

Aber ich freute mich doch, daß du jedesmal ein anderes Kleid anzogst, um mir zu gefallen, unb daß du so verschwenderisch mit Lächeln und Blicken und freundlichen Worten warst. Und du wußtest wohl gut, wie prächtig dir das Blühen deines Gar­tens stand, wie du dich ja auch jetzt gerne zwischen Rittersporn und Malvenstauden zeigst"

Ach du" Sie wollte ein wenig schmollend vom Fenster zurücktreten, aber er legte den Arm um ihre Schultern und zog sie nah zu sich heran.

Aber es ist alles recht so, Monika", sagte er. Ich denke gern an die Zeit, und niemals möchte ich einen Garten ohne Malven haben, weil ich dich gefunden habe, als sie blühten. Wenn ich dir fol- d>es sage, nach sieben Ehejahren, bann bist bu doch wohl zufrieden"

Sie nickte und schmiegte zögernd den Kops an seinen Arm.

Oie älteste Heiratszeitung.

Kaum war jemand auf den Gedanken gekommen, auf dem heutenicht mehr ungewöhnlichen Wege" einer Anzeige in den Zeitungen eine Frau zu suchen, als ein anderer hier ein ergiebiges Feld für einen guten Gewinn zu entdecken glaubte und eine richtige Heiratszeitung gründete, die sich in erster Linie diesem Zweck widmete. Es war eine Wochen­schrift, die den schönen TitelAllgemeine Heirats­schule für beiderlei Geschlechter" führte, und die em gewisser Theophilus Friedrich Lorenz in Mim- d)en im Jahre 1799 ins Leben rief. Als das Blatt Zuerst erschien, hatte es acht Oktavseiten, aber bald stieg die Abonnentenzahl, und es wurde weiter ausgebaut. Es enthielt nun nicht mehr nur Heirats­anzeigen, sondern auch anderen unterhaltenden Stoff, so daß guchnicht Ehewillige" als Leser in Betracht kamen. Der Herausgeber betonte, daß er seine Aufgabe sehr ernst nehme: er wollte durch feine Heiratszeitung den Familiensinn wecken, allen Heiratslustigen zu einer passenden Verbindung ver- helfen und auf diese Weise derimmer weiter um sich greifenden Sittenverderbnis" steuern. Sehr be­redt trat Lorenz fürLiebesheiraten" ein, aber er hielt dabei doch eine kleine ober großemitgiftliche

Oie Todesopfer feindlicher Bombenangriffe.

Berlin, 8.September. (DNB.) Die Zahl der durch feindliche Bombenangriffe auf deutsches Reichs- gebiet heroorgerufenen Todesopfer betrug J e it Kriegsausbruch bis zuin 2. A u g. 1941, also zu einem Datum, bis zu dem die amtlichen Unterlagen vorliegen, 3853. Diese beklagenswerten Opfer des englischen Krieges sind in der Hauptsache von wenigen otäbten und Gauen gebracht wordem Diese wurden damit zu Blutzeugen für den Le­benswillen des deutsd)en Volkes, der sich in diesem, Kriege an der Front und in der Heimat bewährt. Von englischer Seite werden die durch die deutschen Bergeltungsangriffe auf Rüstungsanla- ?en und wehrwirtschaftliche Betriebe entstandenen

Todesopfer mit 41 900 amtlich bekanntgegeben. Die wahre Zahl dürfte wesentlich höher liegen. Aber die Zahl non 41 900 ist mehr als das zehnfache der Opfer, die die zum Zweck der Unterhöhlung der Widerstandskraft der bcutfd)en Heimatfront durch­geführten engtifdyen Bombenangriffe in Deutschland zu erzielen vermochten. Zum Vergleich mag in die­sem Zusammenhang interessieren, daß die Zahl der Todesopfer durch Verkehrsunfälle im deut« fchen Reichsgebiet im Jahre 1938 sich auf 7354 be­lief.

Bevölkerung bestimmt war, freizugeben. Zur Zeit liegen also noch die restlichen beiden für Spanien bestimmten Schiffe mit argentinischer Getreidela­dung in Gibraltar fest.

Das britisch-sowjetische Vor- rücken in Iran.

S10 ck h 0 1 m , 8. September. (Europapreß.) ent­gegen bet vor einigen Tagen amtlich veröffentlich­ten Meldung, daß der Vormarsch der englischen und sowjetischen Truppen im Iran abgeschlossen worden sei, wird am Montagnachmittag in London mitge­teilt, daß die sowjetischen Streitkräfte auf der Linie Täbris Teheran weiter vor­gerückt seien. Eine neue Fühlungnahme zwischen britischen und sowjetischen Truppen sei hergestellt worden. Indische Truppen hätten im Oelgebiet die Besatzungszone bis Sultanabad ausgedehnt. Eine englisch-sowjetische Einigung über den Verlauf der Demarkationslinie ist hiernach noch nicht er­zielt worden. Auf der anderen Seite verschärft sich die Haltung der beiden Besatzungsmächte gegenüber der iranischen Regierung. Reuter meldet, daß die neuen Forderungen der englischen und der sowje- ttschen Regierung, die der iranischen Regierung wäh­rend des Wochenendes überreid)t wurden, in einem bestimmten Tone gehalten seien, und daß England und die SowjetunionAusflüchte ober einen Auf­schub der geforderten Maßnahmen nicht dulden werden".

Bolschewistisches Blutregiment in Täbris.

Ankara, 8. September. (Europapreß.) Flücht­linge aus Iran, die über Bagdad hier eingetroffen sind, berichten von dem blutigen Vorgehen der Sowjets gegen die iranische Bevölkerung. So sind allein in Täbris 6 7 Personen erschossen und viele Hunderte verhaftet worden. Zum Teil werden die Verhafteten als Geiseln in der Stadt und in anderen von den Bolschewisten besetzten Or­ten festgehalten, zum Teil sind sie nad) dem Inne­ren Der Sowjetunion verschleppt worden, lieber ihr Schicksal ist nichts bekannt. Wie aus Kabul gerne!-' bet wird, ist auch der afghanische Konsul in Täbris während eines Zusammenstoßes zwischen Sowjettruppen und der Bevölkerung bei der Be­setzung der Stadt ums Leben gekommen.

Wachsende Zahl der britischen Heh- agenten in USA.

N e u y o r k, 8. September. (DNB.)New Port Times" schreibt, daß der Stab der englischen diplo­matischen Beamten, Techniker und Propagandisten in den Vereinigten Staaten 4626 Personen erreicht habe. Bei Kriegsausbruch betrug diese Zahl nur 219. Dies habe bereits im Kongreß von den Isola­tionisten zu der Forderung einer Untersuchung des Personalbestandes der englischen Missionen geführt. Man habe erklärt, daß England auf diese Weiss 15 0 Millionen ausgebe, um die Vereinig­ten Staaten in denKrieg hineinzuzerren. Die wichttgste britische Organisation sei der Supp« l Y Eouncil mit 3700 bezahlten Angestellten. Der Propagandadienst zähle jetzt 189 An- Beigabe" von feiten der Frau nicht für uner­wünscht. Scharf griff er die Heiratsvermittler an, die nur auf Vorschüsse bedacht seien. Sollte jemand Schwierigkeiten in der Abfassung einer Heiratsan­zeige haben, so bot er ihm feinen fachmännischen Rat an, berechnete dafür allerdings extra zwölf Kreuzer.

Viele der Heiratsanzeigen, die hier erschienen, waren sehr umfangreich und erstreckten sich über zwei Oktavseiten von je 31 Zeilen. Wie solche Hei­ratsanzeigen aussahen, dafür fei folgendes oezeich- nenöe Beispiel wiedergegeben:3d) trete mutig als Ehestandskandidat vor Ihnen auf. Siebenthalb Schuh lang, messe ich im Durchschnitt ein Schuh, fünf Zoll und im Umfang noch feine bayrische Elle. 3m Alter von 27 Jahren stehend, bin ich ein mus­kulöser Mann und vollkommen gesund. Von braven, aber durch meine Studia unbemittelten Aeltern er­zeugt, besitze ich noch ein paar 1000 fL Vermögen, welches mich em geistlicher Vetter erben liefe. Ge­lernt habe ich auf Akademien so viel, dafe id), wenn Talente belohnt würden, id) einer Frau mit 30 Kindern Brot und Kleider schaffen konnte. Noch bin ich ohne Dienst, aber doch Adjunkt meines Vaters, Amtsverweferey. Ein Frauenzimmer mit 10 000 fl. konnte meinen Talenten einen derartigen Schwung geben, mich vielleicht zum Gerichtsdirek- tor erheben, der wegen weitsichtiger Gerichtspflege eigene Equipage halten muß. Ohne Geld werde ich höchstens Amtsverwefer, wie mein Vater, der gleich im Anfang meiner akademischen Laufbahn zu mir sagte:Sohn, lernst was, wirst em Advokat. Lernst nichts, wirst ein gemeiner Rat." Da ich mun­teren und sanften Gemüts für das Glück eines Frauenzimmers mich reif fühle, will ich mit mög- lichster Geduld erwarten, ob eine Schöne sich be­reit findet, der lüstern nach mir, meine Eigenschaf­ten behagen. Besitzt sie das Mahre, was meiner Gattin eigen fein muß, ein sanftes und doch heite­res Wesen, das den Mißmut verdrängen' und den Schweife überhäufter Geschäfte trocknen hilft, wird sie den Mut haben, ihre Qualitäten und Quanti­täten gleichfalls durch diesen offenen Weg mir be­kannt zu machen, so wird sie mir schon im voraus doppelt schätzbar fein, weil sie fld) über Vorurteile hinaus zu setzen wußte." QK.